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Frankfurt am Main wird der künftige EU-Standort der Finanzhäuser Mizuho Securities, Daiwa Securities, Sumitomo Mitsui Financial Group und Nomura werden. Doch aus welchen Gründen entscheiden sich ausländische Banken für Frankfurt? Und wo liegen die Chancen und Herausforderungen eines Umzugs? Ein Interview mit Dr. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland e.V.

Warum kommen ausländische Banken nach Frankfurt?

Dr. Oliver Wagner: Es ist ein Bündel von Motiven, warum sich Banken für Frankfurt entscheiden. In regionaler Hinsicht sind dies nicht nur die zentrale Lage des Rhein Main-Gebiets quasi in der Mitte der Bundesrepublik, die guten Verkehrsanbindungen mit dem internationalen Flughafen und dem zentralen Hauptbahnhof mit guten ICE-Verbindungen sowie Autobahnen, sondern auch die vergleichsweise günstigen Büromieten und die umfassende IT-Infrastruktur. Hinzu kommen die Nähe zur Börse, die fast 200 im Raum Frankfurt vertretenen Banken – darunter auch circa 160 Auslandsbanken – mit ihren über 70.000 Mitarbeitern und Präsenz der Berater, Prüfer und Kanzleien. Standortunabhängig sind sicherlich die leistungsfähige, verlässliche und gesprächsoffene Aufsicht von BaFin und Bundesbank entscheidend, die auch Gespräche und in weiten Teilen Dokumentationen in englischer Sprache zulässt. Die Aufzählung ist bei weitem nicht abschließend, betont sei aber, dass es weder Steuergeschenke noch sonstige Vergünstigungen gab, wie wir es aus anderen Standorten gehört haben.

Was sind die größten Herausforderungen für ein Unternehmen, das im Zuge des Brexit nun den EU-Standort verlagert?

Wagner: Das kann man nicht so pauschal beantworten, da dies sehr davon abhängt, auf welcher Struktur man aufbauen kann. Banken, die bisher nicht in Deutschland tätig waren, müssen nicht nur eine entsprechende Erlaubnis der Aufsicht beantragen, was den Erfahrungen nach rund ein Jahr dauern kann. Dies gilt auch für solche Häuser, die bisher mit Hilfe des EU-Passes tätig waren. Auch diese brauchen eine neue Erlaubnis und werden insbesondere im Marktfolgebereich Mitarbeiter und Infrastrukturen aufbauen. Werden zudem neue Geschäftsbereiche wie beispielsweise das Broker-Dealer-Geschäft neu etabliert, sind umfangreiche Investitionen notwendig. Die große Frage ist, wie man weiterhin die bestehenden Strukturen nutzen kann, eventuell auch im Wege des Outsourcing. Generell gilt, es werden sich viele aufsichtsrechtliche und steuerliche Fragen stellen.

Und worin bestehen die größten Chancen?

Wagner: Zunächst einmal glaube ich, dass der Brexit weder für die Europäische Union noch das Vereinigte Königreich eine positive Entwicklung ist. In Zeiten der Globalisierung und vernetzter Märkte sind zersplitterte und fragmentierte Märkte für fast alle Beteiligten mit Kostenbelastungen und erheblichem zusätzlichem Aufwand verbunden. Will man diesem disruptiven Ereignis doch etwas Positives abgewinnen, wird es vielleicht die Chance sein, dass ein Unternehmen sich neu ordnen und das Bisherige auf den Prüfstand stellen kann.
Worauf sollte bei den Brexit-Verhandlungen aus Sicht der Finanzbranche unbedingt geachtet werden?
Es sollten auf jeden Fall Übergangsfristen vereinbart werden. Es ist absehbar, dass in den kommenden Monaten bis Ende März 2019 nicht alles so geregelt werden kann, dass am 20. März 2019 ein rechtssicherer und reibungsloser Übergang erfolgen kann. Diese Rechtssicherheit für Produkte und Dienstleistungen ist erforderlich, nicht zuletzt im Sinne der Finanzstabilität.

Wer siedelt sich am Finanzplatz Frankfurt an?

„Japanische Banken haben sehr früh vor den Folgen des Brexit gewarnt und zählen nun zu den ersten, die reagieren“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Als nächstes erwarten wir die Entscheidungen der amerikanischen und europäischen Banken und sind auch hier zuversichtlich.“ Wer die Finanzhäuser sind, die nach Frankfurt kommen, zeigt ein Überblick ausgewählter Kennzahlen im Vergleich zum Deutsche Bank Konzern.

