Fall in Love with Frankfurt_Destination Frankfurt

Vorurteile, Mythen und Klischees – die unterschätzte Metropole Frankfurt: ein Kurzfilm

Der Finanzplatz am Main steht im Wettbewerb mit Finanzstandorten in Europa und aller Welt. Der Brexit hat das noch einmal verdeutlicht. Der Standort Frankfurt vereinigt viele rationale Argumente auf sich, wenn es um die Ansiedlung von Banken und Finanzdienstleistern, aber auch von Unternehmen aus der Industrie und dem Handel geht. Doch das Image von Stadt und Region hat Verbesserungspotential. Noch immer kämpft Frankfurt mit einem Geflecht aus Vorurteilen, Mythen und überholten Klischees, die gerne auch von den Konkurrenten befeuert werden. Frankfurt Main Finance, die Finanzplatzinitiative, will sich damit nicht abfinden, nimmt den Kampf auf – und hat einen Kurzfilm produziert. Sehen Sie selbst: Fall in love with Frankfurt auf YouTube.

Der Kurzfilm ist der vorläufige Höhepunkt der Social-Media-Kampagne Destination Frankfurt. Mit ihr werden die gängigen Vorurteile gegenüber der Stadt mit den für Außenstehende nicht selten überraschenden Fakten konfrontiert, es werden die Vorteile des Finanzstandorts hervorgehoben und Frankfurt in den Social-MediaKanälen Twitter, LinkedIn, YouTube und Facebook positioniert. Alle Elemente der Kampagne, ebenso wie Links zu den Themen Veranstaltungen, Wissenschaft, Natur, Infrastruktur, FinTech-Ökosystem und Märkte finden Sie hier versammelt.

 

„Frankfurt wird immer wieder unterschätzt. Dagegen anzugehen und in London, in Tokio, in New York oder andernorts die Fakten für Frankfurt sprechen zu lassen, ist eine unserer wesentlichen Aufgaben“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Destination Frankfurt zielt genau in diese Richtung und fügt sich perfekt in unsere Brexit-Kampagne. Auch dabei werben wir zurückhaltend für Frankfurt, lassen sachliche Argumente sprechen und attackieren keine Wettbewerber. Der Erfolg, seit dem Brexit-Referendum mehr als 25 Banken für Frankfurt gewonnen zu haben, gibt uns Recht. Aber das Rennen ist noch lange nicht zu Ende, wir sind nicht einmal auf der Zielgeraden.“

Financial Centre Frankfurt, World Alliance of International Financial Centres,

Gründung der World Alliance of International Financial Centers (WAIFC)

Am 1. Oktober 2018 haben elf  Finanzplätze aus aller Welt die World Alliance of International Financial Centers (WAIFC) ins Leben gerufen. Die Gründung einer internationalen Non-Profit-Organisation wurde erstmals von den Finanzplätzen Frankfurt (Deutschland), Moskau (Russland) und Paris (Frankreich) im Dezember 2016 vorgeschlagen. 2018 haben sie sich dann mit weiteren sieben Finanzzentren zur WAIFC zusammengeschlossen, um die Zusammenarbeit und den Austausch über Best Practices finanzplatzübergreifend zu fördern und den Dialog mit den Behörden auf internationaler Ebene auszubauen.

Wer sind die Gründungsmitglieder von der WAIFC?

Die WAIFC besteht aus folgenden Gründungsmitgliedern:

Was sind die Ziele der Word Alliance of International Financial Centers?

In einer Zeit rapider technologischer Entwicklung und sozialen Wandels sind Finanzplätze ein Schlüsselfaktor für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Ziel der Word Alliance of International Financial Centres ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen und das Verständnis für die Bedeutung internationaler Finanzzentren für die nationale und internationale Wirtschaft sowie die soziale Entwicklung zu fördern. Darüber hinaus wird die WAIFC projektbezogen arbeiten und sich auf folgende Bereiche konzentrieren:

  • Daten zu Finanzplätzen
  • Beitrag der Finanzplätze zu grünen Investitionen und Infrastruktur
  • Neue FinTech-Entwicklungen
  • Die Rolle der Finanzzentren bei der Finanzierung der Wirtschaft

Wie ist die WAIFC organisiert?

