Center for Financial Studies

Finanzregulierung in Europa – Wissenschaft oder Kunst?

Dass Finanzregulierung eine Wissenschaft darstellt – diesem Satz würden man wahrscheinlich ohne Zögern zustimmen. Aber Finanzregulierung als Kunst – dieser Zusammenhang erschließt sich nicht ohne Weiteres.

Der Vortrag des Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Felix Hufeld, am 16. März, beschäftigte sich genau mit dieser Frage, ob Finanzregulierung als Wissenschaft oder als Kunst zu verstehen ist. Genauer gesagt, welcher Teil von Regulierungsprozessen als Wissenschaft und welcher als Kunst zu bezeichnen ist. Zum Vortrag an der Goethe Universität Frankfurt eingeladen hatte das Center for Financial Studies (CFS), das für seine Vortragsreihe bereits in der Vergangenheit eine Vielzahl hochkarätiger Rednern gewinnen konnte.

Als Wissenschaft beschreibt Hufeld an der Regulierung unter anderem die Grundannahmen, Modelle und quantitativen Methoden, beleuchtet im Verlauf seines Vortrags dann aber vor allem den Teil von Regulierung, der über diese wissenschaftlichen Elemente hinausgeht und den Hufeld als Kunst bezeichnet. All jene Fragen und Entscheidungen, die sich mit Rechenmodellen nicht beantworten lassen, die Abwägungen zwischen unterschiedlichen regulatorischen Zielen nötig machen, die zudem noch in einem Spannungsverhältnis zueinanderstehen können. „Kurzum: Fragen, bei denen es vor allem auf das Urteilsvermögen von Menschen ankommt“, wie Felix Hufeld zusammenfasst. Was außerdem dadurch erschwert wird, dass sich Regulierung im Kontext globaler Entwicklung, dem fortschreitenden Prozess der Europäisierung sowie der Dynamik der Märkte und dem grundlegenden Wandel durch die Digitalisierung bewegt.

Anhand von vier Beispielen vertieft Hufeld dieses Verständnis von Regulierung als Kunst: Finanzstabilität vs. Profitabilität, Risikosensitivität vs. Prozyklizität, prinzipienbasierte vs. regelbasierte Regulierung sowie Verbraucherschutz vs. Handlungsfähigkeit der Kreditinstitute. Diese und weitere Spannungsfelder bedürfen einzelfallbezogener, kreativer wie pragmatischer Entscheidungen der Regulierer, die auf der Basis von Prinzipien durch Standfestigkeit und Kontinuität gestützt werden und sich im Spannungsverhältnis widerstreitender regulatorischer Ziele sowie dynamischer Entwicklungen bewegen müssen. Am Ende dieses Prozesses steht das Ziel der Regulierung, eine dauerhafte tragfähige Ordnung der Finanzmärkte zu realisieren und den Teufelskreis aus Krise – Regulierung – Deregulierung und erneuten Krisen zu verhindern.

16 September 2016: Joint ESAs’ Consumer Protection Day

Der 4. “Joint ESAs Consumer Protection Day”  des Joint Committee of the European Supervisory Authorities (ESAs) wird am 16. September 2016 in Paris stattfinden. Erstmalig wird die ESA das Event live im Internet übertragen, um die Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Veranstaltung fördert den Austausch zwischen Regulierern, Verbrauchervertretern und der Finanzindustrie zu Themen des Verbraucherschutzes.

Bild: ESA Joint Committee

Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung: Jahrbuch 2016

Bekanntlich ist nichts beständiger als der Wandel! Diese Weisheit, mal dem vorsokratischen Philosophen Heraklit (ca. 535 vor Christus), mal dem britischen Naturforscher Charles Darwin (1809 bis 1882) zugeschrieben, lässt sich sowohl auf die Themen Risikomanagement und Regulierung übertragen als auch auf das diesjährige Jahrbuch 2016.

