Bunte Lichter und Klänge gegen die Winterdunkelheit

Im Winter leiden Parks und Gärten klassischerweise unter Besucherschwund; selbst beliebten Parks wie dem Frankfurter Palmengarten geht es da nicht anders. Auch um diesem Trend zu trotzen, aber vor allem um die winterliche Abenddämmerung in bunte Lichter zu tauchen und das Gelände des Palmengartens in eine leuchtende Zauberlandschaft zu verwandeln, zeigt der Palmengarten vom 9. Dezember bis zum 21. Januar die Ausstellung „Winterlichter“.

Grundgedanke des Projektes ist es, Lichteffekte und Bilder, Videos und Dias auf Bäume, Pflanzen, und Wiesen sowie Figuren und Wasseroberflächen zu projizieren und diese Installationen mit Musik zu untermalen. Die besinnliche Stimmung des beleuchteten Parks kann dabei als Gegensatz zur geschäftigen, belebten Stadtatmosphäre verstanden werden. Eines der Highlights ist das imposante Eingangshaus des Palmengartens, dessen Kuppel durch die Beleuchtung wie eine geschüttelte Schneekugel erscheint. Ein anderes ist eine bunte, lebensgroße Pferdeherde, die dem winterlichen Palmengarten ein magisches Erscheinungsbild verleiht.

Künstler Wolfgang Flammersfeld entwickelte das Konzept, musikalische Lichteffekte in Parks als Kontrast zur frühen winterlichen Abenddämmerung, quasi im Alleingang und musste anfangs nicht wenig Gegenwind überwinden. 2006 konnte Flammersfeld die Ausstellung dann erstmals im Dortmunder Westfalenpark realisieren, wo sie in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal ihre Tore öffnete. Daraufhin wurden seine Installationen neben dem Frankfurter Palmengarten, der die Winterlichter schon zum sechsten Mal zeigt, auch in Mannheim, Erfurt und Bonn umgesetzt. Im Palmengarten kletterten die Besucherzahlen von 1.500 im ersten Jahr auf mehr als 32.000 Besucher im Jahr 2016. Dabei hat sich die Ausstellung bisher in jedem Jahr vergrößert und mit mehr Installationen gelockt.

Die insgesamt 17. Installationen aus 700 Lampen (696 davon LED-Lampen), vier Video-Installationen und fünf Dia-Projektionen können jeden Tag, außer an Heiligabend und Silvester, zwischen 17 und 21 Uhr bewundert werden; der Rundgang durch die gesamte Ausstellung dauert eine gute Stunde. Nach dem Besuch der Ausstellung laden das Café Winterlichter und das Café Siesmayer zum Aufwärmen, Glühweintrinken und zu einem Snack ein.

FinTech-Delegation reist nach Südkorea und Hong Kong

Wie schon in den letzten Jahren reist eine FinTech-Delegation unter der Führung von Dr. Raettig im Januar wieder nach Hongkong zum Asian Financial Forum (AFF). Das AFF ist das wichtigste Treffen der asiatischen Finanzbranche und findet am 15. und 16. Januar 2018 bereits zum elften Mal statt. Zu den Themen des AFF gehören unter anderem Finanzinnovationen und Technologie, AI und Robotics, Green Finance, Versicherungs-Technologie, Fintech, Blockchain und Banking-Innovationen.

Frankfurt Main Finance wird sich mit einem gemeinsamen Stand mit der FrankfurtRheinMain GmbH und Hessen Trade & Invest der asiatischen Finanzwelt als attraktiver internationaler Finanzplatz präsentieren – nicht nur im Brexit-Kontext.

Mit der FinTech-Community in Hongkong unterhält Frankfurt Main Finance seit Jahren enge Verbindungen, u.a. mit HKTDC, Invest.HK, der FATHK sowie Cyberport und Metta als führende FinTech-Hubs in Hongkong.

Bereits am 11. Januar 2018 wird die FinTech-Delegation nach Südkorea reisen und sich dort in Seoul und Busan auf FinTech-Veranstaltungen präsentieren. Mit beiden südkoreanischen Finanzplätzen ist Frankfurt Main Finance über eine Reihe von Abkommen eng verbunden, u.a. in den Bereichen FinTech und Blockchain. Seit mehreren Jahren erfolgt ein regelmäßiger Austausch auf Ebene der Finanzplätze wie auch der Aufsichtsbehörden. Südkorea ist ein wichtiger Partner für Frankfurt und auch regelmäßig Ziel von Delegationsreisen des Landes Hessen.

