Die deutsche Finanzindustrie steht mehrheitlich hinter der geplanten Fusion der London Stock Exchange mit der Deutschen Börse

FRANKFURT, 26. April 2016. Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies unter Finanzinstituten und Dienstleistungsunternehmen stehen 63% der befragten Unternehmen grundsätzlich hinter der geplanten Fusion der London Stock Exchange (LSE) und der Deutschen Börse. Allerdings befürworten 35% der Befragten die Fusion im Falle eines Brexit nur dann, wenn der Sitz der Holding in Frankfurt und damit in der Eurozone ist. Für 18% ist die Fusion ausschließlich dann positiv zu bewerten, wenn die Briten nicht aus der EU ausscheiden. Lediglich 9% unterstützen uneingeschränkt die geplante Fusion. Hingegen spricht sich ein Viertel der Befragten (25%) in jedem Fall gegen eine Fusion aus.

Finanzbranche erwartet negative Auswirkungen der Börsenfusion auf den Finanzplatz Frankfurt, falls der Hauptsitz London wird

Die Finanzbranche ist sich mehrheitlich darüber einig, dass eine Börsenfusion mit zukünftigem Hauptsitz London negative Auswirkungen auf den Finanzplatz Frankfurt haben würde. Im Falle eines Brexit werden die Auswirkungen auf den Finanzplatz Frankfurt von 64% negativ beurteilt, bei einem Verbleib der Briten in der EU von 57% der Befragten.

„Die industrielle Logik der Fusion überzeugt die Finanzindustrie, obwohl negative Auswirkungen auf den Finanzplatz Frankfurt bei einem Hauptsitz in London erwartet werden“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Der Finanzplatz Frankfurt würde von einem Brexit profitieren, trotz negativer Erwartungen für die Wirtschaft der EU und Großbritanniens

Für den Fall, dass sich die Briten am 23. Juni mehrheitlich für den EU-Austritt entscheiden, werden negative Auswirkungen auf das wirtschaftliche Wachstum aller betroffenen Länder erwartet. Dabei geht der größte Teil der Befragten (82%) davon aus, dass die Briten stark betroffen sein werden. Hingegen werden negative Auswirkungen für die EU nur von der Hälfte der Befragten (48%) erwartet. Im Gegensatz dazu sehen 69% der Umfrageteilnehmer, dass der Finanzplatz Frankfurt als großer Profiteur aus einem Brexit hervorgehen wird.

Der Ausgang des Referendums ist laut in Großbritannien durchgeführten Meinungsumfragen völlig offen. Hierzulande erwartet die Mehrheit der Umfrageteilnehmer (62%), dass sich die Briten für den Verbleib in der EU entscheiden werden.

Die Möglichkeit, dass ein Brexit weitere Austritte aus der EU nach sich ziehen könnte, hält gut die Hälfte der Befragten (51%) für unwahrscheinlich. 41% hingegen würden mit weiteren Austritten rechnen.

„Wir wünschen uns den Brexit nicht, er wäre schlecht für Deutschland, Europa und Großbritannien. Sollte er kommen, handelt es sich um eine klare Chance für den Finanzplatz Frankfurt, wie die Umfrage bestätigt“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter rund 400 Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Fintech Studie

Rhein-Main-Neckar ist Deutschlands dynamischste FinTech-Region

  • 2015 wurden in Deutschland 1,2 Mrd. Euro in FinTech Unternehmen investiert
  • 250 FinTech-Unternehmen beschäftigen deutschlandweit etwa 13.000 Menschen
  • Deutschland ist zweitgrößter FinTech-Standort in Europa – hinter Großbritannien und viertgrößter der Welt
  • Berlin und die Region Rhein-Main-Neckar sind die führenden Standorte in Deutschland
  • Zahl der FinTechs im Raum Rhein-Main-Neckar stieg 2015 um 22 Prozent auf 56

Im deutschen FinTech-Sektor herrscht Gründerstimmung: Die Zahl der jungen Technologie-Unternehmen im Bereich Finanzdienstleistungen (FinTech) stieg im vergangenen Jahr um 32 auf 250. Das Volumen an Risikokapital, das in diese Jungunternehmen investiert wurde, hat sich sogar von ca. 200 Millionen Euro im Vorjahr auf 576 Millionen Euro fast verdreifacht. In Europa hat nur Großbritannien die Nase vorn: Dort wurden 707 Millionen Euro investiert. Die britischen FinTech-Unternehmen beschäftigen aktuell etwa 61.000 Menschen, in Deutschland liegt die Zahl der Beschäftigten bei 13.000. Berücksichtigt man den Kauf von 360T durch die Deutsche Börse, wurden 2015 sogar rund 1,2 Milliarden Euro in deutsche FinTech-Unternehmen investiert.  Weiterlesen

Claudio Borio, Diana Rutzka-Hascher und Lutz Raettig

5. Finanzplatz­Frühstück: Challenges for the global economy

Eine Dekade nach der Finanzkrise: Wirtschaft ist unfähig zu ausgewogenem Wachstum

