Hessen bündelt Brexit-Wissen im Internet

In Kürze wird Großbritannien aus der EU ausscheiden. Um Menschen über den Brexit zu informieren, stellt Europaministerin Lucia Puttrich das Informationsangebot des Landes in einer Pressemeldung vor: „Wir informieren Bürger, Unternehmen und Institutionen, was auf sie zukommen kann“

Die Hessische Landesregierung fasst Informationen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen rund um das Thema Brexit im Internet zusammen. Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat am Mittwoch ein umfangreiches Angebot auf der Webseite des Landes (www.hessen.de) vorgestellt. „Wer sucht, findet im Internet ganz viele Informationen an ganz vielen Stellen. Für uns ist aber wichtig, dass die Menschen in Hessen sich möglichst schnell und einfach informieren können. Dafür haben wir jetzt ein umfangreiches Paket geschnürt“, sagt Ministerin Puttrich. Die Hinweise sind insbesondere bei einem harten Brexit wichtig. In diesem Fall scheidet das Vereinigte Königreich ohne Übergangsregelung aus der Europäischen Union aus.

Das Angebot enthält zahlreiche Verweise auf Informationen des Europäischen Union, der Bundesregierung und weiterer Einrichtungen sowie Rechtsvorschriften. „Alle Ressorts der Landesregierung haben sich in den vergangenen Monaten immer wieder eng darüber abgestimmt, welche Lebensbereiche vom Brexit besonders betroffen sein werden“, sagt Lucia Puttrich weiter. Das Informationsangebot im Internet ist ein Ergebnis dieser Abstimmungsgespräche und wird zeitnah noch erweitert.

„Wir wissen, dass viele Unternehmen seit langem mit dem harten Brexit planen und so gut wie möglich vorbereitet sind“, sagt die Ministerin weiter. Neben Unternehmen und Universitäten seien aber zum Beispiel auch Schulen und Vereine, die Austausche oder sportliche Begegnungen planten, vom Brexit betroffen. Der einzelne Bürger müsse zum Beispiel wissen, dass sich die Bestimmungen für die Einreise von Haustieren oder die Grenzen der Freimengen ändern, wenn Großbritannien die EU verlässt. Auch der Onlinehandel ist ein Thema: Wenn Kunden bei einem Anbieter in Großbritannien shoppen, wird ab einem gewissen Warenwert künftig Einfuhrumsatzsteuer fällig.

„Wir können die gesetzlichen Regeln nicht ändern, wenn der Brexit kommt“, fasst Europaministerin Lucia Puttrich zusammen. „Wir können die Menschen aber darüber aufklären, was er für sie bedeuten kann.“

For a future-proof financial system as a mainstay for competitiveness and employment in Germany – elements of a policy roadmap

„Deutschland, Europa und die Welt stehen vor einem grundlegenden Wandel, der sich als Herausforderung erweist, die von allen Bereichen der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bewältigt werden muss. Angesichts der globalen Erwärmung ist ein Umdenken unvermeidlich, um die Lebensgrundlagen von rund zehn Milliarden Menschen bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts nachhaltig zu sichern. Die Gestaltung eines solchen Umbruchs wird den Weg in eine klimaverträgliche und nachhaltige gesellschaftliche Ordnung ebnen.“

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EZB-Chefvolkswirt warnt vor „Teufelskreis“

Peter Praet, Vorstandsmitglied und Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, sorgt sich um die Auswirkungen von Unsicherheiten wie Brexit und Italien. In seiner Rede „Preisstabilität im Euroraum erhalten“, die am 20. Februar 2019 beim 11. Finanzplatzfrühstück in der Deutschen Bundesbank vor 100 Gästen stattfand, warnte Praet vor einem Teufelskreis für die Wirtschaft im Euroraum. Das Finanzplatzfrühstück wird von Frankfurt Main Finance gemeinsam mit dem Verband der Auslandsbanken in Deutschland organisiert. Seit 2015 bietet diese Veranstaltungsreihe den Entscheidungsträgern und Vordenkern der Finanzindustrie eine Plattform, um die aktuellsten Themen für den europäischen und globalen Finanzsektor zu beleuchten.

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Von links: Claus Döring, Chefredakteur Börsen-Zeitung, Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance, Horst Grüneis, Präsident Rotary Club Bad Homburg-Kurpark.

„Schauen wir auf die Chancen des Brexit für die Region“

Frankfurt Main Finance e.V. startet eine Initiative, um den Bürgerinnen und Bürgern der Rhein-Main-Region die Chancen aus dem Brexit für den Finanzplatz Frankfurt im persönlichen Dialog zu erläutern.

