Frankfurt Finance Summit 2017 – Europe Reloaded

Seit 2011 kommen in Frankfurt hochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Finanzwelt zusammen. Unter dem Motto „Europe Reloaded – Herausforderungen des Finanzsektors“ trafen sich am 26. April 2017 Entscheider aus Zentralbanken, Börsen, Aufsichtsbehörden, Banken, Versicherungen, Politik, Unternehmen und Wissenschaft, um sich über aktuelle Fragen rund um den europäischen Wirtschaftsraum, Regulierung und die Finanzmärkte auszutauschen. Dabei standen die Folgen des Brexits, die Herausforderungen durch Cyberkriminalität und die Veränderung der Langzeitfinanzierung im Fokus

Einen umfassenden Rückblick auf den Frankfurt Finance Summit 2017 in englischer Sprache finden Sie hier.

Frankfurt Main Finance freut sich über sein neues Mitglied Oliver Wyman GmbH

Die Strategieberatung Oliver Wyman wird neues Fördermitglied von Frankfurt Main Finance. Insgesamt engagieren sich nun fast 50 Mitglieder für den Finanzplatz Frankfurt. Mit ihrer Mitgliedschaft unterstreichen alle Vertreter ihre Verbundenheit mit Frankfurt und engagieren sich für dessen nationale und internationale Bedeutung.

„Wir freuen uns, Oliver Wyman GmbH als Fördermitglied begrüßen zu dürfen. Denn Oliver Wyman hat sich bereits seit längerer Zeit durch sein Engagement um den Finanzplatz Frankfurt verdient gemacht“, erklärt Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance. So unterstütze die Strategieberatung die FintechGermany Awards 2017 als Sponsor. Außerdem war Matthias Hübner, Partner Oliver Wyman in Frankfurt, als Juror bei der Preisverleihung tätig.

Oliver Wyman ist eine der weltweit führenden Managementberatungen mit 4.500 Mitarbeitern in über 50 Büros in rund 30 Ländern. Das Unternehmen verbindet ausgeprägte Branchenspezialisierung mit hoher Methodenkompetenz in den Bereichen Strategieentwicklung, Prozessdesign, Risikomanagement und Organisationsberatung. Außerdem veröffentlicht Oliver Wyman regelmäßig Studien, White Paper etc. und realisiert in Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern Forschungsprojekte zu Zukunftsthemen.

„In diesen unsicheren Zeiten werden für Deutschland der Erhalt und die Weiterentwicklung eines starken Finanzplatzes weiter an Bedeutung gewinnen. Als eine der führenden Strategieberatung im deutschen Markt ist es Oliver Wyman eine große Ehre und ein wichtiges Anliegen, Frankfurt Main Finance mit unserer Erfahrung und unserer Expertise im Finanzbereich zu unterstützen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, so Matthias Hübner, Partner und Fintech-Experte bei Oliver Wyman, über die Kooperation mit Frankfurt Main Finance.

Financial Centre Report

Building Bridges – Frankfurt and Europe after Brexit. Der neue Standortbericht von Frankfurt Main Finance

Building Bridges – Frankfurt and Europe after Brexit, so lautet der Titel des aktuellen Finanzstandortberichts von Frankfurt Main Finance. Die ausschließlich in englischer Sprache verfügbare Publikation, widmet sich in ihrem ersten Teil den Facetten des Finanzplatzes. Gestaltet wie ein Magazin präsentiert sich die Mainmetropole aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt in lesefreundlicher Weise, was diese Stadt stark macht, welche Besonderheiten sie auszeichnen.

Der zweite Teil des Berichts, „Insights“, analysiert detailliert und kenntnisreich volkswirtschaftliche Fragen und wirft einen kritischen Blick auf die Chancen, die sich dem Finanzplatz nach dem britischen Brexit-Votum bieten.

Den Auftakt zum Standortbericht macht ein Grußwort des Hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir, der bereits die Hauptthemen intoniert. Der Minister erinnert an den Aufstieg Frankfurts zum wichtigsten Finanzzentrum in Kontinentaleuropa. Er weist auf die Vielzahl von Herausforderung hin, der sich die Finanzindustrie heute ausgesetzt sieht. Zu denken sei etwa an die Digitalisierung, die die Branche fordert, sich neu zu erfinden und neu aufzustellen. Die lebhafte FinTech-Szene in der Rhein-Main-Region sei eine Art, die Herausforderungen anzunehmen und offensiv anzugehen.

