„Die Bedeutung des Standorts für Finanzinstitutionen und deren erweitertes Ökosystem steht außer Frage“

Frankfurt Main Finance (FMF) wächst stetig. Im Interview lesen Sie, warum der Wissens- und Informationstechnologiedienstleister Wolter Kluwers | CCH® Tagetik der Finanzplatzinitiative Anfang des Jahres beigetreten ist und wo er die Stärken des Finanzplatzes sieht.

Warum treten Sie als Mitglied bei FMF als Unterstützer des Finanzplatzes auf?

Der Finanzplatz Frankfurt besitzt für unsere Kundenklientel eine hohe Bedeutung, und wir möchten diesen daher im Einklang mit unseren Kundeninteressen bestmöglich fördern. Wir sehen diese Art als eine Win-Win-Situation für beide Seiten, da wir zum einen dem Finanzplatz Unterstützung mit unserem Expertenwissen zur Verfügung stellen und gleichzeitig unsere Marke im Raum Frankfurt bekannter machen, sodass sich eine in unseren Augen gute Balance daraus ergibt.

Die aktive Beteiligung im FMF-Verein versetzt uns zudem in die Lage, noch engere partnerschaftliche und nachhaltige Beziehungen zu anderen Akteuren am Finanzstandort Frankfurt pflegen zu können und sich über Chancen und Herausforderungen auszutauschen.

Wie trägt Ihr Unternehmen zur Entwicklung des Finanzplatzes bei?

Wir möchten durch die aktive Beteiligung als im FMF-Verein tätiger IT-Lösungsanbieter unser vielfältiges Prozess- und Digitalisierungswissen im Finanzbereich für Unternehmen im Raum Frankfurt zur Verfügung stellen. Wir glauben zudem, durch unser ergänzendes Netzwerk einen großen Mehrwert für die FMF-Community bereitstellen zu können, von dem alle Mitglieder profitieren und somit der Finanzplatz Frankfurt als Ganzes unterstützt wird.

Wo sehen Sie die Stärken des Finanzplatzes, was ist ausbaufähig?

Die Bedeutung des Standorts für Finanzinstitutionen und deren erweitertes Ökosystem steht außer Frage, Frankfurt ist ein weltweit bekannter Finanzplatz. Die Vielfalt des kulturellen Angebots ist stark, aber in seinem Bekanntheitsgrad länderübergreifend ausbaufähig. Der Finanzplatz Frankfurt ist bereits ein pulsierender Digitalstandort, der viele namhafte (insb. mittelständische) IT-(Dienstleistungs)Unternehmen vorzuweisen hat. Als IT-Unternehmen sehen wir jedoch noch Potential, diesen Aspekt noch stärker in und für die Wahrnehmung von Stadt und Region zu rücken.

CFS Index Standardfragen

CFS-Index leicht rückläufig

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im vierten Quartal 2018 um 1,2 Punkte auf 112,8 Punkte. Der leichte Rückgang ist auf ein schwächeres Wachstum der Erträge bei relativ konstantem Umsatzwachstum in der gesamten Finanzbranche zurückzuführen. Des Weiteren melden die Dienstleister bei ihrem Investitionsvolumen einen deutlichen Rückgang des Wachstums, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde, und es werden weniger Mitarbeiter eingestellt. Bei den Finanzinstituten steigt das Investitionsvolumen leicht an, und sie halten die Anzahl der Mitarbeiter entgegen ihren Erwartungen unverändert konstant. Für das laufende Quartal wird jedoch weiterhin mit einem Stellenabbau gerechnet.

„Sind Dienstleister anpassungsfähiger als Banken? Der Jahresvergleich legt diese Folgerung nahe: Während bei Dienstleistern die Sachinvestitionen steigen und zugleich die Mitarbeiterzahl nach unten tendiert, dreht sich der Zusammenhang bei Banken um: Die Investitionsausgaben tendieren nach unten, während der Personalstand gehalten wird. Angesichts der sinkenden Ertragsaussichten wirft dies die drängende Frage bei den Banken auf, wie sie die notwendige Kapazitätsanpassung gestalten werden“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird positiv beurteilt

