Helaba-Finanzplatzfokus: Frankfurt auf nachhaltigem Weg

Nachhaltige Finanzierung ist unerlässlich beim Wandel hin zu einem zukunftsfähigen Weltwirtschaftssystem und wird damit zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor für Finanzplätze. Wo Deutschland mit Frankfurt als Finanzhauptstadt beim Trend Nachhaltigkeit steht, hat Helaba Volkswirtschaft/Research nun in einer Studie untersucht. Als zentrale Faktoren werden die Marktdynamik bei Green Bonds sowie das Engagement des Finanzplatzes herangezogen. Die Ergebnisse der Analyse werden im Folgenden zusammengefasst.

Makrotrend „Green Bonds“

Für Ulrike Bischoff, Autorin der Studie steht fest: „Nachhaltige Finanzprodukte gewinnen immer mehr an Bedeutung, wobei Green Bonds eine zentrale Rolle spielen.“ Die Zahlen bestätigen den Aufwärtstrend der sogenannten grünen Anleihen, die zur Finanzierung umweltfreundlicher Projekte dienen. 2019 stieg das jährliche Neuemissionsvolumen von Green Bonds um mehr als 50 Prozent auf fast 258 Milliarden US-Dollar an. Davon entfielen ca. 19 Milliarden US-Dollar auf den deutschen Markt. Der hiesige Finanzplatz belegt damit im internationalen Vergleich den vierten Platz im Emissionsländer-Rating. Innerhalb Europas hat lediglich Frankreich bei der Ausgabe neuer Green Bonds die Nase vorn. Großbritannien hingegen liegt mit Neuemissionen in Höhe von 2 Milliarden weit zurück.

Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren global immer mehr Green Bonds ausgegeben werden. In Deutschland wird dieser Trend unterstützt durch die hohe Aufmerksamkeit für das Thema Nachhaltigkeit und den daraus resultierenden Druck auf die Emittenten. „Für weiteres Emissionspotential hierzulande spricht zudem die gute Wettbewerbs- und Innovationsposition vieler deutscher Unternehmen hinsichtlich nachhaltiger Produkte und Prozesse“, schreibt Bischoff.

Nachhaltigkeit – neuer Wettbewerbsfaktor für Finanzstandorte

Finanzplätze sind durch die Konzentration verschiedener Finanzakteure gekennzeichnet. Solche Standorte können mittels politischem und regulatorischem Engagement geeignete Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Ausrichtung der Finanzbranche schaffen. Inwiefern das den Standorten gelingt, entscheidet über ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Finanzplatzgefüge. Finanzzentren wie Paris oder London haben schon früh spezielle Initiativgruppen ins Leben gerufen und gingen gemeinsam mit Luxemburg und den Niederlanden beim Thema Nachhaltigkeit voran. Inzwischen zeichnet sich auch Deutschland mit Frankfurt als Finanzhauptstadt durch vielfältiges Engagement aus. Das Ziel der Bundesregierung lautet: Deutschland zum führenden Standort für Sustainable Finance etablieren.

Zentral für dieses Vorhaben ist die geplante erstmalige Emission einer grünen Bundesanleihe in der zweiten Jahreshälfte 2020. Auch die Bildung verschiedener Initiativen und Netzwerke tragen dem Ziel Rechnung.

Seit Mitte 2019 unterstützen mehr als 40 Experten im Sustainable Finance-Beirat (SFB) offiziell die Bundesregierung bei der Erarbeitung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Bereits im Jahr zuvor wurde in Frankfurt das Green and Sustainability Finance Cluster Germany (GSECG), eine Plattform zur Bündelung nachhaltigkeitsbezogener Finanzexpertise, geschaffen. Die jährliche Ausrichtung der hochrangigen Veranstaltung Sustainable Finance-Gipfel ist nur eine Tätigkeit des Clusters. Austausch zu dem Thema findet zudem auf den jährlichen Veranstaltungen Green Finance Forum und der Fair Finance Week statt. Deutschland bringt sich auch in internationalen Bündnissen wie dem Financial Centres for Sustainability (FC4S) ein. Mit gutem Grund. „Schließlich sind global gemeinsame Aktivitäten unerlässlich zur Erreichung der Klimaziele“, erklärt Bischoff in der Studie.

Um die Position Deutschlands im europäischen Finanzplatz-Wettbewerbs noch weiter zu stärken, rät Bischoff mit vereinten Kräften am Thema Nachhaltigkeit kontinuierlich dran zu bleiben. Wird die bereits gut funktionierende Zusammenarbeit von Aufsichtsbehörden, Hochschulen und den zahlreichen Initiativen betrachtet, kann das Vorhaben, Deutschland zum führenden Finanzstandort zu machen, durchaus gelingen.

„Unser Ziel ist es, den Start in Hessen zu erleichtern“

Das WELCOMECENTER Hessen ist eine gemeinsame Fachkräfteinitiative von Land, Wirtschaft und Bundesagentur für Arbeit. Es berät internationale Fach- und Führungskräfte und unterstützt sie bei ihrem Start in Hessen. Frankfurt Main Finance hat das Welcomecenter in der Fischerfeldstraße in Frankfurt besucht und gefragt, wie das Welcomecenter Personen unterstützt, die aufgrund des Brexits in Hessen leben und arbeiten wollen.

Seit wann gibt es das WELCOMECENTER Hessen?

Das WELCOMECENTER Hessen gibt es seit Juli 2013, also schon seit mehr als sechs Jahren.

Welche Angebote stellt das WELCOMECENTER Hessen zur Verfügung und an wen richten sich diese?

