Sommer am Finanzplatz: Draußen essen und trinken

An Sommerabenden zieht es die Frankfurter wie in den meisten Städten natürlich ins Freie: Direkt am Main, in Beachbars und Restaurants in schöner, grüner Lage lassen sie bevorzugt den Sommertag ausklingen. Ein paar beliebte Adressen haben wir ausgiebig getestet:

Die 2016 neu eröffnete Strandbar Blaues Wasser Frankfurt bringt das Lebensgefühl von St. Tropez an den Main. Obwohl man auf dem Weg zum Restaurant diesen Eindruck erst einmal gar nicht für möglich hält. Durch Osthafen und das Industriegebiet an der Franziusstraße nähert man sich dem „Blauen Wasser“ und hat dabei die Main-Schleuse und die Autobahnbrücke vom Offenbacher Kaiserlei im Kopf, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Am Ziel angekommen, durchquert man das Gebäude und betritt die großzügige Terrasse direkt am Main, die auf mehreren Ebenen verschiedene Lounge- und Sitzgelegenheiten bietet – Sitzplätze im Innenraum sind praktisch nicht vorhanden dafür aber Überdachungen als Schutz gegen den Regen. Bereits mit dem ersten Blick auf die Strandbar ist man begeistert von der ruhigen, entspannten, luftigen und sommerlichen Atmosphäre. Industriegebiet, Autobahnbrücke und Main-Schleuse verschwinden vollkommen aus dem Blickfeld und den Gedanken. Die gute Küche und der perfekte Service runden das Sommerabend-St. Tropez-Erlebnis angemessen ab.

Im Sommer bietet neben der Abkühlung im Badesee auch der Wald, im Fall Frankfurt also der ausgedehnte Stadtwald, Zuflucht vor der Hitze. In erfrischend kühler und schattiger Atmosphäre lädt die Waldgaststätte Oberschweinstiege zum gemütlichen Beisammensein bei Landhausküche mit regionalen Produkten und Rezepten, bei denen gleichzeitig Zutaten und Zubereitungsformen aus aller Welt zum Einsatz kommen, ein. Sollte es doch einmal Regenschauer geben, bietet das 2014 grundlegend renovierte Gasthaus mit Gasträumen zu jeweils unterschiedlichen Mottos, Schutz vor dem Sommerregen.

Auch die Käsemühle in Offenbach-Bieber ist für ihre naturnahe Lage bekannt. Die Speisekarte bietet Landhausküche mit regionalen Spezialitäten sowie deutschen, besonders bayrischen Klassikern und saisonalen Besonderheiten. Der Weg, am schönsten als Spaziergang oder per Fahrrad zurückzulegen, führt durch verträumte Wiesen und Felder, von denen das traditionsreiche Wirtshaus umgrenzt wird. Im großen bayrischen Biergarten kann sich der Besucher zwischen ebendiesen Feldern und der vorbeifließenden Bieber an den leckeren bayrischen Gerichten satt essen und das wechselnde Licht der untergehenden Sonne auf Wiesen und Bäumen auf sich wirken lassen.

Ein weiterer einmaliger Biergarten empfängt den durstigen Besucher in Darmstadt – mit dem naheliegenden Namen: Biergarten Darmstadt. Unter alten Kastanien, an denen bunte Lichterketten angebracht sind und zwischen beleuchteten Pavillons nimmt die gemütliche Atmosphäre den Besucher sofort gefangen. Der Biergarten befindet sich in erhöhter Lage auf einer Mauer, ein paar Meter über der Straße und daher auch ein Stück weit entfernt von den Stadtgeräuschen. Die in unmittelbarer Nähe gelegene Mathildenhöhe, die mit ihrem Jugendstilensemble auf jeden Fall einen Besuch wert und als Künstlerkolonie über die Grenzen der Region bekannt ist, sowie der Rosengarten bieten anschließend Gelegenheit für ausgiebige Spaziergänge.

 

Nach diesem Einblick in die Freizeitgestaltung des Frankfurt-Main-Finance-Teams und dessen Entdeckungen dieses Sommers freuen wir uns nun auf Ihre Lieblings-Sommerorte in Frankfurt und der gesamten Region, die wir gerne ebenfalls auf unserer Website veröffentlichen würden. Welcher Ausflugsort lockt Sie bei den Rekordtemperaturen, wo genießen Sie den Sommer und wo finden Sie ein schattiges Plätzchen, wenn es einmal viel zu warm wird? Über Hinweise, Geschichten und Geheimtipps freuen wir uns unter: redaktion@fmfinance.de. 

BVI-Jahrbuch 2019: Fundgrube für Daten und Fakten zur Fondsindustrie

Das aktuelle Jahrbuch des Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) ist erschienen. Der Report wirft einen Rückblick auf das Asset Management-Jahr 2018 und liefert Zahlen, Fakten und Perspektiven in erfreulicher Breite und Tiefe.

