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Deutsche Börse AG wird 25

Im Dezember 1992, auf den heutigen Tag vor 25 Jahren, wurde Deutsche Börse als Aktiengesellschaft gegründet. Dies war der Startpunkt für die Elektronisierung der gesamten börslichen Wertschöpfungskette.

11. Dezember 2017. Frankfurt (Börse Frankfurt). Das Unternehmen Deutsche Börse AG feiert am heutigen Montag auf dem Parkett der Frankfurter Börse seinen 25. Geburtstag. Kunden, Regulatoren, ehemalige Vorstände, Aufsichtsräte und Mitarbeiter waren der Einladung zum Läuten der Handelsglocke anlässlich des Jubiläums gefolgt.

Am 11. Dezember 1992 hatten die damaligen Eigentümer der drei unabhängigen Gesellschaften Frankfurter Wertpapierbörse AG, DTB Deutsche Terminbörse GmbH und der Deutsche Kassenverein AG den Zusammenschluss beschlossen, der zum 1. Januar 1993 wirksam wurde – die Geburtsstunde der Deutsche Börse AG. Dadurch entstand in Frankfurt und Deutschland erstmals ein integrierter Anbieter von Börsendienstleistungen.

„Europäische Harmonisierung plus Elektronisierung waren und sind die beiden Flügel, die den Aufstieg des Finanzplatzes Frankfurt getragen haben. In den 1990er Jahren wurden mit der Gründung der Deutschen Börse als AG die Basis gelegt, um den Finanzplatz zu der internationalen Bedeutung zu verhelfen, die dem Gewicht der deutschen Realwirtschaft im europäischen Maßstab entspricht“, resümiert Lutz Raettig, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Morgan Stanley Deutschland und langjähriger Vorsitzender des FWB-Börsenrats, in seiner Laudatio zum Jubiläum.

„Die Deutsche Börse hat sich in den vergangenen 25 Jahren zur mit Abstand bedeutendsten Betreiberin von Finanzmarktinfrastruktur in Europa entwickelt. Maßgeblich hierfür war und ist unser vertikal integriertes Geschäftsmodell, das auf leistungsfähiger Technologie in allen Geschäftsbereichen basiert. Darauf aufbauend konnten wir international expandieren und unser Geschäft auf eine Vielzahl von Anlageklassen ausweiten“, bilanziert Andreas Preuß, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG.
Die wichtigen Meilensteinen der Unternehmensgeschichte

  • die Einführung des elektronischen Handels mit Xetra als Aktienhandelsplattform im Jahr 1997,
  • die Gründung der Eurex im Jahr 1998 durch die Fusion der DTB mit der Schweizer Terminbörse Soffex und Ausbau zu Europas größtem Terminmarkt,
  • der Börsengang der Deutsche Börse AG im Februar 2001 und die Aufnahme in den deutschen Bluechip-Index DAX 2002,
  • die Einführung des zentralen Kontrahenten, zunächst am Terminmarkt in den 1990er Jahren und 2003 für Xetra,
  • Fusion des deutschen Nachhandelsbereichs mit der Luxemburger Cedel und die spätere vollständige Übernahme der Clearstream im Jahr 2002,
  • Gründung des Indexanbieters STOXX mit Partnern und vollständige Übernahme im Jahr 2015,
  • Einstieg in den Währungshandel durch die Übernahme von Deutschlands erfolgreichstem Fintech 360T im Jahr 2015.

Foto Quelle: Deutsche Börse

TechQuartier-Geschäftsführer Schäfer: „Wir sind eine auf Innovation gestützte Gemeinschaft“

Es ist die zentrale Anlaufstelle der FinTech- und Start-up-Community im größten Finanzzentrum Kontinentaleuropas – und es feiert sein einjähriges Jubiläum: das Frankfurter TechQuartier. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Sebastian Schäfer über das FinTech-Ökosystem in Frankfurt. Im Interview spricht er über die erreichten Meilensteine und welche Ziele sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt hat. Außerdem spricht er über die Unsicherheit der FinTech-Szene bezüglich des Brexit.

Herr Dr. Schäfer, Sie blicken auf ein Jahr TechQuartier zurück. Welche Meilensteine wurden in dieser Zeit erreicht?

Zunächst einmal freuen wir uns über den Zuspruch aus der Gründerszene. Mit rund 80 Start-ups haben wir inzwischen ein volles Haus. Wir hatten bereits in den ersten Monaten die ersten 1.600 Quadratmeter mit rund 110 Arbeitsplätzen vermietet. Im Juni kam dann eine weitere Etage mit 114 Arbeitsplätzen dazu. Von Tag eins an haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie eine lebendige Community gestaltet sein muss. Denn es geht ja nicht nur um einen schönen Ort, an dem man arbeitet, sondern auch um Inspirationen, gegenseitiges Lernen und Netzwerken. Wir haben also Interessenten, Mitglieder und Unterstützer zusammen mit passenden Themen an einen Tisch gebracht – und dafür auch spannende Formate entwickelt, die sehr erfolgreich gestartet sind. Zum Beispiel Landing Pad, Papillon, Money meets Idea, oder die Start-up Academy.

Mit der Erfahrung, die Sie gesammelt haben – wo sehen Sie weiteres Potenzial für das TechQuartier, wo die Stärken?

Man kann sich immer weiter verbessern. Unser Anspruch ist, ein global sichtbarer Hub zu werden. Dazu zählt auch ein stärkeres Engagement auf der Risikokapitalseite und die konsequente Vermarktung unserer Erfolgsgeschichten am Standort Frankfurt. Unsere Stärke ist ganz klar, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Der Brexit beschäftigt die Finanzbranche. Ist das auch ein Thema bei FinTechs?

