Brexit Folgen für Frankfurt. Bild: Union Jack flag and EU flag combined over iconic London landmarks - UK leavs the EU

Business in London nach dem Brexit – Was lässt sich absehen

Der Brexit kommt näher. Bislang herrscht aber weiter Unklarheit, was der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) genau bedeutet und wie die künftigen Beziehungen zwischen der EU27 und Großbritannien ausgestaltet werden. Verfolgt man die deutschen Medien so liegt der Fokus der Berichterstattung, insbesonder zur Finanzindustrie, nicht selten darauf, wie sich die Geschäftsbeziehungen für britische Unternehmen in der EU ändern. Die internationale Rechtsanwaltskanzlei Norton Rose Fulbright hat die Perspektive einmal umgekehrt und untersucht, unter welchen Bedingungen deutsche bzw. EU-Unternehmen in Zukunft Geschäfte auf der Insel machen können. „Doing business in the UK after Brexit: Impact on the German financial services industry“, war der Titel einer Veranstaltung des Frankfurt Main Finance-Mitglieds Norton Rose Fulbright in der Niederlassung am Finanzplatz.

Nach einer kurzen Darstellung des Status Quo, der sich in erster Linie daran orientierte, wie bereits seit vielen Jahren Unternehmen aus Drittländern, wie etwa die USA oder Australien, ihren Geschäften in Großbritannien nachgehen, widmeten sich die folgenden Vorträge den jüngsten Entwicklungen der Austrittsverhandlungen und ihren möglichen Auswirkungen auf das künftige Verhältnis von EU und UK. Bei aller Offenheit des Ausgangs der Verhandlungen lassen sich doch einige Grundprinzipien herausarbeiten, auf deren Basis nach dem 29. März 2019 oder gegebenenfalls nach einer Übergangsperiode gearbeitet werden könnte. Für Unternehmen aus der Finanzindustrie, die an der Fortführung ihrer Aktivitäten in Großbritannien interessiert sind, sollten sich rechtzeitig mit diesen Leitlinien oder Grundprinzipien, aber auch mit Meldefristen und Terminen auseinandersetzen, die gerade im Falle eines harten Brexit die britische Politik bestimmen dürften. Es gilt, sich vorzubereiten und Entscheidungen zu treffen, auch wenn die Entscheidungsgrundlage noch viele offene Fragen beinhaltet. Es gilt der Grundsatz prepare for the worst, hope for the best.

Nach einer zusammenfassenden Betrachtung der Auswirkungen speziell auf die deutsche Finanz-Branche verwies Norton Rose Fulbright noch auf ihr Internet-Service-Angebot, den Brexit Pathfinder, der Orientierung bei Fragen zu den regulatorischen Anforderungen und Auswirkungen bieten wird.

Helaba Finanzplatzstudie: Koffer packen bei Brexit-Banken

Der Brexit rückt näher und viele Banken treffen Vorbereitungen, um ihre Geschäftsaktivitäten von London an andere Standorte zu verlagern. Frankfurt ist dabei der Favorit, und die Liste von Zuzüglern an das deutsche Bankenzentrum wird zusehends länger. „Nach und nach werden die Koffer bei Brexit-Banken gepackt und viele davon gehen künftig in Richtung Rhein-Main. So haben bisher 25 Brexit-Banken den Finanzplatz Frankfurt auserkoren, darunter viele namhafte Institute. Erst mit Abstand folgen Paris und dahinter Luxemburg, Dublin sowie Amsterdam. Dies ist das Ergebnis unserer aktuellen Brexit-Map“, erläutert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin und Leiterin des Bereichs Volkswirtschaft/Research bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt.

Einige große Konzerne haben die Main-Metropole als ihren in Zukunft wichtigsten EU-Hub benannt und damit eine strategische Grundsatzentscheidung pro Frankfurt getroffen. Diese wird sich auch in der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen niederschlagen. Teilweise wird es Jobverlagerungen geben, die bei den betroffenen Mitarbeitern entweder mit einem privaten Umzug oder einem Pendeln zwischen den beiden Finanzmetropolen einhergehen. Teilweise werden Rekrutierungen in Frankfurt stattfinden, oder es werden deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei Banken im Ausland tätig waren, für die neuen Jobs in Frankfurt gewonnen. Seit Jahresbeginn konkretisieren sich die Geschäftsverlagerungen bei immer mehr Brexit-Banken. Weitere Institute befinden sich noch im Dialog mit den hiesigen Aufsichtsbehörden. Insgesamt ist in Frankfurt eine Akkumulation von Brexit-Banken zu beobachten, die in Europa ihresgleichen sucht.

„Unser Ranking der großen europäischen Finanzzentren gilt grundsätzlich weiterhin: London vor Frankfurt vor Paris“, erläutert die Finanzplatz-Expertin der Helaba, Ulrike Bischoff. Lediglich die Abstände dieser relativen Standortattraktivität haben sich mittlerweile verringert. Dabei konnte Frankfurt seine Wettbewerbsposition stärker verbessern als Paris. Mit Blick auf die zuweilen sehr offensive Vermarktung anderer Standorte ist ein selbstbewusstes, konzertiertes Auftreten des deutschen Finanzzentrums wichtig. So begleitet die hessische Landesregierung den Brexit-Prozess seit dem Referendum mit vielen Aktivitäten. Darüber hinaus gibt es ein Netzwerk der verschiedenen Akteure in der Region. Auch seitens der Bundesregierung erfährt Frankfurt zunehmend verbale Rückendeckung. Jetzt gilt es, angesichts der knappen Zeit bis zum Brexit beispielsweise die angekündigte Lockerung des Kündigungsschutzes für Top-Banker zügig umzusetzen.

Der Frankfurter Büromarkt präsentiert sich kurz vor Abschluss der Brexit-Verhandlungen in guter Verfassung. Der Leerstand ist deutlich gesunken und die Mieten nähern sich früheren Höchstständen – sie liegen aber noch deutlich unter dem Niveau konkurrierender Finanzplätze. Die zusätzliche Nachfrage durch Brexit-Zuzügler und das Stellenwachstum in anderen Branchen dürften dank einer Reihe von Projektentwicklungen nicht zu Engpässen führen. Dagegen bleibt die Lage am Wohnungsmarkt trotz erhöhter Bautätigkeit angespannt. Die Wohnungsknappheit kann daher nur gemeinsam mit dem Umland überwunden werden.

Die Frankfurter Brexit-Banken stammen aus zehn Ländern. Die meisten haben bereits eine Zweigstelle in der Main-Metropole oder sind über Tochtergesellschaften vor Ort präsent. Darüber hinaus möchten sich etliche Banken in Frankfurt neu ansiedeln. Zusammen hatten die Frankfurter Brexit-Banken ausländischer Herkunft Ende 2017 hier schätzungsweise rund 2.500 Mitarbeiter. Im Rahmen ihrer Brexit-bedingten Anpassungen dürften sie diesen Bestand bis Ende 2020 nahezu verdoppeln.

