Deutsche Börse geht in Frankfurt Schritt Richtung Zukunft

Die Deutsche Börse baut das historische Börsen-Gebäude im Herzen Frankfurts noch stärker zum Kommunikationszentrum des Finanzplatzes und als Anlaufstelle für die breite Öffentlichkeit aus. Das denkmalgeschützte Gebäude, in dem sich auch der bekannte Börsensaal und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt befinden, wird Repräsentationsstelle für die Deutsche Börse in Frankfurt und den Finanzplatz.

“Wir freuen uns außerordentlich über dieses Engagement der Deutschen Börse. Frankfurt erhält ein zeitgemäßes Zentrum und sichtbares Symbol für die zunehmende Bedeutung der Stadt und der Region als wichtigster kontinentaleuropäischer Finanzplatz”, sagt Dr. Lutz Raettig, Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. „Die Entscheidung konnte zu keinem besseren Zeitpunkt getroffen werden. Die Deutsche Börse zeigt Flagge in Frankfurt, jetzt, wo der Brexit dazu führt, die Architektur der europäischen Finanzindustrie neu aufzustellen.“

Bis Anfang 2020 investiert die Deutsche Börse 18,5 Millionen Euro in den Ausbau und schließt einen Mietvertrag mit der IHK Frankfurt, der Eigentümerin des Gebäudes, bis zum Jahr 2048. Nach dem Umbau wird sich die Deutsche Börse vom Besucher-Center aus verstärkt an interessierte Besucher wenden, um auf moderne Weise über die Funktionsweise der Börse zu informieren und den Nutzen der Börse für Industrie und Handel und damit für die Wohlfahrt der Gesellschaft zu vermitteln.

Die Mitteilung der Deutschen Börse Group zum Thema finden Sie hier.

Foto: Deutsche Börse AG

CFS-Umfrage: Finanzbranche hält Bitcoin-Kursentwicklung nicht für nachvollziehbar / Eine stärkere Regulierung wird klar befürwortet

Seit Beginn des Jahres 2017 hat sich der Bitcoin-Kurs von 1.000 USD auf nahezu 20.000 USD im Dezember erhöht. Seitdem hat der Bitcoin nach wiederholtem Auf und Ab bis Mitte Januar rund 40% an Wert verloren. Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies ist diese Kursentwicklung für die deutsche Finanzbranche mehrheitlich nicht nachvollziehbar. Darin sind sich 81% der Befragten einig.

Mögliche Risiken, die durch diese Entwicklung für das Finanzsystem entstehen können, sind schwer absehbar. Über die Hälfte der Befragten (54%) schätzt die Entwicklung kritisch ein. Hingegen sind laut 41% der Umfrageteilnehmer die Risiken eher zu vernachlässigen. Jedoch unabhängig davon, wie die Befragten mögliche Risiken einschätzen, sind sie sich größtenteils darüber einig (78%), dass der Markt für Kryptowährungen stärker reguliert werden sollte.

„Die Umfrage verdeutlicht, dass die Sorgen der Finanzmarktteilnehmer angesichts der Intransparenz und der unberechenbaren Kursentwicklungen des Bitcoin zunehmen“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Auch wenn die Bedeutung der Kryptowährungen wächst, wird der Bitcoin dennoch auf lange Sicht unser klassisches Geldsystem nicht ersetzen können. Darin ist sich die Finanzbranche geschlossen einig (93%). Generell wird der Bitcoin von 79% der Befragten auch nicht für ein interessantes Anlageinstrument gehalten.

