FinTechRat: Empfehlungen zur digitalen Entwicklung

Der Parlamentarische Staatssekretär Jens Spahn hat vom FinTechRat eine Reihe von Handlungsempfehlungen entgegengenommen. Diese beinhalten Möglichkeiten, wie Deutschland seine Potentiale als FinTech-Standort weiter kräftigen und digitale Entwicklungen besser berücksichtigen kann. Nicht nur FinTech-Unternehmen, sondern auch Vertreter von Banken, Versicherungen und Wissenschaft haben zu dem Papier beigetragen.

Der FinTechRat ist ein ehrenamtliches Expertengremium. Er berät das Bundesministerium der Finanzen zu Fragen der digitalen Finanztechnologie, insbesondere zu (informations-) technologischen Entwicklungen, ihren Potentialen, Chancen und Risiken sowie zu den staatlichen Rahmenbedingungen für digitale Finanzinnovationen in Deutschland. Der FinTechRat setzt sich zusammen aus Vertretern der Wissenschaft, Finanzwirtschaft und Behörden mit einschlägigen Kenntnissen und Erfahrungen.

Die konstituierende Sitzung des FinTechRates fand statt am 22. März 2017 unter dem Vorsitz von Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. In diesem Jahr haben bereits vier Sitzungen des FinTechRats stattgefunden.

Die Emp­feh­lun­gen wurden verfasst von den Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern im FinTechRat. Es handelt sich dabei um Vertreter aus FinTechs, Banken und Versicherungen sowie Wissenschaftlern, die zur Digitalisierung des Finanzsektors forschen. Die im FinTechRat vertretenen Behörden (BMF, Bundesbank, BaFin) haben nicht an den Empfehlungen mitgewirkt.

Die Handlungsempfehlungen sollen Möglichkeiten aufzeigen, wie Deutschland seine Potentiale als FinTech-Standort weiter kräftigen und digitale Entwicklungen besser berücksichtigen kann; zum Beispiel im Bereich Infrastruktur, Zuwanderung oder auch durch die gezielte Pilotierung neuer Technologien. Das Bundesfinanzministerium wird insbesondere die Empfehlungen, die die eigene Zuständigkeit betreffen, sogfältig prüfen. Bei einigen Empfehlungen sind wir bereits tätig. So richtet die BaFin-Aufsicht künftig einen stärkeren Fokus auf die IT-Kompetenz in Geschäftsleitungen. Die IT der Banken wird immer wichtiger. Schwächen in der IT-Sicherheit können für Banken erhebliche Risiken darstellen. Diese IT-Risiken müssen auch Bankvorstände bewerten können. Dazu benötigen sie ein Mindestmaß an IT-Knowhow.

Reformvorschläge von Mitgliedern des FinTechRats

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Deutsche Börse AG wird 25

Im Dezember 1992, auf den heutigen Tag vor 25 Jahren, wurde Deutsche Börse als Aktiengesellschaft gegründet. Dies war der Startpunkt für die Elektronisierung der gesamten börslichen Wertschöpfungskette.

11. Dezember 2017. Frankfurt (Börse Frankfurt). Das Unternehmen Deutsche Börse AG feiert am heutigen Montag auf dem Parkett der Frankfurter Börse seinen 25. Geburtstag. Kunden, Regulatoren, ehemalige Vorstände, Aufsichtsräte und Mitarbeiter waren der Einladung zum Läuten der Handelsglocke anlässlich des Jubiläums gefolgt.

Am 11. Dezember 1992 hatten die damaligen Eigentümer der drei unabhängigen Gesellschaften Frankfurter Wertpapierbörse AG, DTB Deutsche Terminbörse GmbH und der Deutsche Kassenverein AG den Zusammenschluss beschlossen, der zum 1. Januar 1993 wirksam wurde – die Geburtsstunde der Deutsche Börse AG. Dadurch entstand in Frankfurt und Deutschland erstmals ein integrierter Anbieter von Börsendienstleistungen.

„Europäische Harmonisierung plus Elektronisierung waren und sind die beiden Flügel, die den Aufstieg des Finanzplatzes Frankfurt getragen haben. In den 1990er Jahren wurden mit der Gründung der Deutschen Börse als AG die Basis gelegt, um den Finanzplatz zu der internationalen Bedeutung zu verhelfen, die dem Gewicht der deutschen Realwirtschaft im europäischen Maßstab entspricht“, resümiert Lutz Raettig, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Morgan Stanley Deutschland und langjähriger Vorsitzender des FWB-Börsenrats, in seiner Laudatio zum Jubiläum.