Ungeachtet der Unsicherheiten über das Brexit-Austrittsabkommen beurteilt die Finanzbranche die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland weiterhin sehr positiv. Im vierten Quartal 2018 steigt der entsprechende Wert leicht um 1,0 Punkte auf 127 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Überzeugung, dass der Finanzplatz Frankfurt an internationaler Bedeutung zunehmen wird, herrscht in der Finanzbranche schon geraume Zeit vor und ist wohl begründet. Der jüngste, leichte Anstieg des Index dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU mit jedem Tag näher rückt und zunehmend greifbar wird.“

Umsatzwachstum der Finanzbranche kaum verändert / Ertragswachstum rückläufig

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzinstitute hat sich im vierten Quartal 2018 kaum verändert. Der entsprechende Sub-Index steigt um 0,1 Punkte auf 112,7 Punkte. Für das laufende Quartal wird wieder ein leichter Anstieg erwartet. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 120,9 Punkten 2,8 Punkte niedriger als im Vorquartal. Es wird erwartet, den aktuellen Stand zu halten.

Das Ertragswachstum der beiden Gruppen entwickelt sich rückläufig. Dabei sinkt der Sub-Index der Finanzinstitute um 3,1 Punkte auf 108,5 Punkte, befindet sich aber immer noch auf einem soliden Stand. Die Dienstleister verzeichnen, wie zuvor erwartet wurde, einen deutlicheren Rückgang um 4,8 Punkte auf 111,5 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen wieder einen leichten Anstieg.

Investitionsvolumen der Finanzinstitute konstant / Stärkerer Rückgang als erwartet bei den Dienstleistern

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im vierten Quartal leicht um 1,3 Punkte gestiegen und verweilt mit 112,1 Punkten auf einem mittleren Niveau. Für das erste Quartal 2019 wird keine wesentliche Änderung erwartet. Hingegen melden die Dienstleister im vierten Quartal einen deutlichen Rückgang, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde. Der Sub-Index sinkt entsprechend um 6,7 Punkte auf 112,2 Punkte. Es wird erwartet, diesen Rückgang im laufenden Quartal wieder zu korrigieren.

Trotz erwartetem Stellenabbau halten Finanzinstitute die Anzahl der Mitarbeiter weiterhin konstant / Dienstleister stellen weniger Mitarbeiter ein

Der Mitarbeiter-Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 0,4 Punkte und signalisiert wie schon im Vorquartal mit 100,5 Punkten eine neutrale Stimmungslage. Bei den Dienstleistern hat sich, wie zuvor erwartet, das Mitarbeiterwachstum weiter verlangsamt. Der entsprechende Sub-Index befindet sich mit -6,4 Punkten auf 111,5 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister damit, dieses Niveau des Mitarbeiterwachstums halten zu können. Hingegen erwarten die Finanzinstitute weiterhin einen Stellenabbau.

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS Index Sonderfragen

CFS-Umfrage: Ein großer Teil der deutschen Finanzbranche rechnet mit einem „harten Brexit“

Am 29. März 2019 soll der rechtskräftige Austritt Großbritanniens aus der EU erfolgen. Aufgrund von Uneinigkeiten hinsichtlich des Austrittsabkommens könnte es zu einem „harten Brexit“, also einem ungeordneten Austritt der Briten kommen.

Ungeachtet der möglichen Folgen im Falle eines harten Brexits, so ergab eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies, vertritt die Mehrheit der deutschen Finanzbranche (66% der Befragten) die Meinung, die EU solle keine weiteren Zugeständnisse machen, obwohl fast die Hälfte der Befragten (46%) mit einem harten Brexit rechnet. 52% hingegen erwarten einen glimpflicheren Ausgang des Konflikts.

Während 51 % der Befragten denken, dass die Finanzinstitute in Deutschland nicht auf alle Szenarien, also auch nicht auf einen harten Brexit, vorbereitet sind, erachten immerhin 46% die deutsche Finanzindustrie als vorbereitet.

„Der Finanzsektor hat sich in Teilen zu sehr auf einen geordneten Brexit verlassen. Das könnte zu Marktverwerfungen führen, wenn es tatsächlich zu einem harten Brexit kommt“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Seit die Briten im Januar den EU-Vorschlag zum Austrittsabkommen ablehnten, haben die Bedenken bezüglich der Auswirkungen eines harten Brexits deutlich zugenommen. Angesichts der schwer vorhersehbaren Folgen des Brexits ist sich die deutsche Finanzbranche geschlossen einig (83%), dass der Finanzplatz Deutschland von einem harten Brexit weniger profitieren würde als von einem geordneten Brexit.