Der weltweite Wettbewerbsdruck im Asset Management ist 2018 weiter gestiegen. Gebührendruck und Technisierung der Prozesse sind Katalysatoren einer Entwicklung, in der sich die Asset Manager auf ihre globale Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren müssen. Welche Leitplanken die EU-Kommission für ihre Arbeit aufstellen wird, ist dem BVI zufolge derzeit noch nicht abzusehen. Das Jahrbuch berichtet ausführlich über regulatorische Herausforderungen für die Asset Management Branche. Unter anderem stehen diese Themen im Fokus des Reports:

  • Nachhaltigkeit: Fondsbranche leistet Beitrag zum Gesamtkonzept
  • Private Altersvorsorge: Riester benötigt neue Impulse
  • Digitalisierung der Asset Management-Branche
  • Brexit: kein Grund zur Panik

Ergänzt werden die Berichte durch einen Rückblick auf die Arbeit des BVIs 2018 sowie eine detailreiche Daten und Fakten-Sammlung. Letztere informiert ausführlich über die Fondsbranche allgemein, Publikumsfonds, Spezialfonds, offene Immobilien Fonds und Geldanlagen.

Deutschland ist bedeutendster Absatzmarkt für Investmentfonds in Europa

Die deutsche Fondsbranche habe sich dem BVI zufolge 2018 in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet. Das verwaltete Vermögen liege bei 3 Billionen Euro, wovon knapp eine Billionen Euro auf offene Publikumsfonds und 1,6 Billionen Euro auf offene Spezialfonds entfallen. Somit sei Deutschland der bedeutendste Absatzmarkt für Investmentfonds in Europa. Insgesamt bieten Gesellschaften aus 39 Ländern in Deutschland Publikumsfonds an.

Weitere Informationen zum Jahrbuch finden Sie auf der BVI-Homepage.

Paris Europlace International Financial Forum: New Frontiers in Finance

Expertenvorträge, Panel-Diskussionen und Networking: Auf dem International Financial Forum in Paris wurden Mitte Juli 2019 die Chancen und Herausforderungen der globalen Finanzindustrie – unter anderem die Themen Digitalisierung und Sustainable Finance – diskutiert und Markttrends von Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen analysiert. In einem von Arnaud de Bresson, Chief Executive Officer von Paris Europlace und Chairman of the World Alliance of Interntational Financial Centers, moderierten Workshop, an dem neben Repräsentanten der internationalen Finanzplätze Toronto, Astana, Tokyo und Abu Dhabi auch FMF Geschäftsführer Hubertus Väth teilnahm, stand zudem die Zusammenarbeit internationaler Finanzzentren sowie das globale Wirtschaftswachstum im Mittelpunkt.

Digitalisierung der Finanzindustrie und Sustainable Finance

Vom 9. bis zum 10. Juli tagten Wirtschaftsexperten und -expertinnen, CFOs, CIOs, Senior Executives, Investierende sowie Vertreter und Vertreterinnen von Finanzdienstleistern, Regulatoren und Politik, begleitet von der Presse, nahe der berühmten Champs-Élysées in Paris. Im Fokus des diesjährigen International Financial Forums standen vor allem die Themen:

  • Sustainable Finance,
  • Europäische Perspektiven in einer sich global verändernden Welt
  • Digitale Finanztrends
  • Wachsende Kapitalmärkte

Zwei dieser Themen – Digitalisierung und Green Finance – sprach Francois Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France, in seiner Rede am ersten Veranstaltungstag an: The theme of this Forum – ‘New Frontiers in Finance’ – prompts us to look towards new territories that we have to explore and conquer. Regarding finance, I will focus on two of them: digitalisation and green finance. (…) Digitalisation is shaking up the way we live and consume, opening up a world of possibilities for corporates and customers alike. Worldwide, it clearly represents both an opportunity and a challenge for banks, as well as for supervisors. (…) We are currently witnessing a growing awareness from central banks, supervisors and financial institutions about climate-related risks. Clearly, green finance and climate risks management have gone from the ‘nice to have’ to the ‘must have’, from emotion to reason.

International Financial Centers: Cooperation for Economic Growth

In einem von Arnaud de Bresson moderierten Workshop diskutierte FMF-Geschäftsführer Hubertus Vaeth neben Keiichi Aritomo, Executive Director von FinCity Tokyo, Kairat Kelimbetov, Gouverneur des Astana International Financial Centre, Jennifer Reynolds, President & CEO von Toronto Financial International, und Philippe Richard, Director of the Financial Services Regulatory Authority, Abu Dhabi Global Market, die Zusammenarbeit zwischen internationalen Finanzzentren und das globale Wirtschaftswachstum.

De Bresson betonte die Wichtigkeit neuer Finanztechnologien, der Globalisierung und Sustainable Finance-Themen für internationale Finanzplätze. Zudem gehöre die Information der Öffentlichkeit über die Relevanz der Finanzzentren zu den aktuellen Schwerpunkten der globalen Finance-Hubs. Kelimbetov schloss sich an und hob zudem hervor, dass sich internationale Finanzzentren nicht ausschließlich auf die Banken konzentrieren dürften – sie müssten vielmehr die Förderung der Gesamtwirtschaft im Blick haben. Philippe Richard informierte die Workshop-Teilnehmer über aktuelle Solarenergie – und Green City Projekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Abu Dhabi. Auch die Bedeutung von FinTechs für internationale Finanzzentren stand im Fokus der Diskussion: Hubertus Väth betonte die Rolle junger, innovativer und agiler Gründungsunternehmen, die den Brückenschlag von agiler Technik in die Finanzszene realisieren, als zentralen Wettbewerbsfaktor für alle Finanzinstitutionen.

