Frankfurt Main Finance bedauert das Votum des UK

Frankfurt Main Finance bedauert das Votum der Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Diese Entscheidung betrifft ganz Europa und verlängert die Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit insbesondere für den Standort Großbritannien. Jetzt werden langwierige Verhandlungen klären müssen, wie das Verhältnis zur Europäischen Union (EU) sein wird. Mit dem Austritt gibt Großbritannien die Vorteile einer Mitgliedschaft in der EU auf. Die Konsequenzen sind noch schwer abzusehen.

Frankfurt ist als stabiler Finanzplatz gut gerüstet, Akteure, die eine stabile Basis in der Eurozone suchen, aufzunehmen. Mit einem leistungsfähigen Immobilienmarkt sowie hervorragenden Angeboten in Bereichen wie Wirtschaftsprüfung, Rechtsberatung, Kommunikation oder IT steht Frankfurt bereit. Beispielsweise befindet sich in Frankfurt ein gut ausgebauter Internetknotenpunkt, über den 40 % des europäischen Datenverkehrs geht. Auch ein vertrauenswürdiger Datenschutz sowie gut ausgebildete Fachkräfte sprechen für Frankfurt als Standort. Mit dem Sitz der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank ist Frankfurt zudem das geld- und währungspolitische Zentrum Europas. Gerade für internationale Banken ist diese Nähe zur Zentralbank ein entscheidendes Kriterium für eine Ansiedlung. Als Sitz der „European Insurance and Occupational Pensions Authority“, kurz EIOPA, ist Frankfurt darüber hinaus auch das Stabilitätszentrum für die europäische Versicherungswirtschaft. Der nun andauernden Phase der Instabilität in Großbritannien setzt Frankfurt Offenheit, Stabilität, eine leistungsfähige Infrastruktur und günstige Rahmenbedingungen entgegen.

Thema Brexit: Frankfurt Main Finance in den Medien

Er wird heiß diskutiert in allen Medien und über alle Kanäle: Der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit), über den die Briten am 23. Juni per Volksentscheid abstimmen. Welche Konsequenzen ein Brexit für den Finanzplatz Frankfurt und Hessen hätte, zu dieser Frage ist der Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V., Hubertus Väth, ein begehrter und kompetenter Gesprächspartner. Weiterlesen

On The Move – die Digitalisierung der Finanzwirtschaft

Top Master Studenten von umliegenden Business Schools waren eingeladen den Frankfurt Finance Summit zu besuchen. Mariam Abdelhady, Master of Finance Studentin an der Frankfurt School of Finance & Management, reflektiert hier ihre Eindrücke.

Am 12. Mai 2016 hatte ich die großartige Gelegenheit, bei dem 6. Frankfurt Finance Summit dabei zu sein. Dieser wird von Frankfurt Main Finance e.V. (FMF) in Kooperation mit dem Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) organisiert.

Der jährliche Summit hebt die wichtige Rolle Frankfurts als Zentrum für finanzielle Stabilität und Bankenregulierung in der Eurozone hervor. Es versammeln sich Zentralbänker, Regulatoren, Repräsentanten von Aufsichtsbehörden, Akademiker, Finanzpolitiker und Fachleute, um gemeinsam finanzielle Problemstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren.

Der Fokus des Summit 2016 war die Digitalisierung und deren Auswirkung auf die verschiedenen Akteure des Finanzmarktes. Die Diskussionen und Reden waren in vier Teile unterteilt:

Digitalisierung – Das Erwachen der FinTechs

Der Sprecher des FMF Präsidiums, Dr. Lutz R. Raettig, hielt die Eröffnungsrede des Summit, worin er seine Freude über das Bestehen des mittlerweile 6. Summit in Folge zum Ausdruck brachte. Weiterhin griff er den Titel des Summit auf und machte klar: Wir sind immer „On The Move“, entweder freiwillig oder weil wir in diese Richtung geschoben werden. Im Rahmen der Digitalisierung, die den Hauptschwerpunkt des diesjährigen Summits setzte, machte er deutlich, dass die Anzahl der FinTech-Unternehmen in der Region, vor allem in Frankfurt, ansteige. Der Grund dafür sei, dass Frankfurt die idealen Konditionen für FinTechs liefere: Zum einen durch die Nähe zu Regulatoren, zum anderen biete die Stadt eine geeignete Umgebung, um sich im Business international aufzustellen.

