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Frankfurt Rhein-Main entwickelt sich zum führenden FinTech-Hub

Die Region Frankfurt Rhein-Main soll sich innerhalb von fünf Jahren zum führenden FinTech-Hub in Kontinentaleuropa sowie einer international anerkannten Tech-Region entwickeln. Auf dieses gemeinsame Ziel haben sich am Donnerstag das hessische Wirtschaftsministerium, Unternehmen und Hochschulen der Region verpflichtet.

„Frankfurt Rhein-Main ist die wichtigste Verkehrsdrehscheibe Deutschlands, der bedeutendste Finanzplatz in Kontinentaleuropa und der größte Internetknoten der Welt“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir im TechQuartier in Frankfurt. „Wir haben damit alles, was ein gutes Gründerökosystem benötigt: Perfekte Erreichbarkeit, finanzkräftige Kunden und Highspeed-Internet-Verbindungen.“  Das Frankfurter TechQuartier hat dazu einen Masterplan für die Startup-Region entwickelt und konkrete Maßnahmen erarbeitet, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

„Um als Region auch langfristig attraktiv und ökonomisch leistungsfähig zu bleiben, bedarf es nicht nur einer finanziellen Kraftanstrengung aller Beteiligten, sondern auch einem Bekenntnis zu Unternehmertum und einem gemeinsamen Verständnis für die Dynamiken einer digitalen Gesellschaft“, so Dr. Sebastian Schäfer, Managing Director des TechQuartier. Dr. Thomas Funke, Co-Direktor des TechQuartier: „Ausgangspunkt der Initiative war eine internationale Vergleichsstudie mit 50 anderen Gründerökosystemen, aus der in den letzten Monaten Maßnahmen abgeleitet und für die Region konkretisiert wurden. Die Empirie zeigt, dass sich erfolgreiche Gründerökosysteme nicht über Nacht entwickeln, sondern über viele Jahre entstehen und häufig auf einer gemeinsamen Vision unterschiedlicher Stakeholder aufbauen.“

Der Masterplan umfasst derzeit 20 Maßnahmen aus vier zentralen Bereichen:

BereichKonkrete Maßnahmen
Talentaktivierungbspw. Praxisangebote an Hochschulen, internationale Austauschprogramme, Mentoren-Programme für Gründer
Förderung von Kooperationenbspw. Netzwerkevents, Startup-Investorenkonferenzen
Zugang zu Finanzkapitalbspw. Acceleratoren, Investorenmarketing, staatliche Investitionsfonds
Standortmarketingbspw. neues Webportal Rhein-Main Community, Welcome Package, Ökosystem-Analysen.

Maßnahmen des Masterplans mit einem Gesamtvolumen bis 20 Millionen Euro

Insgesamt umfasst der Masterplan Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 15 bis 20 Millionen Euro innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre. Al-Wazir: „Mit der Umsetzung des Masterplans liegt eine große Aufgabe vor uns, die über das Thema FinTech hinausgeht und nur durch breite Unterstützung und enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erfolgreich bewältigt werden kann. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen – niemand wird allein gelassen.“ Mit der Veröffentlichung des Masterplanes gehen auch bereits erste Maßnahmen in die Umsetzungsphase.

  • Startup-Accelerator: Das TechQuartier schließt eine mehrjährige Kooperation mit Plug and Play, dem weltweit größten Startup-Accelerator aus dem Silicon Valley. Mit diesem starken Partner soll die größte Multi-Corporate Innovationsplattform in Europa entstehen. Das Ziel ist es, zahlreiche Banken und Finanzdienstleister für das gemeinsame Programm zu begeistern, vielversprechende Technologien nach Frankfurt zu holen und mit der Finanzbranche zu verschmelzen. Startups erhalten damit die einmalige Möglichkeit, ihre Geschäftsidee mit Unterstützung namhafter Unternehmen und Partner zu marktreifen Produkten weiterzuentwickeln.
  • Investorenmarketing: Vermarktung der Erfolgsgeschichten der Region mit gezielter Ausrichtung auf Investoren sowie direkte Vernetzung der hiesigen Startups mit nationalen und internationalen Investoren.
  • Ökosystem-Profiling: Die Goethe Universität führt gemeinsam mit dem TechQuartier eine globale Wettbewerbsanalyse durch, um die Erfolgsfaktoren für die Startup-Region zu identifizieren und den Masterplan passgenau weiterzuentwickeln. Passenderweise wurde die sechsstellige Summe für die Studie vom Goethe Alumnus Yi Shi bereitgestellt, der heute als erfolgreicher Unternehmer zwischen Shanghai und San Francisco pendelt.
  • Web-Portal: Aufbau einer Website, die als zentrale Online-Plattform für die FinTech- und Startup-Wirtschaft der Region dient. Aufgabe der Plattform ist es, Informationen über Aktivitäten der Akteure und Möglichkeiten im Ökosystem zugänglich zu machen. Dies umfasst den Zugang zu Kapital, Netzwerken und Talenten, CoWorking Spaces, Forschungsinfrastruktur und anderen Standortangeboten.
  • Mehr Kapital für Startups: Mit der Beteiligungsgesellschaft Hessen Kapital III unterstützt das Land Hessen kleine und mittlere Unternehmen in der Start- und Wachstumsphase, insbesondere Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Hessen Kapital III (EFRE) stellt 33,5 Mio. Euro zur Verfügung, die je zur Hälfte aus dem Landeshaushalt und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen.