 

Frankfurt wächst: in die Höhe

Frankfurt hat viel zu bieten: Neben Apfelwein und Handkäs‘ vor allem die einzige Skyline Deutschlands, die im internationalen Vergleich besteht. Und die Stadt wächst weiter nach oben.

Die Stadt am Main richtet sich im Zuge des Austritts der Briten aus der Europäischen Union (EU) auf Wachstum ein. Pro Jahr könnten zwischen 15.000 und 20.000 Menschen nach Frankfurt kommen. Tatsächlich haben sich inzwischen die ersten Banken entschieden, dorthin ihre Europa-Zentrale zu verlegen. Denn Banken außerhalb Europas benötigen einen sogenannten EU-Pass, damit sie Geschäfte innerhalb der EU tätigen können. Besitzen sie eine Lizenz in Großbritannien, können sie nach einem Brexit in keinem EU-Land mehr ihre Geschäfte ausüben.

Folglich sind sowohl Büroflächen als auch Wohnraum gefragt. In den kommenden Jahren sollen 20 neue Hochhäuser entstehen. Rund 300.000 Quadratmeter Bürofläche sind in der Planung. Dabei sollen die neuen Gebäude nicht nur durch ihre Höhe, sondern auch durch architektonischen Charme überzeugen. Ein Überblick.

Eine interaktive Karte finden Sie hier!

1. Deutsche-Bank-Areal (2021/2022)

Vier gläserne Türme mit begrünten Terrassen auf dem Sockel sollen bis 2022 an dem Ort am Roßmarkt entstehen, den die Deutschen Bank seit Jahrzenten als Händlerzentrum nutzt. Die alten Gebäude ersetzt ein funktional gemischtes Quartier mit vier Hochhäusern: ein 228 Meter hoher Hotel- und Büroturm, zwei 120 und 173 Meter hohe Wohntürme und ein 100 Meter hoher Büroturm. In einem Architekturwettbewerb hatte sich das niederländische Büro UN Studio mit diesem Entwurf gegen 14 Konkurrenten durchgesetzt. Die ersten Türme sollen bereits 2021 fertig sein. Der Bauherr Groß & Partner startet noch in diesem Jahr mit dem Abriss.

2. Henninger Turm (2017/2018)

Fast fertig ist eines der beliebtesten Frankfurter Wahrzeichen, das sich architektonisch neu erfunden hat: Der Henninger Turm zählt zu den Gewinnern der internationalen Iconic Awards 2015 und wurde in der Kategorie „Architecture / Domestic“ als Beispiel für „visionäre Architektur“ ausgezeichnet. Das neue Wohnhochhaus ist mit 140 Metern höher als der 1961 errichtete Turm, der eine Höhe von etwa 120 Metern aufwies. Der auffällige, fassförmige, obere Turmteil bleibt erhalten. Dort gibt es ein Restaurant mit Rundumblick sowie im 38. Stock eine Aussichtsplattform. In einem Sockelgebäude neben dem Henninger Turm entstehen zusätzliche Gastronomie- und Einkaufsmöglichkeiten.

3. Tower 90 (2018)

Im Europaviertel, gegenüber dem „Grand Tower“ soll bis 2018 ein Hochhaus mit hängenden Gärten auf dem ehemaligen Telenorma-Areal in die Höhe ragen. „Tower 90“ lautet die Bezeichnung des 90 Meter hohen Turms mit 28 Geschossen, in denen um die 212 Eigentumswohnungen entstehen. Auf dem 13.700 m² großen Gelände soll es zudem einen 60 Meter hohen Hotelturm und einen großen Supermarkt geben.

4. Grand Tower (2019)

Mit 172 Metern das höchste Wohnhochhaus Deutschlands soll bald schon in unmittelbarer Nähe zum Skyline Plaza zu finden sein. Auf 47 Stockwerken sind 401 Eigentumswohnungen geplant. Auch Penthouse-Wohnungen mit bis zu 270 Quadratmetern werden in dem Tower an der Kreuzung Europa-Allee und Osloer Straße zu finden sein. Der luxuriöse Charakter des Turms wird durch verschiedene Serviceleistungen unterstrichen. Ende 2017 soll der Rohbau fertig sein, der Einzug kann ab Mitte 2019 stattfinden. Die Untergeschosse mit gläsernen Waben am Einkaufszentrum „Skyline Plaza“ sind bereits gebaut.