Impressionen des International Financial Forums 2019 finden Sie auf der Homepage von Paris Europlace.

Astana Finance Days

Astana Finance Days

Was sind neue Ideen für internationale und regionale Finanzplätze rund um den Globus? Welche Trends sind zu beobachten und welche Chancen ergeben sich daraus für Finanzstandorte und deren Netzwerke? Diese und weitere Fragen wurden im Juli 2019 auf den Astana Finance Days in Nur-Sultan, Kasachstan, von Finanz-, Politik-, Wissenschafts- und Wirtschaftsexperten diskutiert. Im Fokus vieler Podiumsdiskussionen standen die Themen Governance, Infrastruktur, Finanztechnologien und globale Kooperationen zwischen internationalen Finanzplätzen.

Mit der in den vergangenen Jahrzehnten eingetretenen Verschiebung des Kräftegleichgewichts zwischen den führenden internationalen Finanzzentren in Asien, Nordamerika und Europa haben sich die Rollen und Positionierungen der Finanzzentren gewandelt – und mit ihnen die Zusammenarbeit zwischen den Finanzplätzen. Vor diesem Hintergrund diskutierte ein von Dr. Jochen Biedermann, Geschäftsführer der World Alliance of International Financial Centers (WAIFC), moderiertes Panel die Wettbewerbsfähigkeiten der internationalen Finanzplätze unter sich rapide verändernden Rahmenbedingungen. Ein weiterer Diskussionspunkt war die Attraktivität bereits etablierter Finanzplätze im Vergleich zu neuen Konkurrenten.

Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, nahm an dem Panel “International Finncial Centres: the Outlook to 2025 and beyond” teil. Mit ihm diskutierten Sandy Frucher, Vizepräsidentin der Nasdaq, Frederic de Laminne, Generalsekretär des Belgian Finance Clubs, und James Martin, stellvertretender CEO des AIFC.

 

Ein weiteres Thema, das immer mehr Aufmerksamkeit erfährt, wurde von WAIFC-Vertretern aus Brüssel, Busan, Casablanca, Frankfurt, London, Luxemburg, Mauritius, Moskau, Nur-Sultan und Paris debattiert: FinTech-Talententwicklung und Kapazitätsaufbau – beides sei für den Erfolg eines FinTech-Ökosystems von besonderer Bedeutung. Eine lebhafte Podiumsdiskussion entwickelte sich um die Aufnahme des Themas “FinTech” in den Lehrplan von Business Schools und weiteren Bildungsprogrammen. In diesem Zusammenhang erörterte das internationale Podium auch professionelle Zertifizierungen und Umschulungen von erfahrenen Finanzexperten.

Die globale Zusammenarbeit zwischen den internationalen Finanzzentren war jedoch nicht nur ein Thema während der Konferenz: Am letzten Tag der Veranstaltung verlieh die WAIFC dem ersten Präsidenten Kasachstans, Nursultan Nazarbayev, eine Ehrenauszeichnung für die Gründung der AIFC und seinen Beitrag zur Förderung der globalen Zusammenarbeit zwischen den internationalen Finanzzentren.

„Das bedeutet Strom für 16.000 Menschen“

In Mali haben nur 17 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Strom. Doch günstige Solarenergie und innovative Geschäftsmodelle legen momentan die Grundsteine für einen Anstieg dieser Prozentzahl. Africa GreenTec, ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Hainburg (Hessen), baut und betreibt mobile, skalierbare Solarkraftwerke in Süd-Mali. Geplant sind 50 sogenannte Solartainer® mit denen der Zugang zu Energie für bis zu 250.000 Menschen durch CO2 freien Solarstrom verbessert wird. Die Erfahrungen aus den ersten installierten Anlagen in 14 Dörfern zeigen, dass sich das Leben der Menschen grundlegend verändert und neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Lars Hunsche, SDG INVESTMENTS GmbH

„Das Projekt Africa GreenTec ist ein hervorragendes Beispiel, wie ganz konkret Maßnahmen gegen den Klimawandel und zur Fluchtursachenbekämpfung an der Basis umgesetzt werden können. Eine in Deutschland emittierte Anleihe bietet professionellen Investoren zudem eine sehr gute Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten und dabei auch noch die Chance auf eine faire Rendite wahrzunehmen“, sagt Lars Hunsche von SDG INVESTMENTS®, die von Africa GreenTec mit der Platzierung einer Anleihe beauftragt wurden. Die hessische Kooperation zwischen SDG INVESTMENTS aus Frankfurt und dem Start-Up und Träger des Hessischen Staatspreises Energie Africa GreenTec ist ein hervorragendes Beispiel für die Innovationsfähigkeit des Sustainable Finance Standorts Frankfurt am Main.