Natürlich sprechen wir in der Szene über den Brexit und mögliche Folgen. Wir merken, dass die Unsicherheit groß ist. Da momentan niemand genau weiß, wie es weitergeht, sind in erster Linie indirekte Effekte spürbar. Wenn zum Beispiel ein FinTech aus Asien nach Europa kommen möchte, wäre die Standortwahl früher sicher auf London gefallen. Jetzt ist Frankfurt eine Option, über die man nachdenkt. Wir merken das zum Beispiel daran, dass sich für unser letztes LandingPad, bei dem wir die Möglichkeit bieten, den FinTech-Hub Frankfurt kennenzulernen, FinTechs aus über 20 Ländern beworben haben. Dieses Interesse eröffnet Frankfurt und der Region die Chance, sich dank gezielter Maßnahmen zum „Powerhouse“ der Innovation zu entwickeln.

Wenn Sie nach vorne schauen: Welche Ziele hat sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt?

Unsere Ziele sind klar definiert: Mehr Start-ups, mehr Partnerschaften, mehr Erfolgsgeschichten. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass Frankfurts Gründerszene internationale Strahlkraft entfaltet.

Vielen Dank für das Gespräch.

Green Finance Cluster Frankfurt nimmt Arbeit auf

Der Übergang zu einer klimaschonenden und nachhaltigen Ökonomie findet auch in der Finanzbranche statt. Um Initiativen zu bündeln und Grundlagenarbeit zu leisten, hat in Frankfurt das Green Finance Cluster seine Arbeit aufgenommen, wie das Hessische Witschaftsministerium im November mitteilte. „Eine nachhaltige Ausrichtung des Finanzsystems ist unverzichtbar; gleichzeitig bedürfen die Energiewende und der Transformationsprozess unserer Wirtschaft passender Unterstützung durch die Finanzindustrie“, sagte der Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir auf dem Green Finance Forum vergangenen Monat in Frankfurt. „Es ist wichtig, dass Frankfurt dabei eine international wahrnehmbare Stimme artikuliert, denn derzeit dominieren Städte wie Paris und London die Diskussion.“

Gründungsmitglieder und Förderer
Das auf Initiative des Wirtschaftsministeriums entstandene Cluster ist ein Projekt des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025. Gründungsmitglieder sind das Wirtschaftsministerium, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), die KfW Bankengruppe, das Center for Financial Studies mit Sitz an der Frankfurter Goethe-Universität, die Frankfurt School of Finance and Management, der Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten (VfU) und das Gründerzentrum TechQuartier. Im Rahmen eines Sponsorings werden die Deutsche Bank AG, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Girozentral, die Deutsche Börse AG, die KfW Bankengruppe, die Commerzbank AG, die Dekabank Deutsche Girozentrale, die DZ BANK AG sowie die Metzler Asset Management GmbH finanzielle Unterstützer sein. Sitz des Clusters ist die Frankfurt School of Finance and Management.

Erste Projekte des Clusters
Angesichts vieler internationaler Absichtserklärungen und Empfehlungen sei nun konkretes Handeln zur Umsetzung erforderlich, sagte Al-Wazir: „Dafür brauchen wir Strukturen, die ein echtes Zusammenwirken der Finanzwirtschaft untereinander, aber auch mit Politik und Wissenschaft ermöglichen.“

Erste Projekte gelten unter anderem der Suche nach Methoden, um den Zusammenhang von Finanzierungen und Klimazielen und die damit verbundenen Risiken besser zu verstehen. „Mir scheint es besonders wichtig, dass das Green Finance Cluster Frankfurt den Auftrag angenommen hat, substanzielle Arbeit zu leisten, und dabei Methoden und Instrumente für die praktische Anwendung entwickeln wird“, sagte der Minister.

 

 

Brexit bringt bis zu 88 Tausend neue Stellen in der Rhein-Main-Region

Studie der WHU beziffert die Brexiteffekte auf den Arbeitsmarkt.

Neue Stellen im Bankensektor – das ist die erwartete Folge der Standortverlagerungen von London nach Frankfurt. Schon am 24. Juni 2016, am Tag nach dem Referendum, hat Frankfurt Main Finance das Potenzial eines Brexit auf bis zu zehn Tausend neue Arbeitsplätze für Frankfurt im Finanz- und unmittelbar zugehörigen Dienstleistungssektor geschätzt. Heute scheint die Zahl manchen sogar zu konservativ. Das Jobwachstum wartet aber auch an anderer Stelle, so die Ergebnisse einer Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management im Auftrag von Frankfurt Main Finance. „Es sind die Multiplikatoreffekte auf viele Bereiche des täglichen Lebens, die zu einem signifikanten Stellenzuwachs vor allem in der Rhein-Main-Region führen werden“, erklärt Professor Lutz Johanning, der die Studie zusammen mit Moritz C. Noll vom Lehrstuhl für Empirische Kapitalmarktforschung durchgeführt hat. Im Interview geben beide tiefere Einblicke in die zugrundeliegenden Berechnungen.

Herr Prof. Johanning, was genau wird in Ihrer Studie untersucht?

Lutz Johanning: Wir haben erhoben, welche Auswirkungen die Verlagerungen von Bankarbeitsplätzen im Zuge des Brexit auf den Arbeitsmarkt insgesamt haben – und zwar für die Stadt Frankfurt, für die unmittelbar benachbarten Städte und für das Rhein-Main-Gebiet. Dabei lag unser Fokus auf den Multiplikatoreffekten, also welches Wachstum für andere Branchen zieht ein Plus an Bankarbeitsplätzen nach sich. Und die Studie zeigt: Dieser Effekt ist – je nach Betrachtungsraum – 2,1 bis 8,8 Mal so hoch. Wenn wir also von zehn Tausend neuen Bankstellen ausgehen, dann können in den folgenden vier Jahren in der Rhein-Main-Region im optimistischen Fall bis zu 88 Tausend neue Stellen entstehen.