5. Porsche Design Tower (2018)

Das erste europäische Wohnhochhaus der Luxus- und Lifestyle-Marke Porsche Design soll im Neubaugebiet auf dem ehemaligen Güterbahnhof (Emser Brücke im Europaviertel) entstehen. Ungefähr 100 Meter soll es hoch werden und bis Ende 2018 vollmöblierte Suiten und Penthouse-Wohnungen im Porsche Design aufweisen. Sehenswert wird es jedoch nicht nur von innen sein: Die außergewöhnlich Fassade soll Loggien zeigen, die wie aufgezogene Schubladen herausragen.

6. Cascada – Rising Residences (2018)

Die Bauarbeiten am 60 Meter hohen Cascada – Rising Residences im Europaviertel haben bereits begonnen. Der Sockelbau des Wohnhochhauses soll C-förmig gebaut werden und einen zentralen Garten umrahmen. Wie bei den anderen neuen Wohnhochhaus-Projekten sind auch hier eine Mischung aus unterschiedlichen Wohnungsgrößen und -typen vorgesehen. Bereits ab 2018 werden die Wohnungen bezugsfertig sein.

7. Die Marieninsel (2019)

Im Herzen des Frankfurter Bankenviertels, direkt gegenüber von den Zwillingstürmen der Deutschen Bank entsteht die sogenannte Marieninsel mit zwei neuen Bürohochhäusern. Der 155 Meter hohe Marienturm mit etwa 44.900 Quadratmetern Mietfläche soll Anfang 2019 bezogen werden können. Das 40 Meter hohe Marienforum mit 11.700 Quadratmetern Fläche soll bereits 2018 fertiggestellt sein soll. Das Innere der Gebäude wird von der mailändischen Designerin Patricia Urquiola geplant. Der Marienplatz soll durch gastronomische Angebote und Einzelhandelsflächen überzeugen.

8. Omniturm (2018)

Leben, wie in New York: Der neue „Omniturm“ im Bankenviertel soll Wohnen, Hotel, Gastronomie, Gewerbe, Büros und öffentliche Flächen unter einem Dach vereinen. Der 183 Meter hohe, gläserne Wolkenkratzer ist als „innovatives Mischnutzungsobjekt“ geplant. Die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant.

9. One Forty West (2020/2021)

In der Nähe der Messe, wo vor wenigen Jahren ein ehemaliger Universitäts-Turm in einer spektakulären Aktion kontrolliert gesprengt wurde, entsteht der 140 Meter hohe „One Forty West“. In die ersten 15 von 40 Etagen zieht ein Hotel, drei Etagen sind für Service-Appartements reserviert, und in den oberen Stockwerken sollen bis zu 300 Wohnungen entstehen. Das Richtfest ist für das ersten Quartal 2019 geplant.

10. Axis

Schon Ende 2017 bezugsfähig sollen zwei weitere neue Wohntürme an der Europa-Allee 165 sein: Im 60 Meter hohen „Axis“ wohnen bereits die ersten Eigentümer. In der Fertigstellung befindet sich das ebenfalls 60 Meter hohe „Praedium“. In den 19 Stockwerken des Gebäudes haben 242 Eigentumswohnungen, acht Läden, ein Restaurant und ein Büro Platz.

11. Drei Schwestern

Wohnen in der Innenstadt: Das sollen die Hochhäuser „Drei Schwestern“ direkt am Einkaufszentrum „MyZeil“ ab Mitte 2020 ermöglichen. Die geplante Höhe der drei Wohntürme beträgt 44, 60 und 85 Meter. Sie sollen bis zu 500 kleine Wohnungen sowie mietbare, gemeinsame Speiseräume für größere Feiern umfassen. Zudem soll das Projekt noch einen neuen Namen bekommen.

12. Winx (2017)

Mitte des Jahres soll am sogenannten Maintor-Areal am Frankfurter Schauspiel der Rohbau des Büroturms „Winx“ fertig sein. Der 110 Meter hohe Turm wird auf 42.000 Quadratmetern Büros und Gastronomie beherbergen. Er liegt in erster Reihe direkt am Main und wird einen sagenhaft-schönen Ausblick auf Stadt und Fluss bieten.

13. One (2021)

Bis 2021 sollen die 49 Geschosse des Hotel- und Büroturms „One“ fertiggestellt sein. Der 190 Meter hohe Turm, der in der Nähe der Hochhäuser Tower 185, Pollux und Castor vor dem Eingang des Kongresszentrums Kap Europa in die Höhe wächst, wird mit Hotel- und Büroflächen gemischt genutzt werden.