Über das Asian Financial Forum in Hongkong

Zum elften Mal kommen am 15. und 16. Januar 2018 hochkarätige, internationale Vertreter der Finanz- und Wirtschaftswelt zum Asian Financial Forum im Hongkong zusammen. Während der zwei Tage werden sie Entwicklungen und Trends in den dynamischen Märkten Asiens und darüber hinaus diskutieren. Die Veranstaltung, die von der Regierung der Hong Kong Special Administrative Region (HKSAR) und dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) organisiert wird, steht diesmal unter dem Motto: Wachstum steuern und Innovation den Weg bereiten, in Asien und weltweit. In 2017 verzeichnete das Forum über 2.900 Teilnehmer, darunter mehr als 100 international renommierte Sprecher. Großes Interesse gab es auch an den Deal Flow Matchmaking Sessions, wo in über 600 Gesprächen mehr als 490 Projekte mit Investoren diskutiert wurden. Insgesamt arrangierte der Veranstalter seit dem Start dieser Sessions bereits 3.800 Meetings mit mehr als 1.800 Unternehmen.

Unter den Referenten 2018 finden sich Jacob J. Lew, bis 2017 Finanzminister der USA, David Lipton, First Deputy Managing Director des International Monetary Fund, Pierre Gramegna, Finanzminister von Luxemburg, Hu Huaibang, Chairman der China Development Bank Corporation, und Takehiko Nakao, Präsident der Asian Development Bank. Aus Deutschland kommt Dr. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Sprecherin beim Keynote-Luncheon am 16. Januar ist in diesem Jahr die Expertin für AI und Robotics, Professor Daniela Rus, Director of Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) und Professor Electrical Engineering and Computer Science des MIT.

Angeboten werden den Besuchern des AFF zudem vorab arrangierte Meetings für Teilnehmer mit gemeinsamen Interessengebieten, der InnoVenture Salon für Startups, die ihre Geschäftsideen internationalen Investoren vorstellen möchten, eine Zone für kostenlose Finanz- und Serviceberatung sowie Sessions mit Projekteignern, die ihre Projekte möglichen Investoren präsentieren. Zur HKTDC-Homepage: http://bit.ly/2kpfT38

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Kontakt: Dr. Jochen Biedermann

Foto: Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) 

1 Jahr TechQuartier – FinTech-Szene in Frankfurt

Das TechQuartier feiert 1-Jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass werfen Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon, Thomas Schalow, Gründer von AsiaFundManagers.com, Andreas Mang von easyfolio und Christopher Schmitz, Autor der EY-Studie „Germany FinTech Landscape“, einen Blick auf die FinTech-Szene in Frankfurt und in der Rhein-Main-Neckar Region. Weiterlesen

EY-Start-Up Academy bahnt erfolgreiche Finanzierungsrunde für Frankfurter Start-Up an

  • Konsortium aus High-Tech Gründerfonds und Kapitalgebern des Business Angels FrankfurtRheinMain e.V. investiert mehr als 775.000 Euro in energy
  • Kontakt für Finanzierungsrunde bei EY Start-up Academy geknüpft
  • Hessischer Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir: Region Frankfurt/Rhein-Main hat deutschlandweit höchstes Wachstum an FinTech-Unternehmen

Das Frankfurter Jungunternehmen node.energy, ein Anbieter digitaler Lösungen für das Management sogenannter Microgrids (Vernetzung lokaler Stromquellen und -nutzer), sichert sich 775.000 Euro Wachstumskapital. Dies gaben die Investoren, bestehend aus dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Kapitalgebern des Business Angels FrankfurtRheinMain e.V., gestern bekannt. Der Kontakt zwischen den Investoren und node.energy wurde im Rahmen der EY Start-up Academy, einem dreimonatigen Programm für Tech- und FinTech-Start-ups, hergestellt. Die Abschlussveranstaltung der EY Start-up Academy, die in Kooperation mit der Deutschen Börse und dem TechQuartier (TQ) durchgeführt wird, fand am Dienstag im TQ im Westen der Mainmetropole nahe der Frankfurter Messe statt.