Dr. Traud weist darauf hin, dass die Helaba seit dem Referendum an ihrer Brexit-Prognose festhält: „Im Laufe der nächsten Jahre werden mindestens 8.000 Finanzjobs in Frankfurt geschaffen.“ Bis Ende 2020 sollte sich dieser Effekt deutlich positiv in der hiesigen Beschäftigung bemerkbar machen und die konsolidierungsbedingten Stellenstreichungen im deutschen Bankwesen schließlich überkompensieren. Insgesamt lässt dies dann einen Stand von rund 65.000 Bankbeschäftigten in der Main-Metropole erwarten – ein Zuwachs von 3 Prozent bzw. fast 1.800 Bankern.

Die komplette Studie finden Sie hier als Download.

Brexit

Deutsches Aktieninstitut – Brexit: es ist fünf vor zwölf!

Das Deutsche Aktieninstitut appelliert an die europäischen und britischen Verhandlungspartner, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich endlich auf eine neue tragfähige Grundlage zu stellen. In seinem dritten Positionspapier zu den Brexit-Verhandlungen wird an den Beispielen Zölle und Produktzulassungen sowie Derivate und Datenschutz gezeigt, dass die Unternehmen nicht alle durch den Brexit auftretenden Probleme durch eigene Maßnahmen lösen können.

„Die aktuelle Hängepartie zwischen der EU und dem Vereinigtem Königreich bei der Ausarbeitung eines Handelsabkommens ist ein Trauerspiel. Die Unternehmen diesseits und jenseits des Ärmelkanals stehen vor der unzumutbaren Aufgabe, Lösungen für ihre Geschäftsbeziehungen zu finden, ohne zu wissen, welche Regeln am Tage des Austritts gelten werden,“ betont Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. Nach wie vor sind wichtige Themen ungeklärt, und ein harter, ungeordneter Brexit im März nächsten Jahres scheint kaum noch abwendbar. „Den Unternehmen bleibt nur, sich auf das schlechteste Szenario, einen harten Brexit, vorzubereiten. Aber auch für diesen Fall bedarf es dringend der Unterstützung durch den Gesetzgeber und die Aufsicht,“ so Bortenlänger.

In seinem dritten Positionspapier zum Brexit nimmt das Deutsche Aktieninstitut zu den bei einem harten Brexit drohenden Problemen bei den Themen Zölle und Produktzulassungen sowie Datenschutz und Derivate Stellung. Das Aktieninstitut zeigt anhand dieser Beispiele, was die Unternehmen zur Lösung der Probleme selbst tun können. Es stellt allerdings klar, dass insbesondere im Falle eines harten Brexit die Unternehmen auf die Unterstützung seitens des europäischen bzw. deutschen Gesetzgebers sowie der Aufsicht angewiesen sind. Ohne staatliche Begleitmaßnahmen wird der Übergang in die Nach-Brexit-Ära nicht reibungsfrei zu schaffen sein.

Beispielsweise müssen praktikable Lösungen für die Zollabwicklung und Grenzkontrollen gefunden werden, die der Dimension der EU-UK-Handelsströme Rechnung tragen. So betont Dr. Ralf Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG, „Siemens unterstützt fairen und offenen Handel weltweit. Dies gilt auch im Falle eines Brexit. Die Frage, zu welchen Zöllen und Abfertigungsverfahren es an den Grenzen kommen könnte, muss so schnell wie möglich beantwortet werden. Nur wenn Unternehmen Planungssicherheit haben, werden sie auch das Vertrauen haben zu investieren.“

Um Marktverwerfungen und Nachteile für europäische Marktteilnehmer im Derivatebereich zu vermeiden, bedarf es einer Übergangszeit mit Bestandsschutzregelung für bestehende Derivategeschäfte. „Wichtig ist, dass bestehende Absicherungsgeschäfte mit britischen Handelspartnern wahlweise (i) fortgeführt oder (ii) auf deren kontinentaleuropäische Konzerngesellschaften übertragen werden können, ohne dass das Hedge Accounting unter IFRS gefährdet wird,“ unterstreicht Dr. Wolfgang Bohner, Leiter Finanzen und Treasury bei der Deutschen Bahn.

„Aufgrund des hohen Zeitdrucks sowie der vielen offenen Fragen haben wir uns von Anfang an für Übergangsregelungen eingesetzt, um die durch den Brexit drohenden dramatischen Schäden für die europäische Volkswirtschaft abzuwenden,“ so Bortenlänger. Das Deutsche Aktieninstitut fordert die Verhandlungspartner deshalb einmal mehr auf, konstruktive und praxisnahe Lösungen anzustreben, um die negativen Auswirkungen des Brexit zu minimieren.

Die vorliegenden Ergebnisse wurden im Rahmen des Brexit-Projekts des Deutschen Aktieninstituts erarbeitet. Die interdisziplinär besetzte Brexit-Projektgruppe beschäftigt sich mit den wesentlichen finanz- und kapital­marktbezogenen sowie weiteren hochrelevanten Themen, die im Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen ein besonderes Augenmerk erfordern. Das aktuelle Positionspapier ergänzt die ersten beiden Positionspapiere aus dem Jahr 2017. Die Projektgruppe wird die Austrittsverhandlungen weiter kritisch begleiten und gegebenenfalls erneut Stellung nehmen.

Das dritte Positionspapier zu den Brexit-Verhandlungen finden Sie hier, die englische Version hier.

Das Newcomers Festival: Informationen und Orientierung für Neu-Frankfurter aus dem Ausland

Ein neuer Job, eine neue Stadt, ein neues Land, eine neue Sprache – wie David Hart aus den USA haben bereits viele diesen großen Schritt gewagt. Und viele haben dabei ähnliche Erfahrungen gemacht wie der ehemalige Journalist und heutige Kommunikations- und Veranstaltungsexperte: Es ist eine Herausforderung und ein Abenteuer, aber manchmal ist man von den vielen Veränderungen auch schlicht und einfach überfordert. Als Hart vor 30 Jahren erstmals nach Deutschland kam, hätte er nach neun Monaten fast das Handtuch geworfen, danach aber kam der Durchbruch und das Ankommen in Frankfurt. Es ist diese Verunsicherung der Expats, bei der die von Hart gegründete Agentur Communication Solutions ansetzt. Er und sein Team stellen Informationen zum Wohnen und Arbeiten, zu Schulen und Netzwerken sowie zu Wochenendplanung und Freizeitgestaltung zur Verfügung. Gleichzeitig bieten sie Orientierung, die dabei hilft, sich im allgemeinen Informations(über)angebot, in der fremden Sprache und trotz kultureller Unterschiede zurechtzufinden. Sie wollen die Region zugänglicher machen, Neuankömmlingen helfen, sich schneller einzuleben.