„In der jetzigen Form stellt der Bitcoin ein fragwürdiges Konstrukt dar, das keinen erkennbaren Mehrwert bietet. Daher sollten klare regulatorische Rahmenbedingungen und eine konsequente Aufsicht dafür sorgen, dass der Anlegerschutz auch bei Kryptowährungen greift und zudem mögliche Systemrisiken im Keim erstickt werden.“, so Brühl weiter.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Trotz aller berechtigten Skepsis bleibt die Faszination der Technik und ihrer Potentiale. Regulierung sollte nicht das Experimentieren unterbinden.“

CFS-Index erreicht höchsten Stand seit Beginn der Finanzkrise in 2007

Die Finanzbranche meldet: Starke Umsatz- und Ertragszuwächse / Mitarbeiterzahlen im Aufwärtstrend / Investitionsvolumen leicht rückläufig, aber nach wie vor auf hohem Niveau

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt um 5,9 Punkte auf 120,1 Punkte. Diese enorm positive Entwicklung ist primär auf die hohen Umsätze und Erträge der Finanzbranche im vierten Quartal 2017 zurückzuführen. Des Weiteren reduzieren die Finanzinstitute nun ihren Stellenabbau und erwarten, dass sich diese Entwicklung im laufenden Quartal weiter verstärkt. Auch bei den Dienstleistern ist die personelle Entwicklung positiv. Es werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Allerdings meldet die Finanzbranche ein leicht rückläufiges Investitionsvolumen, welches sich aber nach wie vor auf einem hohen Niveau befindet.

„Die exzellente Zielerreichung der Banken bei Umsatz und Ertrag hilft ihnen bei der Bewältigung der nächsten großen Herausforderung, der digitalen Transformation. Dies spiegelt sich auch in den sehr positiven Erwartungszahlen für den Dienstleistungssektor der Finanzindustrie wider, wozu insbesondere Beratungs- und Prüfungsunternehmen zählen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird unverändert sehr positiv eingeschätzt

Mit einem Anstieg um 0,4 Punkte liegt der Unternehmensstandort-Index, der die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland bewertet, mit 135,9 Punkten nur leicht unter dem bisherigen Höchststand, der im Zuge des Brexit-Votums in 2017 erreicht wurde.

„Die stabil hohe Bewertung des Index zeigt: Dem Finanzplatz Deutschland wird mehr zugetraut. Das sollte für alle Beteiligten Ansporn sein, die Zukunft der Branche hierzulande mit Optimismus und Selbstvertrauen zu gestalten“, kommentiert Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Umsätze und Erträge der Finanzbranche steigen. Nur im Jahr 2007, dem ersten Jahr der Befragungen, hatten die Dienstleister noch höhere Werte.

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister können entgegen den eher verhaltenen Erwartungen aus dem Vorquartal ihre Umsätze bzw. ihr Geschäftsvolumen im letzten Quartal 2017 stark ausbauen. Der entsprechende Sub-Index steigt bei den Finanzinstituten um 11,2 Punkte auf 122,7 Punkte und bei den Dienstleistern sogar um 20,3 Punkte auf 137,5 Punkte. Für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute nur mit einem minimalen Rückgang. Die Dienstleister erwarten einen Rückgang auf das Niveau der Vorquartale.

Auch die Erträge beider Gruppen entwickeln sich im vierten Quartal 2017 besonders positiv. Der entsprechende Sub-Index erreicht bei den Finanzinstituten mit einem Anstieg um 6,5 Punkte einen Wert von 113,9 Punkten. Auch die Dienstleister verzeichnen ein enormes Ertragswachstum um 26,9 Punkte, welches die bereits positiven Erwartungen aus dem Vorquartal noch deutlich übertrifft. Der Sub-Index Erträge steigt damit für diese Gruppe auf 133,6 Punkte.

Investitionsvolumen leicht rückläufig, aber nach wie vor auf einem hohen Niveau

Nachdem der Sub-Index Investitionen der Dienstleister Mitte 2017 den höchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007 erreicht hatte, befindet er sich wie schon im Vorquartal mit -2,8 Punkten leicht im Abwärtstrend. Mit 113,9 Punkten ist dieser jedoch nach wie vor auf einem hohen Niveau. Auch der Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 5,1 Punkte auf 113,8 Punkte, wobei ein weiterer Rückgang erwartet wird. Hingegen rechnen die Dienstleister wieder mit einem Anstieg für das laufende Quartal.

