Hessen Jahresbericht HA Hessen Agentur

„Weltoffenheit, Lebensqualität und kulturelle Tradition“

Die HA Hessen Agentur hat ihren aktuellen Jahresbericht veröffentlicht

„Unser Bundesland zählt zu den Spitzenreitern in Technologie, Forschung und Entwicklung; seine Unternehmen sich exportfreudig und innovationsstark, die Fachkräfte hervorragend ausgebildet und motiviert, Verkehrs- und Datennetze erstklassig und die Beschäftigung ist auf Rekordniveau“, kommentiert Tarek Al-Wazir, Hessicher Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, den aktuellen Jahresbericht der HA Hessen Agentur. Zudem seien es vor allem die weichen Standortfaktoren „Weltoffenheit, Lebensqualität und kulturelle Tradition“, die ausländische Investoren vom Standort Hessen überzeugen.

Im ihrem aktuellen Jahresbericht zieht die HA Hessen Agentur GmbH gemeinsam mit ihren beiden Tochterunternehmen, der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) und der HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (HA SEG) Bilanz über ihre Aktivitäten in den Jahren 2016 und 2017. Der Jahresbericht vermittelt einen Einblick in die Projekte, mit denen das Land sein Profil schärf und Zukunftsthemen vorantreibt. Ein Highlight des aktuellen Berichts ist ein Gespräch zwischen Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Finanzminister, und Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance, zum Thema „Brexit als Herausforderung und Chance für Hessen“.

Schließlich stehen im Fokus von HTAI vor allem die Herausforderungen und Chancen, die der britische Austritt aus der Europäischen Union für Hessen mit sich bringt. Der Präsident von Frankfurt Main Finance, Dr. Lutz Raettig, und Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Finanzminister, diskutieren im aktuellen Jahresbericht die Veränderungen, die der Brexit für das Bundesland im Herzen von Hessen birgt. „Für die Unternehmen der Finanzindustrie gilt es, die Chancen, die im Brexit liegen, zu identifizieren und dann zu nutzen“, sagt Dr. Lutz Raettig. „Der Brexit schafft eine Umbruch-Situation. In jedem Umbruch liegen auch Chancen.“ Das vollständige Interview lesen Sie im aktuellen Jahresbericht 2016/17!

Seit 2013 mehr als 750 Neuansiedlungen internationaler Investoren in Hessen

Hessen Trade & Invest verbindet die Förderung von Zukunftstechnologien und Innovationen mit dem Ausbau internationaler Kontakte und Partnerschaften. In hessischen Wirtschafts- und Wissenschaftszentren wie Frankfurt, Kassel, Darmstadt, Wiesbaden, Gießen und Marburg, aber auch in vielen hessischen Städten in den ländlichen Regionen, entstehen und wachsen Unternehmen, die für den Anschluss an die Top-Positionen der Wirtschaft stehen, so der Bericht. Seit 2013 verzeichnet HTAI mehr als 750 Neuansiedlungen internationaler Investoren in Hessen.

Weitere Highlights des Jahresberichts sind:

DFB-Pokal erobert die Hauptbühne beim BigCityBeats WORLD CLUB DOME

BigCityBeats, die Marke, die mit dem WORLD CLUB DOME Zero Gravity als erster Club der Welt in der Schwerelosigkeit Musikgeschichte schrieb und bereits mehr als eine Milliarde Menschen erreichte, feiert seit sechs Jahren auch in der Frankfurter Commerzbank-Arena gigantische Erfolge. Mit dem BigCityBeats WORLD CLUB DOME verwandelt sich die Heimspielstätte der Frankfurter Eintracht jeweils im Juni für drei Tage in den „größten Club der Welt“. 2018 tanzten in der Bankenmetropole 160.000 Fans aus 70 Ländern zu den Beats der besten DJs unserer Zeit.


Gefeiert wurde im Mai dieses Jahres bei Eintracht Frankfurt auch aus einem anderen Grund. Der traditionsreiche Fußball-Club vom Main hatte das Finale um den DFB-Pokal gewonnen und damit ein kleines Fußballwunder geschafft. Grund genug, eine Verbindung zwischen Frankfurter Dance- und Fußball-Club zu kreieren! Und so flogen Eintracht Frankfurt-Präsident Peter Fischer und BigCityBeats-Geschäftsführer Bernd Breiter den DFB-Pokal gemeinsam mit dem Helikopter in die CommerzbankArena. Mehr als 50.000 elektronische Musikfans feierten auf dem Mainfloor im Stadion den Pokal und die Helden, die ihn geholt hatten.