Die Publikation bietet einen sehr gelungenen Bericht über die Arbeit des Frankfurter Instituts für Risikomanagement und Regulierung. Zudem finden Sie auch in dieser Ausgabe ein breites Spektrum an Fachbeiträgen renommierter Autoren aus der bunten Welt des Risikomanagements und der Regulierung. Die diesjährige Ausgabe wurde vor allem grafisch komplett überarbeitet und modernisiert. Auch die einzelnen Rubriken wurden transparenter gestaltet. Mehr als 40 Beiträge präsentieren die Aktivitäten des renommierten Frankfurter Instituts für Risikomanagement und Regulierung sowie die bunte Vielfalt und Heterogenität der Themen.

Den Download zum diesjährigen Jahrbuch finden Sie hier.

Frankfurt Finance Summit: On the Move

Der sechste „Frankfurt Finance Summit“ findet statt am Donnerstag, 12. Mai 2016. Unter dem Motto „On the Move – The Future of Finance“ diskutieren namhafte Finanzexperten, darunter Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen und Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Themen der Panels sind:

  • Redefining Banking – Regulatory and Economic Challenges
  • Digitalisation – The Dawning of FinTechs
  • Tectonic shift – Where will finance move to?

Die Konferenz findet statt im „Kap Europa“, Messe Frankfurt. Konferenzsprache ist Englisch.
Das Programm finden Sie hier.

Die Präsenz der Regulierungsbehörden in Frankfurt stärkt sowohl die Finanzindustrie als auch die Infrastruktur des Finanzplatzes nachhaltig. Zusätzlich schärft sich das Profil Frankfurts als rEgulierungszentrum weiter, da sich weitere Institutionen der europäischen Finanzaufsicht am Standort angesiedelt haben.

„Die Präsenz der Regulierungsbehörden in Frankfurt stärkt sowohl die Finanzindustrie als auch die Infrastruktur des Finanzplatzes nachhaltig. Zusätzlich schärft sich das Profil Frankfurts als rEgulierungszentrum weiter, da sich weitere Institutionen der europäischen Finanzaufsicht am Standort angesiedelt haben.“

Von: Wolfgang Hartmann, Vorstandsvorsitzender des Frankfurter Instituts für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) - 2015
Frankfurt Finance Summit 2015

Frankfurt Finance Summit diskutiert Wege zu neuem Wachstum in Europa

Unter dem Motto „Reality Check – How to Foster Growth in the New Regulatory Environment“ kommen Notenbank­gouverneure, Regulierer, Vertreter der Aufsichtsbehörden, Finanzpolitiker, Wissenschaftler und Praktiker heute bereits zum fünften Mal am Finanzplatz Frankfurt zusammen, um Fragen der Finanzmarktregulierung und ihre Auswirkungen zu diskutieren.  Weiterlesen

Frankfurt Finance Summit 2014 Michel Barnier

„The state of the Union“: Michel Barnier und Danièle Nouy auf dem Frankfurt Finance Summit

Auf dem Frankfurt Finance Summit hat Michel Barnier, EU-Kommissar für den Binnenmarkt und den Finanzsektor, in seiner Eröffnungsrede einen wesentlichern Nutzen der Bankenunion hervorgehoben: „Die Bankenunion bedeutet, dass der Steuerzahler nicht mehr in der ersten Reihe steht, wenn Banken gerettet werden müssen.“ Danièle Nouy, Leiterin der Europäischen Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank, verwies auf noch bestehende Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Finanzstabilität: „Zu den kurzfristigen Herausforderungen gehört, das Vertrauen in die Bankbilanzen zu stärken.“ Weiterlesen

Frankfurt Finance Summit 2013 Christine Lagarde

Die Zukunft des Euro. Christine Lagarde und Wolfgang Schäuble auf dem Frankfurt Finance Summit

Am Dienstag, den 19. März, findet der dritte „Frankfurt Finance Summit“ statt. In der Hauptverwaltung Hessen der Deutschen Bundesbank diskutieren 170 Notenbankgouverneure, Leiter von Banken- und Börsenaufsichten sowie Vertreter der Finanzwirtschaft aus 19 Ländern über die Zukunft des Euro, und wie Regulierung und Krisenmanagement die Weltfinanzwirtschaft ändern. Der Summit ist in englischer Sprache und wird live im Internet übertragen unter: www.frankfurt-main-finance.com/stream  Weiterlesen