Drei neue Mitglieder für die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance

Frankfurt am Main – Drei neue Mitglieder darf die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e. V. begrüßen. Die Neumitglieder CRIF Bürgel, Deloitte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und European DataWarehouse sind der Standortinitiative als Fördermitglieder beigetreten.

Durch ihre Mitgliedschaft geben die Vertreter aus Wissenschaft, Finanzindustrie, öffentlicher Verwaltung und dem aufstrebenden FinTech-Sektor ihrer Verbundenheit mit dem Finanzplatz Ausdruck, greifen aktuelle Themen des Finanzsektors auf und engagieren sich für die steigende nationale und internationale Bedeutung des Finanzzentrums Frankfurt am Main und der Rhein-Main-Region.

„Wir begrüßen unsere neuen Mitglieder ganz herzlich. Mit der Unterstützung unserer langjährigen und neuen Mitglieder setzen wir uns für die Trag- und Leistungsfähigkeit des Finanzplatzes Frankfurt ein. Das gemeinsame Engagement wird dem Finanzzentrum signifikant zugutekommen und die weltweite Präsenz sowie Positionierung nachhaltig positiv beeinflussen“, führt Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, an.

Christian Bock, Geschäftsführer der CRIF Bürgel GmbH sagt: „Frankfurt Main Finance steht ebenso wie CRIF Bürgel für Offenheit gegenüber Innovationen. Daher freuen wir uns sehr über die Mitgliedschaft und über die zukünftige Zusammenarbeit mit einem exzellenten Netzwerk innerhalb der Finanzbranche. Frankfurt hat sich durch die hohe Konzentration von Unternehmen der Finanzbranche als der führende Finanzplatz in Deutschland etabliert und zählt zu den wichtigsten Finanzzentren weltweit. Wir möchten die sich ergebenden Synergien mit Frankfurt Main Finance und den anderen Mitgliedern bestmöglich nutzen, damit Frankfurt diese Spitzenposition im Finanzmarkt weiter ausbauen kann. Darüber hinaus sind wir im Sinne unserer Strategie gespannt auf die Zusammenarbeit und den Kontakt mit einem der fortschrittlichsten internationalen Fintech-Hubs.“

Prof. Dr. Carl-Friedrich Leuschner, Wirtschaftsprüfer und Partner bei Deloitte, erläutert: „Als führender deutscher Finanzplatz ist Frankfurt einer der größten und wichtigsten Standorte von Deloitte. Die Mitgliedschaft bei Frankfurt Main Finance erfüllt uns mit großer Vorfreude auf eine spürbare Vertiefung der Beziehungen zu allen Akteuren in der Finanzmetropole. Wir sind überzeugt, dass wir der Frankfurter Community mit unserer Arbeit viele wichtige Impulse geben können und in der Vergangenheit bereits gegeben haben, aber auch stark von ihr profitieren werden.“ Hans-Jürgen Walter, Chef der Banken-Practice bei Deloitte, ergänzt: „Deloitte unterstützt seit vielen Jahren die Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt im europäischen und globalen Wettbewerb der Finanzzentren. Neben dem europäischen Competence Center für die Bankenunion engagiert sich Deloitte in unterschiedlichen Initiativen mit Banken, Verbänden, Hochschulen und Politik zur Stärkung des wichtigsten deutschen Finanzplatzes. Die Mitgliedschaft bei Frankfurt Main Finance ist ein weiterer konsequenter Schritt und aktiver Beitrag in diese Richtung. Hierzu zählt insbesondere auch der Ausbau Frankfurts als attraktiver Standort für die Start-up und FinTech-Szene.“

Dr. Christian Thun, Geschäftsführer der European DataWarehouse Gmbh, bekräftigt seine Vorfreude auf die Arbeit mit der Finanzplatzinitiative Frankfurt: „Die Mitgliedschaft bei Frankfurt Main Finance sehen wir als Bekenntnis zum Finanzplatz Frankfurt, dem wir viel zu verdanken haben, dessen Entwicklung wir mit Spannung verfolgen und aktiv gestalten wollen. Frankfurt Main Finance gibt uns hierfür die Plattform, und wir freuen uns auf den Austausch mit den zahlreichen Mitgliedern und Marktteilnehmern.“

CFS-Index entwickelt sich positiv

Die Finanzbranche meldet: Starke Umsatz- und Ertragszuwächse / Stellenabbau der Finanzinstitute hat sich abgeschwächt

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt um 4,3 Punkte auf 114,2 Punkte. Diese positive Entwicklung ist primär auf hohe Umsatz- und Ertragszuwächse der Finanzbranche im vierten Quartal 2019 zurückzuführen. Auch das Investitionsvolumen der Finanzinstitute ist gestiegen und der Stellenabbau fällt geringer aus als im Vorquartal. Diesen positiven Meldungen steht ein leicht gesunkenes Wachstum des Investitionsvolumens und des Mitarbeiterstabs der Dienstleister gegenüber.

„Allen Unkenrufen zum Trotz zeigen zum Ende des Berichtsquartals die Ergebniszahlen und ganz besonders die längerfristigen Erwartungen, die sich in den Investitions- und Mitarbeiterzahlen ausdrücken, deutlich nach oben – für beide Gruppen, Finanzinstitute und Dienstleister“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird, wie bereits in den Vorquartalen, mit -1,7 Punkten weiter konsolidiert und befindet sich mit 117,0 Punkten nun auf einem mittleren Niveau. Diese Einschätzung wird von den Finanzinstituten und Dienstleistern gleichermaßen getragen.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., erläutert: „Der Finanzplatz Frankfurt wird durch den Brexit an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung ist kein Selbstläufer, sondern erfordert die fortdauernde Anstrengung aller Beteiligten. Die weitere Konsolidierung des Index sollte allen Verantwortlichen ein klares Signal und Ansporn sein, sich weiter und verstärkt für den Finanzplatz einzusetzen.“

Umsätze und Erträge der Finanzbranche steigen

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister können ihre Umsätze bzw. ihr Geschäftsvolumen im letzten Quartal 2019 stärker ausbauen, als erwartet wurde. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 5,9 Punkte auf 120,6 Punkte und liegt damit 7,9 Punkte über dem Vorjahresstand. Bei den Dienstleistern steigt der Sub-Index sogar um 9,7 Punkte auf 122,4 Punkte und befindet sich 1,5 Punkte über dem Vorjahresniveau. Für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute wieder mit einem Rückgang. Die Dienstleister hingegen erwarten einen weiteren leichten Anstieg.

