Beiträge

Frankfurt Main Finance begrüßt Bewerbung des Bundesministeriums der Finanzen um Sitz der EBA in Frankfurt

Das Bundesfinanzministerium bewirbt sich um die Ansiedlung der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) am Finanzzentrum Frankfurt. Nach der Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die Europäische Union zu verlassen, braucht die EBA, die bislang ihren Sitz in London hat, einen neuen Standort innerhalb der EU. Bis zum 31. Juli mussten Bewerbungen vorgelegt werden. Eine Entscheidung über den künftigen Sitz der Behörde wird voraussichtlich im November 2017 fallen.

Frankfurt Main Finance begrüßt die Bewerbung des Bundesministeriums der Finanzen um den Sitz der Europäischen Bankenaufsicht in Frankfurt. „Schon heute ist Frankfurt das Zuhause von drei der fünf Säulen der Europäischen Finanzaufsicht. Die EBA nach Frankfurt zu holen, wäre der nächste logische Schritt und wurde schon vor vielen Jahren von den europäischen Abgeordneten unterstützt“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance.

Der Finanzplatz Frankfurt liegt vorn beim Bemühen um Geschäftsverlagerungen aus London nach dem Referendum im Vereinigten Königreich. Etliche Banken haben bereits angekündigt als Reaktion auf den Brexit Geschäft in Frankfurt anzusiedeln oder Geschäftsbereiche auszuweiten: die Silicon Valley Bank, Standard Chartered, Daiwa, Nomura, Sumitomo Mitsui Financial Group, Mizuho Bank, Goldman Sachs, Citibank, JP Morgan und Deutsche Bank. „Die Banken haben mit den Füßen für Frankfurt votiert, nun ist es an Europa, sich für die Finanzmarktstabilität und für Frankfurt zu entscheiden“, sagt Väth. Frankfurt Main Finance erwartet, dass sich 2017 mindestens 12, möglicherweise sogar 20 Banken für Frankfurt entscheiden werden.

Geschätzt für seine wirtschaftliche und politische Stabilität, bietet Frankfurt und die Region eine hervorragende Infrastruktur, ein vergleichsweise günstiges und hochwertiges Angebot an modernen Büroflächen, ein großes Potential gut ausgebildeter Arbeitskräfte und eine extrem hohe Lebensqualität.

Zudem ist die BaFin ein kompetenter, hilfreicher und konstruktiver Regulator, der weite Teile des Lizenzantrags in englischer Sprache akzeptiert. Bereits heute gibt es am Finanzplatz Frankfurt mehr als 150 ausländische Banken und die Finanzbranche bietet rund 75.000 Menschen Arbeit.

Frankfurt wird Ziel internationaler Bewerber – Personalberater sehen deutlichen Anstieg des Interesses

Der Brexit nimmt Fahrt auf. Zeitgleich mit den ersten offiziellen Ankündigungen von Finanzinstituten, Geschäftseinheiten von der Themse an den Main zu verlegen, kommt Bewegung in den Arbeitsmarkt. „Wir erleben gerade einen nie gesehenen Ansturm von Initiativbewerbungen aus London für Frankfurt“, sagt Christopher Schmitz, Partner, EMEIA Financial Services von EY. „Das gilt sowohl für Bewerbungen von Consultants aus dem eigenen Haus aber, auch von außen und verstärkt von Personen mit indischen Wurzeln. Das Interesse an Frankfurt ist groß.“

Ähnliches beobachtet Dr. Rolf E. Stokburger, Managing Partner Germany der international tätigen Personalberatung Boyden mit Spezialisierung auf Führungskräfte: „Unter den vermehrt proaktiven Bewerbern sind es gerade Senior Banker, die die Erfolgsgeschichte in Frankfurt von Anfang mitgestalten und dazu die Chancen des frühen Einstiegs nutzen wollen.“

Thomas Deininger, Geschäftsführer von Deininger Consulting, der ebenfalls global tätigen Beratungsgesellschaft mit Hauptsitz in Frankfurt und Büros u.a. in London, Dehli, Mumbai und Pune sagt: „In London agieren die Banken zunehmend zögerlich. Unsere Aufträge dort gehen dramatisch zurück. Die Rekrutierungen dort sind um 30 bis 50 Prozent rückläufig. Umgekehrt verzeichnen wir in Frankfurt verstärktes Interesse. Die Zahl der uns unaufgefordert zugesandten Lebensläufe hat um bestimmt ein Fünftel zugelegt. Viele Akteure in der Finanzbranche gehen derzeit mit uns in Sondierungsgespräche.

