Frankfurt ist der Finanzplatz der kurzen Wege

Welche Trends werden das FinTech-Jahr 2019 auszeichnen und vor welchen Herausforderungen steht das Frankfurter FinTech-Ökosystem? Im Interview gibt Björn Godenrath, Redakteur bei der Börsenzeitung und FinTech-Experte, einen Ausblick auf das Frankfurter FinTech-Jahr 2019.

Das Frankfurter Fintech-Ökosystem zeichnet sich durch seine Nähe zu den großen und ‚etablierten‘ Banken aus. Inwiefern profitieren aufstrebende FinTechs sowie die Banken von der räumlichen Nähe?

Frankfurt kann als Finanzplatz der kurzen Wege eine sehr gute Brutstätte für FinTechs sein, die die Nähe zum lokalen Bankensektor suchen. Deshalb siedeln sich am Main vor allem B2B-Fintechs an, die Banken als technologischer Dienstleister bei der vielfältigen Digitalisierung unterstützen. Aktuelle Daten von PwC zeigen zum Beispiel, dass diese Form der Zusammenarbeit bereits weit verbreitet ist. Dabei kann in Frankfurt das TechQuartier als Ankergrund fungieren.

Allerdings sind auch Berliner und Münchener FinTechs mobil genug, um Kontakt und Geschäftsanbahnung in Frankfurt zu vollziehen – zudem lässt sich ja beobachten, dass „Frankfurter Geld“ auch gerne in Berlin vor Ort ist, um dort Investments zu tätigen bzw. Fintech- Kooperationen einzugehen. Das finanzielle Engagement Frankfurt Banken (Corporate VC) im FinTech-Sektor ist leider als enttäuschend einzustufen, was die Frage aufwirft, ob die Institute bei der Digitalisierung nicht immer noch zu wenig beherzt vorgehen – und dabei Chancen liegen lassen. Zudem sind alle Akteure des Finanzplatzes dazu aufgefordert, den Rahmen dafür zu schaffen, dass große internationale VC-Fonds Frankfurt auf der Agenda haben – das TechQuartier ist dafür (derzeit) offenbar nicht das geeignete Drehkreuz.

Welche FinTech-Trends sehen Sie für das Jahr 2019? Welche Trends sind für Sie besonders spannend?

Ich fürchte, es ist absehbar, dass einige FinTechs die Segel streichen müssen, weil zum einen Geschäftsmodelle nicht aufgehen und zum anderen mitunter keine Anschlussfinanzierungen zur Verfügung stehen – was ganz normal ist. Außerdem könnten einige B2B-Kooperationen platzen, da sich Hoffnungen nicht erfüllen lassen – so wie bei Vaamo mit Santander Deutschland. Das mündet dann in eine gewisse Konsolidierung des Sektors, was auch zu grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen führen kann, um vorhandene Kundenbasis und Technologie zu nutzen. Daraus können dann gestärkte FinTech-Player hervorgehen.

Positiv ist, dass zunehmend ausländisches Kapital in deutsche FinTechs fließt, was ambitionierten Geschäftsmodellen zu Gute kommt – die N26-Finanzierung zu einer Bewertung von mehr als zwei Milliarden Euro spricht da Bände. Davon werden wir 2019 hoffentlich noch mehr sehen. Außerdem erwarte ich, dass sich in diesem Jahr der Erfolg von Geschäftsmodellen abzeichnen wird, die auf der Bezahlverordnung PSD2 beziehungsweise dem Open Banking mittels APIs, also der Öffnung von Bankendaten für Drittanbieter, für den Datentransport fußen – dazu zählt für mich auch die Plattform-Strategie der Deutschen Bank. Zudem erwarte ich, dass es in Deutschland zur Jahresmitte einen gewissen gesetzlichen Rahmen für Kryptowährungen  geben wird, sodass Marktakteure nicht mehr schutzlos in die Nachregulierung laufen. Die Börse Stuttgart plant ja die Aufnahme des Krypto-Handels für Frühjahr/Sommer. Darüber hinaus bietet die Tokenisierung von Assets große Möglichkeiten, um Vermögenswerte (wie in Real Estate) liquide zu machen – was dann wiederum Futter ist für unsere Börsenplätze.