14. Blue Horizon (2018)

Mit „Blue Horizon“ entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) bis Ende 2018 ein neuer Wohnturm. Das alte 19-geschossige Bürogebäude wird entkernt und dann als Wohnhochhaus mit 118 Wohnungen über eine Fläche von 9.000 Quadratmetern neu etabliert. Im Erdgeschoss sollen vier Gewerbeeinheiten entstehen. Die Fassade wird in einer einer Natursandsteinoptik gestaltet.

15. Westend Ensemble (2018)

Im Westend, direkt gegenüber der Messe gelegen, entstehen in der denkmalgeschützten ehemaligen Oberpostdirektion bis 2018 repräsentative Eigentumswohnungen. Das Gebäude wird vollständig entkernt und mit viel Liebe zu Detail saniert. Das neben dem historischen Teil der ehemaligen Oberpostdirektion gelegene Senckenberg Carré wird komplett zurückgebaut und durch einen Neubau mit Mietwohnungen ersetzt. Komplettiert wird das Westend-Ensemble durch ein elegantes Hochhaus mit Blick über die Frankfurter Skyline.

Aktuelles zum Thema bietet der Skyline-Atlas.

Bildnachweis: Groß & Partner

Frankfurt Main Finance besucht israelische FinTechs

Israel verfügt über einen starken FinTech-Sektor. Zeit für Frankfurt Main Finance, diesen genau kennenzulernen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen dem Finanzplatz sowie deutschen und israelischen FinTechs zu erkunden. Das übernimmt der FinTech-Experte von Frankfurt am Main Finance Dr. Jochen Biedermann im Rahmen der Veranstaltung „Tel Aviv- Frankfurt FinTech Summit“, die am 21. März im Rahmen der Israel-Delegationsreise des Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann stattfinden wird. Vorab beantwortet er Fragen zum FinTech-Standort Israel und die Ziele seines Besuches vor Ort. Interessierte deutsche FinTechs sind eingeladen, ihn im Herbst bei einer weiteren Delegationsreise nach Israel zu begleiten.

 

Herr Biedermann, als Frankfurter denkt man bei FinTech-Standorten nicht in aller erster Linie an Tel Aviv. Wie ist das israelische FinTech-Segment denn tatsächlich aufgebaut?

Israel ist sehr technologiestark. Hier sammeln sich ein großes Hightech- Know-how und in diesen Themen gut ausgebildete Fachkräfte. Besonders das Cybersecurity-Segment ist in Israel hoch entwickelt und genießt einen äußerst guten Ruf. Das unterstützt auch den FinTech-Sektor, da es hier viele Schnittstellen gibt. Außerdem ist Israel ein sehr kleines Land. Das heißt, dass die dort ansässigen Unternehmen exportorientiert agieren und sehr schnell ins Ausland expandieren. Zusammenfassend lässt sich Israel als Tech-Powerhouse wie auch als Startup-Nation beschreiben.

 

Welche Anknüpfungspunkte sehen Sie zwischen den FinTech-Standorten Frankfurt und Tel Aviv?

Wie bereits erwähnt, expandieren israelische FinTechs sehr schnell ins Ausland. Für uns ist es deshalb eine willkommene Möglichkeit, den Finanzplatz Frankfurt und seine FinTech-Branche vorzustellen. Auch im Rhein-Main-Gebiet befindet sich ein großes Cluster für Cybersecurity. Als Beispiele seien hier das Fraunhofer-Institut SIT wie auch das Center for Research in Security and Privacy (CRISP) in Darmstadt angeführt. Israelische FinTechs finden somit hier auch die gewohnte Infrastruktur vor. Darüber hinaus wollen wir natürlich auch die Internationalisierung unserer heimischen FinTechs vorantreiben. Unser Partner Accelerator Frankfurt und sein Gründer Ram Shoham sind in Israel bereits gut vernetzt. Nun wollen wir das auch für den Finanzplatz Frankfurt insgesamt etablieren.

 

Sind weitere Kooperationen zwischen Frankfurt und Tel Aviv geplant?

Wir kooperieren im FinTech-Bereich bereits seit Jahren erfolgreich mit Südkorea, Hongkong,Holland sowie Norwegen und haben auch mit Israel bereits zwei gemeinsame Veranstaltungen in Frankfurt Rhein-Main durchgeführt.

