Finanzplatztag 2017 – building instead of burning bridges

Am 7.-8. März, 2017 fand zum zehnten Mal der Finanzplatztag in der IHK Frankfurt statt. Die Konferenz wurde von der WM Gruppe, einem Frankfurt Main Finance Mitglied und Herausgeber der Börsen-Zeitung, veranstaltet. Frankfurt Main Finance war auf dem Finanzplatztag durch seine Mitglieder wie die Deutsche Börse, die Helaba, das Bundesland Hessen und natürlich durch die WM Gruppe sehr gut vertreten.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, moderierte die Podiumsdiskussion Building Instead of Burning Bridges-the new landscape for EU financial centres. Auf dem Podium diskutierten Arnaud de Bresson, CEO von Paris Europlace, Mark Hoban, Vorsitzender der International Regulatory Strategy Group, Pat Lardner, CEO der Irischen Fund Association und Tom Theobald, stellvertretender CEO von Luxembourg for Finance. Die Vertreter der führenden Finanzzentren untersuchten, welche Veränderungen erwartet werden können, sobald Finanzdienstleister London in Folge des Brexits verlassen sollten. Über die vorrangige Bedeutung, Stabilität in Europa zu erhalten, waren die Diskussionsteilnehmer einig. Ein wichtiger Baustein dieser Stabilität wird Londons Rolle als globaler Finanzplatz sein. Die Finanzzentren in der Eurozone werden ein starkes Netzwerk aufrechterhalten müssen, um wettbewerbsfähig mit anderen globalen Zentren wie Singapur und New York City zu bleiben. Der Bau einer Brücke zwischen der Eurozone und London spielt eine entscheidende Rolle, um die Auswirkungen des Brexit zu minimieren und die Stabilität zu erhalten.

Dr. Gertrud R. Traud, Chef-Volkswirtin von der Helaba, sprach über den Strukturwandel und Frankfurts Aussicht, vom Brexit zu profitieren, dabei gab sie einen Überblick über die Stellung Frankfurts als Finanzplatz im Vergleich. Traud erklärte, warum Frankfurts besonderer Charakter, die Stadt zum Spitzenreiter des Kontinents macht und präsentierte die jüngsten Ergebnisse des Finanzplatz Fokus‘. Die Helaba Studie Brexit-Lets go Frankfurt, zeigt, dass Frankfurt in mehrfacher Hinsicht die führende Position unter den Finanzzentren der Eurozone belegt, eine Weltklasse Infrastruktur bietet, hohe Lebensqualität und die Stabilität und Stärke der deutschen Wirtschaft.

Im Anschluss an eine Keynote von Deutsche Börse CEO Carsten Kengeter, leitete Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung, die Podiumsdiskussion Folgen des Brexits für den Finanzplatz Frankfurt. Teilnehmer waren Hubertus Väth, Hauke Stars, Vorstandsmitglied der Deutschen Börse und Michael Reuther, Vorstandsmitglied der Commerzbank AG. Zur Eröffnung der Diskussion sagte Väth von Frankfurt Main Finance, er stehe immer noch zu seiner Schätzung vom Juni 2016, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 10.000 Arbeitsplätze von London nach Frankfurt verlegt werden. Angesichts der zahlreichen Standortvorteile Frankfurts, berichtete Väth von erheblichem Interesse von Finanzdienstleistern und Banken und erwartet Ankündigungen von Verlagerungen im Laufe des Monats. Obwohl er keine Namen nennen dürfe, hätten 3 der 5 größten amerikanischen Banken beschlossen, nach Frankfurt zu ziehen, so Väth. Er bekräftigte, dass Frankfurt „in der Pole Position“ für eine Verlagerung von London in die EU bleibe. Die Ankündigungen der Umsiedelung erwartet Väth in drei Wellen, beginnend mit großen Investmentbanken, gefolgt von Geschäftsbanken und Vermögensverwaltern.

Frankfurt Main Finance Executive Mitglied, Hauke Stars, ergänzte Väths Aussagen, mit dem Hinweis auf Frankfurts Talent Pool und die Rolle als Drehkreuz mit vielen attraktiven Faktoren. Stars erklärte, dass Frankfurt nicht nur ein ansprechender Standort für große Finanzdienstleistungsunternehmen sei, sondern auch für kleine FinTech-Startups. Die Deutsche Börse unterstützt aktiv das Frankfurter FinTech-Ökosystems, vor allem mit seinem FinTech Hub. Des Weiteren deutete Stars auf erweiterte Aktivitäten hin, um dieses wichtige Segment voranzutreiben, welche in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.

Die Veranstaltung wurde am ersten Tag mit einem Schlusswort von Tarek Al-Wazir, dem hessischen Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Stadt- und Landesentwicklung und Frankfurt Main Finance Executive Committee Mitglied geschlossen. Al-Wazir reflektierte über die Ereignisse von 2016 und die zehn Jahre seit dem ersten Finanzplatztag. Abgesehen davon, dass der Brexit sehr unglücklich und unerwünscht sei, sagte Al-Wazir, wir müssten das Beste für den Finanzstandort tun. Ziel sollte es sein, dem Vereinigten Königreich unsere Hand zu reichen und eine Brücke zu bauen, anstatt sie einzureißen.

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