Ins Leben wurde das Welcomecenter gerufen, um internationalen Fach- und Führungskräften ihren Start in Hessen zu erleichtern und die Wirtschaft bei der Deckung ihres Fachkräftebedarfs zu unterstützen. Das Welcomecenter fungiert als mehrsprachige Anlauf-, Service- und Beratungsstelle für ganz Hessen für internationale Fach- und Führungskräfte und deren Familien, die sich noch im Ausland befinden bzw. neu nach Hessen gekommen sind. Außerdem berät es Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen mit Interesse an der Anwerbung, Anerkennung und nachhaltigen Integration internationaler Fach- und Führungskräfte in Hessen.

Wir beraten internationale Fachkräfte, die neu in Hessen sind oder noch nach Hessen kommen möchten und bauen eine Brücke zwischen Arbeitgebern und internationalen Fach- und Führungskräften. Die Fragen an das WELCOMECENTER Hessen drehen sich rund um das Leben und Arbeiten in Hessen, wie beispielsweise „Wie funktioniert die Arbeitssuche in Deutschland?“, „Wie erstelle ich meine Bewerbungsunterlagen?“, „Wie kann ich meinen Abschluss in Deutschland anerkennen lassen?“, „An wen muss ich mich wenden, wenn ich eine Arbeitserlaubnis brauche oder meinen Aufenthaltstitel klären möchte?“, „Gibt es in Hessen internationale Schulen für meine Kinder?“ oder auch „Kann meine Partnerin oder mein Partner, die mich nach Hessen begleitet, hier auch arbeiten, studieren oder beispielsweise eine Ausbildung machen?“.

Das WELCOMECENTER Hessen steht auch Arbeitgebern in Hessen beratend zur Seite. Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen werden rund um die Themen Einstellung und langfristige Integration internationaler Fach- und Führungskräfte unterstützt, zum Beispiel bei ausländerrechtlichen Fragestellungen oder auch zu der Frage, welcher Deutschkurs für die jeweilige Fachkraft infrage kommt.

Gibt es Beispiele, die die Arbeit des WELCOMECENTER Hessen verdeutlichen?

Ja, die gibt es. Zum Beispiel hat sich eine Pharmazeutin aus dem EU-Ausland an uns gewandt, die viele Jahre mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Kind in Irland gelebt und gearbeitet hatte. Aufgrund der neuen Stelle ihres Mannes in Hessen wagte auch sie den Neustart in Deutschland. Wir konnten sie in verschiedenen Fragen beraten, mit denen sich die meisten Ratsuchenden auseinandersetzen, wie beispielsweise „Wie suche ich eine zu meinem Profil passende Stelle? Was muss ich beim Bewerbungsvorgang beachten? Wie gut sollten meine Deutschkenntnisse sein? Und benötige ich die Anerkennung meines Universitätsabschlusses?“. Wir haben ihr eine Arbeitssuchendmeldung bei der Agentur für Arbeit empfohlen und dorthin den Kontakt hergestellt. Darüber hinaus haben wir auch erklärt, wie sie ihren in Irland erworbenen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend machen kann. Außerdem haben wir die Pharmazeutin dazu beraten, wo es eine passende bilinguale Schule für ihr Kind geben könnte.

Inwiefern helfen Sie Personen, die im Zuge des Brexits aus beruflichen Gründen nach Frankfurt bzw. ins Rhein-Main-Gebiet ziehen müssen?

Zunächst einmal sind wir für ganz Hessen zuständig. Selbstverständlich können Personen, die im Zuge des Brexits nach Hessen kommen, unsere Unterstützung beanspruchen und sich mit Fragen an uns wenden, die sich aus ihrem Umzug ergeben. Das können zum Beispiel Fragen zum Wohnen, Leben, Lernen und Arbeiten in Hessen sein. Beispielsweise zu den mit dem Umzug verbundenen Formalitäten oder zur Frage, wie man einen Kindergarten- oder Schulplatz findet. Wir erleben auch häufig, dass ein Paar gemeinsam nach Hessen zieht, bei dem eine Person schon eine Stelle hat und der Partner oder die Partnerin noch Arbeit sucht. In solch einem Fall unterstützen wir die Partner gern bei ihren Fragen zur Arbeitssuche, Zeugnisanerkennung und dem Bewerbungsprozess in Deutschland. Unser Ziel ist es, den Start in Hessen zu erleichtern. Deshalb sollte niemand zögern, sich mit Fragen an uns zu wenden. Wir schauen dann ganz konkret, wie wir weiterhelfen und unterstützen können.

Wie können interessierte Personen Sie am besten erreichen?

Wenn diejenigen schon in Hessen sind, dann können sie am besten telefonisch zu uns Kontakt aufnehmen oder direkt in das Büro des WELCOMECENTER Hessen in Frankfurt am Main kommen. Wir bieten von Montag bis Freitag täglich – immer vormittags und donnerstags auch am Nachmittag – eine offene Beratung an, d.h. die Ratsuchenden können ohne Termin vorbeischauen und sich informieren, orientieren und beraten lassen. Aber auch per E-Mail sind wir erreichbar. Das ist manchmal der einfachere Weg, beispielsweise wenn die Ratsuchenden sich noch im Ausland befinden. Die Arbeitgeber beraten wir ebenfalls persönlich, telefonisch oder per E-Mail, aber auch vor Ort – ganz nach Bedarf.

 

Das WELCOMECENTER Hessen ist Teil der Hessischen Fachkräftesicherungsstrategie mit ihrem Maßnahmenmix aus über 200 Einzelmaßnahmen und Initiativen in vier zentralen Strategiebereichen: Bildung (Aus- und Weiterbildung), potenzialorientierte Arbeitsmarktpolitik, Internationalisierung als Standortfaktor (Zuwanderung und Integration gestalten) und Attraktivität Hessens. Als Brücke zwischen Arbeitgebern und den internationalen Fachkräften verbessert und lebt es Willkommenskultur in Hessen. Es trägt als Teil der Willkommensstruktur zur Erleichterung der Einreiseprozesse und zur Integration bei. Als Gemeinschaftsinitiative zur Fachkräftesicherung wird es vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main sowie der Regionaldirektion Hessen und der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt.