„Die Deutsche Börse hat sich in den vergangenen 25 Jahren zur mit Abstand bedeutendsten Betreiberin von Finanzmarktinfrastruktur in Europa entwickelt. Maßgeblich hierfür war und ist unser vertikal integriertes Geschäftsmodell, das auf leistungsfähiger Technologie in allen Geschäftsbereichen basiert. Darauf aufbauend konnten wir international expandieren und unser Geschäft auf eine Vielzahl von Anlageklassen ausweiten“, bilanziert Andreas Preuß, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG.
Die wichtigen Meilensteinen der Unternehmensgeschichte

  • die Einführung des elektronischen Handels mit Xetra als Aktienhandelsplattform im Jahr 1997,
  • die Gründung der Eurex im Jahr 1998 durch die Fusion der DTB mit der Schweizer Terminbörse Soffex und Ausbau zu Europas größtem Terminmarkt,
  • der Börsengang der Deutsche Börse AG im Februar 2001 und die Aufnahme in den deutschen Bluechip-Index DAX 2002,
  • die Einführung des zentralen Kontrahenten, zunächst am Terminmarkt in den 1990er Jahren und 2003 für Xetra,
  • Fusion des deutschen Nachhandelsbereichs mit der Luxemburger Cedel und die spätere vollständige Übernahme der Clearstream im Jahr 2002,
  • Gründung des Indexanbieters STOXX mit Partnern und vollständige Übernahme im Jahr 2015,
  • Einstieg in den Währungshandel durch die Übernahme von Deutschlands erfolgreichstem Fintech 360T im Jahr 2015.

Foto Quelle: Deutsche Börse

TechQuartier-Geschäftsführer Schäfer: „Wir sind eine auf Innovation gestützte Gemeinschaft“

Es ist die zentrale Anlaufstelle der FinTech- und Start-up-Community im größten Finanzzentrum Kontinentaleuropas – und es feiert sein einjähriges Jubiläum: das Frankfurter TechQuartier. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Sebastian Schäfer über das FinTech-Ökosystem in Frankfurt. Im Interview spricht er über die erreichten Meilensteine und welche Ziele sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt hat. Außerdem spricht er über die Unsicherheit der FinTech-Szene bezüglich des Brexit.

Herr Dr. Schäfer, Sie blicken auf ein Jahr TechQuartier zurück. Welche Meilensteine wurden in dieser Zeit erreicht?

Zunächst einmal freuen wir uns über den Zuspruch aus der Gründerszene. Mit rund 80 Start-ups haben wir inzwischen ein volles Haus. Wir hatten bereits in den ersten Monaten die ersten 1.600 Quadratmeter mit rund 110 Arbeitsplätzen vermietet. Im Juni kam dann eine weitere Etage mit 114 Arbeitsplätzen dazu. Von Tag eins an haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie eine lebendige Community gestaltet sein muss. Denn es geht ja nicht nur um einen schönen Ort, an dem man arbeitet, sondern auch um Inspirationen, gegenseitiges Lernen und Netzwerken. Wir haben also Interessenten, Mitglieder und Unterstützer zusammen mit passenden Themen an einen Tisch gebracht – und dafür auch spannende Formate entwickelt, die sehr erfolgreich gestartet sind. Zum Beispiel Landing Pad, Papillon, Money meets Idea, oder die Start-up Academy.

Mit der Erfahrung, die Sie gesammelt haben – wo sehen Sie weiteres Potenzial für das TechQuartier, wo die Stärken?

Man kann sich immer weiter verbessern. Unser Anspruch ist, ein global sichtbarer Hub zu werden. Dazu zählt auch ein stärkeres Engagement auf der Risikokapitalseite und die konsequente Vermarktung unserer Erfolgsgeschichten am Standort Frankfurt. Unsere Stärke ist ganz klar, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Der Brexit beschäftigt die Finanzbranche. Ist das auch ein Thema bei FinTechs?

Natürlich sprechen wir in der Szene über den Brexit und mögliche Folgen. Wir merken, dass die Unsicherheit groß ist. Da momentan niemand genau weiß, wie es weitergeht, sind in erster Linie indirekte Effekte spürbar. Wenn zum Beispiel ein FinTech aus Asien nach Europa kommen möchte, wäre die Standortwahl früher sicher auf London gefallen. Jetzt ist Frankfurt eine Option, über die man nachdenkt. Wir merken das zum Beispiel daran, dass sich für unser letztes LandingPad, bei dem wir die Möglichkeit bieten, den FinTech-Hub Frankfurt kennenzulernen, FinTechs aus über 20 Ländern beworben haben. Dieses Interesse eröffnet Frankfurt und der Region die Chance, sich dank gezielter Maßnahmen zum „Powerhouse“ der Innovation zu entwickeln.

Wenn Sie nach vorne schauen: Welche Ziele hat sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt?

Unsere Ziele sind klar definiert: Mehr Start-ups, mehr Partnerschaften, mehr Erfolgsgeschichten. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass Frankfurts Gründerszene internationale Strahlkraft entfaltet.

Vielen Dank für das Gespräch.