Die im Dezember 2017 emittierte nicht nachrangige teilbesicherte Anleihe der Africa GreenTec Asset GmbH mit einem Zinskupon von 6,5 Prozent p.a., hat eine Laufzeit bis zum 1.Dezember 2027. Im Rahmen der Emission werden bis zu 10 Millionen Euro platziert. Da mit der Republik Mali bereits seit den 70er Jahren ein Investitionsschutzabkommen besteht, ist die Investition durch die Bundesrepublik Deutschland gegen politische Risiken abgesichert. Die Anleihe wird mit einer Stückelung von 1.000 Euro und einem Mindestordervolumen von 100.000 Euro an den Börsenplätzen Frankfurt und Düsseldorf gehandelt.

Kürzlich hat der KFM-Mittelstandsanleihenfonds, der auf die Analyse und die Auswahl von Investments in festverzinsliche Wertpapiere mittelständischer Unternehmen spezialisiert ist, eine Millionen Euro in die Anleihe der Africa GreenTec Asset GmbH investiert. Die Analysten von KFM kommen im renommierten KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu folgendem Urteil:

„Die Africa GreenTec Asset GmbH bietet als nachhaltiges Investment, das durch die Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen u.a. zur Fluchtursachenbekämpfung und zum Klimaschutz beiträgt, und durch die ergänzende deutsche staatliche Förderung des im Zusammenhang mit der Aufstellung von Solartainern® erforderlichen Netzausbaus eine attraktive Renditechance. Aufgrund der Planzahlen bis 2026/2027 kann von einem stabilen langfristigen Geschäftsmodell ausgegangen werden. Die Anleihe wird in den kommenden Jahren sukzessive getilgt. In Verbindung mit der Rendite von 6,50 Prozent p.a. (auf Kursbasis von 100,00 Prozent am 2.Juli 2019) wird die 6,50Prozent-Africa GreenTec Asset GmbH-Anleihe als ‚durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)‘ (3,5 von 5 möglichen Sternen) eingeschätzt.“ Die Komplette Analyse können Sie hier nachlesen.

Mit dem Investment des Deutschen Mittelstandsanleihenfonds wird die Erfolgsgeschichte von Africa GreenTec weitergeschrieben. Es können vier weitere Dörfer mit einem Solartainer® ausgestattet werden. Das bedeutet Strom für 16.000 Menschen.

 

Kontakt: info@sdg-investments.com 

 

Titelbild: © Africa Green Tech AG

Foto Lars Hunsche: © SDG INVESTMENTS GmbH

Digitalizing Africa: The rise of FinTech Companies

Wie entwickelt sich das globale FinTech-Ökosystem? Vor welchen Herausforderungen und Chancen stehen vor allem afrikanische Länder? PWC und Casablanca Finance City haben in der Studie „Digitalizing Africa: The Rise of FinTech Companies“ diese und weitere Fragen genauer beleuchtet. Ziel der Studie ist es, das allgemeine Bewusstsein für die Entwicklungen der FinTechs weltweit, mit klarem Fokus auf Afrika, zu stärken.

Die Fintech-Branche ist dank drei wichtiger globaler Trends rapide gewachsen:

  1. ein sich schnell veränderndes technologisches Umfeld
  2. sich ändernde Kundenanforderungen
  3. und die strukturellen Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf die traditionellen Finanzunternehmen.

Das technologische Umfeld der Finanzbranche ist im Wandel

Fintech-Unternehmen haben traditionelle Modelle durchbrochen, indem sie innovative Technologien praxisbezogen anwenden. Beispiele hierfür sind Data Analytics, Artificial Intelligence und Blockchain. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass das globale BIP bis 2030 um 14 Prozent steigen wird – Grund dafür sei die vermehrte Verwendung intelligenter Systeme.

Kundenanforderungen und -verhalten stellen neue Herausforderungen

Vor allem im Zuge der Finanzkrise verloren einige Konsumenten das Vertrauen und zweifelten die Loyalität der Finanzunternehmen an. In dieser Zeit der Skepsis fielen FinTech-Unternehmen positiv auf. Heute gelten diese Unternehmen für viele End-Konsumenten als Alternative. Die Studie führt folgende „Pain Points“ an, die Kunden traditioneller Finanzunternehmen kritisieren: minderwertige Kundenbetreuung, keinen Ansprechpartner, hohe Kosten und eine langsame Anpassungsrate an Veränderungen und unpersönliche Lösungen. Fintech-Unternehmen finden in der Regel einen disruptiven Weg, um diese Probleme zu lösen, indem sie ein neues Modell entwickeln, um den Kunden anzusprechen.

