Frankfurt Brexit

Allseits respektierter und gesuchter Gesprächspartner

Frankfurt Main Finance verbindet sachliche und menschliche Seiten der Region und des Finanzzentrums glaubwürdig

Roland Koch. Quelle_www.roland-koch.de. Foto_Gaby Gerster.

Von Roland Koch, hessicher Ministerpräsident a.D.

Frankfurt am Main hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zu dem wichtigsten kontinentaleuropäischen Finanzplatz entwickelt. Das war keineswegs selbstverständlich. Schaut man über die Jahrzehnte zurück, so waren München, Stuttgart oder Düsseldorf durchaus ebenfalls bestrebt, eine solche Rolle auszufüllen. Die Konzentration der Finanzinstitute und die europäische Konsolidierung haben dazu geführt, dass die Kräfte nun am Main gebündelt sind. Die aktuellen Entwicklungen um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union werden diese Entwicklung weiter verstärken.

Vor diesem Hintergrund war es im Jahr 2008 eine wichtige Initiative der am Standort Frankfurt ansässigen Banken und der Politik in Stadt und Land, diesem wichtigen Industriezweig auch ein eigenständiges Sprachrohr zu verschaffen. Das war keine Konkurrenz zu den Gremien einer Industrie- und Handelskammer oder dem Bankenverband. Vielmehr war es die Etablierung einer eigenständigen Position derjenigen, die im weiteren Sinne den sogenannten Finanzsektor darstellten. Dies war sowohl im Interesse der Politik, die eine neutrale Gesprächsebene suchte, als auch der Wirtschaft, die jenseits der unterschiedlichen Positionen verschiedener Finanzinstitute und ihrer Verbände mit einer einheitlichen Darstellung die Politik für eine gemeinsame zukünftige Entwicklung gewinnen wollte.

Essenzielle Rolle

Mit der Gründung wurde allerdings auch deutlich, dass damit zugleich eine Organisation entstehen würde, die außerhalb Frankfurts und außerhalb Deutschlands in glaubwürdiger Weise mit anderen Akteuren der Finanzindustrie über die Vor- und Nachteile des Standortes Frankfurt sprechen kann. Auch diese Rolle ist über die Jahre immer wichtiger geworden.

Die Akteure in Frankfurt haben sich schon vor langer Zeit von der illusionären Vorstellung verabschiedet, in Zahl der Arbeitsplätze und internationaler Bedeutung die Vorreiterrolle Londons in Europa angreifen zu können. Dazu sind die Größenunterschiede zu erheblich. Aber auf dem europäischen Kontinent kann Frankfurt am Main durchaus jeden Wettbewerb bestehen. Das liegt an der Präsenz so wichtiger Regulierungsbehörden wie der Europäischen Zentralbank (EZB), der Bundesbank und großen Teilen der deutschen Finanzaufsicht. Es liegt aber auch an der Internationalität der Banken und der durch den Flughafen gesicherten Internationalität der Stadt. Der Vergleich mit der Vertretung des Finanzplatzes London durch die „City of London Corporation“ ist aber durchaus auch heute ein legitimer Ansporn.

„Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte waren mehr Führungskräfte und Mitarbeiter von internationalen Banken gleichzeitig auf Standortsuche in Europa als heute. Fast alle diese Untersuchungen enden mit einem klaren Vorteil für Frankfurt.“

Für alle diejenigen in den Unternehmen, die sich zur Mitarbeit in der Frankfurter Initiative bereiterklärt haben, ist dies zusätzlicher Aufwand. Nicht nur dem das vergangene Jahrzehnt prägenden Vorsitzenden Dr.Lutz Raettig und Geschäftsführer Hubertus Väth, sondern auch vielen Mitstreitern in der Frankfurter Stadtgesellschaft und der Politik ist es zu verdanken, dass in den heutigen Tagen „Frankfurt Main Finance“ ein allseits respektierter und gesuchter Gesprächspartner ist.

Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte waren mehr Führungskräfte und Mitarbeiter von internationalen Banken gleichzeitig auf Standortsuche in Europa als heute. Fast alle diese Untersuchungen enden mit einem klaren Vorteil für Frankfurt. Dennoch sind viele, oft zu viele, skeptisch, ob Lebensqualität, Infrastruktur, Ausbildungsmöglichkeiten und Bankenregulierung so gestaltet sind, dass Frankfurt wirklich das Rennen gewinnen wird. Dabei geht es nicht nur um Zahlen und Fakten. Es geht oft um Lebensgefühl und um Lebenserfahrungen. „Frankfurt Main Finance“ hat die außergewöhnliche Chance, die sachlichen und menschlichen Seiten der Frankfurter Region und des Finanzplatzes Frankfurt in allen Präsentationen glaubwürdig zu verbinden.

Nach einem Jahrzehnt kann man sicher sagen, dass die Gründung einer solchen Interessenvertretung der Finanzindustrie in Frankfurt richtig und wichtig war. Man kann sicherlich auch sagen, dass sich nach zehn Jahren die Nachhaltigkeit der damals gegründeten Initiative erwiesen hat. Auf diesem stabilen Fundament geht es nun in das nächste Jahrzehnt. Auch dieses Jahrzehnt wird von Herausforderungen geprägt sein, die die nationale Gesetzgebung, die regionalen Aktivitäten und auch die Industrie selbst fordern werden.

Deutschland ist nach wie vor in einer Situation, in der die Erträge der Banken im Vergleich zu denen in den übrigen europäischen Ländern sehr deutlich zurückliegen. Es wird deshalb Kosteneinsparungen, Personalreduzierungen und Standortschließungen geben. Für das Finanzzen­trum mit den weltweiten oder regionalen Hauptquartieren kann das durchaus eine Stärkung bedeuten. Aber es verändert die Ansprüche an die Mitarbeiter, das Gehaltsniveau und die am Sitz der Unternehmen angesiedelten Dienstleister. Ohne den Brexit wäre mit einer Verringerung der Zahl der in Frankfurt beschäftigten Mitarbeiter zu rechnen gewesen, nun kann das auch deutlich anders kommen.

„Nach einem Jahrzehnt kann man sicher sagen, dass die Gründung einer solchen Interessenvertretung der Finanzindustrie in Frankfurt richtig und wichtig war. Man kann sicherlich auch sagen, dass sich nach zehn Jahren die Nachhaltigkeit der damals gegründeten Initiative erwiesen hat.“

Zunehmende Internationalität

Unabhängig davon, ob es mehr Mitarbeiter oder anders ausgebildete Mitarbeiter sein werden, sie werden veränderte Ansprüche an die Region haben. Die Internationalität wird zunehmen, also werden mehr internationale Schulen gebraucht. Die Ausbildung an den Hochschulen in der Region muss sich auf die veränderte Aufgabenstellung gerade auch im Bereich von Risikomanagement und allgemeiner Banksteuerung einstellen. Auch das kulturelle Angebot der Stadt muss den Wettbewerb mit den anderen Metropolen Europas dadurch bestehen, dass neben den großartigen vorhandenen Einrichtungen spezielle Events zur Beliebtheit der Region beitragen. Bei der korrekten Beschreibung der Anforderungen, die hier auf die Region zukommen, kann die FinanzplatzInitiative einen sehr wichtigen Beitrag leisten.

Von Anfang an durfte nicht unterschätzt werden, dass zu der Besonderheit der Initiative gehört, dass ihr aus den Bereichen der Sparkassen, der Genossenschaftsbanken und der Privatbanken gleichermaßen An­erkennung widerfährt. Sie wurde damit auch bei der nationalen Gesetzgebung zu einer Initiative, die jenseits der Sektoreninteressen für die gesamte Finanzwirtschaft sprechen kann. Dieser Beitrag wird auch von der Politik in Berlin und Wiesbaden sehr geschätzt und kann noch ausgebaut werden.

Wir haben es derzeit mit einer völlig überregulierten Industrie zu tun, die gemeinsam mit der Politik noch immer schwer an den Folgen der letzten Finanzkrise zu arbeiten hat. Im internationalen Wettbewerb ist dabei eine gute und sichere Regulierung ebenso von Bedeutung wie die Möglichkeit der Industrie, ohne überbürokratische Hürden ihre Geschäftsmodelle flexibel zu ändern und dem immer schnelleren Kreislauf der Innovationen anzupassen. Die aktuelle Diskussion um die Änderung arbeitsrechtlicher Vorschriften zugunsten eines flexibleren Einsatzes von weit überdurchschnittlich verdienenden Mitarbeitern im Investment Banking könnte dafür ein Prüfstein werden.

