Deutsches Aktieninstitut veröffentlicht zweites Positionspapier zum Brexit und fordert: Übergangsregelungen jetzt!

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat sein zweites Positionspapier zum Brexit vorgestellt. Darin fordert es angesichts der fortgeschrittenen Verhandlungszeit von den Verhandlungsführern, Übergangsregelungen zu treffen, die verhindern, dass es beim Brexit zu einem Cliff Edge Szenario kommt. Unter dem Titel „Austrittsverhandlungen der Europäischen Union mit dem Vereinigten Königreich: Brexit-Risiken minimieren und den europäischen Kapitalmarkt stärken“ sollen die Ausführungen zu finanz- und kapitalmarktrechtlichen Fragestellungen und konkrete Beispiele aus der unternehmerischen Praxis, u.a. Clearing, Rating und Benchmarks die Politik bei den anstehenden Verhandlungen fachlich unterstützen.

„Die deutsche Wirtschaft ist äußerst beunruhigt, dass es zum offiziellen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union Ende März 2019 kein Handelsabkommen gibt, das die gemeinsamen Wirtschaftsbeziehungen auf eine neue Grundlage stellt. Allein die Unsicherheit darüber, wie es weitergehen soll, ist Gift für die Wirtschaft“, betont Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. „Da der Abschluss eines Handelsabkommens in der verbleibenden Zeit realistischer Weise nicht mehr zu schaffen ist, brauchen wir jetzt Übergangsregelungen“, fordert Bortenlänger.

Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance, sagt: „Das Deutsche Aktieninstitut hat eine sehr hilfreiche Erläuterung der zentralen Konsequenzen des Brexit für Unternehmen vorgelegt – unter anderem für die zentrale Frage des Clearings über eine Central Counter Party (CCP). Einmal mehr wird deutlich, dass die bestehenden Drittstaatenregelungen und das Äquivalenzprinzip als Grundlage für den Fortbestand des eurodenominierten Derivate Clearings in London unzureichend sind. Frankfurt kann mit Eurex Clearing eine echte Alternative bieten.“

Die derzeit im Finanz- und Kapitalmarktrecht vorgesehenen Drittstaatenregelungen bieten, wie im Positionspapier gezeigt wird, keine ausreichende Grundlage, um die zukünftigen Beziehungen zwischen den EU27-Staaten und dem Vereinigten Königreich zu regeln. Ein neues, möglichst umfassendes Handelsabkommen wird deshalb benötigt. Damit es im Interesse der europäischen Wirtschaft zu einer entsprechenden Einigung kommen kann, bedarf es ab März 2019 einer befristeten Übergangsregelung. Diese regelt im Idealfall die Fortgeltung möglichst aller bisherigen Vorgaben – bis neue Regelungen greifen.

Nach Abschluss eines Handelsabkommens werden weitere Übergangsregelungen benötigt, so die Autoren des Positionspapiers. Diese müssen den betroffenen Akteuren ausreichend Zeit für die Anpassung an den neuen Status quo einräumen. In diesem Kontext sollte auch über einen Bestandsschutz für bestehende Geschäfte und Verträge nachgedacht werden.

Die Notwendigkeit von Übergangsregelung zeigt sich beispielsweise am Derivate-Clearing. Über 90 Prozent der Zinsderivate werden bisher in London gecleart. Da die EU nach dem Ausscheiden des Vereinigten Königreichs die Aufsicht über das Clearing nicht verlieren will, diskutieren die europäischen Institutionen, ob es zu einer Verlagerung des Clearings in die EU kommen muss.

Die vorliegenden Ergebnisse wurden im Rahmen des Brexit-Projekts des Deutschen Aktieninstituts erarbeitet. Die interdisziplinär besetzte Brexit- Projektgruppe beschäftigt sich mit den wesentlichen finanz- und kapital- marktbezogenen Themen, die im Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen ein besonderes Augenmerk verdienen. Das aktuelle Positionspapier ergänzt das erste Positionspapier vom Februar 2017 und deckt mit Ausführungen zu Clearing, Benchmarks und Rating weitere wichtige Themenbereiche ab.

Den Download des Brexit-Positionspapiers des Deutschen Aktieninstituts finden Sie hier.