Professor Lutz Joahnning: „Die Verlegung von Arbeitsplätzen geschieht nicht isoliert. Menschen verlagern ihr Leben in eine neue Stadt – mit allem, was dazu gehört.“

Eine gigantische Zahl. Wie kommen Sie zu dem Ergebnis?

Moritz Noll: Wir haben die bestehenden statistischen Daten zum Arbeitsmarkt in Frankfurt und der Region mittels eines empirischen Modells in die Zukunft fortgeschrieben und dabei die Brexiteffekte berücksichtigt. Um für die weitere Planung aussagekräftige Zahlen zu erheben, haben wir auf zwei Faktoren großen Wert gelegt: Zum einen war uns eine valide Datengrundlage sehr wichtig. So basiert unsere Studie auf Arbeitsmarkt-Daten der Bundesagentur für Arbeit der vergangenen neun Jahre. Zum anderen haben wir nach statistischen Modellen gesucht, die in der Wissenschaft bereits eingesetzt wurden.

Moritz C. Noll: „Auch wenn der Brexit ein neues Ereignis ist, gibt es wissenschaftlich etablierte Modelle, mit denen sich die Folgen auf den Arbeitsmarkt schätzen lassen.“

Wo sind Sie fündig geworden? Der Brexit ist ja ein bislang beispielloses Ereignis.

Noll: Der Brexit ja, nicht aber die Tatsache, dass aufgrund veränderter Rahmenbedingungen Arbeitsplätze an einen neuen Standort verlagert werden. Wissenschaftlich fundierte Untersuchungen gibt es beispielsweise für den Energiesektor in den USA – Stichwort Fracking. In diesem Kontext ist das Umsiedeln von Arbeitsplätzen an neue Standorte durchaus geläufig. Welche Effekte sich daraus nicht nur für den primär betroffenen Sektor ergeben, sondern wie sich eine Region dadurch insgesamt verändert, wurde in den vergangenen Jahren häufig untersucht. Aus diesen Modellen lassen sich Annahmen ableiten, die wir unserer Untersuchung zugrunde gelegt haben.

Johanning: Mit diesem Ansatz lassen sich die indirekten Effekte quantifizieren. Wenn ein Arbeitsplatz bei Bank X von London nach Frankfurt verlegt wird, dann geschieht das ja nicht isoliert. Vielmehr verlagert der Mensch, der diesen Arbeitsplatz füllt, sein Leben in eine neue Stadt – mit allem, was dazu gehört. Er oder sie kommen meist mit Familie; folglich müssen alle dazugehörenden Bedarfe erfüllt werden. Das fängt bei den ganz einfachen Themen wie Wohnen, Schule, Ausbildung, Konsum an. Es hat aber auch strukturelle Folgen. Infrastruktur, Bildungssystem, Häuser- und Wohnungsmarkt sind hier Stichworte.

Professor Lutz Johanning: „Vor allem die Rhein-Main-Region wird vom Stellenzuwachs profitieren. Die meisten zusätzlichen Jobs außerhalb der Finanzindustrie entstehen eher im Umland Frankfurts.“

Was macht Sie so sicher, dass die betroffenen Banker ihren Lebensmittelpunkt nach Frankfurt verlagern? Schließlich ist London ja nicht so weit weg.

Johanning: Die gleiche Diskussion gab es vor einigen Jahren für Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank. Auch hier war die Frage: Kommen die Menschen wirklich in die Rhein-Main-Region, oder sind sie nur hier, um zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt: Sie kommen, um hier zu arbeiten und zu leben. Daher gibt es aus diesem Kontext seit vielen Jahren ein Best-Practice-Beispiel, und daran haben wir uns in der Studie orientiert.

Sie haben in der Studie differenziert – Frankfurt, direktes Umland und Region. Was zeigt diese Differenzierung?

Johanning: Frankfurt profitiert unmittelbar von den neuen Stellen im Bankensektor. Das ist kein regionales Thema. Die zentralen Büroflächen werden in der Innenstadt zu finden sein. Deshalb ist der Effekt auf andere Branchen hier auch überschaubar, liegt etwa beim 2,1 bis 3,4-fachen. Dienstleistungen rund um die Banken werden im Zuge des Aufbaus ebenfalls profitieren; diese haben ihren Standort oft aber nicht unmittelbar in der City, sondern im direkten Umland wie Eschborn, Offenbach oder anderen benachbarten Städten. Hinzu kommt, dass viele Menschen ihren Wohnort etwas außerhalb Frankfurts suchen. Davon profitieren wiederum die benachbarten Städte wie auch die gesamte Region. Je größer der Radius gezogen wird, umso differenzierter sind die Auswirkungen, und umso größer wird der Multiplikatoreffekt. Zehn Tausend neue Bankjobs in der City können im  optimistischen Fall bis zu 88 Tausend neue Jobs in der Rhein-Main-Region mit sich bringen.

Die Studie spricht von zwei Modellen. Was steckt im Detail dahinter?

Noll: Wir haben zwei Modelle eingesetzt, um die Auswirkungen der zehn Tausend neuen Stellen im Finanzbereich auf alle anderen Branchen zu schätzen. In Modell eins ist ein Faktor berücksichtigt, der den Wachstumseffekt stärker abdämpft. Modell zwei hingegen ist dieser Faktor nicht enthalten, dadurch wird das Wachstum insgesamt höher geschätzt. Uns war es wichtig, die Bandbreite der möglichen Ergebnisse in der Studie darzustellen.