Der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung Tarek Al-Wazir unterstützte diese Ansicht. Er hob in seiner Rede hervor, dass die Stadt Frankfurt ihr FinTech-Zentrum in vier Monaten eröffne mit dem Ziel, die Kommunikation zwischen Start-ups, Banken und Regulatoren zu verbessern. Dies wiederum ziehe Investoren an und würde die Positionierung der Stadt als „innovative Lokation für IT-getrieben Start-ups im Finanzsektor“ verbessern. Darüber hinaus sagte Al-Wazir, dass sich der Finanzsektor aufgrund der ökonomischen und regulatorischen Konditionen und der Digitalisierung, die den Fokus des Summit darstellte, fundamental verändere.

SWIFT CEO Gottfried Leibrandt erklärte die Konzepte Blockchain und Bitcoin sowie deren mögliche Auswirkungen auf den Bankensektor und SWIFT. Dennoch glaubt er, dass Banken dies überstehen werden, genau wie in den 90er Jahren während der ersten Welle der FinTech-Branche, des Aufstiegs von Online-Banking und des elektronischen Handels. Der Schlüssel für Banken sei, diese Innovationen zu nutzen, um sich die Arbeit zu erleichtern und FinTechs nicht zu erlauben, ihre Arbeit zu übernehmen. Hierbei scheine die größte Gefahr Cyber Security zu sein. Hauke Stars, Vorstandsmitglied der Deutschen Börse AG, glaubt, dass nur die Institutionen überleben werden, die sich an die verändernde Umwelt anpassen können. In Übereinstimmung mit dieser Sichtweise ist Roland Boekhout, Vorstand der ING-DiBA AG, der Meinung, dass die Kooperation mit FinTechs essenziell ist, da deren Technologie und Services für ihre Kunden interessant sein könnten.

Die Neudefinition des Banking – Regulatorische und wirtschaftliche Herausforderungen

Ein weiteres interessantes, heiß diskutiertes Thema des Summit war die Fusion zwischen Deutscher Börse und London Stock Exchange. Carsten Kengeter, CEO der Deutschen Börse, erklärte alle Schritte bis zum Fusionsprozess sowie die Auswirkungen des Abkommens am Kapitalmarkt und die damit verbundenen Vorteile.

Weiterhin thematisierte dieses Panel die potenziellen Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den Bankensektor, zukünftige Regulierungen und die Auswirkungen von einem voraussichtlichen Basel 4 sowie die Zukunft einiger Finanzinstitute, die Änderungen von Vorschriften und die sich entfaltende Digitalisierung. Obwohl die Regulierungen in der Vergangenheit im Bankensektor zu mehr Belastbarkeit geführt haben, könnten neue Regulierungen die Durchführung von Aktivitäten erschweren, da Banken verhindern, angestrebten Profit zu realisieren. Bezüglich der Auswirkungen auf die Digitalisierung und FinTechs auf den Bankensektor wird vermutet, dass diese die Geschäftsmodelle von Banken grundlegend verändern werden. Aufgrund dessen ist es wesentlich, für Kontrollbehörden die richtige Balance zu finden zwischen der Förderung von Innovationen und dem Schutz von Kunden innerhalb des gesamten Finanzsystems.

Tektonische Verschiebung – Wohin wird sich die Finanzwelt entwickeln?