Frankfurt etabliert sich als Start-up Tech-Hub

Dass node.energy im Rahmen der EY Start-up Academy erfolgreich Beteiligungskapital in dieser Höhe einsammeln konnte, zeige, dass der Standort Frankfurt sich als Start-up-Hub für Tech-Unternehmen etabliert, so Christopher Schmitz, Partner bei EY und Kurator der Initiative. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der das TechQuartier mitinitiiert hat und politisch unterstützt, nannte das Gründungszentrum anlässlich des einjährigen Bestehens „einen Ort, an dem man sich vernetzt“. Die Region Frankfurt/Rhein-Main weise zum Beispiel deutschlandweit das höchste Wachstum an FinTech-Unternehmen auf. node.energy ist ein Start-up der Gründer Matthias Karger (35) und Lars Manuel Rinn (30), das sich auf die kaufmännische Optimierung von lokalen Energiekonzepten spezialisiert. Das Unternehmen richtet sich an Wohnungsgesellschaften sowie an Industrie- und Gewerbekunden. „Dass node.energy sowohl unsere Business Angels als auch den HTGF überzeugen konnte, ist ein schöner Beleg für die Qualität der Start-ups am Standort Frankfurt. Im konkreten Fall treffen eine praxisgerechte Innovation und ein erfahrenes Gründerteam zusammen. Dass es sich um ein Produkt für die bessere und effizientere Energienutzung handelt, freut uns besonders, da wir diesem Sektor verstärkte Aufmerksamkeit widmen“, sagt Dr. Burkhard Bonsels, Vorstandsmitglied bei den Business Angels FrankfurtRheinMain e.V., der sich an der Finanzierungsrunde auch persönlich beteiligt. Das frische Kapital soll in die Erweiterung des Teams sowie in die Weiterentwicklung der Plattform und Finanzierung des Markteintritts in Deutschland fließen.

Kontakte zu rund 40 Investoren hergestellt

An der EY Start-up Academy haben sieben ausgewählte Start-ups – Asteria, Creditlinks, EVANA AG, F ECTIVE AG, MES & DAK, StudySmarter und node.energy – teilgenommen. Sie haben in den vergangenen Wochen auf rund 30 Veranstaltungen unterschiedliche Investoren, Vertreter von Banken sowie Start-up-Experten getroffen. Auf der Abendveranstaltung gaben die sieben Unternehmen eine Abschlusspräsentation und wurden feierlich mit dem EY Start-up Academy Award gewürdigt. „Dieses Qualitätssiegel soll den Teilnehmern auf ihrem weiteren Wachstumsweg und im Kontakt mit Kapitalgebern, Behörden sowie Steuer- und Rechtsberatern helfen“, kommentiert Christopher Schmitz. „Wir haben im Rahmen der EY Start-up Academy sehr wertvolle Kontakte geknüpft und sowohl unsere Business Planung als auch unseren Investoren-Pitch signifikant verbessert“, erläutert Tilo Kraus, Co-Founder von CreditLinks, exemplarisch für die teilnehmenden Gründer. Insgesamt wurden Kontakte zu rund 40 Investoren im Rahmen der Workshops und Einzelgespräche hergestellt – einige der Teilnehmer befinden sich in Verhandlungen und Due Diligence-Phasen für weitere potenzielle Seed-Finanzierungsrunden.

Start-up-Ökosystem fördern

Die EY Start-up Academy wird im kommenden Jahr 2018 fortgesetzt, gegebenenfalls sogar auf weitere Gründermetropolen in Deutschland ausgeweitet. „Unser Ziel ist es, hochattraktive Rahmenbedingungen für Tech- und FinTech-Neugründungen mitzugestalten“, erklärt Christopher Schmitz. „Der Beitrag Frankfurts für das deutschlandweite Start-up-Ökosystem ist als enorm wichtig einzustufen“. FinTech-Experte Schmitz nennt vier Punkte, auf die sich die Kooperationspartner aus Privatwirtschaft, öffentlicher Hand und Bildung fokussieren sollten: Unternehmertum und Gründergeist zu fördern, Bürokratie abzubauen, an einem unternehmerfreundlichen Steuersystem mitzuwirken und eine bessere Verfügbarkeit von Wagniskapital zu gewährleisten.

FinTechRat: Empfehlungen zur digitalen Entwicklung

Der Parlamentarische Staatssekretär Jens Spahn hat vom FinTechRat eine Reihe von Handlungsempfehlungen entgegengenommen. Diese beinhalten Möglichkeiten, wie Deutschland seine Potentiale als FinTech-Standort weiter kräftigen und digitale Entwicklungen besser berücksichtigen kann. Nicht nur FinTech-Unternehmen, sondern auch Vertreter von Banken, Versicherungen und Wissenschaft haben zu dem Papier beigetragen.