Für Herbst ist bereits eine weitere Reise nach Israel geplant, gemeinsam mit deutschen FinTechs. Interessierte FinTechs sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden, wenn Interesse besteht, mit uns nach Tel Aviv zu reisen.

FinTechGermany Award

CFS-Umfrage: Cybersecurity muss in der Finanzbranche auf jeder Agenda stehen

Das Thema Cybersecurity ist von zentraler Bedeutung. Darin ist sich die deutsche Finanzindustrie geschlossen einig und misst dem Thema einen entsprechend hohen (20%) bis sehr hohen (75%) Stellenwert bei. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies unter Finanzinstituten und Dienstleistungsunternehmen am Finanzplatz Deutschland. Einigkeit besteht in der Branche jedoch auch weitgehend (78%) darüber, dass das Thema noch nicht ausreichend adressiert wird.

Von den FinTechs verspricht sich die Finanzindustrie nur teilweise eine Unterstützung

Von den FinTechs erwarten nur 8% der Befragten eine maßgebliche Unterstützung beim Thema Cybersecurity. Die Hälfte (51%) verspricht sich zumindest teilweise eine Stärkung für das eigene Unternehmen. Hingegen rechnen 29% mit weniger und 7% mit keinerlei Unterstützung durch Fintechs.

„Das Thema Cybersecurity ist ein Zukunftsthema und eigentlich für junge Technologieunternehmen maßgeschneidert. Daher gehe ich davon aus, dass wir bald mehr Startups in diesem Bereich sehen werden“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Cybersecurity kann zukünftig einen Wettbewerbsfaktor darstellen – die Einrichtung europäischer Datenzentren ist wichtig und entscheidend

Die Finanzinstitute sind sich größtenteils darüber einig (86%), dass das Thema Datensicherheit zu einem Wettbewerbsfaktor für Finanzdienstleister werden kann. Lediglich 12% halten diesen Punkt nicht für relevant.

Da viele Daten europäischer Nutzer von sozialen Netzwerken in den USA gespeichert werden, wird die Notwendigkeit eigener Datenzentren für kritische Daten in Europa diskutiert. Die Finanzbranche hält die Einrichtung solcher Datenzentren mehrheitlich für wichtig (59%) und für entscheidend (26%). Hingegen ist es für 12% weniger relevant, wo Datenzentren angesiedelt sind.

„Die Studie unterstreicht, wie wichtig eine leistungsfähige Daten-Infrastruktur heute für die Finanzbranche ist. Der Finanzstandort Frankfurt biete hier z.B. mit dem Deutschen Internet Exchange DE-CIX exzellente Voraussetzungen. Über die Hälfte aller deutschen Rechenzentren stehen im Großraum Frankfurt. Unser Status als Daten-Hauptstadt Deutschlands macht uns auch für FinTech-Unternehmen besonders attraktiv“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V. die Umfrageergebnisse.

Bitcoins als Zahlungsmittel werden unter dem Aspekt der Datensicherheit nicht an Bedeutung gewinnen

Bitcoins sollen angeblich besonders geeignet sein, um Hacker-Attacken im Zahlungsverkehr abzuwehren. Vor diesem Hintergrund erwartet die Finanzbranche mehrheitlich (73%) jedoch nicht, dass Bitcoins als Zahlungsmittel in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden.

Frankfurt FinTech Report #1

Die Frankfurter FinTech Szene pulsiert durch Events und neue Initiativen. Bleiben Sie auf dem Laufendem, indem sie Freitags unseren wöchentlichen Rückblick verfolgen.

