Global Startup Ecosystem Report: Frankfurter Startup-Ökosystem erobert Top 10

Der Global Startup Ecosystem Report 2018 beinhaltet Einblicke von über 10.000 Gründern und zeigt auf, was es braucht, um ein dynamisches Startup-Ökosystem aufzubauen. Frankfurt gehört nach 2017 zum zweiten Mal zu den führenden 45 Städten für welche detaillierte Daten erfasst wurden. Das Frankfurter Startup Ökosystem erhielt weltweit besondere Anerkennung für die Schaffung eines FinTech-Clusters und wird mehrfach als zukünftiger Knotenpunkt der neuen Tech Ära präsentiert.

„Frankfurt Rhein-Main verbindet die wichtigste Verkehrsdrehscheibe Deutschlands, den bedeutendsten Finanzplatz in Kontinentaleuropa und den größte Internetknoten der Welt mit den richtigen Talenten, weltweit anerkannter Forschung & Lehre und jahrzehntelanger Erfahrung etablierter Unternehmen. Wir freuen uns sehr, dass die intensiven Bemühungen der Region zur Stärkung des FinTech-Standortes so schnell Früchte tragen. Mit dem vom TechQuartier entwickelten Masterplan für die FinTech- und Startup Region Frankfurt Rhein-Main gehen wir nun gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einen Schritt weiter. Die insgesamt 20 im Masterplan definierten Maßnahmen zur Förderung von Ideen, Unternehmen und Innovationen von morgen sind der richtige Schritt, um die positive Entwicklung der Region weiter zu befördern und unsere Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.”  Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Einer der Schlüssel zum Erfolg Frankfurts ist laut den Autoren des Berichts die klare Fokussierung auf FinTech. “Frankfurt hat die höchste (zusammen mit einem anderen Ökosystem) Konzentration an Startups in einem bestimmten Teilsektor in den fast 100 Ökosystemen weltweit”, heißt es in dem Bericht. Außerdem flossen gleichzeitig zwischen 2012 und 2017 mehr als 50% der lokalen VC-Investitionen in FinTech-Startups.

„Frankfurt hat eine relativ hohe Anzahl von Startups im B2B-Bereich. Für die FinTech-Branche ergibt sich daraus eine Nähe zu Aufsichtsbehörden und Banken, welche oft in Partnerschaften resultiert. Das Frankfurter Ökosystem bietet beste Voraussetzungen für den Start und das Wachstum eines FinTech-Unternehmens u.a. dank Zugang zu erfahrenen Mitarbeitern und Investoren. Wir sehen FinTechs als Partner zur Innovation unseres Unternehmens und nicht als Wettbewerber”, sagt Swen Moellmann, Head of Digital Strategy & Innovation bei ING-DiBa.

Diese große Konzentration von Finanzexpertise, Banken und FinTech-Startups und die enge Zusammenarbeit der Startups untereinander, führt zu Platz 7 weltweit im Indikator „sense of community“.

„In den letzten zwei Jahren hat sich die Startup Szene in Frankfurt und der Rhein-Main Region rasant entwickelt. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist das hervorragende Zusammenspiel der Akteure am Finanzplatz Frankfurt. Das werden wir fortsetzen und so das Potential der Region noch besser nutzen“ sagt Thomas Groß, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Helaba.

Global Startup Ecosystem Report. Quelle: TechQuartier Frankfurt

Quelle: TechQuartier Frankfurt

Während der Global Startup Ecosystem Report einen Überblick gibt, wie Frankfurt im Vergleich zu anderen Ökosystemen weltweit abschneidet, ist zusätzlich eine ausführlichere Studie in Arbeit. Diese wird sich insbesondere auf wachstumsstarke Startups (oder Scaleups) konzentrieren und Frankfurt mit anderen führenden Ökosystemen in Asien und Nordamerika vergleichen. Die Ergebnisse dieser Studie werden im Rahmen einer Pressekonferenz im TechQuartier am 12. Juni 2018 vorgestellt.