Der Sitz der World Alliance of International Financial Centers ist am Finanzplatz Frankfurt. Die erste Generalversammlung wird im Dezember 2018 unter Beteiligung der Gründungsmitglieder und weiterer Finanzplätze stattfinden. Der Vorstand der WAIFC besteht aus den folgenden hochrangigen Führungskräften der Gründungsmitglieder:

  • Abdullah Al Salmi, The Capital Markets Authority Oman
  • Arnaud de Bresson, Paris EUROPLACE
  • Said Ibrahimi, Casablanca Finance City
  • Kairat Kelimbetov, Astana International Financial Centre
  • Frederic de Laminne, Belgian Finance Club
  • Jennifer Reynolds, Toronto Finance International
  • Young Ho Park, Busan International Financial City Promotion Center
  • Philippe Richard, Abu Dhabi Global Market
  • Tom Theobald, Luxembourg for Finance
  • Hubertus Vaeth, Frankfurt Main Finance
  • Alexander Voloshin, Analytical Centre Forum Moscow

Arnaud de Bresson, Paris EUROPLACE, ist der erste gewählte Vorsitzende des Gremiums. Frederic de Laminne, Belgian Finance Club, übernimmt die Rolle des Schatzmeisters und Dr. Jochen Biedermann, Frankfurt Main Finance, wird als Geschäftsführer des neu gegründeten Verbandes fungieren.

Brexit Folgen für Frankfurt. Bild: Union Jack flag and EU flag combined over iconic London landmarks - UK leavs the EU

Business in London nach dem Brexit – Was lässt sich absehen

Der Brexit kommt näher. Bislang herrscht aber weiter Unklarheit, was der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) genau bedeutet und wie die künftigen Beziehungen zwischen der EU27 und Großbritannien ausgestaltet werden. Verfolgt man die deutschen Medien so liegt der Fokus der Berichterstattung, insbesonder zur Finanzindustrie, nicht selten darauf, wie sich die Geschäftsbeziehungen für britische Unternehmen in der EU ändern. Die internationale Rechtsanwaltskanzlei Norton Rose Fulbright hat die Perspektive einmal umgekehrt und untersucht, unter welchen Bedingungen deutsche bzw. EU-Unternehmen in Zukunft Geschäfte auf der Insel machen können. „Doing business in the UK after Brexit: Impact on the German financial services industry“, war der Titel einer Veranstaltung des Frankfurt Main Finance-Mitglieds Norton Rose Fulbright in der Niederlassung am Finanzplatz.

Nach einer kurzen Darstellung des Status Quo, der sich in erster Linie daran orientierte, wie bereits seit vielen Jahren Unternehmen aus Drittländern, wie etwa die USA oder Australien, ihren Geschäften in Großbritannien nachgehen, widmeten sich die folgenden Vorträge den jüngsten Entwicklungen der Austrittsverhandlungen und ihren möglichen Auswirkungen auf das künftige Verhältnis von EU und UK. Bei aller Offenheit des Ausgangs der Verhandlungen lassen sich doch einige Grundprinzipien herausarbeiten, auf deren Basis nach dem 29. März 2019 oder gegebenenfalls nach einer Übergangsperiode gearbeitet werden könnte. Für Unternehmen aus der Finanzindustrie, die an der Fortführung ihrer Aktivitäten in Großbritannien interessiert sind, sollten sich rechtzeitig mit diesen Leitlinien oder Grundprinzipien, aber auch mit Meldefristen und Terminen auseinandersetzen, die gerade im Falle eines harten Brexit die britische Politik bestimmen dürften. Es gilt, sich vorzubereiten und Entscheidungen zu treffen, auch wenn die Entscheidungsgrundlage noch viele offene Fragen beinhaltet. Es gilt der Grundsatz prepare for the worst, hope for the best.