„Wir erleben gerade die Frühphase einer sich entwickelnden, einschneidenden Verschiebung am Arbeitsmarkt in Frankfurt“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „In den Banken werden jetzt Gespräche mit den Teams geführt, wie die Verlagerungen nach Frankfurt umgesetzt werden kann“, so Väth weiter. „Diese muss man abwarten und die dort getroffenen Entscheidungen von langer Hand vorbereiten. Davon sind nicht nur die Arbeitnehmer selbst betroffen, sondern auch deren Familien.“

Bemerkenswert, aber keine Überraschung ist das große Interesse an Frankfurt aus Indien. Nach Zahlen der Stadt Frankfurt lebt die mit weitem Abstand größte indische Community innerhalb Deutschlands in der Rhein-Main-Region, die Orbis Datenbank verzeichnet 2017 mehr als 130 indische Unternehmen in der Region. Sie ist damit das bevorzugte Investitionsziel Indiens im Schengen-Raum. Und nicht zuletzt haben mehr als 40 indische IT-Unternehmen, neun davon aus den Top 20 der indischen IT-Companies, hier ihren Sitz. „In unseren Büros in Delhi, Mumbai und Pune steigt das Interesse an einem Arbeitsplatz in Frankfurt“, sagt Thomas Deininger. „Der Global Innovation Index 2016 sieht Frankfurt als führendes deutsches Innovationscluster auf Platz 12 weltweit, es führt deutlich vor London (21) und Berlin (30). Für innovative Unternehmen ist der Standort Frankfurt daher besonders attraktiv“, ergänzt Hubertus Väth.

Mizuho bestätigt als vierte japanische Bank ihren Umzug nach Frankfurt

Die japanische Investmentbank Mizuho Securities Co. Ltd, eine Hauptgruppe der Mizuho Financial Group, Inc. bewirbt sich für eine Lizenz, um seine Präsenz am Finanzplatz Frankfurt auszubauen. Neben Daiwa, Nomura, and Sumitomo Mitsui Financial Group hat nun die vierte japanische Großbank entschieden, ihren Standort in Frankfurt am Main auszubauen.

„Frankfurt e yokoso, herzlich willkommen in Frankfurt Mizuho! Die Wahl Mizuhos sehen wir als großen Vertrauensbeweis für den Finanzplatz“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. „Die Vorteile des Standorts überzeugen als Gesamtpaket. Jetzt haben vier der fünf führenden japanischen Banken und Kapitalgesellschaften nach umfangreicher und sorgfältiger Prüfung Frankfurt als ihren europäischen Standort gewählt. Wir freuen uns, die Banken in der Ansiedlung ihrer Geschäftseinheiten unterstützen zu können.“

„Die Entscheidungen der Banken für die Verlagerung von Geschäftseinheiten von der Themse an den Main in den vergangenen Tagen stärken Frankfurt als wichtiges Finanzzentrum in Europa und weltweit“, erklärt Väth weiter. Frankfurt Main Finance erwartet, dass mindestens 12 Banken ihren Umzug nach Frankfurt in diesem Jahr verkünden werden. „Wir sind einen Schritt näher an unserem Ziel, dass sich in diesem Jahr bis zu 20 Banken für den Finanzplatz Frankfurt entscheiden. Die vergangenen Wochen sollten alle Zweifel gegenüber Frankfurts Attraktivität für global agierende Investmentbanken zerstört haben“, sagt Väth.