Sie kennen die Statistiken im Detail. Auf welche Branche wirken sich die Effekte am stärksten aus?

Johanning: Zunächst muss man sagen: Frankfurt ist insgesamt eine sehr wachstumsstarke Region – auch ohne Brexit. Die höchsten Zuwachsraten verzeichneten wir in den vergangenen Jahren in den Sektoren Logistik, Immobilien und wirtschaftliche Dienstleistungen. Diese Wachstumsbranchen werden durch den Brexiteffekt zusätzliche Impulse erfahren. Was sich aus unserem quantitativen Modell aber nicht ableiten lässt, ist, welche strukturellen Veränderungen innerhalb der einzelnen Branchen in den nächsten Jahren zu mehr oder weniger Wachstum führen werden.

Noll: Mit unseren Modellen haben wir in einem weiteren Schritt untersucht, wie sich die langfristigen Job-Wachstumsraten im Fall mit und ohne Brexit unterscheiden. Damit haben wir zeigen können, dass durch einen initialen Schock, also die zusätzlichen Jobs in der Finanzindustrie durch den Brexit, der langfristige Wachstumspfad verändert wird. Das heißt, dass das Job-Wachstum im gesamten Arbeitsmarkt in der langen Frist im Brexit-Fall wesentlich höher liegen kann als in einem Fall ohne zusätzliche Brexit-Jobs. Man sieht also, dass die Wachstumseffekte auf den Arbeitsmarkt noch deutlich höher sein können, als es der Ersteffekt vermuten lässt. Da ist also noch Luft nach oben.

Moritz C. Noll: „Wenn wir zusätzlich langfristige Effekte berücksichtigen, haben die Ergebnisse noch Luft nach oben.“

Im Ergebnis also noch mehr Wachstum für eine ohnehin prosperierende Region. Haben Sie in der Studie auch quantifiziert, wie sich dadurch das kommunale Steueraufkommen verändert?

Johanning: Mit einer simplen Projektion haben wir versucht, auch diesen Effekt zu schätzen, zumindest für Frankfurt Stadt. Man muss allerdings auch diesen Ergebnissen vorwegnehmen, dass sie mit Vorsicht zu betrachten sind, da sie auf den vorherigen Ergebnissen aus den Arbeitsmarkt-Vorhersagen basieren und somit zusätzliche Ungenauigkeit entsteht. Betrachtet haben wir den kommunalen Anteil an der Einkommensteuer, die Umsatzsteuer sowie die Gewerbesteuer. Verkürzt gesagt schätzen wir, dass die Stadt Frankfurt durch die zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze in allen Branchen jährlich zwischen 136,2 und 191,9 Millionen Euro an Einnahmen durch die drei genannten Steuerarten erzielen kann.

Vielen Dank für das Gespräch.

Winning Frankfurt: Brexit Bankers‘ Welfare Effect Beyond Bringing Their Jobs

Bildnachweis: fritzphilipp photography 

„Wir nutzen alle Möglichkeiten, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen“

Der Finanzplatz Frankfurt sieht einem starken Einwohnerwachstum entgegen. Wie kann in dieser Situation ausreichend Wohnraum geschaffen werden? Ein Interview mit Stadtplanungsdezernent Mike Josef.

Experten gehen von 6.000 bis 10.000 neuen Arbeitsplätzen aus, die im Zuge der Standortverlagerung vieler Unternehmen von London nach Frankfurt allein in der Bankenbranche entstehen werden. Wie geht die Stadt Frankfurt mit dem Bedarf an Wohnraum um, der daran geknüpft ist?

Mike Josef: Wir kurbeln den Wohnungsbau an, indem wir in erster Linie Flächen für neue Baugebiete ausweisen. Denn Frankfurt am Main erwartet in den kommenden Jahren ohnehin ein starkes Bevölkerungswachstum. Je nachdem, welcher Vorausberechnung man glaubt, gehen die erwarteten Zahlen für das Jahr 2030 auf über 840.000 Einwohner, weichen aber um mehr als 100.000 Einwohner voneinander ab. Das zeigt, mit welcher Unsicherheit solche Prognosen behaftet sind. Zudem relativiert sich die geschätzte Zahl der Arbeitsplätze, die nach Frankfurt verlagert werden könnten. Für die Menschen, die wegen des Brexit nach Frankfurt kommen, haben wir gerade in diesem Segment in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Angebot geschaffen. Es geht jetzt vorrangig darum, die breite Mittelschicht mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen und ihr in Frankfurt eine Zukunft zu bieten. Daher engagiere ich mich stärker für den Bau von preiswerten Wohnungen, die in den vergangenen Jahren unterproportional entstanden sind.

Bei Steinbach ist ein neues Stadtviertel geplant. Ist dies – mit Blick auf den entstehenden Wohnraum und den zeitlichen Rahmen für das Projekt – ausreichend?

Josef: Ein Baustein alleine reicht freilich nicht aus, um ausreichend Wohnraum für das wachsende Frankfurt zu schaffen. Deshalb nutzen wir alle Möglichkeiten, um zusätzliche Wohnungen zu schaffen. Hierzu zählt die Innenentwicklung, also die Konversion von Bürogebäuden oder ganzen Arealen, wie wir es beispielsweise in der früheren Bürostadt Niederrad betreiben oder am Römerhof anstoßen, Nachverdichtung, wo für Umfeld und Umwelt verträglich, und die Arrondierung bestehender Stadtteile. Weil das nicht ausreicht, müssen wir in die Außenentwicklung, also auch bislang unbebaute Flächen bebauen.