Mit Creditshelf ist erstmals ein reines FinTech-Unternehmen an den Kapitalmarkt gegangen. Könnte Creditshelf hier ein Vorbild für andere etablierte Finanztechnologie-Unternehmen sein?

Na klar – sofern sich hier Investoren finden, die zur angestrebten Bewertung Anteile zeichnen. Bislang ist das Motto im FinTech-Sektor ja, möglichst lange über private Funding-Runden Kapital aufzunehmen, um dann erst mit gesteigerter Bewertung und Unternehmensreife an den Markt zu gehen – was auch den grundsätzlichen Kapitalmarkterfordernissen entspricht. Das Beispiel Creditshelf zeigt aber, dass man eine solche Platzierung auch schon in sehr frühem Stadium durchziehen kann, was natürlich die Hoffnung nährt, dass dies Nachahmer animiert, ein Frankfurter Listing zu suchen – im Venture Network der Deutschen Börse befinden sich ja einige Kandidaten, die an die Kapitalmarktfähigkeit herangeführt werden. Als konkreten IPO-Kandidaten vielleicht auch schon für dieses Jahr sehe ich die Solaris Bank aus Berlin.

Von der Garage zum Finanzplatz Frankfurt

Accelerator Frankfurt wurde 2016 von Ram Shoham und Maria Pennanen gegründet, basierend auf ihren Erfahrungen mit Unternehmen, die Schwierigkeiten hatten, Partnerschaften mit Start-ups aufzubauen. Accelerator Frankfurt begleitet B2B-Software-Startups in den Bereichen Fintech, RegTech, Cybersecurity, Insurtech, Proptech und Blockchain während ihrer Entwicklung. Startups, die in das Accelerator Programm aufgenommen wurden, erhalten Mentorships von erfahrenen Unternehmern, Investoren und Consulting Services sowie einen Co-Working-Space, um ihren Ideen Raum für Entfaltung zu geben. „Wir wollten unser Programm als Schnittstelle für Unternehmen und Start-ups etablieren“, sagt Ram Shoham, Mitbegründer von Accelerator Frankfurt. Das Programm konzentriert sich aufgrund der Anziehungskraft des Finanzplatzes Frankfurt insbesondere auf FinTechs. Des Weiteren betreibt Accelerator Frankfurt  Blockchain Labs, die Unternehmen den Zugang zu Blockchain-Technologien ermöglichen und über dessen Potential aufklären.

Wir haben Ram Shoham in einem exklusiven Interview gefragt: Wie sieht der Weg von der Garage zum Finanzplatz Frankfurt aus?

Accelerator Frankfurt in 2 Sätzen: Was macht den Erfolg der Accelerator Frankfurt GmbH aus?

Für Start-ups sind wir das Tor zur deutschen Finanzbranche. Mit unserem dreimonatigen, umsatzorientierten acceleration program helfen wir fortgeschrittenen Start-ups, die bereits zahlende Kunden und Produkte haben, den deutschen Markt zu erschließen.

Was beeindruckt Sie am meisten, wenn Sie mit jungen Gründern sprechen?

Wir haben seit 2016 bereits dreißig Start-ups geholfen sowie Tausende von Gründern überprüft, bevor wir einige von Ihnen in das Programm aufgenommen haben. Die Gründer, mit denen wir zusammenarbeiten, haben alle eines gemeinsam: Leidenschaft. Wir wählen nur Gründer aus, die das, was sie tun, lieben. Die Unternehmensgründung ist sehr stressig und intensiv. Du musst lieben, was du tust, wenn du Großes erreichen willst.

Wie sieht der typische Weg von der Garage zum Finanzplatz Frankfurt aus? Gibt es einen einzelnen Pfad? Welche Hürden müssen Start-ups nehmen?

Es gibt keinen typischen Weg. Einige Start-ups sind disruptiv, andere komplementär. Wir konzentrieren uns vor allem auf Business-to-Business (B2B) Lösungen. Das bedeutet, dass für den Erfolg unserer Start-ups, Partnerschaften mit den Banken aufgebaut werden müssen. Dafür braucht man Ausdauer, denn die Verkaufszyklen können recht langwierig sein, dafür sind aber auch die Belohnungen ziemlich groß.