Die zweite Herausforderung dieser Tage sei es, die Neuausrichtung der europäischen Finanzbranche in der Folge des Brexit zu bewältigen und zukunftsorientiert damit umzugehen. „Building Bridges“, der Titel des Standortberichts hat hier seinen Ursprung. Der Bericht zeigt, wie Frankfurt und die Rhein-Main-Region aus einer kooperativen Grundhaltung heraus dazu beitragen, die europäische Finanzordnung zukunftstauglich zu machen und ihre Leistungsfähigkeit für die Realwirtschaft auch weiterhin sicher zu stellen.

Der vorliegende Bericht von Frankfurt Main Finance wirft Schlaglichter auf den Finanzstandort Frankfurt und eröffnet Einsichten, die in ihrer Gesamtheit ein ebenso eindrucksvolles wie stimmiges Bild ergeben. Nach den launigen und einfühlsamen Seiten des ersten Teils, gibt der zweite Teil klarer, faktenbasierter Analyse Raum. Thematisch bleibt der Blick auf die gleichen Fragen gerichtet, die schon im Magazinteil verhandelt wurden: Was bedeutet der Brexit für Frankfurt, wie ist es um das Verhältnis von Realwirtschaft und Banken bestellt, wie ist es um die ökonomisch so bedeutende Langfrist-Finanzierung bestellt und wie verhält sich die deutsche Wirtschaft zum Brexit?

CFS Index

CFS-Index zeigt gegensätzliche Entwicklung auf

Finanzinstitute begrenzen Stellenabbau und steigern Ertragszuwächse – Dienstleister melden verlangsamte Wachstumsdynamik ihrer Umsätze, Erträge und Investitionen

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt leicht um 0,7 Punkte auf 113,6 Punkte. Der im Ergebnis nahezu unverändert hohe Stand beruht auf gegensätzlichen Entwicklungen: Die Finanzinstitute melden unerwartet hohe Ertragszuwächse, und es werden deutlich weniger Stellen abgebaut. Die Dienstleister hingegen verzeichnen einen stärkeren Umsatz- und Ertragsrückgang, befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau. Das Investitionsvolumen beider Gruppen bleibt auch weiterhin positiv, kann sich jedoch nicht auf den zuvor erreichten Höchstständen halten.
„Die stabilisierte wirtschaftliche Entwicklung der Finanzinstitute äußert sich insbesondere in einer langsam ansteigenden Ertragserwartung bei gleichzeitig stark gestiegenem realisiertem Ertrag im ersten Quartal. Das ist eine gute Nachricht, denn es kann die Voraussetzung für ein dringend benötigtes Kapitalwachstum der Banken schaffen, und damit die Finanzstabilität erhöhen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die Beurteilung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland erreicht den historisch zweithöchsten Stand

Die schon seit dem Brexit-Votum enorm positiv eingeschätzte zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland liegt im zweiten Quartal 2017 nur knapp unter dem historischen Höchststand des letzten Jahres von 136,8 Punkten. Der entsprechende Wert steigt um 4,0 Punkte auf 135 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Umfrage zeigt sehr klar, dass der aufsteigende Trend intakt ist: Die Finanzbranche sieht eine zunehmende Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt. Das ist ein erfreuliches Ergebnis und Resultat der verstärkten Zusammenarbeit aller relevanten Akteure am Finanzstandort.“

Dienstleister verzeichnen stärkeren Wachstumsrückgang der Umsätze, jedoch auf solidem hohem Niveau

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzbranche ist leicht rückläufig, befindet sich aber auf solidem hohem Niveau. Bei den Finanzinstituten steigt der Sub-Index nur leicht um 0,9 Punkte auf 113,9 Punkte. Die Dienstleister verzeichnen einen stärkeren Rückgang um 4,0 Punkte, stehen aber nach wie vor mit 126,6 Punkten auf einem sehr guten Level. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen einen weiteren Wachstumsrückgang.

Erträge der Finanzinstitute entwickeln sich unerwarteterweise sehr positiv – Dienstleister hingegen verzeichnen einen deutlichen Rückgang

Die befragten Finanzinstitute können ihre Erträge nach der schwachen Entwicklung der letzten Quartale deutlich ausbauen. Der entsprechende Sub-Index steigt unerwarteterweise um 8,0 Punkte auf 112,5 Punkte, im Vorjahresvergleich lag der Sub-Index noch bei 97,9 Punkten. Hingegen melden die Dienstleister einen Rückgang des Ertragswachstums um 5,5 Punkte, befinden sich aber nach wie vor mit 117,9 Punkten auf hohem Niveau. Beide Gruppen, besonders die Finanzinstitute, rechnen mit einem Rückgang für das laufende Quartal.