„Frankfurt ist eher eine Stadt für die Liebe auf den zweiten Blick“, fasst David Hart seine damaligen Erfahrungen zusammen, „am Anfang kennt man nur das Auffällige, so wie den Flughafen und die Messe“. In Frankfurt befänden sich nicht alle Highlights in zentraler Lage, wie beispielsweise in London, sondern die ganze Region trage zur Attraktivität des Standortes bei. Daher brauche man eine Weile, bis man die vielen Besonderheiten für sich entdeckt habe. „Ich habe so viele Informationen gesammelt über Frankfurt, über das kulturelle Angebot, über Clubs und Vereine in der Region, das wollte ich mit den vielen Expats, denen es ähnlich ergeht, teilen. Hierfür wollte ich eine Plattform zum Austausch schaffen und somit etwas zur Willkommenskultur beitragen“, so Hart im Interview mit Frankfurt Main Finance.

Das Newcomers Festival war geboren. Am 9. September findet die Veranstaltung bereits zum 18. mal statt. Gegenüber dem ersten Newcomers Festival 2001 beobachtet Hart deutliche Veränderungen in der internationalen Community Frankfurts. „Als ich nach Frankfurt kam, lebten hier vor allem Briten und US-Amerikaner. Heute ist die Community, unter anderem durch das Ende des Kalten Krieges sowie durch die Ost-Erweiterung der Europäischen Union, internationaler und bunter geworden. Wir sind mittlerweile wie ein Abbild der Vereinten Nationen, aus so vielen unterschiedlichen Ländern stammt die Expat-Community in Frankfurt heute“, beschreibt David Hart seine Beobachtungen. Seine Arbeit ist hierdurch deutlich vielfältiger geworden, es entstanden durch die vielen verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen kulturellen Hintergründe aber auch neue Herausforderungen für die Vernetzung der Community und die dementsprechenden Konzepte und Plattformen. Auch diese Entwicklung spiegelt das Newcomers Festival wider.

Das Newcomers Festival ist ein Event für die ganze Familie. Es bietet einen Überblick über das gesamte Rhein-Main-Gebiet: Regionen, Städte und Gemeinden stellen sich und ihr Freizeitangebot vor, Dienstleister machen die Besucher mit ihrem Angebot vertraut, Schulen und Hochschulen präsentieren sich und unterschiedliche Kirchen sind vertreten. Auch Clubs und Netzwerke werden vor Ort sein. Eine Veranstaltung zu den „weichen Standortfaktoren“, wie Hart zusammenfasst. Es gibt Ausstellungen, Seminare und Workshops, ergänzt durch praktische Informationen zum Leben und Arbeiten in Deutschland, Frankfurt und der Region. Außerdem erwartet die Besucher ein musikalisches Rahmenprogramm und das gastronomische Angebot spiegelt jenes der Region wider. Das Festival findet am Sonntag den 9. September von 13 bis 18 Uhr im Frankfurter Rathaus, dem Römer, statt, der Eintritt ist frei.

Veranstaltungen wie das Newcomers Festival werden auch aufgrund des stetigen Wachstums Frankfurts immer wichtiger: „Letztes Jahr hatten wir einen Netto-Zuzug von 13.000 Neu-Frankfurtern. Und man bemerkt auch schon eine erhöhte Nachfrage wegen des Brexits. Und das, obwohl der Brexit noch verhandelt wird und in dieser Hinsicht noch viel Unsicherheit besteht“ berichtet Hart. Wichtig sei nun vor allem, dass das Wachstum in Frankfurt angemessen gemanagt werde. Beim Verkehr, bei Schulen und Kindergärten sowie beim Wohnraum müsse entsprechend reagiert werden. Aber Hart ist sehr zuversichtlich, dass „im Rhein-Main-Gebiet hierfür gerade die richtigen Weichen gestellt werden“. Schließlich habe die Region in den letzten 30 Jahren bereits sehr viel an Lebensqualität hinzugewonnen und es sei vieles richtig gemacht worden.

 

Bildquelle: Newcomers Festival

Frankfurt Brexit

Allseits respektierter und gesuchter Gesprächspartner

Frankfurt Main Finance verbindet sachliche und menschliche Seiten der Region und des Finanzzentrums glaubwürdig

Roland Koch. Quelle_www.roland-koch.de. Foto_Gaby Gerster.

Von Roland Koch, hessicher Ministerpräsident a.D.

Frankfurt am Main hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zu dem wichtigsten kontinentaleuropäischen Finanzplatz entwickelt. Das war keineswegs selbstverständlich. Schaut man über die Jahrzehnte zurück, so waren München, Stuttgart oder Düsseldorf durchaus ebenfalls bestrebt, eine solche Rolle auszufüllen. Die Konzentration der Finanzinstitute und die europäische Konsolidierung haben dazu geführt, dass die Kräfte nun am Main gebündelt sind. Die aktuellen Entwicklungen um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union werden diese Entwicklung weiter verstärken.

Vor diesem Hintergrund war es im Jahr 2008 eine wichtige Initiative der am Standort Frankfurt ansässigen Banken und der Politik in Stadt und Land, diesem wichtigen Industriezweig auch ein eigenständiges Sprachrohr zu verschaffen. Das war keine Konkurrenz zu den Gremien einer Industrie- und Handelskammer oder dem Bankenverband. Vielmehr war es die Etablierung einer eigenständigen Position derjenigen, die im weiteren Sinne den sogenannten Finanzsektor darstellten. Dies war sowohl im Interesse der Politik, die eine neutrale Gesprächsebene suchte, als auch der Wirtschaft, die jenseits der unterschiedlichen Positionen verschiedener Finanzinstitute und ihrer Verbände mit einer einheitlichen Darstellung die Politik für eine gemeinsame zukünftige Entwicklung gewinnen wollte.

Essenzielle Rolle

Mit der Gründung wurde allerdings auch deutlich, dass damit zugleich eine Organisation entstehen würde, die außerhalb Frankfurts und außerhalb Deutschlands in glaubwürdiger Weise mit anderen Akteuren der Finanzindustrie über die Vor- und Nachteile des Standortes Frankfurt sprechen kann. Auch diese Rolle ist über die Jahre immer wichtiger geworden.

Die Akteure in Frankfurt haben sich schon vor langer Zeit von der illusionären Vorstellung verabschiedet, in Zahl der Arbeitsplätze und internationaler Bedeutung die Vorreiterrolle Londons in Europa angreifen zu können. Dazu sind die Größenunterschiede zu erheblich. Aber auf dem europäischen Kontinent kann Frankfurt am Main durchaus jeden Wettbewerb bestehen. Das liegt an der Präsenz so wichtiger Regulierungsbehörden wie der Europäischen Zentralbank (EZB), der Bundesbank und großen Teilen der deutschen Finanzaufsicht. Es liegt aber auch an der Internationalität der Banken und der durch den Flughafen gesicherten Internationalität der Stadt. Der Vergleich mit der Vertretung des Finanzplatzes London durch die „City of London Corporation“ ist aber durchaus auch heute ein legitimer Ansporn.

„Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte waren mehr Führungskräfte und Mitarbeiter von internationalen Banken gleichzeitig auf Standortsuche in Europa als heute. Fast alle diese Untersuchungen enden mit einem klaren Vorteil für Frankfurt.“

Für alle diejenigen in den Unternehmen, die sich zur Mitarbeit in der Frankfurter Initiative bereiterklärt haben, ist dies zusätzlicher Aufwand. Nicht nur dem das vergangene Jahrzehnt prägenden Vorsitzenden Dr.Lutz Raettig und Geschäftsführer Hubertus Väth, sondern auch vielen Mitstreitern in der Frankfurter Stadtgesellschaft und der Politik ist es zu verdanken, dass in den heutigen Tagen „Frankfurt Main Finance“ ein allseits respektierter und gesuchter Gesprächspartner ist.

Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte waren mehr Führungskräfte und Mitarbeiter von internationalen Banken gleichzeitig auf Standortsuche in Europa als heute. Fast alle diese Untersuchungen enden mit einem klaren Vorteil für Frankfurt. Dennoch sind viele, oft zu viele, skeptisch, ob Lebensqualität, Infrastruktur, Ausbildungsmöglichkeiten und Bankenregulierung so gestaltet sind, dass Frankfurt wirklich das Rennen gewinnen wird. Dabei geht es nicht nur um Zahlen und Fakten. Es geht oft um Lebensgefühl und um Lebenserfahrungen. „Frankfurt Main Finance“ hat die außergewöhnliche Chance, die sachlichen und menschlichen Seiten der Frankfurter Region und des Finanzplatzes Frankfurt in allen Präsentationen glaubwürdig zu verbinden.

Nach einem Jahrzehnt kann man sicher sagen, dass die Gründung einer solchen Interessenvertretung der Finanzindustrie in Frankfurt richtig und wichtig war. Man kann sicherlich auch sagen, dass sich nach zehn Jahren die Nachhaltigkeit der damals gegründeten Initiative erwiesen hat. Auf diesem stabilen Fundament geht es nun in das nächste Jahrzehnt. Auch dieses Jahrzehnt wird von Herausforderungen geprägt sein, die die nationale Gesetzgebung, die regionalen Aktivitäten und auch die Industrie selbst fordern werden.

Deutschland ist nach wie vor in einer Situation, in der die Erträge der Banken im Vergleich zu denen in den übrigen europäischen Ländern sehr deutlich zurückliegen. Es wird deshalb Kosteneinsparungen, Personalreduzierungen und Standortschließungen geben. Für das Finanzzen­trum mit den weltweiten oder regionalen Hauptquartieren kann das durchaus eine Stärkung bedeuten. Aber es verändert die Ansprüche an die Mitarbeiter, das Gehaltsniveau und die am Sitz der Unternehmen angesiedelten Dienstleister. Ohne den Brexit wäre mit einer Verringerung der Zahl der in Frankfurt beschäftigten Mitarbeiter zu rechnen gewesen, nun kann das auch deutlich anders kommen.

„Nach einem Jahrzehnt kann man sicher sagen, dass die Gründung einer solchen Interessenvertretung der Finanzindustrie in Frankfurt richtig und wichtig war. Man kann sicherlich auch sagen, dass sich nach zehn Jahren die Nachhaltigkeit der damals gegründeten Initiative erwiesen hat.“

Zunehmende Internationalität

Unabhängig davon, ob es mehr Mitarbeiter oder anders ausgebildete Mitarbeiter sein werden, sie werden veränderte Ansprüche an die Region haben. Die Internationalität wird zunehmen, also werden mehr internationale Schulen gebraucht. Die Ausbildung an den Hochschulen in der Region muss sich auf die veränderte Aufgabenstellung gerade auch im Bereich von Risikomanagement und allgemeiner Banksteuerung einstellen. Auch das kulturelle Angebot der Stadt muss den Wettbewerb mit den anderen Metropolen Europas dadurch bestehen, dass neben den großartigen vorhandenen Einrichtungen spezielle Events zur Beliebtheit der Region beitragen. Bei der korrekten Beschreibung der Anforderungen, die hier auf die Region zukommen, kann die FinanzplatzInitiative einen sehr wichtigen Beitrag leisten.

Von Anfang an durfte nicht unterschätzt werden, dass zu der Besonderheit der Initiative gehört, dass ihr aus den Bereichen der Sparkassen, der Genossenschaftsbanken und der Privatbanken gleichermaßen An­erkennung widerfährt. Sie wurde damit auch bei der nationalen Gesetzgebung zu einer Initiative, die jenseits der Sektoreninteressen für die gesamte Finanzwirtschaft sprechen kann. Dieser Beitrag wird auch von der Politik in Berlin und Wiesbaden sehr geschätzt und kann noch ausgebaut werden.

Wir haben es derzeit mit einer völlig überregulierten Industrie zu tun, die gemeinsam mit der Politik noch immer schwer an den Folgen der letzten Finanzkrise zu arbeiten hat. Im internationalen Wettbewerb ist dabei eine gute und sichere Regulierung ebenso von Bedeutung wie die Möglichkeit der Industrie, ohne überbürokratische Hürden ihre Geschäftsmodelle flexibel zu ändern und dem immer schnelleren Kreislauf der Innovationen anzupassen. Die aktuelle Diskussion um die Änderung arbeitsrechtlicher Vorschriften zugunsten eines flexibleren Einsatzes von weit überdurchschnittlich verdienenden Mitarbeitern im Investment Banking könnte dafür ein Prüfstein werden.

Spätestens seit dem Anfang dieses Jahrzehnts ist die Finanzindustrie – durchaus verständlicherweise – nicht populär. Für Frankfurt ist sie aber neben dem Flughafen der entscheidende Träger für Wohlstand und Entwicklung. Zugleich ist damit eine Branche in Frankfurt zu Hause, die mit schnellen technischen Innovationen sich unweigerlich verändern wird. Frankfurt wird dabei auch ein guter Arbeitsplatz für junge Menschen sein, die von hier aus ihre zukünftige Welt gestalten werden. Es wäre gut, wenn es gelingt, dass Stadt- und Regionalpolitik ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger mit Zuversicht und auch mit ein wenig Stolz auf diese Unternehmen und ihre Arbeitnehmer blicken würden.

Wirtschaft und Politik brauchen die Unterstützung der Bürger bei der Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für den Finanzplatz. „Frankfurt Main Finance“ ist ein wichtiger Vermittler zwischen allen betroffenen Menschen und Institutionen. Das hat die Initiative im vergangenen Jahrzehnt bewiesen, und genau das wird auch in Zukunft von ihr erwartet.

Finanzplatzinitiative findet weltweit Gehör

FMF weiß Kompetenz und Wertschätzung in allen Belangen der Finanzindustrie zu nutzen

Lutz Raettig

Von Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance

Frankfurt Main Finance (FMF) begeht in diesem Monat sein zehnjähriges Jubiläum, nicht ohne Stolz, auf das Geleistete, nicht ohne Selbstkritik, was hätte besser gemacht werden können, und nicht ohne Respekt vor dem, was absehbar noch vor uns liegt, aber doch auch mit Zuversicht und wohlbegründeter Hoffnung. FMF ist seit nunmehr einem Jahrzehnt die Stimme des Finanzplatzes.