Nach einer zusammenfassenden Betrachtung der Auswirkungen speziell auf die deutsche Finanz-Branche verwies Norton Rose Fulbright noch auf ihr Internet-Service-Angebot, den Brexit Pathfinder, der Orientierung bei Fragen zu den regulatorischen Anforderungen und Auswirkungen bieten wird.

Helaba Finanzplatzstudie: Koffer packen bei Brexit-Banken

Der Brexit rückt näher und viele Banken treffen Vorbereitungen, um ihre Geschäftsaktivitäten von London an andere Standorte zu verlagern. Frankfurt ist dabei der Favorit, und die Liste von Zuzüglern an das deutsche Bankenzentrum wird zusehends länger. „Nach und nach werden die Koffer bei Brexit-Banken gepackt und viele davon gehen künftig in Richtung Rhein-Main. So haben bisher 25 Brexit-Banken den Finanzplatz Frankfurt auserkoren, darunter viele namhafte Institute. Erst mit Abstand folgen Paris und dahinter Luxemburg, Dublin sowie Amsterdam. Dies ist das Ergebnis unserer aktuellen Brexit-Map“, erläutert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin und Leiterin des Bereichs Volkswirtschaft/Research bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt.

Einige große Konzerne haben die Main-Metropole als ihren in Zukunft wichtigsten EU-Hub benannt und damit eine strategische Grundsatzentscheidung pro Frankfurt getroffen. Diese wird sich auch in der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen niederschlagen. Teilweise wird es Jobverlagerungen geben, die bei den betroffenen Mitarbeitern entweder mit einem privaten Umzug oder einem Pendeln zwischen den beiden Finanzmetropolen einhergehen. Teilweise werden Rekrutierungen in Frankfurt stattfinden, oder es werden deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei Banken im Ausland tätig waren, für die neuen Jobs in Frankfurt gewonnen. Seit Jahresbeginn konkretisieren sich die Geschäftsverlagerungen bei immer mehr Brexit-Banken. Weitere Institute befinden sich noch im Dialog mit den hiesigen Aufsichtsbehörden. Insgesamt ist in Frankfurt eine Akkumulation von Brexit-Banken zu beobachten, die in Europa ihresgleichen sucht.

„Unser Ranking der großen europäischen Finanzzentren gilt grundsätzlich weiterhin: London vor Frankfurt vor Paris“, erläutert die Finanzplatz-Expertin der Helaba, Ulrike Bischoff. Lediglich die Abstände dieser relativen Standortattraktivität haben sich mittlerweile verringert. Dabei konnte Frankfurt seine Wettbewerbsposition stärker verbessern als Paris. Mit Blick auf die zuweilen sehr offensive Vermarktung anderer Standorte ist ein selbstbewusstes, konzertiertes Auftreten des deutschen Finanzzentrums wichtig. So begleitet die hessische Landesregierung den Brexit-Prozess seit dem Referendum mit vielen Aktivitäten. Darüber hinaus gibt es ein Netzwerk der verschiedenen Akteure in der Region. Auch seitens der Bundesregierung erfährt Frankfurt zunehmend verbale Rückendeckung. Jetzt gilt es, angesichts der knappen Zeit bis zum Brexit beispielsweise die angekündigte Lockerung des Kündigungsschutzes für Top-Banker zügig umzusetzen.

Der Frankfurter Büromarkt präsentiert sich kurz vor Abschluss der Brexit-Verhandlungen in guter Verfassung. Der Leerstand ist deutlich gesunken und die Mieten nähern sich früheren Höchstständen – sie liegen aber noch deutlich unter dem Niveau konkurrierender Finanzplätze. Die zusätzliche Nachfrage durch Brexit-Zuzügler und das Stellenwachstum in anderen Branchen dürften dank einer Reihe von Projektentwicklungen nicht zu Engpässen führen. Dagegen bleibt die Lage am Wohnungsmarkt trotz erhöhter Bautätigkeit angespannt. Die Wohnungsknappheit kann daher nur gemeinsam mit dem Umland überwunden werden.