Auch die Erträge beider Gruppen entwickeln sich im vierten Quartal 2019 sehr positiv. Der entsprechende Sub-Index erreicht bei den Finanzinstituten mit einem Anstieg um 7,9 Punkte einen Wert von 111,4 Punkten. Auch die Dienstleister verzeichnen ein enormes Ertragswachstum, welches die bereits positiven Erwartungen aus dem Vorquartal noch deutlich übertrifft. Der Sub-Index steigt für diese Gruppe um 14,4 Punkte auf 122,8 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten Finanzinstitute und Dienstleister wieder einen abgeschwächten Anstieg.

Wachstum des Investitionsvolumens der Finanzinstitute positiv – leichter Rückgang bei den Dienstleistern

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im vierten Quartal 2019 um 2,9 Punkte auf 108,6 gestiegen und befindet sich somit noch 3,4 Punkte unter dem Stand des Vorjahres. Hingegen bewegen sich die Dienstleister mit einem leichten Rückgang um -1,5 Punkte auf 112,6 Punkte nun auf demselben Niveau wie vor einem Jahr. Für das erste Quartal 2020 ist die Finanzbranche optimistisch.

Abgeschwächter Stellenabbau der Finanzinstitute

Der seit längerem anhaltende Stellenabbau der Finanzinstitute fällt geringer aus, als im Vorquartal erwartet wurde. Der Mitarbeiter-Sub-Index steigt entsprechend um 4,1 Punkte auf 94,5 Punkte und liegt somit noch 6 Punkte unter dem Vorjahresstand. Für das laufende Quartal wird mit einer weiteren Abschwächung des Stellenabbaus gerechnet. Die Dienstleister stellen weniger Mitarbeiter ein als in den Vorquartalen, liegen aber im positiven Bereich. Der entsprechende Sub-Index sinkt um -2,6 Punkte auf 106,1 Punkte. Auch im Vergleich zum Vorjahr haben die Dienstleister mit -5,4 Punkten weniger Mitarbeiter eingestellt. Für das laufende Quartal wird ein deutlich positiveres Ergebnis erwartet.

 

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

 

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS-Umfrage zum „Ausblick auf das Jahr 2020“

Deutsche Finanzbranche rechnet mit einer weiteren Ausbreitung von Negativzinsen für Privatanleger – Stärkere Förderung von Aktienbesitz gefordert

Niedrigzinsen und Aktienbesitz 

Eine Umfrage des CFS unter Führungskräften in der Finanzbranche zeigt, dass mehr als 90% der Befragten nicht mit einer Änderung der Geldpolitik der EZB in diesem Jahr rechnen. Daher gehen die meisten Finanzexperten (ebenfalls mehr als 90%) davon aus, dass sich der Trend zu negativen Einlagenzinsen oder entsprechenden Verwahrgebühren für Privatanleger weiter fortsetzen wird. Angesichts weitreichender Folgen für die private Altersvorsorge spricht sich eine klare Mehrheit der Befragten (ca. 87%) für eine stärkere Förderung des Aktienbesitzes zum Zwecke der Altersvorsorge aus.

„Der Anteil der Personen, die Aktien oder Aktienfonds besitzen, hat in den letzten Jahren zugenommen. Dennoch investiert derzeit nur etwa jeder sechste Bürger in Aktien“, sagt Professor Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies. „Die von Finanzminister Olaf Scholz angedachte Finanztransaktionssteuer wäre daher kontraproduktiv.“

Umstritten ist unter den Befragten, ob man Kleinsparer durch staatliche Maßnahmen vor negativen Zinsen schützen sollte. Dies befürworten immerhin 51% der Befragten aus dem Finanzsektor.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Seit Jahrzehnten wird das Fehlen der Aktienkultur in Deutschland bemängelt. Wenn man den negativen Zinsen aus Sicht der Anleger etwas Positives abgewinnen will, dann dass die Aktienanlage nun zur Säule privater Vorsorge werden muss, will man Vermögensverluste vermeiden.“

Wachstumsaussichten und „Schwarze Null“

Des Weiteren verdeutlicht die CFS-Umfrage, dass die Finanzindustrie trotz anhaltender Unsicherheiten über Handelskonflikte und geopolitische Risiken mehrheitlich nicht mit einem Einbruch des Wirtschaftswachstums in diesem Jahr rechnet. Ca. 51% der Befragten halten die Erwartung der Bundesregierung, die von einem Wachstum des BIP in Deutschland von ca. 0,6% ausgeht, für realistisch.

Die Diskussion über das Festhalten an der „schwarzen Null“ im Bundeshaushalt wird auch in der Finanzindustrie kontrovers geführt. Eine Mehrheit (54%) spricht sich dafür aus, durch staatliche Investitionen oder Steuererleichterungen temporär von der „schwarzen Null“ im Bundeshaushalt abzuweichen. 44% der Befragten lehnen dies ab.

