Frankfurt Rhein-Main entwickelt sich zum führenden FinTech-Hub

Die Region Frankfurt Rhein-Main soll sich innerhalb von fünf Jahren zum führenden FinTech-Hub in Kontinentaleuropa sowie einer international anerkannten Tech-Region entwickeln. Auf dieses gemeinsame Ziel haben sich am Donnerstag das hessische Wirtschaftsministerium, Unternehmen und Hochschulen der Region verpflichtet.

„Frankfurt Rhein-Main ist die wichtigste Verkehrsdrehscheibe Deutschlands, der bedeutendste Finanzplatz in Kontinentaleuropa und der größte Internetknoten der Welt“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir im TechQuartier in Frankfurt. „Wir haben damit alles, was ein gutes Gründerökosystem benötigt: Perfekte Erreichbarkeit, finanzkräftige Kunden und Highspeed-Internet-Verbindungen.“  Das Frankfurter TechQuartier hat dazu einen Masterplan für die Startup-Region entwickelt und konkrete Maßnahmen erarbeitet, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

„Um als Region auch langfristig attraktiv und ökonomisch leistungsfähig zu bleiben, bedarf es nicht nur einer finanziellen Kraftanstrengung aller Beteiligten, sondern auch einem Bekenntnis zu Unternehmertum und einem gemeinsamen Verständnis für die Dynamiken einer digitalen Gesellschaft“, so Dr. Sebastian Schäfer, Managing Director des TechQuartier. Dr. Thomas Funke, Co-Direktor des TechQuartier: „Ausgangspunkt der Initiative war eine internationale Vergleichsstudie mit 50 anderen Gründerökosystemen, aus der in den letzten Monaten Maßnahmen abgeleitet und für die Region konkretisiert wurden. Die Empirie zeigt, dass sich erfolgreiche Gründerökosysteme nicht über Nacht entwickeln, sondern über viele Jahre entstehen und häufig auf einer gemeinsamen Vision unterschiedlicher Stakeholder aufbauen.“

Der Masterplan umfasst derzeit 20 Maßnahmen aus vier zentralen Bereichen:

BereichKonkrete Maßnahmen
Talentaktivierungbspw. Praxisangebote an Hochschulen, internationale Austauschprogramme, Mentoren-Programme für Gründer
Förderung von Kooperationenbspw. Netzwerkevents, Startup-Investorenkonferenzen
Zugang zu Finanzkapitalbspw. Acceleratoren, Investorenmarketing, staatliche Investitionsfonds
Standortmarketingbspw. neues Webportal Rhein-Main Community, Welcome Package, Ökosystem-Analysen.

Maßnahmen des Masterplans mit einem Gesamtvolumen bis 20 Millionen Euro

Insgesamt umfasst der Masterplan Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 15 bis 20 Millionen Euro innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre. Al-Wazir: „Mit der Umsetzung des Masterplans liegt eine große Aufgabe vor uns, die über das Thema FinTech hinausgeht und nur durch breite Unterstützung und enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erfolgreich bewältigt werden kann. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen – niemand wird allein gelassen.“ Mit der Veröffentlichung des Masterplanes gehen auch bereits erste Maßnahmen in die Umsetzungsphase.