Zeitgleich mit der Veröffentlichung des Global Startup Ecosystem Report wird das TechQuartier mit der Plattform TechObserver online gehen, um den Erfolgsbeispielen der Region eine Bühne zu bieten. Die Website wird Daten zu Startups, Talenten, Finanzierungsmöglichkeiten und anderen Erfolgsfaktoren des Ökosystems visualisieren, Erfolgsgeschichten präsentieren und lokale Akteure und Initiativen vorstellen. Die Initiative wird vom Hessischen Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung unterstützt.

 

Quellen: Pressemeldung TechQuartier und Wirtschaftsförderung Frankfurt

Den vollständigen Global Startup Ecosystem Report finden Sie hier.

CFS Index_April 2018_Centre for Financial Studies

CFS-Index kann Rekordstand vom Vorquartal nicht halten

Umsatz- und Ertragszuwächse sinken, befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau / Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau wieder Mitarbeiter ein / Investitionsvolumen stabil

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, fällt im ersten Quartal 2018 um 3,4 Punkte, befindet sich mit 116,7 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Der Rückgang lässt sich auf eine schwächere Entwicklung der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens sowie auf eine verminderte Ertragskraft, eher bei den Dienstleistern als bei den Finanzinstituten, zurückführen. Diese Entwicklung bestätigt somit die Prognose der Dienstleister aus dem vorangegangenen Quartal, das Rekordwachstum vom vierten Quartal 2017 nicht halten zu können. Andererseits befinden sich die Mitarbeiterzahlen der Finanzbranche im Aufwärtstrend. Die Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau erstmalig wieder Mitarbeiter ein. Auch das Investitionsvolumen der Finanzbranche bleibt stabil auf einem hohen Niveau.
„Der Gesamtindex folgt eng der rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Bei den Mitarbeitern zeigt sich dagegen ein positiver Trend. Erstmals seit langem überwiegen bei den Banken die Optimisten, wie es bei den Dienstleistern schon lange Zeit zu beobachten war. Zusammengenommen spricht dies für positive längerfristige Erwartungen in der Finanzindustrie“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird weiterhin sehr positiv beurteilt, jedoch hat sich diese Einschätzung leicht abgeschwächt.

Mit einem Rückgang um 4,1 Punkte auf 131,8 Punkte liegt der Unternehmensstandort-Index, der die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland bewertet, leicht unter den enorm hohen Werten der letzten Quartale.

„Die Bedeutung des Finanzplatzes wird wachsen, das sehen die Marktteilnehmer, wenn auch in etwas verringertem Maße. Der Wettbewerb nach dem Brexit-Referendum hat sich verschärft. Unseren Vorsprung zu verteidigen, erfordert nun stärkere Anstrengungen.“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Nach einem enorm starken Vorquartal sinken Umsätze und Erträge wieder, befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau

Nach einem außergewöhnlich starken vierten Quartal 2017 können die befragten Finanzinstitute und Dienstleister das enorme Wachstum ihrer Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens nicht weiter halten. Der entsprechende Sub-Index sinkt bei den Finanzinstituten um 4,1 Punkte auf 118,6 Punkte und bei den Dienstleistern sogar um 16,2 Punkte auf 121,3 Punkte. Die Finanzinstitute erwarten auch für das laufende Quartal einen weiteren leichten Rückgang, die Dienstleister hingegen wieder einen leichten Anstieg.

Auch das Ertragswachstum beider Gruppen entwickelt sich rückläufig, bleibt jedoch auf einem hohen Stand. Der entsprechende Sub-Index sinkt bei den Finanzinstituten um 2,8 Punkte auf 111,1 Punkte, für das laufende Quartal wird jedoch wieder mit einem Anstieg gerechnet. Bei den Dienstleistern ist mit -11,4 Punkten auf 122,2 Punkte ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen, und es wird ein weiterer Rückgang für das laufende Quartal erwartet.

Investitionsvolumen nahezu unverändert auf hohem Niveau

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute steigt leicht um 1,0 Punkte auf 114,8 Punkte, und es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Bei den Dienstleistern sinkt der entsprechende Sub-Index leicht um 1,3 Punkte auf 112,6 Punkte. Hier wird allerdings mit einem leichten Anstieg im laufenden Quartal gerechnet.