Einzigartige Konzert-Projekte beim Deutschen Jazzfestival in Frankfurt

Das Deutsche Jazzfestival in Frankfurt besticht vor allem durch seine musikalische und kulturelle Vielfalt. Kein anderes deutsches Festival kann so viele einmalige, kulturübergreifende Auftritte vorweisen. Dem besonderen Profil des 1953 erstmalig veranstalteten Festivals entsprechend, umfasst das Programm sowohl namhafte deutsche als auch internationale Jazzmusiker, die in einzigartigen Bühnenbegegnungen und herausragenden Festival-Projekten gemeinsame Auftritte bestreiten.

Die umfassende Förderung der Veranstaltung ermöglicht es auch dem Jazz-Nachwuchs, einen festen Platz innerhalb des Festivalprogramms einzunehmen. Nachwuchsmusikern aus Hessen wird auf diesem Wege eine Plattform geboten. In der Vergangenheit konnten so bedeutende Jazz-Musiker ihre Karriere beim Deutschen Jazzfestival in Frankfurt beginnen. Zudem zeichnet sich das Festival durch einen Mix aus verschiedenen Stilrichtungen aus: eine musikalische Bandbreite von klassischen Einflüssen wie der Gospel-Tradition bis hin zu modernen Elemente wie Underground-Hip-Hop und Avantgarde-Jazz prägt die verschiedenen Konzerte.

Durch dieses Konzept der Vielfalt und der Begegnung zwischen Stars der Szene und Newcomern, nationalen und internationalen Künstlern, von traditionellen Einflüssen und modernen, experimentellen Elementen entstehen im Rahmen des Deutschen Jazzfestival außergewöhnliche Auftritte und einmalige Musikerlebnisse, die in dieser Art nur im Rahmen des Festivals zu erleben sind.

In diesem Jahr findet das Festival, organisiert vom Hessischen Rundfunk, in seiner 48. Ausgabe statt. Vom 25. bis zum 29. Oktober stehen mehr als ein Duzend Konzerte in der Alten-Oper, dem Musonturm sowie in den Räumlichkeiten des Hessischen Rundfunks auf dem Programm. Das Deutsche Jazzfestival wird zudem live in hr2-Kultur übertragen sowie zu einem späteren Zeitpunkt in hr2-Live Jazz ausgestrahlt.

Sechs neue Mitglieder treten Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance bei

Die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. wächst 2017 weiter. Mit Bain & Company, dem Deutschen Fachverlag, Skubch & Company sowie Oliver Wyman wurden vier neue Fördermitglieder gewonnen. Die jungen Unternehmen Compendor und Raisin sind dem Verein als neue FinTech-Mitglieder beigetreten.

Mit ihrer Mitgliedschaft unterstreichen die Vertreter aus öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft, Finanzmarkt und Finanztechnologie ihre Verbundenheit mit dem Finanzplatz Frankfurt, engagieren sich für dessen nationale und internationale Bedeutung und nehmen aktuelle Themen der Finanzwirtschaft aktiv auf.

Insbesondere zu Brexit-Themen ist der Verein ein gefragter Gesprächspartner. Seit Beginn der Diskussion über ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU im April 2016 hat Frankfurt Main Finance mit seinen Botschaften über acht Milliarden potenzielle Kontakte erreicht. Mehr als 1.700 verschiedene Medien aus 93 Ländern haben Interviews mit Repräsentanten des Vereins geführt oder Stellungnahmen und Kommentare von Frankfurt Main Finance aufgenommen.

„Es ist dem Verein gelungen, die Brückenfunktion Frankfurts für den Finanzplatz London in die Europäische Union als wichtige Botschaft international zu verankern“, sagt Dr. Lutz Raettig, Präsident der Finanzplatzinitiative. „Die Kommunikation von Frankfurt Main Finance reflektiert die zahlreichen Vorteile, die unseren Finanzplatz für viele Finanzdienstleister zur ersten Wahl für die Verlagerung von bisher in London ansässigen Unternehmensteilen machen.“

Im Rahmen der Mitgliederversammlung dankte Dr. Raettig den vielen Mitgliedern und Unterstützern des Vereins für deren Engagement und begrüßte die neuen Vorstandsmitglieder. Frank Westhoff wird anstelle von Wolfgang Hartmann zukünftig das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung im Vorstand von Frankfurt Main Finance vertreten. Nick Jue folgt Roland Boekhout als Vertreter der ING DiBa nach. Gerhard Wiesheu vertritt als Nachfolger von Johannes Reich zukünftig das Bankhaus Metzler. Für die DZ Bank wird Dr. Cornelius Riese das Mandat im Vereinsvorstand von Lars Hille übernehmen.