Der Finanzplatz Frankfurt liegt vorn beim Bemühen um Geschäftsverlagerungen aus London nach dem Referendum im Vereinigten Königreich. Geschätzt für seine wirtschaftliche und politische Stabilität, bietet Frankfurt und die Region eine hervorragende Infrastruktur, ein vergleichsweise günstiges und hochwertiges Angebot an modernen Büroflächen, ein großes Potential gut ausgebildeter Arbeitskräfte und eine extrem hohe Lebensqualität. Zudem ist die BaFin ein kompetenter, hilfreicher und konstruktiver Regulator, der weite Teile des Lizenzantrags in englischer Sprache akzeptiert. Bereits heute gibt es am Finanzplatz Frankfurt mehr als 150 ausländische Banken und die Finanzbranche bietet rund 75.000 Menschen Arbeit.

Zur Pressemitteilung der Mizuho Financial Group.

 

 

歓迎される – Willkommen

Frankfurt am Main wird der künftige EU-Standort der Finanzhäuser Mizuho Securities, Daiwa Securities, Sumitomo Mitsui Financial Group und Nomura werden. Doch aus welchen Gründen entscheiden sich ausländische Banken für Frankfurt? Und wo liegen die Chancen und Herausforderungen eines Umzugs? Ein Interview mit Dr. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland e.V.

Warum kommen ausländische Banken nach Frankfurt?

Dr. Oliver Wagner: Es ist ein Bündel von Motiven, warum sich Banken für Frankfurt entscheiden. In regionaler Hinsicht sind dies nicht nur die zentrale Lage des Rhein Main-Gebiets quasi in der Mitte der Bundesrepublik, die guten Verkehrsanbindungen mit dem internationalen Flughafen und dem zentralen Hauptbahnhof mit guten ICE-Verbindungen sowie Autobahnen, sondern auch die vergleichsweise günstigen Büromieten und die umfassende IT-Infrastruktur. Hinzu kommen die Nähe zur Börse, die fast 200 im Raum Frankfurt vertretenen Banken – darunter auch circa 160 Auslandsbanken – mit ihren über 70.000 Mitarbeitern und Präsenz der Berater, Prüfer und Kanzleien. Standortunabhängig sind sicherlich die leistungsfähige, verlässliche und gesprächsoffene Aufsicht von BaFin und Bundesbank entscheidend, die auch Gespräche und in weiten Teilen Dokumentationen in englischer Sprache zulässt. Die Aufzählung ist bei weitem nicht abschließend, betont sei aber, dass es weder Steuergeschenke noch sonstige Vergünstigungen gab, wie wir es aus anderen Standorten gehört haben.

Was sind die größten Herausforderungen für ein Unternehmen, das im Zuge des Brexit nun den EU-Standort verlagert?

Wagner: Das kann man nicht so pauschal beantworten, da dies sehr davon abhängt, auf welcher Struktur man aufbauen kann. Banken, die bisher nicht in Deutschland tätig waren, müssen nicht nur eine entsprechende Erlaubnis der Aufsicht beantragen, was den Erfahrungen nach rund ein Jahr dauern kann. Dies gilt auch für solche Häuser, die bisher mit Hilfe des EU-Passes tätig waren. Auch diese brauchen eine neue Erlaubnis und werden insbesondere im Marktfolgebereich Mitarbeiter und Infrastrukturen aufbauen. Werden zudem neue Geschäftsbereiche wie beispielsweise das Broker-Dealer-Geschäft neu etabliert, sind umfangreiche Investitionen notwendig. Die große Frage ist, wie man weiterhin die bestehenden Strukturen nutzen kann, eventuell auch im Wege des Outsourcing. Generell gilt, es werden sich viele aufsichtsrechtliche und steuerliche Fragen stellen.

Und worin bestehen die größten Chancen?