  • Startup-Accelerator: Das TechQuartier schließt eine mehrjährige Kooperation mit Plug and Play, dem weltweit größten Startup-Accelerator aus dem Silicon Valley. Mit diesem starken Partner soll die größte Multi-Corporate Innovationsplattform in Europa entstehen. Das Ziel ist es, zahlreiche Banken und Finanzdienstleister für das gemeinsame Programm zu begeistern, vielversprechende Technologien nach Frankfurt zu holen und mit der Finanzbranche zu verschmelzen. Startups erhalten damit die einmalige Möglichkeit, ihre Geschäftsidee mit Unterstützung namhafter Unternehmen und Partner zu marktreifen Produkten weiterzuentwickeln.
  • Investorenmarketing: Vermarktung der Erfolgsgeschichten der Region mit gezielter Ausrichtung auf Investoren sowie direkte Vernetzung der hiesigen Startups mit nationalen und internationalen Investoren.
  • Ökosystem-Profiling: Die Goethe Universität führt gemeinsam mit dem TechQuartier eine globale Wettbewerbsanalyse durch, um die Erfolgsfaktoren für die Startup-Region zu identifizieren und den Masterplan passgenau weiterzuentwickeln. Passenderweise wurde die sechsstellige Summe für die Studie vom Goethe Alumnus Yi Shi bereitgestellt, der heute als erfolgreicher Unternehmer zwischen Shanghai und San Francisco pendelt.
  • Web-Portal: Aufbau einer Website, die als zentrale Online-Plattform für die FinTech- und Startup-Wirtschaft der Region dient. Aufgabe der Plattform ist es, Informationen über Aktivitäten der Akteure und Möglichkeiten im Ökosystem zugänglich zu machen. Dies umfasst den Zugang zu Kapital, Netzwerken und Talenten, CoWorking Spaces, Forschungsinfrastruktur und anderen Standortangeboten.
  • Mehr Kapital für Startups: Mit der Beteiligungsgesellschaft Hessen Kapital III unterstützt das Land Hessen kleine und mittlere Unternehmen in der Start- und Wachstumsphase, insbesondere Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Hessen Kapital III (EFRE) stellt 33,5 Mio. Euro zur Verfügung, die je zur Hälfte aus dem Landeshaushalt und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen.

Innovative Unternehmensgründungen in ganz Hessen vorantreiben

Al-Wazir: „Die Entwicklung der FinTech- und Startup-Region ist auch von hohem öffentlichen Interesse. Maßnahmen wie Talententwicklung, Vermarktung der Region sowie die Projektkoordination und -steuerung des Masterplans sind Aufgaben, bei denen sich die öffentliche Hand und auch die Hochschulen einbringen müssen und wollen.“ Neben der finanziellen Förderung des zentralen Infoportales „Rhein-Main Community“ beabsichtigt das Hessische Wirtschaftsministerium, sich auch an der Finanzierung des Projektmanagement-Teams zur Umsetzung des Masterplanes zu beteiligen. „Darüber hinaus wollen wir als Land aber auch die Entwicklung innovativer Unternehmensgründungen in ganz Hessen vorantreiben. Der Masterplan wird uns auch bei dieser Aufgabe von enormem Nutzen sein“, so Al-Wazir.

Den Masterplan können Sie hier herunterladen.

Bewerbungsfrist für den FinTechGermany Award „Golden Garage“ gestartet

Der führende investorenseitige Gründerpreis Deutschlands für FinTech- und InsurTech-Unternehmen wird 2018 zum vierten Mal verliehen. Interessierte Startups können sich ab jetzt bis zum 16. April 2018 für die Auszeichnungen bewerben.

Die Organisatoren des Preises – Börsen-Zeitung, Business Angels FrankfurtRheinMain, Frankfurt Main Finance und TechFluence – führen das bewährte Konzept der Vorjahre fort und vergeben den „Golden Garage“ genannten Award in den Kategorien Seed-/Early Stage, Late Stage, Growth Stage sowie „Best Foreign New Entrant to Germany“. Darüber hinaus werden Preisträger in den Sonderkategorien InsurTech und Proptech ermittelt.

Die öffentliche Verleihung der Awards, zu der wieder rund 200 Teilnehmer erwartet werden, findet am 14. Juni 2018 im Frankfurter TechQuartier statt. Die Veranstaltung bietet den anwesenden Gründern die Möglichkeit, ihre persönlichen Netzwerke auszubauen und den Bekanntheitsgrad unter den anwesenden Investoren zu steigern. Die Berichterstattung über die Veranstaltung verbessert zudem die Wahrnehmung der beteiligten Unternehmen in der breiten Öffentlichkeit.