Auf Einladung des Rotary Clubs Bad Homburg-Kurpark warb FMF Geschäftsführer Hubertus Väth in einem Vortrag in der ehemaligen englischen Kirche zum Thema „Brexit – was hat Frankfurt davon“ dafür, sich mit Offenheit und Interesse aktiv für den Finanzplatz zu engagieren.

Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance

Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance

„Frankfurt am Main hat die historisch einmalige Chance, zum wichtigsten Finanzplatz innerhalb der Europäischen Union zu werden“, erklärte Hubertus Väth. Zahlreiche Finanzinstitute müssten sich wegen lange bestehender EU-Regeln – Stichworte Euro und europäischer Pass – einen neuen Standort suchen.

Im Wettbewerb insbesondere mit Paris, Amsterdam, Dublin, Luxemburg, verzeichne Frankfurt mit seinem zurückhaltenden, aber koordinierten Werben deutliche Erfolge: mehr als 30 Finanzinstitute hätten bereits angekündigt, nach dem Brexit ihre Europazentralen an den Main zu verlagern. „Der Brexit ermöglicht in Frankfurt eine Erneuerung, weitere Professionalisierung und Verjüngung der Finanzindustrie.“

„Die Stadt punktet nicht bloß mit quantitativen Faktoren, wie die starke Volkswirtschaft oder die stabile Rechtsordnung, sondern auch mit vielen qualitativen Faktoren außerhalb des Finanzbereichs“, so Väth. So stammten rund 80 Prozent der neuen Mitarbeiter aus Deutschland, weshalb keine nachhaltige Steigerung der Immobilienpreise für Wohnungen zu erwarten sei. Frankfurt verfüge über eine sehr hohe Lebensqualität: Die Luftreinheit, der Anteil an Grünflächen oder die Kinderfreundlichkeit seien wichtige Pluspunkte, denen Frankfurt auf Platz 7 in einem internationalen Städtevergleich verdanke.

Mit einem Zitat zur Zukunft der englischen Kirche aus dem Tanusboten vom 13. Januar 1920, das für Hubertus Väth auch aktuell für den Finanzplatz ist, endete der Vortrag „Hier Schwierigkeiten zu machen, läge auch kaum im Interesse des Bades Homburg, das ja gerne wieder Engländer in seinen Mauern sehen möchte“.

Bei der Veranstaltung des Sozialfonds Rotary Club Bad Homburg-Kurpark in Kooperation mit dem Magistrat der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe erklärte Rotary-Präsident Horst Grüneis bei seiner Begrüßung, es sei unverständlich, warum es den politisch Verantwortlichen in der EU nicht gelungen sei, das Vereinigte Königreich in der EU zu halten. Die lebhafte Diskussion nach dem Vortrag moderierte Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung.

„Die Bedeutung des Standorts für Finanzinstitutionen und deren erweitertes Ökosystem steht außer Frage“

Frankfurt Main Finance (FMF) wächst stetig. Im Interview lesen Sie, warum der Wissens- und Informationstechnologiedienstleister Wolter Kluwers | CCH® Tagetik der Finanzplatzinitiative Anfang des Jahres beigetreten ist und wo er die Stärken des Finanzplatzes sieht.

Warum treten Sie als Mitglied bei FMF als Unterstützer des Finanzplatzes auf?

Der Finanzplatz Frankfurt besitzt für unsere Kundenklientel eine hohe Bedeutung, und wir möchten diesen daher im Einklang mit unseren Kundeninteressen bestmöglich fördern. Wir sehen diese Art als eine Win-Win-Situation für beide Seiten, da wir zum einen dem Finanzplatz Unterstützung mit unserem Expertenwissen zur Verfügung stellen und gleichzeitig unsere Marke im Raum Frankfurt bekannter machen, sodass sich eine in unseren Augen gute Balance daraus ergibt.

Die aktive Beteiligung im FMF-Verein versetzt uns zudem in die Lage, noch engere partnerschaftliche und nachhaltige Beziehungen zu anderen Akteuren am Finanzstandort Frankfurt pflegen zu können und sich über Chancen und Herausforderungen auszutauschen.

Wie trägt Ihr Unternehmen zur Entwicklung des Finanzplatzes bei?