Ein Zitat von Jamie Dlmon, JP Morgan Chase & Co. Chairman and Chief Executive Officer, verdeutlicht dies in der Studie: „Silicon Valley is coming. There are hundreds of startups with a lot of brains and money working on various alternatives to traditional banking. They are very good at reducing ‘the pain points’.“

Auf der Seite der individuellen Endkunden zeigt sich, dass eine wachsende Zahl von Menschen auf der ganzen Welt heute Zugang zu Medien hat, die es ihnen ermöglichen, neue digitale Dienste zu entdecken. Verbraucher kauften 2018 über ihre Mobiltelefone im Wert von 4 Milliarden Dollar ein. Die Autoren der Studie schätzen, dass dieser Wert in wenigen Jahren auf 34 Milliarden Dollar anwachsen wird.

Afrikanische FinTechs gewinnen an Dynamik

FinTech-Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent gewinnen an Bedeutung. Ihre Zahl ist bis Ende 2017 auf über 300 gestiegen. Sie sind einer der am aktivsten unterstützten Start-up-Sektoren des Kontinents.

Die Mehrheit der Fintech-Unternehmen in Afrika setzt auf innovative Lösungen für Geldtransfers und Zahlungen und richtet sich vor allem an die Bevölkerung ohne Bankverbindung. Geldtransfers und Zahlungslösungen von Mobilfunkbetreibern haben dazu beigetragen, viele Menschen aus Armut zu befreien und eine echte finanzielle Integration auf dem gesamten Kontinent zu schaffen.

Da immer mehr Menschen auf Mobilfunkabonnements angewiesen sind und das Internet in Afrika  nutzen, sinken die durchschnittlichen Verkaufspreise für Smartphones. Hier können FinTechs ansetzen und es vielen Menschen ermöglichen, Bankaktivitäten zu realisieren. In Südafrika nutzten in 2016 beispielsweise bereits 54 Prozent der Bevölkerung das Internet – 2005 waren es noch 7 Prozent.

Zusammenfassend zeigt die Studie aber auch, dass sich die meisten afrikanischen Fintech-Unternehmen weiterhin auf Retailbanking-Produkte (insbesondere Zahlungen und Transfer) konzentrieren und nur in geringerem Maße auf das Firmenkundengeschäft.

 

Die Studie finden Sie unter folgendem Link:

CFC Africa Insights: Digitalizing Africa. The Rise of FinTech-Companies

Frankfurt Finance Summit 2019: Navigieren in unsicheren Gewässern

Seit 2011 wird der Frankfurt Finance Summit jährlich am Finanzplatz Frankfurt abgehalten. Unter dem diesjährigen Motto Navigating in uncertain waters kamen am 18. Juni 2019 mehr als 200 hochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Finanzwelt zusammen und diskutierten die Themen:

  • Finanzplatz Deutschland: Strategien für den Erfolg in rauen Zeiten
  • Künstliche Intelligenz (KI) in der Finanzindustrie: Supermacht vs. Superrisiko, Revolution vs. Phrase
  • Werte verbinden: eine digitale Finanzdrehscheibe für Europa
  • Europa nach der Wahl und vor dem Brexit: Stabilität für funktionierende Märkte sichern

Die Teilnehmer waren Repräsentanten aus einem breiten Spektrum der Finanzdienstleistungsbranche – vorwiegend Entscheider aus Zentralbanken, Börsen, Aufsichtsbehörden, Banken, Versicherungen, Politik, Unternehmen und Wissenschaft.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, eröffnete den Frankfurt Finance Summit mit einer herzlichen Begrüßung aller Teilnehmenden sowie Referentinnen und Referenten. Nach der anschließenden Willkommensrede durch Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, übernahm Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen, das Wort. Dr. Kukies verwies auf die Notwendigkeit, sich bestmöglich auf alle Brexit-Eventualitäten vorzubereiten. Zwar seien bereits große Erfolge bei der Umsetzung wichtiger Maßnahmen erzielt worden, jedoch sei Europa bisher an einer gemeinsamen Taxonomie gescheitert. Eine europäische Einigung bleibe aber äußerst wichtig für ein nachhaltiges Finanzwesen.

Finanzplatz Deutschland: Strategien für den Erfolg in rauen Zeiten

Während der ersten Podiumsdiskussion wurde bei einer Umfrage an das Auditorium ersichtlich, dass laut Mehrheit der Summit-Teilnehmer die Zukunft des deutschen Bankensektors in Europa liegt. Diese Auffassung teilte auch der Deutschland-Chef von BNP Paribas Paribas Lutz Diederichs. Seiner Meinung nach sei die deutsche Bankenbranche nicht vom Inlandsmarkt abhängig, sondern stark internationalisiert. Auch Prof. Dr. Isabel Schnabel, Professorin für Finanzmarktökonomie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, bestätigte diese Tendenz. Sie hob die Schwächen der Euro-Struktur hervor und bekräftigte, dass Deutschland in dieser Hinsicht mehr Reformen benötige. Co-Vorstandsvorsitzender der DZ Bank, Cornelius Riese, sprach sich für eine umfassendere Strategie aus. Neben der Marktkapitalisierung seien auch Faktoren wie Kultur und Stakeholder-Interessen wesentliche Metriken zur Beurteilung des Finanzsystems oder eines Finanzinstituts.