Die Rede des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble konzentrierte sich auf das vorgeschlagene Referendum für den Brexit und dessen Auswirkungen auf die Zukunft der Finanzwirtschaft in der EU. Weiterhin steht er dafür ein, dass Großbritannien in der EU bleiben sollte, aufgrund der großen Bedeutung des Landes für die Union. Sollte das Ergebnis des Referendums anders ausfallen, würde die Exit Phase sofort beginnen. Herr Schäuble glaubt, dass der Prime Minister David Cameron einen guten Deal verhandelt hat und kein weiteres Entgegenkommen und keine Rückverhandlungen möglich seien im Fall einer mehrheitlichen Wahl für den Austritt Großbritanniens aus der EU. Er stellte fest: „In means in, and out means out“, mit allen Konsequenzen, die die Entscheidung haben könnte. Darüber hinaus hob Bundesfinanzminister Schäuble hervor, dass es zusätzlich zu den einzelnen Kontrollmechanismen, weiterhin andere Bereiche der Bankregulation gibt sowie Staatshaushalt, Politik und Sicherheit, die in Zukunft weiterhin verbessert werden sollen, mit oder ohne Großbritannien.

 Finanzielle Eingliederung

In einer Diskussion über die Bedeutung der Technologie des Finanzsektors erklärte Mr. Diwakar Gupta, Vizepräsident der Asian Development Bank, mit Indien als Beispiel, dass neue Technologien wie Mobile Banking dem Großteil der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten ermögliche, auf Finanzdienstleistungen zuzugreifen. Darüber hinaus sollten Regierungen solche Technologien verwenden, beispielsweise um sicherzustellen, dass Subventionen auch wirklich die armen Menschen erreichen. Herr Gupta glaubt, dass die größte Herausforderung für technologiebasierte Finanzdienstleistungen darin liegt, die Menschen zu motivieren, es zum ersten Mal zu verwenden.

Insgesamt war der Summit eine tolle Erfahrung, denn er zeigte die Hauptthemen auf, die den Finanzsektor sowie seine Hauptakteure in naher Zukunft betreffen. Darunter waren Erkenntnisse von erstklassigen Fachleuten sowie Finanzpolitikern und Regulatoren des Bereichs. Solche einzigartigen Erfahrungen, die die Frankfurt School ihren Studenten bietet, zusammen mit akademischer Exzellenz ist es, was sie von anderen Schulen und Universitäten unterscheidet.

Auf dem Kontinent liegt Frankfurt ganz vorne

Der Finanzplatz Frankfurt hat die Führungsrolle unter den Finanzmetropolen in Kontinentaleuropa übernommen. Zu diesem Ergebnis kommen die Helaba-Volkswirte in ihrer Jubiläumsstudie „Finanzplatz Frankfurt bewegt sich weiter“. Frankfurt punktet mit dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB), der herausragenden IT-Infrastruktur, den vergleichsweise günstigen Mieten und Lebenshaltungskosten sowie guter Verkehrsinfrastruktur und liegt jetzt auf dem Kontinent ganz vorne.

Besonders in zwei zentralen Feldern ist der Finanzplatz Frankfurt gut aufgestellt: In der finanzbezogenen Lehre und Forschung hat sich Frankfurt substanziell weiterentwickelt und an internationalem Ansehen gewonnen. Mit der sich ergänzenden Kombination aus Frankfurter Goethe-Universität und Frankfurt School of Finance and Management wird ein attraktives, hochwertiges Spektrum der Lehre und Forschung geboten. Zudem gewinnt Frankfurt durch sein breites Netzwerk an intellektueller Infrastruktur. Bei den Trends in der Finanzbranche ist die Digitalisierung das dominierende Thema. Der technologische Wandel des Bankwesens wird wesentlich von Fintechs sowie Internetkonzernen angeschoben. Hierbei schneidet die Rhein-Main-Neckar-Region als Deutschlands dynamischste FinTech-Region gut ab. Damit Frankfurt seine Position langfristig festigen und ausbauen kann, gilt es insbesondere, Frankfurts Position als deutscher bzw. kontinentaleuropäischer Fintech-Hub auszubauen sowie die Innovationskraft des Finanzplatzes weiter zu stärken.