Deutlich abgeschwächter Stellenabbau bei den Finanzinstituten

Der Trend bei den Finanzinstituten, den Stellenabbau seit Beginn des Jahres zu begrenzen, hält weiter an. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter steigt deutlich um 7,2 Punkte auf 97,6 Punkte, befindet sich somit aber immer noch unter der neutralen Grenze von 100 Punkten. Die Finanzinstitute gehen für das laufende Quartal davon aus, dass sich der Stellenabbau wieder leicht erhöht. Hingegen stellen die Dienstleister nahezu unverändert Mitarbeiter ein. Der entsprechende Sub-Index sinkt um 0,1 Punkte auf 113,6 Punkte. Für das laufende Quartal sind die Dienstleister optimistischer.

Investitionsvolumen weiterhin sehr positiv, kann sich jedoch nicht auf den zuvor erreichten Höchstständen halten

Trotz eines Wachstumsrückgangs befindet sich das Investitionsvolumen in Produkt- und Prozessinnovationen beider Gruppen nach wie vor auf einem guten Niveau. Der Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 2,6 Punkte auf 113,5 Punkte. Der Sub-Index der Dienstleister sinkt deutlicher um 6,1 Punkte auf 111,8 Punkte. Beide Gruppen rechnen für das laufende Quartal mit weiteren Rückgängen.

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung unter rund 400 Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Konferenz zum Comeback Griechenlands und zur Zukunft der Eurozone am 31. Mai

Unter dem Titel „Greece: A comeback to the financial markets – A glimpse into Europe’s financial landscape?” veranstalten die Deutsch-Griechische Handelskammer (AHK) sowie das Wirtschaftsmagazin The Economist am 31.05.2017 in der IHK Frankfurt eine Konferenz zur Zukunft Griechenlands im Kontext regionaler und globaler Entwicklungen.

Für Griechenland wird das Jahr 2017 als entscheidender Meilenstein betrachtet. Werden die Reformen weiterhin erfolgreich sein und damit die Stabilisierung der Wirtschaft gelingen? Kann das Land somit Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum wiedererlangen? Und wann kann diese Rückkehr an die Märkte stattfinden?

Darüber hinaus sollen aber auch regionale und globale Entwicklungen Beachtung finden. In Europa entstanden durch den Brexit, den Aufstieg des Populismus sowie wegweisende Wahlen neue Herausforderungen. Auf der anderen Seite des Atlantiks steht die US Regierung unter genauer Beobachtung der Weltöffentlichkeit.

Die Zukunft der Eurozone, Griechenlands Comeback an den Märkten sowie neue Investmentmöglichkeiten diskutieren unter anderem Pierre Moscovici, europäischer Wirtschaftskommissar, Euclid Tsakalotos, griechischer Finanzminister, und Yannis Stournaras, Präsident der griechischen Nationalbank. Für Frankfurt Main Finance wird Dr. Jochen Biedermann am Panel „Strengthening economic and business ties with Greece“ teilnehmen.

Agenda und Anmeldung finden Sie hier.

FinTechGermany Awards 2017: Fintech-Gründer mit Golden Garage ausgezeichnet

FinTechGermany Awards zum zweiten Mal für sechs vielversprechende Geschäftsmodelle verliehen – Ökosystem in Frankfurt wächst

Im Rahmen des Frankfurt Finance Summit sind am Mittwochabend zum zweiten Mal die FintechGermany Awards verliehen worden. Dabei wurden Start-ups aus sechs Kategorien ausgezeichnet: Im Segment Seed/Early Stage machte Catana Capital das Rennen, Liqid Asset Management hatte im Bereich Late Stage die Nase vorn, und als Gewinner im Growth Stage wurde Raisin mit ihrer Marke Weltsparen ausgezeichnet. Bestes ausländisches Fintech wurde die in Zürich ansässige Centralway Numbrs, den Sonderpreis im Bereich Blockchain erhielt die Berliner Bitbond. In der Kategorie Insurtech wurde Lokalmatador Clark mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Dieser Preis wurde in diesem Jahr wieder von den Business Angels Frankfurt/Rhein-Main, Frankfurt Main Finance und der WM Gruppe, die auch die Börsen-Zeitung herausgibt, vergeben. Alle Start-ups waren mit Gründer und/oder Vorstand im Deutschen Filmmuseum auf der Bühne, um die Preise aus den Händen von Dr. Jens Zinke, Geschäftsführer der WM Gruppe, in Empfang zu nehmen.

Die FintechGermany Awards wurden erstmals im November 2016 anlässlich der Eröffnung des TechQuartiers vergeben. Dieses soll als zentrales Drehkreuz für die Ansiedelung von innovativen Unternehmen in der Region Rhein-Main dienen und hat sich bereits als Treffpunkt für deutsche und internationale Fintechs etabliert. Die damaligen Preisträger waren Scalable Capital, CRX Markets, WebID Solutions und Quantoz. Mit den diesjährigen FinTechGermany Awards wurde die Palette um die Sonderpreise für Insurtech und Blockchain erweitert.