Mitarbeiterzahlen der Finanzbranche im Aufwärtstrend / Stellenabbau der Finanzinstitute abgeschwächt

Nach dem erhöhten Stellenabbau des Vorquartals schwächt sich dieser bei den Finanzinstituten nun ab. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter steigt um 3,3 Punkte auf 98,6. Auch die Entwicklung bei den Dienstleistern ist positiv. Hier werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Der Sub-Index steigt um 3,5 Punkte auf 116,8 Punkte. Beide Gruppen rechnen mit einer Fortsetzung dieses Aufwärtstrends, wobei die Erwartung der Dienstleister noch höher als die der Finanzinstitute ist.

Global Startup Ecosystem Report

Safe City Index 2017: Frankfurt gehört zu den sichersten Städten Europas

Finanzplatz Frankfurt ist in drei Kategorien des Safe City Index 2017 unter den Top 3 Städten Europas

Dies ist das Ergebnis des „Safe City Index 2017“ (Index sicherer Städte) des Magazins The Economist, in dem der Finanzplatz Frankfurt im europäischen Vergleich Platz 4, im globalen Vergleich Platz 11 unter den 60 betrachteten Städten belegt. In den drei Kategorien Gesundheit, digitale Sicherheit und persönliche Sicherheit erzielt der Finanzplatz Frankfurt im europäischen Vergleich, aber auch weltweit Spitzenwerte, die auf ein gelungenes ganzheitliches Sicherheitskonzept Frankfurts schließen lassen.

In der Kategorie Gesundheit ist Frankfurt Europas Nummer 1

In der Kategorie Gesundheit erreicht Frankfurt sogar die weltweiten Top 3 und steht unmittelbar hinter Tokyo und Osaka; das bedeutet Platz 1 in Europa. Damit bietet keine andere europäische Stadt ihren Bürgern eine bessere Struktur des Gesundheitswesens. Die Ausstattung der Krankenhäuser, die Effektivität der Rettungsdienste sowie das Netz der Pflegeeinrichtungen überzeugt die Macher der Studie vom Magazin The Economist. Im Teilbereich Umwelt verhelfen die vielen Parks und Grünanlagen und die hohe Wasserqualität Frankfurt zu diesem Top-Ergebnis.

Digitales Sicherheitskonzept Frankfurts im Vergleich zu 2015 deutlich weiterentwickelt

Städte entwickeln sich durch den deutlich zunehmenden Einsatz intelligenter Technologien stetig weiter in Richtung Smart Cities. Trotz aller Sicherheitsvorteile der Digitalisierung steht im Zentrum der Kategorie die Frage, wie Städte vor Hackerangriffen und dem Ausfall komplexer technischer Systeme geschützt sind.
Der Stadt Frankfurt gelingt es in dieser Kategorie im Vergleich zu der Studie aus dem Jahr 2015 sieben Plätze zu gewinnen. Die Steigerung in diesem Bereich verdeutlicht, dass Frankfurt die Herausforderungen der Digitalisierung für die Sicherheit erkannt hat und zunehmend erfolgreichere Maßnahmen anwendet. Der Finanzplatz Frankfurt erreicht im europäischen Vergleich den 3. Platz, weltweit Platz 16.

Frankfurter Klischee einmal mehr überholt

Frankfurt ist nicht gefährlich. Durch die Ergebnisse der Studie wird im Bereich der personellen Sicherheit ein überholtes, hartnäckiges Vorurteil über die Main-Metropole einmal mehr widerlegt. Schließlich kann Frankfurt mit Rang 11 im weltweiten Vergleich und wiederum Platz 3 in Europa ein hohes Ranking in Sachen personelle Sicherheit erzielen. Würde man die Statistik der Delikte am Frankfurter Flughafen bereinigen, Frankfurt würde wohl eine noch höhere Platzierung erzielen. Aber die Studienergebnisse zur personellen Sicherheit gehen über das Thema Kriminalität hinaus und identifizieren Terrorismus als gegenwärtig größte Herausforderung globaler Städte in der Realisierung personelle Sicherheit. Auch in dieser Hinsicht überzeugt das Frankfurter Konzept das Team von The Economist.

