FMF begrüßt Brexit-Einigung – Verlagerung von 750 – 800 Milliarden Euro Bilanzvolumen nach Frankfurt erwartet

Die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance (FMF) begrüßt die am vergangenen Wochenende getroffene Vereinbarung zwischen der Europäischen Union (EU) und Großbritannien. Denn sie schafft sehr viel mehr
Klarheit, wenn auch noch keine endgültige. FMF hofft zudem im Interesse aller Betroffenen, dass dieser Vertrag nun am 11. Dezember vom britischen Parlament ratifiziert wird. Als sicher kann das aber nicht gelten, und ein harter Brexit ist noch nicht abgewendet. Zudem steht bei Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Entscheidung dazu an, ob der Artikel 50 noch einmal vor dem Ende der Laufzeit widerrufen werden kann. Somit besteht auch noch die Hoffnung auf einen Verbleib Großbritanniens, wenn das Urteil des EuGH dies bestätigen sollte. Die Wahrscheinlichkeit ist aber eher gering.

„Damit ist für die Finanzinstitute klar: Der Brexit kommt, die extreme Variante eines Austritts ohne Austrittsabkommen kann aufgrund der unsicheren Mehrheitsverhältnisse im britischen Parlament weiterhin nicht ausgeschlossen werden, auch wenn sie etwas unwahrscheinlicher geworden ist. Dagegen kann ein Verbleib Großbritanniens in der EU zwar nicht ganz ausgeschlossen werden, darf aber als sehr unwahrscheinlich gelten. Nun ist der Pfad für die Finanzinstitute abgesteckt. Die Brexit-Pläne werden umgesetzt“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance.

Aus einer Rede von Danièle Nouy, Vorsitzende des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus der Europäischen Zentralbank (EZB), wissen wir, dass 37 Finanzinstitute, Banken und Wertpapierhandelsbanken, neue Lizenzen bei der EZB beantragt oder existierende ausgeweitet haben und diese bereits erhalten haben oder sie nach aller Voraussicht in Kürze erhalten werden.

30 dieser Institute haben sich für Frankfurt als ihrem Europäischen Sitz entschieden. Da sich etliche der Banken an mehreren Standorten niederlassen werden, wird es nach Ansicht von FMF viele Zahlen geben, die sich auf mehr als die von Frau Nouy genannten 37 addieren werden. Von dieser Verteilung profitiert der Standort Frankfurt aber auch, denn rund ein halbes Dutzend Finanzinstitute, die sich für Standorte in anderen EU Ländern entschieden haben, bauen ihre Präsenz dennoch maßgeblich in Frankfurt aus.

„In Gänze rechnen wir daher mit einer Verlagerung von 750 – 800 Milliarden Euro Bilanzvolumen von London nach Frankfurt, der Großteil davon dürfte im ersten Quartal 2019 verlagert werden“, sagt Väth. „Dabei wird es nicht bleiben.“

„Angesichts der aktuellen Situation stehen die Banken vor der Wahl, nun entweder nur das Nötigste zu verlagern oder sich auf die Verlagerung des gesamten Geschäftes vorzubereiten“, so Väth weiter. Die Institute haben auf diese Frage unterschiedliche Antworten gefunden. „Solange noch Unsicherheit besteht, dürften die meisten Institute die Minimallösung präferieren. In jedem Fall ist klar: Danach wird es erhebliche Zweitrundeneffekte geben.“

Als wichtiges Zeichen an die Finanzinstitute wertet Frankfurt Main Finance den Gesetzentwurf zur Lockerung des Kündigungsschutzes für Risikoträger mit hohen Einkommen. „Hier hat die Politik versprochen und geliefert. Das wird international sehr genau beobachtet, weil es zeigt, dass der Finanzplatz unterstützt wird.“

„Entsprechend werden die Zweitrundeneffekte nach Ansicht von Frankfurt Main Finance signifikant sein. Wir halten an dem von uns am Tag 1 nach dem BrexitReferendum geschätzten Potential von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen für Frankfurt fest. Allerdings zeichnet sich eine zweite Übergangsphase, die voraussichtlich bis Ende 2022 andauern wird, und damit eine weitere Verzögerung ab. Aus den ursprünglich erwarteten 5 Jahren für die Verlagerung von Arbeitsplätzen ab dem Zeitpunkt des Referendums im Juni 2016 werden daher nun 8 Jahre.“