Der FinTechRat ist ein ehrenamtliches Expertengremium. Er berät das Bundesministerium der Finanzen zu Fragen der digitalen Finanztechnologie, insbesondere zu (informations-) technologischen Entwicklungen, ihren Potentialen, Chancen und Risiken sowie zu den staatlichen Rahmenbedingungen für digitale Finanzinnovationen in Deutschland. Der FinTechRat setzt sich zusammen aus Vertretern der Wissenschaft, Finanzwirtschaft und Behörden mit einschlägigen Kenntnissen und Erfahrungen.

Die konstituierende Sitzung des FinTechRates fand statt am 22. März 2017 unter dem Vorsitz von Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. In diesem Jahr haben bereits vier Sitzungen des FinTechRats stattgefunden.

Die Emp­feh­lun­gen wurden verfasst von den Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern im FinTechRat. Es handelt sich dabei um Vertreter aus FinTechs, Banken und Versicherungen sowie Wissenschaftlern, die zur Digitalisierung des Finanzsektors forschen. Die im FinTechRat vertretenen Behörden (BMF, Bundesbank, BaFin) haben nicht an den Empfehlungen mitgewirkt.

Die Handlungsempfehlungen sollen Möglichkeiten aufzeigen, wie Deutschland seine Potentiale als FinTech-Standort weiter kräftigen und digitale Entwicklungen besser berücksichtigen kann; zum Beispiel im Bereich Infrastruktur, Zuwanderung oder auch durch die gezielte Pilotierung neuer Technologien. Das Bundesfinanzministerium wird insbesondere die Empfehlungen, die die eigene Zuständigkeit betreffen, sogfältig prüfen. Bei einigen Empfehlungen sind wir bereits tätig. So richtet die BaFin-Aufsicht künftig einen stärkeren Fokus auf die IT-Kompetenz in Geschäftsleitungen. Die IT der Banken wird immer wichtiger. Schwächen in der IT-Sicherheit können für Banken erhebliche Risiken darstellen. Diese IT-Risiken müssen auch Bankvorstände bewerten können. Dazu benötigen sie ein Mindestmaß an IT-Knowhow.

Reformvorschläge von Mitgliedern des FinTechRats

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Deutsche Börse AG wird 25

Im Dezember 1992, auf den heutigen Tag vor 25 Jahren, wurde Deutsche Börse als Aktiengesellschaft gegründet. Dies war der Startpunkt für die Elektronisierung der gesamten börslichen Wertschöpfungskette.

11. Dezember 2017. Frankfurt (Börse Frankfurt). Das Unternehmen Deutsche Börse AG feiert am heutigen Montag auf dem Parkett der Frankfurter Börse seinen 25. Geburtstag. Kunden, Regulatoren, ehemalige Vorstände, Aufsichtsräte und Mitarbeiter waren der Einladung zum Läuten der Handelsglocke anlässlich des Jubiläums gefolgt.

Am 11. Dezember 1992 hatten die damaligen Eigentümer der drei unabhängigen Gesellschaften Frankfurter Wertpapierbörse AG, DTB Deutsche Terminbörse GmbH und der Deutsche Kassenverein AG den Zusammenschluss beschlossen, der zum 1. Januar 1993 wirksam wurde – die Geburtsstunde der Deutsche Börse AG. Dadurch entstand in Frankfurt und Deutschland erstmals ein integrierter Anbieter von Börsendienstleistungen.

„Europäische Harmonisierung plus Elektronisierung waren und sind die beiden Flügel, die den Aufstieg des Finanzplatzes Frankfurt getragen haben. In den 1990er Jahren wurden mit der Gründung der Deutschen Börse als AG die Basis gelegt, um den Finanzplatz zu der internationalen Bedeutung zu verhelfen, die dem Gewicht der deutschen Realwirtschaft im europäischen Maßstab entspricht“, resümiert Lutz Raettig, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Morgan Stanley Deutschland und langjähriger Vorsitzender des FWB-Börsenrats, in seiner Laudatio zum Jubiläum.