Studie bescheinigt Frankfurt ein erfolgreiches ganzheitliches Sicherheitskonzept

Im Rahmen der Studie wird deutlich, dass die untersuchten Kategorien nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, sondern sich untereinander stark beeinflussen und voneinander abhängig sind. Aus diesem Grund können Sicherheitskonzepte nur durch einen ganzheitlichen Ansatz, der alle genannten Bereiche und Kategorien berücksichtigt, erfolgreich sein. Eine Herausforderung, der sich Städte im Spannungsfeld regionaler und lokaler Besonderheiten, globaler Entwicklungen und Bedrohungsszenarien und limitierter finanzieller Ressourcen in der Zusammenarbeit mit föderalen, bundesstaatlichen und internationalen Institutionen stellen und diese zum Schutz und Wohlergehen ihrer Bürger erfolgreich meistern müssen.

Die hohe Platzierung der Stadt Frankfurt auf Platz 11 der Gesamtwertung und damit die Zuordnung zu den Top 5 der europäischen Städte zeigt deutlich, dass die Notwendigkeit eines umfassenden Sicherheitsverständnisses in Frankfurt erkannt worden ist und die Umsetzung eines ganzheitlichen Sicherheitskonzeptes gelungen ist. London (20), Paris (24) und Mailand (25) schneiden im Gesamtranking schlechter ab.

Frankfurt Main Finance hat ein MoU mit Bahrain FinTech Bay unterzeichnet

Frankfurts Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance und Bahrain FinTech Bay haben sich auf ein Memorandum of Understanding (MoU) über die Kooperation der beiden FinTech Standorte verständigt. Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance und Gerben Visser, Gründer der Bahrain FinTech Bay unterzeichneten das Abkommen.

Das Ziel des Co-working spaces Bahrain FinTech Bay ist es, wichtigster FinTech Standort im Mittleren Osten zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt die Initiative junge FinTechs in ihrer Entwicklung, bietet ihnen Kooperationspartner und ein internationales weitgefächertes Kommunikationsnetzwerk. Dieses internationale Netzwerk wird nun durch die Kooperation mit Frankfurt Main Finance weiter gestärkt. Für Frankfurt Main Finance und das aufstrebende FinTech Ökosystem der Stadt stellt die Kooperation einen Eintrittspunkt zu FinTech-Veranstaltungen und -Themen im Mittleren Osten dar.

Deutsche Börse AG wird 25

Im Dezember 1992, auf den heutigen Tag vor 25 Jahren, wurde Deutsche Börse als Aktiengesellschaft gegründet. Dies war der Startpunkt für die Elektronisierung der gesamten börslichen Wertschöpfungskette.

11. Dezember 2017. Frankfurt (Börse Frankfurt). Das Unternehmen Deutsche Börse AG feiert am heutigen Montag auf dem Parkett der Frankfurter Börse seinen 25. Geburtstag. Kunden, Regulatoren, ehemalige Vorstände, Aufsichtsräte und Mitarbeiter waren der Einladung zum Läuten der Handelsglocke anlässlich des Jubiläums gefolgt.

Am 11. Dezember 1992 hatten die damaligen Eigentümer der drei unabhängigen Gesellschaften Frankfurter Wertpapierbörse AG, DTB Deutsche Terminbörse GmbH und der Deutsche Kassenverein AG den Zusammenschluss beschlossen, der zum 1. Januar 1993 wirksam wurde – die Geburtsstunde der Deutsche Börse AG. Dadurch entstand in Frankfurt und Deutschland erstmals ein integrierter Anbieter von Börsendienstleistungen.