Die Frankfurter Brexit-Banken stammen aus zehn Ländern. Die meisten haben bereits eine Zweigstelle in der Main-Metropole oder sind über Tochtergesellschaften vor Ort präsent. Darüber hinaus möchten sich etliche Banken in Frankfurt neu ansiedeln. Zusammen hatten die Frankfurter Brexit-Banken ausländischer Herkunft Ende 2017 hier schätzungsweise rund 2.500 Mitarbeiter. Im Rahmen ihrer Brexit-bedingten Anpassungen dürften sie diesen Bestand bis Ende 2020 nahezu verdoppeln.

Dr. Traud weist darauf hin, dass die Helaba seit dem Referendum an ihrer Brexit-Prognose festhält: „Im Laufe der nächsten Jahre werden mindestens 8.000 Finanzjobs in Frankfurt geschaffen.“ Bis Ende 2020 sollte sich dieser Effekt deutlich positiv in der hiesigen Beschäftigung bemerkbar machen und die konsolidierungsbedingten Stellenstreichungen im deutschen Bankwesen schließlich überkompensieren. Insgesamt lässt dies dann einen Stand von rund 65.000 Bankbeschäftigten in der Main-Metropole erwarten – ein Zuwachs von 3 Prozent bzw. fast 1.800 Bankern.

Die komplette Studie finden Sie hier als Download.

Brexit

Deutsches Aktieninstitut – Brexit: es ist fünf vor zwölf!

Das Deutsche Aktieninstitut appelliert an die europäischen und britischen Verhandlungspartner, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich endlich auf eine neue tragfähige Grundlage zu stellen. In seinem dritten Positionspapier zu den Brexit-Verhandlungen wird an den Beispielen Zölle und Produktzulassungen sowie Derivate und Datenschutz gezeigt, dass die Unternehmen nicht alle durch den Brexit auftretenden Probleme durch eigene Maßnahmen lösen können.

„Die aktuelle Hängepartie zwischen der EU und dem Vereinigtem Königreich bei der Ausarbeitung eines Handelsabkommens ist ein Trauerspiel. Die Unternehmen diesseits und jenseits des Ärmelkanals stehen vor der unzumutbaren Aufgabe, Lösungen für ihre Geschäftsbeziehungen zu finden, ohne zu wissen, welche Regeln am Tage des Austritts gelten werden,“ betont Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. Nach wie vor sind wichtige Themen ungeklärt, und ein harter, ungeordneter Brexit im März nächsten Jahres scheint kaum noch abwendbar. „Den Unternehmen bleibt nur, sich auf das schlechteste Szenario, einen harten Brexit, vorzubereiten. Aber auch für diesen Fall bedarf es dringend der Unterstützung durch den Gesetzgeber und die Aufsicht,“ so Bortenlänger.

In seinem dritten Positionspapier zum Brexit nimmt das Deutsche Aktieninstitut zu den bei einem harten Brexit drohenden Problemen bei den Themen Zölle und Produktzulassungen sowie Datenschutz und Derivate Stellung. Das Aktieninstitut zeigt anhand dieser Beispiele, was die Unternehmen zur Lösung der Probleme selbst tun können. Es stellt allerdings klar, dass insbesondere im Falle eines harten Brexit die Unternehmen auf die Unterstützung seitens des europäischen bzw. deutschen Gesetzgebers sowie der Aufsicht angewiesen sind. Ohne staatliche Begleitmaßnahmen wird der Übergang in die Nach-Brexit-Ära nicht reibungsfrei zu schaffen sein.

Beispielsweise müssen praktikable Lösungen für die Zollabwicklung und Grenzkontrollen gefunden werden, die der Dimension der EU-UK-Handelsströme Rechnung tragen. So betont Dr. Ralf Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG, „Siemens unterstützt fairen und offenen Handel weltweit. Dies gilt auch im Falle eines Brexit. Die Frage, zu welchen Zöllen und Abfertigungsverfahren es an den Grenzen kommen könnte, muss so schnell wie möglich beantwortet werden. Nur wenn Unternehmen Planungssicherheit haben, werden sie auch das Vertrauen haben zu investieren.“

