Guter Rat in der Pandemie – Die Stunde der Ökonomen (FAZ Kommentar von Gerald Braunberger)

Gefragt sind in der aktuellen Situation Volkswirte, die mit guten Argumenten der Vorstellung widerstehen, die wirtschaftlichen Folgen der Krise ließen sich kurieren, indem einfach immer mehr Geld ausgegeben wird. Weiterlesen

Webinare KW 22 (25. – 31. Mai 2020)

Refinitiv: Sustainability Bond Overview – Green Bonds and Social Bonds in 2020

It is in the midst of market volatility when we really prove our long-term belief in sustainable assets. The COVID-19 pandemic has changed the way we approach the sustainability bond market – creating new opportunities and turning it into a crisis mitigation tool. Tune into our webinar to learn about the key recent market developments and form a smarter strategy.

Date: 26 Mai 2020
Time: 5 PM (CEST)
Language: English
Speakers: Leon Saunders Calvert, Paul O’Connor, Ulf G. Erlandsson
Registration: https://refini.tv/2LJmEuF


Refinitiv: Navigating COVID-19’s impact on Earnings through Alt Data

Refinitiv and Battlefin are hosting a two-part webinar series on the impact of Covid-19 on Earnings Season and Investment Strategies. Looking ahead to Q2 earnings as well as the impact this unprecedented situation will have, this first webinar will focus on the points below.

  • Alt Data vs. News – How swiftly does the impact of Alt Data take to appear in the Media?
  • Deriving signals and trends by co-mingling Alternative & Fundamental Data. What might the Analysts have missed?
  • Upcoming earnings – who are the clear winners and losers of the pandemic?
  • LinkUp Jobs Postings Data: What is the effect of job postings data on analyst revisions?

Date: 26 Mai 2020
Time: 3 PM (CEST)
Language: English
Speakers: Adam Baron, Austin Burkett, Jharonne Martiss, Ishpreet Pandher
Registration: https://refini.tv/2zJCbrZ


Refinitiv: Compliance and Sustainability – Value creating third-party risk programmes

Following a survey of 1,800 global third-party risk professionals, Refinitiv is hosting a webinar series to review the findings – focusing on the relationship between compliance and sustainability, and the impact on third-party risk programmes.

  • What are the expectations of investors in terms of the supply chain and third party risk networks?
  • How can we efficiently incorporate ESG concerns into third-party risk programmes?
  • How can we introduce automation in workflows and research given the growing complexity of supply chain networks?

Date: 26 Mai 2020
Time: 3 PM (CEST)
Language: Englisch
Speakers: Sasja Beslik, Dave Rusher, María Sánchez-Marín, Charles Minutella
Registration: https://refini.tv/2TebD8W


Refinitiv: Moving beyond turbulence – The Role of Analytics & Media Sentiment During Volatility

How can news and information impact emotions, change investor behavior, and influence market prices? Join our upcoming webinar as we explore the role of analytics and media sentiment during unprecedented volatility. And how wealth management firms and advisors are incorporating these insights into their workflows.

Date: 28 Mai 2020
Time: 5 PM(CEST)
Language: English
Speakers: Christopher Sparke, Richard Peterson, Sarlota Hohwald
Registration: https://refini.tv/2WH8bpG



Upcoming Webinar

Norton Rose Fulbright: Managing the transition – EU Green Deal

The imperative to transition to a low carbon economy whilst promoting growth and economic recovery has never been stronger. The EU Green Deal will play a vital role in delivering these objectives in Europe. In this context, and during this high level webinar, we will consider key components of the EU Green Deal, the mechanisms proposed to finance the transition and how the deal will support innovation.

Date: 3. Juni 2020
Time: 16 Uhr (CEST)
Language: English
Speakers: Anne Lapierre, Matthijs van Leeuwen
Registration: https://www.nortonrosefulbright.com/en-gb/knowledge/webinars/8f371143/eu-green-deal

 

Refinitiv Webinar

Einkauf im Corona-Crash: Krisenmanagement und Betrugsprävention aus chinesischer und deutscher Sicht

Refinitv Webinar Beschreibung: „In diesem deutschsprachigen Webinar werden wir gemeinsam mit Thomas Sonnenberg (CMS, Köln) und  Philipp Senff (CMS, Shanghai) Auswirkungen von Covid-19 auf  das Lieferkettenmanagement und Handlungsempfehlungen beleuchten.