„Europäische Harmonisierung plus Elektronisierung waren und sind die beiden Flügel, die den Aufstieg des Finanzplatzes Frankfurt getragen haben. In den 1990er Jahren wurden mit der Gründung der Deutschen Börse als AG die Basis gelegt, um den Finanzplatz zu der internationalen Bedeutung zu verhelfen, die dem Gewicht der deutschen Realwirtschaft im europäischen Maßstab entspricht“, resümiert Lutz Raettig, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Morgan Stanley Deutschland und langjähriger Vorsitzender des FWB-Börsenrats, in seiner Laudatio zum Jubiläum.

„Die Deutsche Börse hat sich in den vergangenen 25 Jahren zur mit Abstand bedeutendsten Betreiberin von Finanzmarktinfrastruktur in Europa entwickelt. Maßgeblich hierfür war und ist unser vertikal integriertes Geschäftsmodell, das auf leistungsfähiger Technologie in allen Geschäftsbereichen basiert. Darauf aufbauend konnten wir international expandieren und unser Geschäft auf eine Vielzahl von Anlageklassen ausweiten“, bilanziert Andreas Preuß, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG.
Die wichtigen Meilensteinen der Unternehmensgeschichte

  • die Einführung des elektronischen Handels mit Xetra als Aktienhandelsplattform im Jahr 1997,
  • die Gründung der Eurex im Jahr 1998 durch die Fusion der DTB mit der Schweizer Terminbörse Soffex und Ausbau zu Europas größtem Terminmarkt,
  • der Börsengang der Deutsche Börse AG im Februar 2001 und die Aufnahme in den deutschen Bluechip-Index DAX 2002,
  • die Einführung des zentralen Kontrahenten, zunächst am Terminmarkt in den 1990er Jahren und 2003 für Xetra,
  • Fusion des deutschen Nachhandelsbereichs mit der Luxemburger Cedel und die spätere vollständige Übernahme der Clearstream im Jahr 2002,
  • Gründung des Indexanbieters STOXX mit Partnern und vollständige Übernahme im Jahr 2015,
  • Einstieg in den Währungshandel durch die Übernahme von Deutschlands erfolgreichstem Fintech 360T im Jahr 2015.

Foto Quelle: Deutsche Börse

Financial Centre Frankfurt

Spahn fordert mehr Elan für Frankfurt

Bereits 24 Banken wollen ihr Frankfurt-Geschäft vor dem anstehenden Brexit ausbauen – aber ausruhen können sich die Akteure nicht, mahnt CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Vor allem gegenüber Paris müssten sich Hessen und Berlin anstrengen. Am Main seien noch viele Hausaufgaben zu erledigen.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für besondere Aufgaben, Jens Spahn, hat am Mittwoch auf einer Veranstaltung der hessischen CDU betont, wie wichtig die Fortentwicklung des Finanzplatzes Frankfurt für die Berliner Regierung sei. Die Politik müsse noch härter dafür arbeiten, dass die gute Stellung der Metropole erhalten bleibe, sagte er. Spahn verwies auf den gescheiterten Versuch Deutschlands, die EU-Bankenaufsicht EBA von London nach Frankfurt zu holen. Stattdessen erhielt im November Paris den Zuschlag. Mit Blick auf den Brexit und eine daraus möglicherweise folgende Verlagerung des Euro-Clearing müsse Frankfurt „erfolgreicher abschließen als bei der EBA“, sagte der bis Oktober noch als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium agierende 37-Jährige.

Um den Finanzplatz Frankfurt attraktiver zu machen, müssten aber auch „einige Dinge vor Ort erledigt werden“, sagte er und erinnerte dabei an den Wohnungsbau und arbeitsrechtliche Anpassungen insbesondere für Investmentbanker. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten sei der Bundesregierung weiter daran gelegen, dass das künftige Verhältnis zu den Briten eng bleibe. Allerdings sei noch nicht klar, für welchen Zugang zum Finanzmarkt sich die Briten entscheiden: London könne wie Singapur ein Finanzplatz werden, der mit geringer Regulierung locke, oder aber an die Regeln des EU-Raums andocken.