Das von der Bundesregierung als einer von deutschlandweit fünf Knotenpunkten der Digitalisierung („Digital Hubs“) benannte Frankfurt hat in den vergangenen Monaten weiter an Reife und Strahlkraft als wichtiger Bestandteil des Fintech-Ökosystems von Flensburg bis Berchtesgaden gewonnen. Denn während anfangs viele Fintechs von Berlin aus mit auf Privatkunden (B2C) zielenden Geschäftsmodellen ins Rennen gingen, sind inzwischen viele junge Unternehmen auf einen B2B-Kurs umgeschwenkt und suchen verstärkt Kooperationen als Dienstleister von Banken. Damit einhergehend gewinnt die Mainmetropole als Bankenplatz an Attraktivität für Fintechs – selbst aus London wollen sich nun Brexit-bedingt Fintechs in Deutschland ansiedeln, blicken dabei aber in der Regel zuerst nach Berlin.

Skalierbar und exitfähig

Den Gewinnern der FintechGermany Awards soll die Auszeichnung Schwung verleihen bei der weiteren Geschäftsentwicklung. Das Augenmerk bei der Auswahl der Preisträger lag für die Juroren insbesondere darauf, wie gut sich das junge Unternehmen finanzieren lässt, wie leicht das Geschäft skalierbar ist und wie die Perspektiven für einen Exit sind, also für einen Börsengang oder einen Verkauf.

Noch aber sind alle in der „Golden Garage“ damit beschäftigt, zusätzliches Kapital für weiteres Wachstum zu akquirieren. Die im Growth Stage ausgezeichnete Raisin hat seit Gründung 60 Mill. Euro an Eigenkapital eingeworben. Die letzte Finanzierungsrunde der Berliner fand im Januar statt und brachte 30 Mill. Euro ein – eine für deutsche Verhältnisse beachtliche Dimension. Raisin hat als größter deutscher Anbieter in der Depositenvermittlung mehr als 2 Mrd. Euro an Einlagen vermittelt, wobei die Zinsanlagen in der Regel aus dem Ausland stammen.

Mit künstlicher Intelligenz

Die ebenfalls in Berlin ansässige Liqid ist auf digitales Wealth Management spezialisiert, zählt also zu den in Deutschland zahlreichen Robo-Advisern. Allerdings greift das Start-up um Geschäftsführer Christian Schneider-Sickert auf das Vermögensmanagement der Familie Harald Quandt zurück. Zur automatisierten Portfoliosteuerung ist ein zusammen mit den Universitäten in Zürich und St. Gallen entwickelter Algorithmus im Betrieb. Rund 10 Mill. Euro wurden bislang bei Investoren eingesammelt, zuletzt im Februar 4,5 Mill. Euro.

Die im Frankfurter Westend unweit des Palmengartens ansässige Catana Capital sorgte erstmals Mitte 2016 für Aufsehen, als bekannt wurde, dass das Start-up den weltweit ersten Publikumsfonds auflegte, der komplett auf Big Data und künstliche Intelligenz setzt. Eine zweistellige jährliche Rendite unabhängig von den Bewegungen am Aktienmarkt will Geschäftsführer Holger Knauer erzielen. Bei Dax-Produkten kommen dabei Long- und Short-Strategien zum Einsatz.

Mit Centralway Numbrs hat sich im Segment bestes ausländisches Fintech ein Plattformbetreiber für eine Multi-Banking-App durchgesetzt. Norisbank und Postbank zählen zu den Partnern, die ihre Produkte auf Numbrs vertreiben. Bei einer im Februar abgeschlossenen Finanzierungsrunde wurde angeblich eine Bewertung im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielt. Gezeichnet wurden Anteile im Wert von 50 Mill. Euro, Investor ist der Staatsfonds aus Dubai, Investment Corporation of Dubai. Im Gegensatz zur Smartphone-Bank N 26 will Numbrs als Partner und Vertriebsplattform der Banken agieren.

In der Kategorie Blockchain wurde mit Bitbond ein Spezialist für P2P-Kredite ausgezeichnet. Bereits Mitte 2013 gegründet, hatte Bitbond im Herbst 2016 als erstes deutsches Blockchain-Unternehmen eine Lizenz von der BaFin erhalten. Das Besondere: Ausgezahlt werden Kredite in Bitcoin. Knapp 80 000 Nutzer sind registriert, im Februar erhielt Bitbond ein Funding von 1,2 Mill. Euro. Die Jury für den Sonderpreis Blockchain bildeten Philipp Sandner (Frankfurt School of Finance & Management Blockchain Center) und Johannes Clauss (Unternehmer/Investor, CEO, Excon Services).