„Die Deutsche Börse hat sich in den vergangenen 25 Jahren zur mit Abstand bedeutendsten Betreiberin von Finanzmarktinfrastruktur in Europa entwickelt. Maßgeblich hierfür war und ist unser vertikal integriertes Geschäftsmodell, das auf leistungsfähiger Technologie in allen Geschäftsbereichen basiert. Darauf aufbauend konnten wir international expandieren und unser Geschäft auf eine Vielzahl von Anlageklassen ausweiten“, bilanziert Andreas Preuß, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG.
Die wichtigen Meilensteinen der Unternehmensgeschichte

  • die Einführung des elektronischen Handels mit Xetra als Aktienhandelsplattform im Jahr 1997,
  • die Gründung der Eurex im Jahr 1998 durch die Fusion der DTB mit der Schweizer Terminbörse Soffex und Ausbau zu Europas größtem Terminmarkt,
  • der Börsengang der Deutsche Börse AG im Februar 2001 und die Aufnahme in den deutschen Bluechip-Index DAX 2002,
  • die Einführung des zentralen Kontrahenten, zunächst am Terminmarkt in den 1990er Jahren und 2003 für Xetra,
  • Fusion des deutschen Nachhandelsbereichs mit der Luxemburger Cedel und die spätere vollständige Übernahme der Clearstream im Jahr 2002,
  • Gründung des Indexanbieters STOXX mit Partnern und vollständige Übernahme im Jahr 2015,
  • Einstieg in den Währungshandel durch die Übernahme von Deutschlands erfolgreichstem Fintech 360T im Jahr 2015.

Foto Quelle: Deutsche Börse

TechQuartier-Geschäftsführer Schäfer: „Wir sind eine auf Innovation gestützte Gemeinschaft“

Es ist die zentrale Anlaufstelle der FinTech- und Start-up-Community im größten Finanzzentrum Kontinentaleuropas – und es feiert sein einjähriges Jubiläum: das Frankfurter TechQuartier. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Sebastian Schäfer über das FinTech-Ökosystem in Frankfurt. Im Interview spricht er über die erreichten Meilensteine und welche Ziele sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt hat. Außerdem spricht er über die Unsicherheit der FinTech-Szene bezüglich des Brexit.

Herr Dr. Schäfer, Sie blicken auf ein Jahr TechQuartier zurück. Welche Meilensteine wurden in dieser Zeit erreicht?

Zunächst einmal freuen wir uns über den Zuspruch aus der Gründerszene. Mit rund 80 Start-ups haben wir inzwischen ein volles Haus. Wir hatten bereits in den ersten Monaten die ersten 1.600 Quadratmeter mit rund 110 Arbeitsplätzen vermietet. Im Juni kam dann eine weitere Etage mit 114 Arbeitsplätzen dazu. Von Tag eins an haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie eine lebendige Community gestaltet sein muss. Denn es geht ja nicht nur um einen schönen Ort, an dem man arbeitet, sondern auch um Inspirationen, gegenseitiges Lernen und Netzwerken. Wir haben also Interessenten, Mitglieder und Unterstützer zusammen mit passenden Themen an einen Tisch gebracht – und dafür auch spannende Formate entwickelt, die sehr erfolgreich gestartet sind. Zum Beispiel Landing Pad, Papillon, Money meets Idea, oder die Start-up Academy.

Mit der Erfahrung, die Sie gesammelt haben – wo sehen Sie weiteres Potenzial für das TechQuartier, wo die Stärken?

Man kann sich immer weiter verbessern. Unser Anspruch ist, ein global sichtbarer Hub zu werden. Dazu zählt auch ein stärkeres Engagement auf der Risikokapitalseite und die konsequente Vermarktung unserer Erfolgsgeschichten am Standort Frankfurt. Unsere Stärke ist ganz klar, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Der Brexit beschäftigt die Finanzbranche. Ist das auch ein Thema bei FinTechs?

Natürlich sprechen wir in der Szene über den Brexit und mögliche Folgen. Wir merken, dass die Unsicherheit groß ist. Da momentan niemand genau weiß, wie es weitergeht, sind in erster Linie indirekte Effekte spürbar. Wenn zum Beispiel ein FinTech aus Asien nach Europa kommen möchte, wäre die Standortwahl früher sicher auf London gefallen. Jetzt ist Frankfurt eine Option, über die man nachdenkt. Wir merken das zum Beispiel daran, dass sich für unser letztes LandingPad, bei dem wir die Möglichkeit bieten, den FinTech-Hub Frankfurt kennenzulernen, FinTechs aus über 20 Ländern beworben haben. Dieses Interesse eröffnet Frankfurt und der Region die Chance, sich dank gezielter Maßnahmen zum „Powerhouse“ der Innovation zu entwickeln.

Wenn Sie nach vorne schauen: Welche Ziele hat sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt?