Financial Centre Frankfurt

Spahn fordert mehr Elan für Frankfurt

Bereits 24 Banken wollen ihr Frankfurt-Geschäft vor dem anstehenden Brexit ausbauen – aber ausruhen können sich die Akteure nicht, mahnt CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Vor allem gegenüber Paris müssten sich Hessen und Berlin anstrengen. Am Main seien noch viele Hausaufgaben zu erledigen.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für besondere Aufgaben, Jens Spahn, hat am Mittwoch auf einer Veranstaltung der hessischen CDU betont, wie wichtig die Fortentwicklung des Finanzplatzes Frankfurt für die Berliner Regierung sei. Die Politik müsse noch härter dafür arbeiten, dass die gute Stellung der Metropole erhalten bleibe, sagte er. Spahn verwies auf den gescheiterten Versuch Deutschlands, die EU-Bankenaufsicht EBA von London nach Frankfurt zu holen. Stattdessen erhielt im November Paris den Zuschlag. Mit Blick auf den Brexit und eine daraus möglicherweise folgende Verlagerung des Euro-Clearing müsse Frankfurt „erfolgreicher abschließen als bei der EBA“, sagte der bis Oktober noch als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium agierende 37-Jährige.

Um den Finanzplatz Frankfurt attraktiver zu machen, müssten aber auch „einige Dinge vor Ort erledigt werden“, sagte er und erinnerte dabei an den Wohnungsbau und arbeitsrechtliche Anpassungen insbesondere für Investmentbanker. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten sei der Bundesregierung weiter daran gelegen, dass das künftige Verhältnis zu den Briten eng bleibe. Allerdings sei noch nicht klar, für welchen Zugang zum Finanzmarkt sich die Briten entscheiden: London könne wie Singapur ein Finanzplatz werden, der mit geringer Regulierung locke, oder aber an die Regeln des EU-Raums andocken.

Geld für Glühbirne

Bei der Digitalisierung des Finanzsektors sei die Phase der Konfrontation vorbei: Fintechs hätten erzwungenermaßen auf Kooperation mit etablierten Adressen eingeschwenkt – wofür Spahn selbst einige Initiativen losgetreten hat und dazu beitrug, die Banken in den Dialog mit Fintechs zu bringen. Sein Motto: „Miteinander reden ist die halbe Miete.“ Mehrfach angesprochen auf das Thema Blockchain, ließ Spahn erkennen, dass er durch die Technik, die Transaktionen nachvollziehbar und ohne zentrale Instanz festhält, weitreichende Umwälzungen für möglich hält. „Die Blockchain kann das Geschäftsmodell von Intermediären komplett überflüssig machen.“ Dank digitalem Identitätsmanagement könne ein Investor dann auch Geld „an eine Glühbirne in Malaysia“ überweisen, sagte Spahn schmunzelnd. Handlungsbedarf sieht er bei der Ansiedelung von Blockchain-Gesellschaften in Deutschland. Zwar seien sehr viele Software-Entwickler in Berlin zu Hause, die Gesellschaften selbst dann aber (in der Regel über Stiftungskonstruktionen) in der Schweiz – dort gibt es das sogenannte „Cryptovalley“ in Zug.

Nach der Finanzplatz-Veranstaltung machte Spahn Station beim erstmals stattfindenden Portfoliotag der Deutschen Bundesbank. Die Bundesregierung steht seiner Ansicht nach beim nachhaltigen Investieren („Sustainable Finance“) noch am Anfang. „Es ist alles noch sehr zaghaft im Vergleich zu den Anforderungen und Wünschen“, sagte er. „Mit aller Kraft Richtung Green Finance ist sicherlich nicht unser Motto.“ Bei den Jamaika-Sondierungen sei Green Finance ein Thema gewesen, allerdings im Wirtschafts- und nicht im Finanzressort. „Es ging aber nur um ein allgemeines Bekenntnis dazu.“

Spahn zeigte drei Felder auf, in denen sich der Bund bereits für nachhaltige Anlagen starkmache: So soll der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, in den die Kernkraftbetreiber rund 24 Mrd. Euro eingezahlt haben, nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) gemanagt werden. Zweitens sei Nachhaltigkeit für die von Bund und Ländern gehaltene KfW ein Thema: „2016 flossen 44 % des KfW-Fördervolumens in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen.“ Außerdem sei die KfW deutschlandweit größter und weltweit zweitgrößter Emittent von grünen Anleihen sowie wichtiger Investor. Drittens habe Deutschland in seiner Zeit der gerade zu Ende gegangenen G 20-Präsidentschaft dafür gekämpft, das Thema nachhaltiges Investieren verstärkt in den Blick zu nehmen.

Öffentliche Träger haben laut Spahn oft unterschiedliche Vorstellungen davon, was unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist. „Dass in Unternehmen, die auf Kinderarbeit setzen, nicht investiert werden sollte, ist sicherlich Konsens. Schwieriger wird es bei Klimathemen wie Kernkraft oder Kohle.“ Er selbst hält Kernkraft für eine wichtige Brückentechnologie. „Sollte man die Frage, wie der Staat anlegt, tatsächlich politisieren?“ Er hält mehr von einer Regulierung des Marktes: Der Staat müsse etwa für Transparenz sorgen. „Das wäre vergleichbar mit dem Strombereich: Da kann sich auch nur Ökostrom nennen, was Ökostrom ist.“

Spahn machte außerdem deutlich, dass für ihn nachhaltiges Investieren nicht nur aus der grünen Kapitalanlage und ESG-Kriterien bestehe. Auch die Sicherheit der Anlage und die Finanzmarktstabilität zählten dazu. „So waren die eigenheimfördernden Maßnahmen der Regierung George W. Bush als soziale Maßnahme gedacht, haben aber letztlich mit zur Finanzkrise beigetragen.“ Auch die Rendite sei ein wichtiger Aspekt. Spahn plädiert schon länger für einen höheren Aktienanteil bei vom Bund verantworteten Mitteln wie dem Pflegevorsorgefonds.