Bereits vor dem Termin im Juni werden sich ausgewählte Bewerber während des Finanzplatztages der WM Gruppe am 7. März 2018 im Rahmen einer offenen Jurysitzung präsentieren. „Die offene Jurysitzung bietet den Bewerbern, aber auch interessierten Zuschauern einen Einblick in die Bewertung junger Unternehmen durch potenzielle Investoren“, erläutert Dr. Jens Zinke, Geschäftsführer der Börsen-Zeitung, das neue Veranstaltungsformat. Unterstützt wird der Fintech Germany Award u.a. durch das Bankhaus Metzler, Baker McKenzie, Ernst & Young, Oliver Wyman sowie durch die IHK Frankfurt am Main.

Detaillierte Informationen und Kontaktmöglichkeiten für Startups, Sponsoren und Interessenten an der Veranstaltung sind auf der Internetseite www.fintechgermanyaward.de verfügbar. Bewerber können sie auch direkt per E-Mail an bewerbung@fintechgermanyaward.de an die Organisatoren wenden. Aktuelle Informationen gibt es auch bei Twitter unter @FinTechGermany und #GoldenGarage.

Primärmarktkonferenz 2018 des Deutschen Aktieninstituts. Im Bild Christoph Heuer, Head of Equity Capital Markets Goldman Sachs International

Der IPO im Fadenkreuz: Rückblick auf die Primärmarktkonferenz 2018 des Deutschen Aktieninstituts

2018 soll das stärkste IPO-Jahr seit Langem werden. So hat das Deutsche Aktieninsitut den Schwerpunkt seiner diesjährigen Primärmarktkonferenz auf aktuelle Fragen und Entwicklungen rund um das Thema Börsengang gelegt. Am 30. Januar trafen sich über 60 Teilnehmer aus Unternehmen, Banken, Kanzleien sowie Beratungsunternehmen zum intensiven Austausch.

Das Themenspektrum reichte von der neuen Prospektverordnung (ProspektVO), welche ab Juni 2019 in den Ländern der Europäischen Union (EU) gelten wird, bis hin zu Erlebnisberichten von VARTA und Uniper. Drängten in den Boom-Jahren ab Mitte der 90er vor allem junge Unternehmen mit neuartigen Geschäftsmodellen an die Börse, prägen in jüngster Zeit zunehmend Spin-offs, alteingesessene Gesellschaften oder zumindest gereifte Geschäftsmodelle die IPO-Szene.

Für diese kann die recht trocken anmutende Rechtsform der KGaA eine maßgeschneiderte Lösung darstellen – insbesondere, wenn die Altgesellschafter weiterhin die Kontrolle behalten wollen. Ein Beispiel für den anstehenden Börsengang einer GmbH & Co. KGaA ist die DWS (Deutsche Asset Management) mit der Deutschen Bank als Kommanditistin. Durch einen „Joint Comittee“ genannten Ausschuss soll der Aufsichtsrat ein größeres Mitspracherecht bekommen als dies in der Rechtsform der KGaA normalerweise üblich ist. Hier zeigt sich die enorme Flexibilität der Ausgestaltung des KGaA-Systems.

Etwas aus dem Blick geraten ist das Börsen-Listing deutscher Gesellschaften in den USA. Waren ab Mitte der 90er Jahre in Spitzenzeiten rund 30 deutsche Emittenten in den USA gelistet, kam es nach dem Sarbanes-Oxley Act von 2002 zu Delisting und Deregistrierung bei mehr als zwei Dritteln davon.