Unsere Ziele sind klar definiert: Mehr Start-ups, mehr Partnerschaften, mehr Erfolgsgeschichten. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass Frankfurts Gründerszene internationale Strahlkraft entfaltet.

Vielen Dank für das Gespräch.

Financial Centre Frankfurt

Spahn fordert mehr Elan für Frankfurt

Bereits 24 Banken wollen ihr Frankfurt-Geschäft vor dem anstehenden Brexit ausbauen – aber ausruhen können sich die Akteure nicht, mahnt CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Vor allem gegenüber Paris müssten sich Hessen und Berlin anstrengen. Am Main seien noch viele Hausaufgaben zu erledigen.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für besondere Aufgaben, Jens Spahn, hat am Mittwoch auf einer Veranstaltung der hessischen CDU betont, wie wichtig die Fortentwicklung des Finanzplatzes Frankfurt für die Berliner Regierung sei. Die Politik müsse noch härter dafür arbeiten, dass die gute Stellung der Metropole erhalten bleibe, sagte er. Spahn verwies auf den gescheiterten Versuch Deutschlands, die EU-Bankenaufsicht EBA von London nach Frankfurt zu holen. Stattdessen erhielt im November Paris den Zuschlag. Mit Blick auf den Brexit und eine daraus möglicherweise folgende Verlagerung des Euro-Clearing müsse Frankfurt „erfolgreicher abschließen als bei der EBA“, sagte der bis Oktober noch als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium agierende 37-Jährige.

Um den Finanzplatz Frankfurt attraktiver zu machen, müssten aber auch „einige Dinge vor Ort erledigt werden“, sagte er und erinnerte dabei an den Wohnungsbau und arbeitsrechtliche Anpassungen insbesondere für Investmentbanker. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten sei der Bundesregierung weiter daran gelegen, dass das künftige Verhältnis zu den Briten eng bleibe. Allerdings sei noch nicht klar, für welchen Zugang zum Finanzmarkt sich die Briten entscheiden: London könne wie Singapur ein Finanzplatz werden, der mit geringer Regulierung locke, oder aber an die Regeln des EU-Raums andocken.

Geld für Glühbirne

Bei der Digitalisierung des Finanzsektors sei die Phase der Konfrontation vorbei: Fintechs hätten erzwungenermaßen auf Kooperation mit etablierten Adressen eingeschwenkt – wofür Spahn selbst einige Initiativen losgetreten hat und dazu beitrug, die Banken in den Dialog mit Fintechs zu bringen. Sein Motto: „Miteinander reden ist die halbe Miete.“ Mehrfach angesprochen auf das Thema Blockchain, ließ Spahn erkennen, dass er durch die Technik, die Transaktionen nachvollziehbar und ohne zentrale Instanz festhält, weitreichende Umwälzungen für möglich hält. „Die Blockchain kann das Geschäftsmodell von Intermediären komplett überflüssig machen.“ Dank digitalem Identitätsmanagement könne ein Investor dann auch Geld „an eine Glühbirne in Malaysia“ überweisen, sagte Spahn schmunzelnd. Handlungsbedarf sieht er bei der Ansiedelung von Blockchain-Gesellschaften in Deutschland. Zwar seien sehr viele Software-Entwickler in Berlin zu Hause, die Gesellschaften selbst dann aber (in der Regel über Stiftungskonstruktionen) in der Schweiz – dort gibt es das sogenannte „Cryptovalley“ in Zug.

Nach der Finanzplatz-Veranstaltung machte Spahn Station beim erstmals stattfindenden Portfoliotag der Deutschen Bundesbank. Die Bundesregierung steht seiner Ansicht nach beim nachhaltigen Investieren („Sustainable Finance“) noch am Anfang. „Es ist alles noch sehr zaghaft im Vergleich zu den Anforderungen und Wünschen“, sagte er. „Mit aller Kraft Richtung Green Finance ist sicherlich nicht unser Motto.“ Bei den Jamaika-Sondierungen sei Green Finance ein Thema gewesen, allerdings im Wirtschafts- und nicht im Finanzressort. „Es ging aber nur um ein allgemeines Bekenntnis dazu.“

Spahn zeigte drei Felder auf, in denen sich der Bund bereits für nachhaltige Anlagen starkmache: So soll der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, in den die Kernkraftbetreiber rund 24 Mrd. Euro eingezahlt haben, nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) gemanagt werden. Zweitens sei Nachhaltigkeit für die von Bund und Ländern gehaltene KfW ein Thema: „2016 flossen 44 % des KfW-Fördervolumens in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen.“ Außerdem sei die KfW deutschlandweit größter und weltweit zweitgrößter Emittent von grünen Anleihen sowie wichtiger Investor. Drittens habe Deutschland in seiner Zeit der gerade zu Ende gegangenen G 20-Präsidentschaft dafür gekämpft, das Thema nachhaltiges Investieren verstärkt in den Blick zu nehmen.