„Nicht nur der Finanzsektor braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Ein ungeordneter Brexit führt zu großen Unsicherheiten auf den Märkten, behindert Investitionsentscheidungen und wird etliche Arbeitsplätze kosten“, erläutert Brühl weiter.

London wird bei einem harten Brexit sehr wahrscheinlich seine Stellung als wichtigster europäischer Finanzplatz mittel- und langfristig nicht halten können. Davon sind 57% der Befragten überzeugt.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt hat durch den Brexit zugenommen. Die Aufgabenverteilung zwischen den Finanzplätzen in Europa wird sich neu ausrichten, der Wettbewerb wird hart, aber ohne London wird es auch in Zukunft nicht gehen.“

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Tarek Al-Wazir: „Die Finanzwirtschaft von morgen ist digital“

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, im Interview zum Thema FinTech in Frankfurt

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Frankfurt Main Finance hat Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, drei Fragen zum Thema Fintech gestellt. Unter anderem erfahren wir im Interview, welche FinTech-Highlights uns in Frankfurt 2019 erwarten.

FinTech – Warum ist das Thema für Sie persönlich wichtig? Warum für die Region?

Der Finanzplatz Frankfurt ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor für die Rhein-Main-Region. Deutschland als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt braucht ein entsprechendes Bankenzentrum. Und deshalb braucht Frankfurt innovative Finanztechnologie-Unternehmen – oder kurz: FinTechs. Denn die Finanzwirtschaft von morgen ist digital; FinTechs drängen in den Markt, konkurrieren mit traditionellen Dienstleistern oder schaffen völlig neue Geschäftsfelder. Damit Frankfurt in diesem Innovationswettbewerb konkurrenzfähig bleibt, müssen wir hochqualifizierten Fachkräften ein attraktives Arbeitsumfeld und zukunftsorientierte Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Und ich bin überzeugt, dass die Innovationskraft, die von FinTechs ausgeht, auch anderen Branchen zugutekommt.

Welche FinTech-Highlights erwarten uns 2019 aus Ihrer Sicht?

Eins unserer Ziele ist ja, dass Frankfurt als FinTech-Standort überregional sichtbar wird. Dazu werden einige Events beitragen, zum Beispiel die Global Insurtech Roadshow (GIR 2019) mit dem Partnerland Israel im März, die ExecFintech im April, die nach zwei Jahren in Berlin nach Frankfurt zurückkehrt, und die Growth Con im Mai. Der KI-Hub wird sich weiter etablieren und seine ersten finanzwirtschaftlichen Programme starten. Es wird Ansiedlungen und Finanzierungsrunden geben. Ich bin sicher, dass sich viele Anlässe bieten, um über die Erfolge von Frankfurt als Top-FinTech-Standort zu berichten.

Die Region Frankfurt Rhein-Main soll sich innerhalb von fünf Jahren zum führenden FinTech-Hub in Kontinentaleuropa sowie einer international anerkannten Tech-Region entwickeln. Was ist noch nötig, um DAS PERFEKTE Gründerklima zu etablieren und dies zu erreichen?

DAS perfekte Gründerklima für alle wird es nicht geben – weder hier noch im Silicon Valley. Dafür sind die Bedürfnisse einfach zu unterschiedlich. Wir müssen deshalb von unseren Stärken ausgehen, und die sind FinTechs, Cybersecurity und Künstliche Intelligenz. Den Weg weist unser Masterplan für die Start-up-Region Frankfurt-Rhein-Main. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wollen gemeinsam erreichen, dass aus guten Ideen marktreife und erfolgreiche Produkte werden. Zentrale Maßnahmen sind schon umgesetzt oder angestoßen. Die Plattform TechObserver ist online, das FinTech Acelerator Programm des TechQuartier läuft. Aber es liegt auch noch viel Arbeit vor uns. Wir arbeiten kräftig weiter, aber ich freue mich über jede Anstrengung weiterer Akteure.