Ein gewichtiges Argument für die Entscheidung der Finanzinstitute, Geschäft nach Frankfurt zu verlagern, war die von der deutschen Politik signalisierte Bereitschaft, das Thema Arbeitsschutz für Risikoträger zu überdenken. Nach der Aufnahme in die Koalitionsvereinbarungen, liegt der speziell auf Risikoträger hin maßgeschneiderte Gesetzentwurf nun zur Abstimmung in den Ressorts vor. „Die Politik hat zugehört, hat versprochen und liefert“, sagt Väth. „Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Bankenverlagerung nach Deutschland gewollt ist. Es ist ein Zeichen, das gesehen und geschätzt wird.“

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt

Duftende Lebkuchen und glitzernde Lichter: Der Frankfurter Weihnachtsmarkt zieht Besucher aus aller Welt an

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt blickt auf eine lange Tradition zurück und zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Bis ins Jahr 1393 lässt sich nachweisen, dass an Weihnachten in Frankfurt Märkte stattfanden. Traditioneller Mittelpunkt des Marktes ist der Römerberg, der mit seinen historischen Fachwerkhäusern die Kulisse für einen der schönsten und größten Weihnachtsmärkte des Landes bietet. Die durchschnittlich drei Millionen Besucher können 2018 vom 26. November bis zum 22. Dezember die festliche Stimmung zwischen Innenstadt und Römerberg genießen.

Highlight der Eröffnungsfeier am 26. November wird ein Live-Konzert der Oper Frankfurt sein. Und bis zum 22. Dezember reicht das musikalische Angebot von der Darbietung internationaler Weihnachtslieder auf der Bühne am Römerberg, dem Spiel der Turmbläser der Alten Nikolaikirche bis hin zum großen Stadtgeläut mit dem zeitgleichen Läuten von 50 Glocken.

Anlässlich der Fertigstellung der neuen Frankfurter Altstadt, findet sich deren Umriss auf der neuen Glühweintasse 2018. Wer sich eine der allerersten Tassen sichern möchte, kann diese bereits ab dem 26. November in den Tourist Informationen Römer und Hauptbahnhof sowie direkt auf dem Markt in der Frankfurt Information-Hütte erwerben.

Frankfurter Weihnachtsmarkt - © #visitfrankfurt, Holger Ullmann

Frankfurter Weihnachtsmarkt – © #visitfrankfurt, Holger Ullmann

Von Apfelwein bis Zimtstern

Über 200 Weihnachtsmarktbuden locken die Besucher mit weihnachtlichen Geschenken, Kitsch und Leckereien. Neben den Klassikern, gebrannte Mandeln, Glühwein und Bratwürstchen, erfreuen sich typische Frankfurter Weihnachtsspezialitäten wie Bethmännchen, warmer Apfelwein und Quetschmännchen besonderer Beliebtheit.

Neben der kulinarischen Vielfalt erwarten den Besucher klassische Weihnachtsmarktartikel aus den Bereichen Dekoration und Volkskunst, aber auch modernes Kunsthandwerk und typische Frankfurter Waren wie Dippe und Steinguterzeugnisse. Auf dem angrenzenden Kunsthandwerksmarkt in den Römerhallen sowie der Paulskirche gibt es zudem die Möglichkeit, sich auf die Suche nach einem außergewöhnlichen Weihnachtsgeschenk zu machen. Der Kunstmarkt in den Römerhallen beginnt am Freitag, den 7. Dezember. Für alle diejenigen, die sich schon ein paar Tage zuvor auf die Suche nach Weihnachtsgeschenken begeben wollen, öffnet der Kunstmarkt in der Paulskirche schon am Dienstag. Auch vor den Toren der Stadt findet sich außerdem eine Vielzahl romantischer Weihnachtsmärkte in Odenwald, Rheingau, Taunus und Wetterau.