Innovative Unternehmensgründungen in ganz Hessen vorantreiben

Al-Wazir: „Die Entwicklung der FinTech- und Startup-Region ist auch von hohem öffentlichen Interesse. Maßnahmen wie Talententwicklung, Vermarktung der Region sowie die Projektkoordination und -steuerung des Masterplans sind Aufgaben, bei denen sich die öffentliche Hand und auch die Hochschulen einbringen müssen und wollen.“ Neben der finanziellen Förderung des zentralen Infoportales „Rhein-Main Community“ beabsichtigt das Hessische Wirtschaftsministerium, sich auch an der Finanzierung des Projektmanagement-Teams zur Umsetzung des Masterplanes zu beteiligen. „Darüber hinaus wollen wir als Land aber auch die Entwicklung innovativer Unternehmensgründungen in ganz Hessen vorantreiben. Der Masterplan wird uns auch bei dieser Aufgabe von enormem Nutzen sein“, so Al-Wazir.

Den Masterplan können Sie hier herunterladen.

FinTech-Delegation reist nach Südkorea und Hong Kong

Wie schon in den letzten Jahren reist eine FinTech-Delegation unter der Führung von Dr. Raettig im Januar wieder nach Hongkong zum Asian Financial Forum (AFF). Das AFF ist das wichtigste Treffen der asiatischen Finanzbranche und findet am 15. und 16. Januar 2018 bereits zum elften Mal statt. Zu den Themen des AFF gehören unter anderem Finanzinnovationen und Technologie, AI und Robotics, Green Finance, Versicherungs-Technologie, Fintech, Blockchain und Banking-Innovationen.

Frankfurt Main Finance wird sich mit einem gemeinsamen Stand mit der FrankfurtRheinMain GmbH und Hessen Trade & Invest der asiatischen Finanzwelt als attraktiver internationaler Finanzplatz präsentieren – nicht nur im Brexit-Kontext.

Mit der FinTech-Community in Hongkong unterhält Frankfurt Main Finance seit Jahren enge Verbindungen, u.a. mit HKTDC, Invest.HK, der FATHK sowie Cyberport und Metta als führende FinTech-Hubs in Hongkong.

Bereits am 11. Januar 2018 wird die FinTech-Delegation nach Südkorea reisen und sich dort in Seoul und Busan auf FinTech-Veranstaltungen präsentieren. Mit beiden südkoreanischen Finanzplätzen ist Frankfurt Main Finance über eine Reihe von Abkommen eng verbunden, u.a. in den Bereichen FinTech und Blockchain. Seit mehreren Jahren erfolgt ein regelmäßiger Austausch auf Ebene der Finanzplätze wie auch der Aufsichtsbehörden. Südkorea ist ein wichtiger Partner für Frankfurt und auch regelmäßig Ziel von Delegationsreisen des Landes Hessen.

Über das Asian Financial Forum in Hongkong

Zum elften Mal kommen am 15. und 16. Januar 2018 hochkarätige, internationale Vertreter der Finanz- und Wirtschaftswelt zum Asian Financial Forum im Hongkong zusammen. Während der zwei Tage werden sie Entwicklungen und Trends in den dynamischen Märkten Asiens und darüber hinaus diskutieren. Die Veranstaltung, die von der Regierung der Hong Kong Special Administrative Region (HKSAR) und dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) organisiert wird, steht diesmal unter dem Motto: Wachstum steuern und Innovation den Weg bereiten, in Asien und weltweit. In 2017 verzeichnete das Forum über 2.900 Teilnehmer, darunter mehr als 100 international renommierte Sprecher. Großes Interesse gab es auch an den Deal Flow Matchmaking Sessions, wo in über 600 Gesprächen mehr als 490 Projekte mit Investoren diskutiert wurden. Insgesamt arrangierte der Veranstalter seit dem Start dieser Sessions bereits 3.800 Meetings mit mehr als 1.800 Unternehmen.

Unter den Referenten 2018 finden sich Jacob J. Lew, bis 2017 Finanzminister der USA, David Lipton, First Deputy Managing Director des International Monetary Fund, Pierre Gramegna, Finanzminister von Luxemburg, Hu Huaibang, Chairman der China Development Bank Corporation, und Takehiko Nakao, Präsident der Asian Development Bank. Aus Deutschland kommt Dr. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Sprecherin beim Keynote-Luncheon am 16. Januar ist in diesem Jahr die Expertin für AI und Robotics, Professor Daniela Rus, Director of Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) und Professor Electrical Engineering and Computer Science des MIT.