Frankfurt hat sich vor allem durch die Nähe zu etablierten Banken zu einem FinTech-Hub entwickelt. Wie würden Sie das aktuelle FinTech-Ökosystem in Frankfurt beschreiben?

Als wir den Accelerator Frankfurt gegründet haben, gab es in der Stadt kaum ein Start-up-Ökosystem. Wir waren der erste Accelerator in Frankfurt und sicherlich der erste, der internationale Start-ups in die Stadt lockte. Heute freuen wir uns sehr über die Auswirkungen unseres Netzwerkes auf die Stadt. Es gibt sicherlich mehr Bewegungen, mehr ergänzende Programme und hoffentlich in naher Zukunft auch mehr Risikokapitalfonds, die in die Frankfurter Start-ups investieren.

Welche zukünftigen Herausforderungen stehen dem Frankfurter FinTech-Ökosystem bevor? Und welche Chancen ergeben sich daraus?

Die größte Herausforderung für Frankfurt besteht darin, dass die Banken immer offener für neue Innovationen werden. FinTech gewinnt in der Finanzwelt an Bedeutung, insbesondere bei Blockchain-Lösungen. Dennoch bleibt ein enormes Potenzial für Banken, um diese innovativen Start-ups zu unterstützen.

Haben Sie ein Lieblings-Startup? 😉

Ich habe keine Lieblings-Start-ups. Ich habe Lieblingsunternehmer, und das sind die Menschen, die mich jeden Tag inspirieren. Die bisher größte Lektion in meiner Karriere ist, dass harte Arbeit einen dorthin bringt, wo das Glück einen finden kann. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, hilft dabei sicherlich.

Warum ist Frankfurt der ideale Standort für (FinTech) Start-ups?

Über 240 Banken. Guter Flughafen. Reichhaltige Umgebung. Gute Universitäten und Talente.

 

 

Über Ram Shoham

Ram Shoham ist für Fintechs was George Martin für die Beatles ist. Er ist der Gründer von Accelerator Frankfurt, mit 16 Jahren internationaler Unternehmenserfahrung in den Bereichen Finanzen und General Management. Ram ist auch Gründer des Blockchain Labs, der sich auf den Aufbau eines Ökosystems zur Förderung von Blockchain-Technologien und die Bildung in diesem Sektor konzentriert.

 

Photo: Jonas Ratermann

„Welcome to the German Capital Market“ – neue Videovorlesung für Kapitalmarktprofis aus dem Ausland

Die Capital Markets Academy der Deutschen Börse stellt in einer Pressemeldung eine neue Videovorlesung für Banker und weitere Kapitalmarktprofis aus dem Ausland  vor. In 150 Minuten werden die Teilnehmer darin mit den Marktstrukturen sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen des deutschen Kapitalmarkts vertraut gemacht.

Die internationalen Märkte teilen viele Gemeinsamkeiten – und dennoch hat jeder Inlandsmarkt seine besonderen Eigenheiten. Das neue E-Learning-Programm der Capital Markets Academy knüpft hier an: Es richtet sich an Kapitalmarktprofis, die zwar in ihrem Heimatland erfahren, aber nicht mit den spezifischen deutschen Rahmenbedingungen und Regularien vertraut sind.

„Bankern, die neu in Deutschland sind und die sich einen guten Überblick über die Marktstruktur und das Regelwerk verschaffen wollen, bietet unsere Videovorlesung eine kompakte aber gleichzeitig präzise Einführung“, erklärt Ulf Mayer, Leiter der Capital Markets Academy bei der Deutschen Börse.

Die englischsprachige Videovorlesung kann flexibel und unabhängig von Ort und Zeit angesehen werden. Sie ist inhaltlich in zwei Teile untergliedert: 1) Markstruktur in Deutschland und 2) Kapitalmarktrecht und Regulierung. Die Vorlesung dauert rund zweieinhalb Stunden und besteht aus zehn Kapiteln. Die zugehörigen Handouts können heruntergeladen werden. Am Ende gibt es eine Teilnahmebescheinigung.

Weitere Informationen zur Videovorlesung gibt es unter www.academy.deutsche-boerse.com/e01.