„Mit der Entsendung ihrer Vorstandsmitglieder unterstreichen unsere Ordentlichen Mitglieder die Bedeutung der Arbeit von Frankfurt Main Finance für den Finanzplatz. Wir sind sehr froh über das große Engagement aller Akteure, uns in den Themen des Brexit, aber auch bei der Entwicklung als FinTech-Hub und Renminbi-Zentrum zu unterstützen“, so Dr. Lutz Raettig.

Verlassen werden den Verein zum Jahresende Baker McKenzie, GFT und die Interxion AG. Damit sind jetzt insgesamt fast 50 Mitglieder im Verein für den Finanzplatz Frankfurt engagiert.

CFS-Index: Dienstleister erwarten enormes Umsatzwachstum im vierten Quartal

Dienstleister erwarten enormes Umsatzwachstum im vierten Quartal trotz eines zuvor starken Rückgangs. Erneut stärkerer Stellenabbau bei Finanzinstituten

CFS-Index steigt um 2,5 Punkte bei starker Dynamik der Sub-Indizes

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt um 2,5 Punkte auf 114,1 Punkte. Die positive Entwicklung ist primär auf die ungewöhnlich hohen Umsatzerwartungen der Dienstleister für das vierte Quartal zurückzuführen. Des Weiteren melden die Finanzinstitute eine positive Entwicklung ihrer Umsätze, Erträge und Investitionen im dritten Quartal, die Dienstleister hingegen verzeichnen hier sinkende Zuwächse. Auch die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen ist rückläufig. Die Finanzinstitute erhöhen nach einer kurzen Pause im zweiten Quartal nun wieder ihren Stellenabbau und die Dienstleister begrenzen ihre Neueinstellungen.

„Bei den Banken lassen sich Indizien für eine Produktivitätsverbesserung erkennen; dabei hat der Kostenabbau Vorrang, was die Dienstleister zu spüren bekommen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird noch positiver beurteilt als unmittelbar nach dem Brexit-Votum vor einem Jahr

Seit dem Brexit-Votum wird die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland sehr positiv eingeschätzt. Im vierten Quartal 2017 sinkt der entsprechende Index um 3,2 Punkte und liegt mit 135,5 Punkten nur leicht unter dem bisherigen Höchststand, der im letzten Quartal erreicht wurde.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen sehr gut, dass der angespannten Lage der heimischen Finanzindustrie eine zunehmend positive Erwartung für den Finanzplatz Frankfurt entgegensteht. In dieser Hinsicht herrscht seltene Einigkeit unter den Marktteilnehmern.“

Umsatz- und Ertragswachstum positiv bei den Finanzinstituten und rückläufig bei den Dienstleistern

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der befragten Finanzinstitute und Dienstleister entwickelt sich gegensätzlich. Die Finanzinstitute melden einen deutlichen Anstieg um 5,1 Punkte auf 111,5 Punkte und erwarten, dass diese Entwicklung im laufenden Quartal anhält. Hingegen melden die Dienstleister einen starken Wachstumsrückgang ihres Geschäftsvolumens, der aber nicht so stark ausfällt wie im letzten Quartal erwartet wurde. Der entsprechende Sub-Index sinkt um 7,3 Punkte auf 117,2 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten die Dienstleister jedoch einen enormen Anstieg ihrer Umsätze.

Auch die Erträge entwickeln sich gegensätzlich. Bei den Finanzinstituten steigt der Sub-Index um 2 Punkte auf 107,4 Punkte. Die Dienstleister andererseits verzeichnen einen starken Rückgang um 12 Punkte und liegen mit 106,7 Punkten auf dem niedrigsten Niveau seit 5 Jahren, sehen jedoch das laufende Quartal deutlich optimistischer.

Investitionsvolumen der Dienstleister wieder rückläufig nach zuvor erreichtem Höchststand

Nachdem der Sub-Index Investitionen der Dienstleister im letzten Quartal den höchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007 erreicht hatte, sinkt er nun um 6,9 Punkte auf 116,7. Punkte und befindet sich somit wieder eher auf dem Niveau der Vorquartale. Im Gegensatz dazu steigt der Sub-Index der Finanzinstitute um 2,3 Punkte auf 118,9 Punkte. Beide Gruppen erwarten, ihr Niveau im laufenden Quartal zu halten.