Der „Jumpstart Our Business Startups Act” (JOBS Act) macht seit 2012 das Listing an einer US-Börse vor allem für kleine Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 1,070 Mrd. USD attraktiv. Deutsche Gesellschaften, die dies in Erwägung ziehen, sollten vor allem drei Aspekte beachten: 1. Mit der BaFIN ist die Abstimmung verlässlicher Zeitpläne möglich, was mit der SEC nicht immer gegeben ist. 2. Financial Statements müssen in den USA nach US GAAP oder nach originalen IFRS eingereicht werden, nicht in der für die EU übernommenen Fassung. 3. Wesentliche Verträge müssen als Anlagen zum Registration Statement offengelegt werden. So musste trivago den Mietvertrag seines neuen Hauptquartiers in Düsseldorf übersetzen und veröffentlichen. Welche Anregungen der europäische Gesetzgeber aus dem JOBS Act ziehen könnte, blieb auf der Konferenz offen. Das Listing in den USA bietet eine Lösung für Unternehmen mit sehr spezifischen Gegebenheiten.

Von Charlotte Brigitte Looß

„Mister Finanzplatz wird 75“

Gäbe es Lutz Raettig nicht, Frankfurt müsste ihn erfinden. Der Finanzplatz am Main und die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance verdanken Lutz Raettig viel. Seit 2005 ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Morgan Stanley Bank AG in Frankfurt, ab 1995 wirkte er als deren Vorstandsvorsitzender. Weiterlesen

Deutsche Börse geht in Frankfurt Schritt Richtung Zukunft

Die Deutsche Börse baut das historische Börsen-Gebäude im Herzen Frankfurts noch stärker zum Kommunikationszentrum des Finanzplatzes und als Anlaufstelle für die breite Öffentlichkeit aus. Das denkmalgeschützte Gebäude, in dem sich auch der bekannte Börsensaal und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt befinden, wird Repräsentationsstelle für die Deutsche Börse in Frankfurt und den Finanzplatz.

“Wir freuen uns außerordentlich über dieses Engagement der Deutschen Börse. Frankfurt erhält ein zeitgemäßes Zentrum und sichtbares Symbol für die zunehmende Bedeutung der Stadt und der Region als wichtigster kontinentaleuropäischer Finanzplatz”, sagt Dr. Lutz Raettig, Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. „Die Entscheidung konnte zu keinem besseren Zeitpunkt getroffen werden. Die Deutsche Börse zeigt Flagge in Frankfurt, jetzt, wo der Brexit dazu führt, die Architektur der europäischen Finanzindustrie neu aufzustellen.“

Bis Anfang 2020 investiert die Deutsche Börse 18,5 Millionen Euro in den Ausbau und schließt einen Mietvertrag mit der IHK Frankfurt, der Eigentümerin des Gebäudes, bis zum Jahr 2048. Nach dem Umbau wird sich die Deutsche Börse vom Besucher-Center aus verstärkt an interessierte Besucher wenden, um auf moderne Weise über die Funktionsweise der Börse zu informieren und den Nutzen der Börse für Industrie und Handel und damit für die Wohlfahrt der Gesellschaft zu vermitteln.

Die Mitteilung der Deutschen Börse Group zum Thema finden Sie hier.

Foto: Deutsche Börse AG

CFS-Umfrage: Finanzbranche hält Bitcoin-Kursentwicklung nicht für nachvollziehbar / Eine stärkere Regulierung wird klar befürwortet

Seit Beginn des Jahres 2017 hat sich der Bitcoin-Kurs von 1.000 USD auf nahezu 20.000 USD im Dezember erhöht. Seitdem hat der Bitcoin nach wiederholtem Auf und Ab bis Mitte Januar rund 40% an Wert verloren. Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies ist diese Kursentwicklung für die deutsche Finanzbranche mehrheitlich nicht nachvollziehbar. Darin sind sich 81% der Befragten einig.