Künstliche Intelligenz (KI) in der Finanzindustrie: Supermacht vs. Superrisiko, Revolution oder Phrase

Weiter ging es mit einer Diskussion über den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Finanzindustrie, an der Prof. Dr. Martin Hellmich, Partner bei Deloitte, Carsten Mürl, Director Product Management bei Mastercard, Dr. Holger Rommel, Head Research and Digital Transformation bei ti&m, Vahe Andonians, Senior Lecturer bei der Frankfurt School of Finance & Management, und Chris Boos, Gründer von Arago, teilnahmen. In erster Linie räumte Chris Boos, KI-Pionier aus Deutschland, mit Vorurteilen rund um das Thema auf. Die allgemeine Angst vor der KI sei vollkommen unbegründet. Zwar hätte sich die KI in den letzten fünf Jahren noch rasanter entwickelt als die letzten 50 Jahre zusammen, jedoch würde der Mensch auch in Zukunft nicht von der Maschine dominiert werden. Demnach seien Verständnis und Vertrauen der entscheidende Schlüssel für den Einsatz von KI in der Finanzindustrie.

Werte verbinden: eine digitale Finanzdrehscheibe für Europa

Bei dem anschließenden Powertalk zwischen Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, und Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, wurde der Frankfurter Finanzplatz unter die Lupe genommen. Prof. Wuermeling führte an, dass nach dem Brexit-Referendum ein Wettbewerb zwischen den europäischen Finanzzentren, im Werben um Geschäft, Stellen und Mitarbeiter aus London, ausgelöst wurde. Dabei ging es nicht nur darum, wer ein Stück vom Kuchen bekam, sondern wie groß das sei. Der Finanzplatz Frankfurt müsse entscheiden, ob er eine kooperative oder eine wettbewerbsorientierte Führung übernehmen wolle. Sein Rat wäre, den kooperativen Ansatz zu verfolgen, da durch eine Zusammenarbeit ein größeres Stück vom Kuchen gewonnen werden könne. Außerdem gab sich Wuermeling zuversichtlich, dass Frankfurt fünf Jahre nach dem Brexit die Führung im europäischen Finanzwesen übernehmen werde.

Europa nach der Wahl und vor dem Brexit: Stabilität für funktionierende Märkte sichern

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion befürwortete John Berrigan, stellvertretender Generaldirektor der EU-Kommission, in ähnlicher Weise eine Bankenunion. Dadurch könne die EU auf globaler Ebene an Gewicht zunehmen. Im Hinblick auf den Brexit sollten alle Beteiligten laut Herr Berrigan alles in ihrer Macht Stehende veranlassen, um die Risiken möglichst zu minimieren. Hierzu führte Matthias Graulich, Vorstandsmitglied der Eurex Clearing AG, die Unverzichtbarkeit von Anreizen an, sodass jeder Einzelne motiviert werde, zur Stabilität beizutragen. Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), machte auf die allgemeine Müdigkeit rund um das Thema Brexit aufmerksam. Zwar sei der Brexit sehr komplex und unberechenbar, aber er warnte ebenfalls davor, die Welt nur ausschließlich durch die Linse des Brexit zu betrachten. Es ginge schließlich nicht um London gegen den Rest der Welt. Rückblickend auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre, dürfe laut Felix Hufeld nicht vergessen werden, dass im Finanzsektor auf europäischer Ebene viele wichtige Verbesserungen in einer sehr kurzen Zeit vorgenommen wurden.

Der 9. Frankfurt Finance Summit endete mit einer Zusammenfassung der Kerninhalte des Tages sowie mit dem Schlusswort durch Michael Speth, Mitglied des Vorstands der DZ Bank.

  • Dr. Lutz R. Raettig, Chairman of the Executive Committee, Frankfurt Main Finance e.V

  • Dr. PhilippNimmermann, State Secretary, Hessen Ministry of Economics, Energy, Transport and Housing

  • Dr. Jörg Kukies, State Secretary, Federal Ministry of Finance

  • Prof. Dr. Uwe StegemannSenior Partner, McKinsey & Company, Lutz Diederichs, CEO, BNP Paribas Germany

  • Prof. Dr. Isabel Schnabel, Member of the German Council of Economic Experts, Professor of Financial Economics, University of Bonn

  • Frank Strauß, Member of the Management Board, Head of Private & Commercial Bank, Deutsche Bank

  • Dr. Cornelius Riese, Co-Chief Executive Officer, DZ BANK AG

  • Inken Schönauer, Editor-in-Chief, EURO FINANCE magazin, Chris Boos, CEO & Founder, arago

  • Vahe Andonians, Senior Lecturer, Frankfurt School of Finance & Management, Chris Boos, CEO & Founder, arago, Prof. Dr. Martin Hellmich, Partner, Deloitte, Carsten Mürl, Director Product Management, Mastercard, Dr. Holger Rommel, Head Research & Digital Transformation, ti&m

  • Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Member of the Executive Board, Deutsche Bundesbank, Hubertus Väth, Managing Director, Frankfurt Main Finance e.V.