Mitarbeiterzahlen der Finanzbranche im Aufwärtstrend / Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau wieder Mitarbeiter ein

Nach dem anhaltenden Stellenabbau der letzten Quartale melden die Finanzinstitute erstmalig wieder einen Mitarbeiterzuwachs. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter steigt um 4,0 Punkte auf 102,6 Punkte. Es wird jedoch erwartet, dieses Niveau im laufenden Quartal nicht ganz halten zu können. Auch die Entwicklung bei den Dienstleistern ist positiv, es werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Der Sub-Index steigt um 6,2 Punkte auf 123,0 Punkte. Für das laufende Quartal wird mit einem leicht abgeschwächten Mitarbeiterzuwachs gerechnet.

CFS-Umfrage: Deutsche Finanzbranche erwartet weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China

Die USA haben beschlossen, Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte vor allem aus China zu erheben. China ist wiederum kaum bereit einzulenken und Zugeständnisse zu machen. Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies erwartet die deutsche Finanzbranche mehrheitlich, dass der Handelsstreit zwischen den beiden Staaten weiter eskalieren wird. Darin sind sich 75% der Befragten einig.

Die EU und andere Staaten sind von dem Handelsstreit vorläufig noch nicht direkt betroffen. Allerdings könnten die US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus China dazu führen, dass chinesische Überkapazitäten in diesen Produkten stärker in andere Regionen, wie die EU, drängen. Bei der Frage, ob es dazu kommen kann, dass die EU über kurz oder lang ebenfalls ihre Zölle auf Importe aus China anheben muss, ist die Finanzbranche zweigeteilt. Während 46% diese Entwicklung durchaus für wahrscheinlich halten, wird sie von 45% als unwahrscheinlich und von 5% als sehr unwahrscheinlich erachtet.

„Die Umfrage verdeutlicht die hohe Unsicherheit der Marktteilnehmer mit Blick auf die künftige Entwicklung des Handelsstreits und den möglichen Konsequenzen für Europa. Ich gehe daher davon aus, dass die Volatilität auf den europäischen Aktienmärkten steigen wird“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.
Auch der EU stehen schwierige Verhandlungen mit den USA bevor, in denen voraussichtlich die bisherige Zollstruktur der EU insgesamt diskutiert werden wird. Die deutsche Finanzbranche ist sich größtenteils darüber einig (83%), dass seitens der EU bei zukünftigen Verhandlungen mit den USA Zugeständnisse gemacht werden müssen (z.B. durch geringere Importzölle auf andere US-Produkte), um Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU definitiv zu verhindern.

„Ich glaube, dass die Handelspolitik der Trump-Administration das Potenzial hat, die Architektur der europäischen Zollunion deutlich zu verändern, da Europa erhebliche Zugeständnisse an die USA machen muss.“, so Brühl weiter. „ Letztlich wird man nicht daran vorbeikommen, die transatlantischen Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU neu zu gestalten.“
Angesichts der aktuellen Entwicklungen sind 55% der Befragten der Meinung, man solle die Verhandlungen über ein transatlantisches Handelsabkommen (TTIP) wieder aufnehmen, um den Handel zwischen den USA und der EU auf eine neue Grundlage zu stellen. 39% hingegen sprechen sich gegen eine Wiederaufnahme der TTIP-Verhandlungen aus.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Handelskriege sind Gift für die Wirtschaft. Die Unsicherheit und die gestiegenen Risiken sorgen für Zurückhaltung.“

ReInvent Eröffnungsfeier

Neue Antworten auf die Herausforderungen der Digitalisierung

Frankfurt am Main ist Sitz des ersten Legal Innovation Hub in Kontinentaleuropa. Am 12. April2018 wurde ReInvent eröffnet, die Denkfabrik für neue juristische Lösungen und digitale Produkte in der Hanauer Landstraße im Osten der Main-Metrople. Hier soll ein Ökosystem für Branchenexperten der Rechtsindustrie geschaffen und Austausch von Ideen ermöglicht werden.