Fintech Interview with Compendor

“Es ist fast ein kleiner Kulturwandel erforderlich“

Elmo Olieslagers | Compendor GmbH

Elmo Olieslagers | Compendor GmbH

RegTech (kurz für Regulatory Technologies) zielt darauf ab, zeiteffiziente, konfigurierbare und zuverlässige regulatorische Lösungen für Unternehmen anzubieten. Waren vor wenigen Jahren beispielsweise noch komplexe Excel-Tabellen zur Bearbeitung von Compliance-Fragen nötig, bieten nun junge und aufstrebende RegTech-Unternehmen Software-Lösungen an, die regulatorische Anforderungen einsichtig und verständlich darstellen und die Umsetzung dieser unterstützen und dokumentieren. Vor allem nach in Kraft treten der MiFID II / MiFIR-Regelungen sind RegTech-Unternehmen daher in den Fokus der Aufmerksamkeit der Finanzwelt gerückt. Eines dieser Unternehmen ist das Frankfurt Main Finance-Mitglied Compendor: Elmo Olieslagers, Gründungsmitglied von Compendor, gibt uns im Interview einen exklusiven Einblick in die Arbeitsweilt eines jungen RegTech-Unternehmens!

Wie ist die Idee, die zur Gründung von Compendor führte, entstanden? Gab es bestimmte Auslöser, die dazu veranlasst haben, das Unternehmen ins Leben zu rufen?

MiFID II / MiFIR ist ein am 3. Januar 2018 in Kraft getretenes Gesetz, welches mit allen seinen Ergänzungen insgesamt fast 7.000, für Nicht-Juristen oftmals schwer verständliche, Seiten umfasst.

Mit der Umsetzung der Anforderungen von MiFID II / MiFIR, benötigte ein Kunde einen strukturierten, detaillierten und pragmatischen Gap Assessment-Ansatz. Anwaltskanzleien boten zu der Zeit lediglich auf Excel-Tabellen basierende Lösungen zur Gap-Analyse an. Da diese Lösungen sehr komplex und juristisch geschrieben waren, war für unseren Kunden nicht eindeutig klar, was die genauen Anforderungen sind und was praktisch zu tun ist.  Es wäre also notwendig gewesen, einen externen Rechtsberater zu engagieren. Dies war der Grund, warum der Kunde uns beauftragte, eine weniger komplexe Lösung zu erarbeiten. Unsere Lösung vereint die Expertise von Anwälten und das Wissen von Compliance-Spezialisten mit Bankfachwissen in einer Online-Applikation. Die Basis ist dabei eine strukturierte Entscheidungsbaumsoftware, mit der wir in einer innovativen Art und Weise regulatorische Anforderungen einsichtig und verständlich machen und die Umsetzung dieser unterstützen und dokumentieren.

Seitdem haben wir unsere Lösung auch auf andere Verordnungen erweitert und unterstützen unsere Kunden bei den wichtigsten Anforderungen bezüglich Anlegerschutz und bei der DSGVO für Banken, Kapitalanlagegesellschaften und Vermögensverwalter.

Wo ist Compendor im Spektrum der verschiedenartigen RegTech-Lösungen angesiedelt?

Um diese Frage genau zu antworten, betrachten wir die typischen Akteure und typischen Lösungen entlang eines generischen Regulatory Response Prozesses.

Der Regulatory Response Prozess besteht typischerweise aus drei Schritten:

  1. „Signalisierung“ neuer regulatorischer Anforderungen durch die Software, ggf. mit einem ersten Schnellscan auf mögliche Auswirkungen
  2. „Umsetzung“ mittels einer detaillierten Gap-Analyse, der Definition von Lösungsansätzen und derer Umsetzung
  3. „Monitoring“, also kontinuierliche und detaillierte Überwachung der Einhaltung bereits eingeführter regulatorischer Anforderungen

Verschiedene deutsche Bankenverbände und Anwaltskanzleien bieten bereits Lösungen zur „Signalisierung“- an.

Compendor bietet darüber hinaus Lösungen zur Umsetzung sowie zur Überwachung regulatorischer Anforderungen. Dazu ist es notwendig, die Anforderungen und deren Auswirkungen auf einer viel detaillierteren Ebene zu verstehen und zu beschreiben, und praktische Lösungsansätze mitzuliefern.

Warum sollten Vermögensverwalter und Banken Ihre Lösungen nutzen?