Stadtrat Markus Frank, Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr der Stadt Frankfurt am Main: „Als Schirmherr des BigCityBeats WORLD CLUB DOME und Dezernent für Sport der Stadt Frankfurt bin ich glücklich, dass die beiden größten ‚Clubs’ aus Frankfurt so erfolgreich sind und sich jetzt auch noch auf diese Weise verbunden haben. Der ‚größte Club der Welt’ in der Frankfurter Commerzbank-Arena ist international zum Markenzeichen geworden. Spätestens mit dem Sieg des DFB-Pokals wurde auch die Frankfurter Eintracht zum internationalen Markenzeichen. Ein ganz großes Dankeschön im Namen der Stadt Frankfurt am Main an das Frankfurter Familienunternehmen von Carina und Bernd Breiter sowie unseren Fußball-Club: die BigCityBeats GmbH und Eintracht Frankfurt sind Frankfurt-Botschafter par Excellence.“

Bernd Breiter, Geschäftsführer BigCityBeats GmbH: „Es war ein unglaubliches Gefühl, den DFB-Pokal in den Händen zu halten und gemeinsam mit Peter Fischer den über 50.000 elektronischen Musikfans aus 70 Ländern zu präsentieren. Mögen Sport und Kultur doch so unterschiedlich sein, das ausgelassene Feiern verbindet sie. Musik und Fußball setzten jeweils für sich schon eine gigantische Energie frei. Was aber entstehen kann, wenn sich beides miteinander verbindet, durften wir beim WORLD CLUB DOME in Frankfurt miterleben. Danke Eintracht Frankfurt für diese Möglichkeit!“

Peter Fischer, Präsident Eintracht Frankfurt: „Einmal auf der Hauptbühne des ,größten Clubs der Welt’ stehen und das auch noch mit dem DFB-Pokal in den Händen. Auch wenn wir von Eintracht Frankfurt einige Jahre warten mussten, bis wir wieder einen Titel gewinnen konnten, das Feiern haben wir nicht verlernt. Und beim WORLD CLUB DOME vor einem so internationalen Publikum den DFB-Pokal und unser Team zu präsentieren, trägt dazu bei, Eintracht Frankfurt weltweit noch bekannter zu machen.“

Axel Hellmann, Vorstandsmitglied Eintracht Frankfurt: „Der BigCityBeats WORLD CLUB DOME und Eintracht Frankfurt sind zwei Erfolgsgeschichten aus Frankfurt. Der ,größte Club der Welt’ hat im Kulturbereich eine immense Bedeutung für die Stadt und bringt viele musikinteressierte Menschen hierher. Vielleicht konnten wir einige davon auch für Eintracht Frankfurt begeistern.“

Jetzt gibt es diesen emotionalen Moment – passend zur Fußball-WM – unter folgenden Link noch einmal auf Video.

Quelle: BigCityBeats

Frankfurt Main Finance begrüßt weitere Bank am Finanzplatz – Chinesische CICC kommt nach Frankfurt

Die China International Capital Corporation Limited (CICC, Stock code: 3908 HK) hat sich für den Finanzplatz Frankfurt als Unternehmenssitz in Kontinentaleuropa entschieden. Die in Peking beheimatete Investmentbank ist seit 2015 an der Hong Kong Stock Exchange notiert. Mit der CICC haben sich seit dem Brexit-Referendum vor gut zwei Jahren mehr als 24 Banken entschlossen, ihr Geschäft oder Teile davon nach Frankfurt zu verlagern.

„Wir freuen uns sehr über die Standortwahl der CICC“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. „Mit der CICC ist nun auch die führende Investmentbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt am Finanzplatz Frankfurt vertreten. Wir sehen das als Beleg für die Qualität der Region Rhein-Main. Die Entscheidung der CICC zeigt, dass die Anziehungskraft Frankfurts auch auf Asien ausstrahlt, eine Region, deren Bedeutung beeindruckend gewachsen ist und weiterhin wächst“, so Väth.