Folgende Themen werden im Schwerpunkt diskutiert:

  • Betrugs- und Korruptionsrisiken in den Lieferketten anhand aktueller Fälle
  • Haftungsrisiken aus deutscher Sicht bei Non-Compliance in China
  • Betrugsrisiken im Einkauf und Business Partner Checks mit Fokus auf China“

Webinar

Datum:  19. Mai 2020

Uhrzeit: 11:00 – 11:40 Uhr

Weitere Informationen und ein Anmeldeformular finden Sie auf der Refinitv Homepage (https://refini.tv/2yfz6iU).


 

DVFA Stellungnahme zum Zwischenbericht des Sustainable Finance-Beirats der Bundesregierung

Die DVFA Kommission Governance & Stewardship begrüßt den Zwischenbericht des Sustainable Finance Beirats, der eine gute Ausgangsbasis bietet, „Sustainable Finance“ in Deutschland ambitioniert weiterzuentwickeln. Im Interesse der fiduziarischen Aufgaben von Vermögensverwaltern sollten für die Empfehlungen des Schlussberichts jedoch noch Anpassungen und Konkretisierungen Eingang in die Diskussion des Beirates finden.

Die Kommission nimmt Stellung zu den Themenpunkten:

  • Stewardship: Umsetzung treuhänderischer Verantwortung von Investoren
  • Erleichterung von „Collaborative Engagement“ in Deutschland durch gesetzliche Klarstellung der Abgrenzungen zu „Acting-in-Concert“
  • Schaffung einer Engagementplattform in Deutschland (Vorbild z.B. Eumedion  in den Niederlanden)

A) Stewardship: Umsetzung treuhänderischer Verantwortung von Investoren

Wir empfehlen eine explizite Verankerung von „Stewardship“ im Bericht des Beirates: Institutionelle Investoren und Asset Manager haben als Vermögenstreuhänder die Verantwortung, im besten Interesse ihrer Kunden auf die Unternehmen, in die sie investieren, zum Wohle aller Stakeholder einzuwirken. Mit der Verfolgung des von der EU propagierten Bekenntnisses zu Sustainable Finance tragen sie dazu bei, positive Effekte für Umwelt und Gesellschaft zu erzielen. Ein fundierter Investorendialog und aktiver Einsatz von Stimmrechten sind dabei wesentliche Mitwirkungselemente („Engagement“). Zudem zeigen empirische wissenschaftliche Untersuchungen, dass das Engagement von Investoren zu besseren ESG Verhältnissen der Unternehmen führt. International hat sich für dieses erweiterte Verständnis von treuhänderischer Verantwortung schon länger der Begriff „Stewardship“ etabliert.In vielen Ländern sind Stewardship Codes als Orientierungsrahmen für institutionelle Investoren und Asset Manager zum Standard geworden. In Deutschland konkretisiert die Ende 2019 durch das ARUG II in deutsches Recht umgesetzte zweite Aktionärsrechterichtlinie der EU (2. ARRL) diese Anforderungen an in Deutschland tätige Vermögenstreuhänder. Eine Umsetzung von „Sustainable Finance“ ist ohne eine aktive Rolle von Eigentümern undenkbar.

Ziel sollte die Entwicklung eines anspruchsvollen Stewardship-Standards für alle professionellen Finanzmarktakteure sein. Dieser Standard sollte auch nachhaltige Elemente beinhalten. Die Integration von Nachhaltigkeit in die Stewardship-Aufgaben verstärkt die Lenkungsfunktion von Investoren für die vom Beirat angestrebte Transformation der Wirtschaft. Dies erfordert die verantwortungsvolle Allokation und aktive Betreuung ihrer Investments durch Berücksichtigung der relevanten ESG-Faktoren zur nachhaltigen, langfristigen Wertschöpfung für die Kunden. Wie in den beigefügten DVFA Stewardship-Leitlinien festgehalten, beinhaltet dies den aktiven Dialog mit den Portfoliogesellschaften, die zielgerichtete Ausübung von Aktionärsrechten sowie den gesetzlich möglichen Austausch mit anderen Asset Managern.