Um Marktverwerfungen und Nachteile für europäische Marktteilnehmer im Derivatebereich zu vermeiden, bedarf es einer Übergangszeit mit Bestandsschutzregelung für bestehende Derivategeschäfte. „Wichtig ist, dass bestehende Absicherungsgeschäfte mit britischen Handelspartnern wahlweise (i) fortgeführt oder (ii) auf deren kontinentaleuropäische Konzerngesellschaften übertragen werden können, ohne dass das Hedge Accounting unter IFRS gefährdet wird,“ unterstreicht Dr. Wolfgang Bohner, Leiter Finanzen und Treasury bei der Deutschen Bahn.

„Aufgrund des hohen Zeitdrucks sowie der vielen offenen Fragen haben wir uns von Anfang an für Übergangsregelungen eingesetzt, um die durch den Brexit drohenden dramatischen Schäden für die europäische Volkswirtschaft abzuwenden,“ so Bortenlänger. Das Deutsche Aktieninstitut fordert die Verhandlungspartner deshalb einmal mehr auf, konstruktive und praxisnahe Lösungen anzustreben, um die negativen Auswirkungen des Brexit zu minimieren.

Die vorliegenden Ergebnisse wurden im Rahmen des Brexit-Projekts des Deutschen Aktieninstituts erarbeitet. Die interdisziplinär besetzte Brexit-Projektgruppe beschäftigt sich mit den wesentlichen finanz- und kapital­marktbezogenen sowie weiteren hochrelevanten Themen, die im Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen ein besonderes Augenmerk erfordern. Das aktuelle Positionspapier ergänzt die ersten beiden Positionspapiere aus dem Jahr 2017. Die Projektgruppe wird die Austrittsverhandlungen weiter kritisch begleiten und gegebenenfalls erneut Stellung nehmen.

Das dritte Positionspapier zu den Brexit-Verhandlungen finden Sie hier, die englische Version hier.

Frankfurt Main Finance – zehn Jahre für den Finanzplatz

Frankfurt Main Finance (FMF) hat Grund zu feiern. Vor zehn Jahren wurde die Finanzplatzinitiative gegründet und ihre Bedeutung nimmt stetig zu. Seit dem Brexit-Referendum und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft ist FMF weiter gewachsen und hat heute mehr als 50 renommierte Mitglieder. Gegründet im Jahr 2008 als Reaktion auf die Finanzkrise und auf Betreiben des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und der früheren Oberbürgermeisterin Frankfurts, Petra Roth, gibt FMF der Finanzbranche in Frankfurt und der Region eine weltweit vernehmbare Stimme.

„Der Finanzplatz Frankfurt spielt bei der Bewältigung der großen Herausforderungen, die der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union für die Finanzindustrie mit sich bringt, eine bedeutende Rolle“, sagt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. „In diesen Zeiten ist es wichtig, dass Frankfurt Main Finance die Interessen der Finanzwirtschaft in Hessen und in der Bundesrepublik bündelt und vernehmbar macht. Davon profitieren auch Handel und Industrie und damit das ganze Land.“

„Frankfurt ist eine weltoffene, lebenswerte und internationale Stadt. Die Finanzmetropole ist ein herausragender und attraktiver Wirtschaftsstandort. Die zentrale Lage in Europa, die passende Infrastruktur und auch die Nähe zur Zentralbank sind weitere Aspekte, die für Frankfurt sprechen“, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Frankfurt kann einen wichtigen Beitrag zur Finanzstabilität in Europa leisten und Frankfurt Main Finance kommuniziert die Leistungsfähigkeit der Stadt seit Jahren weltweit mit offensichtlichem Erfolg.“

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, sagt: „Wir sind stolz, all die Jahre das Vertrauen unserer Mitglieder zu genießen, deren Zahl immer weiter zunimmt. Für uns ist das Ansporn, die vor uns liegenden Aufgaben mit Energie anzugehen und weiterhin Verantwortung für den Finanzplatz zu übernehmen. Dabei bauen wir darauf, dass die exzellente Zusammenarbeit mit dem Land Hessen, der Hessen Trade & Invest sowie den Städten Frankfurt und Eschborn und deren Wirtschaftsförderungen fortgeführt wird.“