„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass es sowohl hinsichtlich der Konjunkturerwartung als auch bezüglich der Notwendigkeit, die Wirtschaft durch fiskalpolitische Maßnahmen zu stützen, kein klares Meinungsbild im Finanzsektor gibt“, erläutert Prof. Brühl.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., ergänzt: „Das Meinungsbild spiegelt die labile Situation der sehr offenen deutschen Wirtschaft wieder. Auf der einen Seite ein Rekordaußenhandelsüberschuss, auf der anderen Seite eine Pandemie, deren Verlauf Wertschöpfungsketten gefährdet, die durch den Brexit und den mitnichten beigelegten Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China ohnehin strapaziert sind.“

 

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Neue, innovative Konferenz für digitales Finanzwesen

Die erstmalig ausgerichtete Frankfurt Digital Finance Conference bringt Entscheidungsträger und Innovatoren aus der Finanzindustrie – Unternehmen , Start-ups, Politiker, Investoren, Regulierungsbehörden und Wissenschaftler – auf einer neutralen Plattform in Frankfurt am Main zusammen. Wir haben mit den Organisatoren der Konferenz, Corinna Egerer und Max Hunzinger, über FinTech-Trends, den Standort Frankfurt und den Mehrwert der Veranstaltung gesprochen.

Welche Leistungen stehen im Bereich FinTech zur Zeit besonders im Fokus des Interesses?

„Neben den bekannten Verdächtigen wie Artificial Intelligence-Anwendungen, Blockchain-Lösungen und Payment stehen im Moment digitale Identitäten im Fokus. Darüber hinaus ist Open Banking immer noch ein großes Thema, um die Chancen, die sich aus der PSD2 Richtlinie ergeben, umfassend zu nutzen. IT Security ist und bleibt eine sehr zentrale Herausforderung. Und nicht zuletzt sind Leistungen, die ein besseres Kundenerlebnis -– B2:B wie B2:C – ermöglichen, sehr bedeutsam. All diese und weitere Themen werden wir auf der Frankfurt Digital Finance diskutieren.“

Was können Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance Konferenz für die verschiedenen Mitglieder der FinTech Community leisten?

„Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance bringen Menschen zusammen, die ähnlich gerichtete Interessen haben, aber aus unterschiedlichen Unternehmen, Institutionen und Bereichen kommen: Von den Erfahrungen anderer zu lernen, sich kennenzulernen, auszutauschen, und auch gemeinsam neue Projekte anzustoßen, all das kann ein solches Treffen leisten. „Better Together“ ist das Motto der Frankfurt Digital Finance. Hier reden Teilnehmer aus etablierten und neuen Unternehmen, aus der Wissenschaft, aus dem Kreis der Investoren und der Politik auf Augenhöhe miteinander. Nicht zuletzt gibt es einen „Corporate Challenge“ zur Frankfurt Digital Finance, bei dem Teams von unterschiedlichen Unternehmen Ideen und Konzepte zur besseren Vernetzung von Firmen und Startups entwickeln, um gemeinsam Werte zu schaffen.“

Warum haben Sie den Finanzplatz Frankfurt als Standort für diese Konferenz gewählt?

„Frankfurt kann als Ökosystem mit etablierten und neuen Playern ein führender Digital Finance Standort in Europa werden. Hier gibt es nicht nur die notwendige Branchen-Expertise, sondern auch belastbare Netzwerke und die notwendigen finanziellen Ressourcen, um innovative Projekte entlang der Finanzierungskette zu begleiten. Das müssen wir noch stärker kommunizieren – die Frankfurt Digital Finance soll einen Beitrag hierzu liefern.“

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldemöglichkeiten bietet die Website frankfurt-digital-finance.de.

Asian Financial Forum (AFF) 2020 in HongKong

Finanzplatz Frankfurt zeigt in Korea und auf dem Asian Financial Forum in Hongkong Flagge

Bericht der Delegationsreise vom 8. bis zum 14. Januar nach Südkorea und Hongkong

Welche Trends prägen das internationale FinTech-Ökosystem? Wie können die internationalen Beziehungen Frankfurts mit den asiatischen Finanzplätzen weiter gestärkt werden? Und vor welchen Herausforderungen steht die maritime Finanzierung in Busan?

Diese und weitere Fragen und Themen standen im Mittelpunkt einer von Frankfurt Main Finance organisierten Delegationsreise nach Südkorea und Hongkong Anfang dieses Jahres.

Korean-German FinTech & Blockchain-Forum in Seoul

Nach einem Gespräch zu aktuellen Themen in Deutschland und Korea bei der koreanischen Finanzaufsicht FSS, nahm die Delegation zu Beginn ihrer Delegationsreise am Korean-German FinTech & Blockchain-Forum in Seoul teil. Die Delegationsteilnehmer Prof. Dr. Christoph Schalast (Frankfurt School of Finance & Management) und Oliver Clasen (GermanTech) sowie Dr. Jochen Biedermann von FMF waren unter den Sprechern.

Korean-German FinTech and Blockchain Forum 2020 in Seoul

Korean-German FinTech and Blockchain Forum 2020 in Seoul. Von links: Dong-Hyoun Lee (Sogang University), Prof. Yong-Bum Park (Dan-Kook University), Prof. Dr. Sooyong Park (Sogang University), Dr. Jochen Biedermann (FMF), Prof. Dr. Christoph Schalast (Frankfurt School), Oliver Clasen (GermanTech), Dohyeon Lee (Sogang University), Jungwon Seo (Sogang University).

Treffen in der 3,5 Millionen Einwohner-Stadt Busan

Am nächsten Tag ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug weiter nach Busan, der mit gut 3,5 Millionen Einwohnern zweitgrößten koreanischen Stadt. Bei einem Treffen mit Vertretern der Stadtregierung von Busan sowie der Busan Economic Promotion Agency (BEPA), der Wirtschaftsförderung der Stadt Busan und Partner von FMF, wurde besprochen, wie beide Finanzplätze im neuen Jahr weitere Impulse für ihre langjährige Zusammenarbeit setzen können. Dr. Ki Sik Park, Chairman der BEPA, lud Vertreter von FMF zu einer internationalen Konferenz über maritime Finanzierung ein, die die Stadt Busan im Mai diesen Jahres plant. Das Thema maritime Finanzierung hat einen großen Stellenwert in der Stadt mit dem fünfgrößten Hafen der Welt. Dieser ist ein wichtiger Logistikhub für die Region.