Wir möchten durch die aktive Beteiligung als im FMF-Verein tätiger IT-Lösungsanbieter unser vielfältiges Prozess- und Digitalisierungswissen im Finanzbereich für Unternehmen im Raum Frankfurt zur Verfügung stellen. Wir glauben zudem, durch unser ergänzendes Netzwerk einen großen Mehrwert für die FMF-Community bereitstellen zu können, von dem alle Mitglieder profitieren und somit der Finanzplatz Frankfurt als Ganzes unterstützt wird.

Wo sehen Sie die Stärken des Finanzplatzes, was ist ausbaufähig?

Die Bedeutung des Standorts für Finanzinstitutionen und deren erweitertes Ökosystem steht außer Frage, Frankfurt ist ein weltweit bekannter Finanzplatz. Die Vielfalt des kulturellen Angebots ist stark, aber in seinem Bekanntheitsgrad länderübergreifend ausbaufähig. Der Finanzplatz Frankfurt ist bereits ein pulsierender Digitalstandort, der viele namhafte (insb. mittelständische) IT-(Dienstleistungs)Unternehmen vorzuweisen hat. Als IT-Unternehmen sehen wir jedoch noch Potential, diesen Aspekt noch stärker in und für die Wahrnehmung von Stadt und Region zu rücken.

CFS Index Standardfragen

CFS-Index leicht rückläufig

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im vierten Quartal 2018 um 1,2 Punkte auf 112,8 Punkte. Der leichte Rückgang ist auf ein schwächeres Wachstum der Erträge bei relativ konstantem Umsatzwachstum in der gesamten Finanzbranche zurückzuführen. Des Weiteren melden die Dienstleister bei ihrem Investitionsvolumen einen deutlichen Rückgang des Wachstums, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde, und es werden weniger Mitarbeiter eingestellt. Bei den Finanzinstituten steigt das Investitionsvolumen leicht an, und sie halten die Anzahl der Mitarbeiter entgegen ihren Erwartungen unverändert konstant. Für das laufende Quartal wird jedoch weiterhin mit einem Stellenabbau gerechnet.

„Sind Dienstleister anpassungsfähiger als Banken? Der Jahresvergleich legt diese Folgerung nahe: Während bei Dienstleistern die Sachinvestitionen steigen und zugleich die Mitarbeiterzahl nach unten tendiert, dreht sich der Zusammenhang bei Banken um: Die Investitionsausgaben tendieren nach unten, während der Personalstand gehalten wird. Angesichts der sinkenden Ertragsaussichten wirft dies die drängende Frage bei den Banken auf, wie sie die notwendige Kapazitätsanpassung gestalten werden“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird positiv beurteilt

Ungeachtet der Unsicherheiten über das Brexit-Austrittsabkommen beurteilt die Finanzbranche die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland weiterhin sehr positiv. Im vierten Quartal 2018 steigt der entsprechende Wert leicht um 1,0 Punkte auf 127 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Überzeugung, dass der Finanzplatz Frankfurt an internationaler Bedeutung zunehmen wird, herrscht in der Finanzbranche schon geraume Zeit vor und ist wohl begründet. Der jüngste, leichte Anstieg des Index dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU mit jedem Tag näher rückt und zunehmend greifbar wird.“

Umsatzwachstum der Finanzbranche kaum verändert / Ertragswachstum rückläufig

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzinstitute hat sich im vierten Quartal 2018 kaum verändert. Der entsprechende Sub-Index steigt um 0,1 Punkte auf 112,7 Punkte. Für das laufende Quartal wird wieder ein leichter Anstieg erwartet. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 120,9 Punkten 2,8 Punkte niedriger als im Vorquartal. Es wird erwartet, den aktuellen Stand zu halten.

Das Ertragswachstum der beiden Gruppen entwickelt sich rückläufig. Dabei sinkt der Sub-Index der Finanzinstitute um 3,1 Punkte auf 108,5 Punkte, befindet sich aber immer noch auf einem soliden Stand. Die Dienstleister verzeichnen, wie zuvor erwartet wurde, einen deutlicheren Rückgang um 4,8 Punkte auf 111,5 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen wieder einen leichten Anstieg.

Investitionsvolumen der Finanzinstitute konstant / Stärkerer Rückgang als erwartet bei den Dienstleistern

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im vierten Quartal leicht um 1,3 Punkte gestiegen und verweilt mit 112,1 Punkten auf einem mittleren Niveau. Für das erste Quartal 2019 wird keine wesentliche Änderung erwartet. Hingegen melden die Dienstleister im vierten Quartal einen deutlichen Rückgang, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde. Der Sub-Index sinkt entsprechend um 6,7 Punkte auf 112,2 Punkte. Es wird erwartet, diesen Rückgang im laufenden Quartal wieder zu korrigieren.