Quelle: Börsen-Zeitung, Ausgabe 235 vom 07.12.2017.

Verlagerung des Euro-Clearings deutlich günstiger als angenommen

  • Bis zu dreißig Prozent Ersparnisse für Asset Manager bei Verlagerung des Euro-Clearings in die EU27
  • Schätzungen der London Stock Exchange von bis zu 100 Mrd. USD sind zu hoch
  • Maximale Gesamtkosten für 5 Jahre liegen bei ca. 3,2 Mrd. Euro

Frankfurt am Main – Im Zuge des nahenden Brexit diskutieren Experten und Politiker über die Auswirkungen auf die Abwicklung von Derivategeschäften (Clearing). Ein Arbeitspapier von Union Investment zeigt, dass eine Verlagerung des Clearings der auf Euro lautenden Zinsswaps in die EU27 zu deutlich geringeren Kosten führen würde. Die Ersparnisse setzen sich im Wesentlichen aus Kosten für Initial Margin sowie Clearing Broker-Gebühren zusammen (ca. 70 Prozent der Gesamtkosten). Laut Union Investment werden langfristig gesehen die Kosteneinsparungen von bis zu 30 Prozent, die möglichen vorrübergehenden Mehrkosten für einen breiteren Bid-Offer Spread mehr als kompensieren.

Ein anderes Arbeitspapier des Center for Financial Studies (CFS) fechtet die Schätzungen des Londoner Stock Exchange (LSE) an. Prof. Dr. Volker Brühl, Autor der Studie, erklärt: „Durch die Fragmentierung der Märkte kann es zwar temporär zu einer Kostensteigerung kommen. Aber die von der LSE genannten Kosten von bis zu 100 Mrd. USD sind nicht nachvollziehbar und viel zu hoch angesetzt. Legt man realistischere Prämissen zugrunde, dürften die Kosten für einen Zeitraum von 5 Jahren höchstens bei ca. 3,2 Mrd. USD liegen. Mögliche Einspareffekte von Asset Management-Gesellschaften infolge der Relokation sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.“

Central Counterparties (CCPs) und Clearingstellen sind systemrelevant und bedeutend für die globale Finanzmarktstabilität. Im Falle einer Schieflage wäre die EZB gezwungen, entsprechende Euro-Liquidität zur Stabilisierung bereitzustellen und CCPs direkt zu beaufsichtigen. „Das übergeordnete Ziel sollte die Wahrung der europäischen Finanzstabilität sein“, erklärt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V. „Die übertriebenen Schätzungen aus London sind weder konstruktiv noch umsichtig. Obwohl die Entscheidungen über das Euro Clearing nicht alleine auf Kostenbasis gefällt werden sollten, sind die Zahlen von CFS und Union Investment beruhigend. Sollte das Clearing verlagert werden, wäre der Finanzplatz Frankfurt eine echte Alternative zu London, nicht zuletzt wegen des Eurex Clearing.“

Aktuell werden über 90 Prozent der Zinsderivate in London gecleart. Im Zuge des Brexits wurde immer wieder diskutiert das Euro-Clearing in einen europäischen Finanzplatz unter der Aufsicht der EZB – wie Frankfurt – zu verlagern. Laut Schätzungen der London Stock Exchange würde eine solche Verlagerung zu einer Kostensteigerung von mehr als 100 Milliarden USD führen.

Die Studie des Center for Financial Studies finden Sie hier.

Die Studie von Union Investment können Sie hier herunterladen.

Branchenveranstaltung FINTECHMATTERS in Wien

Das Thema FinTech wird am Finanzplatz Frankfurt hoch gehandelt und setzt Energie frei. Wichtig für den Standort Frankfurt ist es, seine Vorteile im Vergleich zu anderen sichtbar und bekannt zu machen. Jochen Biedermann von Frankfurt Main Finance e.V. nutzte daher die Gelegenheit, am 23. November am FinTech-Treffen FINTECHMATTERS im Tech Gate Vienna teilzunehmen und das Frankfurter FinTech-Ökosystem als attraktiven Standort vorzustellen, an dem auch österreichische und osteuropäische Startups herzlich Willkommen sind, die Vorteile des größten Finanzplatzes in Kontinentaleuropa zu nutzen.

FINTECHMATTERS ist die führende FinTech-Veranstaltung in Wien und findet zweimal jährlich statt. Neben Österreich und Frankfurt haben auch Estland, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, die Schweiz und Hamburg ihre Ökosysteme bzw. Acceleratoren vorgestellt.