30 Fintech und Blockchain-Unternehmen arbeiten im WeWork FinTech-Zentrum in Busan

Im Anschluss besuchte die Delegation das im vergangenen Jahr eröffnete und von WeWork betriebene FinTech-Zentrum im BIFC Tower, in welches bereits mehr als 30 FinTech- und Blockchain-Unternehmen eingezogen sind.

FMF und FRM GmbH vertreten den Finanzplatz Frankfurt auf dem Asian Financial Forum in Hongkong

In Hongkong traf sich die Delegation zum traditionellen deutschen Vorabenddinner des Asian Financial Forums, an dem auch Dr. Lutz Raettig, Präsident von FMF, teilnahm.

Das von der Hongkonger Regierung und dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) gemeinsam veranstaltete Asian Financial Forum war gut besucht, trotz der in diesem Jahr verstärkten Sicherheitsmaßnahmen für die Besucher. Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam hielt die Eröffnungsansprache und betonte die, trotz der Proteste in der Stadt, weiterhin starke Position des Finanzplatzes Hongkong.

Am deutschen Gemeinschaftsstand von FMF und der FrankfurtRheinMain GmbH traf sich die deutsche Delegation zu Gesprächen mit dem deutschen Generalkonsul in Hongkong, Dieter Lamlé, der den Finanzplatz Frankfurt immer wieder sehr aktiv unterstützt. Auch der Vorstand der Deutschen Bundesbank, Burkhard Balz, war mit seinem Team am Stand; und weiterhin zahlreiche Konferenzbesucher, die sich über das Thema Brexit und die Positionierung des Finanzplatzes Frankfurt informieren wollten.

Beim Abschlussgespräch mit Dr. Raettig am letzten Abend in Hongkong, vor der Rückreise nach Deutschland, zeigten sich aller Teilnehmer sehr zufrieden mit ihren Gesprächen in Korea und Hongkong.

 

Wir danken unseren Partnern in Korea und Hongkong für die großartige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Reise!

Frankfurt aus Sicht einer Londonerin: 100 Gründe den Finanzplatz zu lieben

Warum liebt man das Leben am Finanzplatz Frankfurt? Gründe hat die in Frankfurt lebenden Londonerin Louise Sagar allemal und diese stellt sie in Ihrer Twitter-Kampagne #100ReasonsILoveFrankfurt genau vor. Im Interview erklärt Sie uns, was sie nach Frankfurt gezogen hat und wieso sie das Leben in der Stadt so genießt.


Wann und warum hat es Sie nach Frankfurt gezogen?

2009 lebte ich in Luxemburg und mein Arbeitsvertrag lief aus. Ein Freund erzählte mir von einer offenen Stelle als Übersetzerin/Redakteurin bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Ich wusste zwar nichts über die Institution oder die Stadt, aber ich war offen dafür, überall zu arbeiten und zu leben, also habe ich mich einfach beworben. Als ich zum Vorstellungsgespräch nach Frankfurt kam – ohne Vorurteile gegen Stadt oder Job – fühlte ich mich sehr unbeschwert. Ich erinnere mich lebhaft daran, wie ich nach dem Gespräch über eine Main-Brücke ging, die Skyline betrachtete und dachte: Das fühlt sich richtig an! Ich will hier arbeiten und leben. Der Job klang großartig und ich hatte unmittelbar eine Verbindung zur Stadt. Manchmal bringt das Leben einen genau dorthin, wo man sein sollte. Ich habe den Job bekommen, und damit hat sich mein Leben für immer verändert. Ich habe mir in Frankfurt meine Art von Leben aufgebaut.

Was war Ihr erster Eindruck als Londonerin, die am Finanzplatz Frankfurt lebt?

Es hat mich umgehauen, wie einfach alles war. Ich erinnere mich vor allem daran, wie erstaunt ich war, dass ich entlang wunderschöner, verkehrsarmer Straßen und am Fluss entlang zur Arbeit laufen konnte – und für nur 7 Euro konnte ich ein Taxi aus der Innenstadt zu meiner Wohnung nehmen!!! In London kostete das Taxi nach Hause ein Vermögen und Weg-geh-Abende in der Stadt fanden mit der letzten U-Bahn nach Hause häufig ein verfrühtes Ende. Außerdem liebte ich das Lebensgefühl in Frankfurt. Es ist eine Stadt, aber sie ist nicht hektisch oder erdrückend. Ich schlenderte am Wochenende heiter durch das belaubte Sachsenhausen (wo ich damals lebte – jetzt bin ich eine Nordenderin). Ich war verliebt in die Skyline. Während meines ersten Winters in der Stadt hat es viel geschneit und Frankfurt funkelte. Ich erinnere mich daran, wie ich an einem Wochenendmorgen um 4 oder 5 Uhr aus einem Club kam und von einem Winterwunderland begrüßt wurde – es hatte stark geschneit, während wir unterirdisch die Nacht durchtanzten. Wir liefen durch den Schnee zum Südbahnhof, wo wir an einer Bäckerei vorbeikamen, die nach frischen Croissants duftete, die wir dann warm gegessen haben. Es scheint mir, dass wir in Frankfurt ausgeprägtere Jahreszeiten haben als in London. Im Winter ist es kälter und im Sommer heißer als in London. Das gefällt mir.

Was hat Sie am Finanzplatz Frankfurt stutzig gemacht?

Ich fand es merkwürdig, dass es in den Pubs Tischservice gibt. In Großbritannien drängen wir uns alle um die Bar, während wir hier in Frankfurt an Tischen sitzen und bei einer Bedienung bestellen. Eigentlich finde ich das noch immer ein bisschen seltsam! Es ist eine gemächlichere Herangehensweise an einen Abend in der Stadt. Aber wenn ich nun nach Hause nach Großbritannien fahre, finde ich es ein wenig frustrierend, an der Bar auf einen Drink warten zu müssen. Allerdings ist es etwas geselliger: Ich denke, dass Singles eher jemanden treffen, der auch an der Bar steht. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich der lauteste Mensch in Frankfurt bin: Wenn ich in einem Café oder Restaurant lachte, drehten sich die Leute um und schauten mich an! Das passiert immer noch 😉. Zudem brauchte ich lange, um mich daran zu gewöhnen, dass die Geschäfte sonntags geschlossen sind… aber das ist etwas, was ich jetzt wegen des ruhigen Sonntagsgefühls sehr schätze.