Angeboten werden den Besuchern des AFF zudem vorab arrangierte Meetings für Teilnehmer mit gemeinsamen Interessengebieten, der InnoVenture Salon für Startups, die ihre Geschäftsideen internationalen Investoren vorstellen möchten, eine Zone für kostenlose Finanz- und Serviceberatung sowie Sessions mit Projekteignern, die ihre Projekte möglichen Investoren präsentieren. Zur HKTDC-Homepage: http://bit.ly/2kpfT38

Weitere Artikel zum Thema:

Kontakt: Dr. Jochen Biedermann

Foto: Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) 

1 Jahr TechQuartier – FinTech-Szene in Frankfurt

Das TechQuartier feiert 1-Jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass werfen Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon, Thomas Schalow, Gründer von AsiaFundManagers.com, Andreas Mang von easyfolio und Christopher Schmitz, Autor der EY-Studie „Germany FinTech Landscape“, einen Blick auf die FinTech-Szene in Frankfurt und in der Rhein-Main-Neckar Region. Weiterlesen

EY-Start-Up Academy bahnt erfolgreiche Finanzierungsrunde für Frankfurter Start-Up an

  • Konsortium aus High-Tech Gründerfonds und Kapitalgebern des Business Angels FrankfurtRheinMain e.V. investiert mehr als 775.000 Euro in energy
  • Kontakt für Finanzierungsrunde bei EY Start-up Academy geknüpft
  • Hessischer Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir: Region Frankfurt/Rhein-Main hat deutschlandweit höchstes Wachstum an FinTech-Unternehmen

Das Frankfurter Jungunternehmen node.energy, ein Anbieter digitaler Lösungen für das Management sogenannter Microgrids (Vernetzung lokaler Stromquellen und -nutzer), sichert sich 775.000 Euro Wachstumskapital. Dies gaben die Investoren, bestehend aus dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Kapitalgebern des Business Angels FrankfurtRheinMain e.V., gestern bekannt. Der Kontakt zwischen den Investoren und node.energy wurde im Rahmen der EY Start-up Academy, einem dreimonatigen Programm für Tech- und FinTech-Start-ups, hergestellt. Die Abschlussveranstaltung der EY Start-up Academy, die in Kooperation mit der Deutschen Börse und dem TechQuartier (TQ) durchgeführt wird, fand am Dienstag im TQ im Westen der Mainmetropole nahe der Frankfurter Messe statt.

Frankfurt etabliert sich als Start-up Tech-Hub

Dass node.energy im Rahmen der EY Start-up Academy erfolgreich Beteiligungskapital in dieser Höhe einsammeln konnte, zeige, dass der Standort Frankfurt sich als Start-up-Hub für Tech-Unternehmen etabliert, so Christopher Schmitz, Partner bei EY und Kurator der Initiative. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der das TechQuartier mitinitiiert hat und politisch unterstützt, nannte das Gründungszentrum anlässlich des einjährigen Bestehens „einen Ort, an dem man sich vernetzt“. Die Region Frankfurt/Rhein-Main weise zum Beispiel deutschlandweit das höchste Wachstum an FinTech-Unternehmen auf. node.energy ist ein Start-up der Gründer Matthias Karger (35) und Lars Manuel Rinn (30), das sich auf die kaufmännische Optimierung von lokalen Energiekonzepten spezialisiert. Das Unternehmen richtet sich an Wohnungsgesellschaften sowie an Industrie- und Gewerbekunden. „Dass node.energy sowohl unsere Business Angels als auch den HTGF überzeugen konnte, ist ein schöner Beleg für die Qualität der Start-ups am Standort Frankfurt. Im konkreten Fall treffen eine praxisgerechte Innovation und ein erfahrenes Gründerteam zusammen. Dass es sich um ein Produkt für die bessere und effizientere Energienutzung handelt, freut uns besonders, da wir diesem Sektor verstärkte Aufmerksamkeit widmen“, sagt Dr. Burkhard Bonsels, Vorstandsmitglied bei den Business Angels FrankfurtRheinMain e.V., der sich an der Finanzierungsrunde auch persönlich beteiligt. Das frische Kapital soll in die Erweiterung des Teams sowie in die Weiterentwicklung der Plattform und Finanzierung des Markteintritts in Deutschland fließen.

Kontakte zu rund 40 Investoren hergestellt

An der EY Start-up Academy haben sieben ausgewählte Start-ups – Asteria, Creditlinks, EVANA AG, F ECTIVE AG, MES & DAK, StudySmarter und node.energy – teilgenommen. Sie haben in den vergangenen Wochen auf rund 30 Veranstaltungen unterschiedliche Investoren, Vertreter von Banken sowie Start-up-Experten getroffen. Auf der Abendveranstaltung gaben die sieben Unternehmen eine Abschlusspräsentation und wurden feierlich mit dem EY Start-up Academy Award gewürdigt. „Dieses Qualitätssiegel soll den Teilnehmern auf ihrem weiteren Wachstumsweg und im Kontakt mit Kapitalgebern, Behörden sowie Steuer- und Rechtsberatern helfen“, kommentiert Christopher Schmitz. „Wir haben im Rahmen der EY Start-up Academy sehr wertvolle Kontakte geknüpft und sowohl unsere Business Planung als auch unseren Investoren-Pitch signifikant verbessert“, erläutert Tilo Kraus, Co-Founder von CreditLinks, exemplarisch für die teilnehmenden Gründer. Insgesamt wurden Kontakte zu rund 40 Investoren im Rahmen der Workshops und Einzelgespräche hergestellt – einige der Teilnehmer befinden sich in Verhandlungen und Due Diligence-Phasen für weitere potenzielle Seed-Finanzierungsrunden.