Wir sehen, dass viele Vermögensverwalter und kleinere Banken oft nicht über die Ressourcen oder das detaillierte Fachwissen verfügen, um mit allen neuen Anforderungen Schritt halten zu können. Und sogar, wenn für eine bestimmte Regulatorik doch Ressourcen bereitgestellt werden (d.h.: freigesetzt und ausgebildet), so ist dies beispielsweise oft nicht genug. Daraus ergeben sich Bedenken in Bezug auf Kontinuität und inhaltlichem Abdeckungsgrad der verschiedenen regulatorischen Anforderungen.

Unsere Lösungen bieten da Abhilfe. Durch den Einsatz unserer RegTech-Lösungen ist kontinuierliche Verfügbarkeit von aktuellem Wissen garantiert. So können verfügbare Ressourcen effizienter eingesetzt werden, um die Belastung durch neue und bestehende Regulatorik zu bewältigen.

Compendor in 3 Punkten: Was macht den Erfolg von Compendors Compliance Monitoring Solutions aus?

  1. Kontinuität und Beständigkeit von regulatorischem Fachwissen und Expertise: Sowohl die regulatorischen Anforderungen wie auch die Interpretationen während des Umsetzungsprozesses sind immer in einer zentralen Lagerstelle vorhanden, unabhängig von der Verfügbarkeit individueller Personen (Full Audit Trail).
  2. Aktualität: Die rechtliche Basis ist immer auf dem neuesten Stand der regulatorischen Anforderungen.
  3. Effizienz: Der Einsatz von innovativer Technologie ermöglicht den effizienten und effektiven Einsatz von oft knappen Ressourcen.

Was sind derzeit die größten Hürden für die RegTech in der Finanzindustrie?

Um die Vorteile, die RegTech bieten kann, vollständig zu nutzen, ist in vielen Finanzinstituten fast ein kleiner Kulturwandel erforderlich. Einige Punkte, die oft eine Hürde darstellen, sind:

  • Die fehlende Einsicht und Akzeptanz, dass die Einhaltung regulatorischer Anforderungen ein Hygienefaktor ist, und kein strategischer Wettbewerbsvorteil.
  • Der Wiederstand in manchen Rechts- und Compliance-Abteilungen gegen den Einsatz von Technologie, um die stetig zunehmende Menge und Komplexität der Regulatorik zu bewältigen.
  • Kosten- und zeitintensive Eigenentwicklung von Interpretationen und Lösungen anstatt Einsatz von Best Practice-Lösungen mit gebündeltem Fachwissen aus der Finanzindustrie.
  • Fragmentierte Einführung regulatorischer Anforderungen durch individuelle Tochtergesellschaften, Geschäftsbereiche und Abteilungen, anstatt einer einheitlichen Interpretation und Umsetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Warum ist Frankfurt der ideale Standort für (FinTech-) Startups?

Frankfurt gewinnt in der europäischen Finanzlandschaft immer mehr an Bedeutung, immer mehr Banken und andere Finanzinstitute siedeln sich in Frankfurt an. Dies führt zu einem großen Bedarf an Finanz- und Aufsichtskompetenz und demnach auch zu Engpässen bei den verfügbaren Ressourcen. FinTech / RegTech kann Abhilfe schaffen mit alternativen Lösungen für effizientere Prozesse und für den effizienteren Einsatz der ohnehin knappen Ressourcen.

PIC Galper, Josh Finadium_neu

„Collaterals sind eine ungewöhnliche Anlageklasse“

Am 21. Februar findet in Frankfurt die Konferenz „Business of Collateral Trading“ statt. Frankfurt Main Finance sprach mit Josh Galper, Managing Principal des Organisators Finadium, einem der weltweit führenden Spezialisten für Wertpapierfinanzierung, Sicherheiten und Derivate, über die Idee der Konferenz und warum er sich entschied, sie in Frankfurt durchzuführen. Weiterlesen

Frankfurt Main Finance beim Toronto Global Forum: „Fintech and the Future of Money“

Der Finanzplatz Frankfurt über ein dynamisches FinTech-Ökosystem. Mit einer ausgeprägten Start-up-Kultur, einem weltweit führenden Fintech-Cluster, der Nähe zu etablierten Banken und damit Zugang zu potenziellen Kunden und Finanzierungsmöglichkeiten, hat Frankfurt alles, was es für eine lebendige FinTech-Szene braucht. Daher wurde Hubertus Väth, Managing Director von Frankfurt Main Finance (FMF), eingeladen, die Perspektive des Finanzplatzes Frankfurt beim Toronto Global Forum zum Thema Fintech and the Future of Money einzubringen.