Natürlich sind wir Fan Ihrer Twitter-Serie #100ReasonsILoveFrankfurt. Was hat Sie dazu bewogen, damit anzufangen?

Damals gab es mehrere Artikel in der britischen Presse, in denen es hieß: „Oh nein, nach Brexit werden wir alle ins langweilige Frankfurt ziehen müssen.“ Das hat mich geärgert, da es ein so uninformierter Standpunkt ist. Ich fühlte mich sehr defensiv – ich wollte der Welt mitteilen, wie ich mich als in Frankfurt lebende Expat fühlte. All das ging mir durch den Kopf, und dann twitterte der Journalist Tom Barfield (Nachrichtenagentur AFP) ein Bild vom Berger Straßenfest bei strahlend blauem Himmel. Er schrieb: „Ein weiterer schrecklicher Tag in Frankfurt.“ Dies fasste alles zusammen, was ich fühlte. Ich liebte es, und es war der Katalysator für meine 100 Reasons-Serie.

Wir wissen, dass Sie #100ReasonsYouLoveFrankfurt haben, aber was sind Ihre drei Hauptgründe?

Das ist eine wirklich schwere Frage…Der erste Grund ist allerdings einfach: Mein absoluter Favorit in Frankfurt sind die Freibäder im Sommer. Als Schwimmerin bin ich am glücklichsten, wenn ich im nahegelegenen Brentanobad im Freien schwimmen und danach auf der Liegewiese entspannen kann. Außerdem liebe ich die fast jedes Wochenende stattfindenden Straßenfeste. Im Vergleich zu dem den Aufwand, den ich früher für Veranstaltungen in London auf mich genommen habe, kann ich in Frankfurt einfach zu einem der Straßenfeste um die Ecke gehen – und wenn ich genug habe, laufe ich nach Hause. Für mich ist das wirklich wichtig. Einige bevorzugen eine größere Auswahl und den Großstadtdschungel, aber für mich ist das hier besser. Ich glaube, was ich am meisten liebe, ist einfach das Gefühl, dass mir mein Leben in Frankfurt gibt. Es ist schwer zu beschreiben. Es sind die Gebäude in den verschiedensten Architekturstilen und die Parks, die Möglichkeit überall zu Fuß gehen zu können – es ist die Lebensqualität. Ich fühle mich auch sicher. Ich liebe Frankfurt zu jeder Jahreszeit. Gerade jetzt bereitet mir der Winter in unserer Stadt so viel Freude.

Wollen Sie noch etwas hinzufügen?

Ich fühle mich nicht mehr ganz nach Großbritannien gehörig, was ein wirklich seltsames Gefühl ist. Ich vermisse meine Familie, den britischen Sinn für Humor und die Tatsache, dass die Menschen in Großbritannien auf der Straße und in den Geschäften mehr miteinander reden. Aber ich lebe im Ausland und bin ein internationales Leben gewöhnt. Zudem ist es ja auch recht einfach von Frankfurt aus, meine Familie zu besuchen, da der Flughafen sehr gut erreichbar ist und unzählige Verbindungen nach London bestehen. Wenn ich nach meiner Abreise wieder in Frankfurt ankomme, freue ich mich, die Skyline zu sehen und fühle mich wie zuhause! Sollte ich jemals woanders hinziehen, was durchaus möglich ist, da ich an verschiedenen Orten leben möchte, wird die nächste Stadt eine Menge bieten müssen.

Winterlichter im abendlichen Frankfurter Palmengarten

Mystisch-magischer Zauber an Formen und Farben

Die Bankentürme leuchten im Süden mit ihren hellen Fenstern, der Fernsehturm im Norden mit seiner magentafarbenen Spitze. Mittendrin, im Frankfurter Westend, verzaubert eine mystisch-magische Welt an Formen und Farben die Besucher. Die Weihnachtszeit hat begonnen, und damit ist wieder Platz für die „Winterlichter“. Begleiten Sie Wolfgang Gerhardt auf einem Streifzug durch den Palmengarten.

Winterlicher Palmengarten Frankfurt _ Hintergrund: Frankfurter Skyline

Pinguine, Fische und eine Spardose

Rund 700 Strahler, 18 Lichtobjekte und sechs Videoinstallationen machen einen abendlichen Spaziergang durch den Palmengarten zu einem strahlenden Erlebnis. Kreuz und quer im Parkgelände sind Lichteffekte zu entdecken, die die Sinne anregen und der Phantasie freien Raum lassen.

Wo im Sommer die Enten vergnügt über die Wiese watscheln, marschieren jetzt fast drei Dutzend Pinguine in strenger Ordnung am Bachlauf entlang. Unterhalb des Rosengartens schwimmen blaue Fische im Mondlicht. Nicht weit entfernt müht sich ein Läufer unablässig, eine Münze in eine Spardose zu werfen. Hohe, gelbe und rote Tulpen reichen fast bis zu den Ästen der Bäume, und sieben Schneeglöckchen leuchten an der Stelle, wo ihre natürlichen Vorbilder zum Winterende auf dem Boden blühen. Fünf farbenfrohe Kugeln symbolisieren die fünf Kontinente.

Auch die vorhandenen Bäume, Pflanzen und Denkmäler glänzen in bunten Farben. Die Statue von Perseus und Andromeda präsentiert sich in grellem Weiß vor immergrünen Sträuchern in Weihnachtsgrün und einem riesigen Laubbaum in Herbstbraun. Der Hügel über dem Wasserfall am Großen Weiher changiert zwischen rosa und violett und wirkt in der Dunkelheit fast unheimlich. Auf eine 15 Meter breite Wasserwand im Oktogonbrunnen, auch „Hydroschild“ genannt, ebenso wie auf die Außenwand des Gesellschaftshauses werden experimentelle Videoinstallationen projiziert, die häufig an den Blick durch ein Kaleidoskop erinnern.