Die Capital Markets Academy ist der Trainingsanbieter der Gruppe Deutsche Börse. In interaktiven Präsenzveranstaltungen mit hohem Praxisbezug sowie digitalen Lernformaten bietet die Capital Markets Academy Börsenwissen aus erster Hand. Mit den Schwerpunkten Handel, Clearing und Settlement orientiert sie sich am Produkt- und Serviceangebot der Gruppe Deutsche Börse. Weitere Finanzmarktthemen, wie die Funktionsweise von Kapitalmärkten und neue Technologien wie Blockchain, runden das Angebot ab.

„Frankfurt bietet für viele große Unternehmen ein beträchtliches Potential.“

Kirsty Sharp, Schulleiterin des King’s College – The British School Frankfurt

Zu Beginn des Jahres durften wir das King’s College – The British School of Frankfurt als eines unserer neusten Frankfurt Main Finance-Mitglieder begrüßen. Im Interview erzählt uns Schulleiterin Kirsty Sharp, warum die Bildungsorganisation der Finanzplatzinitiative beigetreten ist und welche Standortvorteile der Finanzplatz Frankfurt vorzuweisen hat.

Warum treten Sie als Mitglied bei FMF als Unterstützer des Finanzplatzes auf?

Das King’s College – The British School of Frankfurt wurde im August 2018 als 10. Schule der King’s Group in Friedrichsdorf, 20 km nördlich der Innenstadt, eröffnet. Seit jeher arbeiten unsere Schulen eng mit internationalen Unternehmen, diplomatischen Auslandsvertretungen und Institutionen zusammen, um mehr über den Bildungsbedarf vor Ort zu erfahren. Insgesamt besuchen Schüler aus über 80 Nationen die Schulen der King’s Group. Dadurch konnten wir uns einen reichen Erfahrungsschatz im Unterricht von Schülern verschiedener Kulturen und Herkunftsländer aneignen. Als FMF-Mitglied möchten wir im Hinblick auf den bevorstehenden Brexit die Familien, die an einem britischen Bildungsangebot interessiert sind, unterstützen.

Wie trägt das King’s College zur Entwicklung des Finanzplatzes bei?

Britische Schulen sind in den meisten Großstädten präsent und stellen einen wesentlichen Bestandteil einer internationalen Bildungskultur dar. Ein breit gefächertes Angebot an international ausgerichteten Schulen ist für die Attraktivität einer Metropole entscheidend und Teil einer Infrastruktur, die globale Unternehmen, ihre Mitarbeiter und deren Familien überzeugt. Mit dem King’s College Frankfurt verfügt der Finanzplatz Frankfurt über eine international angesehene britische Schule, ausreichenden Kapazitäten für bis zu 600 Schülern und einem hochmodernen Campus, der aus dem Stadtzentrum und umliegenden Wohngebieten leicht zu erreichen ist.

Wo sehen Sie die Stärken des Finanzplatzes?

Frankfurt – starker Wirtschaftsraum und Zentrum europäischer Geldpolitik – ist ein sehr attraktiver Standort für internationale Unternehmen, insbesondere Banken. Aufgrund des internationalen Flughafens, der geografischen Lage als kosmopolitisches Herz Europas sowie der Naturnähe, hat Frankfurt für zahlreiche Großunternehmen ein enormes Standortpotenzial.

Als spanisch-britisches Unternehmen, welches sich vor Kurzem in Deutschland niedergelassen hat, nimmt die King’s Group die häufig zitierte „deutsche Gründlichkeit“ sowie den Umgang mit öffentlichen, steuerlichen und infrastrukturellen Behörden als sehr positiv und transparent war – Anforderungen sind schnell und einfach implementierbar. Von allen Seiten haben wir eine hervorragende Unterstützung in sämtlichen Bereichen erfahren, sodass sich unser Institut sowie unsere Mitarbeiter in kürzester Zeit im Rhein-Main-Gebiet willkommen und als Teil der Gemeinschaft fühlten.

Das Alleinstellungsmerkmal der Startups ist wichtig

Welche Herausforderungen wird es für junge FinTechs in der Zukunft geben und wie kann der FinTechGermany Award dabei helfen, diese zu überwinden? Lucie Haß, Managing Director bei Helaba Digital und Jury-Mitglied des FinTechGermany Awards 2019, beantwortet diese und weitere Fragen im Interview mit Frankfurt Main Finance.

