Neue, innovative Konferenz für digitales Finanzwesen

Die erstmalig ausgerichtete Frankfurt Digital Finance Conference bringt Entscheidungsträger und Innovatoren aus der Finanzindustrie – Unternehmen , Start-ups, Politiker, Investoren, Regulierungsbehörden und Wissenschaftler – auf einer neutralen Plattform in Frankfurt am Main zusammen. Wir haben mit den Organisatoren der Konferenz, Corinna Egerer und Max Hunzinger, über FinTech-Trends, den Standort Frankfurt und den Mehrwert der Veranstaltung gesprochen.

Welche Leistungen stehen im Bereich FinTech zur Zeit besonders im Fokus des Interesses?

„Neben den bekannten Verdächtigen wie Artificial Intelligence-Anwendungen, Blockchain-Lösungen und Payment stehen im Moment digitale Identitäten im Fokus. Darüber hinaus ist Open Banking immer noch ein großes Thema, um die Chancen, die sich aus der PSD2 Richtlinie ergeben, umfassend zu nutzen. IT Security ist und bleibt eine sehr zentrale Herausforderung. Und nicht zuletzt sind Leistungen, die ein besseres Kundenerlebnis -– B2:B wie B2:C – ermöglichen, sehr bedeutsam. All diese und weitere Themen werden wir auf der Frankfurt Digital Finance diskutieren.“

Was können Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance Konferenz für die verschiedenen Mitglieder der FinTech Community leisten?

„Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance bringen Menschen zusammen, die ähnlich gerichtete Interessen haben, aber aus unterschiedlichen Unternehmen, Institutionen und Bereichen kommen: Von den Erfahrungen anderer zu lernen, sich kennenzulernen, auszutauschen, und auch gemeinsam neue Projekte anzustoßen, all das kann ein solches Treffen leisten. „Better Together“ ist das Motto der Frankfurt Digital Finance. Hier reden Teilnehmer aus etablierten und neuen Unternehmen, aus der Wissenschaft, aus dem Kreis der Investoren und der Politik auf Augenhöhe miteinander. Nicht zuletzt gibt es einen „Corporate Challenge“ zur Frankfurt Digital Finance, bei dem Teams von unterschiedlichen Unternehmen Ideen und Konzepte zur besseren Vernetzung von Firmen und Startups entwickeln, um gemeinsam Werte zu schaffen.“

Warum haben Sie den Finanzplatz Frankfurt als Standort für diese Konferenz gewählt?

„Frankfurt kann als Ökosystem mit etablierten und neuen Playern ein führender Digital Finance Standort in Europa werden. Hier gibt es nicht nur die notwendige Branchen-Expertise, sondern auch belastbare Netzwerke und die notwendigen finanziellen Ressourcen, um innovative Projekte entlang der Finanzierungskette zu begleiten. Das müssen wir noch stärker kommunizieren – die Frankfurt Digital Finance soll einen Beitrag hierzu liefern.“

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldemöglichkeiten bietet die Website frankfurt-digital-finance.de.

Asian Financial Forum (AFF) 2020 in HongKong

Finanzplatz Frankfurt zeigt in Korea und auf dem Asian Financial Forum in Hongkong Flagge

Bericht der Delegationsreise vom 8. bis zum 14. Januar nach Südkorea und Hongkong

Welche Trends prägen das internationale FinTech-Ökosystem? Wie können die internationalen Beziehungen Frankfurts mit den asiatischen Finanzplätzen weiter gestärkt werden? Und vor welchen Herausforderungen steht die maritime Finanzierung in Busan?

Diese und weitere Fragen und Themen standen im Mittelpunkt einer von Frankfurt Main Finance organisierten Delegationsreise nach Südkorea und Hongkong Anfang dieses Jahres.