Winterlicher Palmengarten _ Farbenfrohe Lichtinstallation

German Design Award für die Macher

Die Winterlichter wurden wie in den vergangenen sieben Jahren von Wolfgang Flammersfeld und Reinhard Hartleif aus Unna geschaffen, die im kommenden Februar übrigens mit dem „German Design Award 2020“ in der Kategorie „Lichtarchitektur“ ausgezeichnet werden.

Im Palmenhaus ist zudem eine Klanginstallation von Lasse-Marc Riek zu hören, die der Klangkünstler zum 150-jährigen Bestehen des Palmenhauses komponiert hat. „Sound Dialogues“ verknüpft die Geräusche des Urwaldes mit Rhythmen der heutigen Zeit zu einem fliessenden Klangteppich. Im Märchenzelt in der Galerie können Klein und Groß den Geschichten von geheimnisvollen Wesen und fernen Ländern lauschen.

 

Winterlichter Palmengarten Frankfurt_Farbenfrohe Natur

 

 

Mehr zur den „Winterlichtern“ und den Öffnungszeiten bis zum 12. Januar 2020 (täglich, geschlossen nur am 24. und 31. Dezember) finden Sie auf der Website des Palmengartens.

Text und Fotos: Wolfgang Gerhardt

Eigenkapitalforum Frankfurt

Das Happening der Finanzgemeinde: Rückblick auf das Deutsche Eigenkapitalforum 2019

Keine Angst: Mit Aktionskunst der sechziger Jahre hat die jährliche Zusammenkunft von Unternehmen, Investoren und Dienstleistern wenig gemein. Auch bleiben die ungeplanten Interaktionen mit dem Publikum in der Regel friedlich – etwa wenn die Folienanordnung im Handout nicht der Struktur der wörtlichen Rede entspricht, der gezeigte Werbefilm auf wenig Gegenliebe bei den Investoren trifft oder der ein oder andere Übernahmekandidat vor lauter Aufregung einfach vergisst, zum besseren Verständnis seine aktuelle Aktionärsstruktur darzustellen. Das Deutsche Eigenkapitalforum, das 2019 vom 25. bis 27. November in Frankfurt am Main stattfand, hat dennoch durchaus Happening-Qualitäten. Oder – in den Worten von Holger Clemens Hinz, Leiter Kapitalmarktgeschäft der Quirin Privatbank AG: „Das EK-Forum ist wie das Klassentreffen der Finanz-Community im deutschsprachigen Raum.“

Über 7.000 angefragte Einzelgespräche

„Als langjähriger Leiter Investor Relations suche und nutze ich immer, auch lange vor MiFID II, jede Gelegenheit zum Kontakt mit Investoren. Konferenzen sind da willkommen, weil sie für beide Seiten den Aufwand minimieren. Das Eigenkapitalforum ist dafür die wertvollste Konferenz in Deutschland“, erklärt Dr. Joachim Fleïng, Head of Investor Relations bei der 3U Holding AG. Ob es nun den Auswirkungen von MiFID II geschuldet ist oder nicht: Die Zahl der teilnehmenden Unternehmen ist seit 2017 nochmals klar gestiegen. In diesem Jahr haben sich 250 zumeist Small and Mid Caps angemeldet, darunter knapp 30 Wachstumsunternehmen, die sich auf der Venture Stage präsentierten.

Peter Alex, Head of Investor Relations bei der Energiekontor AG bringt den Nutzwert auf den Punkt: „Für kleine Unternehmen eine absolute Muss-Veranstaltung!“ Das liegt nicht zuletzt an der intensiven Betreuung bei der Programmgestaltung. Aus über 7.000 angefragten Einzelgesprächen stellten die Veranstalter im intensiven Austausch mit den Unternehmen individuelle Konferenzpläne zusammen, so dass am Ende weit über 4.000 hochwertige Meetings stattfanden. Die Qualität spiegelt sich auch in der Beurteilung der Investoren wider: „Die One-on-ones sind perfekt, das hilft bei den Investitionsentscheidungen und den Follow-ups“, lobt Jens Große-Allermann, Vorstand der Investment AG, das Organisationsteam.

Vermehrtes Investoren-Interesse aus Benelux und Osteuropa

Mit rund 1.100 Investoren und Analysten war auch die kapitalgebende Seite stark vertreten. Etwa ein Drittel kam aus dem Ausland, das Interesse steigt vor allem in den Benelux-Ländern und Osteuropa, namentlich Polen. Die Konferenzsprache Englisch macht ebenso die Teilnahme von Investoren aus noch viel entfernteren Standorten attraktiv. Becky Wong, Co-founder und CEO von Globex Capital Partners mit Sitz in Hongkong, London und New York, unternahm die lange Anreise zum wiederholten Male: „EKF 2019, this is my 4th year of coming for this summit. I always find it worthwhile to make a trip here. I heard good presentations of so many SME companies and have chances to meet the CEOs or senior executives to have some interactive discussions.” Für sie spielt ebenso der fachliche Austausch mit den anderen Investoren eine wichtige Rolle: „It is also a great networking opportunity to connect with people of like mind in exploring investment opportunities in Germany.”