Zur aktuellen Beurteilung der Finanzplätze Frankfurt, Paris und London haben die Helaba-Volkswirte fünf Kernkriterien herangezogen, die für die nachhaltig erfolgreiche Positionierung eines internationalen Finanzplatzes unverzichtbar sind. Diese sind: Banken, Börsen, finanzbezogene Lehre und Forschung, Trends in der Finanzbranche sowie standortspezifische Qualitäten.

Die gesamte Studie finden Sie hier.

 

Britisches EU-Referendum: „Wichtigste Weichenstellung seit Jahrzehnten“

Die Briten stehen beim EU-Referendum aus Sicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor der wichtigsten Weichenstellung seit Jahrzehnten. Dies betonte der Politiker während seiner Rede beim Frankfurt Finance Summit. Er plädiere für einen Verbleib der Briten in der EU, weitere Zugeständnisse würde es aber nicht geben. Sollte sich die britische Bevölkerung für den Austritt entscheiden, beginne unmittelbar die Exit-Phase. Darüber hinaus stellte er klar, dass sich die Bundespolitik im Falle eines Zusammenschlusses der Deutschen Börse mit der London Stock Exchance (LSE) nicht für einen Sitz der fusionierten Gesellschaft in Deutschland einsetzen werde. Dies gelte auch für den Fall eines Austritts Großbritanniens aus der EU.

Den gesamten Beitrag von Wolfgang Schäuble sehen Sie im Video.

ARD Wirtschaftsmagazin plusminus zur aktuellen Brexit Debatte

Eines der derzeit meistdiskutieren Themen ist die Volksabstimmung in Großbritannien über einen möglichen EU-Austritt. Welche Folgen dies für den Finanzplatz Frankfurt mit sich bringen würde, war Thema des ARD Wirtschaftsmagazins plusminus. Unter dem Titel: „Goodbye Großbritannien? – Wo die Deutschen vom Brexit profitieren“, zeigte die ARD verschiedene Aspekte rund um das Thema Brexit auf.

Der Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V., Hubertus Väth, macht in der Sendung deutlich: „Wir wünschen uns den Brexit nicht, er wäre schlecht für Deutschland, Europa und Großbritannien. Sollte er kommen, handelt es sich um eine klare Chance für den Finanzplatz Frankfurt“.

Insgesamt greift das Magazin einige der entscheidenden Kriterien auf, warum gerade der Finanzplatz Frankfurt gute Perspektiven bietet: Frankfurt ist nicht nur das deutsche Finanzzentrum, sondern ein echtes, europäisches – versinnbildlicht durch die Europäische Zentralbank. Aber auch durch andere entscheidende Institutionen, die ihren Sitz in Frankfurt haben, wie die Europäischen Versicherungsaufsicht (EIOPA) oder das European Systemic Risk Board. Neben den Institutionen, wurde es zudem das Thema Infrastruktur,  als wichtiges Entscheidungskriterium für den Standort hervorgehoben. Hier kann die Mainmetropole Frankfurt gleich mehrfach punkten. Die Finanzmetropole am Main steht für Stabilität, für Technologieführerschaft im Zahlungsverkehr, für zuverlässigen, voll integrierten Börsenhandel, für den Mittelpunkt des europäischen Anleihegeschäfts und nicht zuletzt für eine solide Geldpolitik. Frankfurt gilt als der globale Datenknotenpunkt. Mit 5,1 Terabyte pro Sekunde ist Frankfurt bestens gerüstet, wenn es um das Thema Datentransfer geht. Gerade in der Finanzbranche ein essentieller Standortvorteil. Denn Finanzinformationen müssen schnell und zuverlässig transportiert werden.

Zudem überzeugt Frankfurt bei weiteren wichtigen Faktoren, wie der verfügbaren Bürofläche, einem hervorragenden Dienstleistungsangebot, einer exzellenten Forschungsinfrastruktur oder auch einem der am besten ausgebauten Verkehrsnetze Europas. Kurzum Frankfurt ist gut aufgestellt.