Damit ist nicht nur die Stadt Frankfurt gemeint, sondern auch die ge­samte Region. Die Initiative zur Gründung des Vereins ging vom damaligen Ministerpräsidenten Ro­land Koch und der früheren Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt Petra Roth aus. Beide wollten einen offensichtlichen Mangel beheben. Denn es fehle, so analysierte im August 2008 die „Börsen-Zeitung“ treffend, anders als in Frankreich oder in Großbritannien, an einer wirkungsvollen, übergreifenden Vermarktung des nationalen Finanzzentrums. Es fehlte diesem wichtigen, für eine entwickelte Volkswirt
schaft so bedeutungsvollen Indus­triezweig in Deutschland ein eigenstän­diges und vernehmliches Sprachrohr. Zweck des Vereins, wie ihn das Gründungsdokument formuliert, war folgerichtig und in erster Linie, die Position Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets als Wirtschaftsstandort und insbesondere als Standort für Finanzdienstleistungen im internationalen Wettbewerb zu stärken. Ein Auftrag, den die Verantwortlichen über die Jahre zielgerichtet verfolgt und bis heute nicht aus den Augen verloren haben.

„Frankfurt Main was?“ So konnte der bereits erwähnte Beitrag dieser Zeitung die wohl gängige Reaktion auf die Frage nach Frankfurt Main Finance zuspitzen – im Jahr der Gründung zutreffend und provokant. Heute, zehn Jahre später, lässt sich mit Fug und Recht behaupten und mit Zahlen belegen, dass die Finanzplatzinitiative weltweit Gehör findet, als kom­petenter Ansprechpartner in allen Belangen der Finanzindustrie ge­schätzt wird und dies für die Positionierung des Standorts zu nutzen weiß.

Das kam nicht von selbst. Ein Beispiel: Frankfurt Main Finance war vorbereitet, als der Brexit die europäische Landkarte der Finanzbranche buchstäblich über Nacht durcheinanderwirbelte. In den ersten Stunden, nachdem das offizielle Ergebnis des Referendums in Großbritannien feststand, war von den betroffenen europäischen Finanzplatzinitiativen als Erste FMF redefähig und hatte die Aufmerksamkeit der Weltpresse für sich. Interviews wurden im Viertelstundentakt gegeben.

Das brachte FMF in die Position eines gefragten Ansprechpartners. Bis heute wurde FMF allein im Zusammenhang mit dem Brexit in mehr als 90 Ländern der Erde in knapp 6 500 Artikeln in fast 2 000 verschiedenen Medien zitiert. Der erzielte Medienäquivalenzwert liegt bei rund 100 Mill. Dollar.

Keine leichte Aufgabe

In den ersten Jahren, die auf die Gründung folgten, galt es dagegen zunächst, den Verein zu etablieren, die Arbeitsabläufe einzurichten, Themen zu besetzen und die Finanzkrise aufzuarbeiten. Wichtig war es, überhaupt Gehör zu finden, relevant zu sein und dafür Gelder einzusammeln. Das ging nur über die Verbreiterung der Mitgliederbasis. Es ist niemals eine leichte Aufgabe, für ein öffentliches Gut private Gelder einzusammeln. In unserer Gründungszeit umso mehr.

Wir erinnern uns alle, August 2008: Die Finanzkrise stand vor ihrem Höhepunkt, dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Die Finanzindustrie war damit beschäftigt, Risiken zu verringern und Ausgaben tunlichst zu vermeiden. Umso mehr gilt unser Dank den Mitgliedern, den zwölf Gründungsmitgliedern und den rund 50 seither hinzugestoßenen. Ohne sie gäbe es uns nicht. Danke!

Die Finanzkrise und ihr Verlauf gaben die Themen nicht nur für die Medien, sondern auch für FMF vor. Bis heute ist es wesentliches Anliegen der Finanzplatzinitiative, damals verlorenes Vertrauen in die Finanzbranche wiederzugewinnen, auf die unverzichtbaren Leistungen der Finanzindustrie für die Wohlfahrt eines Staates und ihre gesellschaftliche Relevanz hinzuweisen ebenso wie junge Talente für die Branche zu interessieren.

Weitere Themen kamen hinzu: Zuerst: RMB Clearing, dann Fintech, Regtech, Insurtech, Legaltech – die Ansiedlung, Förderung und Finanzierung junger Start-up-Unternehmen in der Region, die die Digitalisierung auf die Prozesse all dieser Branchen übertragen. So gelang es nicht zuletzt dank des Einsatzes von FMF, Frankfurt quasi noch in letzter Minute zum Fintech-Cluster neben Berlin zu machen. Selbstredend hat die Region das Vertrauen gerechtfertigt und seither einiges an verlorenem Terrain aufgeholt. Wurden wir am Anfang noch gefragt, ob wir wohl wüssten, dass Fintechs den etablierten Banken Konkurrenz machen würden, so ist heute Coopetition, die Verbindung aus Kooperation und Wettbewerb in aller Munde. Ihr ge­hört die Zukunft, ebenso wie der Nachhaltigkeit. Dem Frankfurter Green-Finance-Cluster leihen wir ebenso gerne unsere Stimme, wie vielen anderen wertvollen Initiativen.

„FMF ist seit nunmehr einem Jahrzehnt die Stimme des Finanz­platzes. Damit ist nicht nur die Stadt Frankfurt gemeint, sondern auch die ge­samte Region.“

Die beiden jüngst vergangenen Jahre waren jedoch geprägt vom Brexit, von den möglichen Auswirkungen des Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union und damit unmittelbar verbunden der sich wandelnden Rolle Frankfurts als dem wichtigsten Finanzzentrum innerhalb der EU. Der Brexit brachte Frankfurt in direkte Konkurrenz zu anderen Finanzstandorten in Europa, nachdem London die Rolle des führenden Finanzzentrums in­nerhalb der EU absehbar abgeben würde. Eine der unmittelbaren Folgen des Brexit war eine Selbstbesinnung Frankfurts und der Region auf die Stärken und Vorteile, die diese Stadt und ihre Umgebung ausmachen.

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Institutionen der Wirtschaftsförderung, mit den politisch Verantwortlichen in Stadt und Land, ebenso wie mit Beratern, Anwälten und allen anderen Akteuren am Standort ist über die Jahre enger und effizienter geworden. Davon profitieren die Arbeit von FMF und der Finanzplatz. Wer dabei oft vergessen wird, ist die Aufsicht. Ja, die deutsche Aufsicht ist eine Stärke des Finanzplatzes. Kompetent, klar, fordernd und zuverlässig wird sie international wahrgenommen.

Bei allem wohlbegründeten Selbstbewusstsein des Finanzplatzes war es eine kluge Entscheidung, im Werben um die Verlagerung von Arbeitsplät
zen von London an den Main nicht aggressiv oder gar spaltend aufzutreten. Frankfurt will Brücken bauen, nicht einreißen. „Wel­come to Frankfurt“ und „Let’s build a new London Bridge“ waren die Mottos unserer Kampagne, mit der um die Ansiedlung von Banken nach dem Brexit geworben wurde und wird. Diese Ausrichtung hat sich bewährt.