Erst jüngst hatte die chinesische Bank Essence Securities sich für den Standort Frankfurt entschieden. In diesem, wie auch im Fall der CICC, war die in Frankfurt ansässige China Europe International Exchange (CEINEX) ein wesentliches Argument bei der Standortwahl. Für den Co-Vorstandsvorsitzenden der CEINEX Dr. CHEN Han eine klare Sache.

„Wir sind nach Frankfurt gekommen, weil wir davon überzeugt sind, dass es der führende Finanzplatz der Eurozone werden wird. Frankfurt ist das ideale Sprungbrett für alle chinesischen Finanzinstitute, die sich in Europa etablieren oder ihre Marktpräsenz ausbauen wollen“, sagt Dr. CHEN. „Wir sind erfreut, dass wir unterstützen konnten, ein so bedeutendes Institut wie die CICC für Frankfurt zu gewinnen.“


Über Frankfurt Main Finance

Frankfurt Main Finance ist die Stimme des Finanzplatzes Frankfurt Rhein-Main. Zu den mehr als 50 Mitgliedern zählen neben dem Land Hessen die Städte Frankfurt am Main und Eschborn, zahlreiche namhafte Finanzmarktakteure (Banken, Versicherungen, die Börse) und ihre Dienstleister sowie private und öffentliche Hochschulen. Sie alle bringen mit ihrer Mitgliedschaft ihre enge Verbundenheit mit dem Finanzplatz sowie ihren Willen zum Ausdruck, Frankfurt am Main als nationales und internationales Finanzzentrum ersten Ranges zu positionieren. Mehr zur Finanzplatzinitiative sowie ihren Mitgliedern auf www.frankfurt-main-finance.com.

Twitter | LinkedIn | Facebook


Über die China Europe International Exchange AG (CEINEX)

Die CEINEX mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein Joint Venture der Shanghai Stock Exchange, der Gruppe Deutsche Börse und der China Financial Futures Exchange. Als erster Marktplatz für Renminbi (RMB)-bezogene und China-bezogene Anlageprodukte im chinesischen Offshore-Markt fungiert sie als einzigartige Brücke zwischen den chinesischen und den internationalen Finanzmärkten. CEINEX stellt zuverlässige Offshore-RMB- und China-bezogenen Finanzinstrumente für Investoren bereit, um die Internationalisierung des RMB zu fördern.

Twitter | LinkedIn | Facebook

Green and Sustainable Finance Cluster_ Grüneburgpark Frankfurt

Grüneburgpark wird sommerliches Theater-Wunderland

Wer im Sommer durch den Frankfurter Grüneburgpark schlendert, dem mögen hier und da verschiedene Gruppen auffallen, die von Station zu Station durch den Park spazieren, jeweils angeführt von einer Frau im bunten Kleid und geringelten Kniestrümpfen. Wenn man genau hinschaut, beobachtet man, wie die Frau und ihre Gruppe durch ein Portal eine andere Welt betreten, gemeinsam kniffelige Rätsel lösen und hierfür die quirlige Teerunde eines Hutmachers befragen. Zwischen Sommerwiesen und rauschenden Bäumen lauschen sie später gebannt einem Gedicht in einer Fantasie-Sprache, vorgetragen von der Spitze eines Obelisken und fliehen in der Dunkelheit vor einem Beil schwingenden Metzger.

Vielleicht haben die Teerunde und der Hutmacher bereits ein Glöckchen geläutet: Die Frau im bunten Kleid ist Alice und der Grüneburgpark wird zum Wunderland. Die Gruppen bestehen aus Theaterzuschauern, die ihrer Alice in die fremde Welt folgen und bei einem ausgiebigen Spaziergang durch den Park an ihrer Reise teilhaben, hier und da miträtseln und Alice nach Kräften unterstützen. Dabei werden die unterschiedlichen Stationen aus Lewis Carrolls Roman „Alice im Wunderland“ von 1865 phantasievoll und in einer ganz eigenen Interpretation dargestellt. Manche Szenen erkennt der Leser sofort aus der Romanvorlage wieder, bei anderen haben die Theatermacher Alice Wunderland kreativ weiterentwickelt.