Spätestens seit dem Anfang dieses Jahrzehnts ist die Finanzindustrie – durchaus verständlicherweise – nicht populär. Für Frankfurt ist sie aber neben dem Flughafen der entscheidende Träger für Wohlstand und Entwicklung. Zugleich ist damit eine Branche in Frankfurt zu Hause, die mit schnellen technischen Innovationen sich unweigerlich verändern wird. Frankfurt wird dabei auch ein guter Arbeitsplatz für junge Menschen sein, die von hier aus ihre zukünftige Welt gestalten werden. Es wäre gut, wenn es gelingt, dass Stadt- und Regionalpolitik ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger mit Zuversicht und auch mit ein wenig Stolz auf diese Unternehmen und ihre Arbeitnehmer blicken würden.

Wirtschaft und Politik brauchen die Unterstützung der Bürger bei der Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für den Finanzplatz. „Frankfurt Main Finance“ ist ein wichtiger Vermittler zwischen allen betroffenen Menschen und Institutionen. Das hat die Initiative im vergangenen Jahrzehnt bewiesen, und genau das wird auch in Zukunft von ihr erwartet.

Finanzplatzinitiative findet weltweit Gehör

FMF weiß Kompetenz und Wertschätzung in allen Belangen der Finanzindustrie zu nutzen

Lutz Raettig

Von Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance

Frankfurt Main Finance (FMF) begeht in diesem Monat sein zehnjähriges Jubiläum, nicht ohne Stolz, auf das Geleistete, nicht ohne Selbstkritik, was hätte besser gemacht werden können, und nicht ohne Respekt vor dem, was absehbar noch vor uns liegt, aber doch auch mit Zuversicht und wohlbegründeter Hoffnung. FMF ist seit nunmehr einem Jahrzehnt die Stimme des Finanzplatzes.

Damit ist nicht nur die Stadt Frankfurt gemeint, sondern auch die ge­samte Region. Die Initiative zur Gründung des Vereins ging vom damaligen Ministerpräsidenten Ro­land Koch und der früheren Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt Petra Roth aus. Beide wollten einen offensichtlichen Mangel beheben. Denn es fehle, so analysierte im August 2008 die „Börsen-Zeitung“ treffend, anders als in Frankreich oder in Großbritannien, an einer wirkungsvollen, übergreifenden Vermarktung des nationalen Finanzzentrums. Es fehlte diesem wichtigen, für eine entwickelte Volkswirt
schaft so bedeutungsvollen Indus­triezweig in Deutschland ein eigenstän­diges und vernehmliches Sprachrohr. Zweck des Vereins, wie ihn das Gründungsdokument formuliert, war folgerichtig und in erster Linie, die Position Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets als Wirtschaftsstandort und insbesondere als Standort für Finanzdienstleistungen im internationalen Wettbewerb zu stärken. Ein Auftrag, den die Verantwortlichen über die Jahre zielgerichtet verfolgt und bis heute nicht aus den Augen verloren haben.

„Frankfurt Main was?“ So konnte der bereits erwähnte Beitrag dieser Zeitung die wohl gängige Reaktion auf die Frage nach Frankfurt Main Finance zuspitzen – im Jahr der Gründung zutreffend und provokant. Heute, zehn Jahre später, lässt sich mit Fug und Recht behaupten und mit Zahlen belegen, dass die Finanzplatzinitiative weltweit Gehör findet, als kom­petenter Ansprechpartner in allen Belangen der Finanzindustrie ge­schätzt wird und dies für die Positionierung des Standorts zu nutzen weiß.

Das kam nicht von selbst. Ein Beispiel: Frankfurt Main Finance war vorbereitet, als der Brexit die europäische Landkarte der Finanzbranche buchstäblich über Nacht durcheinanderwirbelte. In den ersten Stunden, nachdem das offizielle Ergebnis des Referendums in Großbritannien feststand, war von den betroffenen europäischen Finanzplatzinitiativen als Erste FMF redefähig und hatte die Aufmerksamkeit der Weltpresse für sich. Interviews wurden im Viertelstundentakt gegeben.

Das brachte FMF in die Position eines gefragten Ansprechpartners. Bis heute wurde FMF allein im Zusammenhang mit dem Brexit in mehr als 90 Ländern der Erde in knapp 6 500 Artikeln in fast 2 000 verschiedenen Medien zitiert. Der erzielte Medienäquivalenzwert liegt bei rund 100 Mill. Dollar.

Keine leichte Aufgabe

In den ersten Jahren, die auf die Gründung folgten, galt es dagegen zunächst, den Verein zu etablieren, die Arbeitsabläufe einzurichten, Themen zu besetzen und die Finanzkrise aufzuarbeiten. Wichtig war es, überhaupt Gehör zu finden, relevant zu sein und dafür Gelder einzusammeln. Das ging nur über die Verbreiterung der Mitgliederbasis. Es ist niemals eine leichte Aufgabe, für ein öffentliches Gut private Gelder einzusammeln. In unserer Gründungszeit umso mehr.

Wir erinnern uns alle, August 2008: Die Finanzkrise stand vor ihrem Höhepunkt, dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Die Finanzindustrie war damit beschäftigt, Risiken zu verringern und Ausgaben tunlichst zu vermeiden. Umso mehr gilt unser Dank den Mitgliedern, den zwölf Gründungsmitgliedern und den rund 50 seither hinzugestoßenen. Ohne sie gäbe es uns nicht. Danke!

Die Finanzkrise und ihr Verlauf gaben die Themen nicht nur für die Medien, sondern auch für FMF vor. Bis heute ist es wesentliches Anliegen der Finanzplatzinitiative, damals verlorenes Vertrauen in die Finanzbranche wiederzugewinnen, auf die unverzichtbaren Leistungen der Finanzindustrie für die Wohlfahrt eines Staates und ihre gesellschaftliche Relevanz hinzuweisen ebenso wie junge Talente für die Branche zu interessieren.

Weitere Themen kamen hinzu: Zuerst: RMB Clearing, dann Fintech, Regtech, Insurtech, Legaltech – die Ansiedlung, Förderung und Finanzierung junger Start-up-Unternehmen in der Region, die die Digitalisierung auf die Prozesse all dieser Branchen übertragen. So gelang es nicht zuletzt dank des Einsatzes von FMF, Frankfurt quasi noch in letzter Minute zum Fintech-Cluster neben Berlin zu machen. Selbstredend hat die Region das Vertrauen gerechtfertigt und seither einiges an verlorenem Terrain aufgeholt. Wurden wir am Anfang noch gefragt, ob wir wohl wüssten, dass Fintechs den etablierten Banken Konkurrenz machen würden, so ist heute Coopetition, die Verbindung aus Kooperation und Wettbewerb in aller Munde. Ihr ge­hört die Zukunft, ebenso wie der Nachhaltigkeit. Dem Frankfurter Green-Finance-Cluster leihen wir ebenso gerne unsere Stimme, wie vielen anderen wertvollen Initiativen.

„FMF ist seit nunmehr einem Jahrzehnt die Stimme des Finanz­platzes. Damit ist nicht nur die Stadt Frankfurt gemeint, sondern auch die ge­samte Region.“

Die beiden jüngst vergangenen Jahre waren jedoch geprägt vom Brexit, von den möglichen Auswirkungen des Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union und damit unmittelbar verbunden der sich wandelnden Rolle Frankfurts als dem wichtigsten Finanzzentrum innerhalb der EU. Der Brexit brachte Frankfurt in direkte Konkurrenz zu anderen Finanzstandorten in Europa, nachdem London die Rolle des führenden Finanzzentrums in­nerhalb der EU absehbar abgeben würde. Eine der unmittelbaren Folgen des Brexit war eine Selbstbesinnung Frankfurts und der Region auf die Stärken und Vorteile, die diese Stadt und ihre Umgebung ausmachen.

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Institutionen der Wirtschaftsförderung, mit den politisch Verantwortlichen in Stadt und Land, ebenso wie mit Beratern, Anwälten und allen anderen Akteuren am Standort ist über die Jahre enger und effizienter geworden. Davon profitieren die Arbeit von FMF und der Finanzplatz. Wer dabei oft vergessen wird, ist die Aufsicht. Ja, die deutsche Aufsicht ist eine Stärke des Finanzplatzes. Kompetent, klar, fordernd und zuverlässig wird sie international wahrgenommen.

