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Digitalisierung stellt den Finanzsektor vor neue Herausforderungen bei Cybersecurity

Die Wirtschaft ist begeistert von der Idee der Digitalisierung: technische Geräte gehören zu unserem privaten und beruflichen Alltag. Cybersicherheit wird deswegen immer wichtiger – auch im Finanzsektor. Der Fokus des diesjährigen Frankfurt Finance Summit mit dem Titel „Europe Reloaded – Challenges for the financial sector“ liegt daher auch auf den Themen Cybersecurity und Innovation. Denn Cyberangriffe können erheblichen Schaden anrichten: Im Februar 2016 versuchten Cyberkriminelle 951 Mio. Dollar von der Bangladesh Bank zu stehlen, sie flüchteten mit 101 Mio. Dollar. Kaspersky Labs berichtet, dass die Carbanak Gruppe Computer von mehr als 100 Finanzinstituten mit Viren infizierte, was zur Manipulation von Kontoständen, Überweisungen und Fernsteuerung von Geldautomaten führte. Insgesamt richtete die Aktion einen Schaden von einer Milliarde Dollar an. Solche Attacken auf Organisationen und Regierungen werden immer häufiger und komplexer. Cybersecurity steht daher vor neue Herausforderungen.

Diebstahl von Geldern verursacht nicht die einzigen konkreten Kosten eines solchen Angriffes. Datenschutzverletzungen können Kundendaten, Geschäftsgeheimnisse, Industrieanlagen und Personal gefährden. Laut Schätzungen von Cybersecurity Ventures kostete Cyber-Kriminalität 2015 weltweit 3 Billionen Dollar. Bis 2021 werden diese Kosten auf 6 Billionen Dollar steigen. Das Thema wird aufgrund dieser massiven Kosten in den Vorstandsetagen der Welt heiß diskutiert. Cybersecurity Ventures berichtet außerdem, dass 2017 insgesamt 120 Milliarden Dollar für Produkte und Dienstleistungen im Bereich Cybersecurities ausgeben werden. Auch diese Ausgaben werden voraussichtlich bis 2021 ansteigen: auf eine Billion Dollar. Eine starke Mauer wird aber gegen immer komplexer werdende Angriffe und die gleichzeitig stärkere Vernetzung von Geschäftsprozessen nicht ausreichen.

Cameron Brown (@AnalyticalCyber) gilt als zuverlässiger Cyberabwehr-Berater und Stratege für Informationssicherheit. Er berät EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Brown beobachtet einen Paradigmenwechsel innerhalb der Unternehmen: „Sicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen schwächen das Vertrauen der Konsumenten, erzeugen einen irreparablen Image-Schaden und führen zu Aktienabstürzen über Nacht. Unternehmen, die diese neue Realität erkennen, investieren intensiv in  Security Operations Centres und Threat Intelligence. So ist eine frühzeitige Erkennung möglich und Schwachstellen können proaktiv erkannt werden. Brown beobachtet, dass „Vorstände immer empfänglicher für die Nutzung ganzheitlicher Strategien zum Schutz ihres Informations- und Datenbestandes werden. Die eigenen Sicherheitsteams werden mit Instrumenten ausgestattet, um mehr Überblick über die Umgebung zu erhalten und eine effektivere Zusammenarbeit bei globalen Zwischenfällen zu erreichen.“ Laut Brown stellen die Risiken, die mit Drittanbietern verbunden sind, eine weitere Schwachstelle dar. Er fügt hinzu: „Unternehmen, die ihren Wettbewerbsvorteil halten wollen, sollten in Technologie investieren, um Bedrohungen erkennen und abwenden zu können. Mitarbeiter müssen widerstandsfähiger werden, um dieser Bedrohung standzuhalten und sie auszumerzen.“