Derzeit ist die Positionierung Frankfurts und der Region im Werben um die Verlagerung von Arbeitsplätzen aus London in die Europäische Union eine der vordringlichsten Aufgaben von Frankfurt Main Finance. Seit dem frühen Morgen nach der Referendumsentscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, steht der Finanzplatz am Main im Zentrum weltweiter Aufmerksamkeit. Schon von der ersten Stunde an vorbereitet und sprechfähig gewesen zu sein, hat Frankfurt einen erheblichen medialen Vorteil verschafft, den FMF seitdem nutzt, um die Vorteile Frankfurts auch dort zu platzieren, wo gegenüber der Mainmetropole Skepsis oder Unkenntnis vorherrscht.

Seit März 2016, als das Thema Brexit auf der medialen Landkarte Gestalt gewann, wurde Frankfurt Main Finance allein mit diesem Thema in mehr als 2.323 verschiedenen Medien in 96 Ländern erwähnt, es wurden rund 850 Interviews geführt und somit etwa 10 Milliarden potenzielle Leser erreicht. Vertreter von FMF waren auf einschlägigen Veranstaltungen in den USA, in Japan, Korea, im Nahen Osten, selbstverständlich immer wieder in London, in Berlin und in Brüssel, um die Position des Finanzplatzes zu vertreten.

Brexit

Das Risiko eines „harten Brexit“ bringt Unternehmen unter Zugzwang – Heißer Herbst steht bevor

Die Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals erhoffen sich bis zum EU Gipfel im Oktober, allerspätestens zum möglichen Sondergipfel im November, Klarheit über die Ausprägung des Brexit und die Auswirkungen auf ihr Geschäft. Ob im Herbst klar sein wird, inwieweit es zu einer Übergangsregelung kommen wird, die den Status-Quo bis Ende Dezember 2020 festschreibt, bleibt bislang offen. Zwar ist diese Übergangsfrist grundsätzlich vorgesehen, aber an noch unerfüllte Bedingungen geknüpft. Diese Bedingungen stellen sich als erhebliche Hürden dar. Das gilt vor allem für die Frage des Umgangs mit der Grenze in Irland.

Ob es also bald Klarheit dann geben wird, ist nicht ausgemacht. Ab September erwartet die Geschäftsführung von Frankfurt Main Finance daher einen heißen Herbst. Banken werden in den nächsten Wochen wesentliche Entscheidungen über Ihren Set-Up treffen müssen, denn die Zeit zur Vorbereitung auf den Brexit Ende März 2019 wird sonst zu knapp. Wenige Monate vor dem Termin für den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ist das Risiko eines relativ harten Brexit noch immer nicht gebannt. Das bringt Handel, Industrie und Finanzdienstleister gleichermaßen unter Zeitdruck und Zugzwang.

Finanzinstitute rechnen in den nächsten Wochen nicht nur mit vermehrten Anfragen ihrer Kunden, sondern müssen auch für sich selbst konkret entscheiden, auf welches der Szenarien sie sich nun vorbereiten. „Die Zeit wird knapp“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Wir erwarten einen heißen Herbst: Industrie- und Handelsunternehmen, aber auch die Asset Management-Branche müssen unbedingt jetzt das Gespräch mit ihren Finanzdienstleistern suchen, um die notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Es gilt, die Finanzierung und Anlagen Brexit-fest zu machen. Das geht nicht auf Knopfdruck. Wir laufen auf einen Massenstart zu, der bei verspätetem Beginn zu einem Nadelöhr führen kann.“