Bei allem wohlbegründeten Selbstbewusstsein des Finanzplatzes war es eine kluge Entscheidung, im Werben um die Verlagerung von Arbeitsplät
zen von London an den Main nicht aggressiv oder gar spaltend aufzutreten. Frankfurt will Brücken bauen, nicht einreißen. „Wel­come to Frankfurt“ und „Let’s build a new London Bridge“ waren die Mottos unserer Kampagne, mit der um die Ansiedlung von Banken nach dem Brexit geworben wurde und wird. Diese Ausrichtung hat sich bewährt.

Ein riesiger Erfolg

Bis heute haben sich 25 Banken entschieden, Geschäft in Frankfurt auf- oder auszubauen, Arbeitsplätze werden folgen. Die Bedeutung der Finanzmetropole nimmt zu. Ein riesiger Erfolg, ohne Zweifel. Ein Erfolg aber, der gesichert und nach Möglichkeit erweitert werden muss. Eine Aufgabe, bei der FMF seine Rolle übernehmen wird.

Ein Jubiläum ist nicht nur ein An­lass zu feiern, sondern auch Gelegenheit, Danke zu sagen. Der Dank von FMF gilt all unseren Mitstreitern und Kritikern. Der Dank gilt auch Eintracht Frankfurt. Mit den drei Frankfurt Main Finance Cups in den Jahren 2014 bis 2016 gelang uns erstmals, eine breitere Öffentlichkeit in der Region zu erreichen, und – eine Herzensangelegenheit – vielleicht auch infolgedessen kamen Finanzplatz und Eintracht endlich wieder ein gutes Stück näher zusammen. Wenn es nun auch der Eintracht gelingt, eine dauerhaft führende europäische Rolle zu spielen, kaum auszudenken. Schließen möchte ich mit dem Wort von Johann Wolfgang von Goethe, einem der berühmtesten Söhne Frankfurts: „Es ist nicht genug zu wollen – man muss auch tun.“

Initiative gibt dem Finanzplatz ein Gesicht

Schon seit 10 Jahren ein verlässlicher Partner mit einer starken und gewichtigen Stimme – Bestens für künftige Herausforderungen gewappnet

Volker Bouffier. © Staatskanzlei

Von Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen

Die Initiative Frankfurt Main Fi­nance feiert ihr zehnjähriges Bestehen, und es ist mir eine große Freude, auch auf diesem Weg herzlich zu gratulieren! Es sagt bereits viel über den Stellenwert und das Ansehen der Initiative aus, dass die Börsen-Zeitung zu diesem Anlass Sonderseiten veröffentlicht. Ich schließe mich dieser Wertschätzung ausdrücklich an und nutze gerne die Gelegenheit, mich bei den Verantwortlichen für das langjährige Engagement zu bedanken.

Der Finanzplatz Frankfurt ist für Hessen weit mehr als ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Er bereichert unser Land als eine zusätzliche Facette, auf die wir stolz sind. Seit Jahrzehnten prägen die Bankentürme das Frankfurter Stadtbild. Man kann sie aus dem Flugzeug beim Start oder im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen, beim Befahren verschiedener Autobahnen in Hessen oder beim Blick vom Großen Feldberg aus bestaunen.

In diesen eindrucksvollen Bankentürmen arbeiten im Frankfurter Stadtgebiet derzeit über 62 000 Menschen. Sie sind bei 199 Banken beschäftigt – darunter etwa 160 internationale Institute. Das einzigartige Netzwerk dieser Unternehmen wird durch erstklassige Forschungseinrichtungen ergänzt. Darüber hinaus sind die wichtigsten Behörden der Europäischen Finanzmarktaufsicht, die Europäische Zentralbank (EZB) und unsere nationalen Aufseher Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Bundesbank an einem Ort vereint. Eine lebhafte Start-up-Szene und zahlreiche Fintechs runden das über viele Jahre gewachsene Ökosystem der Finanzbranche ab.

Chancen erkennen und nutzen

Die Hessische Landesregierung begleitet intensiv die Entwicklung des Finanzplatzes und hat mit Frankfurt Main Finance einen verlässlichen Partner. Nur im stetigen Austausch zwischen Politik und Indus­trie können wir auf aktuelle Entwicklungen der weltweit vernetzten Finanzbranche reagieren. Die Politik trägt dabei die Verantwortung, Rahmenbedingungen zu gestalten. Das gemeinsame Ziel von Frankfurt Main Finance und der Hessischen Landesregierung ist es, Chancen zu erkennen und zu nutzen und zugleich Risiken frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Dass wir in Frankfurt heute vom wichtigsten Finanzplatz Kontinentaleuropas sprechen, zeigt, dass unser Miteinander erfolgreich ist und wir gemeinsam bereits Vieles erreicht haben. Das ist Motivation, unsere Arbeit auch in Zukunft ambitioniert und selbstbewusst fortzusetzen.

„Frankfurt Main Fi­nance bildet seither die zentrale Plattform für Information und Austausch. Bis heute haben sich 50 namhafte Mitglieder angeschlossen, die sowohl Banken und Fintechs als auch Hochschulen und Beratungsunternehmen repräsentieren.“

Eine stabile und prosperierende Volkswirtschaft fußt auf einem gesunden Finanz- und Kapitalmarkt. Wie stark dieses Wechselspiel ist, hat die Finanzkrise im Jahr 2008 gezeigt. Die Stoßwellen eines strauchelnden Finanzsektors waren weltweit und in beinahe allen Wirtschafts- und Lebensbereichen spürbar. Viele der zuvor gemachten Fehler flogen schlagartig und kumuliert auf, und es liegt heute im gemeinsamen Interesse von Politik, Finanz- und Realwirtschaft, dass sich diese Krise nicht wiederholt.

Dass sich genau in dieser Zeit die Initiative Frankfurt Main Finance gründete, war ein wichtiges Signal und für den Finanzplatz Frankfurt von herausragender Bedeutung. Dies gilt nicht zuletzt, da hier das monetäre Herz der wichtigsten Volkswirtschaft Europas schlägt.

Frankfurt Main Fi­nance bildet seither die zentrale Plattform für Information und Austausch. Bis heute haben sich 50 namhafte Mitglieder angeschlossen, die sowohl Banken und Fintechs als auch Hochschulen und Beratungsunternehmen repräsentieren. Ihre Anliegen zu verstehen, Kräfte zu bündeln und Positionen zu formulieren ist der Auftrag der Frankfurt Main Finance. Die Verantwortlichen – allen voran der Präsident Dr. Lutz Raettig – erfüllen dies in herausragender Weise und nicht zuletzt aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung und ihres beachtlichen internationalen Netzwerks.

„Der Finanzplatz Frankfurt ist für Hessen weit mehr als ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Er bereichert unser Land als eine zusätzliche Facette, auf die wir stolz sind.“

Es geht aber auch darum, die Brücke zu Unternehmen der Realwirtschaft und den Verbrauchern zu schlagen. Die Mechanismen des Banken- und Kapitalmarktes zu verstehen – insbesondere in Zeiten eines rasanten digitalen Wandels und einer weltweiten Vernetzung – ist nicht einfach und zugleich die Grundlage für Vertrauen. Hier war über lange Zeit ein Vakuum entstanden, das nur durch das persönliche Engagement, Information und das Herunterbrechen komplexer Sachverhalte aufgelöst werden konnte. Frankfurt Main Finance hat dem Finanzplatz in Frankfurt und den hier niedergelassenen Instituten ein Gesicht gegeben. Das schafft Glaubwürdigkeit, Ansehen und Verbindlichkeit.

Kein einfacher Spagat

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für die Finanzindustrie stark verändert. Die Regulierungsstandards sind ungleich höher, und die Aufsichtsstrukturen wurden gegenüber 2008 angepasst. In Europa sind wir ganz aktuell auf dem bedeutenden Weg zur Kapitalmarkt- und Bankenunion. Im Fokus der politisch Verantwortlichen liegt bei allen vereinbarten Maßnahmen stets die Sicherung der Finanzmarktstabilität bei gleichzeitiger Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit in einem internationalen Umfeld. Kein einfacher Spagat, der aktuell durch geopolitische Veränderungen und den digitalen Wandel noch herausfordernder wird.

