FinTechGermany Award ehrt führende FinTech-Unternehmen mit der Golden Garage 2018

Zum vierten Mal wurde am Donnerstagabend, dem 14. Juni 2018, bei dem FinTechGermany Award die „Golden Garage“ verliehen. Mit dem führenden investorenseitigen Gründerpreis zeichneten die Börsen-Zeitung, Business Angels FrankfurtRheinMain, Frankfurt Main Finance und TechFluence herausragende FinTech-, InsurTech- und PropTech-Unternehmen in sechs verschiedenen Kategorien aus.

In der Kategorie „Seed-/Early Stage“ konnte Awamo die Jury überzeugen, Optiopay in der Kategorie „Late Stage“. Als bestes FinTech in der „Growth Stage“ wurde N26 ausgezeichnet, Revolut als „Bestes ausländisches FinTech auf dem deutschen Markt“. Zudem ging der Sonderpreis für das beste „PropTech“ an Exporo. Element Insurance wurde in der Sonderkategorie „Insurtech“ gewürdigt. Die Longlist, die sich aus Bewerbungen und Nominierungen der Jury zusammensetzt, umfasste mehr als 150 Unternehmen.

„FinTechs sind für den Finanzstandort Frankfurt von enormer Bedeutung, damit die Region auch langfristig attraktiv und ökonomisch leistungsfähig bleibt“, sagt Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance.

„Wir freuen uns, den Startups durch den FinTechGermany Award eine Plattform bieten zu können und schrittweise die Finanzierungskette von Seed-Stage bis Pre-IPO am Standort im Gesamten zu fördern“, so Andreas Lukic, Vorsitzender der Business Angels Frankfurt RheinMain.

„Die Veranstaltung hat sich mittlerweile am Finanzplatz Frankfurts etabliert und hat sich zu einer wichtigen Plattform für den Austausch von Investoren mit der FinTech-Szene entwickelt“, sagt Dr. Jens Zinke, Geschäftsführer der Börsen-Zeitung. „Die deutsche FinTech-Industrie wächst weiter. Wir befinden uns noch in der Frühphase der Digitalisierung des Finanzbereichs“, sagt Michael Mellinghoff, Managing Director bei TechFluence sowie Senior Advisor und Mentor beim FinTech Forum, das bereits seit 2013 regelmäßig in Frankfurt stattfindet.

Das Augenmerk der Jury lag insbesondere auf Finanzierbarkeit, Skalierbarkeit und Exit-Fähigkeit der Unternehmen. Sie bewertete das Geschäftskonzept, Wettbewerbsvorteile, Positionierung, Finanzplan und das Management. Seed-/Early-Stage umfasst FinTechs, die bislang keine oder erste Umsätze vorweisen. Für die Kategorie „Late Stage“ konnten sich Unternehmen mit einem kumulierten Umsatz im mindestens sechsstelligen Bereich bewerben. Ein deutlich sieben – oder mehrstelliger Umsatz sowie internationale Expansion war Voraussetzung für eine Würdigung in der Kategorie „Growth Stage“. Die Sonderpreise zeichnen bedeutende Branchensektoren innerhalb FinTech aus, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Zudem wird der beste ausländische Marktteilnehmer gewürdigt.

Frankfurt Startup Ecosystem Report

Frankfurt: Vom Startup zum Scaleup Ökosystem

Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei Universitäten und Unternehmen

Ein neuer umfassender Bericht über das Frankfurter Gründer-Ökosystem hat ergeben, dass der Schlüssel zu einem verstärkten Gründer-Spirit bei den Hochschulen und Unternehmen der Region liegt und zeitnah wachstumsstarke, arbeitsplatzschaffende Scaleups generiert werden könnten. Weiterlesen

Said Ibrahimi, CEO of Casablanca Finance City and Hubertus Väth, Managing Director of Frankfurt Main Finance signed the Memorandum of Understanding at the Conference of Montreal.