Lucie Haß, Managing Director bei Helaba Digital und Jury-Mitglied des FinTechGermany Award 2019; © Stefan Krutsch Photographie

Worauf achten Sie bei der Beurteilung der Bewerber für den FinTechGermany Award besonders?

Ich hinterfrage als erstes, ob die Idee des Start-ups ein tatsächliches Problem löst und ob es skalierbar ist. Darüber hinaus schaue ich, ob wir die Gründer kennen und ihnen zutrauen, die Idee umzusetzen und etwaig auftretende Hindernisse zu überwinden.

Was sind heute die größten Herausforderungen für FinTechs in Deutschland? Was muss getan werden, um diese jungen Unternehmen zu unterstützen? Wie helfen Plattformen wie der FinTechGermany Award dabei?

Im B2C-FinTech-Bereich gibt es mittlerweile sehr viele Lösungen am Markt. Schwierig ist dabei, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und zu zeigen, was der eigene USP ist. Im B2B-Bereich ist das Angebot deutlich geringer. Aus meiner Sicht ist hier die größte Herausforderung Partner zu finden, die das Potenzial der Lösung erkennen und bereit sind, die Lösung im eigenen Unternehmen einzusetzen. Insbesondere, wenn die B2B.FinTechs nicht nur an der Oberfläche „kratzen“, sondern sich auf Kernprozesse von Banken fokussieren, ist der Widerstand noch deutlich spürbar. Dies zu überwinden, braucht einen langen Atem und Partner, die an einen glauben. Plattformen, wie der FinTechGermany Award unterstützen dabei, besondere FinTechs hervorzuheben, diese mit Unternehmen zusammenzuführen und damit die ersten Hürden einer Kooperation zu nehmen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des deutschen FinTech-Ökosystems für das kommende Jahr ein? Welche Perspektiven erkennen Sie bei einem Ausblick auf die kommenden fünf Jahre?

Ich erwarte, dass sich mehr im B2B-FinTech-Markt tut. Zudem sehen wir, dass immer mehr Investments von deutschen VCs und Unternehmen in Start-ups fließen. Dennoch sehen wir nach wie vor zu wenig Kooperationen zwischen FinTechs und Unternehmen und Banken. Meine Hoffnung ist, dass Unternehmen und Banken in den kommenden Jahren noch stärker das Potenzial von Start-Ups erkennen, sich von Vorbehalten trennen und wir hier noch mehr Zusammenarbeit sehen.

Was sollte in Frankfurt getan werden, um zu einem der führenden Fintech Hubs in Deutschland bzw. in Europa zu werden?

Da gibt es ganz unterschiedliche Ansatzmöglichkeiten. Das TechQuartier, dessen Sponsor wir sind, hat zusammen mit dem Land Hessen einen Maßnahmenplan entwickelt. Dieser umfasst das gesamte Spektrum an Maßnahmen, die es für den Aufbau eines Ökosystems braucht. Darüber hinaus sind auch die Banken stark gefordert. Je offener sie gegenüber Neuem sind, desto mehr Neues wird sich in ihrer Nähe ansiedeln. Sowohl Finanzexpertise als auch Kapital ist geballt in Frankfurt. Wir müssen es also gemeinsam schaffen, dass diese Stadt und die Kooperationen attraktiv sind für Gründer innerhalb und außerhalb von Deutschland. Und aus meiner Sicht geht das am besten, wenn wir Gutes tun und über Grenzen hinweg darüber sprechen.

Fußball im Herzen Europas – FMF und Eintracht begrüßen Banker in Frankfurt

Ein spannendes Spiel, eine eindrucksvolle Choreographie, mitreißende Stimmung und gute Gespräche. Frankfurt Main Finance und Eintracht Frankfurt hatten Brexit-Neuankömmlinge zum Fußball im Herzen Europas eingeladen: Eine Veranstaltung mit dem Ziel, die „Neuen“ nicht nur in die Financial Community einzuführen, sondern auch ein Stück des Frankfurter Lebensgefühls zu vermitteln, die pragmatische Umgangsart, den Leistungswillen und die Leistungsfähigkeit der Stadt zu demonstrieren.

Das Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Europa League der Eintracht gegen Inter Mailand brachte spannende 90 Minuten, in denen die Eintracht vor allem in der zweiten Hälfte zu überzeugen wusste und gleich mehrfach davor stand in Führung zu gehen. Die gute Stimmung auf dem Platz und den Tribünen übertrug sich auf die Teilnehmer des Events, der in dieser Art nun zum zweiten Mal durchgeführt wurde.