Korean-German FinTech & Blockchain-Forum in Seoul

Nach einem Gespräch zu aktuellen Themen in Deutschland und Korea bei der koreanischen Finanzaufsicht FSS, nahm die Delegation zu Beginn ihrer Delegationsreise am Korean-German FinTech & Blockchain-Forum in Seoul teil. Die Delegationsteilnehmer Prof. Dr. Christoph Schalast (Frankfurt School of Finance & Management) und Oliver Clasen (GermanTech) sowie Dr. Jochen Biedermann von FMF waren unter den Sprechern.

Korean-German FinTech and Blockchain Forum 2020 in Seoul

Korean-German FinTech and Blockchain Forum 2020 in Seoul. Von links: Dong-Hyoun Lee (Sogang University), Prof. Yong-Bum Park (Dan-Kook University), Prof. Dr. Sooyong Park (Sogang University), Dr. Jochen Biedermann (FMF), Prof. Dr. Christoph Schalast (Frankfurt School), Oliver Clasen (GermanTech), Dohyeon Lee (Sogang University), Jungwon Seo (Sogang University).

Treffen in der 3,5 Millionen Einwohner-Stadt Busan

Am nächsten Tag ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug weiter nach Busan, der mit gut 3,5 Millionen Einwohnern zweitgrößten koreanischen Stadt. Bei einem Treffen mit Vertretern der Stadtregierung von Busan sowie der Busan Economic Promotion Agency (BEPA), der Wirtschaftsförderung der Stadt Busan und Partner von FMF, wurde besprochen, wie beide Finanzplätze im neuen Jahr weitere Impulse für ihre langjährige Zusammenarbeit setzen können. Dr. Ki Sik Park, Chairman der BEPA, lud Vertreter von FMF zu einer internationalen Konferenz über maritime Finanzierung ein, die die Stadt Busan im Mai diesen Jahres plant. Das Thema maritime Finanzierung hat einen großen Stellenwert in der Stadt mit dem fünfgrößten Hafen der Welt. Dieser ist ein wichtiger Logistikhub für die Region.

30 Fintech und Blockchain-Unternehmen arbeiten im WeWork FinTech-Zentrum in Busan

Im Anschluss besuchte die Delegation das im vergangenen Jahr eröffnete und von WeWork betriebene FinTech-Zentrum im BIFC Tower, in welches bereits mehr als 30 FinTech- und Blockchain-Unternehmen eingezogen sind.

FMF und FRM GmbH vertreten den Finanzplatz Frankfurt auf dem Asian Financial Forum in Hongkong

In Hongkong traf sich die Delegation zum traditionellen deutschen Vorabenddinner des Asian Financial Forums, an dem auch Dr. Lutz Raettig, Präsident von FMF, teilnahm.

Das von der Hongkonger Regierung und dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) gemeinsam veranstaltete Asian Financial Forum war gut besucht, trotz der in diesem Jahr verstärkten Sicherheitsmaßnahmen für die Besucher. Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam hielt die Eröffnungsansprache und betonte die, trotz der Proteste in der Stadt, weiterhin starke Position des Finanzplatzes Hongkong.

Am deutschen Gemeinschaftsstand von FMF und der FrankfurtRheinMain GmbH traf sich die deutsche Delegation zu Gesprächen mit dem deutschen Generalkonsul in Hongkong, Dieter Lamlé, der den Finanzplatz Frankfurt immer wieder sehr aktiv unterstützt. Auch der Vorstand der Deutschen Bundesbank, Burkhard Balz, war mit seinem Team am Stand; und weiterhin zahlreiche Konferenzbesucher, die sich über das Thema Brexit und die Positionierung des Finanzplatzes Frankfurt informieren wollten.

Beim Abschlussgespräch mit Dr. Raettig am letzten Abend in Hongkong, vor der Rückreise nach Deutschland, zeigten sich aller Teilnehmer sehr zufrieden mit ihren Gesprächen in Korea und Hongkong.

 

Wir danken unseren Partnern in Korea und Hongkong für die großartige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Reise!