Kontakt:

WELCOMECENTER Hessen, Fischerfeldstraße 10-12, 60311 Frankfurt/ M., Tel. 0800-6665788 (aus dem Inland), Tel. 0049-69-97172-122 (aus dem Ausland), E-Mail: info@welcomecenterhessen.com, www.welcomecenterhessen.com.

Frankfurt Digital Finance 2020

Frankfurt Digital Finance 2020: Neuem Konferenzformat gelingt mit rund 400 Teilnehmern erfolgreiche Premiere

Veranstaltung unterstreicht eindrücklich Frankfurts Potenzial als innovatives Ökosystem

Gleich in ihrer ersten Auflage hat die Frankfurt Digital Finance alle Erwartungen übertroffen. Rund 400 Entscheider und Innovatoren aus der Finanzindustrie, der FinTech-Szene und der Politik sowie Investoren, Regulierer und Wissenschaftler kamen vergangene Woche in das Frankfurter Zoo-Palais.  Eingerahmt von den inspirierenden Eröffnungs- und Schlussansprachen zur Zukunft von FinTech von Erik Podzuweit, Gründer von Scalable Capital, und Tamaz Georgadze, Gründer von Raisin/Weltsparen, gab es zukunftsweisende Vorträge hochkarätiger Referenten und engagierte Diskussionen rund um Open Banking, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Payment und Co. Sie demonstrierten Frankfurt eindrücklich als innovatives Ökosystem.

In einem zusammenfassenden Ausblick forderte Dr. Joachim von Schorlemer, der als Vorsitzender der Landesfachkommission Finanzmarktpolitik & Vorsorge des Wirtschaftsrates zu den Rednern auf der Frankfurt Digital Finance gehörte, darüber hinaus noch mehr Investitionen aus Frankfurt: „Handlungsbedarf sehe ich im Bereich Finanzierung: Von einem so starken Finanzplatz könnte man erwarten, dass mehr Wagniskapital in deutsche FinTechs fließt, als nur 2 Prozent aller Investitionen. Nur so kann unser Finanzplatz weiter wachsen“, so von Schorlemer, der Mitglied des Vorstands der ING-DiBa AG ist.

Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt, sagte abschließend: „Wenn es uns gelingt, die Vernetzung zu verstärken zwischen jungen Menschen mit guten Ideen und den etablierten Finanzinstitutionen, dann kommen wir voran. Genau das habe ich auf der Frankfurt Digital Finance Konferenz erlebt.“

„Die überaus positive Resonanz zur Frankfurt Digital Finance bestätigt uns darin, dass ein Ökosystem wie der Finanzplatz Frankfurt mit sowohl etablierten Marktteilnehmern als auch ambitionierten Einsteigern genau solch ein lebendiges Format für den offenen Austausch braucht“, sagt Corinna Egerer, Organisatorin und Moderatorin der Frankfurt Digital Finance. „Das gute Feedback, das wir auf der Konferenz und anschließend auch in den sozialen Medien bekommen haben, freut uns sehr. Gleichzeitig ist es auch Ansporn für das nächste Jahr“, ergänzt Co-Organisator Max Hunzinger.

 

Drei neue Mitglieder für die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance

Frankfurt am Main – Drei neue Mitglieder darf die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e. V. begrüßen. Die Neumitglieder CRIF Bürgel, Deloitte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und European DataWarehouse sind der Standortinitiative als Fördermitglieder beigetreten.

Durch ihre Mitgliedschaft geben die Vertreter aus Wissenschaft, Finanzindustrie, öffentlicher Verwaltung und dem aufstrebenden FinTech-Sektor ihrer Verbundenheit mit dem Finanzplatz Ausdruck, greifen aktuelle Themen des Finanzsektors auf und engagieren sich für die steigende nationale und internationale Bedeutung des Finanzzentrums Frankfurt am Main und der Rhein-Main-Region.

„Wir begrüßen unsere neuen Mitglieder ganz herzlich. Mit der Unterstützung unserer langjährigen und neuen Mitglieder setzen wir uns für die Trag- und Leistungsfähigkeit des Finanzplatzes Frankfurt ein. Das gemeinsame Engagement wird dem Finanzzentrum signifikant zugutekommen und die weltweite Präsenz sowie Positionierung nachhaltig positiv beeinflussen“, führt Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, an.

Christian Bock, Geschäftsführer der CRIF Bürgel GmbH sagt: „Frankfurt Main Finance steht ebenso wie CRIF Bürgel für Offenheit gegenüber Innovationen. Daher freuen wir uns sehr über die Mitgliedschaft und über die zukünftige Zusammenarbeit mit einem exzellenten Netzwerk innerhalb der Finanzbranche. Frankfurt hat sich durch die hohe Konzentration von Unternehmen der Finanzbranche als der führende Finanzplatz in Deutschland etabliert und zählt zu den wichtigsten Finanzzentren weltweit. Wir möchten die sich ergebenden Synergien mit Frankfurt Main Finance und den anderen Mitgliedern bestmöglich nutzen, damit Frankfurt diese Spitzenposition im Finanzmarkt weiter ausbauen kann. Darüber hinaus sind wir im Sinne unserer Strategie gespannt auf die Zusammenarbeit und den Kontakt mit einem der fortschrittlichsten internationalen Fintech-Hubs.“