Das Toronto Global Forum ist eine internationale Konferenz, die unter der Schirmherrschaft des International Economic Forum of Americas ausgetragen wird. Mit dem Ziel, den weltweiten Dialog zu den aktuellen Fragen der Finanzwelt voranzutreiben, kamen zur jüngsten Konferenz nationale und internationale Entscheidungsträger aus Politik, Zentralbanken, Ministerien und Weltwirtschaft unter dem Motto Navigating a World in Disruption zusammen. Das Event, an dem 3.000 Besucher und 170 Referenten teilnahmen, bietet allen Stakeholdern eine gute Gelegenheit, wirtschaftliche Synergien zu nutzen und mit hochkarätigen Wirtschaftsakteuren ins Gespräch zu kommen.

Wie sich rasant entwickelnde technologische Innovationen auf Finanzdienstleistungen und das traditionelle Bankgeschäft auswirken, diskutierten die Panelisten Hubertus Väth, Managing Director von FMF, Al Goldstein, Chairman und Chief Executive Officer von Avant, Shuman Ghosemajumder, Chief Technology Officer von Shape Security und Rafael Funes, Vorstandsvorsitzender von LOVIS. Das Panel Fintech and the Future of Money wurde von Alexandra Posadzki, Journalistin für Finanzdienstleistungen bei The Globe and Mail, moderierten.

Dabei wurde debattiert, wie der Finanzsektor in einigen Jahren aussehen, wie sich die Finanzindustrie durch neue Technologien transformieren und wie Regulierungen Innovation fördern sowie das Vertrauen zwischen Verbrauchern und Finanzinstituten stärken könnte. In der Diskussion betonte Väth, dass Technologie zwar einige Formen traditioneller Finanzdienstleistungen verändert oder sogar abgelöst habe, etablierte Finanzinstitute jedoch manchmal potenziell industrieverändernde Trends, wie künstliche Intelligenz, Big Data, Blockchain, Cloud-Speicher, aus den Augen verlieren bzw. nicht ausreichen durch Investitionen fördern. Allerdings seien genau dies disruptive Technologien, die zukünftige Preis, Handels-, Clearing- und Abwicklungsprozesse revolutionieren könnten.

Stärkung der Partnerschaft mit der Stadt Toronto

Während des Besuchs in Toronto traf sich Frankfurt Main Finance mit Thomas Schultze, Generalkonsul des Konsulates der Bundesrepublik Deutschland in Toronto und Michael Thompson, stellvertretender Bürgermeister von Toronto, um die Zusammenarbeit der beiden Finanzplätze weiter voranzutreiben und den Bereich künstliche Intelligenz in die Kooperation aufzunehmen.

 

Frankfurt Main Finance International

Frankfurt Main Finance ist Teil eines starken internationalen Netzwerks

Frankfurt Main Finance (FMF) arbeitet intensiv daran, den Finanzplatz noch stärker international zu vernetzen und Dialogplattformen zu bieten. Ein wichtiges Instrument dafür sind hochkarätige Delegationsreisen in bedeutende Partnerstädte. Anfang Dezember ist daher ein FMF-Team nach Katar und Kuwait gereist, um sich mit Vertretern der jeweiligen Regionen über Best Practices finanzplatzübergreifend auszutauschen und den Diskurs auf internationaler Ebene weiter voranzutreiben.

Unter anderem fand hierbei ein Treffen mit Repräsentanten der Qatar Financial Centre (QFC) Authority statt. Die Organisation verwaltet und pflegt das rechtliche und steuerliche Umfeld des Finanzzentrums Katar und lizenziert Unternehmen, Geschäfte im oder vom Finanzplatz aus zu tätigen. Außerdem baut sie, wie auch Frankfurt Main Finance, Beziehungen zur globalen Finanzwelt und zu anderen wichtigen Institutionen innerhalb und außerhalb Katars auf.