Start-up-Ökosystem fördern

Die EY Start-up Academy wird im kommenden Jahr 2018 fortgesetzt, gegebenenfalls sogar auf weitere Gründermetropolen in Deutschland ausgeweitet. „Unser Ziel ist es, hochattraktive Rahmenbedingungen für Tech- und FinTech-Neugründungen mitzugestalten“, erklärt Christopher Schmitz. „Der Beitrag Frankfurts für das deutschlandweite Start-up-Ökosystem ist als enorm wichtig einzustufen“. FinTech-Experte Schmitz nennt vier Punkte, auf die sich die Kooperationspartner aus Privatwirtschaft, öffentlicher Hand und Bildung fokussieren sollten: Unternehmertum und Gründergeist zu fördern, Bürokratie abzubauen, an einem unternehmerfreundlichen Steuersystem mitzuwirken und eine bessere Verfügbarkeit von Wagniskapital zu gewährleisten.

FinTechRat: Empfehlungen zur digitalen Entwicklung

Der Parlamentarische Staatssekretär Jens Spahn hat vom FinTechRat eine Reihe von Handlungsempfehlungen entgegengenommen. Diese beinhalten Möglichkeiten, wie Deutschland seine Potentiale als FinTech-Standort weiter kräftigen und digitale Entwicklungen besser berücksichtigen kann. Nicht nur FinTech-Unternehmen, sondern auch Vertreter von Banken, Versicherungen und Wissenschaft haben zu dem Papier beigetragen.

Der FinTechRat ist ein ehrenamtliches Expertengremium. Er berät das Bundesministerium der Finanzen zu Fragen der digitalen Finanztechnologie, insbesondere zu (informations-) technologischen Entwicklungen, ihren Potentialen, Chancen und Risiken sowie zu den staatlichen Rahmenbedingungen für digitale Finanzinnovationen in Deutschland. Der FinTechRat setzt sich zusammen aus Vertretern der Wissenschaft, Finanzwirtschaft und Behörden mit einschlägigen Kenntnissen und Erfahrungen.

Die konstituierende Sitzung des FinTechRates fand statt am 22. März 2017 unter dem Vorsitz von Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. In diesem Jahr haben bereits vier Sitzungen des FinTechRats stattgefunden.

Die Emp­feh­lun­gen wurden verfasst von den Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern im FinTechRat. Es handelt sich dabei um Vertreter aus FinTechs, Banken und Versicherungen sowie Wissenschaftlern, die zur Digitalisierung des Finanzsektors forschen. Die im FinTechRat vertretenen Behörden (BMF, Bundesbank, BaFin) haben nicht an den Empfehlungen mitgewirkt.

Die Handlungsempfehlungen sollen Möglichkeiten aufzeigen, wie Deutschland seine Potentiale als FinTech-Standort weiter kräftigen und digitale Entwicklungen besser berücksichtigen kann; zum Beispiel im Bereich Infrastruktur, Zuwanderung oder auch durch die gezielte Pilotierung neuer Technologien. Das Bundesfinanzministerium wird insbesondere die Empfehlungen, die die eigene Zuständigkeit betreffen, sogfältig prüfen. Bei einigen Empfehlungen sind wir bereits tätig. So richtet die BaFin-Aufsicht künftig einen stärkeren Fokus auf die IT-Kompetenz in Geschäftsleitungen. Die IT der Banken wird immer wichtiger. Schwächen in der IT-Sicherheit können für Banken erhebliche Risiken darstellen. Diese IT-Risiken müssen auch Bankvorstände bewerten können. Dazu benötigen sie ein Mindestmaß an IT-Knowhow.

Reformvorschläge von Mitgliedern des FinTechRats

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

TechQuartier-Geschäftsführer Schäfer: „Wir sind eine auf Innovation gestützte Gemeinschaft“

Es ist die zentrale Anlaufstelle der FinTech- und Start-up-Community im größten Finanzzentrum Kontinentaleuropas – und es feiert sein einjähriges Jubiläum: das Frankfurter TechQuartier. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Sebastian Schäfer über das FinTech-Ökosystem in Frankfurt. Im Interview spricht er über die erreichten Meilensteine und welche Ziele sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt hat. Außerdem spricht er über die Unsicherheit der FinTech-Szene bezüglich des Brexit.

Herr Dr. Schäfer, Sie blicken auf ein Jahr TechQuartier zurück. Welche Meilensteine wurden in dieser Zeit erreicht?