Mögliche Risiken, die durch diese Entwicklung für das Finanzsystem entstehen können, sind schwer absehbar. Über die Hälfte der Befragten (54%) schätzt die Entwicklung kritisch ein. Hingegen sind laut 41% der Umfrageteilnehmer die Risiken eher zu vernachlässigen. Jedoch unabhängig davon, wie die Befragten mögliche Risiken einschätzen, sind sie sich größtenteils darüber einig (78%), dass der Markt für Kryptowährungen stärker reguliert werden sollte.

„Die Umfrage verdeutlicht, dass die Sorgen der Finanzmarktteilnehmer angesichts der Intransparenz und der unberechenbaren Kursentwicklungen des Bitcoin zunehmen“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Auch wenn die Bedeutung der Kryptowährungen wächst, wird der Bitcoin dennoch auf lange Sicht unser klassisches Geldsystem nicht ersetzen können. Darin ist sich die Finanzbranche geschlossen einig (93%). Generell wird der Bitcoin von 79% der Befragten auch nicht für ein interessantes Anlageinstrument gehalten.

„In der jetzigen Form stellt der Bitcoin ein fragwürdiges Konstrukt dar, das keinen erkennbaren Mehrwert bietet. Daher sollten klare regulatorische Rahmenbedingungen und eine konsequente Aufsicht dafür sorgen, dass der Anlegerschutz auch bei Kryptowährungen greift und zudem mögliche Systemrisiken im Keim erstickt werden.“, so Brühl weiter.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Trotz aller berechtigten Skepsis bleibt die Faszination der Technik und ihrer Potentiale. Regulierung sollte nicht das Experimentieren unterbinden.“

CFS-Index erreicht höchsten Stand seit Beginn der Finanzkrise in 2007

Die Finanzbranche meldet: Starke Umsatz- und Ertragszuwächse / Mitarbeiterzahlen im Aufwärtstrend / Investitionsvolumen leicht rückläufig, aber nach wie vor auf hohem Niveau

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt um 5,9 Punkte auf 120,1 Punkte. Diese enorm positive Entwicklung ist primär auf die hohen Umsätze und Erträge der Finanzbranche im vierten Quartal 2017 zurückzuführen. Des Weiteren reduzieren die Finanzinstitute nun ihren Stellenabbau und erwarten, dass sich diese Entwicklung im laufenden Quartal weiter verstärkt. Auch bei den Dienstleistern ist die personelle Entwicklung positiv. Es werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Allerdings meldet die Finanzbranche ein leicht rückläufiges Investitionsvolumen, welches sich aber nach wie vor auf einem hohen Niveau befindet.

„Die exzellente Zielerreichung der Banken bei Umsatz und Ertrag hilft ihnen bei der Bewältigung der nächsten großen Herausforderung, der digitalen Transformation. Dies spiegelt sich auch in den sehr positiven Erwartungszahlen für den Dienstleistungssektor der Finanzindustrie wider, wozu insbesondere Beratungs- und Prüfungsunternehmen zählen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird unverändert sehr positiv eingeschätzt

Mit einem Anstieg um 0,4 Punkte liegt der Unternehmensstandort-Index, der die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland bewertet, mit 135,9 Punkten nur leicht unter dem bisherigen Höchststand, der im Zuge des Brexit-Votums in 2017 erreicht wurde.

„Die stabil hohe Bewertung des Index zeigt: Dem Finanzplatz Deutschland wird mehr zugetraut. Das sollte für alle Beteiligten Ansporn sein, die Zukunft der Branche hierzulande mit Optimismus und Selbstvertrauen zu gestalten“, kommentiert Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Umsätze und Erträge der Finanzbranche steigen. Nur im Jahr 2007, dem ersten Jahr der Befragungen, hatten die Dienstleister noch höhere Werte.

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister können entgegen den eher verhaltenen Erwartungen aus dem Vorquartal ihre Umsätze bzw. ihr Geschäftsvolumen im letzten Quartal 2017 stark ausbauen. Der entsprechende Sub-Index steigt bei den Finanzinstituten um 11,2 Punkte auf 122,7 Punkte und bei den Dienstleistern sogar um 20,3 Punkte auf 137,5 Punkte. Für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute nur mit einem minimalen Rückgang. Die Dienstleister erwarten einen Rückgang auf das Niveau der Vorquartale.