Inszeniert hat die außergewöhnliche Aufführung die Dramatische Bühne. „Alice im Wunderland“ ist eines der bekanntesten Stücke des freien Theaters, das in Frühling, Herbst und Winter in der Exzess-Halle am Ende der Leipziger Straße in Bockenheim auftritt. 1988 wurde die Dramatische Bühne gegründet und seit mittlerweile 19 Jahren geht es im Sommer in den nördlichen Teil des Grüneburgparks. Für knapp 3 Monate ist das gesamte Repertoire des Theaters dort unter freiem Himmel zu sehen. In Exzess-Halle und Grüneburgpark zusammen kommt das Ensemble auf 150 Aufführungen im Jahr. Das Programm besteht dabei in erster Linie aus Klassikern wie „Romeo und Julia“, „Maria Stuart“ und „Die Leiden des jungen Werthers“. Aber mit „Fluch der Karibik“, „Moulin Rouge“ und „Der kleine Hobbit“ stehen auch neuere Werke auf dem Programm.

Zurück auf Alice Theater-Spaziergang beginnt es mittlerweile dunkel zu werden. In der Dämmerung des sommerlichen Parks entfalten die ausgefallenen bunten Kostüme und Kulissen ihren ganzen Zauber, die Szenerie wirkt märchenhaft, als habe man sich tatsächlich in Alice wundersame Welt vorgewagt. Irgendwann auf Alice Reise ist es dann stockfinster und die Zuschauer leuchten ihr mit Taschenlampen den Weg zurück nach Hause, müssen sich dabei aber in Acht nehmen, nicht an ihrer Stelle von den Verfolgern ergriffen zu werden.

Aber auch wer sein Theatererlebnis klassischer mag – mit Darstellern auf einer Bühne und dem Publikum davor auf seinen Sitzen – kommt bei der Dramatischen Bühne voll auf seine Kosten. Neben dem Theater-Spaziergang mit Alice gibt es eine Reihe von Stücken, die in althergebrachter Weise aufgeführt werden. Eins haben jedoch alle Inszenierungen gemeinsam: die bunten Farben, die außergewöhnlichen Einfälle, den ganz eigenen Blick auf die Vorlagen sowie den stets komödiantischen Unterton, der trotzdem den ernsten Kern des Stückes nicht aus den Augen verliert.

Vom 12. Juli bis zum 2. September ist das Ensemble der Dramatischen Bühne täglich mindestens einmal im Grüneburgpark zu sehen. Die Vorstellungen beginnen abends um 20:15 Uhr oder 20:45 Uhr, an den Wochenenden bereits um 16 Uhr. Der Biergarten öffnet unter der Woche schon um 19 Uhr, sodass sich im satten Grün des Parks der Sommerabend genießen und der Aufführung entgegenfiebern lässt. Die Eintrittskarten kosten 17 Euro pro Person, wer sich einen Besuch nicht leisten kann, darf ohne Angabe von Gründen umsonst auf das Gelände. Einen ausgiebigen Blick auf das Programm der Dramatischen Bühne kann man hier werfen.

EY Studie zur Attraktivität des Europäischen Wirtschaftsraums. Quelle: EY

EY-Studie: Deutschland holt bei Direktinvestitionen auf

Ausländische Investitionen in den Finanzdienstleistungssektor Großbritanniens sinken um 26 Prozent

Die Investitionen in Europa erreichen trotz des bevorstehenden Brexit einen neuen Rekord. Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) zur Attraktivität des Wirtschaftsraums Europa und den tatsächlichen Investitionsprojekten ausländischer Unternehmen in Europa. Die Zahl ausländischer Direktinvestitionen (FDI – Foreign Direct Investment) in Deutschland stieg im vergangenen Jahr mit 1.124 Projekte auf sechs Prozent – damit liegt Deutschland im europäischen Standortranking auf dem zweiten Platz.

Großbritannien verzeichnete ebenfalls einen Anstieg von sechs Prozent im vergangenen Jahr. Die Zahl der ausländischen Investitionen liegt nun bei 1.205 Projekten.  Nach Angaben von EY ist dieser Zuwachs vor allem auf das gesteigerte Interesse US-amerikanischer Investoren zurückzuführen, die ihr Investitionsvolumen um 16 Prozent auf insgesamt 334 Projekte anhoben. Für Investoren aus anderen Teilen der Erde ist Deutschland jedoch der Top-Investitionsstandort.