Wieder verstärkter Stellenabbau bei den Finanzinstituten

Nach dem abgeschwächten Stellenabbau in den letzten zwei Quartalen, nimmt dieser bei den Finanzinstituten wieder zu. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter sinkt um 3,7 Punkte auf 95,3 Punkte. Auch bei den Dienstleistern hat sich der Trend, Mitarbeiter einzustellen, abgeschwächt. Der Sub-Index sinkt um 5,3 Punkte auf 113,3 Punkte. Beide Gruppen erwarten, dass sich der Abwärtstrend im vierten Quartal weiter fortsetzt.

CFS-Umfrage: Finanzbranche hält Blasenbildung auf den europäischen Finanzmärkten für wahrscheinlich

Finanzbranche hält Blasenbildung auf den europäischen Finanzmärkten durch QE-Maßnahmen und Nullzinspolitik der EZB für wahrscheinlich. Rascher Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik wird befürwortet, jedoch nicht erwartet. Das ist ein Alarmsignal!

Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies besteht in der deutschen Finanzbranche geschlossen Einigkeit darüber (92%), dass sich Blasen auf den europäischen Finanzmärkten durch die expansive Geldpolitik der EZB (z.B. Aktienmärkte, Immobilienmärkte) gebildet haben bzw. sich bilden werden, wenn diese Politik fortgesetzt wird.

Seit 2015 verfolgt die Europäische Zentralbank (EZB) eine Politik des Quantitative Easing (QE). Zudem wird der Leitzins der Eurozone – also der Hauptrefinanzierungssatz, den die Banken zahlen, wenn sie von der EZB Geld leihen – seit März 2016 bei null Prozent belassen. Ob mit diesen Maßnahmen, abgesehen von den befürchteten negativen Auswirkungen, die gesetzten Ziele mit Blick auf die Erhöhung der Inflationsrate und die Förderung des Wirtschaftswachstums erreicht worden sind, wird von der Finanzindustrie differenziert betrachtet. Die Hälfte der Umfrageteilnehmer (49%) halten die expansive Geldpolitik der EZB zum Teil für wirksam. 38% hingegen sind der Meinung, dass die Ziele nicht erreicht wurden. Lediglich 12% der Befragten halten die expansive Geldpolitik klar für wirksam.

„Die Umfrage verdeutlicht die Skepsis der Marktteilnehmer gegenüber der Wirksamkeit der geldpolitischen Strategie der EZB. Insbesondere die Befürchtung einer Blasenbildung in bestimmten Assetklassen sollte die EZB sehr ernst nehmen“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse. „Alarmierend ist auch die überwiegende Einschätzung der Marktteilnehmer, dass zwar ein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik geboten ist, aber nicht erwartet wird. Denn dies kann bedeuten, dass die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt werden, wenn die EZB entgegen den Markterwartungen doch eine Kehrtwende einleitet. Hier ist eine klare, rechtzeitige Kommunikation seitens der EZB wesentlich,“ so Brühl weiter.

Am 26. Oktober 2017 wird Mario Draghi die nächste Leitzinsentscheidung bekanntgeben, mit der die zukünftige Richtung in der Geldpolitik für 2018 festgelegt wird. Die Finanzbranche befürwortet dabei mehrheitlich (78%) einen Beschluss zu einem raschen Ausstieg (spätestens Q1 2018) aus der expansiven Geldpolitik. Jedoch rechnet kaum jemand damit (2%), dass es dazu kommen wird.

„Die Differenz zwischen dem Wunsch nach einem Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik und der niedrigen Erwartung, dass dieser Wunsch erfüllt werden wird, ist für sich genommen ein deutliches Warnsignal. Seit geraumer Zeit fehlen echte Marktpreise“, kommentiert Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt – regionale Spezialitäten, internationale Weihnachtslieder und ein festliches Lichtermeer

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt blickt auf eine lange Tradition zurück und zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Bis ins Jahr 1393 lässt sich nachweisen, dass an Weihnachten in Frankfurt Märkte stattfanden. Traditioneller Mittelpunkt des Marktes ist der Römerberg, der mit seinen historischen Fachwerkhäusern die Kulisse für einen der schönsten und größten Weihnachtsmärkte des Landes bietet. Die durchschnittlich drei Millionen Besucher können 2017 vom 27. November bis zum 22. Dezember die festliche Stimmung zwischen Innenstadt und Römerberg genießen.