B) Erleichterung von „Collaborative Engagement“ in Deutschland durchgesetzliche Klarstellung der Abgrenzungen zu „Acting-in-Concert“

Das auf europäischer Ebene zuletzt in der 2. ARRL verstärkt geforderte Engagement wird in anderen Rechtskreisen und von dort beheimateten institutionellen Investoren auch in der Form des „Collaborative Engagements“ gefordert. Im Gegensatz zu anderen Ländern, insbesondere anderen Mitgliedstaaten der EU, besteht in Deutschland keine klare Abgrenzung zwischen „Collaborative oder Collective Engagement“ und „abgestimmtem Verhalten“ („Acting-in-Concert“). Die mangelnde Rechtssicherheit für die Zusammenarbeit von Vermögensverwaltern bei generellen, aber unternehmensspezifischen Anliegen behindert sinnvolles Collaborative Engagement massiv. Doch gerade für die nötige Transformation der Wirtschaft kann Engagement eine beschleunigende Rolle spielen.

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat 2019 eine aktualisierte White List publiziert, um Möglichkeiten der Kooperation unter Aktionären zu konkretisieren, die nicht zu einer Zusammenrechnung der Stimmrechte führen sollen. Dadurch soll erreicht werden, dass Investoren nicht aus Sorge vor einer Stimmrechtszurechnung durch „Acting-in-Concert“ ein ungewolltes Pflichtangebot auslösen und dann von einem aktiven Engagement in börsennotierten Gesellschaften absehen. Da die White List der ESMA nur als exemplarisch anzusehen ist und im deutschen Rechtsrahmen auch die Entscheidung des BGH vom 25.9.2018 keine vollumfängliche Rechtssicherheit bietet, ist hier erheblicher Entwicklungsbedarf gegeben. Auch die Änderung der Verwaltungspraxis der BaFin bietet hier keine ausreichende Klarheit.

C) Schaffung einer Engagementplattform in Deutschland (Vorbild z.B. Eumedionin den Niederlanden)

Die Schaffung einer Engagementplattform bringt eine wesentliche Erleichterung für das Engagement, auch für kleinere institutionelle Anleger und Asset Manager, die bisher kostenbedingt kein aktives Engagement betreiben. Damit können sie ihre Aktivitäten bündeln, mehr Engagements eingehen und sich inhaltlich umfassender aufstellen. Eine solche Plattform bietet Skaleneffekte, beseitigt Informationsasymmetrien und fördert die Verbreiterung von Engagementaktivitäten in Deutschland. Stärkeres Engagement bedeutet auch bessere Transformation durch den so zukunftsrelevanten Sustainable-Finance-Gedanken.


Links:

Stellungnahme als PDF-Datei herunterladen: https://www.dvfa.de/fileadmin/downloads/Verband/Kommissionen/Governance_Stewardship/DVFA-Stellungnahme-SFB-Zwischenbericht.pdf

DVFA Kommission Governance & Stewardship: https://www.dvfa.de/der-berufsverband/kommissionen/governance-stewardship.html oder https://www.dvfa.de/der-berufsverband/aktuelles.html

 

Jahresbericht 2019 der BaFin

Der Jahresbericht 2019 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist erschienen und kann auf der BaFin-Homepage heruntergeladen werden.

Cover des Jahresberichts 2019 der BaFin

Jahresbericht 2019 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Webinare der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer

Die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer lädt zu einer Webinar-Reihe sowie zu Online-Diskussionen ein.

