FinanzplatzFrühstück mit François Villeroy de Galhau – Nachhaltige Geldpolitik sorgt für wirtschaftliche Stabilität

Mit dem inzwischen siebten „FinanzplatzFrühstück“ haben der Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V. und Frankfurt Main Finance e.V. diese erfolgreiche Veranstaltungsreihe fortgesetzt. Um die Ausführungen des Gouverneurs der Banque de France, Herrn Villeroy de Galhau, zu verfolgen, waren über 80 Gäste aus den Bereichen mittelständische Wirtschaft, Presse, Wissenschaft und Forschung und der Finanzwirtschaft gekommen. In seinem Grußwort hob Dr. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland, die Bedeutung der Auslandsbanken als wesentlichen Wirtschaftsfaktor für Frankfurt hervor. „Auslandsbanken übernehmen Verantwortung für die hiesige Wirtschaft und bekennen sich klar zum deutschen Finanzplatz als dem Kernmarkt in Europa“, sagt Dr. Oliver Wagner,

Der Gouverneur der Banque de France, sprach zum Thema: „Europäisches Wachstum – Herausforderungen in unsicheren Zeiten“ und er verschwendete keine Zeit, um auf den Punkt zu kommen. Der Gast aus Frankreich sprach direkt über den aktuellen Stand der Geldpolitik innerhalb der Europäischen Union und wie nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten sei. Er legte einen Schwerpunkt, auf die Bedeutung von Investitionen für Wachstum, vor allem für kleine und mittelständische Betriebe zudem äußerte er sich zur Notwendigkeit einer Kapitalmarkt Union und zur Thematik von grenzüberschreitendem Kapital. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Kritik, verschiedener Banker, an der aktuellen Negativzins Strategie der Europäischen Zentralbank. Hierzu führte Herr Villeroy de Galhau den wichtigen Aspekt dieses Instruments im Kampf gegen die Deflation an, zeigte aber gleichzeitig auf, dass negative Zinsen nützlich sein können, aber nur ein Instrument sind und daher mit Grenzen versehen. Herr Villeroy de Galhau begründete in seinen Ausführungen die aktuelle Geldpolitik und deren Nachhaltigkeit. Als weiteren Punkt begründete er eine ablehnende Haltung gegenüber dem Einsatz von sogenanntem „Helikoptergeld“.

Als Garanten für zukünftige Chancen führte er Frankreich und Deutschland an, welche noch ungenutzte Möglichkeiten für nachhaltiges zukünftiges Wachstum bereithielten. Ganz konkret schlug er ein Erasmus Pro Programm vor, welches die Möglichkeiten eines beruflichen Austausches im Fokus hat. Insbesondere für Frankreich und Deutschland hätte ein solches Programm Vorteile, da Frankreich mit einer vergleichsweise hohen Geburtenrate und Deutschland mit einer guten Bildungsinfrastruktur und einem erstklassigen Ausbildungssystem punkten können. Eine Kombination der demographischen und der Vorteile eines erstklassigen Ausbildungswesens wären daher für beide Länder zielführend und würde dazu beitragen, nachhaltiges Wachstum über Jahre hinaus zu sichern.

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist von entscheidender Bedeutung für das zukünftige Wachstum und den Erfolg des Projekts Europa. Wie sieht dies jedoch in einem Europa ohne Großbritannien aus? Bei diesem Thema befindet man sich nach wie vor im Bereich der Spekulation. Auch wenn London ein dezidiertes Interesse daran hat, im Mittelpunkt der europäischen Finanzmärkte zu stehen, wird es “ keine freie Fahrt und keine Rosinenpickerei“ geben. Denn der Zugang zu den europäischen Märkten bedingt die Akzeptanz der EU-Regeln und Vorschriften.

„Herr Villeroy de Galhau ermutigte deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer zu Investitionen und Risikobereitschaft. Nur Frankreich und Deutschland gemeinsam können das europäische Wirtschaftswachstum auf eine ausreichend breite Basis stellen,“ fasste Hubertus Väth die Veranstaltung zusammen. „Geldpolitik kann nur erfolgreich sein, wenn die Wirtschaft die monetären Impulse in Form von Investitionen an- bzw. aufnimmt“, so Väth weiter, „Vertrauen spielt dabei eine zentrale Rolle. Zum Aufbau dieses Vertrauens hat Herr de Galhau heute einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet.“

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