Accelerator Frankfurt

Die erste Gruppe Start-ups hat ihr viermonatiges Programm bei Accelerator Frankfurt begonnen, einem unabhängiger Accelerator, der Startups durch die Vermittlung von Partnern, Kunden und Investoren zur Investitionsbereitschaft verhilft. Die erste Welle an Startups bestand aus acht Startups: Alyne (RegTech, Compliance als Dienstleistung), Beeeye (Kreditprüfung mithilfe lernfähiger Computer), Cindicis (kontextabhängige Informationsplattform), Fenror7 (Cybersecurity für Unternehmen) Pronteo (Peer-To-Peer FoodTech), Schnellspesen (FinTech, automatisiertes Kostenmanagement), Secured Touched (Cybersecurity für mobile Geräte) and Wroomer (efinance Plattform für Gebrauchtwagen). Das Kick-off Event des Programms kommentierend, betonte Ram Shoham, Gründer von Accelerator Frankfurt: „Das Programm wäre ohne unsere strategischen Partner Atobe, Beiten Burkhardt, d-fine und die firma nicht möglich, welche den Startups die nötigen Services bieten, um ihre Lernkurve zu beschleunigen und ihre Erfolgsaussichten zu erhöhen.“
Frankfurt Main Finance möchte den acht Start-ups, welche unter 150 Bewerbern ausgewählt wurden, gratulieren. Außerdem spielen Start-Up Accelerators eine entscheidende Rolle im sich stetig erweiternden Frankfurter FinTech Ökosystem. FMF unterstützt bereits seit langem Initiativen, Accelerators in die Rhein-Main-Region zu holen und wird dieses Ziel auch weiterhin verfolgen. Accelerator Frankfurt bringt Expertise und Mentoren aus Deutschalnd, Israel und Skandinavien miteinander in Verbindung und kann vor diesem Hintergrund als ausgezeichnetes Beispiel für private Initiative und internationaler Zusammenarbeit betrachtet werden. Erfolgreiche Start-ups sind ein wichtiger Impuls für die lokale Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze und lockt Investitionen in die Region an.

Women in FinTech

Am Montagabend fand das von Frankfurt Main Finance ausgerichtete und von Marguerite Arnold initiierte Kick-off-Treffen zur geplanten Veranstaltungsreihe „Women in FinTech“ statt, in dem vor allem die inhaltliche Gestaltung zukünftiger Treffen im Mittelpunkt stand. Im Hinblick auf die zentrale Frage, wie der Anteil von Frauen, nicht nur als Gründerinnen, sondern im gesamten FinTech-Sektor, erhöht werden kann, wurden als grundlegende Stichworte Finanzierungsmöglichkeiten, gesetzliche Rahmenbedingungen Informationsverbreitung, Netzwerkbildung, aber auch die Sichtbarkeit von Frauchen in der FinTech-Branche sowie finanzielle Bildung identifiziert. Dementsprechend sollen zukünftige Women-in-FinTech-Abende anhand dieser Schlagworte strukturiert werden, wobei man sich darauf einigte, sich beim nächsten Treffen am 25. Oktober mit der gesetzlichen Grundlage zur Start-up Gründung zu beschäftigen. Große Einigkeit war unter den Teilnehmern auch in der generellen Überzeugung zu finden, dass Frauen als Nutzerinnen von Finanztechnologie auch an deren Entwicklung beteiligt sein sollten sowie dass ein größerer Anteil an Frauen für die FinTech-Branche von großem Nutzen sein würde, da deren alternative Perspektiven und Sichtweisen der Entwicklung von FinTechs neue Wege ermöglichten.

Start-Up Grind

Am Donnerstag, den 22. September 2016, veranstalte das Frankfurt Startup Grind Team sein siebtes Event, welches im 48sten Stock des PWC Gebäudes im Frankfurter Westend stattfand. Auf diese Weise wurden die Gespräche der dynamischen Frankfurter FinTech Gemeinschaft vor dem offiziellen Programm des Abens, von einem atemberaubenden Ausblick umgeben. Sprecher des Abends waren Hartmut Giesen, verantwortlich für die strategische Entwicklung des Sutor Startup-Platform und Andreas Wiethölter, CMO und Geschäftsführer von Deposit Solutions, einem Hamburger FinTech, welches 2014 ZINSPILOT als B2C Produkt etablierte. Ein Video des Abends kann auf der Facebook-Seite des Start-Up Grind Frankfurt abgerufen werden.

Kommende Frankfurt FinTech Events:

BCG-Studie: „Frankfurt gehört zu den attraktivsten Standorten für in London vertretene Finanzdienstleister“

Die Boston Consulting Group (BCG) hat rund 360 leitende Banker aus Großbritannien, Frankreich, den USA und Deutschland befragt, welche Alternativen es nach dem Brexit zum Standort London für sie geben kann. Demnach gehört Frankfurt zu den attraktivsten Standorten für in London vertretene Finanzdienstleister, die aufgrund des anstehenden britischen EU-Austritts erwägen, ihre Geschäftsaktivitäten ins Ausland zu verlagern. „Insbesondere die ökonomische und politische Stabilität in Deutschland, kombiniert mit der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, macht den Standort Frankfurt am Main zur Top-Adresse, wie aus dieser Umfrage kurz vor dem Brexit hervorgeht“, sagt Bankenspezialist Dr. Wolfgang Dörner, Senior Partner und Leiter des Frankfurter BCG-Büros.