 

Am Freitag, den 15. Mai 2020, um 8.00am UK time starten sie mit dem Webinar zum Thema „UK – Die Corona-Krise und die Auswirkungen auf den Brexit„. Weiterlesen

DVFA veröffentlicht Tool zur ganzheitlichen Beurteilung verantwortungsvoller Geldanlagen (PRISC)

Die DVFA Kommission Sustainable Investing legt den nächsten wichtigen Baustein für nachhaltige Geldanlagen vor. Mit dem DVFA PRISC – Policy for Responsible Investment Scoring – will die Kommission die Entwicklung und Beurteilung verschiedener Ausprägungen verantwortungsvoller Investments vereinfachen. Der DVFA hat zu diesem Zweck ein Instrument zur ganzheitlichen Entwicklung und Messung von verantwortungsvoller Geldanlagepolitik von Investoren und Investmentportfolios entwickelt.

Das Instrument umfasst acht Beurteilungsdimensionen mit je drei Ausprägungen und ermöglicht deren Aggregation zu einem umfassenden Urteil. Zu den Dimensionen gehören Ausschlüsse aus Portfolios, der Anteil „guter“ sogenannter Impact-Investments, die Härte und Analysefrequenz von Anforderungen an Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsbeurteilungen (ESG) und ob und in welchem Umfang Stimmrechte ausgeübt werden bzw. aktives Engagement für Verbesserungen von Unternehmen erfolgt.

Nutzer des Tools können die Gewichtungen ändern, Kategorien hinzufügen und weitere Änderungen vornehmen. Das bedeutet auch, dass Portfolios, je nach Ausgestaltung des Tools und der genutzten Daten, sehr unterschiedlich bewertet werden können.


Links:

Hier geht es zum DVFA PRISC Tool: https://www.dvfa.de/der-berufsverband/prisc-webanwendung.html

Informationen zur DVFA Kommission Sustainable Investing: https://www.dvfa.de/der-berufsverband/kommissionen/sustainable-investing.html

Lockerungen der Corona Maßnahmen in Hessen: Kinder auf dem Spielplatz

Landesregierung beschließt Öffnung von Friseuren, Spielplätzen und Kultureinrichtungen

Ab heute können in Hessen unter anderem Friseure, Museen und Tierparks unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln öffnen. Auch Spielplätze dürfen wieder genutzt werden.

Auf der Homepage der Hessischen Landesregierung finden Sie die aktuelle Pressemeldung zu den Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

CFS-Index bricht ein wie nie zuvor

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, bricht um 15,4 Punkte ein auf 98,8 Punkte. Dies ist der stärkste jemals gemessene Rückgang seit Beginn der Index-Erhebungen im Jahr 2007. Erstmals seit 2009 wird damit wieder ein negatives Niveau unter dem neutralen Stand von 100 Punkten erreicht. Insbesondere die Erwartungen der Finanzbranche haben sich für das laufende Quartal verdüstert. Es wird mit enormen Umsatz-, Ertrags- und Investitionseinbrüchen gerechnet, wobei besonders die Dienstleister einen extremen Rückgang bei den Umsätzen und Erträgen und nun auch einen Stellenabbau erwarten. Der seit längerem anhaltende Stellenabbau der Finanzinstitute bleibt hingegen nahezu konstant, für das laufende Quartal wird kein so starker Einbruch erwartet wie bei den anderen Indexwerten.

„Eine derart starke Verdüsterung der Erwartungen in der Finanzindustrie hinsichtlich aller gemessenen Leistungszahlen – Umsatz, Ertrag, Mitarbeiter, Investitionen — hat es seit Beginn der Erhebung im Jahre 2007 nicht gegeben, auch nicht während der Finanzkrise 2008. Es scheint daher wichtig, dass bei allen Corona-induzierten Rettungs- und Wiederaufbaumaßnahmen die Auswirkungen auf die Finanzstabilität höchste Aufmerksamkeit erfährt – zumal wir nun ein Aufsichtsregime geschaffen haben, das einen pauschalen Bailout erschwert“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Bedingt durch die Corona-Krise, wird auch die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland verstärkt rückläufig eingeschätzt. Der entsprechende Wert sinkt um 5,8 Punkte auf 111,2 Punkte und befindet sich nun auf einem so niedrigen Niveau wie zuletzt im Jahr 2012. Dieser Rückgang liegt verstärkt in der Einschätzung der Dienstleister begründet. Der entsprechende Index-Wert dieser Gruppe befindet sich mit 113,7 Punkten 7,8 Punkte unter dem Stand des Vorquartals. Die Beurteilung der Finanzinstitute sinkt um 3,6 Punkte auf 108,8 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., erläutert: „Der Einbruch bei der Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland ist der Unsicherheit und dem noch nicht klar absehbaren Verlauf der globalen Corona-Pandemie geschuldet. Tatsächlich gilt Deutschland als Vorreiter im Umgang mit der aktuellen Krise. Die Bundes- und Landesregierung kann auf eine leistungsfähige Finanzwirtschaft zurückgreifen und den milliardenschweren ´Corona-Schutzschild für Deutschland´ binnen kürzester Zeit auf den Weg bringen, ohne dabei negative Reaktionen an den Kapitalmärkten auszulösen.“

