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CFS-Index wieder im Plus – Umsätze der Finanzbranche entwickeln sich positiv

Der CFS-Index, der dreimonatlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt im zweiten Quartal 2016 um 1,6 Punkte auf 110,3 Punkte. Der Zuwachs beruht auf einer starken Entwicklung der Umsätze der Finanzbranche. Hingegen ist die Ertragslage der Finanzinstitute, anders als erwartet, weiterhin rückläufig, während die Dienstleister ihre konstante positive Lage beibehalten. Das Investitionsvolumen der Finanzbranche bleibt nahezu unverändert stabil. Für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute mit einem Stellenabbau, bisher wurde die Anzahl der Mitarbeiter auf neutralem Niveau stabil gehalten.

„Die Umfrageergebnisse belegen, dass sich etliche Finanzdienstleister in einer Umbauphase befinden, denn der Ertragsdruck in der Branche nimmt weiter zu“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Finanzbranche beurteilt die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland mit historischem Höchststand

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland erreicht einen historischen Höchststand von 136,8 Punkten. Unter dem Einfluss des möglichen Ausstiegs Großbritanniens aus der EU steigt der entsprechende Wert um 20,7 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Wir alle bedauern die Entscheidung des Referendums zutiefst, respektieren diese aber natürlich. Eine Konsequenz dieser Situation ist, dass sich Finanzplätze innerhalb der EU dafür bewerben werden, einzelne Produktbereiche und Aktivitäten von London aufzunehmen. Auch Frankfurt Rhein-Main wird sich hier melden, dies aber konstruktiv und partnerschaftlich.“

Geschäftsvolumen der Finanzbranche entwickelt sich positiv – gegensätzliche Ertragsentwicklung bei Finanzinstituten und Dienstleistern

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister können ihre Umsätze bzw. ihr Geschäftsvolumen nach der schwachen Entwicklung des ersten Quartals wieder deutlich ausbauen. Der entsprechende Sub-Index steigt im zweiten Quartal bei den Finanzinstituten um 2,7 Punkte auf 107,2 Punkte. Die Dienstleister steigern ihre Umsätze um 3,8 Punkte auf 120,3 Punkte und liegen damit nur knapp unter dem Vorjahresstand. Für das laufende Quartal erwartet die Finanzbranche das Niveau halten zu können.

Bei den Erträgen verzeichnen die Finanzinstitute, entgegen ihrer Erwartungen im vorangegangenen Quartal, einen weiteren Rückgang. Der entsprechende Sub-Index fällt um einen Punkt auf 96,9 Punkte. Hingegen melden die Dienstleister, trotz zuvor negativer Erwartungen, konstante Ertragszuwächse. Der Sub-Index Erträge steigt für diese Gruppe um 0,3 Punkte auf 113,1 Punkte. Die Finanzinstitute erwarten, dass das niedrige Niveau weiter anhält, die Dienstleister sind für das laufende Quartal optimistischer.

Das Investitionsvolumen in Produkt- und Prozessinnovationen beider Gruppen befindet sich unverändert auf solidem Niveau. Der Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 0,2 Punkte auf 112,3 Punkte. Der Sub-Index der Dienstleister sinkt um 0,1 Punkte auf 112,6 Punkte. Beide Gruppen befinden sich somit auf dem gleichen Stand und erwarten keine Änderungen für das laufende Quartal.

Finanzinstitute rechnen mit Stellenabbau im dritten Quartal

Für den Mitarbeiterstab, den die Finanzinstitute bisher auf nahezu neutralem Niveau mit 99,7 Punkten stabil halten (+0,7 Punkte), wird für das laufende Quartal mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Die befragten Dienstleister bewegen sich mit einem Wert von 105,1 Punkten zwar auf einem höheren Niveau, haben jedoch die Anzahl der Neueinstellungen gegenüber dem Vorquartal deutlich reduziert. Der entsprechende Sub-Index sinkt um 5,9 Punkte. Für das dritte Quartal sind die Dienstleister wieder optimistischer.

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