Geld für Glühbirne

Bei der Digitalisierung des Finanzsektors sei die Phase der Konfrontation vorbei: Fintechs hätten erzwungenermaßen auf Kooperation mit etablierten Adressen eingeschwenkt – wofür Spahn selbst einige Initiativen losgetreten hat und dazu beitrug, die Banken in den Dialog mit Fintechs zu bringen. Sein Motto: „Miteinander reden ist die halbe Miete.“ Mehrfach angesprochen auf das Thema Blockchain, ließ Spahn erkennen, dass er durch die Technik, die Transaktionen nachvollziehbar und ohne zentrale Instanz festhält, weitreichende Umwälzungen für möglich hält. „Die Blockchain kann das Geschäftsmodell von Intermediären komplett überflüssig machen.“ Dank digitalem Identitätsmanagement könne ein Investor dann auch Geld „an eine Glühbirne in Malaysia“ überweisen, sagte Spahn schmunzelnd. Handlungsbedarf sieht er bei der Ansiedelung von Blockchain-Gesellschaften in Deutschland. Zwar seien sehr viele Software-Entwickler in Berlin zu Hause, die Gesellschaften selbst dann aber (in der Regel über Stiftungskonstruktionen) in der Schweiz – dort gibt es das sogenannte „Cryptovalley“ in Zug.

Nach der Finanzplatz-Veranstaltung machte Spahn Station beim erstmals stattfindenden Portfoliotag der Deutschen Bundesbank. Die Bundesregierung steht seiner Ansicht nach beim nachhaltigen Investieren („Sustainable Finance“) noch am Anfang. „Es ist alles noch sehr zaghaft im Vergleich zu den Anforderungen und Wünschen“, sagte er. „Mit aller Kraft Richtung Green Finance ist sicherlich nicht unser Motto.“ Bei den Jamaika-Sondierungen sei Green Finance ein Thema gewesen, allerdings im Wirtschafts- und nicht im Finanzressort. „Es ging aber nur um ein allgemeines Bekenntnis dazu.“

Spahn zeigte drei Felder auf, in denen sich der Bund bereits für nachhaltige Anlagen starkmache: So soll der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, in den die Kernkraftbetreiber rund 24 Mrd. Euro eingezahlt haben, nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) gemanagt werden. Zweitens sei Nachhaltigkeit für die von Bund und Ländern gehaltene KfW ein Thema: „2016 flossen 44 % des KfW-Fördervolumens in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen.“ Außerdem sei die KfW deutschlandweit größter und weltweit zweitgrößter Emittent von grünen Anleihen sowie wichtiger Investor. Drittens habe Deutschland in seiner Zeit der gerade zu Ende gegangenen G 20-Präsidentschaft dafür gekämpft, das Thema nachhaltiges Investieren verstärkt in den Blick zu nehmen.

Öffentliche Träger haben laut Spahn oft unterschiedliche Vorstellungen davon, was unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist. „Dass in Unternehmen, die auf Kinderarbeit setzen, nicht investiert werden sollte, ist sicherlich Konsens. Schwieriger wird es bei Klimathemen wie Kernkraft oder Kohle.“ Er selbst hält Kernkraft für eine wichtige Brückentechnologie. „Sollte man die Frage, wie der Staat anlegt, tatsächlich politisieren?“ Er hält mehr von einer Regulierung des Marktes: Der Staat müsse etwa für Transparenz sorgen. „Das wäre vergleichbar mit dem Strombereich: Da kann sich auch nur Ökostrom nennen, was Ökostrom ist.“

Spahn machte außerdem deutlich, dass für ihn nachhaltiges Investieren nicht nur aus der grünen Kapitalanlage und ESG-Kriterien bestehe. Auch die Sicherheit der Anlage und die Finanzmarktstabilität zählten dazu. „So waren die eigenheimfördernden Maßnahmen der Regierung George W. Bush als soziale Maßnahme gedacht, haben aber letztlich mit zur Finanzkrise beigetragen.“ Auch die Rendite sei ein wichtiger Aspekt. Spahn plädiert schon länger für einen höheren Aktienanteil bei vom Bund verantworteten Mitteln wie dem Pflegevorsorgefonds.