Casablanca Finance City Authority und Frankfurt Main Finance e.V. beschließen enge Zusammenarbeit

Frankfurt Main Finance e.V. (FMF) und die marokkanische Casablanca Finance City Authority (CFC) haben sich mit einem gemeinsamen Memorandum of Understanding auf die langfristige Kooperation der beiden Finanzplätze geeinigt. Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance und Saïd Ibrahimi, Geschäftsführer der Casablanca Finance City Authority unterzeichneten das Abkommen am 11.06.2018 auf der Conference of Montreal.

Bei der Vereinbarung stehen wichtige aktuelle Themen der Finanzindustrie, wie nachhaltige Investments und Fintech-Unternehmen im Fokus. Gleichzeitig wird auch eine gegenseitige Unterstützung bei der Stärkung der Finanzplätze Frankfurt und Casablanca, sowie der jeweiligen wirtschaftlichen Regionen, der Eurozone und Afrika angestrebt. Um die enge Zusammenarbeit weiter zu fördern, werden gemeinsam organisierte Weiterbildungen, Workshops, Studienprogramme, wissenschaftliche Publikationen sowie Studienreisen anvisiert.
Frankfurt Main Finance Geschäftsführer Hubertus Väth erklärte: „Der Finanzindustrie bietet Afrika vielfältige Möglichkeiten. Inklusion und Nachhaltigkeit sind wesentliche Stichworte. Wir freuen uns auf die Kooperation mit Casablanca als einem jungen und führenden Finanzzentrum auf dem afrikanischen Kontinent.“

Said Ibrahimi, CEO von Casablanca Finance City, kommentiert: „Wir sind hocherfreut, das Memorandum of Understanding mit Frankfurt Main Finance, dem führenden Finanzplatz in der Eurozone, zu unterzeichnen. Die Partnerschaft wird die Zusammenarbeit zwischen der Eurozone und Afrika, vor allem in den Bereichen Green Finance und Fintech, unzweifelhaft vorantreiben.“
Frankfurt und Casablanca werden in den nächsten Wochen und Monaten ihre gemeinsamen Pläne umsetzen und damit zusammen zur Stärkung ihrer jeweiligen Finanzplätze beitragen.

Frankfurt Finance Summit 2018 – Ready, Steady, Go!

Am 29. Mai 2018 kamen hochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Finanzwelt beim achten Frankfurt Finance Summit zusammen. Unter dem Motto Ready, Steady, Go! Who is ready to set the pace in challenging times? trafen sich die Entscheider aus Zentralbanken, Börsen, Aufsichtsbehörden, Banken, Versicherungen, Politik, Unternehmen und Wissenschaft, um die Herausforderungen und Chancen für den europäischen Wirtschaftsraum, Regulierung und die Finanzmärkte insgesamt und den Finanzplatz Frankfurt im Besonderen bietet sowie die strategischen Antworten der Finanzindustrie zu diskutieren. Zudem debattierten Vertreter der Finanzindustrie und Politik die zukünftige Aufsicht und potentielle Relokation des Euro denominierten Derivat-Handels durch zentrale Verrechnungsstellen CCP (Central Counter Parties). Auch das Voranschreiten von „Artificial Intelligence“ in Finanzinstitutionen sowie deren Bedeutung für die Datensicherheit stand auf der Agenda der Veranstaltung.

Einen umfassenden Rückblick auf den Frankfurt Finance Summit 2017 in englischer Sprache finden Sie hier.

Frankfurt Main Finance und die Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung e.V. danken den diesjährigen Sponsoren für Ihre großzügige Unterstützung. Die Deutsche Bank war in diesem Jahr der Gold Partner. Zu den Silber Partnern gehören Deloitte, Deutsche Börse Group, DZ Bank, ING-Diba, Mastercard  und die Wirtschaftsförderung Frankfurt.