Blockchain und Insurtech

Der digitale Versicherungsmakler Clark verfügt über eine breite Investorenbasis, zuletzt wurden im Rahmen einer Serie-A-Finanzierung im vergangenen August 13,2 Mill. Euro eingeworben. Da die klassische Assekuranz ihre eigene Digitalisierung nun entschlossen vorantreibt, ist in den vergangenen Monaten reichlich Corporate Venture Capital in den deutschen Insurtech-Sektor geflossen. Marktkenner trauen der von Finleap auf den Weg gebrachten Clark als einem der ersten deutschen Fintechs den Börsengang im neuen Wachstumssegment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse zu. Die Jury für den Sonderpreis Insurtech bildeten Markus Petry (Insurance and Finance, Hochschule RheinMain/Wiesbaden Business School), Simon Nörtersheuser (Insurtech-Investor, Co-CEO, Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH), Mehrdad Piroozram (Unternehmer/Investor, Partner, InsurTech.vc Management GmbH) und Christopher Schmitz (Partner EMEIA Financial Services, EY).

Dieser Artikel wurde am 27. April 2017 auf Seite fünf der Börsen-Zeitung sowie auf deren Webseite veröffentlicht. Der Author ist Björn Godenrath.

Wendepunkte des Brexits: vom Referendum bis zur Ankündigung der Neuwahlen

10 Monate seit dem Brexit-Referendum

Vor 10 Monaten überraschte die Entscheidung  des britischen Referendums für den Austritt aus der Europäischen Union die weltweite Öffentlichkeit. Seitdem ist in der Politik und an den Finanzmärkten deutliche Verunsicherung spürbar, besonders da Entwicklung und Ergebnis der Austritts-Verhandlungen sowie die darauffolgende Reaktion der Finanzmärkte bisher weitestgehend unvorhersehbar sind. Der folgende Beitrag beschäftigt sich daher mit dem Verlauf des Brexit-Prozesses seit dem Referendum und die neue Unsicherheitsdimension durch Theresa Mays Ankündigung der Neuwahlen Anfang der Woche.

Überraschende Entscheidung und Machtwechsel

Am 23. Juni 2016 stimmten die Briten mit einer knappen Mehrheit von 51,9 Prozent für den Austritt aus der Europäischen Union. Am nächsten Tag folgte hierauf ein Einbruch an den Aktienmärkten in Europa und Asien. David Cameron verkündete am 13. Juli seinen Rücktritt, die konservative Politikerin Theresa May, bis dahin Innenministerin, die vor dem Referendum als EU-Befürworterin galt, wurde seine Nachfolgerin und Boris Johnson, Wortführer der Brexit-Kampagne, britischer Außenminister.

Trotz Hindernissen nimmt der harte Brexit Formen an

Am 2. Oktober 2016 kündigte May an, den Austrittsprozess aus der Europäischen Union offiziell Ende März 2017 in Gang zu setzen. Mitte Januar 2017 wurde klar, es wird einen „harten Brexit“ geben, da Großbritannien auch den europäischen Binnenmarkt sowie die Zollunion verlassen wird. Allerdings urteilte das höchste britische Gericht am 24. Januar, dass das Parlament dem Brexit zustimmen müsse.

Parlamentarische Unterstützung und hohe EU-Verbindlichkeiten

Die Europäische Union stellte London am 7. Februar in Aussicht, die milliardenschweren Ausstände Großbritanniens bei der EU nach dem Brexit gelten zu machen. Einen Tag später stimmte das britische Unterhaus dem sogenannten Brexit-Gesetz zu, welches das Ausscheiden Großbritanniens gemäß Artikel 50 des EU-Vertrages ermöglicht. Am 13. März gab dann das Oberhaus seinen Widerstand gegen den Brexit auf, das Brexit-Gesetzt wurde verabschiedet und die schottische Regierung kündigte an, über die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich erneut ein Referendum abzuhalten.

Artikel 50: Der Countdown läuft

Am 14. März 2017 reichte Großbritannien die offizielle Austrittserklärung bei der Europäischen Union in Brüssel ein und eröffnete somit den zweijährigen Zeitraum für die Austrittsverhandlungen, der mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union im März 2019 enden soll. EU-Ratspräsident Donald Tusk legte am 31. März 2017 fest, dass die Verhandlungen in zwei aufeinander folgenden Schritten ablaufen soll, die Bedingungen des Austritts gefolgt von denen der zukünftigen Partnerschaft, und lehnt damit die Forderung Londons nach deren paralleler Verhandlungen ab. Am 5. April legte das Parlament der Europäischen Union mit breiter Mehrheit einen gemeinsamen Standpunkt für die Brexit-Verhandlungen fest. Am Dienstag, 18. April, gelangte der Brexit-Prozess dann erneut an einen Wendepunkt.