Daher rät Frankfurt Main Finance den Unternehmen aus Handel und Industrie, aber auch den Asset Managern jetzt aktiv das Gespräch mit ihren Finanzdienstleistern zu suchen, um ihre Finanzierung Brexit-fest zu machen. Das gilt gerade auch für das Clearing für in Euro denominierte Zinsderivate. „Die Unternehmen müssen selbst aktiv werden und auf die Banken zugehen“, sagt Väth. „Es ist in ihrem eigenen Interesse, beispielsweise ihre Finanzierungen und die Absicherung Ihrer Zinsrisiken selbst für einen harten Brexit abzusichern. Leider ist dieser Fall noch immer nicht auszuschließen. Je früher sie mit ihren Banken sprechen, umso besser wird die Vorbereitung sein, denn die Unternehmen werden im Zweifel die Hauptleidtragenden sein.“

Frankfurt Main Finance sieht den Finanzplatz Frankfurt als logische erste Wahl bei der Neuordnung und -orientierung der Finanzbranche nach dem Brexit. Diese Chancen unter zunehmend stärkerem internationalen Wettbewerb zu nutzen, bedarf es aber weiterer erheblicher Kraftanstrengung.

CFS-Umfrage: Deutsche Finanzbranche sieht ICOs kritisch, stärkere Regulierung wird gefordert

ICOs (Initial Coin Offerings) werden insbesondere von jungen Start-up-Unternehmen zur Unternehmensfinanzierung durch die Ausgabe von Kryptowährungen, den sogenannten „Tokens“, genutzt. Diese können im Austausch gegen staatlich emittierte Währungen oder gegen virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ether erworben werden. Anders als bei IPOs werden Tokens ohne Beachtung strenger kapitalmarktrechtlicher Regeln ausgegeben, obwohl diese der Unternehmensfinanzierung dienen. Die BaFin verhält sich auf dem Gebiet der Kryptowährungen und ICOs eher abwartend, dennoch stuft sie ICOs als hochspekulative Finanzanlagen ein.

Die deutsche Finanzbranche spricht sich angesichts der enormen Risiken eindeutig (70%) für eine stärkere Regulierung von ICOs aus und wünscht sich eine aktivere Rolle der BaFin auf diesem Gebiet (60%). Das ergab eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies.

„Der Markt wird derzeit von ICOs regelrecht überschwemmt. In Deutschland sehen wir hier zwar erst die Anfänge, aber die Welle neuer Tokens wird bald auch Deutschland erfassen. Die Umfrage verdeutlicht, dass auf dem Gebiet der ICOs dringender Handlungsbedarf besteht. Es bedarf eines klaren regulatorischen Rahmens mit einem entsprechenden Mandat für die Finanzaufsicht“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Angesichts des Betrugsrisikos von ICOs auf unregulierten Tauschplattformen sind 50% der Befragten der Meinung, dass etablierte Börsen eigene Handelsplattformen für Kryptowährungen als sicherere Alternative entwickeln sollten.

„ICO-Plattformen an etablierten Börsen könnten durch transparente und standardisierte Abläufe zu mehr Vertrauen bei den Anlegern führen, wovon auch ausgebende Unternehmen profitieren könnten“, erläutert Brühl weiter.

Lediglich 12% der Befragten sehen in diesem bislang weitgehend unregulierten Feld Chancen für den Finanzplatz Deutschland.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „ICOs sind ohne Zweifel eine Innovation für die Finanzindustrie mit erheblichem Potential. Der Wunsch der Branche nach stärkerer Regulierung ist der verständliche und begrüßenswerte Wunsch, dieses Potential zu nutzen und zugleich die Risiken im Griff zu behalten.“

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS-Index leicht gestiegen

  • Finanzinstitute melden starken Rückgang der Ertragszuwächse trotz unverändert positivem Umsatzwachstum
  • Investitionsvolumen der Dienstleister erreicht zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt im zweiten Quartal 2018 um 1,8 Punkte und befindet sich mit 118,5 Punkten auf einem guten Stand. Der leichte Anstieg ist auf eine durchweg positive Entwicklung der Umsätze, Erträge, Investitionen und Mitarbeiterzahlen der Dienstleister zurückzuführen. Hingegen melden die Finanzinstitute einen deutlichen Rückgang der Ertragszuwächse trotz eines unverändert positiven Umsatzwachstums. Für das laufende Quartal wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet, ebenso beim Umsatzwachstum. Auch haben die Finanzinstitute kurzfristig Stellen im zweiten Quartal abgebaut, für das laufende Quartal sind sie diesbezüglich jedoch wieder optimistischer. Das Investitionsvolumen der Finanzbranche befindet sich stabil auf einem hohen Niveau.