Trotz erwartetem Stellenabbau halten Finanzinstitute die Anzahl der Mitarbeiter weiterhin konstant / Dienstleister stellen weniger Mitarbeiter ein

Der Mitarbeiter-Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 0,4 Punkte und signalisiert wie schon im Vorquartal mit 100,5 Punkten eine neutrale Stimmungslage. Bei den Dienstleistern hat sich, wie zuvor erwartet, das Mitarbeiterwachstum weiter verlangsamt. Der entsprechende Sub-Index befindet sich mit -6,4 Punkten auf 111,5 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister damit, dieses Niveau des Mitarbeiterwachstums halten zu können. Hingegen erwarten die Finanzinstitute weiterhin einen Stellenabbau.

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS Index Sonderfragen

CFS-Umfrage: Ein großer Teil der deutschen Finanzbranche rechnet mit einem „harten Brexit“

Am 29. März 2019 soll der rechtskräftige Austritt Großbritanniens aus der EU erfolgen. Aufgrund von Uneinigkeiten hinsichtlich des Austrittsabkommens könnte es zu einem „harten Brexit“, also einem ungeordneten Austritt der Briten kommen.

Ungeachtet der möglichen Folgen im Falle eines harten Brexits, so ergab eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies, vertritt die Mehrheit der deutschen Finanzbranche (66% der Befragten) die Meinung, die EU solle keine weiteren Zugeständnisse machen, obwohl fast die Hälfte der Befragten (46%) mit einem harten Brexit rechnet. 52% hingegen erwarten einen glimpflicheren Ausgang des Konflikts.

Während 51 % der Befragten denken, dass die Finanzinstitute in Deutschland nicht auf alle Szenarien, also auch nicht auf einen harten Brexit, vorbereitet sind, erachten immerhin 46% die deutsche Finanzindustrie als vorbereitet.

„Der Finanzsektor hat sich in Teilen zu sehr auf einen geordneten Brexit verlassen. Das könnte zu Marktverwerfungen führen, wenn es tatsächlich zu einem harten Brexit kommt“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Seit die Briten im Januar den EU-Vorschlag zum Austrittsabkommen ablehnten, haben die Bedenken bezüglich der Auswirkungen eines harten Brexits deutlich zugenommen. Angesichts der schwer vorhersehbaren Folgen des Brexits ist sich die deutsche Finanzbranche geschlossen einig (83%), dass der Finanzplatz Deutschland von einem harten Brexit weniger profitieren würde als von einem geordneten Brexit.

„Nicht nur der Finanzsektor braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Ein ungeordneter Brexit führt zu großen Unsicherheiten auf den Märkten, behindert Investitionsentscheidungen und wird etliche Arbeitsplätze kosten“, erläutert Brühl weiter.

London wird bei einem harten Brexit sehr wahrscheinlich seine Stellung als wichtigster europäischer Finanzplatz mittel- und langfristig nicht halten können. Davon sind 57% der Befragten überzeugt.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt hat durch den Brexit zugenommen. Die Aufgabenverteilung zwischen den Finanzplätzen in Europa wird sich neu ausrichten, der Wettbewerb wird hart, aber ohne London wird es auch in Zukunft nicht gehen.“

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Veranstaltungen Fasching Frankfurt und Umgebung

Das Rhein-Main-Gebiet feiert Fasching

Wo wird in Frankfurt und Umgebung Fasching gefeiert? Welche Umzüge und Motivwagen dürfen wir nicht verpassen? Diese Fragen haben wir uns gestellt und eine Liste mit den Ausflugstipps für die Faschingszeit angelegt.

Eines steht nach unserer Recherche fest: Der Finanzplatz Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet haben einiges zu bieten, um die närrische Jahreszeit in vollen Zügen zu genießen, bevor die Fastenzeit vor Ostern beginnt. Von Weiberfastnacht am Donnerstag, den 28. Februar, bis Aschermittwoch, den 6. März, haben vielerorts die Narren die Oberhand.