Welche weiteren Punkte gilt es bei der Infrastruktur rund um dieses Projekt zu beachten?

Josef: Wichtig ist, dass die Infrastruktur fertig und nutzbar ist, noch bevor die die ersten Bewohner einziehen: Straßen, Plätze, Parks und öffentlicher Nahverkehr müssen genauso vorhanden sein wie soziale Infrastruktur, also Kitas, Schulen, Jugend- oder Senioreneinrichtungen sowie Gastronomie- und Nahversorgungseinrichtungen. In welchem genauen Umfang wir Infrastruktureinrichtungen in dem neuen Stadtteil brauchen, das müssen wir nun im Zuge der fortschreitenden Planungen eruieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bildnachweis: Stadt Frankfurt am Main, Dezernat IV – Planen und Wohnen

„Zuzug nach Frankfurt – Chancen für Wirtschaftsstandort, Finanzplatz und Großstadt“

Frankfurt wird vom Umzug vieler Banker von der Themse an den Main profitieren. Ein Gespräch über Chancen und Herausforderungen mit Dr. Rolf E. Stokburger, der als Managing Partner Germany der international tätigen Personalberatung Boyden auf die Vermittlung von Führungskräften spezialisiert ist.

 

Menschen, die in der Londoner Finanzbranche arbeiten, sind zunehmend zu einem Umzug nach Frankfurt bereit. Was sind die Gründe hierfür?

Dr. Rolf E. Stokburger: Die zunehmende Relevanz der Brexit-Entscheidung und die damit einhergehende Entscheidung einiger Banken, ihren Standort für etwaige Finanzdienstleistungen und -produkte nach Frankfurt zu verlagern, veranlasst vermehrt Londoner Banker über einen Umzug gen Frankfurt nachzudenken. Insbesondere amerikanische und japanische Banken, wie beispielsweise Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citi, Nomura, Daichi oder auch die Schweizer UBS, haben eine Standortverlagerung bereits angekündigt. Wir sehen aktuell vor allem zwei Gruppen von Bankern. Nämlich diejenigen, die eine Standortverlagerung als Karrierechance sehen und daher als „first mover“ mit dabei sein wollen. Und auf der anderen Seite haben wir eine Menge Professionals, die als Teil ihres Geschäftsbereiches nach Frankfurt wechseln sollen – und denen schlicht nichts anderes übrig bleibt als „take it or leave it“.

Worin bestehen die Chancen, wenn diese Menschen künftig in Frankfurt leben und arbeiten? Was sind die Herausforderungen?

Stokburger: Kommt die erste Welle Londoner Banker nach Frankfurt, wird der hiesige Finanzplatz weiter wachsen und die Stadt international an Bedeutung gewinnen. Der Ausbau der bestehenden Präsenzen ausländischer Banken sowie die Gründung von Banken nach deutschem Recht schafft aber auch für heimische Banker neue Stellen, insbesondere in den Bereichen Risikomanagement, Compliance und Verwaltung. Außerdem wird der Ausbau des Finanzplatzes Frankfurt sicher weitere Marktteilnehmer anziehen, wie etwa Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Anwaltssozietäten und Private Equity Fonds. Die derzeit in London ansässigen Banken werden aber sicher nicht umhinkommen, passende Incentive-Pläne für den Standort Frankfurt zu erarbeiten, um ihre Mitarbeiter und Führungskräfte für einen Wechsel und einen Verbleib an der Mainmetropole zu motivieren. Und die Stadt Frankfurt ihrerseits wird sich der Herausforderung stellen müssen, ausreichend Wohnraum sowie internationale Schulen und Kitas anbieten zu können.

Wie kann sich die Rhein-Main-Region am besten auf diesen Zuzug einstellen?

Stokburger: Die aktuell angekündigten Verlagerungen von Kapazitäten nach Frankfurt muss man in einem längeren zeitlichen Kontext sehen. Es ist anzunehmen, dass dem jetzt angekündigten Auf- und Ausbau einzelner Häuser noch einige andere folgen werden – eine große Chance für Frankfurt als Wirtschaftsstandort, Finanzplatz, aber eben auch als Großstadt. Mit Blick auf diesen bevorstehenden Zuzug sowie weiterer Ansiedlungen sollten Stadt und Region geschlossener auftreten und für Frankfurt als Top-Standort offensiv werben. Frankfurt und das Umland mit seinen zahlreichen Städten und Gemeinden haben viele Vorzüge gegenüber einer Millionenstadt wie London. Diese gilt es proaktiv zu bewerben. Ein Blick auf die zahlreichen aktuellen Bauvorhaben in der Stadt Frankfurt zeigt ja bereits, dass zumindest die Immobilienbranche klar auf Wachstum setzt. Um eine bestmögliche Integration der neuen Banker in Stadt- und Sozialleben zu gewährleisten, stehen Stadtmarketing und Entwicklungsplanung nun in der Pflicht, kulturelle Stärken und Vorzüge Frankfurts sowie die lebendige Vielfältigkeit besser zu kommunizieren, um das Image des teilweise als zu provinziell wahrgenommenen Stadtbilds aufzupolieren.

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Bildnachweis: Boyden

Frankfurt feiert Museen am Main

Zwei Millionen Menschen besuchen jährlich das Museumsuferfest in der Bankenstadt Frankfurt. Von 25. bis 27. August ist es wieder so weit.