Die Auftaktveranstaltung hatte anlässlich des Spiels gegen Marseille im November vergangenen Jahres stattgefunden und war ein voller Erfolg – auf und neben dem Platz. Die Sponsoren für die zweite Veranstaltung waren daher schnell gefunden. Es waren zumeist die Gleichen wie beim ersten Mal, woran sich ablesen lässt, wie gut das Format ankommt. Frankfurt Main Finance und die Eintracht Frankfurt bedanken sich bei der Deutschen Börse AG, White & Case LLP und Drooms GmbH und Meltwater Deutschland, dass sie durch ihr Engagement diese Veranstaltung ermöglicht haben.

„Überwiegend rationale Gründe haben die Unternehmen zum Wechsel an den Main bewegt. Wir als Eintracht-Familie versuchen, die Menschen hinter den Institutionen zusammen zu bringen und für unsere Region zu begeistern. Die mitreißende Stimmung im Stadion ist dafür genau die richtige Atmosphäre. So wird aus der Kopfentscheidung eine Herzensentscheidung für Frankfurt. Denn Eintracht Frankfurt spielt im Herzen von Europa“, sagte Axel Hellmann, Vorstandsmitglied der Eintracht Frankfurt Fußball AG.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance und selbst lebenslanges Mitglied der Eintracht sagte: “Fußball und Finanzplatz gehören eng zusammen. Wir wollen zeigen, wie leicht es ist, in Frankfurt anzukommen und dazuzugehören. Frankfurt ist weltoffen. Es ist die Stadt der kurzen Wege, kommunikativ und voller Lebensfreude.“

Von links: Claus Döring, Chefredakteur Börsen-Zeitung, Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance, Horst Grüneis, Präsident Rotary Club Bad Homburg-Kurpark.

„Schauen wir auf die Chancen des Brexit für die Region“

Frankfurt Main Finance e.V. startet eine Initiative, um den Bürgerinnen und Bürgern der Rhein-Main-Region die Chancen aus dem Brexit für den Finanzplatz Frankfurt im persönlichen Dialog zu erläutern.

Auf Einladung des Rotary Clubs Bad Homburg-Kurpark warb FMF Geschäftsführer Hubertus Väth in einem Vortrag in der ehemaligen englischen Kirche zum Thema „Brexit – was hat Frankfurt davon“ dafür, sich mit Offenheit und Interesse aktiv für den Finanzplatz zu engagieren.

Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance

Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance

„Frankfurt am Main hat die historisch einmalige Chance, zum wichtigsten Finanzplatz innerhalb der Europäischen Union zu werden“, erklärte Hubertus Väth. Zahlreiche Finanzinstitute müssten sich wegen lange bestehender EU-Regeln – Stichworte Euro und europäischer Pass – einen neuen Standort suchen.

Im Wettbewerb insbesondere mit Paris, Amsterdam, Dublin, Luxemburg, verzeichne Frankfurt mit seinem zurückhaltenden, aber koordinierten Werben deutliche Erfolge: mehr als 30 Finanzinstitute hätten bereits angekündigt, nach dem Brexit ihre Europazentralen an den Main zu verlagern. „Der Brexit ermöglicht in Frankfurt eine Erneuerung, weitere Professionalisierung und Verjüngung der Finanzindustrie.“

„Die Stadt punktet nicht bloß mit quantitativen Faktoren, wie die starke Volkswirtschaft oder die stabile Rechtsordnung, sondern auch mit vielen qualitativen Faktoren außerhalb des Finanzbereichs“, so Väth. So stammten rund 80 Prozent der neuen Mitarbeiter aus Deutschland, weshalb keine nachhaltige Steigerung der Immobilienpreise für Wohnungen zu erwarten sei. Frankfurt verfüge über eine sehr hohe Lebensqualität: Die Luftreinheit, der Anteil an Grünflächen oder die Kinderfreundlichkeit seien wichtige Pluspunkte, denen Frankfurt auf Platz 7 in einem internationalen Städtevergleich verdanke.