Euro-Clearing nach dem Brexit – Hubertus Väth im Interview mit BBC Radio 4

Der ECON, der Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments, hat eine Stellungnahme zum künftigen Umgang mit dem Euro-Clearing in Drittstaaten abgegeben. Das Euro-Clearing über zentrale Verrechungsstellen CCP (Central Counter Parties) gilt als ein wichtiger Baustein für die Finanzarchitektur der Europäischen Union nach dem Austritt der Briten aus der Union. Derzeit wird der überwiegende Teil dieser Geschäfte über ein Unternehmen in London abgewickelt. Derzeit läuft die Debatte, ob das so bleiben kann. Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, sagt in einem Interview mit Dominic O’Connell für BBC Radio 4 wie er die Stellungnahme des ECON versteht und welche möglichen Folgen das haben könnte. Der Vorschlag des ECON ist ein erster Indikator für die finale Haltung der EU.

Derzeit ist nicht sicher, welche Auswirkungen der Ausstieg Großbritanniens auf den Finanzplatz London haben wird, jedoch sei davon auszugehen, dass Euro denominierter Derivat-Handel zukünftig unter strengerer Aufsicht durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) und Europäische Zentralbank stehen wird.

Frankfurt ist nach London das wichtigste Zentrum für Euro-Clearing und grundsätzlich sei das Vorhandensein mehrerer Clearing-Institute wichtig, um etwa in Krisenzeiten stabiler aufgestellt zu sein, als das in quasi Monopolstrukturen möglich ist. Zwar könne eine Verlagerung des Clearings mit ökonomischen Kosten verbunden sein, jedoch versprachen bisherige Testportfolios Vorteile bei der Altersvorsorge.

Hören Sie das ganze Interview auf Englisch hier.

Eschborn for Business 2018

Eschborn for Business 2018

Das Trendkonzept New York und wie Startups die Arbeitskultur verändern

Die aktuelle Ausgabe des Magazins Eschborn for Business ist erschienen. Das jährlich erscheinende, englisch-deutsche Magazin wirft ein Spotlight auf die Stadt Eschborn als aufstrebenden und modernen Wirtschaftsstandort im Rhein-Main Gebiet, beleuchtet die kommerzielle und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und deckt spannende Trends nachhaltiger Stadtentwicklung auf.

In der aktuellen Ausgabe Eschborn for Business 2018 wird über das Trend-Konzept „New York“ berichtet, das Mitarbeitern unter anderem mehr Möglichkeiten für Partizipation und eigenverantwortliches Arbeiten bietet. Was genau sich hinter diesem besonders Innovationsförderenden Konzept verbirgt und welche Rolle agile FinTechs und Start-ups dabei spielen, lesen Sie ab Seite acht.

„FinTechs – Bier und Pizza statt Krawatte?“ Als Pioniere der Innovationskultur bekannt, stellt sich die Frage, wie sie das Wirtschaften erneuern. Die Antwort darauf, gibt es ab Seite 16: „Trotz Digitalisierung wird es in der Wirtschaft künftig mehr denn je um den ‚Faktor Mensch‘ gehen“, sagt Helen Hain, CEO MarketDialog Eschborn. Wussten Sie beispielsweise, dass 24 Prozent der Start-ups einen Kickertisch im Büro haben?

Weitere interessante Reportagen, Interviews und Hintergründe finden Sie in den Rubriken Netzwerke, Wirtschaft, Infrastruktur und Eschborn Aktiv. Ein Auszug aus der aktuellen Ausgabe:

  • „Small but Smart. Ein Standort mit Qualität“ – Die Stadt Eschborn hat vorteilhafte Rahmenbedingungen und wächst kontinuierlich seit 40 Jahren. Lesen Sie mehr über Eschborns Small-but-Smart-Profil.
  • „Mehr Platz. Mehr Grün. Mehr Wohlfühlen“ – Gertler Estates will neue Maßstäbe in Eschborn Süd setzen.
  • „Eschborn 2030+ Ideen für die Zukunft“ – Gemeinsam mit Bürgerschaft und Wirtschaft arbeitet die Stadt zurzeit an einem ehrgeizigen Projekt: dem Masterplan für Eschborns Zukunft
  • „Der hessische Oscar“ – 30 Ehrenamtliche wurden für ihr vorbildliches Engagement vom Kommunale Kino Eschborn K ausgezeichnet.