Zunächst einmal freuen wir uns über den Zuspruch aus der Gründerszene. Mit rund 80 Start-ups haben wir inzwischen ein volles Haus. Wir hatten bereits in den ersten Monaten die ersten 1.600 Quadratmeter mit rund 110 Arbeitsplätzen vermietet. Im Juni kam dann eine weitere Etage mit 114 Arbeitsplätzen dazu. Von Tag eins an haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie eine lebendige Community gestaltet sein muss. Denn es geht ja nicht nur um einen schönen Ort, an dem man arbeitet, sondern auch um Inspirationen, gegenseitiges Lernen und Netzwerken. Wir haben also Interessenten, Mitglieder und Unterstützer zusammen mit passenden Themen an einen Tisch gebracht – und dafür auch spannende Formate entwickelt, die sehr erfolgreich gestartet sind. Zum Beispiel Landing Pad, Papillon, Money meets Idea, oder die Start-up Academy.

Mit der Erfahrung, die Sie gesammelt haben – wo sehen Sie weiteres Potenzial für das TechQuartier, wo die Stärken?

Man kann sich immer weiter verbessern. Unser Anspruch ist, ein global sichtbarer Hub zu werden. Dazu zählt auch ein stärkeres Engagement auf der Risikokapitalseite und die konsequente Vermarktung unserer Erfolgsgeschichten am Standort Frankfurt. Unsere Stärke ist ganz klar, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Der Brexit beschäftigt die Finanzbranche. Ist das auch ein Thema bei FinTechs?

Natürlich sprechen wir in der Szene über den Brexit und mögliche Folgen. Wir merken, dass die Unsicherheit groß ist. Da momentan niemand genau weiß, wie es weitergeht, sind in erster Linie indirekte Effekte spürbar. Wenn zum Beispiel ein FinTech aus Asien nach Europa kommen möchte, wäre die Standortwahl früher sicher auf London gefallen. Jetzt ist Frankfurt eine Option, über die man nachdenkt. Wir merken das zum Beispiel daran, dass sich für unser letztes LandingPad, bei dem wir die Möglichkeit bieten, den FinTech-Hub Frankfurt kennenzulernen, FinTechs aus über 20 Ländern beworben haben. Dieses Interesse eröffnet Frankfurt und der Region die Chance, sich dank gezielter Maßnahmen zum „Powerhouse“ der Innovation zu entwickeln.

Wenn Sie nach vorne schauen: Welche Ziele hat sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt?

Unsere Ziele sind klar definiert: Mehr Start-ups, mehr Partnerschaften, mehr Erfolgsgeschichten. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass Frankfurts Gründerszene internationale Strahlkraft entfaltet.

Vielen Dank für das Gespräch.

Branchenveranstaltung FINTECHMATTERS in Wien

Das Thema FinTech wird am Finanzplatz Frankfurt hoch gehandelt und setzt Energie frei. Wichtig für den Standort Frankfurt ist es, seine Vorteile im Vergleich zu anderen sichtbar und bekannt zu machen. Jochen Biedermann von Frankfurt Main Finance e.V. nutzte daher die Gelegenheit, am 23. November am FinTech-Treffen FINTECHMATTERS im Tech Gate Vienna teilzunehmen und das Frankfurter FinTech-Ökosystem als attraktiven Standort vorzustellen, an dem auch österreichische und osteuropäische Startups herzlich Willkommen sind, die Vorteile des größten Finanzplatzes in Kontinentaleuropa zu nutzen.

FINTECHMATTERS ist die führende FinTech-Veranstaltung in Wien und findet zweimal jährlich statt. Neben Österreich und Frankfurt haben auch Estland, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, die Schweiz und Hamburg ihre Ökosysteme bzw. Acceleratoren vorgestellt.

Ziel der Veranstaltung war es, Innovatoren, Unternehmen, Investoren und Meinungsführer für internationale Zusammenarbeit und Geschäftsintegration zu begeistern.

Bei der zweiten Auflage von FINTECHMATTERS in Wien ging es in erster Linie um aktuelle Trends und Nischen, aber auch um möglicherweise existierende oder entstehende Blasen im FinTech Bereich. Auf der Agenda standen Themen wie die Digital Banking-Revolution, Artificial Intelligence, ICOs, Blockchain, Big Data, Payment-Lösungen, Cyber Security und Regulatorien. Experten aus mehr als zehn europäischen FinTech-Hubs waren dazu geladen.

Auch der Accelerator Frankfurt sowie die FinTech Group waren vertreten und haben für Frankfurt geworben. Spontan haben zwei österreichische und ein tschechisches FinTech-Unternehmen ihr Interesse bekundet, über Frankfurt im deutschen Markt aktiv zu werden.

Mit Vertretern der Wirtschaftsagentur Wien wurde darüber hinaus über gemeinsame FinTech-Matchmaking-Veranstaltungen im kommenden Jahr in Wien und Frankfurt am Main gesprochen.

 

FinTechs in Deutschland

Deutschlands FinTechs gelingt es zunehmend, zu einem aus eigener Kraft wachsenden dynamischen und diversifizierten Cluster zu werden. Dies ist ein wesentliches Ergebnis der aktuellen Studie „Germany FinTech Landscape“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die zusammen mit Frankfurt Main Finance die deutsche FinTech-Branche untersucht hat.

Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der FinTech-Unternehmen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 295 (2016: 280). Der Kapitalzufluss lag im ersten Halbjahr bereits bei 307 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2016 hatten die FinTech-Unternehmen in Deutschland 400 Millionen Euro eingesammelt. Die Anzahl der Abschlüsse legte ebenso zu wie die durchschnittliche Größe der Deals, die leicht von 7 Millionen Euro auf 7,3 Millionen Euro anstieg.

Auch wenn die absoluten Wachstumsraten leicht abflachen, zeigt sich weiter eine durchgängig positive Dynamik bei allen wesentlichen Kennzahlen. Das zeige, dass sich die FinTech-Landschaft in Deutschland weiterhin auf einem erfreulichen Pfad befinde, sagt Jan-Erik Behrens, Mit-Autor und Partner bei EY: „Die Entwicklung, die wir hierzulande beobachten, läuft auf ein weiteres Rekordjahr zu und zeigt eindrucksvoll die Innovationskraft des Standorts Deutschland mit unterschiedlichen regionalen Stärken.“

Sechs neue Mitglieder treten Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance bei

Die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. wächst 2017 weiter. Mit Bain & Company, dem Deutschen Fachverlag, Skubch & Company sowie Oliver Wyman wurden vier neue Fördermitglieder gewonnen. Die jungen Unternehmen Compendor und Raisin sind dem Verein als neue FinTech-Mitglieder beigetreten.

Mit ihrer Mitgliedschaft unterstreichen die Vertreter aus öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft, Finanzmarkt und Finanztechnologie ihre Verbundenheit mit dem Finanzplatz Frankfurt, engagieren sich für dessen nationale und internationale Bedeutung und nehmen aktuelle Themen der Finanzwirtschaft aktiv auf.

Insbesondere zu Brexit-Themen ist der Verein ein gefragter Gesprächspartner. Seit Beginn der Diskussion über ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU im April 2016 hat Frankfurt Main Finance mit seinen Botschaften über acht Milliarden potenzielle Kontakte erreicht. Mehr als 1.700 verschiedene Medien aus 93 Ländern haben Interviews mit Repräsentanten des Vereins geführt oder Stellungnahmen und Kommentare von Frankfurt Main Finance aufgenommen.

„Es ist dem Verein gelungen, die Brückenfunktion Frankfurts für den Finanzplatz London in die Europäische Union als wichtige Botschaft international zu verankern“, sagt Dr. Lutz Raettig, Präsident der Finanzplatzinitiative. „Die Kommunikation von Frankfurt Main Finance reflektiert die zahlreichen Vorteile, die unseren Finanzplatz für viele Finanzdienstleister zur ersten Wahl für die Verlagerung von bisher in London ansässigen Unternehmensteilen machen.“

Im Rahmen der Mitgliederversammlung dankte Dr. Raettig den vielen Mitgliedern und Unterstützern des Vereins für deren Engagement und begrüßte die neuen Vorstandsmitglieder. Frank Westhoff wird anstelle von Wolfgang Hartmann zukünftig das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung im Vorstand von Frankfurt Main Finance vertreten. Nick Jue folgt Roland Boekhout als Vertreter der ING DiBa nach. Gerhard Wiesheu vertritt als Nachfolger von Johannes Reich zukünftig das Bankhaus Metzler. Für die DZ Bank wird Dr. Cornelius Riese das Mandat im Vereinsvorstand von Lars Hille übernehmen.

„Mit der Entsendung ihrer Vorstandsmitglieder unterstreichen unsere Ordentlichen Mitglieder die Bedeutung der Arbeit von Frankfurt Main Finance für den Finanzplatz. Wir sind sehr froh über das große Engagement aller Akteure, uns in den Themen des Brexit, aber auch bei der Entwicklung als FinTech-Hub und Renminbi-Zentrum zu unterstützen“, so Dr. Lutz Raettig.

Verlassen werden den Verein zum Jahresende Baker McKenzie, GFT und die Interxion AG. Damit sind jetzt insgesamt fast 50 Mitglieder im Verein für den Finanzplatz Frankfurt engagiert.

FinTech-Standort Deutschland auf Wachstumskurs

Deutschlands Sektor der jungen Technologie-Unternehmen im Bereich Finanzdienstleistungen (FinTech) gelingt es zunehmend, zu einem aus eigener Kraft wachsenden dynamischen und diversifizierten Cluster zu werden. Dies ist ein wesentliches Ergebnis der aktuellen Studie „Germany FinTech Landscape“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die zusammen mit Frankfurt Main Finance die deutsche FinTech-Branche untersucht hat und Möglichkeiten für deren weitere Förderung aufzeigt. Klar erkennbar ist laut Studie der Trend der Finanzinstitute, verstärkt auf die Herausforderung durch Produkte und Dienstleistungen der FinTech-Unternehmen zu reagieren. Die Mehrzahl der zehn größten Banken investieren heute in und/oder kooperieren mit FinTechs. Des Weiteren zeigt sich, dass die Geschäftsmodelle der FinTechs reifer werden und diese z.B. durch Kooperationen untereinander in die nächste Entwicklungsphase gehen, um ihre Marktposition nachhaltig zu stärken.

Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der FinTech-Unternehmen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 295 (2016: 280). Der Kapitalzufluss lag im ersten Halbjahr bereits bei 307 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2016 hatten die FinTech-Unternehmen in Deutschland 400 Millionen Euro eingesammelt. Die Anzahl der Abschlüsse legte ebenso zu wie die durchschnittliche Größe der Deals, die leicht von 7 Millionen Euro auf 7,3 Millionen Euro anstieg.

Auch wenn die absoluten Wachstumsraten leicht abflachen, zeigt sich weiter eine durchgängig positive Dynamik bei allen wesentlichen Kennzahlen. Das zeige, dass sich die FinTech-Landschaft in Deutschland weiterhin auf einem erfreulichen Pfad befinde, sagt Jan-Erik Behrens, Mit-Autor und Partner bei EY: „Die Entwicklung, die wir hierzulande beobachten, läuft auf ein weiteres Rekordjahr zu und zeigt eindrucksvoll die Innovationskraft des Standorts Deutschland mit unterschiedlichen regionalen Stärken.“

FinTech-Branche verschiebt Fokus und Geschäftsmodelle gewinnen an Reife

Die deutschen FinTechs rücken immer stärker an die Kernfunktionen der Finanzdienstleister heran. Das gilt etwa für Bezahlsysteme über Internet oder mobile Geräte (Payments), Kredite (Lending), aber auch Angebote für die Immobilienwirtschaft (PropTech), die Versicherungsbranche (InsurTech) und der Vermögensanlage (InvesTech) und elektronische Marktplätze (Financial eMarketplaces & Aggregators). Etwa 67 Prozent der neuen FinTechs kommen aus diesen Kernsegmenten, 33 Prozent sind Gründungen im Bereich Enabling FinTechs, zu dem Finanz- und Prozesssteuerungssoftware (Processes & Technology), Finanzdatenanalyse und Regulierungsmanagementservices (RegTech) zählt.

Die Studie zeigt eine Verschiebung der FinTech Aktivitäten. Segmente die in den letzten Jahren das Wachstum stark getrieben hatten, waren InvesTech, Financing & Funding und InsurTech. Im ersten Halbjahr 2017 hingegen ist eine sehr hohe Aktivität im Bereich PropTech zu verzeichnen, was nicht zuletzt auch dem starken Immobilienmarkt in Deutschland geschuldet sein dürfte, wie die Studie vermutet.

Berlin und Rhein-Main-Neckar sind die führenden FinTech-Standorte in Deutschland

Vor allem die Regionen Berlin und Rhein-Main-Neckar bauen innerhalb Deutschlands ihren Status als FinTech-Hotspots aus: Berlin verzeichnet aktuell 80 FinTech-Unternehmen, in der Region Rhein-Main-Neckar sind 72 Unternehmen aktiv. Mit einigem Abstand folgt München, die dritte der führenden FinTech-Standorte innerhalb Deutschlands. In der bayrischen Hauptstadt haben 45 FinTechs ihren Sitz.

Der Rhein-Main-Neckar-Region, angeführt von Frankfurt, bescheinigt die Studie deutliche Fortschritte auf dem Weg, sich als führender Zielort für die Ansiedlung von FinTechs zu etablieren. Die besonderen Stärken der Region Rhein-Main-Neckar sieht die Studie im Bereich Veranstaltungen & Netzwerke sowie im Bereich Infrastruktur. Zahlreiche Inkubatoren, Acceleratoren, Investorentreffen und Vernetzungsinitiativen wurden ins Leben gerufen und mit Erfolg gestartet. Beim Image und Finanzierungsmöglichkeiten hat die Region allerdings noch Steigerungspotenzial. „Internationale Investoren konzentrieren sich noch weiter auf London oder Berlin“, stellt Behrens fest. „Deshalb muss die FinTech-Community an ihrer internationalen Sichtbarkeit arbeiten, um auch Investoren aus dem Ausland anzuziehen.“

Zu den Trends, die die Entwicklung der FinTechs in Zukunft beeinflussen werden, verweist die Studie darauf, dass der Brexit – Großbritanniens Austritt aus der Europäischen Union (EU) – die Attraktivität der deutschen FinTech-Zentren steigern dürfte. Wie etliche Finanzinstitute, die sich bereits für die Verlagerung von Geschäftseinheiten von London in die EU, vor allem auch nach Frankfurt, entschieden haben, dürften auch FinTech-Unternehmen folgen.