Ein riesiger Erfolg

Bis heute haben sich 25 Banken entschieden, Geschäft in Frankfurt auf- oder auszubauen, Arbeitsplätze werden folgen. Die Bedeutung der Finanzmetropole nimmt zu. Ein riesiger Erfolg, ohne Zweifel. Ein Erfolg aber, der gesichert und nach Möglichkeit erweitert werden muss. Eine Aufgabe, bei der FMF seine Rolle übernehmen wird.

Ein Jubiläum ist nicht nur ein An­lass zu feiern, sondern auch Gelegenheit, Danke zu sagen. Der Dank von FMF gilt all unseren Mitstreitern und Kritikern. Der Dank gilt auch Eintracht Frankfurt. Mit den drei Frankfurt Main Finance Cups in den Jahren 2014 bis 2016 gelang uns erstmals, eine breitere Öffentlichkeit in der Region zu erreichen, und – eine Herzensangelegenheit – vielleicht auch infolgedessen kamen Finanzplatz und Eintracht endlich wieder ein gutes Stück näher zusammen. Wenn es nun auch der Eintracht gelingt, eine dauerhaft führende europäische Rolle zu spielen, kaum auszudenken. Schließen möchte ich mit dem Wort von Johann Wolfgang von Goethe, einem der berühmtesten Söhne Frankfurts: „Es ist nicht genug zu wollen – man muss auch tun.“

Initiative gibt dem Finanzplatz ein Gesicht

Schon seit 10 Jahren ein verlässlicher Partner mit einer starken und gewichtigen Stimme – Bestens für künftige Herausforderungen gewappnet

Volker Bouffier. © Staatskanzlei

Von Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen

Die Initiative Frankfurt Main Fi­nance feiert ihr zehnjähriges Bestehen, und es ist mir eine große Freude, auch auf diesem Weg herzlich zu gratulieren! Es sagt bereits viel über den Stellenwert und das Ansehen der Initiative aus, dass die Börsen-Zeitung zu diesem Anlass Sonderseiten veröffentlicht. Ich schließe mich dieser Wertschätzung ausdrücklich an und nutze gerne die Gelegenheit, mich bei den Verantwortlichen für das langjährige Engagement zu bedanken.

Der Finanzplatz Frankfurt ist für Hessen weit mehr als ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Er bereichert unser Land als eine zusätzliche Facette, auf die wir stolz sind. Seit Jahrzehnten prägen die Bankentürme das Frankfurter Stadtbild. Man kann sie aus dem Flugzeug beim Start oder im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen, beim Befahren verschiedener Autobahnen in Hessen oder beim Blick vom Großen Feldberg aus bestaunen.

In diesen eindrucksvollen Bankentürmen arbeiten im Frankfurter Stadtgebiet derzeit über 62 000 Menschen. Sie sind bei 199 Banken beschäftigt – darunter etwa 160 internationale Institute. Das einzigartige Netzwerk dieser Unternehmen wird durch erstklassige Forschungseinrichtungen ergänzt. Darüber hinaus sind die wichtigsten Behörden der Europäischen Finanzmarktaufsicht, die Europäische Zentralbank (EZB) und unsere nationalen Aufseher Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Bundesbank an einem Ort vereint. Eine lebhafte Start-up-Szene und zahlreiche Fintechs runden das über viele Jahre gewachsene Ökosystem der Finanzbranche ab.

Chancen erkennen und nutzen

Die Hessische Landesregierung begleitet intensiv die Entwicklung des Finanzplatzes und hat mit Frankfurt Main Finance einen verlässlichen Partner. Nur im stetigen Austausch zwischen Politik und Indus­trie können wir auf aktuelle Entwicklungen der weltweit vernetzten Finanzbranche reagieren. Die Politik trägt dabei die Verantwortung, Rahmenbedingungen zu gestalten. Das gemeinsame Ziel von Frankfurt Main Finance und der Hessischen Landesregierung ist es, Chancen zu erkennen und zu nutzen und zugleich Risiken frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Dass wir in Frankfurt heute vom wichtigsten Finanzplatz Kontinentaleuropas sprechen, zeigt, dass unser Miteinander erfolgreich ist und wir gemeinsam bereits Vieles erreicht haben. Das ist Motivation, unsere Arbeit auch in Zukunft ambitioniert und selbstbewusst fortzusetzen.

„Frankfurt Main Fi­nance bildet seither die zentrale Plattform für Information und Austausch. Bis heute haben sich 50 namhafte Mitglieder angeschlossen, die sowohl Banken und Fintechs als auch Hochschulen und Beratungsunternehmen repräsentieren.“

Eine stabile und prosperierende Volkswirtschaft fußt auf einem gesunden Finanz- und Kapitalmarkt. Wie stark dieses Wechselspiel ist, hat die Finanzkrise im Jahr 2008 gezeigt. Die Stoßwellen eines strauchelnden Finanzsektors waren weltweit und in beinahe allen Wirtschafts- und Lebensbereichen spürbar. Viele der zuvor gemachten Fehler flogen schlagartig und kumuliert auf, und es liegt heute im gemeinsamen Interesse von Politik, Finanz- und Realwirtschaft, dass sich diese Krise nicht wiederholt.

Dass sich genau in dieser Zeit die Initiative Frankfurt Main Finance gründete, war ein wichtiges Signal und für den Finanzplatz Frankfurt von herausragender Bedeutung. Dies gilt nicht zuletzt, da hier das monetäre Herz der wichtigsten Volkswirtschaft Europas schlägt.

Frankfurt Main Fi­nance bildet seither die zentrale Plattform für Information und Austausch. Bis heute haben sich 50 namhafte Mitglieder angeschlossen, die sowohl Banken und Fintechs als auch Hochschulen und Beratungsunternehmen repräsentieren. Ihre Anliegen zu verstehen, Kräfte zu bündeln und Positionen zu formulieren ist der Auftrag der Frankfurt Main Finance. Die Verantwortlichen – allen voran der Präsident Dr. Lutz Raettig – erfüllen dies in herausragender Weise und nicht zuletzt aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung und ihres beachtlichen internationalen Netzwerks.

„Der Finanzplatz Frankfurt ist für Hessen weit mehr als ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Er bereichert unser Land als eine zusätzliche Facette, auf die wir stolz sind.“

Es geht aber auch darum, die Brücke zu Unternehmen der Realwirtschaft und den Verbrauchern zu schlagen. Die Mechanismen des Banken- und Kapitalmarktes zu verstehen – insbesondere in Zeiten eines rasanten digitalen Wandels und einer weltweiten Vernetzung – ist nicht einfach und zugleich die Grundlage für Vertrauen. Hier war über lange Zeit ein Vakuum entstanden, das nur durch das persönliche Engagement, Information und das Herunterbrechen komplexer Sachverhalte aufgelöst werden konnte. Frankfurt Main Finance hat dem Finanzplatz in Frankfurt und den hier niedergelassenen Instituten ein Gesicht gegeben. Das schafft Glaubwürdigkeit, Ansehen und Verbindlichkeit.