Weihnachtsmarktführungen

Am 16. Dezember wird für Blinde und Sehbehinderte die Weihnachtsmarktführung „Glühwein, Geschichten & Gebäck“ angeboten und die Frankfurter Weihnachtsmarkt-Spezialitäten vorgestellt. Begleitet vom Duft gebrannter Mandeln lernen Blinde und Sehbehinderte bei diesem Rundgang den Frankfurter Weihnachtsmarkt kennen und erfahren dabei allerlei Geschichten über das historische und moderne Frankfurt sowie Frankfurter Persönlichkeiten.

Zu Frankfurter Tourismusbüro einen eineinhalb stündigen Rundgang über den Frankfurter Weihnachtsmarkt an. Die Highlights sind Karussellfahrten, Glühwein, eine Bethmännchen- Kostprobe und der Besuch der Dachgalerie der Alten Nikolaikirche.

Ein weiteres Highlight stellt ein geführter Rundgang durch die verwinkelten Gassen der neuen Frankfurter Altstadt dar. Eine deutschsprachige Tour beginnt um täglich um 14 Uhr. Auch für englischsprachige Weihnachtsmarktbesucher wird die Tour durch die neue Altstadt angeboten. An sechs Terminen, beginnend ab dem 1. Dezember, können englischsprachige Gäste das Frankfurter Altstadt-Flair genießen. Die Besucher erwartet eine spannende Mischung aus Neubauten und Rekonstruktionen.

Rosa Weihnacht

An der Frankfurter Hauptwache finden sich weitere Weihnachtsmarktstände, die das klassische Weihnachtsmarktgelände bis auf die Shoppingmeile Zeil erweitern und somit einen Übergang zum Weihnachtsbummel bilden. Auf dem Friedrich-Stolze-Platz findet zudem die sogenannte „Rosa Weihnacht“ statt, die von der Gay Community des Rhein-Main-Gebietes ausgerichtet wird und mit bunten Lichtern sowie ausgefallener Dekoration und Gestaltung eine besondere Atmosphäre schafft.

Alle Informationen rund um die Anreise, Veranstaltungsanmeldungen, den Frankfurter Weihnachtsbaum oder die Glühweintassen hat das Frankfurter Tourismusbüro für Besucher hier zusammengestellt.

 

Bildnachweis: © #visitfrankfurt, Holger Ullmann, www.frankfurt-tourismus.de

Green and Sustainable Finance Cluster_ Grüneburgpark Frankfurt

Green and Sustainable Finance Cluster Germany (GSFCG)

Stärkung einer nachhaltigen Zukunft am Finanzplatz Frankfurt

Ohne einen starken und verantwortungsvollen Finanzsektor ist eine nachhaltige Zukunft nicht möglich. Laut des Baseline Report des Green and Sustainable Finance Cluster Germany (GSFCG) erfordert alleine die Emissionseinsparungen, die Deutschland bis 2050 im Rahmen internationaler Verpflichtungen erreichen müsste, Investitionen in Höhe von 530 Milliarden Euro. Weiterlesen

Deutsches Aktieninstitut_Die Hauptversammlung

Rückblick auf die 15. Jahrestagung „Die Hauptversammlung“ des Deutschen Aktieninstituts

Wenn Theorie und Praxis aufeinandertreffen

„Die Bude ist gerappelt voll“, begrüßte Dr. Claudia Royé, Leiterin Kapitalmarktrecht beim Deutschen Aktieninstitut, am 23. Oktober die Teilnehmer der 15. Jahrestagung „Die Hauptversammlung“. Über 125 hochrangige Experten waren nach Frankfurt am Main gekommen. Obwohl – oder gerade weil – die Veranstaltung kurzfristig um vier Wochen verschoben worden war, um die Veröffentlichung des Referentenentwurfs zur Umsetzung der geänderten Aktionärsrechterichtlinie abzuwarten.

Wie komplex sich die Stärkung der Eigentümerrechte gestaltet, wurde durch die verschiedenen Redebeiträge überdeutlich. Während beispielsweise der Gesetzgeber den direkten Kontakt zwischen Gesellschaft und Aktionär im Blick hat und dafür die Dominanz von Intermediären zurückzudrängen beabsichtigt, sind gerade die es, die diesen Kontakt über Ländergrenzen hinweg überhaupt erst ermöglichen. Die digitalen Abläufe um SWIFT greifen eben doch noch nicht nahtlos ineinander, über die Grenzen von Ländern und nationalen Jurisdiktionen hinweg.