Den gesamten Beitrag des ARD Magazins plusminus finden Sie hier.

Wegweiser für die Wirtschaft: Eschborn for Business

Die neue Ausgabe des Standortmagazins Eschborn for Business ist erschienen. Das jährlich publizierte, zweisprachige Magazin, das sich in erster Linie an die mehr als 30.000 Mitarbeiter in den über 4.000 Unternehmen am Standort richtet, informiert umfassend und aktuell über die wirtschaftlichen Entwicklungen in der Stadt.

Dabei werden in den Rubriken „Netzwerke“, „Wirtschaft“, „Infrastruktur“ und „Eschborn aktiv“ interessante Themen beleuchtet:

  • Titelthema: EschBORN for talents – wie der erfolgreiche Standort den beruflichen Nachwuchs fördert und junge Talente gewinnt. Im Rahmen der azubion-Erlebnistour, die am 4. Juni 2016 startet,  stellen sich namhafte Unternehmen vor.
  • Porträt des japanischen Unternehmens Yaskawa Electric, der Nummer eins im Bereich Automatisierung
  • Südkoreanische Unternehmen in Eschborn
  • Das neue hessische Finanzausgleichsgesetz
  • Einkaufsplaner abiszett
  • RTW-Bahnprojekt
  • Infrastruktur in Eschborn und Umgebung
  • Kunst in der Stadt

Spitzenstandort mit hoher Lebensqualität

Die Stadt Eschborn liegt in direkter Nachbarschaft zur Metropole Frankfurt und ist bestens angebunden an ein weit verzweigtes Autobahn- und Schienennetz sowie den Flughafen. Nicht zuletzt der vergleichsweise niedrige Gewerbesteuerhebesatz von 280 Prozent begünstigt das Wirtschaftswachstum und den Zuzug internationaler Unternehmen in den Gewerbegebieten. Hier entstehen hochwertige und architektonisch anspruchsvolle Büro-Immobilien, die größtenteils durch Hochgeschwindigkeits-Glasfaserkabel an das weltweite Datennetz angeschlossen sind. Trotz der großen Bedeutung der Gewerbegebiete haben Eschborn und Niederhöchstadt ihren Charakter als Wohnorte im Grünen bewahrt und bieten daher auch den Mitarbeitern der ansässigen Unternehmen ein attraktives Umfeld.
Als modernes Büro- und Handelszentrum verfügt Eschborn inzwischen über die höchste Zahl an Arbeitsplätzen im Kreis. Die meisten davon, rund 99 Prozent, sind in Dienstleistungsunternehmen zu  finden, denn die Schwerpunkte liegen in der Finanz-, IT-, Telekommunikations- und Consultingbranche; dazu kommen etwa 80 Hightech-Unternehmen. Fünf Gewerbegebiete rund um das Stadtzentrum eröffnen kleinen wie großen Unternehmen alle Möglichkeiten der Entwicklung.
Die Wirtschaftsförderung in Eschborn kann dank kurzer Wege schneller entscheiden und kundenfreundlich agieren wie reagieren. Hier werden nicht nur neue Ansiedlungen begleitet, sondern
auch viele Initiativen für eine effiziente Unternehmensbetreuung und Förderung umgesetzt. Eschborner Unternehmen und Unternehmer können in vielfältiger Hinsicht davon profitieren.

Laden Sie hier die Ausgabe 2016 von „Eschborn for Business“ herunter.

Studenten des WHU Master in Finance über die Zukunft des Finanzwesens

Top Master Studenten von regionalen Business Schools waren zu Gast beim Frankfurt Finance Summit eingeladen. John Offermann und Xavier Hilderbrand, Studenten des Finance Masterstudiengangs an der WHU-Otto Beisheim School of Management, schildern hier ihre Eindrücke über das Event.