Das langfristige Produktivitätswachstum der Realwirtschaft leidet in erheblichem Maße an den Folgen der Finanzkrise, so die Ergebnisse jüngster Forschungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Deren Chefökonom, Claudio Borio hat gestern im Rahmen des FinanzplatzFrühstücks aufgezeigt, vor welchen Herausforderungen die Weltwirtschaft steht und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Weiterlesen

Vier neue Mitglieder engagieren sich für den Finanzplatz

Frankfurt am Main, 10. November 2015. Das Präsidium von Frankfurt Main Finance e.V. hat in seiner letzten Sitzung neue Fördermitglieder aufgenommen. Das Finanzinstitut Goldman Sachs, die Anwaltskanzlei Taylor Wessing LLP sowie das FinTech-Beratungsunternehmen TechFluence Consult UG bekennen sich zum Finanzplatz Frankfurt. Im April dieses Geschäftsjahres kam bereits die WM Gruppe als neues Mitglied hinzu. Weiterlesen

Europäische Kapitalmarktunion verspricht Zukunftsfähigkeit

Die geplante Kapitalmarktunion soll kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) neue Finanzierungswege bieten. Für mittelständische Unternehmen in Europa wird das Thema der Kapitalbeschaffung immer wichtiger. Auch hessische Unternehmen sollen in Zukunft von dem europäischen Projekt profitieren. Zu diesem Thema konnten sich heute im Haus des Handwerks in Frankfurt hessische Unternehmen informieren. Der EU-Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion, Lord Jonathan Hill, und der Hessische Minister der Finanzen, Dr. Thomas Schäfer, sprachen mit rund 30 Vertretern von hessischen KMU und Vertretern der Banken- und Finanzbranche über die Vorteile der geplanten Kapitalmarktunion. Die Unternehmen konnten darüber hinaus ihre Wünsche zur weiteren Ausgestaltung der Kapitalmarktunion zur Sprache bringen. Weiterlesen

Koreanische FinTechs besuchen den Finanzplatz Frankfurt

Frankfurt am Main, 5. Oktober 2015: Anlässlich der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung besuchte eine 14-köpfige südkoreanische Delegation unter der Leitung des Kongressabgeordneten Kim Jeong Hoon (im Bild mit Angela Merkel während des Empfangs) den Finanzplatz Frankfurt. Die Delegation umfasste führende FinTech Unternehmen wie YAP Global, Finotek, Yello Finance Group und Datastreams corp. Auf Initiative von Frankfurt Main Finance fand in der Frankfurter Wirtschaftsförderung ein intensiver Austausch mit den Frankfurter Hochschulen sowie führenden deutschen FinTech Unternehmen über die Stadtgrenzen hinaus und dem Maininkubator statt. Weiterlesen

Finanzplatz Frankfurt liefert hervorragende Prognosequalität

Die am Finanzplatz Frankfurt ansässige Europäische Zentralbank (EZB) ist die einzige Zentralbank weltweit, die für ihren eigenen Wirtschaftsraum regelmäßig exaktere Wachstumsprognosen als der Internationale Währungsfonds (IWF) für die jeweiligen Wirtschaftsräume erstellt, so das Magazin Bloomberg Businessweek. Weiterlesen

Frankfurt Main Finance Cup

Frankfurt Main Finance Cup: Eintracht entscheidet Spiel gegen F.C. Tokyo mit 3:2

Frankfurt am Main: Im „Frankfurt Main Finance Cup“ hat sich Eintracht Frankfurt heute vor rund 50.000 Zuschauern gegen den F.C. Tokyo mit 3:2 Toren durchgesetzt. Der Pokal wurde im Rahmen der Eintracht-Saisoneröffnung zum zweiten Mal nach 2014 ausgespielt. „Fußball verbindet Menschen und Märkte“, sagt Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance. „Immerhin führt Eintracht Frankfurt mit den beiden Nationalspielern Makoto Hasebe und Takashi Inui zwei japanische Leistungsträger im Kader. Das Spiel unterstreicht die Verbundenheit zwischen Fußball und Finanzplatz, Frankfurt und Tokyo sowie Deutschland und Japan.“ Weiterlesen

Anstoss am Finanzplatz

„Anstoß am Finanzplatz“: Geld schießt keine Tore – aber Fußball auf Spitzenniveau braucht solide Finanzen

Auf der heute erstmalig laufenden Fußballkonferenz „Anstoß am Finanzplatz“ hat Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance, die enge Verbindung zwischen der Eintracht Frankfurt und dem Finanzplatz hervorgehoben: „Finanzinstitute prägen Frankfurt stark. Genauso ist die Eintracht als Traditionsverein in Frankfurt eine Größe in der Stadt – Frankfurt ist der führende Finanzplatz in Deutschland, die Eintracht ist der führende Verein am Finanzplatz.“ Weiterlesen

Frankfurt Finance Summit 2015

Frankfurt Finance Summit diskutiert Wege zu neuem Wachstum in Europa

Unter dem Motto „Reality Check – How to Foster Growth in the New Regulatory Environment“ kommen Notenbank­gouverneure, Regulierer, Vertreter der Aufsichtsbehörden, Finanzpolitiker, Wissenschaftler und Praktiker heute bereits zum fünften Mal am Finanzplatz Frankfurt zusammen, um Fragen der Finanzmarktregulierung und ihre Auswirkungen zu diskutieren.  Weiterlesen