Mays Neuwahlforderung: eine neue Unbekannte in den Brexit-Verhandlungen

Premierministerin Theresa May kündigte am 18. April überraschend Neuwahlen des britischen Unterhauses für den 8. Juni an, die sie zuvor wiederholt ausgeschlossen hatte. Die notwendige parlamentarische Zweidrittelmehrheit, von Beobachtern als reine Formsache betrachtet, da sich Labour-Parteichef Jeremy Corbyn ebenfalls für die Neuwahlen aussprach, wurde dementsprechend am 19. April erteilt.

Als Grund für die Neuwahlen gelten die Kritiker des Brexit-Kurses, deren politischem Aufwind in der öffentlichen Debatte durch den erhofft hohen Wahlsieg ein Ende gesetzt werden soll. Die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen bedürfen aus Sicht von May eines stabilen politischen Umfelds. Kritiker, zähe parlamentarische Prozesse und politische Spielchen sollen in den zweijährigen Verhandlungen nicht die Verhandlungsposition Großbritanniens untergraben. Von den Neuwahlen versprechen sich May und die Konservativen Einheit, Geschlossenheit und starke Führung für die britische Regierung. Für das bestmögliche Ergebnis in den Brexit-Verhandlungen braucht May ein starkes Mandat sowie den uneingeschränkten Rückhalt ihrer Partei. Auf beides lassen die Wahlprognosen sie hoffen. 44 Prozent würden aktuell die Konservativen wählen, während die Labour-Partei momentan nur auf 23 Prozent käme. Mays Kontrahenten von der Labour-Partei zeigen sich schwächer denn je. Nur 14 Prozent können sich Corbyn als Premier vorstellen. Die Liberaldemokraten wiederum setzen dennoch große Hoffnungen in die Neuwahlen und verweisen auf die Chance, das Ausscheiden Großbritannien aus dem Binnenmarkt zu verhindern sowie dem Land eine neue Richtung zu geben.

Eine Reihe neuer Unsicherheiten drängen nach der Ankündigung der Neuwahlen in die öffentliche Diskussion. Wird May gemäß den Prognosen, der zu erwartende hohe Sieg gelingen? Wie wird sich diese gestärkte Verhandlungsposition in den Brexit-Verhandlungen niederschlagen: in zusätzlicher Härte, in neuer Kompromissbereitschaft oder gar in höherer Verlässlichkeit und Berechenbarkeit? Durch die Neuwahlen weckt der Brexit-Prozess erneut Verunsicherung. Die ohnehin unabsehbaren Verhandlungen werden durch die verstärkte Unklarheit über Mays zukünftige Rolle um einen weiteren Unsicherheitsfaktor erweitert Die Finanzmärkte reagieren auf die Ankündigung der Neuwahlen dementsprechend uneinheitlich. Während das Pfund-Sterling im Vergleich zu Dollar und Euro zulegte, verzeichnete der Londoner Aktienindex Verluste. Nicht nur Großbritannien, sondern ganz Europa und mit ihm die Finanzmärkte stehen am Scheideweg. Der Frankfurt Finance Summit widmet sich unter dem Motto Europe Reloaded und besonders im Verlauf des ersten Panels „Europe after Brexit“ diesen bedeutenden Fragen.

Frankfurt FinTech Report #6 – FinTech-Sektor nimmt Fahrt auf

Der Märzen brachte dem FinTech-Sektor Rückenwind: Das Bundesministerium für Finanzen gründete den FinTechRat, Accelerator Frankfurt startete zum zweiten Mal ein viermonatiges Intensivprogramm für aufstrebende Startups und die Frankfurt School trug dazu bei, die Branche mit weiteren Talenten zu füttern. Gewürdigt werden vielversprechende FinTechs im April mit dem FinTechGermany Award.

Schnell bewerben: FinTechGermany Award 2017

FinTechs können sich noch bis zum 13. April für den FinTech Germany Award 2017 bewerben. Gemeinsam mit den Business Angels FrankfurtRheinMain und der WM Gruppe (Börsen-Zeitung) verleiht Frankfurt Main Finance am 26. April 2017 den Award in den Kategorien Seed-/ Early Stage, Late Stage, Growth Stage, bestes ausländisches FinTech auf dem deutschen Markt sowie in den diesjährigen Sonderkategorien Blockchain und Insurtech.
Den Bewerbungsbogen und weitere Details zum Award finden Sie auf der Website des FinTechGermany Awards.