Wagner: Zunächst einmal glaube ich, dass der Brexit weder für die Europäische Union noch das Vereinigte Königreich eine positive Entwicklung ist. In Zeiten der Globalisierung und vernetzter Märkte sind zersplitterte und fragmentierte Märkte für fast alle Beteiligten mit Kostenbelastungen und erheblichem zusätzlichem Aufwand verbunden. Will man diesem disruptiven Ereignis doch etwas Positives abgewinnen, wird es vielleicht die Chance sein, dass ein Unternehmen sich neu ordnen und das Bisherige auf den Prüfstand stellen kann.
Worauf sollte bei den Brexit-Verhandlungen aus Sicht der Finanzbranche unbedingt geachtet werden?
Es sollten auf jeden Fall Übergangsfristen vereinbart werden. Es ist absehbar, dass in den kommenden Monaten bis Ende März 2019 nicht alles so geregelt werden kann, dass am 20. März 2019 ein rechtssicherer und reibungsloser Übergang erfolgen kann. Diese Rechtssicherheit für Produkte und Dienstleistungen ist erforderlich, nicht zuletzt im Sinne der Finanzstabilität.

Wer siedelt sich am Finanzplatz Frankfurt an?

„Japanische Banken haben sehr früh vor den Folgen des Brexit gewarnt und zählen nun zu den ersten, die reagieren“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Als nächstes erwarten wir die Entscheidungen der amerikanischen und europäischen Banken und sind auch hier zuversichtlich.“ Wer die Finanzhäuser sind, die nach Frankfurt kommen, zeigt ein Überblick ausgewählter Kennzahlen im Vergleich zum Deutsche Bank Konzern.

 

the Financial Centre Frankfurt

Citi verstärkt den Standort Frankfurt

Die amerikanische Investmentbank Citigroup verstärkt ihr Geschäft am Finanzplatz Frankfurt in Folge des Rückzugs des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Laut Medienberichten wird die Investmentbank einige hundert Arbeitsplätze im Bereich Sales und im Handel nach Frankfurt verlagern.

Frankfurt Main Finance begrüßt die Entscheidung und ist stolz, dass mit der Citigroup einer der sogenannten „Big Five“ den Standort Frankfurt ausbaut. Geschäftsführer Hubertus Väth sagt: „Das sind großartige Neuigkeiten für den Finanzplatz Frankfurt und wir freuen uns, unsere neuen Kollegen willkommen zu heißen. Die gemeldete Entscheidung der Citi belegt unsere These, dass noch in diesem Jahr zusätzliche 1.000 Arbeitsplätze nach Frankfurt umziehen werden und in den kommenden fünf Jahren 10.000 weitere dazukommen. Außerdem fühlen wir uns bestätigt, dass in diesem Jahr noch mindestens zwölf, möglicherweise sogar 20 Banken für Frankfurt entscheiden.“

Im vergangenen Jahr wurden am Finanzplatz Frankfurt Gespräche mit fast 20 interessierten Banken geführt. „Vergangene Woche hat Jamie Dimon in Paris angekündigt, Frankfurt werde JP Morgans rechtlicher Sitz in der EU. Das war bereits ein erstes starkes Signal von den US-Banken. In Anschluss an die Vorlage der Brexit-Pläne der Banken bei der Bank of England in der Vorwoche erwarten wir in Kürze eine neue Welle von Umzugsankündigungen“, sagt Väth.

Der Finanzplatz Frankfurt liegt vorn beim Bemühen um Geschäftsverlagerungen aus London nach dem Referendum im Vereinigten Königreich. Geschätzt für seine wirtschaftliche und politische Stabilität, bietet Frankfurt und die Region eine hervorragende Infrastruktur, ein vergleichsweise günstiges und hochwertiges Angebot an modernen Büroflächen, ein großes Potential gut ausgebildeter Arbeitskräfte und eine extrem hohe Lebensqualität. Zudem ist die BaFin ein kompetenter, hilfreicher und konstruktiver Regulator, der weite Teile des Lizenzantrags in englischer Sprache akzeptiert. Bereits heute gibt es am Finanzplatz Frankfurt mehr als 150 ausländische Banken und die Finanzbranche bietet rund 75.000 Menschen Arbeit.

Bewegung in der Welt der Banken – der Brexit und seine Folgen

Die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union haben begonnen. Ein wichtiges Thema ist, ob die Verrechnung von Wertpapiergeschäften in Euro („Euro Clearing“) künftig weiterhin in London oder auf dem Kontinent stattfindet. Viele Banken bereiten sich darauf vor, ihr Geschäft auf andere Standorte zu verlagern.