Es gilt als eines der größten und spektakulärsten Kunst- und Kulturfestivals in Europa: das Frankfurter Museumsuferfest. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass jährlich circa zwei Millionen Menschen an den Main kommen, wenn an seinem nördlichen und südlichen Ufer vor der beeindruckenden Kulisse der Frankfurter Skyline die Türen der Museen bis spät in die Nacht geöffnet sind.

Ein facettenreiches Bühnenprogramm, zahlreiche Inszenierungen sowie kulinarische Spezialitäten aus der ganzen Welt ergänzen das Programm des dreitägigen Museumsuferfestes, das am 27. August um 22 Uhr mit einem Feuerwerk endet.

Hier können Sie das Programm für das Museumsuferfest 2017 online anschauen oder das Programmheft als pdf herunterladen.

Bildnachweis: visitfrankfurt  / Holger Ullmann

Happy Birthday Deutsche Bundesbank!

Die Zentralbank Deutschlands mit Hauptsitz in der Bankenstadt Frankfurt am Main feiert ihr 60-jähriges Jubiläum.

Fast 13 Milliarden Deutsche Mark (DM) sind immer noch in Umlauf – zum Beispiel, weil viele Deutschen die Münzen oder Geldscheine der alten Währung als Erinnerung aufbewahren. Umtauschen lässt sich das Geld auch weiterhin in den Filialen der Deutschen Bundesbank, die über Jahrzehnte hinweg als Währungshüter über die Stabilität der DM wachte.

Mit der Einführung des Euro hat diese Aufgabe zwar die Europäische Zentralbank (EZB) übernommen. Doch die Deutsche Bundesbank mit ihren knapp 10.000 Mitarbeitern versorgt nach wie vor Banken mit frischem Bargeld, sortiert Falschgeld aus, wickelt Zahlungsverkehr im In- und Ausland ab und beaufsichtigt einen Großteil der Banken in Deutschland. Zudem verwaltet sie die Goldreserven des Landes.

In diesem Jahr feiert die Deutsche Bundesbank ihr 60-jähriges Bestehen und hat anlässlich dieses Jubiläums alles Wissenswerte rund um ihre Gründung und Entwicklung in kurzen, informativen Filmen festgehalten. Auf der Webseite der Deutschen Bundesbank können Interessierte zudem wichtige Zahlen, Daten und Fakten sowie historisches Bildmaterial finden.

Bildnachweis: Deutsche Bundesbank

歓迎される – Willkommen

Frankfurt am Main wird der künftige EU-Standort der Finanzhäuser Mizuho Securities, Daiwa Securities, Sumitomo Mitsui Financial Group und Nomura werden. Doch aus welchen Gründen entscheiden sich ausländische Banken für Frankfurt? Und wo liegen die Chancen und Herausforderungen eines Umzugs? Ein Interview mit Dr. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland e.V.

Warum kommen ausländische Banken nach Frankfurt?

Dr. Oliver Wagner: Es ist ein Bündel von Motiven, warum sich Banken für Frankfurt entscheiden. In regionaler Hinsicht sind dies nicht nur die zentrale Lage des Rhein Main-Gebiets quasi in der Mitte der Bundesrepublik, die guten Verkehrsanbindungen mit dem internationalen Flughafen und dem zentralen Hauptbahnhof mit guten ICE-Verbindungen sowie Autobahnen, sondern auch die vergleichsweise günstigen Büromieten und die umfassende IT-Infrastruktur. Hinzu kommen die Nähe zur Börse, die fast 200 im Raum Frankfurt vertretenen Banken – darunter auch circa 160 Auslandsbanken – mit ihren über 70.000 Mitarbeitern und Präsenz der Berater, Prüfer und Kanzleien. Standortunabhängig sind sicherlich die leistungsfähige, verlässliche und gesprächsoffene Aufsicht von BaFin und Bundesbank entscheidend, die auch Gespräche und in weiten Teilen Dokumentationen in englischer Sprache zulässt. Die Aufzählung ist bei weitem nicht abschließend, betont sei aber, dass es weder Steuergeschenke noch sonstige Vergünstigungen gab, wie wir es aus anderen Standorten gehört haben.

Was sind die größten Herausforderungen für ein Unternehmen, das im Zuge des Brexit nun den EU-Standort verlagert?

Wagner: Das kann man nicht so pauschal beantworten, da dies sehr davon abhängt, auf welcher Struktur man aufbauen kann. Banken, die bisher nicht in Deutschland tätig waren, müssen nicht nur eine entsprechende Erlaubnis der Aufsicht beantragen, was den Erfahrungen nach rund ein Jahr dauern kann. Dies gilt auch für solche Häuser, die bisher mit Hilfe des EU-Passes tätig waren. Auch diese brauchen eine neue Erlaubnis und werden insbesondere im Marktfolgebereich Mitarbeiter und Infrastrukturen aufbauen. Werden zudem neue Geschäftsbereiche wie beispielsweise das Broker-Dealer-Geschäft neu etabliert, sind umfangreiche Investitionen notwendig. Die große Frage ist, wie man weiterhin die bestehenden Strukturen nutzen kann, eventuell auch im Wege des Outsourcing. Generell gilt, es werden sich viele aufsichtsrechtliche und steuerliche Fragen stellen.

Und worin bestehen die größten Chancen?