Der Finanzplatz Frankfurt ist für diese Herausforderungen bestens gewappnet. Das besondere Netzwerk aller relevanten Marktteilnehmer an einem Ort der kurzen Wege habe ich bereits beschrieben. Die Stabilität des Umfelds und das Ansehen der hiesigen Aufseher sind hoch und wichtige Standortfaktoren. Hinzu kommt eine leistungsstarke Infrastruktur. Die Stadt ist mit dem Frankfurter Flughafen und den zentralen Bahn- und Straßenverkehrsadern bestens an die europäischen und internationalen Hauptstädte angebunden, und der am Datendurchsatz gemessen größte Internet-Knoten der Welt „Deutsche Commercial Internet Exchange (DE-CIX) liegt in Frankfurt. An den hiesigen Hochschulen und spezialisierten Forschungseinrichtungen bilden wir junge Talente aus, auf die wir stolz sind und um die wir an anderen Finanzplätzen beneidet werden.

Wir haben deshalb allen Grund, optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft zu blicken. Es steht dem nichts im Wege, nach dem EU-Austritt Großbritanniens, den wir bedauern, die Spitzenposition im europäischen Gefüge einzunehmen. Derzeit erleben wir in Kontinentaleuropa einen intensiven Standortwettbewerb der Finanzplätze. Dabei geht es um die Frage, wer am meisten von den im Zuge des Brexit notwendig gewordenen Standortverlagerungen internationaler Banken und Dienstleister aus London in die EU 27 profitiert. Dass inzwischen viele Experten – nicht nur in Deutschland – die Vermutung äußern, Frankfurt könne unter allen kontinentalen Finanzplätzen der große Gewinner werden, ist ein Teilerfolg, auf den wir stolz sind.

Inseldenken aufgeben

Zugleich bin ich jedoch der Überzeugung, dass wir dieses Inseldenken aufgeben müssen. Europa wird international nur dann wettbewerbsfähig sein, wenn wir kooperieren und von einem europäischen Finanzplatz sprechen können. Weltweit war London bisher in dieser Position akzeptiert, und ich sage ganz selbstbewusst, dass wir diese Rolle perspektivisch in Frankfurt übernehmen wollen. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir langfristig attraktiv bleiben und Brücken nach Paris, Dublin, Luxemburg und anderen Finanzplätzen schlagen. Aber auch die Verbindung zur City of London bleibt von Bedeutung. Hier sind Botschafter wie Frankfurt Main Finance gefragt.

Der Brexit bietet uns ein Momentum, das es zu nutzen gilt. Wir schauen uns daher im Austausch mit Marktteilnehmern sehr genau die hiesigen Rahmenbedingungen an und diskutieren, wo wir Weichenstellungen vornehmen können und wollen, um langfristig attraktiv zu sein. Dabei beziehen wir unsere hohen Standards ebenso ein wie die Aktivitäten unserer Konkurrenz und die Veränderungen in einem weltweiten Gefüge. Zwei Beispiele, die anschaulich machen, wovon ich spreche: Zum einen die künftige Aufstellung der Abwicklung und Besicherung (Clearing) von in Euro lautenden Derivategeschäften oder zum anderen die Überlegungen zu den künftigen Finanzaufsichtsstrukturen in Europa. Hier werden die Leitplanken für die kommenden Jahre gesteckt, und wir beziehen klar Position.

Wir begreifen die aktuellen He­­r­ausforderungen als Chance. Gerade in diesem Prozess brauchen wir die starke und gewichtige Stimme der Frankfurt Main Finance. In diesem Sinne freue ich mich auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit!

 

Financial Centre Frankfurt

Die Zukunft können wir nur vernetzt denken

Hierfür ist Frankfurt gut gerüstet – Forum schafft Raum für Diskurse zu vielen Themen

Peter Feldmann. © Stadt Frankfurt am Main

Von Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt

Frankfurt Main Finance vereinigt zwei Traditionen, die für Frankfurt besonders bedeutsam sind. Das ist zum einen die bis in das 13. Jahrhundert zurückgehende Geschichte als Handels- und Finanzplatz, zum anderen die ebenso lange Historie bürgerschaftlichen Engagements. Es gehört bei uns zur Tradition der Händler und Gilden, die gemeinsamen Interessen durch Eigeninitiative zu unterstützen. Der Verein Frankfurt Main Finance führt dieses Prinzip in moderner Form weiter, weshalb ich als Oberbürgermeister der Stadt herzlich zum zehnjährigen Jubiläum gratuliere.

Eng am Puls der Stadt

Frankfurts Wohlstand ist untrennbar mit seiner Rolle als internationaler Finanzplatz verbunden. Mit seinem klaren Bekenntnis zur Region als zweitgrößtem Wirtschaftsraum der Republik ist Frankfurt Main Finance für uns zu einem unersetzlichen Partner im Standortmarketing geworden.

Dabei betont die Initiative nicht nur die harten Standortfaktoren Frankfurts wie verkehrsgünstige Lage, Standort von Unternehmen internationalen Ranges sowie die Rolle als europäisches Zentrum der Geldpolitik und -regulierung. Sie wirbt ebenso engagiert mit der Lebensqualität der Region. Das geschieht eng am Puls der Stadt: Wer News zum Gewinn des DFB-Pokals durch die Eintracht oder über die neue Altstadt sucht, wird auf den Seiten von Frankfurt Main Finance fündig. Wer als Neuankömmling Freizeittipps sucht, findet sie auch hier. „Finanzplatzinitiative“ mag spröde klingen, ist es aber nicht.

Frankfurt Main Finance schafft als Forum Raum für Diskurse zu vielenThemen, die sich mit dem Finanzplatz beschäftigen. Dabei bindet der Verein Akteure aus Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden ein. Er führt so mehrere Blickwinkel zusammen und überwindet die Grenzen der genannten Disziplinen. Impulse wie etwa zu Sustainable Finance, die wirtschaftliche und ökologische Komponenten vereinen, zeigen das beispielhaft auf.

Von diesem interdisziplinären Ansatz profitieren Finanzplatz und Stadt. Ebenso vielfältig ist die Herangehensweise: Tagungen, Get-togethers, Reisen zu internationalen Standorten, Fachpublikationen zum Download, Social-Media-Angebote – ein Kommunikationsmix, dessen Facettenreichtum beeindruckt. Hier ist die Stadt gerne Partner, wie zuletzt mit einer gemeinsamen Tour für Wirtschaftsjournalisten zum Thema Euro-Clearing.

Fintechs nehmen einen breiten Raum im Angebot der Initiative ein. Unternehmen, welche die Stadtbesonders im Fokus hat, – ebenso wie Frankfurt für diese als Alternative zu anderen Standorten wie Berlin immer wichtiger wird: Die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) befragte 2017 bundesweit 450 Unternehmen, deren Gründung nicht länger als zehn Jahre zurückliegt. Darunter waren 50 Start-ups im Großraum Frankfurt, auch aus den Branchen E-Commerce und Financial Services. 90 % davon rechnen mit einer steigenden Bedeutung Frankfurts als Start-up-Hub. Fast alle bewerten das Gründerklima als „gut“ oder „sehr gut“.

„Es gehört bei uns zur Tradition der Händler und Gilden, die gemeinsamen Interessen durch Eigeninitiative zu unterstützen. Der Verein Frankfurt Main Finance führt dieses Prinzip in moderner Form weiter.“

Die Statistik bestätigt diese Einordnung. Berlin hat 3,7 Millionen Einwohner, Hamburg 1,86 Millionen. Frankfurt, mit 730 000 Einwohnern die fünftgrößte deutsche Großstadt, liegt bei den Gründungen auf Platz 3. Um diese Entwicklung zu forcieren, habe ich die Initiative zur Gründung eines großen Institutes für künstliche Intelligenz ergriffen. Dieses soll Brücken bauen zwischen Wissenschaft und Theorie sowie Wirtschaft und Praxis. Wir werden so die Chancen der technologischen Zukunft einem breiten Publikum aus Wirtschaft und Gesellschaft zugänglich machen.