Die Welt der Finanzstudien ist voll von Theorien und Ideen. Rationale Wirtschaftsakteure, ökonometrische Methoden und verschiedene Preismodelle prägen dieses Universum. Eine Frage, die stetig in Business Schools widerhallt, ist, wie diese Ideen tatsächlich den Finanzsektor beeinflussen und dann wiederum die Realwirtschaft. Aufgrund dessen schätzen wir Studenten des Finance-Masterprogramms der WHU-Otto Beisheim School of Management die Möglichkeit, am Frankfurt Finance Summit 2016 teilzunehmen und zu sehen, wie sich die Finanztheorie in der Praxis auswirkt.

Während der vergangenen sechs Jahre hat der Frankfurt Finance Summit führende Stakeholder der europäischen Finanzindustrie zusammengebracht, um die gegenwärtigen Themen in den verschiedenen Bereichen der Branche zu diskutieren. Dieses Jahr lautete das Thema On the Move, wobei sich ein großer Teil um den Mega-Trend Digitalisierung drehte sowie um dessen zukünftige Rolle in der Umgestaltung des Finanzsektors. Der Summit wird jährlich von Frankfurt Main Finance organisiert, einer Initiative, die ins Leben gerufen wurde, um den Standort Frankfurt aktiv als einen der führenden Finanzplätze Europas zu fördern. Mitglieder der Organisation sind unter anderem das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und andere prominente Finanzinstitute in Europa. Lebhafte und fesselnde Reden sowie Dialoge mit außergewöhnlichen Referenten wie Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen, Carsten Kengeter, CEO der Deutschen Börse und Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, klärten das ausgewählte Publikum auf.

Das Publikum bestand aus einer inspirierenden Mischung von rund 200 Persönlichkeiten aus Politik, Regulierungsbehörden, führenden Finanzinstituten und FinTech Start-ups. Die Atmosphäre während der Veranstaltung war durchweg angenehm und es gab viele Möglichkeiten zu Vernetzung und Meinungsaustausch. Wir genossen die Möglichkeit, mit verschiedenen Vertretern von Banken, Versicherungen und ausländischen Botschaften zu sprechen und deren Meinungen zu aktuellen Problematiken zu hören, denen der Finanzmarkt zurzeit gegenübersteht.

Der Summit begann mit einer Einführung von Dr. Lutz Raettig, Vorsitzender von Frankfurt Main Finance, Wolfgang Marzin, Geschäftsführer der Messe Frankfurt und Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Aufbauend auf der Frankfurter Historie als Handelszentrum betonte jeder Sprecher die Qualitäten, die Frankfurt zu einem der einflussreichsten Finanzzentren machen. Institutionen, wie die europäische Zentralbank sowie strategische Investments des Landes Hessen in die Messe und in verschiedene FinTech-Inkubatoren wurden hervorgehoben.

Trotz der herzlichen Begrüßung sprach Tarek Al-Wazir eine deutliche Warnung an das Publikum aus: Der Finanzsektor versage derzeit bei der Unterstützung des Wachstums in der Realwirtschaft. Er forderte Finanzinstitute auf, ihren Service zu verbessern, um Unternehmen in ganz Europa zu unterstützen. Der Minister betonte auch, dass ein „Brexit“ nicht im strategischen Interesse von Frankfurt und Hessen ist, dass dieser trotzdem eine unvermeidliche Verschiebung der Finanzkraft von London nach Frankfurt bedeuten würde. Dies stellt eine immer wiederkehrende Ansicht von verschiedenen Rednern über den ganzen Tag verteilt dar.

Nach der Einführung kam Carsten Kengeter auf die Bühne. Am Vortag hat er als Vorsitzender seine erste Hauptversammlung absolviert und gab einen umfassenden Einblick in die laufende Fusion zwischen der Deutschen Börse und der London Stock Exchange. In einer Art Zugeständnis an seine Kritiker erreichte Kengeter die Emotionen des Publikums durch eine solide Business-Logik. Diese beruht auf den Vorteilen, die das Geschäft der Deutschen Börse, die deutsche Finanzwelt und die europäische Wirtschaft als Ganzes mit sich bringt. Für die Deutsche Börse beginnt damit ein neues Kapitel.