In diesem Jahr steht der Weihnachtsmarkt unter dem Motto Musikstadt Frankfurt. Passend hierzu ist die diesjährige Weihnachtsmarkttasse mit dem Text eines Weihnachtliedes versehen – mit welchem können die Besucher ab dem Eröffnungstag herausfinden. Highlight der Eröffnungsfeier am 27. November wird der Auftritt von Schlagersängerin Michelle sein. Und bis zum 22. Dezember reicht das musikalische Angebot von der Darbietung internationaler Weihnachtslieder, dem Spiel der Turmbläser der Alten Nikolaikirche bis hin zum großen Stadtgeläut mit dem zeitgleichen Läuten von 50 Glocken.

Über 200 Weihnachtsmarktbuden locken die Besucher mit Kitsch und Leckereien. Neben den Klassikern, gebrannte Mandeln, Glühwein und Bratwürstchen, erfreuen sich typische Frankfurter Weihnachtsspezialitäten wie Bethmännchen, warmer Apfelwein und Quetschmännchen besonderer Beliebtheit. Außerdem können traditionelle regionale Gerichte in ausgefallenen Interpretationen, wie beispielsweise Grüne Soße-Crêpes mit Ochsenbrust oder Handkäs-Fondue, probiert werden. Neben der kulinarischen Vielfalt erwarten den Besucher klassische Weihnachtsmarktartikel aus den Bereichen Dekoration und Volkskunst, aber auch modernes Kunsthandwerk und typische Frankfurter Waren wie Dippe und Steinguterzeugnisse. Auf dem angrenzenden Kunsthandwerksmarkt in den Römerhallen sowie der Paulskirche gibt es zudem die Möglichkeit, sich auf die Suche nach einem außergewöhnlichen Weihnachtsgeschenk zu machen.

An den Adventswochenenden wird, in vielen Sprachen sowie für Blinde und Sehbehinderte, die Weihnachtsmarktführung „Glühwein, Geschichten & Gebäck“ angeboten und die Frankfurter Weihnachtsmarkt-Spezialitäten vorgestellt. Auch Geschichten über das historische und moderne Frankfurt, den Weihnachtsmarkt und bekannte Frankfurter Persönlichkeiten sind Teil des Rundgangs, der mit einem Besuch der Dachgalerie der Alten Nikolaikirche und dem spektakulären Blick auf das Lichtermeer von Weihnachtsmarkt und Skyline gekrönt wird.

An der Frankfurter Hauptwache finden sich weitere Weihnachtsmarktstände, die das klassische Weihnachtsmarktgelände bis auf die Shoppingmeile Zeil erweitern und somit einen Übergang zum Weihnachtsbummel bilden. Auf dem Friedrich-Stolze-Platz findet zudem die sogenannte „Rosa Weihnacht“ statt, die von der Gay Community des Rhein-Main-Gebietes ausgerichtet wird und mit bunten Lichtern sowie ausgefallener Dekoration und Gestaltung eine besondere Atmosphäre schafft. Neben diesem zusammenhängenden Weihnachtsmarktgelände laden auch Frankfurt-Höchst und Sachsenhausen zum Besuch kleiner Stadtteilweihnachtsmärkte ein. Vor den Toren der Stadt findet sich außerdem eine Vielzahl romantischer Weihnachtsmärkte in Odenwald, Rheingau, Taunus und Wetterau.

 

Bildnachweis: www.frankfurt-tourismus.de

FinTech-Standort Deutschland auf Wachstumskurs

Deutschlands Sektor der jungen Technologie-Unternehmen im Bereich Finanzdienstleistungen (FinTech) gelingt es zunehmend, zu einem aus eigener Kraft wachsenden dynamischen und diversifizierten Cluster zu werden. Dies ist ein wesentliches Ergebnis der aktuellen Studie „Germany FinTech Landscape“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die zusammen mit Frankfurt Main Finance die deutsche FinTech-Branche untersucht hat und Möglichkeiten für deren weitere Förderung aufzeigt. Klar erkennbar ist laut Studie der Trend der Finanzinstitute, verstärkt auf die Herausforderung durch Produkte und Dienstleistungen der FinTech-Unternehmen zu reagieren. Die Mehrzahl der zehn größten Banken investieren heute in und/oder kooperieren mit FinTechs. Des Weiteren zeigt sich, dass die Geschäftsmodelle der FinTechs reifer werden und diese z.B. durch Kooperationen untereinander in die nächste Entwicklungsphase gehen, um ihre Marktposition nachhaltig zu stärken.

Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der FinTech-Unternehmen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 295 (2016: 280). Der Kapitalzufluss lag im ersten Halbjahr bereits bei 307 Millionen Euro, im Gesamtjahr 2016 hatten die FinTech-Unternehmen in Deutschland 400 Millionen Euro eingesammelt. Die Anzahl der Abschlüsse legte ebenso zu wie die durchschnittliche Größe der Deals, die leicht von 7 Millionen Euro auf 7,3 Millionen Euro anstieg.

Auch wenn die absoluten Wachstumsraten leicht abflachen, zeigt sich weiter eine durchgängig positive Dynamik bei allen wesentlichen Kennzahlen. Das zeige, dass sich die FinTech-Landschaft in Deutschland weiterhin auf einem erfreulichen Pfad befinde, sagt Jan-Erik Behrens, Mit-Autor und Partner bei EY: „Die Entwicklung, die wir hierzulande beobachten, läuft auf ein weiteres Rekordjahr zu und zeigt eindrucksvoll die Innovationskraft des Standorts Deutschland mit unterschiedlichen regionalen Stärken.“

FinTech-Branche verschiebt Fokus und Geschäftsmodelle gewinnen an Reife

Die deutschen FinTechs rücken immer stärker an die Kernfunktionen der Finanzdienstleister heran. Das gilt etwa für Bezahlsysteme über Internet oder mobile Geräte (Payments), Kredite (Lending), aber auch Angebote für die Immobilienwirtschaft (PropTech), die Versicherungsbranche (InsurTech) und der Vermögensanlage (InvesTech) und elektronische Marktplätze (Financial eMarketplaces & Aggregators). Etwa 67 Prozent der neuen FinTechs kommen aus diesen Kernsegmenten, 33 Prozent sind Gründungen im Bereich Enabling FinTechs, zu dem Finanz- und Prozesssteuerungssoftware (Processes & Technology), Finanzdatenanalyse und Regulierungsmanagementservices (RegTech) zählt.

Die Studie zeigt eine Verschiebung der FinTech Aktivitäten. Segmente die in den letzten Jahren das Wachstum stark getrieben hatten, waren InvesTech, Financing & Funding und InsurTech. Im ersten Halbjahr 2017 hingegen ist eine sehr hohe Aktivität im Bereich PropTech zu verzeichnen, was nicht zuletzt auch dem starken Immobilienmarkt in Deutschland geschuldet sein dürfte, wie die Studie vermutet.

Berlin und Rhein-Main-Neckar sind die führenden FinTech-Standorte in Deutschland

Vor allem die Regionen Berlin und Rhein-Main-Neckar bauen innerhalb Deutschlands ihren Status als FinTech-Hotspots aus: Berlin verzeichnet aktuell 80 FinTech-Unternehmen, in der Region Rhein-Main-Neckar sind 72 Unternehmen aktiv. Mit einigem Abstand folgt München, die dritte der führenden FinTech-Standorte innerhalb Deutschlands. In der bayrischen Hauptstadt haben 45 FinTechs ihren Sitz.

Der Rhein-Main-Neckar-Region, angeführt von Frankfurt, bescheinigt die Studie deutliche Fortschritte auf dem Weg, sich als führender Zielort für die Ansiedlung von FinTechs zu etablieren. Die besonderen Stärken der Region Rhein-Main-Neckar sieht die Studie im Bereich Veranstaltungen & Netzwerke sowie im Bereich Infrastruktur. Zahlreiche Inkubatoren, Acceleratoren, Investorentreffen und Vernetzungsinitiativen wurden ins Leben gerufen und mit Erfolg gestartet. Beim Image und Finanzierungsmöglichkeiten hat die Region allerdings noch Steigerungspotenzial. „Internationale Investoren konzentrieren sich noch weiter auf London oder Berlin“, stellt Behrens fest. „Deshalb muss die FinTech-Community an ihrer internationalen Sichtbarkeit arbeiten, um auch Investoren aus dem Ausland anzuziehen.“

Zu den Trends, die die Entwicklung der FinTechs in Zukunft beeinflussen werden, verweist die Studie darauf, dass der Brexit – Großbritanniens Austritt aus der Europäischen Union (EU) – die Attraktivität der deutschen FinTech-Zentren steigern dürfte. Wie etliche Finanzinstitute, die sich bereits für die Verlagerung von Geschäftseinheiten von London in die EU, vor allem auch nach Frankfurt, entschieden haben, dürften auch FinTech-Unternehmen folgen.