Eschborn: Spitzenstandort mit hoher Lebensqualität

Dank einer einzigartigen Verbindung wichtiger Wirtschaftsfaktoren hat sich die Stadt Eschborn mit ihren 21.000 Einwohnern zu einem internationalen und modernen Geschäftsknoten entwickelt. 95 % der 4.000 dort ansässigen Unternehmen sind Dienstleister, hauptsächlich aus den Finanz-, IT-, Beratungs- und Telekommunikation-Sektoren. Etwa 80 High-Tech-Unternehmen haben sich ebenfalls in Eschborn angesiedelt und etablieren die Stadt zum wichtigen Innovationsknoten in Frankfurt Rhein-Main.

Laden Sie sich die neueste Ausgabe Eschborn for Business herunter!

Deutsches Aktieninstitut, Abschlussprüferreform

Die schöne neue Welt der Abschlussprüfer

Ein Happening der Abschlussprüfer – geht das überhaupt? Ja! Das bewies die lebhafte Konferenz zum neuen Abschlussprüfungsreformgesetz (AreG) des Deutschen Aktieninstituts in Frankfurt. Den Groove erzeugte das mannigfaltige Optimierungspotenzial der neuen Verordnung. Den Beat steuerten diverse Unternehmensvertreter mit ersten Erfahrungsberichten bei. Weiterlesen

CFS Index_April 2018_Centre for Financial Studies

CFS-Index kann Rekordstand vom Vorquartal nicht halten

Umsatz- und Ertragszuwächse sinken, befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau / Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau wieder Mitarbeiter ein / Investitionsvolumen stabil

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, fällt im ersten Quartal 2018 um 3,4 Punkte, befindet sich mit 116,7 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Der Rückgang lässt sich auf eine schwächere Entwicklung der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens sowie auf eine verminderte Ertragskraft, eher bei den Dienstleistern als bei den Finanzinstituten, zurückführen. Diese Entwicklung bestätigt somit die Prognose der Dienstleister aus dem vorangegangenen Quartal, das Rekordwachstum vom vierten Quartal 2017 nicht halten zu können. Andererseits befinden sich die Mitarbeiterzahlen der Finanzbranche im Aufwärtstrend. Die Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau erstmalig wieder Mitarbeiter ein. Auch das Investitionsvolumen der Finanzbranche bleibt stabil auf einem hohen Niveau.
„Der Gesamtindex folgt eng der rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Bei den Mitarbeitern zeigt sich dagegen ein positiver Trend. Erstmals seit langem überwiegen bei den Banken die Optimisten, wie es bei den Dienstleistern schon lange Zeit zu beobachten war. Zusammengenommen spricht dies für positive längerfristige Erwartungen in der Finanzindustrie“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird weiterhin sehr positiv beurteilt, jedoch hat sich diese Einschätzung leicht abgeschwächt.

Mit einem Rückgang um 4,1 Punkte auf 131,8 Punkte liegt der Unternehmensstandort-Index, der die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland bewertet, leicht unter den enorm hohen Werten der letzten Quartale.

„Die Bedeutung des Finanzplatzes wird wachsen, das sehen die Marktteilnehmer, wenn auch in etwas verringertem Maße. Der Wettbewerb nach dem Brexit-Referendum hat sich verschärft. Unseren Vorsprung zu verteidigen, erfordert nun stärkere Anstrengungen.“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Nach einem enorm starken Vorquartal sinken Umsätze und Erträge wieder, befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau

Nach einem außergewöhnlich starken vierten Quartal 2017 können die befragten Finanzinstitute und Dienstleister das enorme Wachstum ihrer Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens nicht weiter halten. Der entsprechende Sub-Index sinkt bei den Finanzinstituten um 4,1 Punkte auf 118,6 Punkte und bei den Dienstleistern sogar um 16,2 Punkte auf 121,3 Punkte. Die Finanzinstitute erwarten auch für das laufende Quartal einen weiteren leichten Rückgang, die Dienstleister hingegen wieder einen leichten Anstieg.