Prof. Dr. Carl-Friedrich Leuschner, Wirtschaftsprüfer und Partner bei Deloitte, erläutert: „Als führender deutscher Finanzplatz ist Frankfurt einer der größten und wichtigsten Standorte von Deloitte. Die Mitgliedschaft bei Frankfurt Main Finance erfüllt uns mit großer Vorfreude auf eine spürbare Vertiefung der Beziehungen zu allen Akteuren in der Finanzmetropole. Wir sind überzeugt, dass wir der Frankfurter Community mit unserer Arbeit viele wichtige Impulse geben können und in der Vergangenheit bereits gegeben haben, aber auch stark von ihr profitieren werden.“ Hans-Jürgen Walter, Chef der Banken-Practice bei Deloitte, ergänzt: „Deloitte unterstützt seit vielen Jahren die Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt im europäischen und globalen Wettbewerb der Finanzzentren. Neben dem europäischen Competence Center für die Bankenunion engagiert sich Deloitte in unterschiedlichen Initiativen mit Banken, Verbänden, Hochschulen und Politik zur Stärkung des wichtigsten deutschen Finanzplatzes. Die Mitgliedschaft bei Frankfurt Main Finance ist ein weiterer konsequenter Schritt und aktiver Beitrag in diese Richtung. Hierzu zählt insbesondere auch der Ausbau Frankfurts als attraktiver Standort für die Start-up und FinTech-Szene.“

Dr. Christian Thun, Geschäftsführer der European DataWarehouse Gmbh, bekräftigt seine Vorfreude auf die Arbeit mit der Finanzplatzinitiative Frankfurt: „Die Mitgliedschaft bei Frankfurt Main Finance sehen wir als Bekenntnis zum Finanzplatz Frankfurt, dem wir viel zu verdanken haben, dessen Entwicklung wir mit Spannung verfolgen und aktiv gestalten wollen. Frankfurt Main Finance gibt uns hierfür die Plattform, und wir freuen uns auf den Austausch mit den zahlreichen Mitgliedern und Marktteilnehmern.“

CFS-Index entwickelt sich positiv

Die Finanzbranche meldet: Starke Umsatz- und Ertragszuwächse / Stellenabbau der Finanzinstitute hat sich abgeschwächt

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt um 4,3 Punkte auf 114,2 Punkte. Diese positive Entwicklung ist primär auf hohe Umsatz- und Ertragszuwächse der Finanzbranche im vierten Quartal 2019 zurückzuführen. Auch das Investitionsvolumen der Finanzinstitute ist gestiegen und der Stellenabbau fällt geringer aus als im Vorquartal. Diesen positiven Meldungen steht ein leicht gesunkenes Wachstum des Investitionsvolumens und des Mitarbeiterstabs der Dienstleister gegenüber.

„Allen Unkenrufen zum Trotz zeigen zum Ende des Berichtsquartals die Ergebniszahlen und ganz besonders die längerfristigen Erwartungen, die sich in den Investitions- und Mitarbeiterzahlen ausdrücken, deutlich nach oben – für beide Gruppen, Finanzinstitute und Dienstleister“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird, wie bereits in den Vorquartalen, mit -1,7 Punkten weiter konsolidiert und befindet sich mit 117,0 Punkten nun auf einem mittleren Niveau. Diese Einschätzung wird von den Finanzinstituten und Dienstleistern gleichermaßen getragen.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., erläutert: „Der Finanzplatz Frankfurt wird durch den Brexit an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung ist kein Selbstläufer, sondern erfordert die fortdauernde Anstrengung aller Beteiligten. Die weitere Konsolidierung des Index sollte allen Verantwortlichen ein klares Signal und Ansporn sein, sich weiter und verstärkt für den Finanzplatz einzusetzen.“

Umsätze und Erträge der Finanzbranche steigen

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister können ihre Umsätze bzw. ihr Geschäftsvolumen im letzten Quartal 2019 stärker ausbauen, als erwartet wurde. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 5,9 Punkte auf 120,6 Punkte und liegt damit 7,9 Punkte über dem Vorjahresstand. Bei den Dienstleistern steigt der Sub-Index sogar um 9,7 Punkte auf 122,4 Punkte und befindet sich 1,5 Punkte über dem Vorjahresniveau. Für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute wieder mit einem Rückgang. Die Dienstleister hingegen erwarten einen weiteren leichten Anstieg.

Auch die Erträge beider Gruppen entwickeln sich im vierten Quartal 2019 sehr positiv. Der entsprechende Sub-Index erreicht bei den Finanzinstituten mit einem Anstieg um 7,9 Punkte einen Wert von 111,4 Punkten. Auch die Dienstleister verzeichnen ein enormes Ertragswachstum, welches die bereits positiven Erwartungen aus dem Vorquartal noch deutlich übertrifft. Der Sub-Index steigt für diese Gruppe um 14,4 Punkte auf 122,8 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten Finanzinstitute und Dienstleister wieder einen abgeschwächten Anstieg.

Wachstum des Investitionsvolumens der Finanzinstitute positiv – leichter Rückgang bei den Dienstleistern

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im vierten Quartal 2019 um 2,9 Punkte auf 108,6 gestiegen und befindet sich somit noch 3,4 Punkte unter dem Stand des Vorjahres. Hingegen bewegen sich die Dienstleister mit einem leichten Rückgang um -1,5 Punkte auf 112,6 Punkte nun auf demselben Niveau wie vor einem Jahr. Für das erste Quartal 2020 ist die Finanzbranche optimistisch.

Abgeschwächter Stellenabbau der Finanzinstitute

Der seit längerem anhaltende Stellenabbau der Finanzinstitute fällt geringer aus, als im Vorquartal erwartet wurde. Der Mitarbeiter-Sub-Index steigt entsprechend um 4,1 Punkte auf 94,5 Punkte und liegt somit noch 6 Punkte unter dem Vorjahresstand. Für das laufende Quartal wird mit einer weiteren Abschwächung des Stellenabbaus gerechnet. Die Dienstleister stellen weniger Mitarbeiter ein als in den Vorquartalen, liegen aber im positiven Bereich. Der entsprechende Sub-Index sinkt um -2,6 Punkte auf 106,1 Punkte. Auch im Vergleich zum Vorjahr haben die Dienstleister mit -5,4 Punkten weniger Mitarbeiter eingestellt. Für das laufende Quartal wird ein deutlich positiveres Ergebnis erwartet.