Vor allem Finanzdienstleister sind auf den Zugang zu EU Märkten angewiesen, kommentiert Omar Ali, Managing Partner UK Financial Services bei EY, die Ergebnisse der Studie. Auf Grund der unsichereren Brexit-Verhandlungen zögerten ausländische Investoren jedoch bei Investitionen in diesen Wirtschaftszweig Großbritanniens. Diese Unsicherheit schlage sich in der Studie nieder: Die Zahl der ausländischen Investitionen in den Finanzdienstleistungssektor Großbritanniens fiel um 26 Prozent – von einem Rekord von 106 Projekten in 2016 auf 78 Projekte in 2017. Auf europäischer Ebene stiegen die Investitionen in den Finanzdienstleitungssektor im selben Zeitraum um 13 Prozent. Deutschland belegt bei ausländischen Investitionen in den Finanzdienstleistungssektor den zweiten Platz hinter Großbritannien.

„Ein Teil der steigenden FDI in der Finanzbranche auf dem Kontinent dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass internationale Finanzdienstleister, die bislang London als Tor zu Europa nutzten, durch Großbritanniens EU-Austritt gezwungen sind, Niederlassungen in der EU zu eröffnen“, kommentierte die Börsenzeitung (11. Juli 2018) die Studienergebnisse.

Deutschland hat Top-Image unter Managern internationaler Konzerne

Die steigende Beliebtheit Deutschlands unter ausländischen Investoren wird von einer Image-Befragung unter Managern internationaler Konzerne untermauert: „In einer weltweiten Befragung von 505 Unternehmen nannten 66 Prozent Deutschland als einen von drei Top-Investitionsstandorten in Europa. Dahinter folgen Frankreich mit 56 Prozent der Nennungen und Großbritannien mit 52 Prozent“, berichtet EY in der Pressemeldung vom 11. Juni 2018. Gründe dafür seien das hohe Qualifikationsniveau deutscher Arbeitskräfte, das stabile rechtliche und politische Umfeld, sowie die hervorragende Verkehrsinfrastruktur, so EY.

Frankfurt Brexit

Der Brexit und die Folgen für Frankfurt – Gastbeitrag in der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen

Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) wirft nicht nur für den bisher führenden Finanzplatz London wichtige Fragen auf, sondern auch für die zukünftige Finanzarchitektur der EU. Welche Folgen der Brexit für den Finanzplatz Frankfurt hat, diskutiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, in einem Gastbeitrag in der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen.

Sollte es zu einem harten Brexit kommen, werde sich das auf London fokussierte Finanzsystem der EU nicht wie bisher vorsetzten lassen, da Großbritannien dann ein regulatorischer Drittstaat der Union und somit nicht mehr Teil des Eurosystems wäre. Damit stellten sich wichtige Fragen: „Wer kann, wer muss welche Funktionen übernehmen, um für ausreichende und günstige Finanzierung von Handel und Industrie in der EU zu sorgen? Wie sichern wir die Stabilität des Finanzsystems? Wie verteilen wir die Verantwortung?“ erläutert Väth.

Bisher habe das sogenannte Passporting international agierenden Banken erlaubt, von London aus Geschäfte in der gesamten EU durchzuführen. Das Passporting werde nach dem Austritt Londons nicht mehr gelten, erklärte Väth. Weiterhin schreibt Väth, dass auch das Euroclearing, die technische Abwicklung der auf Euro lautenden außerbörslichen Zinsderivate, ein kritisches Element der zukünftigen Finanzarchitektur sei. Im letzten Jahr wurde in der EU ein Gegenwert von umgerechnet gut 750 Billionen Euro in Derivatgeschäften verrechnet – der Großteil davon, etwas über 90% – über eine in London ansässige zentrale Gegenpartei.

Mit dem Austritt Londons aus der EU werfe dies Fragen des Risikos und der Haftung auf, da ein für die Liquidität des Finanzmarktes im Eurosystem wichtiger Bestandteil nicht mehr unter direkter Aufsicht durch die EZB stehe. „Im Krisenfall hieße dies, dass deutsche beziehungsweise EU27 Steuergelder in massivem Umfang zur Rettung in London eingesetzt werden müssten – ohne die Konditionen bestimmen zu können.“, so Väth im Beitrag. Sollte es zu einer Relokation kommen, sei vor allem der Finanzplatz Frankfurt eine echte Option, nicht zuletzt wegen der Banklizenz der zentralen Clearing-Partei Eurex, die über eine direkte Anbindung an die in Frankfurt ansässige EZB als den Lender of Last Resort verfügt. Sollte im Falle eines Ausfalls eines Clearingteilnehmers innerhalb der zentralen Gegenpartei eine Schieflage entstehen, wäre die Stabilität des Eurosystems weiterhin sichergestellt.