„Die hohe Anziehungskraft Frankfurts für Banken macht die Region für FinTechs nun noch interessanter“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Der führende Finanzplatz der EU hat die Chance, eine Sogwirkung auf FinTechs ausüben und führender Standort für die jungen, innovativen und agilen Unternehmen zu werden. Es gilt, die Attraktivität des Standorts für FinTechs weiter auszubauen. Frankfurt und die Rhein-Main-Neckar-Region stehen in einem weltweiten Wettbewerb, und London bleibt absehbar die Benchmark in Europa, an der uns Gründer messen werden. Vor allem bei der Offenheit für die Zusammenarbeit mit Gründern, der sozialen Akzeptanz eines Scheiterns und des folgenden Neuanfangs sowie bei der steuerlichen Behandlung von Verlusten aus Risikokapital, müssen wir noch besser werden.“

Finanzinstitute sind zunehmend aktiv im Bereich FinTech

Die wachsende Präsenz von FinTechs im Finanzsektor hat Banken und andere Finanzinstitute dazu veranlasst, verschiedene Initiativen ins Leben zu Rufen und somit auf die FinTech-Herausforderung zu reagieren. So haben neun der zehn größten Banken Deutschlands Kooperationen mit FinTech-Unternehmen begonnen, einige haben selbst in FinTechs investiert wie z. B. die Commerzbank über ihre Investment Vehikel Commerz Ventures und Mainincubator oder die Deutsche Börse über db1 Ventures. „Die Banken beobachten die FinTech-Unternehmen und ihre Lösungen sehr genau – sie kooperieren mit den Startups und investieren zum Teil selber. Bei der Entwicklung eigener innovativer Lösungen bzw. Produkte haben sie aber noch Nachholbedarf“, beobachtet Christopher Schmitz, Mit-Autor und Partner bei EY. „Die aktuellen Initiativen der Banken sind noch vereinzelte und wenig koordinierte Antworten auf die FinTech-Herausforderung. Ein umfangreiches Leistungsangebot auf einer digitalen Plattform, wo sowohl eigene Produkte als auch die von externen Dienstleistern angeboten werden, wäre eine angemessene Antwort auf die FinTechs – Banken arbeiten daran, aber von für Kunden greifbare Mehrwerten ist bislang wenig zu sehen.“ Solche digitalen Ökosysteme könnten auch in Kooperation mit FinTechs entstehen – die Reisebank aus der DZ BANK Gruppe tritt mit ihrem Bankomo Smartphone Banking-Produkt an, ein derartiges Ökosystem zu etablieren.

FinTechs kooperieren mit FinTechs

Während Finanzinstitute noch an einer angemessenen Reaktion auf die FinTech-Herausforderung arbeiten, expandiert eine zunehmende Zahl von FinTechs außerhalb ihres Kernmarktsegments, beobachtet Schmitz. Sie setzen dabei zunehmend auf Partnerschaften mit anderen FinTechs. Es ist auch bemerkenswert, dass die reiferen FinTechs versuchen bereits ihre eigenen Ökosysteme rund um das Kernproduktportfolio aufzubauen. Gut zu erkennen ist dies an Beispielen wie N26, die ihr Leistungsspektrum schnell durch Kooperationen mit anderen FinTechs ausgebaut haben. Die PSD2, die den Zugang für Dritte zu Zahlungskonten ab 2018 etabliert, sowie die zu erwartende weitere Öffnung im Rahmen der „Open Banking“ Bestrebungen bereitet der digitalen Plattformökonomie im Finanzdienstleistungsbereich den Weg. Daher wird sich der Wettbewerb mit etablierten Finanzinstituten intensivieren, erwartet Schmitz: „Finanzinstitute sollten jetzt sich dem Wettbewerbsumfeld angemessene Strategien überlegen und ihre digitalen Ökosysteme mit erkennbaren Kundenmehrwerten in Kooperation mit innovativen Spielern etablieren“.

Die komplette Studie können Sie hier herunterladen.

Die EY Start-up Academy: Ein Crash-Kurs für Start-ups im Herzen Frankfurts

EY hat in Kooperation mit der Deutschen Börse und dem TechQuartier in Frankfurt die EY Start-up Academy gegründet. Mit der Academy möchte EY Tech- oder FinTech Start-ups in ihrer Gründungsphase unterstützen und einen Beitrag zum Wachstum des Start-up-Ökosystems leisten.

In einem 12-wöchigen Crashkurs mit über 30 Veranstaltungen – zwei bis drei pro Woche – erhalten die Unternehmensgründer wichtige Informationen rund um die Gestaltung von Finanzierungsrunden,  sowie zu finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen – eben all das, was für ihr weiteres Wachstum wichtig ist. Dabei stehen den Start-ups nicht nur EY Fachexperten zur Verfügung, sondern auch Investoren, Unternehmen, Banken und erfahrenere Gründer. Am Ende des 12-wöchigen Programms wird das beste Start-up mit dem EY Start-up Academy Award ausgezeichnet.

Das Programm richtet sich an Start-ups in der Gründungsphase, die bereits einen Proof of Concept oder ein Minimum Viable Product besitzen, sich bootstrapped finanziert oder einen Business Angel für sich gewonnen haben und jetzt einen Investor für ihr weiteres Wachstum suchen. Während der zwölf-wöchigen Dauer des Programms stellt das Tech Quartier den teilnehmenden Start-ups jeweils zwei Arbeitsplätze zur Verfügung. Damit können die Start-ups sich auch in das dynamische Ökosystem des TechQuartiers einklinken.

Der Bewerbungsprozess ist bereits gestartet, Deadline ist der 4. August 2017. Mitte September geht es dann richtig los!

Für mehr Informationen gehen Sie auf www.start-up-initiative.ey.com/academy oder www.techquartier.com/programs/ey-startup-academy