 

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

 

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS-Umfrage zum „Ausblick auf das Jahr 2020“

Deutsche Finanzbranche rechnet mit einer weiteren Ausbreitung von Negativzinsen für Privatanleger – Stärkere Förderung von Aktienbesitz gefordert

Niedrigzinsen und Aktienbesitz 

Eine Umfrage des CFS unter Führungskräften in der Finanzbranche zeigt, dass mehr als 90% der Befragten nicht mit einer Änderung der Geldpolitik der EZB in diesem Jahr rechnen. Daher gehen die meisten Finanzexperten (ebenfalls mehr als 90%) davon aus, dass sich der Trend zu negativen Einlagenzinsen oder entsprechenden Verwahrgebühren für Privatanleger weiter fortsetzen wird. Angesichts weitreichender Folgen für die private Altersvorsorge spricht sich eine klare Mehrheit der Befragten (ca. 87%) für eine stärkere Förderung des Aktienbesitzes zum Zwecke der Altersvorsorge aus.

„Der Anteil der Personen, die Aktien oder Aktienfonds besitzen, hat in den letzten Jahren zugenommen. Dennoch investiert derzeit nur etwa jeder sechste Bürger in Aktien“, sagt Professor Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies. „Die von Finanzminister Olaf Scholz angedachte Finanztransaktionssteuer wäre daher kontraproduktiv.“

Umstritten ist unter den Befragten, ob man Kleinsparer durch staatliche Maßnahmen vor negativen Zinsen schützen sollte. Dies befürworten immerhin 51% der Befragten aus dem Finanzsektor.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Seit Jahrzehnten wird das Fehlen der Aktienkultur in Deutschland bemängelt. Wenn man den negativen Zinsen aus Sicht der Anleger etwas Positives abgewinnen will, dann dass die Aktienanlage nun zur Säule privater Vorsorge werden muss, will man Vermögensverluste vermeiden.“

Wachstumsaussichten und „Schwarze Null“

Des Weiteren verdeutlicht die CFS-Umfrage, dass die Finanzindustrie trotz anhaltender Unsicherheiten über Handelskonflikte und geopolitische Risiken mehrheitlich nicht mit einem Einbruch des Wirtschaftswachstums in diesem Jahr rechnet. Ca. 51% der Befragten halten die Erwartung der Bundesregierung, die von einem Wachstum des BIP in Deutschland von ca. 0,6% ausgeht, für realistisch.

Die Diskussion über das Festhalten an der „schwarzen Null“ im Bundeshaushalt wird auch in der Finanzindustrie kontrovers geführt. Eine Mehrheit (54%) spricht sich dafür aus, durch staatliche Investitionen oder Steuererleichterungen temporär von der „schwarzen Null“ im Bundeshaushalt abzuweichen. 44% der Befragten lehnen dies ab.

„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass es sowohl hinsichtlich der Konjunkturerwartung als auch bezüglich der Notwendigkeit, die Wirtschaft durch fiskalpolitische Maßnahmen zu stützen, kein klares Meinungsbild im Finanzsektor gibt“, erläutert Prof. Brühl.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., ergänzt: „Das Meinungsbild spiegelt die labile Situation der sehr offenen deutschen Wirtschaft wieder. Auf der einen Seite ein Rekordaußenhandelsüberschuss, auf der anderen Seite eine Pandemie, deren Verlauf Wertschöpfungsketten gefährdet, die durch den Brexit und den mitnichten beigelegten Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China ohnehin strapaziert sind.“

 

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Neue, innovative Konferenz für digitales Finanzwesen

Die erstmalig ausgerichtete Frankfurt Digital Finance Conference bringt Entscheidungsträger und Innovatoren aus der Finanzindustrie – Unternehmen , Start-ups, Politiker, Investoren, Regulierungsbehörden und Wissenschaftler – auf einer neutralen Plattform in Frankfurt am Main zusammen. Wir haben mit den Organisatoren der Konferenz, Corinna Egerer und Max Hunzinger, über FinTech-Trends, den Standort Frankfurt und den Mehrwert der Veranstaltung gesprochen.

Welche Leistungen stehen im Bereich FinTech zur Zeit besonders im Fokus des Interesses?

„Neben den bekannten Verdächtigen wie Artificial Intelligence-Anwendungen, Blockchain-Lösungen und Payment stehen im Moment digitale Identitäten im Fokus. Darüber hinaus ist Open Banking immer noch ein großes Thema, um die Chancen, die sich aus der PSD2 Richtlinie ergeben, umfassend zu nutzen. IT Security ist und bleibt eine sehr zentrale Herausforderung. Und nicht zuletzt sind Leistungen, die ein besseres Kundenerlebnis -– B2:B wie B2:C – ermöglichen, sehr bedeutsam. All diese und weitere Themen werden wir auf der Frankfurt Digital Finance diskutieren.“

Was können Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance Konferenz für die verschiedenen Mitglieder der FinTech Community leisten?

„Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance bringen Menschen zusammen, die ähnlich gerichtete Interessen haben, aber aus unterschiedlichen Unternehmen, Institutionen und Bereichen kommen: Von den Erfahrungen anderer zu lernen, sich kennenzulernen, auszutauschen, und auch gemeinsam neue Projekte anzustoßen, all das kann ein solches Treffen leisten. „Better Together“ ist das Motto der Frankfurt Digital Finance. Hier reden Teilnehmer aus etablierten und neuen Unternehmen, aus der Wissenschaft, aus dem Kreis der Investoren und der Politik auf Augenhöhe miteinander. Nicht zuletzt gibt es einen „Corporate Challenge“ zur Frankfurt Digital Finance, bei dem Teams von unterschiedlichen Unternehmen Ideen und Konzepte zur besseren Vernetzung von Firmen und Startups entwickeln, um gemeinsam Werte zu schaffen.“

Warum haben Sie den Finanzplatz Frankfurt als Standort für diese Konferenz gewählt?