Kein einfacher Spagat

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für die Finanzindustrie stark verändert. Die Regulierungsstandards sind ungleich höher, und die Aufsichtsstrukturen wurden gegenüber 2008 angepasst. In Europa sind wir ganz aktuell auf dem bedeutenden Weg zur Kapitalmarkt- und Bankenunion. Im Fokus der politisch Verantwortlichen liegt bei allen vereinbarten Maßnahmen stets die Sicherung der Finanzmarktstabilität bei gleichzeitiger Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit in einem internationalen Umfeld. Kein einfacher Spagat, der aktuell durch geopolitische Veränderungen und den digitalen Wandel noch herausfordernder wird.

Der Finanzplatz Frankfurt ist für diese Herausforderungen bestens gewappnet. Das besondere Netzwerk aller relevanten Marktteilnehmer an einem Ort der kurzen Wege habe ich bereits beschrieben. Die Stabilität des Umfelds und das Ansehen der hiesigen Aufseher sind hoch und wichtige Standortfaktoren. Hinzu kommt eine leistungsstarke Infrastruktur. Die Stadt ist mit dem Frankfurter Flughafen und den zentralen Bahn- und Straßenverkehrsadern bestens an die europäischen und internationalen Hauptstädte angebunden, und der am Datendurchsatz gemessen größte Internet-Knoten der Welt „Deutsche Commercial Internet Exchange (DE-CIX) liegt in Frankfurt. An den hiesigen Hochschulen und spezialisierten Forschungseinrichtungen bilden wir junge Talente aus, auf die wir stolz sind und um die wir an anderen Finanzplätzen beneidet werden.

Wir haben deshalb allen Grund, optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft zu blicken. Es steht dem nichts im Wege, nach dem EU-Austritt Großbritanniens, den wir bedauern, die Spitzenposition im europäischen Gefüge einzunehmen. Derzeit erleben wir in Kontinentaleuropa einen intensiven Standortwettbewerb der Finanzplätze. Dabei geht es um die Frage, wer am meisten von den im Zuge des Brexit notwendig gewordenen Standortverlagerungen internationaler Banken und Dienstleister aus London in die EU 27 profitiert. Dass inzwischen viele Experten – nicht nur in Deutschland – die Vermutung äußern, Frankfurt könne unter allen kontinentalen Finanzplätzen der große Gewinner werden, ist ein Teilerfolg, auf den wir stolz sind.

Inseldenken aufgeben

Zugleich bin ich jedoch der Überzeugung, dass wir dieses Inseldenken aufgeben müssen. Europa wird international nur dann wettbewerbsfähig sein, wenn wir kooperieren und von einem europäischen Finanzplatz sprechen können. Weltweit war London bisher in dieser Position akzeptiert, und ich sage ganz selbstbewusst, dass wir diese Rolle perspektivisch in Frankfurt übernehmen wollen. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir langfristig attraktiv bleiben und Brücken nach Paris, Dublin, Luxemburg und anderen Finanzplätzen schlagen. Aber auch die Verbindung zur City of London bleibt von Bedeutung. Hier sind Botschafter wie Frankfurt Main Finance gefragt.

Der Brexit bietet uns ein Momentum, das es zu nutzen gilt. Wir schauen uns daher im Austausch mit Marktteilnehmern sehr genau die hiesigen Rahmenbedingungen an und diskutieren, wo wir Weichenstellungen vornehmen können und wollen, um langfristig attraktiv zu sein. Dabei beziehen wir unsere hohen Standards ebenso ein wie die Aktivitäten unserer Konkurrenz und die Veränderungen in einem weltweiten Gefüge. Zwei Beispiele, die anschaulich machen, wovon ich spreche: Zum einen die künftige Aufstellung der Abwicklung und Besicherung (Clearing) von in Euro lautenden Derivategeschäften oder zum anderen die Überlegungen zu den künftigen Finanzaufsichtsstrukturen in Europa. Hier werden die Leitplanken für die kommenden Jahre gesteckt, und wir beziehen klar Position.

Wir begreifen die aktuellen He­­r­ausforderungen als Chance. Gerade in diesem Prozess brauchen wir die starke und gewichtige Stimme der Frankfurt Main Finance. In diesem Sinne freue ich mich auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit!

 

Financial Centre Frankfurt

Die Zukunft können wir nur vernetzt denken

Hierfür ist Frankfurt gut gerüstet – Forum schafft Raum für Diskurse zu vielen Themen

Peter Feldmann. © Stadt Frankfurt am Main

Von Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt

Frankfurt Main Finance vereinigt zwei Traditionen, die für Frankfurt besonders bedeutsam sind. Das ist zum einen die bis in das 13. Jahrhundert zurückgehende Geschichte als Handels- und Finanzplatz, zum anderen die ebenso lange Historie bürgerschaftlichen Engagements. Es gehört bei uns zur Tradition der Händler und Gilden, die gemeinsamen Interessen durch Eigeninitiative zu unterstützen. Der Verein Frankfurt Main Finance führt dieses Prinzip in moderner Form weiter, weshalb ich als Oberbürgermeister der Stadt herzlich zum zehnjährigen Jubiläum gratuliere.

Eng am Puls der Stadt

Frankfurts Wohlstand ist untrennbar mit seiner Rolle als internationaler Finanzplatz verbunden. Mit seinem klaren Bekenntnis zur Region als zweitgrößtem Wirtschaftsraum der Republik ist Frankfurt Main Finance für uns zu einem unersetzlichen Partner im Standortmarketing geworden.

Dabei betont die Initiative nicht nur die harten Standortfaktoren Frankfurts wie verkehrsgünstige Lage, Standort von Unternehmen internationalen Ranges sowie die Rolle als europäisches Zentrum der Geldpolitik und -regulierung. Sie wirbt ebenso engagiert mit der Lebensqualität der Region. Das geschieht eng am Puls der Stadt: Wer News zum Gewinn des DFB-Pokals durch die Eintracht oder über die neue Altstadt sucht, wird auf den Seiten von Frankfurt Main Finance fündig. Wer als Neuankömmling Freizeittipps sucht, findet sie auch hier. „Finanzplatzinitiative“ mag spröde klingen, ist es aber nicht.

Frankfurt Main Finance schafft als Forum Raum für Diskurse zu vielenThemen, die sich mit dem Finanzplatz beschäftigen. Dabei bindet der Verein Akteure aus Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden ein. Er führt so mehrere Blickwinkel zusammen und überwindet die Grenzen der genannten Disziplinen. Impulse wie etwa zu Sustainable Finance, die wirtschaftliche und ökologische Komponenten vereinen, zeigen das beispielhaft auf.