Ziel der Veranstaltung war es, Innovatoren, Unternehmen, Investoren und Meinungsführer für internationale Zusammenarbeit und Geschäftsintegration zu begeistern.

Bei der zweiten Auflage von FINTECHMATTERS in Wien ging es in erster Linie um aktuelle Trends und Nischen, aber auch um möglicherweise existierende oder entstehende Blasen im FinTech Bereich. Auf der Agenda standen Themen wie die Digital Banking-Revolution, Artificial Intelligence, ICOs, Blockchain, Big Data, Payment-Lösungen, Cyber Security und Regulatorien. Experten aus mehr als zehn europäischen FinTech-Hubs waren dazu geladen.

Auch der Accelerator Frankfurt sowie die FinTech Group waren vertreten und haben für Frankfurt geworben. Spontan haben zwei österreichische und ein tschechisches FinTech-Unternehmen ihr Interesse bekundet, über Frankfurt im deutschen Markt aktiv zu werden.

Mit Vertretern der Wirtschaftsagentur Wien wurde darüber hinaus über gemeinsame FinTech-Matchmaking-Veranstaltungen im kommenden Jahr in Wien und Frankfurt am Main gesprochen.

 

FinTechs in Deutschland

Deutschlands FinTechs gelingt es zunehmend, zu einem aus eigener Kraft wachsenden dynamischen und diversifizierten Cluster zu werden. Dies ist ein wesentliches Ergebnis der aktuellen Studie „Germany FinTech Landscape“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die zusammen mit Frankfurt Main Finance die deutsche FinTech-Branche untersucht hat.

Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der FinTech-Unternehmen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 295 (2016: 280). Der Kapitalzufluss lag im ersten Halbjahr bereits bei 307 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2016 hatten die FinTech-Unternehmen in Deutschland 400 Millionen Euro eingesammelt. Die Anzahl der Abschlüsse legte ebenso zu wie die durchschnittliche Größe der Deals, die leicht von 7 Millionen Euro auf 7,3 Millionen Euro anstieg.

Auch wenn die absoluten Wachstumsraten leicht abflachen, zeigt sich weiter eine durchgängig positive Dynamik bei allen wesentlichen Kennzahlen. Das zeige, dass sich die FinTech-Landschaft in Deutschland weiterhin auf einem erfreulichen Pfad befinde, sagt Jan-Erik Behrens, Mit-Autor und Partner bei EY: „Die Entwicklung, die wir hierzulande beobachten, läuft auf ein weiteres Rekordjahr zu und zeigt eindrucksvoll die Innovationskraft des Standorts Deutschland mit unterschiedlichen regionalen Stärken.“

Finanzplätze Frankfurt und Astana wollen enger kooperieren

Frankfurt Main Finance e.V. (FMF) und das Astana International Financial Centre (AIFC) aus Kasachstan haben sich am Freitag, den 17.11.2017, auf ein Memorandum of Understanding über eine Kooperation beider Finanzplätze verständigt.

In Anwesenheit des kasachischen Botschafters Bolat Nussupov, Stadtrat Markus Frank, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Oliver Schwebel und Hubertus Väth, Geschäftsführer von FMF, unterzeichneten Kairat Kelimbetov, Gouverneur des AIFC, und Dr. Lutz Raettig, Präsident von FMF das Abkommen in den Räumen der Wirtschaftsförderung Frankfurt.

Eine Delegation des AIFC hatte in der vergangenen Woche Frankfurt am Main besucht. Neben mehreren Treffen mit Frankfurt Main Finance sowie mit Mitgliedern von FMF nahm die Delegation am Astana International Financial Centre Forum im Rahmen der Euro Finance Week teil, dort stellten Kairat Kelimbetov und sein Team ihre weitreichenden Pläne für die kommenden Jahre vor.

„Astana ist ein junges und aufstrebendes Finanzzentrum mit dem uns schon seit vielen Jahren ein enges und freundschaftliches Verhältnis verbindet“, kommentierte Dr. Lutz Raettig das Verhältnis zum kasachischen Finanzzentrum.

Hubertus Väth sieht viel Potential in dem neugewonnenen Abkommen: „Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in den Bereichen Infrastruktur, Ausbildung sowie interner und externer Finanzplatzvermarktung zusammen zu arbeiten.“

Frankfurt und Astana werden in den nächsten Wochen und Monaten ihre gemeinsamen Pläne umsetzen und damit zusammen zur Stärkung ihrer jeweiligen Finanzplätze beitragen.

Europäischer Rat beschließt EBA-Verlagerung nach Paris

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) zieht von London nach Paris. Das hat der Europäische Rat für allgemeine Angelegenheiten in einer geheimen Abstimmung am 20. November entschieden. Die Bundesregierung hatte sich ebenfalls um die Ansiedlung der EBA in Frankfurt am Main beworben. Die Verlagerung der EBA aus London heraus in ein anderes EU-Land ist Folge der Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen.