„Frankfurt kann als Ökosystem mit etablierten und neuen Playern ein führender Digital Finance Standort in Europa werden. Hier gibt es nicht nur die notwendige Branchen-Expertise, sondern auch belastbare Netzwerke und die notwendigen finanziellen Ressourcen, um innovative Projekte entlang der Finanzierungskette zu begleiten. Das müssen wir noch stärker kommunizieren – die Frankfurt Digital Finance soll einen Beitrag hierzu liefern.“

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldemöglichkeiten bietet die Website frankfurt-digital-finance.de.

Asian Financial Forum (AFF) 2020 in HongKong

Finanzplatz Frankfurt zeigt in Korea und auf dem Asian Financial Forum in Hongkong Flagge

Bericht der Delegationsreise vom 8. bis zum 14. Januar nach Südkorea und Hongkong

Welche Trends prägen das internationale FinTech-Ökosystem? Wie können die internationalen Beziehungen Frankfurts mit den asiatischen Finanzplätzen weiter gestärkt werden? Und vor welchen Herausforderungen steht die maritime Finanzierung in Busan?

Diese und weitere Fragen und Themen standen im Mittelpunkt einer von Frankfurt Main Finance organisierten Delegationsreise nach Südkorea und Hongkong Anfang dieses Jahres.

Korean-German FinTech & Blockchain-Forum in Seoul

Nach einem Gespräch zu aktuellen Themen in Deutschland und Korea bei der koreanischen Finanzaufsicht FSS, nahm die Delegation zu Beginn ihrer Delegationsreise am Korean-German FinTech & Blockchain-Forum in Seoul teil. Die Delegationsteilnehmer Prof. Dr. Christoph Schalast (Frankfurt School of Finance & Management) und Oliver Clasen (GermanTech) sowie Dr. Jochen Biedermann von FMF waren unter den Sprechern.

Korean-German FinTech and Blockchain Forum 2020 in Seoul

Korean-German FinTech and Blockchain Forum 2020 in Seoul. Von links: Dong-Hyoun Lee (Sogang University), Prof. Yong-Bum Park (Dan-Kook University), Prof. Dr. Sooyong Park (Sogang University), Dr. Jochen Biedermann (FMF), Prof. Dr. Christoph Schalast (Frankfurt School), Oliver Clasen (GermanTech), Dohyeon Lee (Sogang University), Jungwon Seo (Sogang University).

Treffen in der 3,5 Millionen Einwohner-Stadt Busan

Am nächsten Tag ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug weiter nach Busan, der mit gut 3,5 Millionen Einwohnern zweitgrößten koreanischen Stadt. Bei einem Treffen mit Vertretern der Stadtregierung von Busan sowie der Busan Economic Promotion Agency (BEPA), der Wirtschaftsförderung der Stadt Busan und Partner von FMF, wurde besprochen, wie beide Finanzplätze im neuen Jahr weitere Impulse für ihre langjährige Zusammenarbeit setzen können. Dr. Ki Sik Park, Chairman der BEPA, lud Vertreter von FMF zu einer internationalen Konferenz über maritime Finanzierung ein, die die Stadt Busan im Mai diesen Jahres plant. Das Thema maritime Finanzierung hat einen großen Stellenwert in der Stadt mit dem fünfgrößten Hafen der Welt. Dieser ist ein wichtiger Logistikhub für die Region.

30 Fintech und Blockchain-Unternehmen arbeiten im WeWork FinTech-Zentrum in Busan

Im Anschluss besuchte die Delegation das im vergangenen Jahr eröffnete und von WeWork betriebene FinTech-Zentrum im BIFC Tower, in welches bereits mehr als 30 FinTech- und Blockchain-Unternehmen eingezogen sind.

FMF und FRM GmbH vertreten den Finanzplatz Frankfurt auf dem Asian Financial Forum in Hongkong

In Hongkong traf sich die Delegation zum traditionellen deutschen Vorabenddinner des Asian Financial Forums, an dem auch Dr. Lutz Raettig, Präsident von FMF, teilnahm.

Das von der Hongkonger Regierung und dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) gemeinsam veranstaltete Asian Financial Forum war gut besucht, trotz der in diesem Jahr verstärkten Sicherheitsmaßnahmen für die Besucher. Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam hielt die Eröffnungsansprache und betonte die, trotz der Proteste in der Stadt, weiterhin starke Position des Finanzplatzes Hongkong.

Am deutschen Gemeinschaftsstand von FMF und der FrankfurtRheinMain GmbH traf sich die deutsche Delegation zu Gesprächen mit dem deutschen Generalkonsul in Hongkong, Dieter Lamlé, der den Finanzplatz Frankfurt immer wieder sehr aktiv unterstützt. Auch der Vorstand der Deutschen Bundesbank, Burkhard Balz, war mit seinem Team am Stand; und weiterhin zahlreiche Konferenzbesucher, die sich über das Thema Brexit und die Positionierung des Finanzplatzes Frankfurt informieren wollten.

Beim Abschlussgespräch mit Dr. Raettig am letzten Abend in Hongkong, vor der Rückreise nach Deutschland, zeigten sich aller Teilnehmer sehr zufrieden mit ihren Gesprächen in Korea und Hongkong.

 

Wir danken unseren Partnern in Korea und Hongkong für die großartige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Reise!