Die Relokaton des Euro-Clearing an einen Finanzplatz der EU27, und somit unter direkter Aufsicht der in Frankfurt ansässigen EZB, gewährleiste hingegen eine unmittelbare Handlungsfähigkeit der Aufseher.

Der Austritt Großbritanniens werde zwar Londons Rolle als Finanzstandort nicht fundamental verändern, jedoch spürbar schwächen. Dies zeigten die Reaktionen internationaler Banken, die Teile ihrer Geschäfte und Arbeitsplätze in andere Finanzplätze der EU verlagert haben – mehr als 20 Finanzinstitute entschieden sich bisher für Rhein-Main-Region, weitere sollen folgen.

Die Entscheidung habe sehr gute und rationalen Gründe: Deutschland habe ein AAA Rating, die über 250 in Frankfurt ansässigen Finanzinstitute sowie mehr als 150 ausländischen Banken und Repräsentanzen, zahlreiche Forschungseinrichtungen im Wirtschafts- und Finanzbereich seien sehr gut vernetzt. Hinzu kämen die vergleichsweise günstigen Mieten für Büro- und Wohnraum, sehr gute Infrastruktur sowie ein qualifizierter und spezialisierter Talentpool im Finanzsektor.

Eine ausführliche Darstellung der Folgen des Brexit können Sie im gesamten Gastbeitrag hier lesen.

Global Finance Forum_Astana Financial Days

Global Finance Forum: Digitale Trends vernetzen Finanzzentren weltweit

Wie werden digitale Trends und technologische Innovationen die Finanzindustrie in den kommenden Jahren verändern? Diese Frage stand im Fokus der Podiumsdiskussion „The New Geography of Global Finance“ des Global Finance Forums, das vom 3.-4. Juli im Rahmen der Astana Finance Days in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfindet. Als Experte für den Finanzplatz Frankfurt am Main diskutiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, zusammen mit hochrangigen internationalen Finanz- und Politikvertretern die Veränderungen einer global vernetzten Finanzindustrie sowie Entwicklungstendenzen.

Die Astana Finance Days werden anlässlich des 20. Jahrestags der Hauptstadt Kasachstans vom Astana International Financial Center und dem Reinventing Bretton Woods Committee organisiert. Die Konferenz wirf einen Blick auf die stabile Entwicklung des Landes, welches seine Wirtschaftskraft seit seiner Unabhängigkeit kontinuierlich und nachhaltig steigert. Ausgehend von einem Blick auf die Vergangenheit ist die Entwicklung des internationalen Finanzsektors Themenfokus der Veranstaltung. Das zweitägige Global Finance Forum bietet im Rahmen der Astana Finance Days eine exklusive Diskussionsplattform, die die digitalen Trends und technologischen Innovationen, die die Strukturen des internationalen Finanzsektors neu ordnen, in den Fokus stellt. Zentrale Themen der Podiumsdiskussionen sind:

  • Chancen und Risiken der globalen Finanzzentren
  • Eine nachhaltige Entwicklung des Finanzsystems
  • Die Entwicklung lokaler Kapitalmärkte
  • Finanzkapitalmanagement
  • Industrie 4.0
  • Trends der Finanztechnologie

Außerdem präsentiert sich die kasachische Hauptstadt Astana bei dem Forum als einen Financial Service Hub für die Belt and Road Initiative.

Im Fokus der Podiumsdiskussion „The New Geography of Global Finance“, an der Hubertus Väth teilgenommen hat, standen die technologischen Innovationen, die die Finanzindustrie revolutionieren und die globale Vernetzung der Finanzmärkte ausweiten: Cybersecurity, Big Data und Artificial Intelligence.

Das Astana International Financial Center und Frankfurt Main Finance haben sich im November vergangenen Jahres auf ein Memorandum of Understanding über eine Kooperation beider Finanzplätze verständigt. „Astana ist ein junges und aufstrebendes Finanzzentrum, mit dem uns schon seit vielen Jahren ein enges und freundschaftliches Verhältnis verbindet“, kommentierte Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, das Verhältnis zum kasachischen Finanzzentrum nach der Unterzeichnung des neu gewonnenen Abkommens.