Öffentliche Träger haben laut Spahn oft unterschiedliche Vorstellungen davon, was unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist. „Dass in Unternehmen, die auf Kinderarbeit setzen, nicht investiert werden sollte, ist sicherlich Konsens. Schwieriger wird es bei Klimathemen wie Kernkraft oder Kohle.“ Er selbst hält Kernkraft für eine wichtige Brückentechnologie. „Sollte man die Frage, wie der Staat anlegt, tatsächlich politisieren?“ Er hält mehr von einer Regulierung des Marktes: Der Staat müsse etwa für Transparenz sorgen. „Das wäre vergleichbar mit dem Strombereich: Da kann sich auch nur Ökostrom nennen, was Ökostrom ist.“

Spahn machte außerdem deutlich, dass für ihn nachhaltiges Investieren nicht nur aus der grünen Kapitalanlage und ESG-Kriterien bestehe. Auch die Sicherheit der Anlage und die Finanzmarktstabilität zählten dazu. „So waren die eigenheimfördernden Maßnahmen der Regierung George W. Bush als soziale Maßnahme gedacht, haben aber letztlich mit zur Finanzkrise beigetragen.“ Auch die Rendite sei ein wichtiger Aspekt. Spahn plädiert schon länger für einen höheren Aktienanteil bei vom Bund verantworteten Mitteln wie dem Pflegevorsorgefonds.

Quelle: Börsen-Zeitung, Ausgabe 235 vom 07.12.2017.

Verlagerung des Euro-Clearings deutlich günstiger als angenommen

  • Bis zu dreißig Prozent Ersparnisse für Asset Manager bei Verlagerung des Euro-Clearings in die EU27
  • Schätzungen der London Stock Exchange von bis zu 100 Mrd. USD sind zu hoch
  • Maximale Gesamtkosten für 5 Jahre liegen bei ca. 3,2 Mrd. Euro

Frankfurt am Main – Im Zuge des nahenden Brexit diskutieren Experten und Politiker über die Auswirkungen auf die Abwicklung von Derivategeschäften (Clearing). Ein Arbeitspapier von Union Investment zeigt, dass eine Verlagerung des Clearings der auf Euro lautenden Zinsswaps in die EU27 zu deutlich geringeren Kosten führen würde. Die Ersparnisse setzen sich im Wesentlichen aus Kosten für Initial Margin sowie Clearing Broker-Gebühren zusammen (ca. 70 Prozent der Gesamtkosten). Laut Union Investment werden langfristig gesehen die Kosteneinsparungen von bis zu 30 Prozent, die möglichen vorrübergehenden Mehrkosten für einen breiteren Bid-Offer Spread mehr als kompensieren.

Ein anderes Arbeitspapier des Center for Financial Studies (CFS) fechtet die Schätzungen des Londoner Stock Exchange (LSE) an. Prof. Dr. Volker Brühl, Autor der Studie, erklärt: „Durch die Fragmentierung der Märkte kann es zwar temporär zu einer Kostensteigerung kommen. Aber die von der LSE genannten Kosten von bis zu 100 Mrd. USD sind nicht nachvollziehbar und viel zu hoch angesetzt. Legt man realistischere Prämissen zugrunde, dürften die Kosten für einen Zeitraum von 5 Jahren höchstens bei ca. 3,2 Mrd. USD liegen. Mögliche Einspareffekte von Asset Management-Gesellschaften infolge der Relokation sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.“

Central Counterparties (CCPs) und Clearingstellen sind systemrelevant und bedeutend für die globale Finanzmarktstabilität. Im Falle einer Schieflage wäre die EZB gezwungen, entsprechende Euro-Liquidität zur Stabilisierung bereitzustellen und CCPs direkt zu beaufsichtigen. „Das übergeordnete Ziel sollte die Wahrung der europäischen Finanzstabilität sein“, erklärt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V. „Die übertriebenen Schätzungen aus London sind weder konstruktiv noch umsichtig. Obwohl die Entscheidungen über das Euro Clearing nicht alleine auf Kostenbasis gefällt werden sollten, sind die Zahlen von CFS und Union Investment beruhigend. Sollte das Clearing verlagert werden, wäre der Finanzplatz Frankfurt eine echte Alternative zu London, nicht zuletzt wegen des Eurex Clearing.“