Frankfurt aus Sicht einer Londonerin: 100 Gründe den Finanzplatz zu lieben

Warum liebt man das Leben am Finanzplatz Frankfurt? Gründe hat die in Frankfurt lebenden Londonerin Louise Sagar allemal und diese stellt sie in Ihrer Twitter-Kampagne #100ReasonsILoveFrankfurt genau vor. Im Interview erklärt Sie uns, was sie nach Frankfurt gezogen hat und wieso sie das Leben in der Stadt so genießt.


Wann und warum hat es Sie nach Frankfurt gezogen?

2009 lebte ich in Luxemburg und mein Arbeitsvertrag lief aus. Ein Freund erzählte mir von einer offenen Stelle als Übersetzerin/Redakteurin bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Ich wusste zwar nichts über die Institution oder die Stadt, aber ich war offen dafür, überall zu arbeiten und zu leben, also habe ich mich einfach beworben. Als ich zum Vorstellungsgespräch nach Frankfurt kam – ohne Vorurteile gegen Stadt oder Job – fühlte ich mich sehr unbeschwert. Ich erinnere mich lebhaft daran, wie ich nach dem Gespräch über eine Main-Brücke ging, die Skyline betrachtete und dachte: Das fühlt sich richtig an! Ich will hier arbeiten und leben. Der Job klang großartig und ich hatte unmittelbar eine Verbindung zur Stadt. Manchmal bringt das Leben einen genau dorthin, wo man sein sollte. Ich habe den Job bekommen, und damit hat sich mein Leben für immer verändert. Ich habe mir in Frankfurt meine Art von Leben aufgebaut.

Was war Ihr erster Eindruck als Londonerin, die am Finanzplatz Frankfurt lebt?

Es hat mich umgehauen, wie einfach alles war. Ich erinnere mich vor allem daran, wie erstaunt ich war, dass ich entlang wunderschöner, verkehrsarmer Straßen und am Fluss entlang zur Arbeit laufen konnte – und für nur 7 Euro konnte ich ein Taxi aus der Innenstadt zu meiner Wohnung nehmen!!! In London kostete das Taxi nach Hause ein Vermögen und Weg-geh-Abende in der Stadt fanden mit der letzten U-Bahn nach Hause häufig ein verfrühtes Ende. Außerdem liebte ich das Lebensgefühl in Frankfurt. Es ist eine Stadt, aber sie ist nicht hektisch oder erdrückend. Ich schlenderte am Wochenende heiter durch das belaubte Sachsenhausen (wo ich damals lebte – jetzt bin ich eine Nordenderin). Ich war verliebt in die Skyline. Während meines ersten Winters in der Stadt hat es viel geschneit und Frankfurt funkelte. Ich erinnere mich daran, wie ich an einem Wochenendmorgen um 4 oder 5 Uhr aus einem Club kam und von einem Winterwunderland begrüßt wurde – es hatte stark geschneit, während wir unterirdisch die Nacht durchtanzten. Wir liefen durch den Schnee zum Südbahnhof, wo wir an einer Bäckerei vorbeikamen, die nach frischen Croissants duftete, die wir dann warm gegessen haben. Es scheint mir, dass wir in Frankfurt ausgeprägtere Jahreszeiten haben als in London. Im Winter ist es kälter und im Sommer heißer als in London. Das gefällt mir.

Was hat Sie am Finanzplatz Frankfurt stutzig gemacht?

Ich fand es merkwürdig, dass es in den Pubs Tischservice gibt. In Großbritannien drängen wir uns alle um die Bar, während wir hier in Frankfurt an Tischen sitzen und bei einer Bedienung bestellen. Eigentlich finde ich das noch immer ein bisschen seltsam! Es ist eine gemächlichere Herangehensweise an einen Abend in der Stadt. Aber wenn ich nun nach Hause nach Großbritannien fahre, finde ich es ein wenig frustrierend, an der Bar auf einen Drink warten zu müssen. Allerdings ist es etwas geselliger: Ich denke, dass Singles eher jemanden treffen, der auch an der Bar steht. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich der lauteste Mensch in Frankfurt bin: Wenn ich in einem Café oder Restaurant lachte, drehten sich die Leute um und schauten mich an! Das passiert immer noch 😉. Zudem brauchte ich lange, um mich daran zu gewöhnen, dass die Geschäfte sonntags geschlossen sind… aber das ist etwas, was ich jetzt wegen des ruhigen Sonntagsgefühls sehr schätze.

Natürlich sind wir Fan Ihrer Twitter-Serie #100ReasonsILoveFrankfurt. Was hat Sie dazu bewogen, damit anzufangen?

Damals gab es mehrere Artikel in der britischen Presse, in denen es hieß: „Oh nein, nach Brexit werden wir alle ins langweilige Frankfurt ziehen müssen.“ Das hat mich geärgert, da es ein so uninformierter Standpunkt ist. Ich fühlte mich sehr defensiv – ich wollte der Welt mitteilen, wie ich mich als in Frankfurt lebende Expat fühlte. All das ging mir durch den Kopf, und dann twitterte der Journalist Tom Barfield (Nachrichtenagentur AFP) ein Bild vom Berger Straßenfest bei strahlend blauem Himmel. Er schrieb: „Ein weiterer schrecklicher Tag in Frankfurt.“ Dies fasste alles zusammen, was ich fühlte. Ich liebte es, und es war der Katalysator für meine 100 Reasons-Serie.

Wir wissen, dass Sie #100ReasonsYouLoveFrankfurt haben, aber was sind Ihre drei Hauptgründe?