  • Stephan Lutz, Partner, Capital Markets Leader, PwC Germany, John Berrigan, Deputy Director General Directorates B, C, D and E, DG Financial Stability, Financial Services and Capital Markets Union, European Commission, Maria Demertzis, PhD, Deputy Director, Bruegel, Matthias Graulich Member of the Executive Board, Eurex Clearing; Global Head of Fixed Income, Funding and Financing Strategy and Development, Deutsche Börse Group, Felix Hufeld, President, Federal Financial Supervisory Authority (BaFin), Boštjan Jazbec, PhD, Member of the Board and Director of Resolution Planning and Decisions, Single Resolution Board

  • Ram Shoham, Founder of Accelerator Frankfurt and Andreas Glänzel, Managing Director of Frankfurt Main Finance

  • Michael Speth, Member of the Executive Board, FIRM; Member of the Executive Board, DZ BANK

“Navigating in uncertain waters”

Eröffnungsrede von Dr. Philipp Nimmermann auf dem Frankfurt Finance Summit 2019

„Navigating in uncertain waters“ – dies war die Überschrift, unter der der diesjährige Frankfurt Finance Summit stand. Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Transport and Wohnen, adressierte in seiner Eröffnungsrede vier Herausforderungen, die sich aus dieser Überschrift ergeben: Artificial Intelligence, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Brexit. Lesen Sie die Eröffnungsrede des Frankfurt Finance Summits 2019 in voller Länge hier:


Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Transport and Wohnen

“The title of today’s summit, „Navigating in uncertain waters“, leaves us plenty of room for discussions. Please allow me to concentrate on three topics: Artificial Intelligence, Climate Change and Sustainability, as well as BREXIT.

Let me start with my personal political guiding principle, which helps me navigate in uncertain waters. It is an adaptation of the ethical imperative, the Austrian born Cybernetician and Physicist, Heinz von Foerster, once formulated. It goes like this: “I shall try to act always so as to increase society’s total number of choices”. But how do we keep our options open or even increase our choices? By remaining open minded and flexible, by not putting all our eggs in one basket, and by thinking in non-linear rather than linear terms.

If uncertainty is high or even increasing, if the world appears to be getting more and more complex, it probably helps to leave beaten tracks and to broaden ones mind, by using a new type of intelligence one has not used before.

So let’s talk about artificial intelligence: In my opinion, artificial intelligence is both a source of uncertainty as well as a method to navigate through uncertain waters. Yes it is true, that we cannot precisely predict how deeply machine learning and self-improving algorithms will actually change the world as we know it. But I do not think that one has to fear this development, at least as long as we share a common consensus that all technology, old or new, should always serve the people. That’s why I actually prefer the term “Augmented Intelligence” over “Artificial Intelligence”.

Machine intelligence can help us better understand big data and complex systems, e.g. by structuring previously unstructured data. By allowing so called “unsupervised machine learning” to help us identify clusters or anomalies we have not identified or thought of before, we can definitely broaden our choices.

So what is the State of Hessen, in this case, the Ministry for Economic Affairs, doing in this respect?

We initiated the foundation of the so called TechQuarter more than two years ago, as a start-up hub, especially for fintechs. This is the corner stone of our startup ecosystem-strategy. The current coalition treaty has also put a special focus on artificial intelligence and technological innovation.

Additional to expanding the TechQuarter, we want to establish a TechCampus with around 20 Professorships. With this lighthouse project, we want to help transforming the already excellent research successes in Hessen into applied technologies and startups.

Together with the TechQuarter and other interested partners, we want to establish an AI- and Big- Data-Lab, where researchers, supervisory bodies and fintech-start-ups can use big-data from various sources to develop and verify machine-learning tools. I am convinced, that this data-lab will significantly strengthen the Frankfurt financial centre.

Let me come to another source of uncertainty: climate change and sustainable development. There might be different views on whether climate change is man-made, or, on which measures are the right ones to slow down this development.

There might even be the question, whether the state should play an active role. But to all the doubters out there: Do you really want to take the responsibility for not having acted in a timely manner? What is your plan B, in case you have been wrong?

As long as we do not discover a Planet B, we should keep our options open or even increase future choices for subsequent generations. Hence, we should do everything possible to keep this planet alive and to foster an environmentally and socially sustainable development throughout the world.

Again, what are we doing in this respect?

With the Ministry for Economic Affairs being responsible, both, for implementing the so-called “Energiewende” in the State of Hessen and for Frankfurt’s role as a leading financial centre, we took an active role in the formation of the Green and Sustainable Finance Cluster Germany.

This cluster is a very important element of our strategy to transform this region in a truly green and sustainable financial centre, by helping to develop a common taxonomy and by defining common standards.

And we have already seen some success:

On a European level, two members of the cluster were selected to be part of the Technical Expert Group on Sustainable Finance, which supports the EU Commission in the implementation of the Action Plan.

On a national level, as recently as two weeks ago, the inaugural meeting of the advisory council on sustainable finance to the German federal government took place, chaired by Karsten Löffler, who is one of our cluster‘s executive directors.