„Wir gratulieren Paris zur Ansiedlung der EBA, hätten uns allerdings einen anderen Ausgang der Entscheidung gewünscht, weil wir der Auffassung sind, Frankfurt erfüllt in der Summe die Kriterien der Vergabe am besten“, sagt Dr. Lutz Raettig, Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. „Die Vergabe nach Paris bedeutet eine stärkere Dezentralisierung der Finanzmarktregulierung und ist aus unserer Sicht vor allem eine politische Entscheidung zugunsten des Prinzips einer EU-weiten Verteilung von Institutionen. Für die künftige Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt bleiben wir optimistisch.“

Neben der Mainmetropole und Paris hatten sich sechs weitere Städte um den Sitz der Institution beworben. Zu den Entscheidungskriterien des Europäischen Rates gehörten die reibungslose Fortführung des Betriebs, die rechtzeitige Bereitstellung des Gebäudes, die Verkehrsinfrastruktur und internationale Erreichbarkeit, die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien, sowie das Job-, Schul- und Gesundheitsangebot für die Familien der Beschäftigten.

Green Finance Cluster Frankfurt nimmt Arbeit auf

Der Übergang zu einer klimaschonenden und nachhaltigen Ökonomie findet auch in der Finanzbranche statt. Um Initiativen zu bündeln und Grundlagenarbeit zu leisten, hat in Frankfurt das Green Finance Cluster seine Arbeit aufgenommen, wie das Hessische Witschaftsministerium im November mitteilte. „Eine nachhaltige Ausrichtung des Finanzsystems ist unverzichtbar; gleichzeitig bedürfen die Energiewende und der Transformationsprozess unserer Wirtschaft passender Unterstützung durch die Finanzindustrie“, sagte der Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir auf dem Green Finance Forum vergangenen Monat in Frankfurt. „Es ist wichtig, dass Frankfurt dabei eine international wahrnehmbare Stimme artikuliert, denn derzeit dominieren Städte wie Paris und London die Diskussion.“

Gründungsmitglieder und Förderer
Das auf Initiative des Wirtschaftsministeriums entstandene Cluster ist ein Projekt des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025. Gründungsmitglieder sind das Wirtschaftsministerium, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), die KfW Bankengruppe, das Center for Financial Studies mit Sitz an der Frankfurter Goethe-Universität, die Frankfurt School of Finance and Management, der Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten (VfU) und das Gründerzentrum TechQuartier. Im Rahmen eines Sponsorings werden die Deutsche Bank AG, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Girozentral, die Deutsche Börse AG, die KfW Bankengruppe, die Commerzbank AG, die Dekabank Deutsche Girozentrale, die DZ BANK AG sowie die Metzler Asset Management GmbH finanzielle Unterstützer sein. Sitz des Clusters ist die Frankfurt School of Finance and Management.

Erste Projekte des Clusters
Angesichts vieler internationaler Absichtserklärungen und Empfehlungen sei nun konkretes Handeln zur Umsetzung erforderlich, sagte Al-Wazir: „Dafür brauchen wir Strukturen, die ein echtes Zusammenwirken der Finanzwirtschaft untereinander, aber auch mit Politik und Wissenschaft ermöglichen.“

Erste Projekte gelten unter anderem der Suche nach Methoden, um den Zusammenhang von Finanzierungen und Klimazielen und die damit verbundenen Risiken besser zu verstehen. „Mir scheint es besonders wichtig, dass das Green Finance Cluster Frankfurt den Auftrag angenommen hat, substanzielle Arbeit zu leisten, und dabei Methoden und Instrumente für die praktische Anwendung entwickeln wird“, sagte der Minister.

 

 

Frankfurter Büroimmobilienmarkt erreicht durch Brexit-Pläne der Banken neue Rekorde

Nachfrage und Spitzenmieten bei Büroimmobilien in Frankfurt erreichen neue Rekordhöhen. Das zeigen Analysen der führenden Immobilienunternehmen und -investoren. Gleichzeitig ist der Leerstand so gering wie seit Jahren nicht mehr. Fast 16 Monate nach dem Brexit-Referendum spiegelt die Entwicklung des Frankfurter Büromarktes klar die Beliebtheit des Finanzplatzes unter Banken, die Großbritannien verlassen oder zumindest wichtige Teile der Geschäftstätigkeit an den Main verlagern. In den nächsten vier Jahren erwartet Frankfurt Main Finance die Verlagerung von 10.000 Arbeitsplätzen von London nach Frankfurt. Zahlreiche Bauprojekte werden die damit einhergehende Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen decken.

Die steigende Nachfrage stärkt das Investorenvertrauen: Analysten berichten von einem bemerkenswerten Anstieg des Transaktionsvolumens im Vergleich zu 2016. Unternehmen sind außerdem auf der Suche nach größeren zusammenhängenden Büroflächen von mehr als 10.000 qm2, um die Geschäfts- und Personalverlagerung stemmen zu können. Trotz zunehmender Nachfrage und steigender Höchstmieten bleibt der Finanzplatz Frankfurt im Vergleich zu anderen europäischen Finanzzentren preisgünstig.