Mit einem Zitat zur Zukunft der englischen Kirche aus dem Tanusboten vom 13. Januar 1920, das für Hubertus Väth auch aktuell für den Finanzplatz ist, endete der Vortrag „Hier Schwierigkeiten zu machen, läge auch kaum im Interesse des Bades Homburg, das ja gerne wieder Engländer in seinen Mauern sehen möchte“.

Bei der Veranstaltung des Sozialfonds Rotary Club Bad Homburg-Kurpark in Kooperation mit dem Magistrat der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe erklärte Rotary-Präsident Horst Grüneis bei seiner Begrüßung, es sei unverständlich, warum es den politisch Verantwortlichen in der EU nicht gelungen sei, das Vereinigte Königreich in der EU zu halten. Die lebhafte Diskussion nach dem Vortrag moderierte Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung.

„Die Bedeutung des Standorts für Finanzinstitutionen und deren erweitertes Ökosystem steht außer Frage“

Frankfurt Main Finance (FMF) wächst stetig. Im Interview lesen Sie, warum der Wissens- und Informationstechnologiedienstleister Wolter Kluwers | CCH® Tagetik der Finanzplatzinitiative Anfang des Jahres beigetreten ist und wo er die Stärken des Finanzplatzes sieht.

Warum treten Sie als Mitglied bei FMF als Unterstützer des Finanzplatzes auf?

Der Finanzplatz Frankfurt besitzt für unsere Kundenklientel eine hohe Bedeutung, und wir möchten diesen daher im Einklang mit unseren Kundeninteressen bestmöglich fördern. Wir sehen diese Art als eine Win-Win-Situation für beide Seiten, da wir zum einen dem Finanzplatz Unterstützung mit unserem Expertenwissen zur Verfügung stellen und gleichzeitig unsere Marke im Raum Frankfurt bekannter machen, sodass sich eine in unseren Augen gute Balance daraus ergibt.

Die aktive Beteiligung im FMF-Verein versetzt uns zudem in die Lage, noch engere partnerschaftliche und nachhaltige Beziehungen zu anderen Akteuren am Finanzstandort Frankfurt pflegen zu können und sich über Chancen und Herausforderungen auszutauschen.

Wie trägt Ihr Unternehmen zur Entwicklung des Finanzplatzes bei?

Wir möchten durch die aktive Beteiligung als im FMF-Verein tätiger IT-Lösungsanbieter unser vielfältiges Prozess- und Digitalisierungswissen im Finanzbereich für Unternehmen im Raum Frankfurt zur Verfügung stellen. Wir glauben zudem, durch unser ergänzendes Netzwerk einen großen Mehrwert für die FMF-Community bereitstellen zu können, von dem alle Mitglieder profitieren und somit der Finanzplatz Frankfurt als Ganzes unterstützt wird.

Wo sehen Sie die Stärken des Finanzplatzes, was ist ausbaufähig?

Die Bedeutung des Standorts für Finanzinstitutionen und deren erweitertes Ökosystem steht außer Frage, Frankfurt ist ein weltweit bekannter Finanzplatz. Die Vielfalt des kulturellen Angebots ist stark, aber in seinem Bekanntheitsgrad länderübergreifend ausbaufähig. Der Finanzplatz Frankfurt ist bereits ein pulsierender Digitalstandort, der viele namhafte (insb. mittelständische) IT-(Dienstleistungs)Unternehmen vorzuweisen hat. Als IT-Unternehmen sehen wir jedoch noch Potential, diesen Aspekt noch stärker in und für die Wahrnehmung von Stadt und Region zu rücken.

CFS Index Standardfragen

CFS-Index leicht rückläufig

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im vierten Quartal 2018 um 1,2 Punkte auf 112,8 Punkte. Der leichte Rückgang ist auf ein schwächeres Wachstum der Erträge bei relativ konstantem Umsatzwachstum in der gesamten Finanzbranche zurückzuführen. Des Weiteren melden die Dienstleister bei ihrem Investitionsvolumen einen deutlichen Rückgang des Wachstums, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde, und es werden weniger Mitarbeiter eingestellt. Bei den Finanzinstituten steigt das Investitionsvolumen leicht an, und sie halten die Anzahl der Mitarbeiter entgegen ihren Erwartungen unverändert konstant. Für das laufende Quartal wird jedoch weiterhin mit einem Stellenabbau gerechnet.