Finanzplatz Frankfurt am Main

„Das FastnachtsFESt ist eine Zier – keiner macht das so wie wir!“ lautet das Motto des großen Frankfurter Fastnachtszugs 2019. „Der Umzug am Fastnachtssonntag wird, wie in den vergangenen Jahren, die Frankfurterinnen und Frankfurter genauso wie die auswärtigen Gäste begeistern“, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann in seinem Grußwort in der aktuellen Fastnachtsbroschüre des großen Rats der Karnevalsvereine Frankfurt am Main e.V.. Wo im Anschluss an den großen Narrenumzug gefeiert werden kann, welche Prunksitzungen erlebenswert und welche Bälle besonders traditionell sind, kann auf frankfurt.de recherchiert werden. Wem die Veranstaltungen am Finanzplatz nicht ausreichen, der kommt in Mainz, einer Fastnachtsmetropole, garantiert auf seine Kosten.

Mainz

Denn die Fastnachtshochburg Mainz ist deutschlandweit für seinen großen und bunten Fastnachtszug bekannt. Nicht selten werden dort politische Themen mit einem Augenzwinkern gekonnt aufgegriffen – aber auch in Wiesbaden, Darmstadt und Umgebung wird bis Aschermittwoch getanzt, gelacht und Konfetti geworfen.

Wiesbaden

In der Landeshauptstadt Wiesbaden stehen am Faschingssamstag die ganz kleinen Narren im Mittelpunk. Das große Wiesbadener Kinderfest beginnt bereits um 10.00 Uhr. Um 14.11 Uhr startet dann der beliebte Kinderumzug. Am Fastnachtsonntag beginnt der große Faschingssonntagsumzug um 13.11 Uhr am Elsässer Platz und schlängelt sich anschließend durch die Straßen der Landeshauptstadt. „Am Aschermittwoch, 6. März 2019, hat der Spuk dann wieder ein Ende und die Narren geben den Rathausschlüssel an Oberbürgermeister Sven Gerich zurück“, heißt es auf der Website der Stadt Wiesbaden.

Darmstadt

Auch in der Nachbarstadt Darmstadt und Umgebung kann die närrische Jahreszeit ausgelassen gefeiert werden. Der Karnevalverein AHOI pflegt die Tradition der Fastnacht bereits seit 1902 in seinem Heimatort Gräfenhausen: Unter dem Motto „Ein Jahrmarkt voller Narretei, seid beim Fastnachtsrummel mit dabei“ sollen die Besucher auch dieses Jahr wieder „von einem starken Stück Fastnacht“ überzeugt werden. Ganz in der Nähe von Gräfenhausen, in Griesheim, findet Südhessens wohl größte Weiberfastnachtsparty statt. In Weiterstadt lädt der Karnevalsverein Weiterstadt zu einer bunten Mischung an Fastnachtspower ein, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat: Kindersitzung, Kräppelkaffee, Rosenmontagsball und Lumpenball lassen keine närrischen Wünsche aus. Weitere Fastnachtsfeiern in Darmstadt und Umgebung finden Sie hier.

 

 

Tarek Al-Wazir: „Die Finanzwirtschaft von morgen ist digital“

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, im Interview zum Thema FinTech in Frankfurt

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Frankfurt Main Finance hat Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, drei Fragen zum Thema Fintech gestellt. Unter anderem erfahren wir im Interview, welche FinTech-Highlights uns in Frankfurt 2019 erwarten.

FinTech – Warum ist das Thema für Sie persönlich wichtig? Warum für die Region?

Der Finanzplatz Frankfurt ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor für die Rhein-Main-Region. Deutschland als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt braucht ein entsprechendes Bankenzentrum. Und deshalb braucht Frankfurt innovative Finanztechnologie-Unternehmen – oder kurz: FinTechs. Denn die Finanzwirtschaft von morgen ist digital; FinTechs drängen in den Markt, konkurrieren mit traditionellen Dienstleistern oder schaffen völlig neue Geschäftsfelder. Damit Frankfurt in diesem Innovationswettbewerb konkurrenzfähig bleibt, müssen wir hochqualifizierten Fachkräften ein attraktives Arbeitsumfeld und zukunftsorientierte Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Und ich bin überzeugt, dass die Innovationskraft, die von FinTechs ausgeht, auch anderen Branchen zugutekommt.

Welche FinTech-Highlights erwarten uns 2019 aus Ihrer Sicht?

Eins unserer Ziele ist ja, dass Frankfurt als FinTech-Standort überregional sichtbar wird. Dazu werden einige Events beitragen, zum Beispiel die Global Insurtech Roadshow (GIR 2019) mit dem Partnerland Israel im März, die ExecFintech im April, die nach zwei Jahren in Berlin nach Frankfurt zurückkehrt, und die Growth Con im Mai. Der KI-Hub wird sich weiter etablieren und seine ersten finanzwirtschaftlichen Programme starten. Es wird Ansiedlungen und Finanzierungsrunden geben. Ich bin sicher, dass sich viele Anlässe bieten, um über die Erfolge von Frankfurt als Top-FinTech-Standort zu berichten.