Cybersicherheit ist besonders für FinTechs relevant

Betrachtet man die Abermillionen täglichen Transaktionen, Handelsgeschäfte und sensiblen Daten, so wird die immense Bedeutung von Cybersicherheit deutlich. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung in noch nie dagewesenem Tempo voran. Cybersicherheit mit neuen, innovativen Anwendungen und Systemen zu vereinen, stellt ein gewaltiges Unterfangen dar. Allgemeine Praxis ist es, Services und Anwendungen von Drittanbietern in Anspruch zu nehmen. Diese Einbindung kann aber zur potentiellen Schwachstelle werden. Solche Überlegungen sind besonders relevant für FinTech-Unternehmen, da ihre Anwendungen häufig durch Programmierschnittstellen (APIs) der Banken verbunden sind. Brown weiter: „Manche Akteure integrieren robuste Sicherheit in ihre Lösungen, während andere Maßnahmen zu kurz greifen. Der Entwicklungszyklus ist aggressiv, teuer und hoch dynamisch.“. Der Berater erklärt, dass viele Produkte zu schlecht ausgestattet sind, um gezielten und andauernden Cyberattacken standzuhalten. Außerdem müssen Unternehmer und Innovatoren ihre Prioritäten ändern, um einen zu schnellen Markteinstritt ohne ausreichendes Produktesting und Bewertung zu vermeiden.

Dennoch: Einige FinTechs tragen zur Verbesserung der Cybersicherheit bei, wie etwa der Gewinner der „Golden Garage“ im vergangenen Jahr, WebID Solutions. Das FinTech erleichtert sichere Online-Identifikation. Brown fügt hinzu, dass „anhaltender und proaktiver Dialog zwischen Unternehmern und Regulatoren entscheidend für gegenseitiges Bewusstsein ist. Das ruft ein Verständnis über die Technologie hervor, was die Fintechlösungen untermauert“. Die Entwicklung des Regulierungsrahmens soll zu einer Verbesserung beitragen und nicht Kreativität und Einfallsreichtum verhindern. „Offene Kommunikationskanäle kommen Unternehmern zugute, da sie helfen, Fragen rund um Datenschutz, Verbraucherschutz und die Auswirkung von grenzüberschreitender Komplexität zu beantworten“, erklärt Brown. Außerdem empfiehlt er dringend vor dem Markteintritt des FinTechs eine umfassende Risikobewertung der Datenschutzbestimmungen. Wichtig ist hier zu erkennen, wo sich die Daten befinden und welchen Verlauf sie nehmen, insbesondere ob sie durch dritte Hände gehen.

Geschäftsbereiche und Mitarbeiter sind die vorderste Verteidigungslinie für Cybersicherheit

Da Unternehmen in Technologie und Personal investieren, um potentielle Risiken zu minimieren, ist es wichtig den Mitarbeitern zu verdeutlichen, welchen Unterschied sie machen können. Cameron Brown erklärt, dass eine der größten Hürden der Unternehmen die Sensibilisierung der Mitarbeiter und des Vorstandes für Cybersicherheit sei. „Der CIO ist der Dreh- und Angelpunkt eines Unternehmens. Er muss die Organisation durch gefährdetes Terrain führt und die Datenbewegung zur Maximierung des Umsatzes unterstützen. Um diese Aufgabe zu erfüllen benötigt der CIO vielfältige Kompetenzen, um operative, rechtliche, regulatorische Themen und Compliance-Fragen aufnehmen zu können, die sowohl IT als auch das Geschäftsumfeld beeinflussen. CIOs müssen Gefahren vorhersehen und sich für die Einführung neuer Risikomodelle starkmachen können.“ Schulungen der Mitarbeiter im Umgang mit potentiellen Risiken helfen teure Angriffe zu vermeiden; unabhängig von der Unternehmensgröße. Cybersicherheit betrifft das gesamte Unternehmen. Daher bedarf es auch eines Lösungsansatzes im gesamten Unternehmen. Er betont, dass „Sicherheitsbewusstsein und Schulungen für Mitarbeiter, inklusive Betriebskontinuitätsplänen wesentliche Bestandteile zur Stärkung der Mitarbeiter und Geschäftsbereiche sein sollten.“

Beim diesjährigen Frankfurt Finance Summit wird sich das zweite Panel und der Hauptredner Eugene Kaspersky auf Cybersicherheit und Innovation fokussieren. Neben Kaspersky werden Felix Hufeld, Präsident der BaFin, Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und Daniel Domscheit-Berg, Autor und früherer WikiLeaks-Sprecher teilnehmen. Moderiert wird das Panel von der Volkswirtin Cornelia Meyer.