Auch die Erträge beider Gruppen entwickeln sich im vierten Quartal 2017 besonders positiv. Der entsprechende Sub-Index erreicht bei den Finanzinstituten mit einem Anstieg um 6,5 Punkte einen Wert von 113,9 Punkten. Auch die Dienstleister verzeichnen ein enormes Ertragswachstum um 26,9 Punkte, welches die bereits positiven Erwartungen aus dem Vorquartal noch deutlich übertrifft. Der Sub-Index Erträge steigt damit für diese Gruppe auf 133,6 Punkte.

Investitionsvolumen leicht rückläufig, aber nach wie vor auf einem hohen Niveau

Nachdem der Sub-Index Investitionen der Dienstleister Mitte 2017 den höchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007 erreicht hatte, befindet er sich wie schon im Vorquartal mit -2,8 Punkten leicht im Abwärtstrend. Mit 113,9 Punkten ist dieser jedoch nach wie vor auf einem hohen Niveau. Auch der Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 5,1 Punkte auf 113,8 Punkte, wobei ein weiterer Rückgang erwartet wird. Hingegen rechnen die Dienstleister wieder mit einem Anstieg für das laufende Quartal.

Mitarbeiterzahlen der Finanzbranche im Aufwärtstrend / Stellenabbau der Finanzinstitute abgeschwächt

Nach dem erhöhten Stellenabbau des Vorquartals schwächt sich dieser bei den Finanzinstituten nun ab. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter steigt um 3,3 Punkte auf 98,6. Auch die Entwicklung bei den Dienstleistern ist positiv. Hier werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Der Sub-Index steigt um 3,5 Punkte auf 116,8 Punkte. Beide Gruppen rechnen mit einer Fortsetzung dieses Aufwärtstrends, wobei die Erwartung der Dienstleister noch höher als die der Finanzinstitute ist.

Safe City Index 2017: Frankfurt gehört zu den sichersten Städten Europas

Finanzplatz Frankfurt ist in drei Kategorien des Safe City Index 2017 unter den Top 3 Städten Europas

Dies ist das Ergebnis des „Safe City Index 2017“ (Index sicherer Städte) des Magazins The Economist, in dem der Finanzplatz Frankfurt im europäischen Vergleich Platz 4, im globalen Vergleich Platz 11 unter den 60 betrachteten Städten belegt. In den drei Kategorien Gesundheit, digitale Sicherheit und persönliche Sicherheit erzielt der Finanzplatz Frankfurt im europäischen Vergleich, aber auch weltweit Spitzenwerte, die auf ein gelungenes ganzheitliches Sicherheitskonzept Frankfurts schließen lassen.

In der Kategorie Gesundheit ist Frankfurt Europas Nummer 1

In der Kategorie Gesundheit erreicht Frankfurt sogar die weltweiten Top 3 und steht unmittelbar hinter Tokyo und Osaka; das bedeutet Platz 1 in Europa. Damit bietet keine andere europäische Stadt ihren Bürgern eine bessere Struktur des Gesundheitswesens. Die Ausstattung der Krankenhäuser, die Effektivität der Rettungsdienste sowie das Netz der Pflegeeinrichtungen überzeugt die Macher der Studie vom Magazin The Economist. Im Teilbereich Umwelt verhelfen die vielen Parks und Grünanlagen und die hohe Wasserqualität Frankfurt zu diesem Top-Ergebnis.