Accelerator Frankfurt startet neues Programm

Für FinTechs in der Seed-/ Early Stage ist Accelerator Frankfurt, Partner von Frankfurt Main Finance, der richtige Ansprechpartner. Der Akzelerator fördert junge Start-ups aus aller Welt mit einem viermonatigen Intensivprogramm. Am 27. März starteten acht Start-ups das ab April beginnende Programm. Aus Isreal nehmen „Adjesty“, AdTech-Unternehmen, „Aeroplan“, Insurtech; „Kensee“, „Proptech“ an dem Programm teil. Hinzu kommen die beiden deutschen FinTechs „AsiaFundManager“ und „EcoKraft“, das Cybersecurity-Startup „Norma“ aus Korea, „Smart Mile Solutions“ aus den Niederlanden und das Traveltech-Unternehmen „Travel to Live“ aus Kanada/ Schweden.

Mit der Hilfe von Mentoren und Beratern werden aus vielversprechenden FinTechs, InsureTechs, PropTechs, RegTechs, Start-ups aus der Cybersecurity-Branche und Web-Unternehmen finanzierungsfähige Unternehmen. Startups aus dem Ausland ziehen für die Dauer des Programms in die Büroräume nach Frankfurt. „Das Programm wäre nicht ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Partner möglich, die uns seit unserer Gründung unterstützen“, so Ram Shoham, Gründer von Accelerator Frankfurt.

Bundesministerium für Finanzen gründet FinTechRat

Der Vormarsch digitaler Finanztechnologien beschäftigt auch das Bundesministerium der Finanzen. Um die damit einhergehenden Veränderungen durch Experten begleiten zu  lassen, hat das Ministerium am 22. März 2017 den FinTechRat ins Leben gerufen. Mitglied des FinTechRats ist neben Vertretern von FinTechs, Banken, Versicherungen und Wissenschaftlern auch Tarek Al-Wazir, Minister im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und Mitglied des Präsidiums von Frankfurt Main Finance. Der FinTechRat wird das Ministerium zu Fragen der digitalen Finanztechnologie, insbesondere zu (informations-) technologischen Entwicklungen, ihren Potentialen sowie zu Chancen und Risiken beraten.

FS Start-up Night

Junge Finance Talente und FinTechs, das passt gut zusammen – dachte sich wohl die Frankfurt School of Finance & Management und veranstaltete am 16. März 2017 die erste FS Start-up Night. Sie sollte Recht behalten: mehr als 400 Gäste stürmten den Campus der Frankfurt School, um mehr über die rund 50 anwesenden Startups und FinTechs zu erfahren. Die Veranstaltung startete mit einer Panel-Diskussion über individuelle Wege in Startups. Von ihren Erfahrungen berichteten Chris Bartz, FS Alumnus, CEO und Mitbegründer von Elinvar sowie früherer Venture Partner des FinLeaps; Mark Korzilius, Gründer von Farmers Cut und Vapiano; Michael Koch, Leiter Digital Factory & Online/Mobile Banking bei der Deutschen Bank; Stefan Rühle, CEO und Gründer der Talentschmiede; und Boris Behringer, Director des Porsche Digital Lab in Berlin. Im Anschluss konnten die Studierenden während eines Get-Togethers mehr über Einstiegsmöglichkeiten bei Startups erfahren. „Die Veranstaltung ist eine großartige Möglichkeit, Frankfurt als Startup-und FinTech-Hub zu präsentieren“, so ein Besucher.

Brexit Frankfurt Finance Summit

Brexit: Finanzzentren steht eine neue Realität bevor

Nur sechs Wochen vor dem Brexit Referendum beschrieb Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen, diese politische Entscheidung auf dem Frankfurt Finance Summit 2016 als die wahrscheinlich schwerwiegendste der vergangenen 30 Jahre. „Ich glaube, dass sowohl die EU, als auch das Vereinigte Königreich mit einem Verbleiben Großbritanniens in der EU besser bedient sind“, so Schäuble. „Großbritanniens Verhältnis zu Europa sollte nicht durch eine Splendid Isolation, sondern eine Splendid Integration gekennzeichnet sein.“ Die schlimmsten Befürchtungen des vergangenen Jahres wurden in diesem Jahr Realität. Artikel 50 wurde am 29. März 2017 ausgelöst, die offiziellen Verhandlungen stehen unmittelbar bevor und die Zeit läuft. Den produktiven Dialog darüber zu fördern, wie Europa nach dem Brexit vorankommen kann, ist Ziel des diesjährigen Summits am 26. April in Frankfurt unter dem Motto Europe Reloaded – Challenges for the Financial Sector.

Mit der formellen Austrittserklärung der britischen Regierung tritt der Brexit nun in eine neue und entscheidende Phase. „Der Beginn der Austrittsverhandlungen der Europäischen Union mit dem Vereinigten Königreich steht nun unmittelbar bevor. Damit betreten die Verhandlungspartner Neuland. Wir halten es für wichtig, die Maxime zu beherzigen: Stabilität des Finanzsystems kommt vor dem Einzelinteresse. Beide Seiten werden die Balance finden müssen, einen ungeordneten Bruch zu vermeiden und zugleich die Attraktivität der Mitgliedschaft in der EU erkennbar zu belassen“, so Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V.