Vielversprechendes Ökosystem

Die positive Entwicklung in unserer Stadt bestätigen auch andere. In einer von der Goethe-Universität und weiteren Partnern in Auftrag gegebenen Studie heißt es: „Die Botschaft ist klar: Frankfurt ist ein vielversprechendes Ökosystem, aber es gibt immer noch Schlüsselbereiche, in denen die Zusammenarbeit dringend notwendig ist.“ Hier zeigt sich eine weitere wertvolle Funktion der Initiative: Die Stadt hat einen Partner an ihrer Seite, der mit kritischem Blickwinkel auf Verbesserungspotenziale hinweist. Denn wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Das funktioniert aber nur im Zusammenspiel vieler. Hierzu zählen nicht nur die mehr als 200 Kreditinstitute – davon rund 160 Auslandsbanken – und die Regulierer wie Europäische Zentralbank (EZB), Deutsche Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Über Grenzen hinaus schauen

Für den analytischen Blickwinkel sorgt das dichte Netzwerk der Finanzwissenschaft in der Region. Ebenso nötig ist es, über die eigenen Grenzen hinauszuschauen, etwa in das Versicherungswesen, in die Realwirtschaft oder zu anderen Finanzplätzen. Hierfür bietet der Verein Frankfurt Main Finance den passenden Rahmen, weshalb die Stadt zu seinen Mitgliedern zählt. Denn die Zukunft des Finanzplatzes können wir nur vernetzt denken. Hierfür ist die Stadt gut gerüstet!

Frankfurt Main Finance – zehn Jahre für den Finanzplatz

Frankfurt Main Finance (FMF) hat Grund zu feiern. Vor zehn Jahren wurde die Finanzplatzinitiative gegründet und ihre Bedeutung nimmt stetig zu. Seit dem Brexit-Referendum und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft ist FMF weiter gewachsen und hat heute mehr als 50 renommierte Mitglieder. Gegründet im Jahr 2008 als Reaktion auf die Finanzkrise und auf Betreiben des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und der früheren Oberbürgermeisterin Frankfurts, Petra Roth, gibt FMF der Finanzbranche in Frankfurt und der Region eine weltweit vernehmbare Stimme.

„Der Finanzplatz Frankfurt spielt bei der Bewältigung der großen Herausforderungen, die der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union für die Finanzindustrie mit sich bringt, eine bedeutende Rolle“, sagt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. „In diesen Zeiten ist es wichtig, dass Frankfurt Main Finance die Interessen der Finanzwirtschaft in Hessen und in der Bundesrepublik bündelt und vernehmbar macht. Davon profitieren auch Handel und Industrie und damit das ganze Land.“

„Frankfurt ist eine weltoffene, lebenswerte und internationale Stadt. Die Finanzmetropole ist ein herausragender und attraktiver Wirtschaftsstandort. Die zentrale Lage in Europa, die passende Infrastruktur und auch die Nähe zur Zentralbank sind weitere Aspekte, die für Frankfurt sprechen“, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Frankfurt kann einen wichtigen Beitrag zur Finanzstabilität in Europa leisten und Frankfurt Main Finance kommuniziert die Leistungsfähigkeit der Stadt seit Jahren weltweit mit offensichtlichem Erfolg.“

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, sagt: „Wir sind stolz, all die Jahre das Vertrauen unserer Mitglieder zu genießen, deren Zahl immer weiter zunimmt. Für uns ist das Ansporn, die vor uns liegenden Aufgaben mit Energie anzugehen und weiterhin Verantwortung für den Finanzplatz zu übernehmen. Dabei bauen wir darauf, dass die exzellente Zusammenarbeit mit dem Land Hessen, der Hessen Trade & Invest sowie den Städten Frankfurt und Eschborn und deren Wirtschaftsförderungen fortgeführt wird.“

Derzeit ist die Positionierung Frankfurts und der Region im Werben um die Verlagerung von Arbeitsplätzen aus London in die Europäische Union eine der vordringlichsten Aufgaben von Frankfurt Main Finance. Seit dem frühen Morgen nach der Referendumsentscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, steht der Finanzplatz am Main im Zentrum weltweiter Aufmerksamkeit. Schon von der ersten Stunde an vorbereitet und sprechfähig gewesen zu sein, hat Frankfurt einen erheblichen medialen Vorteil verschafft, den FMF seitdem nutzt, um die Vorteile Frankfurts auch dort zu platzieren, wo gegenüber der Mainmetropole Skepsis oder Unkenntnis vorherrscht.

Seit März 2016, als das Thema Brexit auf der medialen Landkarte Gestalt gewann, wurde Frankfurt Main Finance allein mit diesem Thema in mehr als 2.323 verschiedenen Medien in 96 Ländern erwähnt, es wurden rund 850 Interviews geführt und somit etwa 10 Milliarden potenzielle Leser erreicht. Vertreter von FMF waren auf einschlägigen Veranstaltungen in den USA, in Japan, Korea, im Nahen Osten, selbstverständlich immer wieder in London, in Berlin und in Brüssel, um die Position des Finanzplatzes zu vertreten.

Brexit

Das Risiko eines „harten Brexit“ bringt Unternehmen unter Zugzwang – Heißer Herbst steht bevor

Die Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals erhoffen sich bis zum EU Gipfel im Oktober, allerspätestens zum möglichen Sondergipfel im November, Klarheit über die Ausprägung des Brexit und die Auswirkungen auf ihr Geschäft. Ob im Herbst klar sein wird, inwieweit es zu einer Übergangsregelung kommen wird, die den Status-Quo bis Ende Dezember 2020 festschreibt, bleibt bislang offen. Zwar ist diese Übergangsfrist grundsätzlich vorgesehen, aber an noch unerfüllte Bedingungen geknüpft. Diese Bedingungen stellen sich als erhebliche Hürden dar. Das gilt vor allem für die Frage des Umgangs mit der Grenze in Irland.

Ob es also bald Klarheit dann geben wird, ist nicht ausgemacht. Ab September erwartet die Geschäftsführung von Frankfurt Main Finance daher einen heißen Herbst. Banken werden in den nächsten Wochen wesentliche Entscheidungen über Ihren Set-Up treffen müssen, denn die Zeit zur Vorbereitung auf den Brexit Ende März 2019 wird sonst zu knapp. Wenige Monate vor dem Termin für den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ist das Risiko eines relativ harten Brexit noch immer nicht gebannt. Das bringt Handel, Industrie und Finanzdienstleister gleichermaßen unter Zeitdruck und Zugzwang.

Finanzinstitute rechnen in den nächsten Wochen nicht nur mit vermehrten Anfragen ihrer Kunden, sondern müssen auch für sich selbst konkret entscheiden, auf welches der Szenarien sie sich nun vorbereiten. „Die Zeit wird knapp“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Wir erwarten einen heißen Herbst: Industrie- und Handelsunternehmen, aber auch die Asset Management-Branche müssen unbedingt jetzt das Gespräch mit ihren Finanzdienstleistern suchen, um die notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Es gilt, die Finanzierung und Anlagen Brexit-fest zu machen. Das geht nicht auf Knopfdruck. Wir laufen auf einen Massenstart zu, der bei verspätetem Beginn zu einem Nadelöhr führen kann.“

Daher rät Frankfurt Main Finance den Unternehmen aus Handel und Industrie, aber auch den Asset Managern jetzt aktiv das Gespräch mit ihren Finanzdienstleistern zu suchen, um ihre Finanzierung Brexit-fest zu machen. Das gilt gerade auch für das Clearing für in Euro denominierte Zinsderivate. „Die Unternehmen müssen selbst aktiv werden und auf die Banken zugehen“, sagt Väth. „Es ist in ihrem eigenen Interesse, beispielsweise ihre Finanzierungen und die Absicherung Ihrer Zinsrisiken selbst für einen harten Brexit abzusichern. Leider ist dieser Fall noch immer nicht auszuschließen. Je früher sie mit ihren Banken sprechen, umso besser wird die Vorbereitung sein, denn die Unternehmen werden im Zweifel die Hauptleidtragenden sein.“

Frankfurt Main Finance sieht den Finanzplatz Frankfurt als logische erste Wahl bei der Neuordnung und -orientierung der Finanzbranche nach dem Brexit. Diese Chancen unter zunehmend stärkerem internationalen Wettbewerb zu nutzen, bedarf es aber weiterer erheblicher Kraftanstrengung.