Für die Finanzmärkte erleichtert ein fusioniertes Börsenunternehmen den Kapitalfluss zwischen London und Frankfurt, das weltweit größte Finanzzentrum der Welt und der führende Business Gateway für Europas größte Volkswirtschaft, Deutschland. Letztendlich profitiert die Realwirtschaft in Europa von einer effizienteren Kapitalallokation bei konsolidierten und nicht fragmentierten Börsen; eine natürliche Entwicklung der europäischen Kapitalmarktunion.

Anschließend wurde der Summit mit der ersten Podiumsdiskussion fortgesetzt – eine Debatte über die Finanzregulierung und ihre Zukunft in Europa. Die Teilnehmer des Panels repräsentierten Staaten, Regulatoren und führende Finanzinstitutionen. Es bestand Einigkeit über die meisten übergeordneten Punkte. Die Panelteilnehmer waren sich weitgehend einig darüber, dass Überregulierung die Branche gefährden könnte und in dem Zuge auch die Vorbereitung der Branche als Ganzes für künftige Erschütterungen, wie beispielsweise im Jahr 2008. Der Konsens brach ein wenig zusammen, als die Details thematisiert wurden; eine beträchtliche Mischung von Ansichten über die weiteren Entwicklungen der Basel Regulationen und den Effekt neuer Regulationen auf wichtige Finanzprodukte des Privatkundengeschäfts, wie Hypotheken.

Die Teilnehmer des Panels stimmten zu, dass künftige Bemühungen von Aufsichtsorganen sich auf die Umsetzung ordnungsgemäßen Verhaltens von Finanzprofis anstatt auf vergangene Probleme konzentrieren sollten. Gegen Ende der Diskussion zeigte Herr Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die drei zentralen Punkte, denen sich die Industrie stellen muss auf: niedrige Zinsen, FinTech und Regulierung.

Der zweite Teil des Summit 2016 wurde wiederaufgenommen, nachdem die Teilnehmer die Chance hatten, während eines hervorragenden Mittagessens die ersten Reden und Debatten zu diskutieren. Die zweite Hälfte drehte sich um das Thema FinTech Chancen. Günther Oettinger war der erste Sprecher zu dieser Thematik. Er wies darauf hin, dass die Digitalisierung einen enormen Einfluss darauf hat, wie Menschen und Unternehmen heute kommunizieren. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Europäische Kommission versucht, „gemeinsame Standards in einem kohärenten Markt“ zu fördern, um Technologie-Unternehmen zu ermöglichen, sich nahtlos in Europa zu bedienen.

Das darauffolgende Interview mit Gottfried Leibbrandt, CEO von SWIFT, als auch die zweite Podiumsdiskussion wurden von Caroline Hyde, Korrespondentin bei Bloomberg Television für European Business, moderiert. Die Diskussion handelte von FinTechs und der Frage, wie Unternehmertum in der Finanztechnologie die etablierten Banken und Versicherungen berührt. Der allgemeine Konsensus war, dass FinTechs zunehmend mehr traditionelle Akteure zwingen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken, sie aber nicht obsolet machen. Die meisten sagten, dass FinTechs oft ihren größeren Kontrahenten helfen, Innovationen in ihren Unternehmen schneller zu integrieren.

Der nächste Hauptredner war der Finanzminister von Deutschland, Dr. Wolfgang Schäuble. In einer direkten und punktgenauen Rede konzentrierte sich der Minister auf die Folgen des „Brexit“-Referendums im Vereinigten Königreich. Ähnlich wie Herr Al-Wazir argumentierte Dr. Schäuble mit Nachdruck, dass jeder Gewinn für Frankfurt auf Kosten der breiteren europäischen Finanzbranche und Wirtschaft sein würde. Dr. Schäuble wies darauf hin, dass der Zugang zum europäischen Binnenmarkt seinen Preis hat und mit diesem Zugang auch Verantwortung verbunden sei. Weitere Themen in der Rede sowie in der Frage- und Antwort-Sitzung waren die aktuelle Politik der EZB, die relativen Erfolge der Finanzaufsicht seit der GFC und die Verdienste der Deutschen Börse.