Frankfurt Main Finance bedauert auch weiterhin den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und rechnet mit dem Wegfall der Rechte unter dem Passporting. „Der Finanzplatz Frankfurt ist hervorragend aufgestellt, um eine Brückenfunktion für London in die EU zu übernehmen. Als Standort der Europäischen Zentralbank, der europäischen Versicherungsaufsicht, der größten europäischen Börse und dem größten Internet-Knoten für Datentransfer bietet Frankfurt die beste Infrastruktur für europaweit tätige Kreditinstitute und Finanzdienstleister. Mit dem TechQuartier und dem dynamischen, wachsenden Fintech-Ökosystem ist Frankfurt von der Bundesregierung auch als Digital Hub für die Finanzindustrie ausgezeichnet worden. Deshalb rechnen wir weiterhin mit einer Verlagerung von rund 10.000 Arbeitsplätzen über die kommenden Jahre“, sagt Geschäftsführer Väth weiter.

Diese Zahlen sind nicht nur vage Schätzungen. Am 20. März berichtete Väth in der Financial Times, dass es starke Anzeichen dafür gibt, dass drei der fünf größten US Banken sowie auch Schweizer, japanische, koreanische und indische Banken bereits entschieden haben, ihre Geschäftstätigkeit nach Frankfurt zu verlagern oder sich im Entscheidungsprozess befinden. Frankfurt liegt unter den Profiteuren des Brexits eindeutig vorne, steht aber auch nicht alleine unter den europäischen Finanzzentren. Jedes Finanzzentrum zeichnen spezifische Merkmale für die Aufnahme der verschiedenen Funktionen und Geschäftsbereiche aus. Luxemburg und Dublin liegen beispielsweise im Asset Management vorne. Warschaus relativ kostengünstige und gut ausgebildete Talente könnten einen Zuzug der Backoffice-Funktionen begünstigen. Es scheint sicher, dass Geschäftsbereiche aus London verlagert, aber über Europas Finanzzentren verstreut werden.

Wichtige Fragen bleiben noch offen. Wie wird die neue Verteilung der Finanzzentren aussehen? Wird das Euro-Clearing unter die Jurisdiktion der EZB fallen? Und wenn, wer wird diesen 500 Milliarden Euro-Markt gewinnen? Wird die neue European Banking Authority den anderen europäischen Regulierungsfunktionen in Frankfurt zugeordnet? Die Zukunft Europas und seiner Finanzzentren wird Thema der ersten Keynote und Panel Diskussion auf dem Frankfurt Finance Summit 2017.

Brexit Negotiations

Frankfurt Main Finance hofft auf konstruktive Brexit Verhandlungen

Mit der formellen Austrittserklärung der britischen Regierung tritt der Brexit nun in eine neue und entscheidende Phase. Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V, sagt: „Der Beginn der Austrittsverhandlungen der Europäischen Union mit dem Vereinigten Königreich steht nun unmittelbar bevor. Damit betreten die Verhandlungspartner Neuland. Wir halten es für wichtig, die Maxime zu beherzigen: Stabilität des Finanzsystems kommt vor dem Einzelinteresse. Beide Seiten werden die Balance finden müssen, einen ungeordneten Bruch zu vermeiden und zugleich die Attraktivität der Mitgliedschaft in der EU erkennbar zu belassen.“

Frankfurt Main Finance bedauert auch weiterhin den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und rechnet mit dem Wegfall der Rechte unter dem Passporting. „Der Finanzplatz Frankfurt ist hervorragend aufgestellt, um eine Brückenfunktion für London in die EU zu übernehmen. Als Standort der Europäischen Zentralbank, der europäischen Versicherungsaufsicht, der größten europäischen Börse und dem größten Internet-Knoten für Datentransfer bietet Frankfurt die beste Infrastruktur für europaweit tätige Kreditinstitute und Finanzdienstleister. Mit dem TechQuartier und dem dynamischen, wachsenden Fintech-Ökosystem ist Frankfurt von der Bundesregierung auch als Digital Hub für die Finanzindustrie ausgezeichnet worden. Deshalb rechnen wir weiterhin mit einer Verlagerung von rund 10.000 Arbeitsplätzen über die kommenden Jahre“, sagt Geschäftsführer Väth weiter.

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Dr. Ralf Witzler
Frankfurt Main Finance e.V.
Telefon 069 94 41 80 – 50
ralf.witzler[at]fmfinance.de