 

Deutsche Bundesbank: Erste von einem Brexit betroffene Banken bewerben sich

Im Juni sind erstmals Michel Barnier, Chefunterhändler der EU-Kommission, und Großbritanniens Brexit-Minister David Davis in Brüssel zusammengekommen, um über den Austritt der Briten aus der Europäischen Union (EU) zu verhandeln. Währenddessen laufen in den Banken Überlegungen auf Hochtouren, ihre Standorte in andere europäische Finanzmetropolen zu verlagern. Entsprechend haben der Deutschen Bundesbank zufolge die ersten von einem EU-Austritt Großbritanniens betroffenen Finanzinstitute Banklizenzen für Deutschland beantragt. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und unter anderem zuständig für Banken und Finanzaufsicht, sprach in einem Interview von „ersten Bewerbungen“. Zudem sagte Dombret, er habe „zwei Dutzend Diskussionen“ über eine Standortverlagerung auf den europäischen Kontinent geführt, gehe aber nicht davon aus, dass jede in einen Umzug nach Deutschland münden werde. „Ich erwarte, dass die meisten Banken ihre Umzugsentscheidungen bis zur Mitte des Jahres treffen werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie sie auch bekannt machen werden“, fügte er hinzu.

Standard Chartered etabliert notwendige Infrastruktur für Banklizenz in Deutschland

Eines der ersten Institute, die nach dem Brexit-Votum der Briten den Unternehmensstandort Frankfurt ausbaut, ist die britische Großbank Standard Chartered. „Wir werden jetzt die notwendige Infrastruktur etablieren, um auf dieser Grundlage eine Banklizenz in Deutschland zu beantragen“, sagte Deutschland-Chef Heinz Hilger den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. „Unser Zeitplan ist, bis spätestens Ende 2018 die operativen Themen stehen zu haben.“ Dabei fiel die Entscheidung zugunsten Frankfurts, weil die Bank in Deutschland mit aktuell etwa 100 Mitarbeitern ohnehin schon die größte Präsenz in Europa nach der Zentrale in London habe, erklärte Hilger. „Das hängt damit zusammen, dass wir aus Deutschland heraus das sogenannte Euro-Clearing betreiben. Das macht den Standort größer und komplexer und damit besser geeignet für weitere Aufgaben.“ Zudem zählten die Nähe zu den Regulierungsbehörden, die Internationalität sowie der Flughafen zu den Vorteilen der Mainmetropole. Wie viele Mitarbeiter am Frankfurter Standort hinzukämen, hänge davon ab, wie hart der Brexit werde. „Wir reden in einem ersten Schritt von einer sehr überschaubaren Zahl von Mitarbeitern, die nach Frankfurt kommen werden, vielleicht 20. Wie viele Leute es letztlich betreffen wird, kann derzeit niemand seriös sagen.“

Goldman Sachs: „Wir beginnen damit, Ressourcen nach Frankfurt und in andere europäische Städte zu verlagern“

Zu den Großbanken, die bereits eine deutsche Banklizenz haben, gehört die Goldman Sachs Gruppe. Für das Unternehmen arbeiten derzeit rund 200 Mitarbeiter im Frankfurter Messeturm im Vergleich zu etwa 6.000 Angestellten in der Londoner City. Da der Brexit inzwischen als sicher gilt, wird Goldman Sachs nach Aussagen von Richard Gnodde, stellvertretender Vorsitzender der Goldman Sachs Group, Inc. und Chief Executive Officer von Goldman Sachs International, die Anzahl der in Frankfurt tätigen Mitarbeiter wenigstens verdoppeln. „Wir beginnen damit, Ressourcen nach Frankfurt und in andere europäische Städte zu verlagern. Mitarbeiter mit Kundenkontakt rücken näher an ihre Kunden heran, ob das nun Mailand, Madrid oder eine andere Stadt ist“, sagte Gnodde in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Da der gesamte Brexit-Prozess nicht vorhersehbar sei, halte er es für wichtig, „entsprechende Notfallpläne“ zu haben. Zudem hoffe und erwarte er, dass es am Ende der Verhandlungen eine Übergangszeit geben werde, damit sich die Finanzbranche auf die neue Situation einstellen könne. „Für die Stabilität des Finanzsystems ist es wichtig, dass die Banken nicht sehr kurzfristig Teile des Geschäfts hin und her schieben müssen. Sie müssen die Zeit haben, Ressourcen aufzubauen; auch die Finanzaufsicht muss sich umstellen.“ Im Wettbewerb um das künftige Finanzzentrum Europas sieht Gnodde mehrere europäische Metropolen im Rennen, darunter auch Paris und Dublin. Frankfurt habe derzeit aber einen Vorsprung.