Frankfurt aus Sicht einer Londonerin: 100 Gründe den Finanzplatz zu lieben

Warum liebt man das Leben am Finanzplatz Frankfurt? Gründe hat die in Frankfurt lebenden Londonerin Louise Sagar allemal und diese stellt sie in Ihrer Twitter-Kampagne #100ReasonsILoveFrankfurt genau vor. Im Interview erklärt Sie uns, was sie nach Frankfurt gezogen hat und wieso sie das Leben in der Stadt so genießt.


Wann und warum hat es Sie nach Frankfurt gezogen?

2009 lebte ich in Luxemburg und mein Arbeitsvertrag lief aus. Ein Freund erzählte mir von einer offenen Stelle als Übersetzerin/Redakteurin bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Ich wusste zwar nichts über die Institution oder die Stadt, aber ich war offen dafür, überall zu arbeiten und zu leben, also habe ich mich einfach beworben. Als ich zum Vorstellungsgespräch nach Frankfurt kam – ohne Vorurteile gegen Stadt oder Job – fühlte ich mich sehr unbeschwert. Ich erinnere mich lebhaft daran, wie ich nach dem Gespräch über eine Main-Brücke ging, die Skyline betrachtete und dachte: Das fühlt sich richtig an! Ich will hier arbeiten und leben. Der Job klang großartig und ich hatte unmittelbar eine Verbindung zur Stadt. Manchmal bringt das Leben einen genau dorthin, wo man sein sollte. Ich habe den Job bekommen, und damit hat sich mein Leben für immer verändert. Ich habe mir in Frankfurt meine Art von Leben aufgebaut.

Was war Ihr erster Eindruck als Londonerin, die am Finanzplatz Frankfurt lebt?

Es hat mich umgehauen, wie einfach alles war. Ich erinnere mich vor allem daran, wie erstaunt ich war, dass ich entlang wunderschöner, verkehrsarmer Straßen und am Fluss entlang zur Arbeit laufen konnte – und für nur 7 Euro konnte ich ein Taxi aus der Innenstadt zu meiner Wohnung nehmen!!! In London kostete das Taxi nach Hause ein Vermögen und Weg-geh-Abende in der Stadt fanden mit der letzten U-Bahn nach Hause häufig ein verfrühtes Ende. Außerdem liebte ich das Lebensgefühl in Frankfurt. Es ist eine Stadt, aber sie ist nicht hektisch oder erdrückend. Ich schlenderte am Wochenende heiter durch das belaubte Sachsenhausen (wo ich damals lebte – jetzt bin ich eine Nordenderin). Ich war verliebt in die Skyline. Während meines ersten Winters in der Stadt hat es viel geschneit und Frankfurt funkelte. Ich erinnere mich daran, wie ich an einem Wochenendmorgen um 4 oder 5 Uhr aus einem Club kam und von einem Winterwunderland begrüßt wurde – es hatte stark geschneit, während wir unterirdisch die Nacht durchtanzten. Wir liefen durch den Schnee zum Südbahnhof, wo wir an einer Bäckerei vorbeikamen, die nach frischen Croissants duftete, die wir dann warm gegessen haben. Es scheint mir, dass wir in Frankfurt ausgeprägtere Jahreszeiten haben als in London. Im Winter ist es kälter und im Sommer heißer als in London. Das gefällt mir.

Was hat Sie am Finanzplatz Frankfurt stutzig gemacht?

Ich fand es merkwürdig, dass es in den Pubs Tischservice gibt. In Großbritannien drängen wir uns alle um die Bar, während wir hier in Frankfurt an Tischen sitzen und bei einer Bedienung bestellen. Eigentlich finde ich das noch immer ein bisschen seltsam! Es ist eine gemächlichere Herangehensweise an einen Abend in der Stadt. Aber wenn ich nun nach Hause nach Großbritannien fahre, finde ich es ein wenig frustrierend, an der Bar auf einen Drink warten zu müssen. Allerdings ist es etwas geselliger: Ich denke, dass Singles eher jemanden treffen, der auch an der Bar steht. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich der lauteste Mensch in Frankfurt bin: Wenn ich in einem Café oder Restaurant lachte, drehten sich die Leute um und schauten mich an! Das passiert immer noch 😉. Zudem brauchte ich lange, um mich daran zu gewöhnen, dass die Geschäfte sonntags geschlossen sind… aber das ist etwas, was ich jetzt wegen des ruhigen Sonntagsgefühls sehr schätze.