Finanzplatz Fokus: „Brexit – Let’s go Frankfurt“

Finanzplatz Frankfurt ist bevorzugte Adresse für Brexit-bedingte Jobverlagerungen

Unter den europäischen Finanzplätzen ist Frankfurt die klare Nr. 2 hinter London. Mit zahlreichen Standortqualitäten ist die Main-Metropole ein attraktiver Finanzplatz für in- und ausländische Player und kann die bevorzugte Adresse für Brexit-bedingte Jobverlagerungen werden. Folgende Assets sind dabei besonders hervorzuheben: Stabilität und Stärke der deutschen Volkswirtschaft, Sitz der EZB in ihrer Doppelfunktion, Verkehrsdrehscheibe mit guter Infrastruktur, relativ günstige Büromieten sowie eine hohe Lebensqualität. Zu diesem Ergebnis kommen die Helaba-Volkswirte in ihrer Finanzplatz Studie „Brexit – Let’s go Frankfurt“. Doch mit Paris, Dublin, Luxemburg oder auch Amsterdam gibt es ernstzunehmende Konkurrenten.

Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin und Bereichsleiterin Volkswirtschaft/Research, betont: „Damit Frankfurt tatsächlich zum vorrangigen Brexit-Gewinner wird, bedarf es neben mehr Selbstbewusstsein auch einem konzertierten Eintreten auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene.“

Prognose Bankbeschäftigung Ende 2018: stabil bei rund 62.000 Stellen

Darüber hinaus ist eine weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen wesentlich für den Erfolg. Angesichts der in mehreren Studien belegten herausragenden Positionierung Frankfurts im europäischen Finanzplatzgefüge stehen nach Ansicht der Helaba-Volkswirte die Chancen gut, dass mindestens die Hälfte der zur Disposition stehenden Finanzjobs in einem mehrjährigen Umstrukturierungsprozess von der Themse an den Main verschoben wird. Frankfurt steht damit vor der Aufgabe, die notwendigen Voraussetzungen z.B. auf dem Wohnungsmarkt zu schaffen. Unter sehr vorsichtigen Annahmen kämen über einen Zeitraum von mehreren Jahren insgesamt mindestens 8.000 Mitarbeiter nach Frankfurt. Da die Unternehmen nicht den Ausgang der Verhandlungen abwarten können, ist schon bis Ende 2018 mit einem Zuwachs von mehr als 2.000 Stellen zu rechnen.

„Dieser Brexit-induzierte Arbeitsmarkteffekt wirkt der Konsolidierung in den hiesigen Bankentürmen entgegen“, sagt die Autorin der Studie Ulrike Bischoff. Beide Effekte dürften sich innerhalb des Prognosehorizontes mehr oder minder aufheben. Am deutschen Finanzzentrum sind zum Jahresende 2018 gut 62.000 Bankbeschäftigte zu erwarten.

Die komplette Studie von Helaba können Sie hier herunterladen.

Finanzplatz-Studie: Finanzplatz Frankfurt – aufwärts mit China

  • Langfristig Chancen für Frankfurt als Renminbi-Hub
  • Helaba-Umfrage unter chinesischen Banken bestätigt Standortqualitäten
  • Deutsch-chinesische Finanzplatz-Beziehung weiter gemeinsam fördern

Die Ernennung des deutschen Finanzzentrums zum ersten Offshore-Clearingplatz außerhalb Asiens ist ein starkes Signal an die Finanzwelt. „Bis zu einem richtigen Renminbi-Hub in Frankfurt ist es allerdings noch ein langer Weg“, erläutert Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba. „Derzeit handelt es sich eher um einen schicken Akzent im China-Outfit der Main-Metropole.“ Ziehen die Finanzplatz-Akteure weiter konsequent an einem Strang, hat das deutsche Finanzzentrum gute Chancen, nachhaltig eine besondere Bedeutung für die chinesische Währung zu erlangen.  Weiterlesen

Finanzplatz-Fokus: Bankbeschäftigung Frankfurt – Konsolidierung bleibt überschaubar

  • Frankfurts Position im internationalen Finanzplatz-Wettbewerb gestärkt
  • Krisenbedingte Konsolidierung noch nicht abgeschlossen
  • Leichter Beschäftigungsrückgang im Bankensektor bis Ende 2016

Die Ansiedlung der europäischen Bankenaufsicht und die Einrichtung des ersten Renminbi-Handelszentrums in der Eurozone haben die Position des Finanzplatzes Frankfurt nachhaltig gestärkt. Weiterlesen