Quelle: Börsen-Zeitung, Ausgabe 235 vom 07.12.2017.

CFS-Diskussionsabend zur Entwicklung des deutschen Kapitalmarkts

Das Center for Financial Studies (CFS) feiert den 80. Geburtstag von Dr. Rolf-E. Breuer mit einem Diskussionsabend zu den Zukunftsperspektiven des Kapitalmarkts in Deutschland. Am Donnerstag, dem 30.November, würdigte das Institut den Geburtstag seines Vorstandsvorsitzenden und ehemaligen Vorstandssprecher und Aufsichtsratsvorsitzendem der Deutschen Bank nicht in der üblichen Form mit einer ausführlichen Laudatio, sondern auf Wunsch Breuers mit einem Diskussionsabend. Die Professoren Jan Pieter Krahnen, Direktor des CFS, Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, und Otmar Issing, Präsident des CFS, dankten in ihren Eröffnungsworten für Breuers langjährige und tatkräftige Unterstützung des Instituts, die maßgeblich zu der erfolgreichen Entwicklung des CFS und der Goethe-Universität Frankfurt beigetragen habe.

Im Mittelpunkt der Feier stand aber die Entwicklung des Kapitalmarktes in Deutschland und Frankfurt. Prof. Bernd Rudolph, ehemaliger CFS-Direktor, beleuchtete in einem Themenvortrag die Entwicklung der deutschen Börsenlandschlaft aus wissenschaftlicher Perspektive.

Ein anschließendes Podiumsgespräch mit dem Titel „Reflektion zur Kapitalmarktentwicklung in Deutschland“ schlug die Brücke von der Wissenschaft zur Praxis. Unter der Moderation von Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung, diskutierten Dr. Lutz Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender der Morgan Stanley Bank, Jürgen Fitschen, ehemaliger Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank, Roland Koch, Aufsichtsratsvorsitzender der UBS Deutschland, und Friedrich von Metzler vom Bankhaus Metzler, die Entwicklung des Kapitalmarktes aus der Sicht der Praxis und der Politik.

Im Fokus der Diskussion, die sich Breuer anstelle vieler Gratulations- und Dankesworte gewünscht hatte, stand unter anderem die deutsche Aktienkultur. Mit Blick auf die Zukunft des Kapitalmarkts in Deutschland stellte die Gesprächsrunde fest, dass bestehende Hindernisse für Bürgerinnen und Bürger am Kapitalmarkt einzusteigen, weiter abgebaut werden müssten.

In seiner anschließenden Ansprache dankte Rolf-E. Breuer den Teilnehmern des Podiumsgesprächs. Das Gespräch sei genau so lebhaft verlaufen und von bleibendem Wert gewesen, wie er es sich gewünscht habe.

Im Namen des CFS überreichte der Otmar Issing dem Jubilar eine Urkunde für dessen besondere Verdienste am CFS.

Seinen Geburtstag, der bereits am 3.November war, hatte Breuer im privaten Rahmen gefeiert.

Breuers Karriere begann mit einer Lehre bei der Deutschen Bank, der ein Studium der Rechtswissenschaften folgte. 1966 arbeitete er für die Deutsche Bank in Karlsruhe; später in der Börsenabteilung in Frankfurt am Main, dessen Leitung er 1974 übernahm. Knapp 10 Jahre später wurde Breuer in den Vorstand gewählt und übernahm von 1997 bis 2002 das Amt des Vorstandssprechers. Von 2002 bis 2006 war Rolf Breuer Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank.

Das Center for Financial Studies ist ein an die Goethe-Universität Frankfurt angegliedertes Forschungsinstitut, das von der Gesellschaft für Kapitalmarktforschung e.V. getragen wird.