Die Herausforderungen der Branche sind enorm. Die Verbindung von Startup-Mentalität und Innovationskultur einerseits mit fundiertem Know-how andererseits, wie sie sich ReInvent vorgenommen hat, soll wichtige Impulse zur Zukunftsfähigkeit der Branche und der Unternehmen, die zunehmend auf Rechtsexpertise angewiesen sind, beisteuern.

Betont wurde bei der Feier zur Eröffnung die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft insgesamt sowie der Rechtsindustrie und die daraus resultierenden Konsequenzen. Steigender Kostendruck und rapide technologische Neuerungen erzeugen gerade in großen Anwaltskanzleien neuen Handlungsbedarf. Die Herausforderungen anzunehmen und zusammen mit den Mitgliedern an Lösungsansätzen und Produkten zu arbeiten, zählt zu den Hauptaufgaben von ReInvent.

Ein Netzwerk aus Spezialisten und Investoren soll somit entstehen, Mitglieder sollen vom Know-How des Hubs profitieren. „Entscheidend ist, dass wir zum ersten Mal alle relevanten Parteien an einen Tisch bringen, um die heutigen Potenziale der Digitalisierung für die Rechtswissenschaft in konkrete Lösungen zu überführen. Wenn Aufgaben zunehmend von Tools und Algorithmen erledigt werden, wollen wir die Freiräume des Legal Innovation Hub nutzen, um die Rechtsberatung auf der qualitativen Ebene voranzubringen. Frankfurt hat das Potenzial, ein aktives Ecosystem im Bereich Legal Tech in Europa zu schaffen. Wie sind hier, um endlich Worte in Taten umzusetzen“, betont Daniel von Devivere, Managing Director von ReInvent.

Neben Baker McKenzie als multinationale Kanzlei, den Rechtsabteilungen führender Industrieunternehmen wie Bosch, Daimler und ZF sowie Wolters Kluwer als Wissensdienstleister ziehen drei Legal Tech-Unternehmen, nämlich Bryter, Lexemo und Streamlaw in den Legal Innovation Hub ein. „Mit ReInvent wollen wir eine Atmosphäre des Teilens erzeugen, denn teilen von Wissen ist der Katalysator für Innovationen, wie wir es schon im Silicon Valley beobachten können“, sagte Dr. Matthias Scholz, Managing Partner von Baker McKenzie Deutschland & Österreich auf der Eröffnungsfeier. Tarek Al-Wazir lobt vorab die Entscheidung Frankfurt als Standort gewählt zu haben, denn mit ReInvent Law habe die Region Frankfurt Rhein-Main einen positiven Schritt getan, sich als führender Standort für die digitale Ökonomie zu etablieren, so der Hessische Wirtschaftsminister.

 

Von Phuong Nguyen.

Blick auf die Hessentagsstadt 2018 Korbach_Bild: Pressestelle Hessentag 2018 Korbach

Hessentag 2018 ist ein Fest für die ganze Familie

Vor der eindrucksvollen Kulisse der Hansestadt Korbach findet in diesem Jahr der Hessentag statt. Etwa zwei Stunden benötigt man mit dem Auto von den Frankfurter Bankentürmen bis zur historischen Stadtmauer Korbachs in Nordhessen. Ein perfektes Ziel für einen Ausflug mit der ganzen Familie. Die Besucher erwartet vom 25.Mai bis zum 3.Juni ein Programm mit mehr als 800 Veranstaltungen.

„Sympathisch, bunt, goldrichtig!“ – so lautet das Motto des 58. Hessentages. Die Stadt Korbach, während des Hessentages vorübergehend Hessens heimliche Hauptstadt, freut sich auf rund 700.000 Besucher aus dem ganzen Land, aber auch aus den angrenzenden Bundesländern. Vereine und Verbände präsentieren sich bei zahlreichen Veranstaltungen. Auf der Hessentagsstraße, in der Landesausstellung und auf anderen Flächen gibt es Tag für Tag Spannendes, Schönes, Interessantes, Neues oder Altbekanntes für alle Generationen. Musik, Kunst und Theater runden die vielseitigen Angebote ab. Beim überwiegenden Teil der Veranstaltungen haben die Besucher sogar freien Eintritt, die größeren Konzerte sind jedoch kostenpflichtig. Das musikalische Angebot ist breit gefächert: Mit dabei sind Sunrise Avenue, Revolverheld, Mando Diao, Santiano, Adel Tawil, CRO, Wolfgang Niedeckens BAP, Ulla Meinecke & Band, Culcha Candela, das Nockalm Quintett und die Big Band der Bundeswehr.