Diese Entwicklungen diskutieren die Niederlassungsleiter des Frankfurt Main Finance-Mitgliedes BNP Paribas Real Estate José Martinez und Oliver Barth. Zusätzliche Einschätzungen geben Immobilienexperten von KGAL, Savills Investment Management und Jones Lang LaSalle (JLL).

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José Martinez und Oliver Barth, beide Geschäftsführer und Frankfurter Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate

Der Frankfurter Büromarkt gibt weiter Gas. Mit 477.000 m² wurde das beste Ergebnis der letzten 15 Jahre aufgestellt. Mit dem herausragenden Resultat belegt die Mainmetropole hinter Berlin und München den dritten Platz. Bemerkenswert ist, dass sich die Nachfrage relativ gleichmäßig über alle Größenklassen und Marktsegmente verteilt, dies unterstreicht die breite Nachfragebasis. Besonders erfreulich: Endlich sind auch wieder mehrere Großdeals mit mehr als 10.000 m² am Flächenumsatz beteiligt. In den vergangenen Jahren mangelte es an großen Abschlüssen, aktuell liegt ihr Anteil bei 20 %. Einen der größten Verträge schloss die Helaba in Kaiserlei mit rund 27.500 m² ab.

Die Angebotssituation spiegelt die gute Nachfrage der letzten zwei Jahre wider: Aktuell stehen 1,51 Mio. m² Bürofläche leer, das sind 10 % weniger als im dritten Quartal 2016. Aber: Nur etwa die Hälfte davon, also 749.000 m², verfügen über die von den Nutzern präferierte hochwertige, moderne Ausstattung. Im gesamten Marktgebiet hat die Leerstandsquote mit 9,8 % die 10-%-Schwelle mittlerweile nach unten durchbrochen. Wie groß der Einfluss des Brexit auf die weitere Entwicklung des Frankfurter Gewerbeimmobilienmarkts sein wird, ist noch nicht abzusehen. Fakt ist: Der Brexit ist auf dem Frankfurter Markt spürbar, dominiert ihn aber nicht. BNP Paribas Real Estate ist in ersten, guten und vielversprechenden Gesprächen mit potenziellen Zuzüglern. Dass sich etwas tut, zeigen auch die Deals von Morgan Stanley oder Goldman Sachs, die sich bereits größere Büroflächen in Frankfurt gesichert haben. Sollten auf einmal alle aktuellen Gesuche im Markt und die Unterschriften von Brexit-Banken zeitlich aufeinander fallen, könnte es theoretisch einen Flächenengpass in der Frankfurter Innenstadt geben, wo derzeit nur knapp 120.000 m² moderne Büroflächen zu haben sind; im Bankenviertel stehen sogar nur gut 66.000 m² leer. Für die prognostizierten 10.000 Arbeitnehmer, die zusätzlich nach Frankfurt kommen würden, werden geschätzte 150.000 m² benötigt. Betrachtet man sich die insgesamt leerstehenden Büroflächen, hätte Frankfurt im Fall der Fälle jedoch kein Problem, geeignete Büroflächen zu finden – nur eben nicht alle in zentraler Citylage. Entspannung bringen einige attraktive Projektentwicklungen, die gegenwärtig im Bau sind, etwa im Bankenviertel die Projekte WINX, Omniturm und Marienturm, die rechtzeitig 2018/2019 fertiggestellt werden und in denen es noch freie Flächen gibt.

Aus heutiger Sicht spricht alles dafür, dass die lebhafte Nachfrage sich bis zum Jahreswechsel fortsetzen wird, sodass im Gesamtjahr ein Flächenumsatz zwischen 750.000 und 800.000 m² und damit eines der besten Ergebnisse aller Zeiten möglich erscheint. Wir gehen gleichzeitig von weiter rückläufigen Leerständen aus, deshalb werden die Mieten wahrscheinlich weiter steigen.

Gert Waltenbauer, CEO der KGAL GmbH & Co. KG

„Frankfurt kann seine Rolle als führender Finanzplatz durch den Brexit stärken und seine Attraktivität weiter ausbauen, wie die Entscheidungen einiger Londoner Banken für diesen Standort als EU-Zentrale zeigen. Der verkehrsgünstig und innenstadtnah gelegene Flughafen ist ein echtes Frankfurter Asset, dessen Bedeutung mit Wachstum von Handel und europäischer Integration weiter zunehmen wird. Vor allem Büroimmobilien in Frankfurt erleben dadurch eine deutliche Wertsteigerung. Wir registrieren aber auch, dass die Wohnqualität in Frankfurt in den letzten Jahren zugenommen hat mit wiederum positiven Effekten auf die Werthaltigkeit von Wohnimmobilien.“

Andreas Trumpp, Savills Investment Management

„Aus unserer Sicht bietet Frankfurt ein großes Spektrum erschwinglicher Büroflächen sowohl in zentralen Innenstadtlagen als auch in B-Lagen und könnte ohne weiteres 10.000 Büroangestellte beherbergen. Lediglich durch den Mangel an verfügbarem Wohnraum könnte der Zustrom limitiert werden. Der Einzelhandel- und Gastronomiesektor würde in jedem Fall von dem Zuzug von gut verdienenden Bankangestellten profitieren. Als eines der wichtigsten Finanzzentren weltweit punktet Frankfurt nicht zuletzt mit seiner hervorragenden Erreichbarkeit, sprich dem stadtnahen und optimal an das Verkehrsnetz angebundenen Flughafen sowie den kurzen Wegen innerhalb der Stadt und der gesamten Region. Die ansässigen Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen wirken anziehend für hochqualifizierte Fachkräfte aus aller Welt und fördern damit die Vielfalt vor Ort.“

Markus Kullman, Associate Director Office Leasing Frankfurt am Main, JLL

„Der Brexit ist in Frankfurt angekommen. Erste Abschlüsse konnten in den vergangenen Wochen registriert werden.