And a few weeks ago, the majority of the state secretaries of the Länder Ministries of Economic Affaires voted in favour of a resolution, introduced by Hessen, which asked the federal government to develop general guiding principles for a sustainable finance sector in Germany.

We are looking forward to further developments in this direction and perhaps Jörg Kukies can elaborate on that subject later on.

Last but not least, there is the BREXIT. Or is it? We are all eagerly awaiting who will lead the UK out of the European Union. But we are prepared: Right after the BREXIT vote, we started an intensive exchange with the financial institutions and the non-financial corporates in Hessen. We traveled abroad to promote Hessen as an excellent business location, supportet by local stake holders and federal representatives such as Jörg Kukies, Sabine Mauderer and Joachim Nagel. Thank you very much again, for your support. I do not think we can do much more on that front. Life after BREXIT is difficult to predict.

But to keep our options open, we should keep our communication channels open and start discussing with our old and new partners in the UK, on how we all can manage the new situation for our mutual benefit.

Before that, I would like to wish you all an inspiring summit and fruitful discussions, which will certainly help us all to navigate in these uncertain waters.”



Titelfoto: © HMWEVW – Oliver Rüther.

Foto im Text: © dfv Euro Finance Group GmbH I Photographer: Axel Gross

Innovations in Credit and Fraud 2019

Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel

Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel

Am 6. Juni hat CRIF DACH das Expertenforum „Innovations in Credit and Fraud 2019“ in Frankfurt veranstaltet. Im Mittelpunkt des Events standen vor allem die Digitalisierung und Automatisierung im Finanzsektor. Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel, gibt im Frankfurt Main Finance Interview einen Einblick in die Veranstaltung.

Herr Bock, welche Trends haben sich in Gesprächen und Diskussionen mit den Experten herauskristallisiert?

Unsere diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Innovation. Transformation.. Value creation“. In den Vorträgen und auch bei den Gesprächen untereinander fielen immer wieder die gleichen Wörter: Digitalisierung, PSD2, OCR, Digital Onboarding und vor allem Betrugsbekämpfung. Die Schwerpunkte der Präsentationen lagen auch auf diesen Trends. So zeigte Ludolf Ebner, der CEO von Bankenscore, die bonitätsbasierte Unternehmensfinanzierung im Zeitalter von PSD2. Ebner erläuterte, wie Bankenscore den Kreditprozess in einer offenen digitalen Bonitätsplattform umdreht: Dabei gilt die Eigenabfrage der Unternehmen als Startpunkt für verfügbare Kredite. Luca Agnesi von der BMW Bank und Simone Capecchi, Executive Director, CRIF SpA, zeigten die erfolgreiche Zusammenarbeit der BMW Bank und CRIF in Italien auf. Der CRIF-Ansatz reicht dabei vom Digital Advertising über eine OCR-Technologie bis hin zu einer OpenBanking-Plattform. Im vorletzten Vortrag zeigte Prof. Del Re, wie man Dokumente auf Echtheit prüft und sich somit vor Betrug schützt. Der Geschäftsführer von VeriTrust veranschaulichte die Prüfung dabei sehr praxisnah am Beispiel von Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Zudem hatten wir noch eine lebhafte Podiumsdiskussion mit dem Titel „Betrug macht klug – sind Betrüger klüger?“. Ob Betrüger tatsächlich klüger sind, konnte dabei allerdings nicht einstimmig geklärt werden.

Wieso hat CRIF DACH den Finanzplatz Frankfurt als Standort für das Expertenforum gewählt? Inwiefern hat das FinTech-Ökosystem im Rhein-Main-Gebiet die Standortwahl des Events beeinflusst?

Eine unserer Hauptzielgruppen ist die Banken- und Finanzbranche. Frankfurt hat sich durch die hohe Konzentration von Unternehmen der Finanzbranche als der führende Finanzplatz in Deutschland etabliert und zählt zu den wichtigsten Finanzzentren weltweit. Daher ist Frankfurt für unser Event auch in den kommenden Jahren gesetzt. Natürlich ist Frankfurt auch einer der größten FinTech-Standorte in Deutschland. CRIF wurde zum sechsten Mal in Folge in das prestigeträchtige IDC FinTech Ranking aufgenommen, wobei wir 2018 in der globalen Rangliste den 35.  Platz einnahmen. Die Nähe zum FinTech-Ökosystem ist damit fast schon Pflicht.

Unter anderem ging es in der Veranstaltung auch um die Digitalisierung von Compliance-Lösungen. Vor welchen Herausforderungen stehen RegTechs in Zukunft?

RegTechs haben das Ziel die regulatorische Compliance von Finanzdienstleistern zu unterstützen und zu optimieren und zudem für eine Reduzierung der Kosten zu sorgen. Sie benötigen ein gewisses Maß an Flexibilität und müssen schnell agieren. RegTechs mit der Spezialisierung auf Compliance-Lösungen sollten die Übersicht und Zusammenhänge bestehender und zu implementierender Anforderungen erkennen und überwachen.