Wagner: Zunächst einmal glaube ich, dass der Brexit weder für die Europäische Union noch das Vereinigte Königreich eine positive Entwicklung ist. In Zeiten der Globalisierung und vernetzter Märkte sind zersplitterte und fragmentierte Märkte für fast alle Beteiligten mit Kostenbelastungen und erheblichem zusätzlichem Aufwand verbunden. Will man diesem disruptiven Ereignis doch etwas Positives abgewinnen, wird es vielleicht die Chance sein, dass ein Unternehmen sich neu ordnen und das Bisherige auf den Prüfstand stellen kann.
Worauf sollte bei den Brexit-Verhandlungen aus Sicht der Finanzbranche unbedingt geachtet werden?
Es sollten auf jeden Fall Übergangsfristen vereinbart werden. Es ist absehbar, dass in den kommenden Monaten bis Ende März 2019 nicht alles so geregelt werden kann, dass am 20. März 2019 ein rechtssicherer und reibungsloser Übergang erfolgen kann. Diese Rechtssicherheit für Produkte und Dienstleistungen ist erforderlich, nicht zuletzt im Sinne der Finanzstabilität.

Wer siedelt sich am Finanzplatz Frankfurt an?

„Japanische Banken haben sehr früh vor den Folgen des Brexit gewarnt und zählen nun zu den ersten, die reagieren“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Als nächstes erwarten wir die Entscheidungen der amerikanischen und europäischen Banken und sind auch hier zuversichtlich.“ Wer die Finanzhäuser sind, die nach Frankfurt kommen, zeigt ein Überblick ausgewählter Kennzahlen im Vergleich zum Deutsche Bank Konzern.

 

Frankfurt wächst: in die Höhe

Frankfurt hat viel zu bieten: Neben Apfelwein und Handkäs‘ vor allem die einzige Skyline Deutschlands, die im internationalen Vergleich besteht. Und die Stadt wächst weiter nach oben.

Die Stadt am Main richtet sich im Zuge des Austritts der Briten aus der Europäischen Union (EU) auf Wachstum ein. Pro Jahr könnten zwischen 15.000 und 20.000 Menschen nach Frankfurt kommen. Tatsächlich haben sich inzwischen die ersten Banken entschieden, dorthin ihre Europa-Zentrale zu verlegen. Denn Banken außerhalb Europas benötigen einen sogenannten EU-Pass, damit sie Geschäfte innerhalb der EU tätigen können. Besitzen sie eine Lizenz in Großbritannien, können sie nach einem Brexit in keinem EU-Land mehr ihre Geschäfte ausüben.

Folglich sind sowohl Büroflächen als auch Wohnraum gefragt. In den kommenden Jahren sollen 20 neue Hochhäuser entstehen. Rund 300.000 Quadratmeter Bürofläche sind in der Planung. Dabei sollen die neuen Gebäude nicht nur durch ihre Höhe, sondern auch durch architektonischen Charme überzeugen. Ein Überblick.

Eine interaktive Karte finden Sie hier!

1. Deutsche-Bank-Areal (2021/2022)

Vier gläserne Türme mit begrünten Terrassen auf dem Sockel sollen bis 2022 an dem Ort am Roßmarkt entstehen, den die Deutschen Bank seit Jahrzenten als Händlerzentrum nutzt. Die alten Gebäude ersetzt ein funktional gemischtes Quartier mit vier Hochhäusern: ein 228 Meter hoher Hotel- und Büroturm, zwei 120 und 173 Meter hohe Wohntürme und ein 100 Meter hoher Büroturm. In einem Architekturwettbewerb hatte sich das niederländische Büro UN Studio mit diesem Entwurf gegen 14 Konkurrenten durchgesetzt. Die ersten Türme sollen bereits 2021 fertig sein. Der Bauherr Groß & Partner startet noch in diesem Jahr mit dem Abriss.

2. Henninger Turm (2017/2018)

Fast fertig ist eines der beliebtesten Frankfurter Wahrzeichen, das sich architektonisch neu erfunden hat: Der Henninger Turm zählt zu den Gewinnern der internationalen Iconic Awards 2015 und wurde in der Kategorie „Architecture / Domestic“ als Beispiel für „visionäre Architektur“ ausgezeichnet. Das neue Wohnhochhaus ist mit 140 Metern höher als der 1961 errichtete Turm, der eine Höhe von etwa 120 Metern aufwies. Der auffällige, fassförmige, obere Turmteil bleibt erhalten. Dort gibt es ein Restaurant mit Rundumblick sowie im 38. Stock eine Aussichtsplattform. In einem Sockelgebäude neben dem Henninger Turm entstehen zusätzliche Gastronomie- und Einkaufsmöglichkeiten.

3. Tower 90 (2018)

Im Europaviertel, gegenüber dem „Grand Tower“ soll bis 2018 ein Hochhaus mit hängenden Gärten auf dem ehemaligen Telenorma-Areal in die Höhe ragen. „Tower 90“ lautet die Bezeichnung des 90 Meter hohen Turms mit 28 Geschossen, in denen um die 212 Eigentumswohnungen entstehen. Auf dem 13.700 m² großen Gelände soll es zudem einen 60 Meter hohen Hotelturm und einen großen Supermarkt geben.

4. Grand Tower (2019)

Mit 172 Metern das höchste Wohnhochhaus Deutschlands soll bald schon in unmittelbarer Nähe zum Skyline Plaza zu finden sein. Auf 47 Stockwerken sind 401 Eigentumswohnungen geplant. Auch Penthouse-Wohnungen mit bis zu 270 Quadratmetern werden in dem Tower an der Kreuzung Europa-Allee und Osloer Straße zu finden sein. Der luxuriöse Charakter des Turms wird durch verschiedene Serviceleistungen unterstrichen. Ende 2017 soll der Rohbau fertig sein, der Einzug kann ab Mitte 2019 stattfinden. Die Untergeschosse mit gläsernen Waben am Einkaufszentrum „Skyline Plaza“ sind bereits gebaut.