Frankfurter Büromarkt boomt im ersten Halbjahr – starker Ausblick

Der Büromarkt am Finanzplatz Frankfurt knüpft nahtlos an die Rekorde des letzten Jahres an. Im ersten Halbjahr erreichte der Flächenumsatz den dritthöchsten Wert der letzten 10 Jahre. Die ersten drei Monate des Jahres waren das beste erste Quartal seit dem Jahr 2000. Nach Angaben von BNP Paribas Real Estate, CBRE, Savills Investment Management und Jones Lang LaSalle hat die starke Vermietungsdynamik in Frankfurt zur niedrigsten Leerstandsquote seit 15 Jahren geführt – Tendenz für das zweite Halbjahr weiter fallend.

Im Zuge der Brexitverhandlungen haben 25 Finanzdienstleister bereits angekündigt, Geschäftsbereiche oder Kapazitäten an den Finanzplatz Frankfurt zu verlagern. Frankfurt Main Finance erwartet, dass es bis zum Jahreswechsel 2018/19 zur Brexit bedingten Schaffung von rund 2.000 Arbeitsplätzen kommen wird und hält an seiner Potentialschätzung von mittelfristig bis zu 10.000 Arbeitsplätzen fest, die jedoch noch nicht am Immobilienmarkt sofort vollumfänglich nachfragewirksam werden.

Die vom Brexit betroffenen Finanzdienstleistungsunternehmen dürfen weiterhin erwarten, dass sie im Stadtzentrum ausreichend moderne und im internationalen Vergleich kostengünstige Büroräume vorfinden werden. Trotz der sinkenden Leerstandsquote, die laut BNP Paribas Real Estate 8,3% beträgt und dem damit verbundenen Anstieg der Spitzenmiete auf zuletzt 43 EUR/m2/Monat, ist Frankfurt im internationalen Vergleich weiterhin günstig. Die Mieten betragen nur einen Bruchteil der Spitzenmieten in London und Paris, die im zweiten Quartal auf 118 bzw. 71 EUR/m2/Monat anstiegen. In beiden Städten liegt die Leerstandsquote bei unter 6%.

Diese Entwicklungen kommentieren José Martínez, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH, und Carsten Ape, Managing Director bei CBRE, Andreas Trumpp, Head of Research Deutschland bei Savills Investment Management sowie Markus Kullmann, Team Leader Office Leasing von Jones Lang LaSalle (JLL), und Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V..

Die Abweichungen bei Daten zum Leerstand, Flächenumsatz oder den Mietpreisen zwischen den beteiligten Immobiliengesellschaften ergeben sich aus den jeweils unterschiedlichen Erhebungsmethoden bzw. Grundgesamtheiten. Frankfurt Main Finance unternimmt keine Gewichtung oder Wertung der jeweiligen Methoden, sondern stellt sie transparent dar.

José Martínez, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Frankfurter Niederlassungsleiter

„Der Aufwärtstrend auf dem Frankfurter Büromarkt hält weiter an. Mit einem Flächenumsatz von 273.000 m² im ersten Halbjahr liegt das Resultat knapp 14 % über dem zehnjährigen Schnitt. Im bundesweiten Vergleich fiel der Flächenumsatz nur in München und Berlin höher aus.

In keiner anderen Stadt verteilt sich das Ergebnis so ausgeglichen über die verschiedenen Branchengruppen wie in Frankfurt. Knapp an der Spitze liegen Banken/Finanzdienstleister (14,5 %). Platz zwei entfällt auf Coworking-Anbieter (12 %), die in Frankfurt an Bedeutung gewinnen. Komplettiert wird das Spitzentrio von der Gruppe Medien und Werbung (12 %). Auf den Rängen vier bis sechs folgen Kopf-an-Kopf gleich drei Branchengruppen mit jeweils knapp 11 % Umsatzanteil: die öffentliche Verwaltung, die Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Beratungsgesellschaften. Diese homogene Verteilung unterstreicht eindrucksvoll die sehr breite Nachfragebasis und das lebhafte Marktgeschehen. Zu den wichtigsten Verträgen in der Mainmetropole gehörten die Anmietung von 24.000 m² der FAZ im Europaviertel, 8.300 m² der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland in Heddernheim/Mertonviertel sowie 8.000 m² der Bethmann Bank im Bankenviertel.

Der Rückgang des Leerstands hat sich fortgesetzt und ist auf aktuell 1,28 Mio. m² gesunken – das geringste Volumen der letzten 15 Jahre. Vom Gesamtleerstand verfügen aber nur noch knapp 48 % (611.000 m²) über die von den Nutzern bevorzugte moderne Qualität. Die Leerstandsrate im Gesamtmarkt ist auf 8,3 % gesunken. Das größte Problem: Die Flächenknappheit in den zentralen, stark nachgefragten Lagen. Aufgrund der guten Nachfrage und dem geringen Angebot hat die Bautätigkeit angezogen. Insgesamt befinden sich 592.000 m² im Bau, dem Markt steht davon jedoch nur etwa die Hälfte zur Verfügung; der Rest ist vorvermietet. Zu berücksichtigen ist weiterhin, dass sich ein Großteil des Angebots auf wenige Projekte konzentriert, die darüber hinaus teilweise erst 2023 verfügbar sein werden. Als Ergebnis der skizzierten Nachfrage-/Angebotssituation hat die Spitzenmiete um 12 % auf 43 €/m² zugelegt. Auch bei den Durchschnittsmieten, die auf 18,30 €/m² gestiegen sind, ist eine ähnlich dynamische Aufwärtstendenz zu verzeichnen.

Die gute Nachfragesituation sowie das für die Nutzermärkte weiterhin stützende konjunkturelle Umfeld werden den Flächenumsatz auch im zweiten Halbjahr beflügeln. Dies gilt umso mehr, da der Anteil der Großabschlüsse zulegen dürfte. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich für das Gesamtjahr erneut ein überdurchschnittlicher Flächenumsatz ab, der die 600.000-m²-Schwelle überschreiten sollte. Da sich gleichzeitig der Leerstandsabbau, wenn auch verlangsamt, noch fortsetzen wird, ist von weiter steigenden Mietpreisniveaus auszugehen.“

Carsten Ape, Managing Director, CBRE

„Der Standort Frankfurt präsentiert sich dank der weiter gut laufenden Konjunktur in einer dynamischen Verfassung. So beobachten wir am Bürovermietungsmarkt eine ungebrochen hohe Nachfrage. Das erste Halbjahr lag mit einem Büroflächenumsatz von 253.700 m² rund 13% über dem bereits starken Vorjahreszeitraum. Und der positive Schwung zu Jahresbeginn hält an.

Während das erste Quartal dieses Jahres noch durch einzelne Großprojekte wie etwa die Anmietung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von rund 24.000 m² geprägt war, speist sich das Wachstum nun vor allem aus der traditionell stark in Frankfurt vertretenen Finanzbranche: neben Kreditinstituten und Beratungsunternehmen und Rechtsanwaltskanzleien sind es aber auch Unternehmen aus der Immobilienbranche, die Flächen suchen.

Im Fokus stehen zunehmend auch kleinteilige Flächen bis 1.500 m². So fielen allein von dem im zweiten Quartal umgesetzten 106.800 m² rund 53 % auf diese Segmente. Für zusätzliche Belebung sorgt das Coworking: Der Flächenumsatz ist binnen weniger Jahre von 1.100 m² im Jahr 2015 auf 24.800 m² allein im ersten Halbjahr dieses Jahres gestiegen. Vor allem Start-ups fragen diese gemeinschaftlich genutzten Büroräume nach. Dieses innovative Segment erschließt dem Frankfurter Büromarkt neue Wachstumsmöglichkeiten und sorgt für zusätzliche Flexibilität.

Die Leerstandsrate ist in Frankfurt auf 8,5 % gesunken. Dies hat neben der hohen Nachfrage mit der Umnutzung und dem Abriss bestehender Büroflächen wie auch einer überschaubaren Anzahl von Fertigstellungen neuer Immobilien zu tun. Die Bautätigkeit liegt indes weiter auf einem hohen Niveau. Die Pipeline ist gut gefüllt. Bis Ende 2018 sollen 114.000 m² Bürofläche in Frankfurt fertiggestellt werden, davon sind allerdings nur noch gut 16 % verfügbar. Das Angebot schränkt sich immer weiter ein, der Markt kann aber noch atmen.