Auch das Ertragswachstum beider Gruppen entwickelt sich rückläufig, bleibt jedoch auf einem hohen Stand. Der entsprechende Sub-Index sinkt bei den Finanzinstituten um 2,8 Punkte auf 111,1 Punkte, für das laufende Quartal wird jedoch wieder mit einem Anstieg gerechnet. Bei den Dienstleistern ist mit -11,4 Punkten auf 122,2 Punkte ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen, und es wird ein weiterer Rückgang für das laufende Quartal erwartet.

Investitionsvolumen nahezu unverändert auf hohem Niveau

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute steigt leicht um 1,0 Punkte auf 114,8 Punkte, und es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Bei den Dienstleistern sinkt der entsprechende Sub-Index leicht um 1,3 Punkte auf 112,6 Punkte. Hier wird allerdings mit einem leichten Anstieg im laufenden Quartal gerechnet.

Mitarbeiterzahlen der Finanzbranche im Aufwärtstrend / Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau wieder Mitarbeiter ein

Nach dem anhaltenden Stellenabbau der letzten Quartale melden die Finanzinstitute erstmalig wieder einen Mitarbeiterzuwachs. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter steigt um 4,0 Punkte auf 102,6 Punkte. Es wird jedoch erwartet, dieses Niveau im laufenden Quartal nicht ganz halten zu können. Auch die Entwicklung bei den Dienstleistern ist positiv, es werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Der Sub-Index steigt um 6,2 Punkte auf 123,0 Punkte. Für das laufende Quartal wird mit einem leicht abgeschwächten Mitarbeiterzuwachs gerechnet.

CFS-Umfrage: Deutsche Finanzbranche erwartet weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China

Die USA haben beschlossen, Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte vor allem aus China zu erheben. China ist wiederum kaum bereit einzulenken und Zugeständnisse zu machen. Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies erwartet die deutsche Finanzbranche mehrheitlich, dass der Handelsstreit zwischen den beiden Staaten weiter eskalieren wird. Darin sind sich 75% der Befragten einig.

Die EU und andere Staaten sind von dem Handelsstreit vorläufig noch nicht direkt betroffen. Allerdings könnten die US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus China dazu führen, dass chinesische Überkapazitäten in diesen Produkten stärker in andere Regionen, wie die EU, drängen. Bei der Frage, ob es dazu kommen kann, dass die EU über kurz oder lang ebenfalls ihre Zölle auf Importe aus China anheben muss, ist die Finanzbranche zweigeteilt. Während 46% diese Entwicklung durchaus für wahrscheinlich halten, wird sie von 45% als unwahrscheinlich und von 5% als sehr unwahrscheinlich erachtet.

„Die Umfrage verdeutlicht die hohe Unsicherheit der Marktteilnehmer mit Blick auf die künftige Entwicklung des Handelsstreits und den möglichen Konsequenzen für Europa. Ich gehe daher davon aus, dass die Volatilität auf den europäischen Aktienmärkten steigen wird“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.
Auch der EU stehen schwierige Verhandlungen mit den USA bevor, in denen voraussichtlich die bisherige Zollstruktur der EU insgesamt diskutiert werden wird. Die deutsche Finanzbranche ist sich größtenteils darüber einig (83%), dass seitens der EU bei zukünftigen Verhandlungen mit den USA Zugeständnisse gemacht werden müssen (z.B. durch geringere Importzölle auf andere US-Produkte), um Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU definitiv zu verhindern.

