1 Jahr TechQuartier – FinTech-Szene in Frankfurt

Das TechQuartier feiert 1-Jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass werfen Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon, Thomas Schalow, Gründer von AsiaFundManagers.com, Andreas Mang von easyfolio und Christopher Schmitz, Autor der EY-Studie „Germany FinTech Landscape“, einen Blick auf die FinTech-Szene in Frankfurt und in der Rhein-Main-Neckar Region.

Die FinTech-Szene wächst am Finanzplatz Frankfurt immer weiter.  Zu diesen Ergebnissen kommt die EY-Studie zum Thema „Germany FinTech Landscape – Insights into the respone of financial institutions to FinTechs and inter-FinTech collaboration“, die im September 2017 veröffentlicht wurde.  Allein 73 der 300 deutschen FinTechs sind in der Rhein-Main-Neckar Region ansässig. 19 davon haben sich im TechQuartier, zwischen Messe und Tower 185, niedergelassen.

Frankfurt bietet beste Voraussetzungen für FinTechs

Warum Frankfurt sich als Standort für FinTechs besonders eignet, erklärt Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon, einem Frankfurter FinTech-Unternehmen. Es ermöglicht privaten Anlegern, in ein automatisiert verwaltetes ETF-Portfolio zu investieren. „Die Region Frankfurt verbindet wichtige Standortfaktoren miteinander, die in dieser Kombination europaweit einzigartig sind. Die bedeutendsten Finanzinstitutionen und Regulierungsbehörden haben sich hier in der Mainmetropole angesiedelt. Als Technologieunternehmen ist Ginmon zudem auf IT-Fachkräfte angewiesen, um die bestehenden Algorithmen ständig zu optimieren. Hier kann die Region das Potenzial zahlreicher Hochschulen nutzen, allen voran die TU Darmstadt.“

Das sieht auch Thomas Schalow, Gründer von AsiaFundManagers.com ähnlich: „Frankfurt besitzt ein etabliertes Finanz-Ökosystem mit vielen relevanten nationalen und internationalen Playern. Gerade für B2B-FinTechs ist das ein entscheidender Faktor. Der Brexit wird die Bedeutung der Stadt als DER Finanzplatz innerhalb der EU weiter steigern.“

FinTechs kooperieren mit Banken

Dass die Verflechtung von FinTechs und traditionellen Unternehmen des Finanzsektors immer stärker wird, zeigen auch die Ergebnisse der EY-Studie. Christopher Schmitz, Autor der Studie und Partner für EMEIA Financial Services bei EY erklärt: „FinTechs und Incumbents arrangieren sich zunehmend kooperativ in digitalen Ökosystemen. Daraus wachsen neue Chancen und Modelle für die Branche.“

Das zeigt auch ein Blick auf die Partner des TechQuartiers: Die Deutsche Bank, die Frankfurter Sparkasse und die Landesbank Hessen-Thüringen gehören zu den handverlesenen aber etablierten Partnern, die den vielfältigen Mix aus den weltweit besten Start-ups abrunden. Der Austausch zwischen den „Großen“ und „Neulingen“ wird durch verschiedene Networking Events und Workshops im TechQuartier gefördert und gewünscht. Hier arbeitet man miteinander, statt gegeneinander.

Damit kann sich Frankfurt auch international behaupten, findet Andreas Mang von easyfolio, die für Privatkunden individuelle Geldanlage auf digitaler Basis anbietet: „Es gibt mehr Raum als nur für ein bis zwei FinTech Hubs in Europa. Zudem könnte die Brexit-Diskussion Frankfurt auch für internationale Start-ups interessanter machen.“

Auch Thomas Schalow von AsiaFundManagers.com zieht einen internationalen Vergleich: „Wenn die Stärken konsequent und schnell genutzt werden, kann sich Frankfurt langfristig auch international behaupten. Die Standortvorteile liegen auf einer Hand: ein bestehendes Finanz-Ökosystem, die Stellung als wichtigster Finanzplatz innerhalb der EU und die Infrastruktur. Ich habe allerdings auch einen direkten Vergleich zu anderen FinTech-Ökosystemen wie London und Singapur: Da ist Frankfurt leider noch Jahre davon entfernt.“

Kurze Wege zeichnen Frankfurt als Standort aus

Dennoch ist Frankfurt für ihn Heimat geworden. Er mag die Mischung aus hessischer Bodenständigkeit und Internationalität und freut sich immer wieder, nach Frankfurt zurückzukehren. Besonders die kurzen Wege zwischen den internationalen Fondsgesellschaften, die sich gut mit der Vespa oder der U-Bahn zurücklegen lassen, schätzt der FinTech-Gründer. Die kurzen Entfernungen sind es auch, die Lars Reiner von Ginmon an der Mainmetrople mag: „Frankfurt ist die Stadt der kurzen Wege. Von unserem Büro erreichen wir wichtige Partner in wenigen Minuten. Das ermöglicht ein effektives Arbeiten. Zudem hat sich in Frankfurt mittlerweile ein breites Netzwerk gebildet, indem man sich gegenseitig fördert und inspiriert.“

Dennoch gibt es auch in Frankfurt noch einiges, was besser gemacht werden könnte. Bezahlbare Büroräume und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs wünscht sich Lars Reiner von Ginmon. Auch Thomas Schlaow hat konkrete Wünsche: „Netzwerke, günstiger Office-Space, einfache Regulatorik, Venture Capital und leichter Zugang zu B2B-Partnern. Das alles sollte Hand in Hand gehen. Das TechQuartier ist da ein sehr gutes Beispiel.“ Andreas Mang von easyfolio fasst zusammen, was alle drei FinTechs meinen: „Wir fühlen uns sehr wohl in Frankfurt“.

Die ganze EY-Studie finden Sie hier.

 

Ginmon GmbH

Ginmon löst als mehrfach ausgezeichneter Robo Advisor das Problem der Emotionalität bei Anlageentscheidungen. Anleger investieren ihr Geld bei Ginmon frei von Emotionen in ein global gestreutes ETF-Portfolio, welches regelbasiert nach wissenschaftlichen Kriterien zusammengestellt und optimiert wird. Die von Ginmon entwickelte Portfoliotechnologie setzt dabei auf einen antizyklischen Investmentansatz. Ausgehend vom individuellen Risikoprofil des Anlegers wird das Geld nach Nobelpreis-gekrönten wissenschaftlichen Erkenntnissen in ein global gestreutes Wertpapierportfolio investiert.

Easyfolio GmbH

Easyfolio ermöglicht eine einfache, individuelle und transparente Geldanlage auf digitaler Basis. Auf der Online-Plattform können Anleger aus Anlageportfolios mit unterschiedlich hohem Aktienanteil auswählen. Diese basieren auf kostengünstigen, börsengehandelten Indexfonds, sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs), wodurch Anleger weltweit gestreut investieren können. Seit Mai 2016 gehört easyfolio vollständig zur Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG.

AsiaFundManagers.com

AsiaFundManagers.com ist die digitale Plattform, die europäische Investoren und Fondsgesellschaften mit Asien-Expertise zusammenführt. Unsere Mission: Wir wollen mehr Aufmerksamkeit bei europäischen Investoren für Asien als Investitionsregion schaffen. Unsere Plattform bietet Anlegern ein breites und stetig wachsendes Informationsangebot rund um das Thema Investieren in Asien. Investment-Research, Strategien, News, Interviews, volkswirtschaftliche Daten sowie eine umfassende Datenbank mit Fondsmanagern und Investmentfonds. Wir kombinieren quantitative Daten mit Fonds-Analytics und intelligenten Suchfunktionalitäten.

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