Digitales Sicherheitskonzept Frankfurts im Vergleich zu 2015 deutlich weiterentwickelt

Städte entwickeln sich durch den deutlich zunehmenden Einsatz intelligenter Technologien stetig weiter in Richtung Smart Cities. Trotz aller Sicherheitsvorteile der Digitalisierung steht im Zentrum der Kategorie die Frage, wie Städte vor Hackerangriffen und dem Ausfall komplexer technischer Systeme geschützt sind.
Der Stadt Frankfurt gelingt es in dieser Kategorie im Vergleich zu der Studie aus dem Jahr 2015 sieben Plätze zu gewinnen. Die Steigerung in diesem Bereich verdeutlicht, dass Frankfurt die Herausforderungen der Digitalisierung für die Sicherheit erkannt hat und zunehmend erfolgreichere Maßnahmen anwendet. Der Finanzplatz Frankfurt erreicht im europäischen Vergleich den 3. Platz, weltweit Platz 16.

Frankfurter Klischee einmal mehr überholt

Frankfurt ist nicht gefährlich. Durch die Ergebnisse der Studie wird im Bereich der personellen Sicherheit ein überholtes, hartnäckiges Vorurteil über die Main-Metropole einmal mehr widerlegt. Schließlich kann Frankfurt mit Rang 11 im weltweiten Vergleich und wiederum Platz 3 in Europa ein hohes Ranking in Sachen personelle Sicherheit erzielen. Würde man die Statistik der Delikte am Frankfurter Flughafen bereinigen, Frankfurt würde wohl eine noch höhere Platzierung erzielen. Aber die Studienergebnisse zur personellen Sicherheit gehen über das Thema Kriminalität hinaus und identifizieren Terrorismus als gegenwärtig größte Herausforderung globaler Städte in der Realisierung personelle Sicherheit. Auch in dieser Hinsicht überzeugt das Frankfurter Konzept das Team von The Economist.

Studie bescheinigt Frankfurt ein erfolgreiches ganzheitliches Sicherheitskonzept

Im Rahmen der Studie wird deutlich, dass die untersuchten Kategorien nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, sondern sich untereinander stark beeinflussen und voneinander abhängig sind. Aus diesem Grund können Sicherheitskonzepte nur durch einen ganzheitlichen Ansatz, der alle genannten Bereiche und Kategorien berücksichtigt, erfolgreich sein. Eine Herausforderung, der sich Städte im Spannungsfeld regionaler und lokaler Besonderheiten, globaler Entwicklungen und Bedrohungsszenarien und limitierter finanzieller Ressourcen in der Zusammenarbeit mit föderalen, bundesstaatlichen und internationalen Institutionen stellen und diese zum Schutz und Wohlergehen ihrer Bürger erfolgreich meistern müssen.

Die hohe Platzierung der Stadt Frankfurt auf Platz 11 der Gesamtwertung und damit die Zuordnung zu den Top 5 der europäischen Städte zeigt deutlich, dass die Notwendigkeit eines umfassenden Sicherheitsverständnisses in Frankfurt erkannt worden ist und die Umsetzung eines ganzheitlichen Sicherheitskonzeptes gelungen ist. London (20), Paris (24) und Mailand (25) schneiden im Gesamtranking schlechter ab.