„Die hohe Anziehungskraft Frankfurts für Banken macht die Region für FinTechs nun noch interessanter“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Der führende Finanzplatz der EU hat die Chance, eine Sogwirkung auf FinTechs ausüben und führender Standort für die jungen, innovativen und agilen Unternehmen zu werden. Es gilt, die Attraktivität des Standorts für FinTechs weiter auszubauen. Frankfurt und die Rhein-Main-Neckar-Region stehen in einem weltweiten Wettbewerb, und London bleibt absehbar die Benchmark in Europa, an der uns Gründer messen werden. Vor allem bei der Offenheit für die Zusammenarbeit mit Gründern, der sozialen Akzeptanz eines Scheiterns und des folgenden Neuanfangs sowie bei der steuerlichen Behandlung von Verlusten aus Risikokapital, müssen wir noch besser werden.“

Finanzinstitute sind zunehmend aktiv im Bereich FinTech

Die wachsende Präsenz von FinTechs im Finanzsektor hat Banken und andere Finanzinstitute dazu veranlasst, verschiedene Initiativen ins Leben zu Rufen und somit auf die FinTech-Herausforderung zu reagieren. So haben neun der zehn größten Banken Deutschlands Kooperationen mit FinTech-Unternehmen begonnen, einige haben selbst in FinTechs investiert wie z. B. die Commerzbank über ihre Investment Vehikel Commerz Ventures und Mainincubator oder die Deutsche Börse über db1 Ventures. „Die Banken beobachten die FinTech-Unternehmen und ihre Lösungen sehr genau – sie kooperieren mit den Startups und investieren zum Teil selber. Bei der Entwicklung eigener innovativer Lösungen bzw. Produkte haben sie aber noch Nachholbedarf“, beobachtet Christopher Schmitz, Mit-Autor und Partner bei EY. „Die aktuellen Initiativen der Banken sind noch vereinzelte und wenig koordinierte Antworten auf die FinTech-Herausforderung. Ein umfangreiches Leistungsangebot auf einer digitalen Plattform, wo sowohl eigene Produkte als auch die von externen Dienstleistern angeboten werden, wäre eine angemessene Antwort auf die FinTechs – Banken arbeiten daran, aber von für Kunden greifbare Mehrwerten ist bislang wenig zu sehen.“ Solche digitalen Ökosysteme könnten auch in Kooperation mit FinTechs entstehen – die Reisebank aus der DZ BANK Gruppe tritt mit ihrem Bankomo Smartphone Banking-Produkt an, ein derartiges Ökosystem zu etablieren.

FinTechs kooperieren mit FinTechs

Während Finanzinstitute noch an einer angemessenen Reaktion auf die FinTech-Herausforderung arbeiten, expandiert eine zunehmende Zahl von FinTechs außerhalb ihres Kernmarktsegments, beobachtet Schmitz. Sie setzen dabei zunehmend auf Partnerschaften mit anderen FinTechs. Es ist auch bemerkenswert, dass die reiferen FinTechs versuchen bereits ihre eigenen Ökosysteme rund um das Kernproduktportfolio aufzubauen. Gut zu erkennen ist dies an Beispielen wie N26, die ihr Leistungsspektrum schnell durch Kooperationen mit anderen FinTechs ausgebaut haben. Die PSD2, die den Zugang für Dritte zu Zahlungskonten ab 2018 etabliert, sowie die zu erwartende weitere Öffnung im Rahmen der „Open Banking“ Bestrebungen bereitet der digitalen Plattformökonomie im Finanzdienstleistungsbereich den Weg. Daher wird sich der Wettbewerb mit etablierten Finanzinstituten intensivieren, erwartet Schmitz: „Finanzinstitute sollten jetzt sich dem Wettbewerbsumfeld angemessene Strategien überlegen und ihre digitalen Ökosysteme mit erkennbaren Kundenmehrwerten in Kooperation mit innovativen Spielern etablieren“.

Die komplette Studie können Sie hier herunterladen.