Europäischer Rat beschließt EBA-Verlagerung nach Paris

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) zieht von London nach Paris. Das hat der Europäische Rat für allgemeine Angelegenheiten in einer geheimen Abstimmung am 20. November entschieden. Die Bundesregierung hatte sich ebenfalls um die Ansiedlung der EBA in Frankfurt am Main beworben. Die Verlagerung der EBA aus London heraus in ein anderes EU-Land ist Folge der Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen.

„Wir gratulieren Paris zur Ansiedlung der EBA, hätten uns allerdings einen anderen Ausgang der Entscheidung gewünscht, weil wir der Auffassung sind, Frankfurt erfüllt in der Summe die Kriterien der Vergabe am besten“, sagt Dr. Lutz Raettig, Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. „Die Vergabe nach Paris bedeutet eine stärkere Dezentralisierung der Finanzmarktregulierung und ist aus unserer Sicht vor allem eine politische Entscheidung zugunsten des Prinzips einer EU-weiten Verteilung von Institutionen. Für die künftige Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt bleiben wir optimistisch.“

Neben der Mainmetropole und Paris hatten sich sechs weitere Städte um den Sitz der Institution beworben. Zu den Entscheidungskriterien des Europäischen Rates gehörten die reibungslose Fortführung des Betriebs, die rechtzeitige Bereitstellung des Gebäudes, die Verkehrsinfrastruktur und internationale Erreichbarkeit, die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien, sowie das Job-, Schul- und Gesundheitsangebot für die Familien der Beschäftigten.

Green Finance Cluster Frankfurt nimmt Arbeit auf

Der Übergang zu einer klimaschonenden und nachhaltigen Ökonomie findet auch in der Finanzbranche statt. Um Initiativen zu bündeln und Grundlagenarbeit zu leisten, hat in Frankfurt das Green Finance Cluster seine Arbeit aufgenommen, wie das Hessische Witschaftsministerium im November mitteilte. „Eine nachhaltige Ausrichtung des Finanzsystems ist unverzichtbar; gleichzeitig bedürfen die Energiewende und der Transformationsprozess unserer Wirtschaft passender Unterstützung durch die Finanzindustrie“, sagte der Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir auf dem Green Finance Forum vergangenen Monat in Frankfurt. „Es ist wichtig, dass Frankfurt dabei eine international wahrnehmbare Stimme artikuliert, denn derzeit dominieren Städte wie Paris und London die Diskussion.“

Gründungsmitglieder und Förderer
Das auf Initiative des Wirtschaftsministeriums entstandene Cluster ist ein Projekt des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025. Gründungsmitglieder sind das Wirtschaftsministerium, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), die KfW Bankengruppe, das Center for Financial Studies mit Sitz an der Frankfurter Goethe-Universität, die Frankfurt School of Finance and Management, der Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten (VfU) und das Gründerzentrum TechQuartier. Im Rahmen eines Sponsorings werden die Deutsche Bank AG, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Girozentral, die Deutsche Börse AG, die KfW Bankengruppe, die Commerzbank AG, die Dekabank Deutsche Girozentrale, die DZ BANK AG sowie die Metzler Asset Management GmbH finanzielle Unterstützer sein. Sitz des Clusters ist die Frankfurt School of Finance and Management.

Erste Projekte des Clusters
Angesichts vieler internationaler Absichtserklärungen und Empfehlungen sei nun konkretes Handeln zur Umsetzung erforderlich, sagte Al-Wazir: „Dafür brauchen wir Strukturen, die ein echtes Zusammenwirken der Finanzwirtschaft untereinander, aber auch mit Politik und Wissenschaft ermöglichen.“

Erste Projekte gelten unter anderem der Suche nach Methoden, um den Zusammenhang von Finanzierungen und Klimazielen und die damit verbundenen Risiken besser zu verstehen. „Mir scheint es besonders wichtig, dass das Green Finance Cluster Frankfurt den Auftrag angenommen hat, substanzielle Arbeit zu leisten, und dabei Methoden und Instrumente für die praktische Anwendung entwickeln wird“, sagte der Minister.