Finanzbranche erwartet enorme Umsatz-, Ertrags- und Investitionseinbrüche für das laufende Quartal

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister melden einen deutlichen Rückgang ihrer Umsätze bzw. ihres Geschäftsvolumens im ersten Quartal 2020. Der entsprechende Indexwert verringert sich im Vergleich zum Vorquartal bei den Finanzinstituten um 8,2 auf 112,4 Punkte bzw. um 13,8 auf 108,6 Punkte bei den Dienstleistern. Beide Branchen liegen mit dieser Meldung für das erste Quartal aber immer noch nur 2,6 Punkte unter dem Vorjahresniveau. Jedoch erwartet die Finanzbranche für das laufende Quartal den stärksten Umsatzeinbruch seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007 und einen Indexwert von weit unter 100 Punkten.

Die Erträge beider Gruppen entwickeln sich im ersten Quartal 2020 analog zu den Umsätzen. Der entsprechende Sub-Index erreicht bei den Finanzinstituten mit einem Rückgang um 8,0 Punkte einen Wert von 103,3 Punkten und befindet sich immerhin noch 2,3 Punkte über dem Stand des Vorjahres. Die Dienstleister verzeichnen einen extremen Rückgang des Ertragswachstums. Der Sub-Index sinkt um 16,4 Punkte auf 106,4 Punkte, was aber für das erste Quartal immer noch annähernd dem Stand des Vorjahres entspricht. Jedoch wird auch für die Erträge für das laufende Quartal ein außergewöhnlich starker Einbruch bis weit unter 100 Punkte erwartet.

Wachstum des Investitionsvolumens nun unter dem Vorjahresniveau

Auch das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzbranche ist im ersten Quartal 2020 gesunken, jedoch nicht in dem Ausmaß wie die Umsatz- und Ertragswerte. Der entsprechende Sub-Index verringert bei den Finanzinstituten um 6,9 auf 101,8 Punkte und bei den Dienstleistern um 4,5 auf 108,1 Punkte. Die Finanzinstitute liegen nun 10,2 Punkte und die Dienstleister 6,7 Punkte unter deren Vorjahresniveau. Für das laufende Quartal rechnet die Finanzbranche mit einem kräftigen Investitionsrückgang auf ein Niveau von deutlich unter 100 Punkten. Der Rückgang der Investitionen fällt jedoch bei den Dienstleistern weniger stark aus, als die extremen erwarteten Umsatz- und Ertragsrückgänge dieser Branche.

Finanzinstitute: Stellenabbau im ersten Quartal nahezu konstant – für das laufende Quartal kein so starker Einbruch erwartet wie bei den anderen Indexwerten / Dienstleister: Erstmals seit 2009 wird wieder ein Stellenabbau erwartet

Der seit längerem anhaltende Stellenabbau der Finanzinstitute fällt im ersten Quartal 2020 geringer aus als im Vorquartal. Der Mitarbeiter-Sub-Index steigt entsprechend um 0,7 Punkte auf 95,2 Punkte und liegt somit nur 1 Punkt unter dem Vorjahresstand. Die Dienstleister stellten im ersten Quartal 2020 zwar weniger Mitarbeiter ein als in den Vorquartalen, liegen aber kaum unverändert im positiven Bereich. Der entsprechende Sub-Index verweilt mit -0,6 Punkten bei 105,5 Punkten. Für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute zwar mit einem steigenden Rückgang der Mitarbeiterzahlen, jedoch weniger drastisch als die erwarteten Rückgänge der anderen Indexwerte. Hingegen erwarten die Dienstleister erstmals seit dem Jahr 2009 wieder einen Stellenabbau.