„Im Bankensektor kann man den erhöhten Wettbewerbs- und insbesondere auch Innovationsdruck aus den Umfragewerten ablesen: Die Erträge sind rückläufig bei gleichzeitig erhöhten Investitionen und etlichen Neueinstellungen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird weiterhin sehr positiv beurteilt

Mit einem leichten Rückgang um 0,5 Punkte auf 131,3 Punkte liegt der Unternehmensstandort-Index, der die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland bewertet, kaum verändert auf einem sehr hohen Stand, welcher seit dem Brexit-Votum in 2016 gehalten wird.

Der Finanzplatz Frankfurt wird an internationaler Bedeutung zulegen, daran zweifelt die Finanzbranche nicht, wie der Indikator belegt. Wichtig wird sein, wie viel der sich bietenden Chancen die für den Standort Verantwortlichen nutzen können. Davon hängt ab, wie stark die Bedeutung Frankfurts zulegen wird.“ kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Umsätze der Finanzbranche auf hohem Niveau / Ertragswachstum rückläufig bei den Finanzinstituten und positiv bei den Dienstleistern

Das Wachstum der Umsätze der befragten Finanzinstitute bleibt nahezu unverändert mit +0,2 Punkten auf einem guten Niveau von 118,8 Punkten, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 12,4 Punkten entspricht. Bei den Dienstleistern steigt der entsprechende Sub-Index sogar um 7,6 Punkte auf 128,9 Punkte und befindet sich somit 4,4 Punkte über dem Vorjahresstand. Es wird ein weiterer Anstieg erwartet. Hingegen erwarten die Finanzinstitute für das laufende Quartal einen etwas stärkeren Wachstumsrückgang ihrer Umsätze.

Das Ertragswachstum beider Gruppen entwickelt sich stark gegenläufig. Die Finanzinstitute befinden sich mit einem Rückgang des Sub-Index um 9,3 Punkte auf 101,8 Punkte auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren und erwarten für das laufende Quartal einen weiteren, ebenso starken Rückgang. Die Dienstleister andererseits verzeichnen einen Anstieg um 5,4 Punkte und liegen mit 127,6 Punkten auf dem zweithöchsten Niveau seit 2007. Auch das laufende Quartal wird optimistisch eingeschätzt.

Investitionsvolumen der Dienstleister erreicht zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Dienstleister steigt um 9,8 Punkte auf 122,4 Punkte und erreicht somit den zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007. Es wird allerdings wieder mit einer Abschwächung für das laufende Quartal gerechnet. Auch der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute steigt leicht um 1,3 Punkte auf 116,1 Punkte, hier wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Erneut kurzfristig Stellenabbau bei den Finanzinstituten

Nach dem anhaltenden Stellenabbau der Vorquartale meldeten die Finanzinstitute im ersten Quartal 2018 erstmalig wieder einen Mitarbeiterzuwachs. Dieser wird nun kurzfristig unterbrochen. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter sinkt um 6,2 Punkte auf 96.4 Punkte. Für das laufende Quartal sind die Finanzinstitute jedoch wieder optimistischer. Die Entwicklung bei den Dienstleistern ist positiv, es werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Der Sub-Index steigt um 3,3 Punkte auf 126,3 Punkte. Für das laufende Quartal wird mit einem leicht abgeschwächten Mitarbeiterzuwachs gerechnet.

 

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Finanzplatz Frankfurt, Fincite, FinTech, Ralf Heim

„The Next Best Step“- Interview mit Ralf Heim, Co-CEO von Fincite

Wie sieht die Geldanlage der Zukunft aus? Ralf Heim, FinTech Pionier und Co-CEO bei Fincite, spricht im Interview über die Arbeit des Frankfurter B2B FinTechs und wirft einen Blick in die digitale Zukunft des Asset Managements. Weiterlesen