Der Brexit dürfte vor allem mittelfristig eine große Rolle spielen. Im Moment lässt sich die politische Entwicklung in Großbritannien noch nicht absehen, sodass viele Marktteilnehmer eine gespannte Warteposition einnehmen. Es ist aber absehbar, dass Frankfurt einer der Gewinner des Brexits sein wird.

In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die positive Entwicklung am Frankfurter Bürovermietungsmarkt fortsetzen. Die anhaltend hohe Nachfrage in Verbund mit der Knappheit an zentral gelegenen Objekten könnte zu einem weiteren Anstieg der Spitzenmieten führen. Dennoch sind nationale wie internationale Investoren auf der Suche nach attraktiven Investitionsmöglichkeiten im Rhein-Main-Gebiet. Frankfurt steht weiter im Fokus.“

Andreas Trumpp MRICS, Head of Research Deutschland, Savills Investment Management

„Der Verlauf der Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der Europäischen Union wird über die Zukunft alternativer Finanzstandorte, wie zum Beispiel Frankfurt, entscheiden. Bereits 2017 konnte der Frankfurter Büromarkt auch nahezu ohne brexitbedingte Umzüge ein Spitzenjahr verzeichnen. Dieser Trend setzt sich im laufenden Jahr positiv fort. Immobilieninvestoren profitieren von der Dynamik Frankfurts und seiner Region. Im jüngst veröffentlichten Savills IM Dynamic Cities Index konnte sich Frankfurt nicht zuletzt deshalb um vier Plätze auf Rang 17 verbessern und gehört damit zu den 20 dynamischsten Städten Europas. Die Mainmetropole profitiert von der hervorragenden internationalen Anbindung mit Bahn und Flugzeug, dem überdurchschnittlich ausgebauten Nahverkehrsnetz sowie der digitalen Vernetzung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Immobilieninvestoren werden in Frankfurt in allen Größenklassen, Immobiliensegmenten und Risikoprofilen fündig. Damit bietet die Mainmetropole eine Anlagetiefe wie kaum eine andere Stadt in Deutschland.“

Markus Kullmann, Team Leader Office Leasing, JLL

„Der Frankfurter Bürovermietungsmarkt hat bis zur Jahresmitte 2018 ein starkes Umsatzergebnis erzielt. Mit knapp 260.000 m² fallen die Vergleiche mit dem Vorjahr (+ 9 %), dem 5- und 10-Jahresschnitt (+ 28 % bzw. + 14 %) deutlich positiv aus. Frankfurt markiert damit das drittbeste Halbjahresvolumen der letzten zehn Jahre. Eine Großanmietung über 10.000 m², wie die der FAZ in den ersten drei Monaten, gibt es zwar nicht in jedem Quartal. Aber wir sind zuversichtlich, dass in der zweiten Jahreshälfte einige Topanmietungen zu sehen sein werden – auch zu Top-Preisen. Denn Unternehmen, die entsprechendes hochkarätiges Personal suchen oder halten wollen, sind bereit, hohe Mieten für Top-Objekte in Top-Lagen zu zahlen. Da die Nachfragedynamik insgesamt weiter hoch ist, bleibe ich bei der Umsatzprognose von 575.000 m² für 2018.

Ein Problem, mit dem die Akteure auf dem Frankfurter Vermietungsmarkt weiter zu kämpfen haben: Leerstand ist nicht gleich Leerstand. Flächen, die zu haben sind, entsprechen vielfach nicht den Bedürfnissen: der Lage, Ausstattungsqualität, Mietdauer oder Mietpreis. Mittlerweile liegt die Leerstandsquote bei 7,3 % mit weiter fallender Tendenz bis Ende des Jahres auf 6,8 %. Zur Erinnerung: Die höchste Quote lag bei 17,9 %, das war 2006. Ab 2011 (15 %) hat sie dann sukzessive abgenommen.

Auch im zweiten Quartal kamen die dringend benötigten freien Flächen nicht auf den Markt. Und das bleibt auch so bis zum Jahresende. Das Angebot an fertig gestellter Fläche ist in den kommenden sechs Monaten mit rund 10.000 m² auf einem mehr als bescheidenen Niveau. Von einer spürbaren Entlastung auf der Angebotsseite gehe ich aus heutiger Sicht für 2020 aus. Dann könnten bis zu 485.000 m² fertigstellt werden.“

Hubertus Väth, Geschäftsführer, Frankfurt Main Finance e.V.

„Das hohe Vermietungsniveau und die sinkende Leerstandsquote zeigen, dass der Markt für Gewerbeimmobilien am Finanzplatz Frankfurt die Nachfrage gut absorbiert. Die hohe Lebensqualität, die hervorragende Infrastruktur, hohe Konzentration an ausländischen Unternehmen machen den Finanzplatz Frankfurt und die Rhein-Main-Region zu einem der beliebtesten Standorte. Frankfurt ist auf die Geschäftsverlagerungen von London nach Frankfurt in Folge des Brexit gut vorbereitet.“

Frankfurt Main Finance begrüßt weitere Bank am Finanzplatz – Chinesische CICC kommt nach Frankfurt

Die China International Capital Corporation Limited (CICC, Stock code: 3908 HK) hat sich für den Finanzplatz Frankfurt als Unternehmenssitz in Kontinentaleuropa entschieden. Die in Peking beheimatete Investmentbank ist seit 2015 an der Hong Kong Stock Exchange notiert. Mit der CICC haben sich seit dem Brexit-Referendum vor gut zwei Jahren mehr als 24 Banken entschlossen, ihr Geschäft oder Teile davon nach Frankfurt zu verlagern.

„Wir freuen uns sehr über die Standortwahl der CICC“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. „Mit der CICC ist nun auch die führende Investmentbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt am Finanzplatz Frankfurt vertreten. Wir sehen das als Beleg für die Qualität der Region Rhein-Main. Die Entscheidung der CICC zeigt, dass die Anziehungskraft Frankfurts auch auf Asien ausstrahlt, eine Region, deren Bedeutung beeindruckend gewachsen ist und weiterhin wächst“, so Väth.

Erst jüngst hatte die chinesische Bank Essence Securities sich für den Standort Frankfurt entschieden. In diesem, wie auch im Fall der CICC, war die in Frankfurt ansässige China Europe International Exchange (CEINEX) ein wesentliches Argument bei der Standortwahl. Für den Co-Vorstandsvorsitzenden der CEINEX Dr. CHEN Han eine klare Sache.

„Wir sind nach Frankfurt gekommen, weil wir davon überzeugt sind, dass es der führende Finanzplatz der Eurozone werden wird. Frankfurt ist das ideale Sprungbrett für alle chinesischen Finanzinstitute, die sich in Europa etablieren oder ihre Marktpräsenz ausbauen wollen“, sagt Dr. CHEN. „Wir sind erfreut, dass wir unterstützen konnten, ein so bedeutendes Institut wie die CICC für Frankfurt zu gewinnen.“


Über Frankfurt Main Finance

Frankfurt Main Finance ist die Stimme des Finanzplatzes Frankfurt Rhein-Main. Zu den mehr als 50 Mitgliedern zählen neben dem Land Hessen die Städte Frankfurt am Main und Eschborn, zahlreiche namhafte Finanzmarktakteure (Banken, Versicherungen, die Börse) und ihre Dienstleister sowie private und öffentliche Hochschulen. Sie alle bringen mit ihrer Mitgliedschaft ihre enge Verbundenheit mit dem Finanzplatz sowie ihren Willen zum Ausdruck, Frankfurt am Main als nationales und internationales Finanzzentrum ersten Ranges zu positionieren. Mehr zur Finanzplatzinitiative sowie ihren Mitgliedern auf www.frankfurt-main-finance.com.

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Über die China Europe International Exchange AG (CEINEX)

Die CEINEX mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein Joint Venture der Shanghai Stock Exchange, der Gruppe Deutsche Börse und der China Financial Futures Exchange. Als erster Marktplatz für Renminbi (RMB)-bezogene und China-bezogene Anlageprodukte im chinesischen Offshore-Markt fungiert sie als einzigartige Brücke zwischen den chinesischen und den internationalen Finanzmärkten. CEINEX stellt zuverlässige Offshore-RMB- und China-bezogenen Finanzinstrumente für Investoren bereit, um die Internationalisierung des RMB zu fördern.

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Frankfurt Finance Summit: Herausfordernde Zeiten – wer geht voran?