 

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

 

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS-Umfrage zu den „Auswirkungen der Corona-Krise“

Deutsche Finanzbranche rechnet mit schwerwiegenderen Folgen für die Wirtschaft als in der Finanzkrise 2008 – Eigenkapitalmaßnahmen überwiegend begrüßt

Eine Umfrage des CFS unter Führungskräften in der Finanzbranche zeigt, dass ca.  78% der Befragten damit rechnen, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise deutlich schwerwiegender sein werden als in der Finanzkrise 2008.

Die von der Bundesregierung beschlossenen Rettungsmaßnahmen im Umfang von derzeit ca. 750 Milliarden € bestehen bislang überwiegend aus Sonderkrediten und Kreditgarantien.

Mehr als 60% der Umfrageteilnehmer halten die die Maßnahmen der Bundesregierung für angemessen, weitere 24% der Befragten wünschen sich noch höhere Förderbeträge und lediglich 12% halten das gegenwärtige Hilfspaket für überzogen. Gefragt, in welcher Form diese Hilfen erbracht werden sollen, würden es knapp 80% der Teilnehmer begrüßen, wenn zusätzlich zu den Kreditprogrammen mehr Eigenkapitalinstrumente genutzt würden, um die Verschuldung der Unternehmen nicht weiter ansteigen zu lassen. Nur 13% der Befragten lehnen Eigenkapitalmaßnahmen ab.

„Die Akzeptanz von Hilfen in Form von Eigenkapital würde wohl seitens der Finanzindustrie starke Unterstützung finden – hier könnte ein Schlüssel zur Sicherung und Rückgewinnung der Finanzstabilität in Europa liegen“, erläutert Professor Dr. Jan P. Krahnen, wissenschaftlicher Direktor des Center for Financial Studies.

Umstritten ist unter den Befragten, ob die Hilfsgelder europaweit koordiniert, d.h. nach einheitlichen Standards vergeben werden sollten. Dies befürworten immerhin 54% der Befragten aus dem Finanzsektor, 41% lehnen dies ab.

Die Hilfsprogramme in Europa sind sehr unterschiedlich dimensioniert – groß In Deutschland, klein in Italien. Stellen diese Unterschiede mittelfristig eine Gefährdung der Europäischen Währungsunion/Eurozone dar? Die Hauptgefahr für die Eurozone sehen die Befragten deutlich in der ungleichen Dimensionierung der Hilfsprogramme im Norden und im Süden Europas – 85% sehen hier Gefahren aufziehen.

„Da die ungleiche Dimensionierung viel stärker als Problem benannt wird, als die mangelnde internationale Koordinierung der Programme, liegt hier vielleicht eine wichtige Erkenntnis für die Politik: Es liegt im Eigeninteresse auch der Nordländer, der Asymmetrie in den Rettungsprogrammen auf europäischer Ebene entgegenzuwirken – egal ob koordiniert oder nicht“, erläutert Professor Dr. Jan P. Krahnen.

Der Finanzsektor sieht aufgrund der umfangreichen Hilfsprogramme auf Ebene der EU und den einzelnen Mitgliedstaaten ganz überwiegend (ca. 85%) das Risiko einer Gefährdung für die Stabilität der Europäischen Währungsunion. Die Einführung von Gemeinschaftsanleihen in Form von Corona Bonds lehnen ca. 48% der Teilnehmer ab, ca. 23% können sich diese jedoch vorstellen, ein auffallend hoher Anteil von ca. 30% hat dazu keine dezidierte Meinung.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die aktuelle Krise fordert und fördert die globale Koordination in den Bereichen Medizin, Wissenschaft und Wirtschaft. Zwar begünstigte die weltweite Vernetzung die schnelle Verbreitung der Corona-Pandemie, sie ist aber auch Teil der Lösung, weil man durch Zusammenarbeit schneller sein kann. Dem wird noch zu wenig Rechnung getragen.“

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.