5. Porsche Design Tower (2018)

Das erste europäische Wohnhochhaus der Luxus- und Lifestyle-Marke Porsche Design soll im Neubaugebiet auf dem ehemaligen Güterbahnhof (Emser Brücke im Europaviertel) entstehen. Ungefähr 100 Meter soll es hoch werden und bis Ende 2018 vollmöblierte Suiten und Penthouse-Wohnungen im Porsche Design aufweisen. Sehenswert wird es jedoch nicht nur von innen sein: Die außergewöhnlich Fassade soll Loggien zeigen, die wie aufgezogene Schubladen herausragen.

6. Cascada – Rising Residences (2018)

Die Bauarbeiten am 60 Meter hohen Cascada – Rising Residences im Europaviertel haben bereits begonnen. Der Sockelbau des Wohnhochhauses soll C-förmig gebaut werden und einen zentralen Garten umrahmen. Wie bei den anderen neuen Wohnhochhaus-Projekten sind auch hier eine Mischung aus unterschiedlichen Wohnungsgrößen und -typen vorgesehen. Bereits ab 2018 werden die Wohnungen bezugsfertig sein.

7. Die Marieninsel (2019)

Im Herzen des Frankfurter Bankenviertels, direkt gegenüber von den Zwillingstürmen der Deutschen Bank entsteht die sogenannte Marieninsel mit zwei neuen Bürohochhäusern. Der 155 Meter hohe Marienturm mit etwa 44.900 Quadratmetern Mietfläche soll Anfang 2019 bezogen werden können. Das 40 Meter hohe Marienforum mit 11.700 Quadratmetern Fläche soll bereits 2018 fertiggestellt sein soll. Das Innere der Gebäude wird von der mailändischen Designerin Patricia Urquiola geplant. Der Marienplatz soll durch gastronomische Angebote und Einzelhandelsflächen überzeugen.

8. Omniturm (2018)

Leben, wie in New York: Der neue „Omniturm“ im Bankenviertel soll Wohnen, Hotel, Gastronomie, Gewerbe, Büros und öffentliche Flächen unter einem Dach vereinen. Der 183 Meter hohe, gläserne Wolkenkratzer ist als „innovatives Mischnutzungsobjekt“ geplant. Die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant.

9. One Forty West (2020/2021)

In der Nähe der Messe, wo vor wenigen Jahren ein ehemaliger Universitäts-Turm in einer spektakulären Aktion kontrolliert gesprengt wurde, entsteht der 140 Meter hohe „One Forty West“. In die ersten 15 von 40 Etagen zieht ein Hotel, drei Etagen sind für Service-Appartements reserviert, und in den oberen Stockwerken sollen bis zu 300 Wohnungen entstehen. Das Richtfest ist für das ersten Quartal 2019 geplant.

10. Axis

Schon Ende 2017 bezugsfähig sollen zwei weitere neue Wohntürme an der Europa-Allee 165 sein: Im 60 Meter hohen „Axis“ wohnen bereits die ersten Eigentümer. In der Fertigstellung befindet sich das ebenfalls 60 Meter hohe „Praedium“. In den 19 Stockwerken des Gebäudes haben 242 Eigentumswohnungen, acht Läden, ein Restaurant und ein Büro Platz.

11. Drei Schwestern

Wohnen in der Innenstadt: Das sollen die Hochhäuser „Drei Schwestern“ direkt am Einkaufszentrum „MyZeil“ ab Mitte 2020 ermöglichen. Die geplante Höhe der drei Wohntürme beträgt 44, 60 und 85 Meter. Sie sollen bis zu 500 kleine Wohnungen sowie mietbare, gemeinsame Speiseräume für größere Feiern umfassen. Zudem soll das Projekt noch einen neuen Namen bekommen.

12. Winx (2017)

Mitte des Jahres soll am sogenannten Maintor-Areal am Frankfurter Schauspiel der Rohbau des Büroturms „Winx“ fertig sein. Der 110 Meter hohe Turm wird auf 42.000 Quadratmetern Büros und Gastronomie beherbergen. Er liegt in erster Reihe direkt am Main und wird einen sagenhaft-schönen Ausblick auf Stadt und Fluss bieten.

13. One (2021)

Bis 2021 sollen die 49 Geschosse des Hotel- und Büroturms „One“ fertiggestellt sein. Der 190 Meter hohe Turm, der in der Nähe der Hochhäuser Tower 185, Pollux und Castor vor dem Eingang des Kongresszentrums Kap Europa in die Höhe wächst, wird mit Hotel- und Büroflächen gemischt genutzt werden.

14. Blue Horizon (2018)

Mit „Blue Horizon“ entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) bis Ende 2018 ein neuer Wohnturm. Das alte 19-geschossige Bürogebäude wird entkernt und dann als Wohnhochhaus mit 118 Wohnungen über eine Fläche von 9.000 Quadratmetern neu etabliert. Im Erdgeschoss sollen vier Gewerbeeinheiten entstehen. Die Fassade wird in einer einer Natursandsteinoptik gestaltet.

15. Westend Ensemble (2018)

Im Westend, direkt gegenüber der Messe gelegen, entstehen in der denkmalgeschützten ehemaligen Oberpostdirektion bis 2018 repräsentative Eigentumswohnungen. Das Gebäude wird vollständig entkernt und mit viel Liebe zu Detail saniert. Das neben dem historischen Teil der ehemaligen Oberpostdirektion gelegene Senckenberg Carré wird komplett zurückgebaut und durch einen Neubau mit Mietwohnungen ersetzt. Komplettiert wird das Westend-Ensemble durch ein elegantes Hochhaus mit Blick über die Frankfurter Skyline.

Aktuelles zum Thema bietet der Skyline-Atlas.

Bildnachweis: Groß & Partner