Finanzplatz-Fokus: Frankfurt: Finanz- und Aufsichtsmetropole

Die Beschäftigungssituation im Bankensektor am Finanzplatz Frankfurt ist trotz Finanz- und Staatsschuldenkrise vergleichsweise stabil. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Helaba-Finanzplatz-Studie.  Weiterlesen

Finanzplatz-Fokus: Die größten Banken am Finanzplatz Frankfurt

  • Neuartige Rangliste der größten Banken in Frankfurt
  • Regulierung wirkt Personalabbau am deutschen Finanzzentrum entgegen

Mit ihrer neuen Studie legt die Helaba erstmals ein Ranking der nach Mitarbeiterstärke größten Banken am Finanzplatz Frankfurt vor. Diese neuartige, umfragebasierte Rangliste umfasst die zwölf größten Kreditinstitute sowie drei zentrale Finanzinstitutionen. „All diese Akteure zusammen machen über drei Viertel der hiesigen Bankbeschäftigung aus – eine breite Basis für unsere Beschäftigungsprognose“, erläutert Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba.  Weiterlesen

Finanzplatz-Fokus: Bankbeschäftigung Frankfurt – Panik unbegründet

Die Beschäftigungssituation im Bankensektor am Finanzplatz Frankfurt ist trotz Finanz- und Staatsschuldenkrise vergleichsweise stabil. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Helaba-Finanzplatz-Studie, die heute veröffentlicht wird. „Der Finanzplatz Frankfurt dürfte sich zwar den krisenbedingten Belastungen nicht vollständig widersetzen können. Jedoch wirken zahlreiche Faktoren einem starken Beschäftigungsabbau in der Finanzbranche entgegen“, erläutert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba. Gemildert wird der Stellenabbau in Frankfurt unter anderem durch Personalaufbau im Risikomanagement. Beschäftigungsfördernd wird vor allem auch die künftige Aufsichtsrolle der Europäischen Zentralbank wirken. Darüber hinaus wird die Konsolidierung im Bankensektor mit einer verstärkten Konzentration der Geschäftsaktivitäten auf das führende deutsche Finanzzentrum einhergehen und damit die Beschäftigungssituation in Frankfurt begünstigen.  Weiterlesen

Helaba Finanzplatzstudie: Finanzplatz Frankfurt – Magnet für Auslandsbanken

Der Finanzplatz Frankfurt ist ein höchst attraktiver Standort für Auslandsbanken. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Helaba-Finanzplatzstudie, die am 18. Januar vorgestellt wurde. „Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den nachhaltigen Erfolg eines Finanzplatzes ist Internationalität. Die Tatsache, dass rund 200 Auslandsbanken aus 40 Nationen hier angesiedelt sind, zeigt, wie gut Frankfurt aufgestellt ist. Dennoch müssen wir das Profil des Standortes weiter schärfen. Für uns als führende Regionalbank im Wirtschaftsraum Hessen ist die Förderung des Finanzplatzes deshalb auch in Zukunft ein zentrales Anliegen – sei es durch spezifisches Finanzplatz-Research, durch die Unterstützung des vom Center for Financial Studies ermittelten Finanzplatz-Indikators oder durch die Förderung der Initiative Frankfurt Main Finance“, so Hans-Dieter Brenner, Vorsitzender des Vorstandes der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen.  Weiterlesen

Finanzplatz-Fokus: Moderater Personalabbau dank relativer Stärke des Finanzplatzes

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat Ende Mai ihre neue Finanzplatz-Studie veröffentlicht, die den Fokus auf die Beschäftigungsperspektiven am deutschen Bankenzentrum legt. „Die Zahl der Kreditinstitute ist in Folge der Finanzkrise bislang nur leicht gesunken, und die Main-Metropole hat sich als attraktiver Standort für ausländische „player“ bewährt“, erläutert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba. Weiterlesen

Helaba Finanzplatz-Studie: Jede Krise birgt Chancen – Finanzplatz Frankfurt im Vergleich

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat im April 2009 ihre dritte große Finanzplatzstudie vorgestellt. Nach den Publikationen der Jahre 2006 und 2008 beleuchtet die diesjährige Studie die Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise auf den deutschen Bankenstandort: Der Finanzplatz Frankfurt wird durch die Krise weniger belastet als London und hat somit die Chance, sich noch besser in der Finanzwelt zu positionieren.  Weiterlesen