„Ich glaube, dass die Handelspolitik der Trump-Administration das Potenzial hat, die Architektur der europäischen Zollunion deutlich zu verändern, da Europa erhebliche Zugeständnisse an die USA machen muss.“, so Brühl weiter. „ Letztlich wird man nicht daran vorbeikommen, die transatlantischen Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU neu zu gestalten.“
Angesichts der aktuellen Entwicklungen sind 55% der Befragten der Meinung, man solle die Verhandlungen über ein transatlantisches Handelsabkommen (TTIP) wieder aufnehmen, um den Handel zwischen den USA und der EU auf eine neue Grundlage zu stellen. 39% hingegen sprechen sich gegen eine Wiederaufnahme der TTIP-Verhandlungen aus.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Handelskriege sind Gift für die Wirtschaft. Die Unsicherheit und die gestiegenen Risiken sorgen für Zurückhaltung.“

ReInvent Eröffnungsfeier

Neue Antworten auf die Herausforderungen der Digitalisierung

Frankfurt am Main ist Sitz des ersten Legal Innovation Hub in Kontinentaleuropa. Am 12. April2018 wurde ReInvent eröffnet, die Denkfabrik für neue juristische Lösungen und digitale Produkte in der Hanauer Landstraße im Osten der Main-Metrople. Hier soll ein Ökosystem für Branchenexperten der Rechtsindustrie geschaffen und Austausch von Ideen ermöglicht werden.

Die Herausforderungen der Branche sind enorm. Die Verbindung von Startup-Mentalität und Innovationskultur einerseits mit fundiertem Know-how andererseits, wie sie sich ReInvent vorgenommen hat, soll wichtige Impulse zur Zukunftsfähigkeit der Branche und der Unternehmen, die zunehmend auf Rechtsexpertise angewiesen sind, beisteuern.

Betont wurde bei der Feier zur Eröffnung die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft insgesamt sowie der Rechtsindustrie und die daraus resultierenden Konsequenzen. Steigender Kostendruck und rapide technologische Neuerungen erzeugen gerade in großen Anwaltskanzleien neuen Handlungsbedarf. Die Herausforderungen anzunehmen und zusammen mit den Mitgliedern an Lösungsansätzen und Produkten zu arbeiten, zählt zu den Hauptaufgaben von ReInvent.

Ein Netzwerk aus Spezialisten und Investoren soll somit entstehen, Mitglieder sollen vom Know-How des Hubs profitieren. „Entscheidend ist, dass wir zum ersten Mal alle relevanten Parteien an einen Tisch bringen, um die heutigen Potenziale der Digitalisierung für die Rechtswissenschaft in konkrete Lösungen zu überführen. Wenn Aufgaben zunehmend von Tools und Algorithmen erledigt werden, wollen wir die Freiräume des Legal Innovation Hub nutzen, um die Rechtsberatung auf der qualitativen Ebene voranzubringen. Frankfurt hat das Potenzial, ein aktives Ecosystem im Bereich Legal Tech in Europa zu schaffen. Wie sind hier, um endlich Worte in Taten umzusetzen“, betont Daniel von Devivere, Managing Director von ReInvent.

Neben Baker McKenzie als multinationale Kanzlei, den Rechtsabteilungen führender Industrieunternehmen wie Bosch, Daimler und ZF sowie Wolters Kluwer als Wissensdienstleister ziehen drei Legal Tech-Unternehmen, nämlich Ryter, Lexemo und Streamlaw in den Legal Innovation Hub ein. „Mit ReInvent wollen wir eine Atmosphäre des Teilens erzeugen, denn teilen von Wissen ist der Katalysator für Innovationen, wie wir es schon im Silicon Valley beobachten können“, sagte Dr. Matthias Scholz, Managing Partner von Baker McKenzie Deutschland & Österreich auf der Eröffnungsfeier. Tarek Al-Wazir lobt vorab die Entscheidung Frankfurt als Standort gewählt zu haben, denn mit ReInvent Law habe die Region Frankfurt Rhein-Main einen positiven Schritt getan, sich als führender Standort für die digitale Ökonomie zu etablieren, so der Hessische Wirtschaftsminister.

 

Von Phuong Nguyen.