Die Region Frankfurt Rhein-Main soll sich innerhalb von fünf Jahren zum führenden FinTech-Hub in Kontinentaleuropa sowie einer international anerkannten Tech-Region entwickeln. Was ist noch nötig, um DAS PERFEKTE Gründerklima zu etablieren und dies zu erreichen?

DAS perfekte Gründerklima für alle wird es nicht geben – weder hier noch im Silicon Valley. Dafür sind die Bedürfnisse einfach zu unterschiedlich. Wir müssen deshalb von unseren Stärken ausgehen, und die sind FinTechs, Cybersecurity und Künstliche Intelligenz. Den Weg weist unser Masterplan für die Start-up-Region Frankfurt-Rhein-Main. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wollen gemeinsam erreichen, dass aus guten Ideen marktreife und erfolgreiche Produkte werden. Zentrale Maßnahmen sind schon umgesetzt oder angestoßen. Die Plattform TechObserver ist online, das FinTech Acelerator Programm des TechQuartier läuft. Aber es liegt auch noch viel Arbeit vor uns. Wir arbeiten kräftig weiter, aber ich freue mich über jede Anstrengung weiterer Akteure.

„Wir sollten die Stärken des Standorts betonen“: Matthias Hübner, Partner bei Oliver Wyman in Frankfurt, im Interview zum FinTechGermany Award 2019

Matthias Hübner ist Partner bei Oliver Wyman und Jurymitglied des FinTechGermany Awards 2019, der führende investorenseitige FinTech-Award in Deutschland. Wir haben Matthias Hübner gefragt, worauf er bei der Beurteilung der FinTech-Bewerber besonders großen Wert legt.

Worauf achten Sie bei der Beurteilung der Bewerber für den FinTechGermany Award besonders?

Für mich sind zwei Punkte entscheidend: Erstens, der Bedarf für ein Produkt oder eine Dienstleistung muss klar sein, das heißt das Produkt sollte ein tatsächliches Problem für Kunden lösen. Zweitens muss es innovativ sein. Leider sehen wir in letzter Zeit viele „copy cat“-Modelle ohne echte Differenzierung, von denen die meisten meiner Meinung nach keine dauerhafte Überlebenschance haben.

Was sind heute die größten Herausforderungen für FinTechs in Deutschland? Was muss getan werden, um diese jungen Unternehmen zu unterstützen? Wie helfen Plattformen wie der FinTechGermany Award dabei?

Die größte Schwierigkeit bei Start-ups, nicht nur im FinTech-Bereich, ist sicherlich die Skalierung, also das Erreichen der kritischen und langfristig profitablen Größe. Hier kann der FinTech Germany Award eindeutig helfen: direkt durch den Kontakt zu Investoren für die Finanzierung des Wachstums, wie auch indirekt über einen Beitrag zur Steigerung der Markenbekanntheit der Preisträger.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des deutschen FinTech-Ökosystems für das kommende Jahr ein? Welche Perspektiven erkennen Sie bei einem Ausblick auf die kommenden fünf Jahre?

Deutschland ist bei FinTech ein Nachzügler, entwickelt sich aber dynamisch und holt gegenüber anderen Ländern auf. Diese Entwicklung sollte sich 2019 fortsetzen, zumal einige FinTechs der ersten Stunde mittlerweile auch über deutlich ausgereiftere Geschäftsmodelle verfügen und somit zunehmend aus der Nische herauswachsen.

Was sollte in Frankfurt getan werden, um zu einem der führenden Fintech-Hubs in Deutschland beziehungsweise in Europa zu werden?

Ich denke, dass die dezentrale Struktur in Deutschland für die Etablierung eines international führenden FinTech-Hubs nicht gerade hilfreich ist. Aber wir sollten wegkommen von der traditionellen Diskussion „Frankfurt vs. Berlin“, und stattdessen klar die Stärken des jeweiligen Standorts betonen. Für Frankfurt spricht aus meiner Sicht die Nähe zu führenden Partnern wie Banken, Börse oder auch die Infrastruktur an Beratungsleistungen. Gerade für FinTechs mit Fokus auf B2B ist das ein wichtiger Vorteil.