JLL steht im konstanten Austausch mit sehr vielen Unternehmen, die aufgrund des Austritts Großbritanniens aus der EU mit Auswirkungen auf einige ihrer Geschäftsfelder rechnen. Auch mit dem Finanzsektor verbundene Dienstleister sondieren den Markt nach adäquaten Flächen. Den meisten Interessenten ist der Frankfurter Büroimmobilienmarkt aber keine unbekannte Größe – sie sind mindestens mit einer kleinen Repräsentanz in der Mainmetropole vertreten.

Neben einer verfügbaren Auswahl an potenziellen Flächenalternativen von hoher Qualität wird von ihnen vor allem die gute Infrastruktur, wie beispielsweise der Flughafen, sehr geschätzt.

Bereits letztes Jahr war erkennbar –  und das hat sich in unseren laufenden Gesprächen bestätigt: es geht nicht um Komplettverlagerungen einer Vielzahl von Arbeitsplätzen aus London nach Frankfurt, sondern es werden schrittweise notwendige Kapazitäten aufgebaut. Und das in den wichtigsten Metropolen Europas. Neben Frankfurt spielen Paris, Amsterdam, Dublin und auch Luxemburg eine Rolle. In der Bankenstadt Frankfurt rechnen wir mit rund 100.000 m² Bürofläche, die im Zuge des Bexits über den marktüblichen Bedarf hinaus absorbiert werden.

Zwar verzeichnen wir in manchen Stadtteilen Frankfurts mittlerweile eine gewisse Flächenknappheit. Zum Beispiel können wir in der Bankenlage aktuell nur eine geringe Auswahl Bestandsliegenschaften anbieten. Das gilt besonders für hochwertige, zusammenhängende Flächen mit mehr als 5.000 m². Aufgrund der Vielzahl von Neubauprojekten, wie z.B.  OmniTurm, MarienTurm oder das Four-Projekt auf dem ehemaligen Deutsche Bank Areal, die in den Jahren 2019-2022 mehr als 250.000 m² neue Bürofläche auf Markt bringen werden, gehen wir aber nicht davon aus, dass die aktuell gestiegene Nachfrage mittelfristig zu einer massiven Preissteigerung am Frankfurter Markt führen wird. Derzeit liegt die Spitzenmiete bei 37,50 Euro/m²/Monat, die höchste unter den Big 7 und bei einer Leerstandsquote von 8,2%, ebenfalls der höchsten unter den deutschen Immobilienhochburgen. Allerdings: in den Lagen, auf denen der Fokus der nachfragenden Unternehmen liegt, sind es deutlich weniger; abhängig von Teilmarkt und Qualität können es aktuell nur 4-6% sein.“

Hubertus Väth, Geschäftsführer, Frankfurt Main Finance e.V.

„Das Angebot an Gewerbeimmobilien ist die geringste Sorge in Frankfurt. Es entstehen 250.000 Quadratmeter an neuer Bürofläche in mehreren neuen Hochhäuser im Verlauf von 5 Jahren. Aktuell in Frankfurt sind 19 Hochhäuser im Bau und 26 stehen in der Planung. Handlungsbedarf bestand schon zuvor und besteht nun noch mehr bei Wohnimmobilien. Im Bereich Microapartements für Pendler und dem Segment Hochhauswohnen sieht es dabei besser aus als bei erschwinglichem Wohnraum für die Breite der Interessierten. Da das Problem erkannt ist und man einen Vorlauf hat, sollte aber auch das mit vereinten Kräften machbar sein.“

Der Finanzplatz Frankfurt liegt vorn beim Bemühen um Geschäftsverlagerungen aus London nach dem Referendum im Vereinigten Königreich. Geschätzt für seine wirtschaftliche und politische Stabilität, bietet Frankfurt und die Region eine hervorragende Infrastruktur, ein vergleichsweise günstiges und hochwertiges Angebot an modernen Büroflächen, ein großes Potential gut ausgebildeter Arbeitskräfte und eine extrem hohe Lebensqualität. Zudem ist die BaFin ein kompetenter, hilfreicher und konstruktiver Regulator, der weite Teile des Lizenzantrags in englischer Sprache akzeptiert. Bereits heute gibt es am Finanzplatz Frankfurt mehr als 150 ausländische Banken und die Finanzbranche bietet rund 75.000 Menschen Arbeit.

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF herunterladen.