Ein weiteres Highlight der Reise stellte ein exklusives Interview mit dem Fernsehsender Al Jazeera English dar, welches die Folgen des britischen EU-Austritts thematisierte. „London wird einer der führenden Finanzplätze der Welt bleiben“, kommentierte FMF-Geschäftsführer Hubertus Väth, allerdings werde Großbritanien seine Passporting-Rechte verlieren, die dem vereinten Königreich bislang Finanzgeschäfte in den EU27 ermöglichen. Außerdem betonte Väth den Standpunkt der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance: „Der Brexit ist weder gut für Europa, noch für Großbritannien.“

Quelle: Al Jazeera English

Diese Reise steht exemplarisch für die Anstrengungen von FMF, ein großes  internationales Finanzplatznetz auzubauen, welches immer weiter wächst und indem Frankfurt Main Finance die Interessen des Finanzplatzes Frankfurt vertritt. Beispielsweise führte eine weitere Delegationsreise im Juli 2018 die FMF-Vertreter in die kasachische Hauptstadt Astana. Experten für den Finanzplatz Frankfurt diskutierten dort auf dem Global Finance Forum zusammen mit hochrangigen internationalen Finanz- und Politikvertretern die Veränderungen einer global vernetzten Finanzindustrie sowie Entwicklungstendenzen.

Frankfurt Main Finance ist Gründungsmitgliede der World Alliance of International Financial Centers (WAIFC)

In einer Zeit rapider technologischer Entwicklung und sozialen Wandels sind Finanzplätze ein Schlüsselfaktor für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Ziel der Word Alliance of International Financial Centres ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen und das Verständnis für die Bedeutung internationaler Finanzplätze für die nationale und internationale Wirtschaft sowie die soziale Entwicklung zu fördern.

 

Stock market breakfast

Börsenfrühstück auf dem Parkett mit Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank

Das Börsenfrühstück auf dem Parkett der Frankfurter Börse hat sich zu einer besonderen Kommunikationsplattform für Finanzmarktakteure etabliert. Ein Ziel der Veranstaltungsreihe ist die Stärkung der Beziehungen zwischen allen Beteiligten durch einen informellen Austausch. Dieses Ziel betonte Redner Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, auch in seiner Keynote beim Börsenfrühstück zum Thema „Ökonomische Bildung – Herausforderung und Aufgabe für alle am Finanzplatz“ am Donnerstagmorgen. Ein regelmäßiger Austausch der Akteure am Finanzplatz sei erforderlich, um den Erfolg von Maßnahmen in diesem Bereich zu steigern.

Obwohl der Dezember die Zeit der Jahresrückblicke ist, fokussierte sich das Börsenfrühstück auf die Zukunft: Keynote Speaker Burkhard Balz betonte die Wichtigkeit der verstärkten Förderung von ökonomischer Bildung. Die Bundesbank informiere bereits durch zahlreiche Vorträge und stelle Materialien online zur Verfügung. Auch das Geldmuseum ist mit insgesamt rund 400 gehaltenen Vorträgen, vor allem für Schüler und Studierende, ein wichtiger Bestandteil der Bildungsarbeit. Das Positionspapier der Bundesbank „Zentralbankwissen vermitteln – die ökonomische Bildungsarbeit der Deutschen Bundesbank“ fasst den Kerngedanken des Bildungsprogramms der Bundesbank zusammen. Das Ziel des Programms ist der „mündige Wirtschaftsbürger“, der über Kenntnisse, Fähigkeiten, Möglichkeiten und Einstellungen verfügt, um ökonomisch geprägte Lebenssituationen bewältigen zu können und sich mit Fragen kompetent auseinanderzusetzen. Das gilt für private Belange ebenso wie für die betriebliche, volkswirtschaftliche und weltwirtschaftliche Ebene. Zudem sei es Auftrag der Medien, ökonomische Themen zu vermitteln, sagte Burkhard Balz in seiner Rede.

Die Diskussionen und Anregungen des Börsenfrühstücks werden über das Börsenparkett hinaus thematisiert

Marc Richter, Senior Trader Equities Frankfurt bei Baader Bank AG, kommentierte einen Frankfurt Main Finance Tweet zum Börsenfrühstück und verstärkte so einen weiteren Gesichtspunkt der Debatte zur ökonomischen Bildung: „Ebenfalls muss aber auch die ökonomische Bildung in den Schulen weiter fokussiert werden.“ Diese Feststellung bestätigt Sven Schumann, Director – Head of Section Community Relations & Initiatives der Deutschen Börse,  mit einem Like – das Börsenfrühstück garantiert also neben einem morgentlichen Gedankenaustausch eine weitreichende (digitale) Anschlussdiskussion.