Fokus auf Nachhaltigkeit als Folge der Finanzkrise

Aber nun von Anfang an: Die erste Version des Gesetzes zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie, besser bekannt unter ARUG, trat 2007 in Kraft. Das war vor der Finanzkrise. In deren Folge wanderte der Fokus immer mehr auf die Nachhaltigkeit von Unternehmen, was wiederum das Engagement der Investorenseits auf diesem Feld zur Folge hatte. Während also noch um die Jahrtausendwende die immer weiter abnehmende Präsenz von Stimmrechten auf den Hauptversammlungen ein großes Problem darstellte, steht heute eher die Kanalisation von Investorenbegehren im Mittelpunkt.

Daher konzentrieren sich die Neuerungen, die ARUG II ausmachen, auf die Themenfelder Aktionärsidentifikation, Verbesserung der Transparenz bei institutionellen Anlegern, Vermögensverwaltern sowie Stimmrechtsberatern, Regelungen zur Zustimmung und Bekanntmachung von Geschäften mit nahestehenden Personen oder Unternehmen und schließlich die Politik zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Vergütungsbericht. Letztlich soll zum einen börsennotierten Gesellschaften geholfen werden zu verstehen, mit welchen Aktionären sie es zu tun haben und in welchem Ausmaß diese sich in Bezug auf die Gesellschaft engagieren. Demgegenüber soll es Investoren erleichtert werden, eine Diskussion über die richtige Incentivierung des Managements zu führen.

Corporate Governance Gedanke stärkt Einfluss der Hauptversammlung

Die verschiedenen Vorträge befassten sich neben den Neuerungen aus dem ARUG II auch mit weiteren Themen rund um die Hauptversammlung. So drehen sich die Interessen institutioneller Anleger vermehrt um die Arbeit des Aufsichtsrats, dem sie im Zweifel die Entlastung verwehren. Zumeist, aber eben nicht in allen Fällen, bleibt die Nichtentlastung des Aufsichtsrats ohne Folgen: Im MDAX musste ein Aufsichtsratsvorsitzender jedoch daraufhin sein Amt räumen. Andererseits gleicht es aus Sicht der Unternehmen einer Quadratur des Kreises, die zum Teil sehr gegensätzlichen Corporate Governance-Vorstellungen aller institutioneller Investoren gleichzeitig zu berücksichtigen. Sogenannte Governance Roadshows zur Abklärung der Vorstellungen bei den Hauptaktionären durch den Emittenten werden wohl in Zukunft zum Standard werden.

Deutsches Aktieninstitut_Die Hauptversammlung

ARUG II stellt hohe Anforderungen an den Aufsichtsrat

Der Minderheitenschutz durch die Regulierung von Geschäften mit nahestehenden natürlichen oder juristischen Personen ist das komplizierteste Kapitel von ARUG II. Die Diskussion darüber war sehr abstrakt, eine Anreicherung durch Beispiele hätte ihr gutgetan. Zumal etliche Ausnahmen von der Regel vorgesehen sind. Dr. Cordula Heldt, Leiterin Gesellschaftsrecht und Corporate Governance des Deutschen Aktieninstituts, demonstrierte in ihrem Vortrag sehr eindrücklich die Vielschichtigkeit dieses Themas, das auf Aktionärsseite sicher nur einigen Spezialisten verständlich ist. Bleibt zu hoffen, dass sich zukünftig genügend Aufsichtsräte finden lassen, die die Feinheiten durchschauen.

Prof. Dr. Ulrich Seibert, Ministerialrat im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hatte die Erläuterung des ARUG II Referentenentwurfs mit dem Hinweis eingeläutet, dass der massive, weltweite Rückgang bei börsennotierten Unternehmen wohl auch einer gewissen Überregulierung geschuldet ist. Sicher hat er aus Frankfurt allerhand Anregungen zur Verschlankung der Vorschriften mitgenommen.

von Dr. Charlotte Brigitte Looß