„Das Deutsche Eigenkapitalforum zählt zu den wichtigsten Kapitalmarktkonferenzen in Europa, das hat das hohe Interesse bei Investoren und Unternehmen wieder gezeigt. Fast 4.500 One-on-one-Meetings haben in diesem Jahr stattgefunden, ein neuer Rekord“, freut sich Falko Weinert, Key Account Manager Pre-IPO & Capital Markets bei der Deutsche Börse AG und Projektverantwortlicher für die Veranstaltung. „Das Rahmenprogramm aus Vorträgen und Paneldiskussionen wiederum bot spannende Experten wie etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Dr. Jörg Krämer, der über den „Kalten Handelskrieg“ und seine Folgen berichtete. Außerdem ging es um die Investor-Relations-Arbeit, die Bedeutung von ESG bei Venture-Capital-Investoren und den Pfad vom Wachstumsunternehmen zum börsennotierten Unternehmen.“

Das Netzwerken steht im Vordergrund

Seit 1996 organisiert die Deutsche Börse das Eigenkapitalforum und hat damit eine der größten Informations- und Netzwerkveranstaltungen zum Themengebiet Unternehmensfinanzierung überhaupt geschaffen. Mit einem Sponsoring-Programm für ausgewählte Partner können sich Kapitalmarktspezialisten zusätzlich hervorheben und ihre Visibilität steigern. „Hier trifft sich das Who-is-who des Kapitalmarkts in Deutschland mit steigender Teilnehmerzahl auf Seiten der Investoren und Corporates“, kommentiert Silke Schlünsen, Head of Corporate Brokerage der Mainfirst Bank, das Engagement ihres Hauses. „Es ist die ideale Plattform, mit den Corporates und Investoren in Kontakt zu treten, um mit ihnen über spannende Themen des Kapitalmarktes zu sprechen.“

Weibliche Experten in der Unterzahl

Einziger Wehrmutstropfen: Becky Wong und Silke Schlünsen waren zwei der ganz wenigen weiblichen Kapitalmarktexperten vor Ort. Obwohl das Eigenkapitalforum von Hauke Stars, Vorständin der Deutschen Börse, und Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, eröffnet worden war, blieben dies Ausnahmen. In manch einer Unternehmenspräsentation konnte man im vollbesetzen Auditorium die Zuhörerinnen an einer Hand abzählen. Dieses Missverhältnis war so auffällig, dass es ebenfalls bei den anwesenden Herren zum Gesprächsthema wurde. Hier sollte die Branche, die ESG-Themen und Diversität zunehmend zu ihren Hauptanlagekriterien erklärt, dringend an sich selbst arbeiten.

 

Von: Dr. Charlotte Brigitte Looß 

FinTechGermany

Bewerbungsphase für den 5. FinTechGermany Award gestartet

  • Bewerbungsfrist für eine der führenden Auszeichnungen für FinTech-Unternehmen in Deutschland und in Europa läuft bis zum 31. März 2020
  • Online-Bewerbung unter www.fintechgermanyaward.de
  • Offene Jury-Sitzung am 4. März 2020 auf dem Finanzplatztag der Börsen-Zeitung/WM Gruppe in Frankfurt
  • Verleihung am 14. Mai 2020 im TechQuartier, Frankfurt

Frankfurt am Main – Startschuss zur Bewerbungsphase für den 5. FinTech Germany Award (FTGA): Der zu den führenden Auszeichnungen für FinTech-Unternehmen in Deutschland zählende Preis bietet Jungunternehmen aus dem Finanzsektor die Möglichkeit, in bis zu acht Kategorien ausgezeichnet zu werden. Die Bewerbungsfrist läuft und endet am 31. März 2020, die Verleihung findet am 14. Mai 2020 in Frankfurt statt. Weitere Informationen über den Award und die Teilnahmebedingungen finden sich unter www.fintechgermanyaward.de.

Mit dem FinTech Germany Award zeichnet eine hochkarätig besetzte Jury im Auftrag der FTGA-Organisatoren Frankfurt Main Finance, TechFluence und WM Gruppe/Börsen-Zeitung herausragende FinTech-Unternehmen aus. An dem Wettbewerb können Finanz-Start-ups jeder Größe aus den unterschiedlichsten Sektoren – inklusive InsurTech – teilnehmen.

Die Jury vergibt die renommierte Auszeichnung in den folgenden Kategorien:

  • Seed Stage
  • Early Stage
  • Late Stage
  • Growth Stage
  • Best Foreign Entrant to Germany

Zudem wird es 2020 diese Sonderpreise geben:

  • InsurTech
  • Blockchain
  • Künstliche Intelligenz

Die Jury, geleitet von Michael Mellinghoff (TechFluence UK) und Franz Công Bùi (Börsen-Zeitung), besteht aus Sektorexperten, Unternehmern und Medienvertretern, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit Digitalthemen der Finanz- und Versicherungsbranche beschäftigen. Im Rahmen des Finanzplatztags der Börsen-Zeitung erhalten ausgewählte Start-ups am 4. März 2020 die Gelegenheit, sich vor der Jury zu präsentieren und deren Fragen zu beantworten.

Die festliche Preisverleihung findet am 14. Mai 2020 in Frankfurt im Beisein führender Köpfe der Finanz- und Versicherungsindustrie sowie der FinTech-Szene statt. Zu den FTGA-Gewinnern zählten in der Vergangenheit unter anderem Clark Germany, CRX Markets, Element Insurance, Exporo, Liqid, N26, Revolut, Scalable Capital, SolarisBank, TransferWise, Wefox Germany und WeltSparen/Raisin. Eine Übersicht über alle Preisträger des FinTech Germany Award ist unter www.fintechgermanyaward.de/about zu finden.

„Die Veranstaltung hat sich am Finanzplatz Deutschland etabliert und zu einer wichtigen Plattform für den Austausch zwischen Investoren und FinTech-Szene entwickelt.“, erklärt Dr. Jens Zinke, Geschäftsführer der Börsen-Zeitung. Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, betont: „FinTechs sind für den Finanzstandort Frankfurt von enormer Bedeutung, damit die Region auch langfristig attraktiv und ökonomisch leistungsfähig bleibt.“ Dabei unterstreicht Michael Mellinghoff, Managing Director von TechFluence UK und Co-Vorsitzender der Jury: „Die deutsche FinTech-Industrie wächst und entwickelt sich in großen Schritten weiter. Wir befinden uns nach wie vor in einer Frühphase der Digitalisierung des Finanzbereichs.“

 

Deutschland: ein Wegbereiter für den „Mythos van Gogh“

50 Meisterwerke von Vincent van Gogh im Frankfurter Städel Museum

Der Besucherandrang ist riesig, denn die Werke eines Weltstars gastieren in Frankfurt. 50 zentrale Gemälde und Zeichnungen des niederländischen Malers Vincent van Gogh, begleitet von 70 Werken deutscher Künstler, sind bis zum 16. Februar 2020 im Frankfurter Städel Museum zu sehen. Begleiten Sie den Fotografen des Städel-Museums, Norbert Miguletz, auf einem Rundgang durch die Ausstellung.