Für Partygänger veranstaltet die Stadt unter dem Motto „Licht aus, Neon an – Let’s Glow Crazy“ eine Party der besonderen Art im großen Festzelt des Hessentages. Mit dabei sind „Alle Farben“, „Stereoact“ und „Gestört aber Geil“. Dass Bach und Breakdance zusammenpassen, werden schon am Auftaktabend des Hessentages die vierfachen Breakdance-Weltmeister Flying Steps mit ihrer Show „Red Bull Flying Bach“ beweisen. Die Herzen von vielen Teenagern werden höherschlagen, wenn sie die musikalischen Zwillinge „Die Lochis“ hautnah erleben. Beim „Feuerwerk der Turnkunst – Die Bühnenshow“ halten nicht nur Akrobatik-Freunde vor Spannung die Luft an.

Theaterfreunde jeden Alters kommen auf der Freilichtbühne im Schießhagen in der Korbacher Altstadt auf ihre Kosten: „Meister Eder und sein Pumuckl“ bringen die Laienspieler der Freilichtbühne Korbach e.V. dort ebenso auf die Bühne wie die Komödie „Die Verführung des Casanova“. Im Weindorf wird unter anderem Christian Durstewitz auftreten. Die Projektgruppe „European Jazz School“ gastiert mit internationalen Musikstudenten.

 

Quelle: Hessentag 2018

Hubertus Väth: Warum ich an der „10.000“ festhalte

Als Volkswirt berechnet man viele Zahlen in seinem Leben. Als Kommunikator lernt man, sie als Träger von Botschaften schätzen. Noch keine „meiner“ Zahlen hat die Gemüter und Medien so bewegt, wie die Prognose vom „Morgen danach“. 10.000 – Wochen zuvor errechnet für den Fall der Fälle, am Tag nach dem Brexit-Referendum veröffentlicht und in die Welt getragen, wandert seither diese Zahl durch die Medienlandschaft.

10.000 Jobs könnten es werden, die es nach Frankfurt verschlägt, wenn… (und dann folgten zahlreiche Bedingungen). 20.000 bis 25.000 Jobs könnte die Londoner City insgesamt verlieren. Nicht wirklich viel, beschäftigt der Finanzplatz London doch 700.000, erheblich aber für Frankfurt.

Die Zahl war eine Botschaft: Viel für Frankfurt, wenig für London. Es war eine weite Definition, umfasste also alle Unterstützungsindustrien. Auch war die Zahl an Bedingungen geknüpft: Der Brexit kommt, das Passporting fällt, die EBA kommt und das Euro-Clearing wird nicht in London bleiben, die Verlagerung wird sich mehr als fünf Jahre erstrecken und – sie sei brutto, also ohne Berücksichtigung etwaiger Verluste von Arbeitsplätzen am Standort in Frankfurt.

Man sieht: Alle zentralen Diskussionsfelder bis heute wurden bereits am „Morgen danach“ aufgezeigt. Doch im Scheinwerferlicht stand nur sie, die Eine. Die Zahl. Zu Komplex die Materie, zu schön ihre Rundung.

Seither tritt sie in rund 90 Ländern auf. Sie ist zu hören, zu sehen, zu lesen. Journalisten aus aller Welt pilgerten in die schöne Stadt am Main mit den großen Selbstzweifeln, um sich zu überzeugen. Mit mehr als 800 von ihnen habe ich bis heute gesprochen.