Das ist eine wirklich schwere Frage…Der erste Grund ist allerdings einfach: Mein absoluter Favorit in Frankfurt sind die Freibäder im Sommer. Als Schwimmerin bin ich am glücklichsten, wenn ich im nahegelegenen Brentanobad im Freien schwimmen und danach auf der Liegewiese entspannen kann. Außerdem liebe ich die fast jedes Wochenende stattfindenden Straßenfeste. Im Vergleich zu dem den Aufwand, den ich früher für Veranstaltungen in London auf mich genommen habe, kann ich in Frankfurt einfach zu einem der Straßenfeste um die Ecke gehen – und wenn ich genug habe, laufe ich nach Hause. Für mich ist das wirklich wichtig. Einige bevorzugen eine größere Auswahl und den Großstadtdschungel, aber für mich ist das hier besser. Ich glaube, was ich am meisten liebe, ist einfach das Gefühl, dass mir mein Leben in Frankfurt gibt. Es ist schwer zu beschreiben. Es sind die Gebäude in den verschiedensten Architekturstilen und die Parks, die Möglichkeit überall zu Fuß gehen zu können – es ist die Lebensqualität. Ich fühle mich auch sicher. Ich liebe Frankfurt zu jeder Jahreszeit. Gerade jetzt bereitet mir der Winter in unserer Stadt so viel Freude.

Wollen Sie noch etwas hinzufügen?

Ich fühle mich nicht mehr ganz nach Großbritannien gehörig, was ein wirklich seltsames Gefühl ist. Ich vermisse meine Familie, den britischen Sinn für Humor und die Tatsache, dass die Menschen in Großbritannien auf der Straße und in den Geschäften mehr miteinander reden. Aber ich lebe im Ausland und bin ein internationales Leben gewöhnt. Zudem ist es ja auch recht einfach von Frankfurt aus, meine Familie zu besuchen, da der Flughafen sehr gut erreichbar ist und unzählige Verbindungen nach London bestehen. Wenn ich nach meiner Abreise wieder in Frankfurt ankomme, freue ich mich, die Skyline zu sehen und fühle mich wie zuhause! Sollte ich jemals woanders hinziehen, was durchaus möglich ist, da ich an verschiedenen Orten leben möchte, wird die nächste Stadt eine Menge bieten müssen.

Winterlichter im abendlichen Frankfurter Palmengarten

Mystisch-magischer Zauber an Formen und Farben

Die Bankentürme leuchten im Süden mit ihren hellen Fenstern, der Fernsehturm im Norden mit seiner magentafarbenen Spitze. Mittendrin, im Frankfurter Westend, verzaubert eine mystisch-magische Welt an Formen und Farben die Besucher. Die Weihnachtszeit hat begonnen, und damit ist wieder Platz für die „Winterlichter“. Begleiten Sie Wolfgang Gerhardt auf einem Streifzug durch den Palmengarten.

Winterlicher Palmengarten Frankfurt _ Hintergrund: Frankfurter Skyline

Pinguine, Fische und eine Spardose

Rund 700 Strahler, 18 Lichtobjekte und sechs Videoinstallationen machen einen abendlichen Spaziergang durch den Palmengarten zu einem strahlenden Erlebnis. Kreuz und quer im Parkgelände sind Lichteffekte zu entdecken, die die Sinne anregen und der Phantasie freien Raum lassen.

Wo im Sommer die Enten vergnügt über die Wiese watscheln, marschieren jetzt fast drei Dutzend Pinguine in strenger Ordnung am Bachlauf entlang. Unterhalb des Rosengartens schwimmen blaue Fische im Mondlicht. Nicht weit entfernt müht sich ein Läufer unablässig, eine Münze in eine Spardose zu werfen. Hohe, gelbe und rote Tulpen reichen fast bis zu den Ästen der Bäume, und sieben Schneeglöckchen leuchten an der Stelle, wo ihre natürlichen Vorbilder zum Winterende auf dem Boden blühen. Fünf farbenfrohe Kugeln symbolisieren die fünf Kontinente.

Auch die vorhandenen Bäume, Pflanzen und Denkmäler glänzen in bunten Farben. Die Statue von Perseus und Andromeda präsentiert sich in grellem Weiß vor immergrünen Sträuchern in Weihnachtsgrün und einem riesigen Laubbaum in Herbstbraun. Der Hügel über dem Wasserfall am Großen Weiher changiert zwischen rosa und violett und wirkt in der Dunkelheit fast unheimlich. Auf eine 15 Meter breite Wasserwand im Oktogonbrunnen, auch „Hydroschild“ genannt, ebenso wie auf die Außenwand des Gesellschaftshauses werden experimentelle Videoinstallationen projiziert, die häufig an den Blick durch ein Kaleidoskop erinnern.

Winterlicher Palmengarten _ Farbenfrohe Lichtinstallation

German Design Award für die Macher

Die Winterlichter wurden wie in den vergangenen sieben Jahren von Wolfgang Flammersfeld und Reinhard Hartleif aus Unna geschaffen, die im kommenden Februar übrigens mit dem „German Design Award 2020“ in der Kategorie „Lichtarchitektur“ ausgezeichnet werden.

Im Palmenhaus ist zudem eine Klanginstallation von Lasse-Marc Riek zu hören, die der Klangkünstler zum 150-jährigen Bestehen des Palmenhauses komponiert hat. „Sound Dialogues“ verknüpft die Geräusche des Urwaldes mit Rhythmen der heutigen Zeit zu einem fliessenden Klangteppich. Im Märchenzelt in der Galerie können Klein und Groß den Geschichten von geheimnisvollen Wesen und fernen Ländern lauschen.

 

Winterlichter Palmengarten Frankfurt_Farbenfrohe Natur

 

 

Mehr zur den „Winterlichtern“ und den Öffnungszeiten bis zum 12. Januar 2020 (täglich, geschlossen nur am 24. und 31. Dezember) finden Sie auf der Website des Palmengartens.

Text und Fotos: Wolfgang Gerhardt