Aktuell werden über 90 Prozent der Zinsderivate in London gecleart. Im Zuge des Brexits wurde immer wieder diskutiert das Euro-Clearing in einen europäischen Finanzplatz unter der Aufsicht der EZB – wie Frankfurt – zu verlagern. Laut Schätzungen der London Stock Exchange würde eine solche Verlagerung zu einer Kostensteigerung von mehr als 100 Milliarden USD führen.

Die Studie des Center for Financial Studies finden Sie hier.

Die Studie von Union Investment können Sie hier herunterladen.

CFS-Diskussionsabend zur Entwicklung des deutschen Kapitalmarkts

Das Center for Financial Studies (CFS) feiert den 80. Geburtstag von Dr. Rolf-E. Breuer mit einem Diskussionsabend zu den Zukunftsperspektiven des Kapitalmarkts in Deutschland. Am Donnerstag, dem 30.November, würdigte das Institut den Geburtstag seines Vorstandsvorsitzenden und ehemaligen Vorstandssprecher und Aufsichtsratsvorsitzendem der Deutschen Bank nicht in der üblichen Form mit einer ausführlichen Laudatio, sondern auf Wunsch Breuers mit einem Diskussionsabend. Die Professoren Jan Pieter Krahnen, Direktor des CFS, Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, und Otmar Issing, Präsident des CFS, dankten in ihren Eröffnungsworten für Breuers langjährige und tatkräftige Unterstützung des Instituts, die maßgeblich zu der erfolgreichen Entwicklung des CFS und der Goethe-Universität Frankfurt beigetragen habe.

Im Mittelpunkt der Feier stand aber die Entwicklung des Kapitalmarktes in Deutschland und Frankfurt. Prof. Bernd Rudolph, ehemaliger CFS-Direktor, beleuchtete in einem Themenvortrag die Entwicklung der deutschen Börsenlandschlaft aus wissenschaftlicher Perspektive.

Ein anschließendes Podiumsgespräch mit dem Titel „Reflektion zur Kapitalmarktentwicklung in Deutschland“ schlug die Brücke von der Wissenschaft zur Praxis. Unter der Moderation von Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung, diskutierten Dr. Lutz Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender der Morgan Stanley Bank, Jürgen Fitschen, ehemaliger Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank, Roland Koch, Aufsichtsratsvorsitzender der UBS Deutschland, und Friedrich von Metzler vom Bankhaus Metzler, die Entwicklung des Kapitalmarktes aus der Sicht der Praxis und der Politik.

Im Fokus der Diskussion, die sich Breuer anstelle vieler Gratulations- und Dankesworte gewünscht hatte, stand unter anderem die deutsche Aktienkultur. Mit Blick auf die Zukunft des Kapitalmarkts in Deutschland stellte die Gesprächsrunde fest, dass bestehende Hindernisse für Bürgerinnen und Bürger am Kapitalmarkt einzusteigen, weiter abgebaut werden müssten.

In seiner anschließenden Ansprache dankte Rolf-E. Breuer den Teilnehmern des Podiumsgesprächs. Das Gespräch sei genau so lebhaft verlaufen und von bleibendem Wert gewesen, wie er es sich gewünscht habe.

Im Namen des CFS überreichte der Otmar Issing dem Jubilar eine Urkunde für dessen besondere Verdienste am CFS.

Seinen Geburtstag, der bereits am 3.November war, hatte Breuer im privaten Rahmen gefeiert.

Breuers Karriere begann mit einer Lehre bei der Deutschen Bank, der ein Studium der Rechtswissenschaften folgte. 1966 arbeitete er für die Deutsche Bank in Karlsruhe; später in der Börsenabteilung in Frankfurt am Main, dessen Leitung er 1974 übernahm. Knapp 10 Jahre später wurde Breuer in den Vorstand gewählt und übernahm von 1997 bis 2002 das Amt des Vorstandssprechers. Von 2002 bis 2006 war Rolf Breuer Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank.

Das Center for Financial Studies ist ein an die Goethe-Universität Frankfurt angegliedertes Forschungsinstitut, das von der Gesellschaft für Kapitalmarktforschung e.V. getragen wird.