Invesco: Attraktivität sinkt für Großbritannien und steigt für Deutschland aus Sicht von Staatsfonds

Staatsfonds beurteilen den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union als negativ, weshalb das Land auf lange Sicht inzwischen als weniger attraktiv für Investitionen gilt – zu dieser Erkenntnis kommt die Studie „Global Sovereign Asset Management 2017“ der Investmentgesellschaft Invesco. In Anbetracht der Unsicherheit über die Besteuerung von Importen oder den Zugang zum EU-Binnenmarkt stellen die Befragten auch „die Zukunft Großbritanniens als ‘Investment Hub’ für Europa“ in Frage. Dagegen ist die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort nach Aussagen der Studie seit 2015 kontinuierlich gestiegen. Die Ergebnisse basieren auf Face-to-Face-Interviews mit 97 führenden Staatsfonds, staatlichen Rentenfonds sowie Zentralbanken mit einem Vermögen von insgesamt rund 12 Billionen US-Dollar.

Financial Centre Frankfurt

Japanische Sumitomo Mitsui plant zwei Niederlassungen in Frankfurt

Die japanische Sumitomo Mitsui Banking Corporation (SMBC) und die Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) kommen nach Frankfurt. Als Reaktion auf das Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union werden weitere Verlagerungen nach Frankfurt vorbereitet. Die Entscheidung teilte SMFG-Präsident und CEO der SMFG, Takeshi Kunibe, am Montag mit. Laut der Pressemitteilung plant die drittgrößte Bank Japans, zwei Niederlassungen in Frankfurt zu eröffnen.

„Yoku irasshaimashita, Willkommen Sumitomo. Der Brexit beginnt, sich auszuwirken“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. „Japanische Banken haben sehr früh vor den Folgen des Brexit gewarnt und zählen nun zu den ersten, die reagieren. Mit Sumitomo Mitsui hat nach Daiwa und Nomura innerhalb weniger Tage die dritte japanische Bank angekündigt zu handeln. Einmal mehr haben die hervorragende Infrastruktur, die große Zahl gut ausgebildeter Arbeitskräfte, eine prosperierende Wirtschaft und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen den Ausschlag gegeben. Frankfurt Main Finance erwartet, dass in diesem Jahr mindestens zwölf Banken sich für Frankfurt entscheiden werden.“

In den beiden vergangenen Wochen hatten die japanischen Banken Daiwa und Nomura ihre Entscheidungen mitgeteilt, nach Frankfurt zu kommen oder ihre Niederlassung auszubauen.

Der Link zur Pressemitteilung der Sumitomo Mitsui Financial Group:
http://www.smbc.co.jp/news_e/e600418_01.html

Japanische Investmentbank Nomura wählt Frankfurt als Standort

Eine weitere japanische Bank beantragt eine Banklizenz in Deutschland und wählt Frankfurt als Sitz der neuen Geschäftseinheit. Frankfurt Main Finance (FMF) freut sich, dass mit Nomura nun eine weitere japanische Bank ihre Entscheidung für Frankfurt nun offiziell gemacht hat. „Es waren gerade auch japanische Banken, die schon früh vor den Konsequenzen des Brexit gewarnt hatten und nun zu den ersten zählen, die sich entschieden haben“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance.