Vierte FMF-Delegationsreise nach Südkorea und Hongkong

Unter der Führung von Herrn Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance (FMF) reiste vom 11. bis zum 16. Januar 2018 eine von FMF organisierte FinTech-Delegation nach Südkorea und Hong Kong, wie schon in den vergangenen Jahren.
In Seoul stand zu Beginn ein Gespräch mit dem Präsidenten der koreanischen Finanzaufsicht Heungsik Choe auf dem Programm. Themen des Gesprächs waren die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen FinTech, Blockchain und Cryptowährungen.
Beim FinTech- & Blockchain-Forum in der Sogang-Universität in Seoul präsentierten dann neben koreanischen Vertretern von deutscher Seite die Frankfurter Unternehmen Blockchain HELIX und Firamis sowie das Stuttgarter FinTech FINVAX. Dr. Jochen Papenbrock, der Gründer und CEO von Firamis erläuterte dabei seinen innovativen Ansatz der Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Finanzbranche.
Am nächsten Tag ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug KTX weiter nach Busan, der zweitgrößten koreanischen Stadt, mit der Frankfurt Main Finance durch verschiedene Kooperationsabkommen verbunden ist und eng zusammenarbeitet. Die Delegation wurde von Ki-young Kim, dem Vize-Bürgermeister für wirtschaftliche Angelegenheiten im Rathaus offiziell empfangen. Danach stand der Busan-Frankfurt-FinTech Roundtable im 52. Stock des BIFC-Gebäudes statt, welches symbolisch für die dynamische Entwicklung und die großen Ziele der Stadtplaner steht.
Zurück in Seoul standen Treffen mit koreanischen Politikern sowie Prof. Sooyong Park, dem Leiter des Global FinTech Research Institute auf dem Programm, bevor die Delegation weiter nach Hongkong reiste.
In Hongkong nahm die Delegation am Asian Financial Forum teil, auf dem FMF gemeinsam mit der FrankfurtRheinMain GmbH und Hessen Trade & Invest mit einem Gemeinschaftsstand vertreten war, um im Brexit-Kontext Interesse bei asiatischen Finanzdienstleistern, insbesondere FinTechs, für den Standort Frankfurt zu wecken.
Carrie Lam, die neue Hongkonger Regierungschefin, machte in ihrer Eröffnungsansprache klar, welche Bedeutung die FinTech- und Blockchain-Branche für Hongkong hat. Insbesondere von der Blockchain-Technologie erhofft man sich in Hongkong wichtige Impulse für die One Belt, One Road-Initiative der chinesischen Regierung.
Beim Fintech O2O International Fintech Pitch Evening in Cyberport, dem staatlichen Tech-Zentrum Hongkongs mit über 30.000 qm Fläche für FinTechs und andere Tech-Unternehmen, hatte Oliver Naegele, der Gründer und CEO des Frankfurter Blockchain-Unternehmens Blockchain HELIX die Gelegenheit, in seinem 5-minütigen Pitch anwesende Unternehmen und Investoren von seiner Lösung zur Digitalen Identität zu überzeugen. Dem Applaus und den zahlreichen positiven Kommentaren im Nachgang zufolge ist ihm dies mehr als gelungen.
Der zweite Tag des Asian Financial Forum widmete sich fast komplett den Startups. Neben zahlreichen Pitches beleuchten in verschiedenen „Innotalks“ internationale Experten insbesondere die FinTech-Ökosysteme in China, Hongkong und Asien.
Weitere Gespräche wurden mit der Hong Kong FinTech Association und dem neu-gegründeten Hong Kong Blockchain Center (HKBCC) geführt, mit denen Frankfurt Main Finance zukünftig eng zusammenarbeiten möchte.

Frankfurt Main Finance hat ein MoU mit Bahrain FinTech Bay unterzeichnet

Frankfurts Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance und Bahrain FinTech Bay haben sich auf ein Memorandum of Understanding (MoU) über die Kooperation der beiden FinTech Standorte verständigt. Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance und Gerben Visser, Gründer der Bahrain FinTech Bay unterzeichneten das Abkommen.

Das Ziel des Co-working spaces Bahrain FinTech Bay ist es, wichtigster FinTech Standort im Mittleren Osten zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt die Initiative junge FinTechs in ihrer Entwicklung, bietet ihnen Kooperationspartner und ein internationales weitgefächertes Kommunikationsnetzwerk. Dieses internationale Netzwerk wird nun durch die Kooperation mit Frankfurt Main Finance weiter gestärkt. Für Frankfurt Main Finance und das aufstrebende FinTech Ökosystem der Stadt stellt die Kooperation einen Eintrittspunkt zu FinTech-Veranstaltungen und -Themen im Mittleren Osten dar.