Für die Ausstellung „Making van Gogh“ wurden die Gartenhallen des Städel Museums umgestaltet. Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

Die Schau im Städel „Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“ ist einzigartig, weil sie Vincent van Gogh aus drei völlig unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Sie beschäftigt sich mit der besonderen Malweise von Vincent van Gogh, mit der Entstehung des Mythos um seine Person und seiner nachhaltigen Wirkung auf deutsche Künstler.

Überraschende Vielfalt an unterschiedlichen Stilen

Viele Besucher werden überrascht sein, wie stark sich die Gemälde und Zeichnungen voneinander unterscheiden. Van Gogh war nicht auf einen Stil festgelegt. Vielmehr experimentierte er in der kurzen Schaffenszeit, die nicht mehr als ein Jahrzehnt bis zu seinem Tod im Jahr 1890 umfasste, teils auch zeitgleich, mit Malweisen des Realismus, Impressionismus, Pointilismus, Cloisonismus oder Symbolismus.

Ältere Gemälde zeichnen sich häufig durch flächige Kompositionen aus, bei der die einzelnen Farbzonen streng voneinander getrennt sind – viele der besonders bekannten Motive dagegen durch kurz gesetzte und unverbundene Pinselstriche. Die Ausstellung ermöglicht, aus der Nähe zu studieren, wie diese Bilder von einem übergeordneten Rhythmus durchpulst zu sein scheinen.

50 zentrale Gemälde und Zeichnungen van Goghs – viele aus Museen in Deutschland oder einstmals in deutschen Sammlungen. Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

Zerrbild vom Künstler am Rand des Wahnsinns

Van Gogh zeichnet sich durch eine strukturierte und regelhafte Malweise aus. Es ist deshalb ein Zerrbild, dass man ihn weithin als verkanntes Künstlergenie am Rande des Wahnsinns betrachtet. Mit der Wirklichkeit, die in der Schau deutlich wird, hat das wenig zu tun.

Schon im Jahr 1901 erste Ausstellung in Deutschland

Für van Goghs weltweite Anerkennung wurde Deutschland zu einem entscheidenden Wegbereiter. Die Schwägerin des Künstlers, Johanna von Gogh-Bonger, initiierte 1901 eine erste Ausstellung in Berlin, der bis zum Ersten Weltkrieg fast 120 Ausstellungen in Deutschland folgten, in denen Gemälde von van Gogh zu sehen waren.

So wurde der Maler einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland bekannt. Es festigte sich das Bild eines Vorreiters der modernen Malerei. Rund 150 Werke gelangten damals in private und öffentliche Sammlungen in Deutschland, nur auf Frankreich und die Niederlande entfielen mehr Werke. Die Hinweise zur Provenienz machen deutlich, wie viele Gemälde in der Ausstellung seit mehr als einem Jahrhundert in Deutschland sind oder zumindest für einige Jahre deutsche Eigentümer hatten.

Stilpluralismus van Goghs: Segelboote am Strand von Les Saintes-Maries-de-la-Mer 1888 – Augstine Roulin 1889 – Selbstporträt 1887 – Weiden bei Sonnenuntergang 1888.
© Van Gogh Museum, Amsterdam; © Stedelijk Museum, Amsterdam; © The Art Institute of Chicago; © Kröller-Müller Museum, Otterlo.

Von Dr. Gachet gibt es nur noch den Originalrahmen

Das weltberühmte Bild des Arztes Dr. Gachet hat jedoch eine tragische Vergangenheit: Binnen kurzer Zeit zählte es zu den Glanzstücken des Städel Museums, seit es 1911 angekauft worden war. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten das Gemälde und verkauften es. 1990 wurde es für die Rekordsumme von 82,5 Mio. US-Dollar versteigert. Wo es heute ist, ist nur Eingeweihten des Kunstmarktes bekannt. Im Städel verblieb lediglich der Originalrahmen, durch den viele Besucher für ein Foto durchblicken – der Tragweite und Tragik des Verlustes hoffentlich bewusst.

Für deutsche Künstler Befreiungsschlag und Offenbarung

Für viele deutsche Maler der Jahrhundertwende – Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rotluff, Max Pechstein, August Macke oder Gabriele Münter – wurde die Malweise van Goghs zu einem Befreiungsschlag und zur Offenbarung. Ihre Faszination von dem niederländischen Maler war teilweise so ausgeprägt, dass Emil Nolde seinen Mitstreitern riet, ihre Künstlervereinigung nicht „Brücke“, sondern Van Goghiana“ zu nennen. Ihre Werke erweitern eindrücklich den Horizont der Ausstellung.

Ein starkes Zeichen für die Offenheit Frankfurts

Wie wichtig van Gogh für das Städel war und ist, betont die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins e.V., Sylvia von Metzler: „Als der Städelsche Museums-Verein 1908 erste Werke Vincent van Goghs für das Städel Museum erwarb, war dies eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung. Ohne die progressiven Sammlerpersönlichkeiten in der Stadt, die Bürgerschaft und vor allem die den Frankfurtern eigene Offenheit gegenüber neuen künstlerischen Strömungen wäre das Städel nicht das, was es heute ist.“

 

Mehr zur Ausstellung finden Sie unter auf der Website des Städel Museums (www.staedelmuseum.de)

 

Titelbild: Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

 

Von: Wolfgang Gerhardt.