„Wir danken Nomura für das Vertrauen und freuen uns auf die neuen Kolleginnen und Kollegen. Nomura ist bereits Mitglied von FMF. Wir sehen in der Wahl Frankfurts ein Signal; weitere Entscheidungen namhafter Institute werden in den nächsten Wochen folgen.“

Vor wenigen Tagen hatte sich die japanische Daiwa Securities Group für den Standort Frankfurt entschieden.

Der Link zur Pressemitteilung der Nomura Bank.

 

Frankfurt Finance Summit 2017 – Europe Reloaded

Seit 2011 kommen in Frankfurt hochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Finanzwelt zusammen. Unter dem Motto „Europe Reloaded – Herausforderungen des Finanzsektors“ trafen sich am 26. April 2017 Entscheider aus Zentralbanken, Börsen, Aufsichtsbehörden, Banken, Versicherungen, Politik, Unternehmen und Wissenschaft, um sich über aktuelle Fragen rund um den europäischen Wirtschaftsraum, Regulierung und die Finanzmärkte auszutauschen. Dabei standen die Folgen des Brexits, die Herausforderungen durch Cyberkriminalität und die Veränderung der Langzeitfinanzierung im Fokus

Einen umfassenden Rückblick auf den Frankfurt Finance Summit 2017 in englischer Sprache finden Sie hier.

Financial Centre Report

Building Bridges – Frankfurt and Europe after Brexit. Der neue Standortbericht von Frankfurt Main Finance

Building Bridges – Frankfurt and Europe after Brexit, so lautet der Titel des aktuellen Finanzstandortberichts von Frankfurt Main Finance. Die ausschließlich in englischer Sprache verfügbare Publikation, widmet sich in ihrem ersten Teil den Facetten des Finanzplatzes. Gestaltet wie ein Magazin präsentiert sich die Mainmetropole aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt in lesefreundlicher Weise, was diese Stadt stark macht, welche Besonderheiten sie auszeichnen.

Der zweite Teil des Berichts, „Insights“, analysiert detailliert und kenntnisreich volkswirtschaftliche Fragen und wirft einen kritischen Blick auf die Chancen, die sich dem Finanzplatz nach dem britischen Brexit-Votum bieten.

Den Auftakt zum Standortbericht macht ein Grußwort des Hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir, der bereits die Hauptthemen intoniert. Der Minister erinnert an den Aufstieg Frankfurts zum wichtigsten Finanzzentrum in Kontinentaleuropa. Er weist auf die Vielzahl von Herausforderung hin, der sich die Finanzindustrie heute ausgesetzt sieht. Zu denken sei etwa an die Digitalisierung, die die Branche fordert, sich neu zu erfinden und neu aufzustellen. Die lebhafte FinTech-Szene in der Rhein-Main-Region sei eine Art, die Herausforderungen anzunehmen und offensiv anzugehen.

Die zweite Herausforderung dieser Tage sei es, die Neuausrichtung der europäischen Finanzbranche in der Folge des Brexit zu bewältigen und zukunftsorientiert damit umzugehen. „Building Bridges“, der Titel des Standortberichts hat hier seinen Ursprung. Der Bericht zeigt, wie Frankfurt und die Rhein-Main-Region aus einer kooperativen Grundhaltung heraus dazu beitragen, die europäische Finanzordnung zukunftstauglich zu machen und ihre Leistungsfähigkeit für die Realwirtschaft auch weiterhin sicher zu stellen.

Der vorliegende Bericht von Frankfurt Main Finance wirft Schlaglichter auf den Finanzstandort Frankfurt und eröffnet Einsichten, die in ihrer Gesamtheit ein ebenso eindrucksvolles wie stimmiges Bild ergeben. Nach den launigen und einfühlsamen Seiten des ersten Teils, gibt der zweite Teil klarer, faktenbasierter Analyse Raum. Thematisch bleibt der Blick auf die gleichen Fragen gerichtet, die schon im Magazinteil verhandelt wurden: Was bedeutet der Brexit für Frankfurt, wie ist es um das Verhältnis von Realwirtschaft und Banken bestellt, wie ist es um die ökonomisch so bedeutende Langfrist-Finanzierung bestellt und wie verhält sich die deutsche Wirtschaft zum Brexit?