Am Ende des Summit sprach Mr. Diwakar Gupta, Vorsitzender der Asian Development Bank, darüber, inwiefern FinTechs eine Hilfe für benachteiligte Menschen in Kenia und Indien aufgrund vorteilhafter Banking Services darstellen.

Durch die Verwendung von biometrischen Identifikationstechnologien und kostengünstigen Handys können mehr und mehr Menschen Zugang zum Finanzsystem bekommen. Es ist nun möglich, für Menschen in den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer Bankkonten zu eröffnen und Mobile-Banking-Zahlungen zu vernünftigen Preisen abzuwickeln.

Schließlich wollen wir Frankfurt Main Finance für die tolle Gelegenheit danken, ein Teil des Frankfurt Finance Summit 2016 gewesen zu sein. Die Diskussionen waren ungeheuer inspirierend und wir haben die Chance genossen zuzuhören und mit so vielen brillanten Referenten und Teilnehmern zu sprechen. Wir empfehlen den Frankfurt Main Finance Summit jedem, der die Möglichkeit hat, ein Teil davon zu sein. Sie werden nicht enttäuscht sein!

6. Finanzplatz-Frühstück: FMF und Deutsche Bank zur Entwicklung Indiens

Indien gilt als das Aufsteiger- und Chancenland in der weltweiten Entwicklung. Nicht nur aufgrund seiner Bevölkerung, sondern auch wirtschaftlich nimmt das Land eine rasante Entwicklung – von Indien kann ein wichtiges Signal an die gesamte Weltwirtschaft ausgehen.

Auf Einladung der Deutschen Bank AG und der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. trafen sich heute geladene Gäste im Herzen von Frankfurt zum sechsten FinanzplatzFrühstück. Die Vorsitzende der State Bank of India, Frau Arundhati Bhattacharya, begeisterte mit einem gelungenen Vortrag unter der Überschrift: Indien – viele kleine Schritte hin zu großen Reformen. Nach einer Begrüßung durch Jürgen Fitschen, dem Co-Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Bank AG und Hubertus Väth, dem Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V., gab Frau Bhattacharya gekonnt einen Überblick über das spannende Schwellenland Indien.

Ganz besonders deutlich veranschaulichte Frau Bhattacharya zentrale Punkte, welche für die weitere Entwicklung des Landes von wegweisender Bedeutung sind. Vor allem die Bereiche Bildung, Ausbildung und Entwicklung sind für sie wesentliche Faktoren für die weitere Entwicklung Indiens. Weiter erläuterte sie, dass gerade jetzt dringend notwendige Reformen angegangen werden, die für die schnell wachsende Bevölkerung und Wirtschaft des Landes benötigt werden. Mit Frau Bhattacharya konnte eine außergewöhnliche Gastrednerin gewonnen werden, welcher es gelang, mit viel Sachverstand in kürzester Zeit einen fundierten Überblick zur aktuellen Entwicklung in Indien zu geben. Frau Bhattacharya ist die erste weibliche Vorsitzende der 207 Jahre alten State Bank of India und damit eine der mächtigsten Frauen der Welt.

FinTechs verändern Finanzbranche

„FinTechs werden die Banken nicht vernichten, aber sie werden ihre Erscheinungsform verändern“, sagte Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, während des Frankfurt Finance Summit. Aufgabe der Regulierer sei es, die jungen Unternehmen nicht zu behindern, sondern Raum für Innovationen zu schaffen. „Die Zeit ist reif für einen neuen Dialog über digitale Transformation“, so der Politiker.

Den gesamten Beitrag von Günther Oettinger sehen Sie im Video.