Rund 20 Prozent der Finanzdienstleistungs-Jobs in London könnten an andere globale Finanzplätze verlagert werden, so die Studie. Die Standortattraktivität für Banken wurde anhand von 14 Kriterien erhoben – u. a. Infrastruktur, Geschäftsumfeld, Stabilität, Lifestyle-Faktoren sowie Zugang zu Märkten und Institutionen.

Pressemitteilung der BCG mit weiteren Details zur Studie

Die hessenschau zu einem möglichen Brexit

Hessen würde verlieren, Frankfurt könnte gewinnen – die hessenschau analysierte jüngst die möglichen Konsequenzen eines Brexit auf Frankfurt und ganz Hessen. Der Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V., Hubertus Väth, macht in der Sendung deutlich: Wir wünschen uns den Brexit nicht, er wäre schlecht für Deutschland, Europa und Großbritannien. Sollte er kommen, handelt es sich um eine klare Chance für den Finanzplatz Frankfurt. Wir rechnen damit, dass bei es bei einer Verlagerung zu einer fünfstelligen Zahl an neuen Arbeitsplätzen in Frankfurt kommen könnte.

Den gesamten Beitrag finden Sie hier:

Auf dem Kontinent liegt Frankfurt ganz vorne

Der Finanzplatz Frankfurt hat die Führungsrolle unter den Finanzmetropolen in Kontinentaleuropa übernommen. Zu diesem Ergebnis kommen die Helaba-Volkswirte in ihrer Jubiläumsstudie „Finanzplatz Frankfurt bewegt sich weiter“. Frankfurt punktet mit dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB), der herausragenden IT-Infrastruktur, den vergleichsweise günstigen Mieten und Lebenshaltungskosten sowie guter Verkehrsinfrastruktur und liegt jetzt auf dem Kontinent ganz vorne.

Besonders in zwei zentralen Feldern ist der Finanzplatz Frankfurt gut aufgestellt: In der finanzbezogenen Lehre und Forschung hat sich Frankfurt substanziell weiterentwickelt und an internationalem Ansehen gewonnen. Mit der sich ergänzenden Kombination aus Frankfurter Goethe-Universität und Frankfurt School of Finance and Management wird ein attraktives, hochwertiges Spektrum der Lehre und Forschung geboten. Zudem gewinnt Frankfurt durch sein breites Netzwerk an intellektueller Infrastruktur. Bei den Trends in der Finanzbranche ist die Digitalisierung das dominierende Thema. Der technologische Wandel des Bankwesens wird wesentlich von Fintechs sowie Internetkonzernen angeschoben. Hierbei schneidet die Rhein-Main-Neckar-Region als Deutschlands dynamischste FinTech-Region gut ab. Damit Frankfurt seine Position langfristig festigen und ausbauen kann, gilt es insbesondere, Frankfurts Position als deutscher bzw. kontinentaleuropäischer Fintech-Hub auszubauen sowie die Innovationskraft des Finanzplatzes weiter zu stärken.

Zur aktuellen Beurteilung der Finanzplätze Frankfurt, Paris und London haben die Helaba-Volkswirte fünf Kernkriterien herangezogen, die für die nachhaltig erfolgreiche Positionierung eines internationalen Finanzplatzes unverzichtbar sind. Diese sind: Banken, Börsen, finanzbezogene Lehre und Forschung, Trends in der Finanzbranche sowie standortspezifische Qualitäten.

Die gesamte Studie finden Sie hier.

 

Neue Website informiert über FinTech-Aktivitäten am Finanzplatz

Frankfurt – Die Finanzplatz-Initiative Frankfurt Main Finance e.V. hat im Rahmen einer Informationsoffensive zum Thema FinTech ihr Jahrbuch „On the Move“ veröffentlicht, sowie ihren Internetauftritt ausgebaut und neu gestaltet. Beide Maßnahmen dienen dazu, die FinTech-Aktivitäten am Finanzplatz noch besser zu dokumentieren und einen Überblick über die heimischen FinTech-Unternehmen wie auch deren unterstützende Partner zu geben.

