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Money Museum

Bundesbank eröffnet neues Geldmuseum

Die Deutsche Bundesbank öffnet ihr umfassend neu gestaltetes Geldmuseum am 17. Dezember 2016 für das Publikum. Nach einem aufwändigen Bau- und Erneuerungsprozess präsentiert es sich der Öffentlichkeit als moderner Lern- und Erlebnisort. „Wir wollen anschaulich über Geld, seine Geschichte und die Aufgaben moderner Zentralbanken informieren“, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann zur Eröffnung des neuen Geldmuseums. Die Ausstellung hole die Besucher in ihrer Lebenswirklichkeit ab, damit abstrakte Begriffe wie Preisstabilität oder Finanzstabilität verständlicher werden. „Im Museum werden die Themen der Geldpolitik anhand von Alltagserfahrungen direkt erfahrbar“, erläuterte Weidmann. Es gehe darum, den Nutzen stabilen Geldes zu vermitteln, denn eine stabilitätsorientierte Bevölkerung sei eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldpolitik.

Goldbarren zum Anfassen und 360-Grad-Kino

In einem Rundgang führt die multimediale Ausstellung durch die vier Themenbereiche „Bargeld“, „Buchgeld“, „Geldpolitik“ und „Geld Global“. In Alltagssituationen wie in einem inszenierten Supermarkt oder in einer nachgebauten Bankfiliale werden die Besucher über die Arbeit von Zentralbanken, die Bedeutung stabiler Preise oder den Zahlungsverkehr informiert. Dabei können die Besucher jedes Thema anhand der Gegenwart oder anhand der Geschichte betrachten.

„Eine Besonderheit des neuen Geldmuseums ist ein 12,5 Kilogramm schwerer Goldbarren aus dem Bestand der Deutschen Bundesbank, den die Besucher in die Hand nehmen können“, betonte Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Besonders ist auch das Filmerlebnis im 360-Grad-Kino, das die Besucher zum Beispiel auf eine Reise zu ungewöhnlichen Orten des Geldes in der ganzen Welt mitnimmt. Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist das Geldkabinett, das anhand herausragender Museumsstücke die Geschichte des Geldes von den Anfängen der Münzprägung bis in die Gegenwart erzählt. Das neue Museum spricht Besucher jedes Alters auf vielfältige Weise an – mit Texten, Bildern, Videos und Hörbeiträgen. An rund 60 Medienstationen werden Informationen rund ums Geld spielerisch vermittelt (mit Quiz, Memory oder Puzzle) oder vertiefende Inhalte angeboten. Für junge Besucher gibt es kindgerechte Schaukästen auf ihrer Augenhöhe.

Größere Ausstellungsfläche

Um allen Themen gerecht zu werden, wurde die Ausstellungsfläche auf 1000 Quadratmeter erweitert und ein zusätzlicher Raum für Sonderausstellungen geschaffen. Die erste Sonderausstellung „60 Jahre Bundesbank in den Medien“ wird im Sommer des Jubiläumsjahres 2017 eröffnet. „Das Geldmuseum wird das Schaufenster der Bundesbank in Frankfurt“, sagte Vorstandsmitglied Johannes Beermann. Daher wurde auch die Cafeteria vergrößert und neu gestaltet. Die Bundesbank erwartet deutlich mehr Zulauf als vor der Schließung am 1. September 2014. In der Vergangenheit verzeichnete das seit 1999 bestehende Geldmuseum jährlich etwa 40.000 Besucher, darunter viele Schüler. Die Erweiterung und der Umbau des Gebäudes erfolgte durch KSP Jürgen Engel Architekten in Frankfurt am Main, die Ausstellung wurde von Milla & Partner in Stuttgart inszeniert und umgesetzt.

Vorträge, Themenführungen, Workshops und Museumsrallyes

Das Geldmuseum bietet zusätzlich zum Ausstellungsbesuch Vorträge, Themenführungen, Workshops und Museumsrallyes für Kinder und Jugendliche sowie Lehrerseminare an. Damit ist es ein zentraler Ort der ökonomischen Bildungsaktivitäten der Deutschen Bundesbank. Ausführliche Informationen zu den Themen, Zeiten und zur Anmeldung finden Sie unter www.geldmuseum.de. Das Museum befindet sich am Standort der Zentrale der Bundesbank in der Wilhelm-Epstein-Straße 14, 60431 Frankfurt am Main. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Sonntag von 9:00 bis 17:00 Uhr sowie Mittwoch von 9:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.

Dr. Dombret, Deutsche Bundesbank: „Banks face immediate economic consequences“

Dr. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, erläutert in seiner Keynote Speech anlässlich einer Veranstaltung im Center for Finacial Studies der Goethe Universität Frankfurt am 13.07. 2016, was der Brexit für europäische Banken bedeutet. Auch wenn die Verhandlungen zum Austritt noch nicht begonnen haben, lassen sich laut Dr. Dombret schon heute drei Schlüsse ziehen:

  • Financial institutions have to prepare for a scenario in which euro-denominated trading and clearing is unlikely to have a future outside the EU.
  • Regarding the merger between Deutsche Börse and London Stock Exchange, the referendum outcome has even strengthened the economic rationale. But in order to reap the benefits, contracting partners should now invest in a well-balanced governance structure.
  • Financial actors in Europe have so far succeeded in digesting the somewhat surprising referendum result. Even ongoing volatility should not serve as an excuse to bypass the pillars of financial stability we have only just set up in the EU.

Zudem bedauerte er den durch den Brexit entstandenen Rückzug britischer Kollegen: „I –probably speaking for most, if not for all of my German colleagues – will greatly miss our British counterparts in European institutions; not at least because of their orientation towards stability and free market economy. But, fortunately, as central bankers, we will continue our collaboration at many other levels such as the G7, the G20, the IMF and the BIS.“

Die vollständige Rede steht hier zum Download zur Verfügung.

 

Bildnachweis: Deutsche Bundesbank / Frank Rumpenhorst