Frankfurt als großer Gewinner des Brexit? Die Zweifler waren nicht weit. Es gibt keine Schulen, keine Büros, keine Wohnungen. Selbst am Essen und der Bierversorgung, ja an der Qualität des am Ort erhältlichen Kaffees wurde rumgemäkelt und der Kulturlandschaft ein Armutszeugnis ausgestellt. Das Image sei verheerend, wussten Münchner, Düsseldorfer, Kölner, Hamburger und Berliner einträchtig zu berichten, und die Londoner wie auch die Konkurrenten um Londoner Arbeitsplätze aus Paris, Dublin und andernorts zitierten es genüsslich.

Es werden maximal 2.000 bis 3.000 Jobs hieß es hinter vorgehaltener Hand. Eine Prognose, die man am gleichen Ort seither mehrfach erhöhte. Die Frankfurt School of Finance & Management sah 20.000 Banker von jenseits des Kanals im Anmarsch. Dagegen hielten vermeintlich Besonnene jegliche Prognose für unseriös (Das Who is Who der Beraterszene tat jedoch genau das in London: prognostizieren. Aber in Frankfurt war man seriös, jawohl!) Rund 15 Monate später wusste die gleiche Quelle dann allerdings von 5.000 Arbeitsplätzen netto zu berichten. Man prognostizierte nun also Zustrom aus London und Arbeitsplatzverlust in Frankfurt zugleich. Allen Nachfragen zum Trotz, können wir bis heute die beiden Komponenten dieser Zahl nicht herausfinden.

Schon früh sprang uns die Helaba zur Seite. Die stets vielbeachtete, jährliche und im Gegensatz zu uns als Lobbyverein (abschätziger geht es nicht mehr) stets als seriös bezeichnete Studie zur Lage des Finanzplatzes kam 2016 auf 7.000 Londoner Jobs, um ein Jahr später, 2017, sogar 8.000 als Untergrenze zu sehen.

Kaum waren die ersten Namen der sich zum Standort bekennenden Finanz-Häuser bekannt, und kaum war durch Vorstandswort öffentlich geworden, dass in der Deutschen Bank in London im schlimmsten Fall bis zu 4.000 Arbeitsplätze auf dem Prüfstand stehen, schon wollte man, dass wir die Zahl erhöhen. Kaum war die Entscheidung zur Verlagerung der EBA zugunsten von Paris gefallen, wähnten viele Frankfurt auf der Verliererstraße.

Nein, wir blieben und bleiben bei den 10.000. Sind wir nicht lernfähig? Doch, sind wir, aber wer vor-denkt, braucht nicht nach-legen: Genaues darüber, wie der Brexit aussehen wird, weiß man bis heute nicht. Obwohl mittlerweile vieles klarer ist als vor Monaten: Der Brexit wird kommen. Das kann als sehr sicher gelten. Eine Übergangsfrist von 21 Monaten wurde eingeräumt. Die Fünf-Jahresfrist, in der sich die von uns prognostizierten 10.000 Arbeitsplätze nach Frankfurt verlagern sollten, haben sich als weitsichtig erwiesen, ebenso wie die These, dass das Euro-Clearing zum Thema werden und entscheidend für das Ergebnis sein wird.

Ja, wir sind unbeirrt, denn auch 21 Monate nach dem Referendum ist unser Szenario intakt. Die Übergangsfrist ist nicht verlängerbar. Der Exit vom Brexit, den manche zu sehen glauben, wird sich als Fata Morgana erweisen. Nur die EBA ist nicht gekommen, und damit haben wir die perfekte Entschuldigung, wenn es nicht ganz für 10.000 reicht.

Und noch eines: Chancen kann man nutzen oder eben auch nicht. 10.000 sind für den Finanzplatz Frankfurt absolut möglich. Wenn wir sie nicht erreichen, muss die Frage lauten: Warum sind sie nicht gekommen? Für besser halten wir, jetzt die Frage zu stellen: Was müssen wir noch tun, um sie zu erreichen? Einiges! Die 10.000 sind weiterhin machbar. Weil viele sehr still, sehr viel Gutes getan haben. Wenn man den Mitteleinsatz betrachtet (bescheiden), mit dem das Bisherige erreicht wurde, ist das Resultat sensationell. Frankfurterisch halt.

Der Gastbeitrag wurde erst im täglichen Newsletter von Finanz-Szene.de veröffentlicht.