Unter www.frankfurt-main-finance.com zeigt die Standortinitiative unter anderem, welche FinTech-Unternehmen und -Institutionen bereits das enorme Potenzial des Rhein-Main-Gebietes erkannt und sich dort angesiedelt haben. Aktuelle FinTech-Studien und ein Veranstaltungskalender ergänzen das Informationsangebot. Unter anderem ist hier der wichtige Beitrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hervorzuheben, welche mit Veranstaltungen, wie der Konferenz „BaFin-Tech 2016“, ganz Besonderes leistet. Darüber hinaus sind Initiativen und Unterstützer, die Frankfurts Position als FinTech-Metropole stärken, in einer neuen Datenbank hinterlegt und nach verschiedenen Kategorien abrufbar. Unternehmen, die gegenüber FinTechs als Dienstleister auftreten, können sich kostenlos in der Datenbank registrieren.

Ebenfalls neu: Die Website von Frankfurt Main Finance e.V. bietet die Möglichkeit, sich für den Finanzplatznewsletter zu registrieren und so unkompliziert regelmäßig zentrale Informationen, Terminhinweise und informative Beiträge zu erhalten.
Zusätzlich zur Neugestaltung der Website konnte Frankfurt Main Finance e.V. in den sozialen Netzwerken punkten. So gelang es, auf dem diesjährigen Frankfurt Finance Summit unter dem Hashtag #FinSum16 bei Twitter einen deutschlandweiten Top-Trend im Finanzbereich zu setzen. Insbesondere die häufige Verwendung des Hashtags und die vielfältigen Interaktionen bei Twitter waren herausragend. Laufend folgen kann man dem Verein bei Twitter unter @FMFdigital.

Weitere inhaltliche Schwerpunkte des zweisprachigen Internetangebots sind neben den Details zur Standort-Initiative aktuelle Finanzplatzthemen wie Regulierung, die Rolle Frankfurts als RMB-Hub und die internationalen Kooperationen des Finanzplatzes Frankfurt.

„Neben der inhaltlichen Erweiterung bietet der neue Internetauftritt von Frankfurt Main Finance auch ein neues, frischeres Erscheinungsbild. Der Besucher erhält alle Informationen schnell, gezielt und übersichtlich mit möglichst wenigen Klicks. Es soll Spaß machen, die Website zu nutzen“, beschreibt Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance e.V. den Relaunch der Website.

Starke Verbindung von Wirtschaft und Politik

Die Ziele von Frankfurt Main Finance erfordern eine starke Verbindung von Wirtschaft und Politik. Glaubwürdig wird sie einerseits durch den Rückhalt der politischen und wirtschaftlichen Repräsentanten und andererseits durch eine effiziente Bearbeitung der Projekte. Zentrale Gremien von Frankfurt Main Finance e.V. sind Vorstand und Präsidium, der Präsidialausschuss und die Geschäftsführung. Mit dem Relaunch der Website wird ein Überblick über die Governance, die Aufgaben und die Funktion von Frankfurt Main Finance gegeben. Ebenso wie die neugestaltete Website diverse Möglichkeiten enthält, sich Fach- und Sachinformationen herunterzuladen. Ganz besonders kann man hier auf das hochwertige Jahrbuch „On the Move“ hinweisen, welches in diesem Jahr wieder durch ganz besonders erstrangige Autoren glänzt.

Mehr zur Finanzplatz-Initiative sowie ihren Mitgliedern auf www.frankfurt-main-finance.com.

Frankfurt bei Arbeitnehmern besonders beliebt

Immer mehr Menschen pendeln zum Arbeiten nach Hessen und insbesondere nach Frankfurt. Die Zahl der Berufs-Pendler stieg im Vorjahresvergleich um mehr als 9000 auf 344 667 Menschen (Stichtag: 30.6.2015), wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) bekanntgab. Demnach kommen 14,3 Prozent der in Hessen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus einem anderen Bundesland oder aus dem Ausland. Viele zieht es nach Frankfurt: 350 400 Menschen kommen täglich zur Arbeit in die Mainmetropole, davon 256 204 aus anderen hessischen Regionen.

Vor allem für die Bewohner der umliegenden Städte und Gemeinden spielt Frankfurt als Arbeitsort eine wichtige Rolle. So arbeiten in den Kommunen Bad Vilbel, Kelsterbach, Offenbach, Mörfelden-Walldorf, Maintal, Eschborn und Neu-Isenburg mehr als die Hälfte aller Auspendler im direkt angrenzenden Frankfurt; in vielen Kommunen – etwa aus dem Vordertaunus – beträgt der Anteil der „Frankfurt-Pendler“ immer noch vierzig Prozent und mehr.