Hier finden Sie weitere Nachberichte zur Veranstaltungsreihe:

CFS-Index geht deutlich zurück

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im dritten Quartal 2018 um 4,5 Punkte auf 113,9 Punkte. Der deutliche Rückgang ist vor allem auf ein schwächeres Wachstum der Erträge und der Mitarbeiterzahlen der Dienstleister sowie auf einen verminderten Anstieg der Umsätze und des Investitionsvolumens der gesamten Finanzbranche zurückzuführen. Bei den Finanzinstituten steht dem gesunkenen Umsatzwachstum bei neutraler Lage der Mitarbeiterzahlen jedoch ein steigendes Ertragswachstum entgegen.

„Die entgegengesetzte Entwicklung der Erträge bei Banken und Dienstleistern – hier aufwärts, dort abwärts – wirft die Frage nach den Gründen für das gleichförmige Investitionsverhalten auf: Hier wirken sich makroökonomische und politische Unsicherheiten (Brexit, Italien, USA, China) offenbar in erster Linie dämpfend aus“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird weiterhin, wenn auch abgeschwächt, positiv beurteilt.

Die Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland hatte seit dem Brexit-Votum 2016 historische Höchststände erreicht. Im dritten Quartal 2018 befindet sich der entsprechende Wert mit 126 Punkten zwar noch auf einem guten Niveau, wenn auch deutlich abgeschwächt um -5,3 Punkte.

„Die rückläufige Entwicklung bei der Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland sieht das Glas halb leer. Tatsächlich konnten in den letzten Monaten auch andere Finanzplätze in der Europäischen Union vom Brexit profitieren. Das scheint die positive Entwicklung in Frankfurt zu relativieren“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse. „Aber genau betrachtet sprechen die Entscheidungen von mehr als 30 Finanzinstituten, ihren Europasitz nach Frankfurt zu verlegen eine klare Sprache: Der Finanzplatz in Frankfurt wird 2019 erheblich an internationaler Bedeutung gewinnen.“

Umsätze der Finanzbranche rückläufig / Ertragswachstum positiv bei den Finanzinstituten und rückläufig bei den Dienstleistern

Wie von den Finanzinstituten im vorangegangen Quartal erwartet wurde, hat sich das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens im dritten Quartal rückläufig entwickelt. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 6,1 Punkte auf 112,7 Punkte. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 123,7 Punkten 5,3 Punkte niedriger als im Vorquartal. Beide Gruppen rechnen mit einem weiteren leichten Rückgang für das laufende Quartal.

Das Ertragswachstum der beiden Gruppen entwickelt sich stark gegenläufig. Die Finanzinstitute befinden sich nach einem schwachen zweiten Quartal wieder auf einem guten Stand. Der entsprechende Sub-Index steigt um 9,8 Punkte auf 111,6 Punkte. Die Dienstleister andererseits verzeichnen einen starken Rückgang um 11,3 Punkte auf 116,3 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen wieder einen leichten Rückgang ihres Ertragswachstums.

Investitionsvolumen gesunken

Entgegen den Erwartungen sinkt bei den Finanzinstituten das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen um 5,3 Punkte auf 110,8 Punkte. Es wird erwartet, das niedrige Niveau im laufenden Quartal beizubehalten. Auch bei den Dienstleistern sinkt der Sub-Index um 3,4 Punkte, befindet sich aber mit 118,9 Punkten immer noch auf dem dritthöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007. Es wird allerdings für das laufende Quartal mit einer weiteren Abschwächung gerechnet.

Neutrale Stimmungslage der Finanzinstitute bei der Anzahl der Mitarbeiter

Nach dem kurzfristigen Stellenabbau der Finanzinstitute im zweiten Quartal steigt der Mitarbeiter-Sub-Index aktuell um 3,6 Punkte und signalisiert mit 100,1 Punkten nun eine neutrale Stimmungslage. Bei den Dienstleistern hat sich, wie zuvor erwartet, das Mitarbeiterwachstum verlangsamt. Der entsprechende Sub-Index befindet sich mit -8,4 Punkten auf 117,9 Punkte aber immer noch auf einem guten Level. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister mit einem weiteren Rückgang des Mitarbeiterwachstums und die Finanzinstitute mit einem Stellenabbau.

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.