Der 8. Frankfurt Finance Summit diskutiert die Themen:

  • Zukunfts-Strategien der Finanzindustrie in Zeiten von Veränderung und Unsicherheit
  • Euro-Clearing: ein offenes Rennen
  • Jenseits der Digitalisierung: Künstliche Intelligenz als neue Herausforderung

Seit 2011 kommen in Frankfurt hochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Finanzwelt zusammen. Unter dem Motto „Ready, Steady, Go! Who is ready to set the pace in challenging times?“ treffen sich am 29. Mai 2018 Entscheider aus Zentralbanken, Börsen, Aufsichtsbehörden, Banken, Versicherungen, Politik, Unternehmen und Wissenschaft, um sich über aktuelle Fragen rund um den europäischen Wirtschaftsraum, Regulierung und die Finanzmärkte auszutauschen.

Dabei stehen Strategien als Reaktion auf tiefgreifende Veränderungen innerhalb der Finanzindustrie und der Umgang mit Unsicherheit im Fokus. Auch der künftige Verbleib und die Überwachung des Euro-Clearing nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union wird eingehend von den Fachleuten thematisiert. Branchenexperten diskutieren zudem die Herausforderungen, die sich aus der voranschreitenden Entwicklung Künstlicher Intelligenz für Banken und Finanzunternehmen ergeben. Die Veranstaltung wird live im Internet übertragen unter www.frankfurt-main-finance.com/livestream

Wir freuen uns, beim Frankfurt Finance Summit wie in den Jahren zuvor ein breites Themenspektrum mit ausgewiesenen Experten diskutieren zu können. Es handelt sich dabei um Fragen, die für den Finanzplatz Frankfurt, aber auch für die Finanzindustrie insgesamt von entscheidender Bedeutung sind“, erläutert Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance.

Der Frankfurt Finance Summit hat sich als das Forum etabliert, das sich durch Exklusivität und die Expertise seiner Teilnehmer auszeichnet. Bereits zum achten Mal in Folge findet die Veranstaltung statt. Zu den Teilnehmern gehören Katharine Braddick, Director General of Financial Services bei HM Treasury, Jeremy Browne,Repräsentant der City of London Corporation bei der EU, Charles Delingpole, CEO und Gründer von ComplyAdvantage, Jeroen Dijsselbloem, Ehemaliger Präsident der Euro-Gruppe und ehemaliger Finanzminister der Niederlande, Karin Dohm, Global Head of Government und Regulatory Affairs and Group Structuring bei der Deutschen Bank AG, Markus Frank, Stadtrat für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr der Stadt Frankfurt am Main, Bernd Geilen, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Risk Officer der ING-DiBa AG, Thomas Grosse, Head of Multi-Asset Trading bei Union Investment Privatfonds, Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (BaFin), Kim Körber, Geschäftsführer und Gründer von BETTER ONE, Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär des Bundesministeriums der Finanzen, Sylvie Matherat, Mitglied des Vorstands und Chief Regulatory Officer bei der Deutschen Bank AG, Yves Mersch, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, Erik Tim Müller, Vorstandsvorsitzender der Eurex Clearing AG, Carsten Mürl, Produktmanager für Sicherheitslösungen Mastercard, Markus Nigg, COO der ti&m AG, Fabrizio Planta, Head of Markets Department at European Securities and Markets Authority, JP Rangaswami, Group Chief Data Officer und Group Head of Innovation bei der Deutschen Bank AG, Dr. Cornelius Riese, Chief Financial Officer der DZ Bank AG, Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Minister der Finanzen, Inke Schönauer, Chefredakteurin des EURO FINANCE Magazin, Professor Dr. rer. pol. Dr. h.c. Udo Steffens, Chairman of the Executive Board beim Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM), Prof. Dr. Uwe Stegemann, Senior Partner bei McKinsey und Company, Francisco Webber, CEO und Mitbegründer der Cortical.io AG, Annette Weisbach, Deutschland/ECB Korrespondent bei CNBC International sowie Peter J. Wirnsperger, Partner Cyber Risk bei Deloitte GmbH.

Zusätzlich zu den Vorträgen und Diskussionen findet in diesem Jahr im Rahmen des Summit auch der Frankfurt Finance Market Place statt. Hier präsentieren sich führende Unternehmen der Rhein-Main-Region, und es bietet sich die Gelegenheit zum Netzwerken.

Veranstaltungsort des Frankfurt Finance Summit 2018 ist das Kongresshaus Kap Europa mitten in Frankfurts zentralem Europaviertel. Die Konferenzsprache ist Englisch. Mehr zur Veranstaltung finden Sie hier.

Frankfurt Main Finance

Frankfurt Main Finance e.V. wächst weiter und verstärkt Geschäftsführung

Die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. wächst auch 2018 weiter. Mit der Reinvent Law GmbH, der Fincite GmbH und der Accelerator Frankfurt GmbH wurden drei neue Mitglieder gewonnen. Damit wächst die Mitgliederzahl auf 54. Mit ihrer Mitgliedschaft unterstreichen die Vertreter aus öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft, Finanzmarkt und Finanztechnologie ihre Verbundenheit mit dem Finanzplatz Frankfurt, engagieren sich für dessen nationale und internationale Bedeutung und nehmen aktuelle Themen der Finanzwirtschaft aktiv auf.

Zur Verstärkung der Geschäftsführung hat das Präsidium der Finanzplatzinitiative Andreas Glänzel mit sofortiger Wirkung zum Geschäftsführer ernannt. Damit trägt Frankfurt Main Finance der stark gestiegenen Nachfrage nach Informationen zum Finanzplatz Rechnung. Der 53-jährige Bankkaufmann Glänzel verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der Finanzkommunikation und war u.a. als Marketingleiter im Deutsche Bank-Konzern tätig. Als geschäftsführender Partner der NewMark Finanzkommunikation begleitet er heute Unternehmen im Bereich digitale Kommunikation. Darüber hinaus unterrichtet er als Dozent der International School of Management Studierende in Marketing- und Kommunikationsthemen.

„Der Finanzplatz Frankfurt ist im Aufwind. Das spürt Frankfurt Main Finance sowohl bei der weltweiten Nachfrage nach Informationen zum Finanzstandort am Main die sich an uns richtet, aber auch bei der wachsenden Zahl der Mitglieder“, sagt Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance. „Mit Reinvent Law, Fincite und dem Accelerator Frankfurt begrüßen wir ganz herzlich drei neue Mitglieder, die jedes auf seine Weise die Chancen der Digitalisierung ergreifen und so die Zukunft mitgestalten will. Andreas Glänzel als weiterer Geschäftsführer ist eine echte Verstärkung, mit der wir auf die in mehrfacher Hinsicht gewachsenen Anforderungen reagieren.“

Das neue Mitglied Reinvent Law GmbH wurde im Dezember 2017 gegründet und bietet als Legal Innovation Hub Dienstleistungen für Anwaltskanzleien, Rechtsabteilungen von Unternehmen, Legal Tech Unternehmen und Universitäten. Im Schwerpunkt werden neue technische juristische Lösungen live getestet, Erfahrungen von erfahrenen Unternehmern genutzt und neue Produkte in enger Zusammenarbeit mit Reinvent-Mitarbeitern entwickelt.

Die April 2015 gegründete und als Softwareunternehmen im Bereich Digital Asset & Wealth Management aktive Fincite GmbH bildet mit ihrer Plattform Fincite.Core die Grundlage für Robo Advisory und andere Asset Management Produkte. Mit Core können Finanzdienstleister bestehende Portfolien analysieren, überwachen, optimieren und dynamische Sparpläne anlegen – all das über mehrere Konten und Depots hinweg. Fincite steht für ein neues, vernetztes Finanzwesen, welches die Portfolio-Performance des Endkunden in den Vordergrund stellt.

Der 2015 gegründete Accelerator Frankfurt ist ein unabhängiger Accelerator, der Startups durch die Vermittlung von Partnern, Kunden und Investoren zur Investitionsreife verhilft. Die Startups absolvieren ein viermonatiges „Go-to-Market“-Programm und haben Zugang zu einem gemeinsamen Arbeitsraum, Konferenzräumen und den Services, die von den Partnern angeboten werden. Im Fokus stehen Unternehmen aus den Bereichen Fintech, RegTech, Cybersecurity, InsureTech, PropTech und Blockchain.