Natürlich sind wir Fan Ihrer Twitter-Serie #100ReasonsILoveFrankfurt. Was hat Sie dazu bewogen, damit anzufangen?

Damals gab es mehrere Artikel in der britischen Presse, in denen es hieß: „Oh nein, nach Brexit werden wir alle ins langweilige Frankfurt ziehen müssen.“ Das hat mich geärgert, da es ein so uninformierter Standpunkt ist. Ich fühlte mich sehr defensiv – ich wollte der Welt mitteilen, wie ich mich als in Frankfurt lebende Expat fühlte. All das ging mir durch den Kopf, und dann twitterte der Journalist Tom Barfield (Nachrichtenagentur AFP) ein Bild vom Berger Straßenfest bei strahlend blauem Himmel. Er schrieb: „Ein weiterer schrecklicher Tag in Frankfurt.“ Dies fasste alles zusammen, was ich fühlte. Ich liebte es, und es war der Katalysator für meine 100 Reasons-Serie.

Wir wissen, dass Sie #100ReasonsYouLoveFrankfurt haben, aber was sind Ihre drei Hauptgründe?

Das ist eine wirklich schwere Frage…Der erste Grund ist allerdings einfach: Mein absoluter Favorit in Frankfurt sind die Freibäder im Sommer. Als Schwimmerin bin ich am glücklichsten, wenn ich im nahegelegenen Brentanobad im Freien schwimmen und danach auf der Liegewiese entspannen kann. Außerdem liebe ich die fast jedes Wochenende stattfindenden Straßenfeste. Im Vergleich zu dem den Aufwand, den ich früher für Veranstaltungen in London auf mich genommen habe, kann ich in Frankfurt einfach zu einem der Straßenfeste um die Ecke gehen – und wenn ich genug habe, laufe ich nach Hause. Für mich ist das wirklich wichtig. Einige bevorzugen eine größere Auswahl und den Großstadtdschungel, aber für mich ist das hier besser. Ich glaube, was ich am meisten liebe, ist einfach das Gefühl, dass mir mein Leben in Frankfurt gibt. Es ist schwer zu beschreiben. Es sind die Gebäude in den verschiedensten Architekturstilen und die Parks, die Möglichkeit überall zu Fuß gehen zu können – es ist die Lebensqualität. Ich fühle mich auch sicher. Ich liebe Frankfurt zu jeder Jahreszeit. Gerade jetzt bereitet mir der Winter in unserer Stadt so viel Freude.

Wollen Sie noch etwas hinzufügen?

Ich fühle mich nicht mehr ganz nach Großbritannien gehörig, was ein wirklich seltsames Gefühl ist. Ich vermisse meine Familie, den britischen Sinn für Humor und die Tatsache, dass die Menschen in Großbritannien auf der Straße und in den Geschäften mehr miteinander reden. Aber ich lebe im Ausland und bin ein internationales Leben gewöhnt. Zudem ist es ja auch recht einfach von Frankfurt aus, meine Familie zu besuchen, da der Flughafen sehr gut erreichbar ist und unzählige Verbindungen nach London bestehen. Wenn ich nach meiner Abreise wieder in Frankfurt ankomme, freue ich mich, die Skyline zu sehen und fühle mich wie zuhause! Sollte ich jemals woanders hinziehen, was durchaus möglich ist, da ich an verschiedenen Orten leben möchte, wird die nächste Stadt eine Menge bieten müssen.