Von diesem interdisziplinären Ansatz profitieren Finanzplatz und Stadt. Ebenso vielfältig ist die Herangehensweise: Tagungen, Get-togethers, Reisen zu internationalen Standorten, Fachpublikationen zum Download, Social-Media-Angebote – ein Kommunikationsmix, dessen Facettenreichtum beeindruckt. Hier ist die Stadt gerne Partner, wie zuletzt mit einer gemeinsamen Tour für Wirtschaftsjournalisten zum Thema Euro-Clearing.

Fintechs nehmen einen breiten Raum im Angebot der Initiative ein. Unternehmen, welche die Stadtbesonders im Fokus hat, – ebenso wie Frankfurt für diese als Alternative zu anderen Standorten wie Berlin immer wichtiger wird: Die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) befragte 2017 bundesweit 450 Unternehmen, deren Gründung nicht länger als zehn Jahre zurückliegt. Darunter waren 50 Start-ups im Großraum Frankfurt, auch aus den Branchen E-Commerce und Financial Services. 90 % davon rechnen mit einer steigenden Bedeutung Frankfurts als Start-up-Hub. Fast alle bewerten das Gründerklima als „gut“ oder „sehr gut“.

„Es gehört bei uns zur Tradition der Händler und Gilden, die gemeinsamen Interessen durch Eigeninitiative zu unterstützen. Der Verein Frankfurt Main Finance führt dieses Prinzip in moderner Form weiter.“

Die Statistik bestätigt diese Einordnung. Berlin hat 3,7 Millionen Einwohner, Hamburg 1,86 Millionen. Frankfurt, mit 730 000 Einwohnern die fünftgrößte deutsche Großstadt, liegt bei den Gründungen auf Platz 3. Um diese Entwicklung zu forcieren, habe ich die Initiative zur Gründung eines großen Institutes für künstliche Intelligenz ergriffen. Dieses soll Brücken bauen zwischen Wissenschaft und Theorie sowie Wirtschaft und Praxis. Wir werden so die Chancen der technologischen Zukunft einem breiten Publikum aus Wirtschaft und Gesellschaft zugänglich machen.

Vielversprechendes Ökosystem

Die positive Entwicklung in unserer Stadt bestätigen auch andere. In einer von der Goethe-Universität und weiteren Partnern in Auftrag gegebenen Studie heißt es: „Die Botschaft ist klar: Frankfurt ist ein vielversprechendes Ökosystem, aber es gibt immer noch Schlüsselbereiche, in denen die Zusammenarbeit dringend notwendig ist.“ Hier zeigt sich eine weitere wertvolle Funktion der Initiative: Die Stadt hat einen Partner an ihrer Seite, der mit kritischem Blickwinkel auf Verbesserungspotenziale hinweist. Denn wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Das funktioniert aber nur im Zusammenspiel vieler. Hierzu zählen nicht nur die mehr als 200 Kreditinstitute – davon rund 160 Auslandsbanken – und die Regulierer wie Europäische Zentralbank (EZB), Deutsche Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Über Grenzen hinaus schauen

Für den analytischen Blickwinkel sorgt das dichte Netzwerk der Finanzwissenschaft in der Region. Ebenso nötig ist es, über die eigenen Grenzen hinauszuschauen, etwa in das Versicherungswesen, in die Realwirtschaft oder zu anderen Finanzplätzen. Hierfür bietet der Verein Frankfurt Main Finance den passenden Rahmen, weshalb die Stadt zu seinen Mitgliedern zählt. Denn die Zukunft des Finanzplatzes können wir nur vernetzt denken. Hierfür ist die Stadt gut gerüstet!

Frankfurt Main Finance – zehn Jahre für den Finanzplatz

Frankfurt Main Finance (FMF) hat Grund zu feiern. Vor zehn Jahren wurde die Finanzplatzinitiative gegründet und ihre Bedeutung nimmt stetig zu. Seit dem Brexit-Referendum und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft ist FMF weiter gewachsen und hat heute mehr als 50 renommierte Mitglieder. Gegründet im Jahr 2008 als Reaktion auf die Finanzkrise und auf Betreiben des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und der früheren Oberbürgermeisterin Frankfurts, Petra Roth, gibt FMF der Finanzbranche in Frankfurt und der Region eine weltweit vernehmbare Stimme.

„Der Finanzplatz Frankfurt spielt bei der Bewältigung der großen Herausforderungen, die der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union für die Finanzindustrie mit sich bringt, eine bedeutende Rolle“, sagt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. „In diesen Zeiten ist es wichtig, dass Frankfurt Main Finance die Interessen der Finanzwirtschaft in Hessen und in der Bundesrepublik bündelt und vernehmbar macht. Davon profitieren auch Handel und Industrie und damit das ganze Land.“

„Frankfurt ist eine weltoffene, lebenswerte und internationale Stadt. Die Finanzmetropole ist ein herausragender und attraktiver Wirtschaftsstandort. Die zentrale Lage in Europa, die passende Infrastruktur und auch die Nähe zur Zentralbank sind weitere Aspekte, die für Frankfurt sprechen“, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Frankfurt kann einen wichtigen Beitrag zur Finanzstabilität in Europa leisten und Frankfurt Main Finance kommuniziert die Leistungsfähigkeit der Stadt seit Jahren weltweit mit offensichtlichem Erfolg.“

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, sagt: „Wir sind stolz, all die Jahre das Vertrauen unserer Mitglieder zu genießen, deren Zahl immer weiter zunimmt. Für uns ist das Ansporn, die vor uns liegenden Aufgaben mit Energie anzugehen und weiterhin Verantwortung für den Finanzplatz zu übernehmen. Dabei bauen wir darauf, dass die exzellente Zusammenarbeit mit dem Land Hessen, der Hessen Trade & Invest sowie den Städten Frankfurt und Eschborn und deren Wirtschaftsförderungen fortgeführt wird.“

Derzeit ist die Positionierung Frankfurts und der Region im Werben um die Verlagerung von Arbeitsplätzen aus London in die Europäische Union eine der vordringlichsten Aufgaben von Frankfurt Main Finance. Seit dem frühen Morgen nach der Referendumsentscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, steht der Finanzplatz am Main im Zentrum weltweiter Aufmerksamkeit. Schon von der ersten Stunde an vorbereitet und sprechfähig gewesen zu sein, hat Frankfurt einen erheblichen medialen Vorteil verschafft, den FMF seitdem nutzt, um die Vorteile Frankfurts auch dort zu platzieren, wo gegenüber der Mainmetropole Skepsis oder Unkenntnis vorherrscht.

Seit März 2016, als das Thema Brexit auf der medialen Landkarte Gestalt gewann, wurde Frankfurt Main Finance allein mit diesem Thema in mehr als 2.323 verschiedenen Medien in 96 Ländern erwähnt, es wurden rund 850 Interviews geführt und somit etwa 10 Milliarden potenzielle Leser erreicht. Vertreter von FMF waren auf einschlägigen Veranstaltungen in den USA, in Japan, Korea, im Nahen Osten, selbstverständlich immer wieder in London, in Berlin und in Brüssel, um die Position des Finanzplatzes zu vertreten.