„Sind Dienstleister anpassungsfähiger als Banken? Der Jahresvergleich legt diese Folgerung nahe: Während bei Dienstleistern die Sachinvestitionen steigen und zugleich die Mitarbeiterzahl nach unten tendiert, dreht sich der Zusammenhang bei Banken um: Die Investitionsausgaben tendieren nach unten, während der Personalstand gehalten wird. Angesichts der sinkenden Ertragsaussichten wirft dies die drängende Frage bei den Banken auf, wie sie die notwendige Kapazitätsanpassung gestalten werden“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird positiv beurteilt

Ungeachtet der Unsicherheiten über das Brexit-Austrittsabkommen beurteilt die Finanzbranche die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland weiterhin sehr positiv. Im vierten Quartal 2018 steigt der entsprechende Wert leicht um 1,0 Punkte auf 127 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Überzeugung, dass der Finanzplatz Frankfurt an internationaler Bedeutung zunehmen wird, herrscht in der Finanzbranche schon geraume Zeit vor und ist wohl begründet. Der jüngste, leichte Anstieg des Index dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU mit jedem Tag näher rückt und zunehmend greifbar wird.“

Umsatzwachstum der Finanzbranche kaum verändert / Ertragswachstum rückläufig

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzinstitute hat sich im vierten Quartal 2018 kaum verändert. Der entsprechende Sub-Index steigt um 0,1 Punkte auf 112,7 Punkte. Für das laufende Quartal wird wieder ein leichter Anstieg erwartet. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 120,9 Punkten 2,8 Punkte niedriger als im Vorquartal. Es wird erwartet, den aktuellen Stand zu halten.

Das Ertragswachstum der beiden Gruppen entwickelt sich rückläufig. Dabei sinkt der Sub-Index der Finanzinstitute um 3,1 Punkte auf 108,5 Punkte, befindet sich aber immer noch auf einem soliden Stand. Die Dienstleister verzeichnen, wie zuvor erwartet wurde, einen deutlicheren Rückgang um 4,8 Punkte auf 111,5 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen wieder einen leichten Anstieg.

Investitionsvolumen der Finanzinstitute konstant / Stärkerer Rückgang als erwartet bei den Dienstleistern

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im vierten Quartal leicht um 1,3 Punkte gestiegen und verweilt mit 112,1 Punkten auf einem mittleren Niveau. Für das erste Quartal 2019 wird keine wesentliche Änderung erwartet. Hingegen melden die Dienstleister im vierten Quartal einen deutlichen Rückgang, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde. Der Sub-Index sinkt entsprechend um 6,7 Punkte auf 112,2 Punkte. Es wird erwartet, diesen Rückgang im laufenden Quartal wieder zu korrigieren.

Trotz erwartetem Stellenabbau halten Finanzinstitute die Anzahl der Mitarbeiter weiterhin konstant / Dienstleister stellen weniger Mitarbeiter ein

Der Mitarbeiter-Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 0,4 Punkte und signalisiert wie schon im Vorquartal mit 100,5 Punkten eine neutrale Stimmungslage. Bei den Dienstleistern hat sich, wie zuvor erwartet, das Mitarbeiterwachstum weiter verlangsamt. Der entsprechende Sub-Index befindet sich mit -6,4 Punkten auf 111,5 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister damit, dieses Niveau des Mitarbeiterwachstums halten zu können. Hingegen erwarten die Finanzinstitute weiterhin einen Stellenabbau.

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS Index Sonderfragen

CFS-Umfrage: Ein großer Teil der deutschen Finanzbranche rechnet mit einem „harten Brexit“

Am 29. März 2019 soll der rechtskräftige Austritt Großbritanniens aus der EU erfolgen. Aufgrund von Uneinigkeiten hinsichtlich des Austrittsabkommens könnte es zu einem „harten Brexit“, also einem ungeordneten Austritt der Briten kommen.

Ungeachtet der möglichen Folgen im Falle eines harten Brexits, so ergab eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies, vertritt die Mehrheit der deutschen Finanzbranche (66% der Befragten) die Meinung, die EU solle keine weiteren Zugeständnisse machen, obwohl fast die Hälfte der Befragten (46%) mit einem harten Brexit rechnet. 52% hingegen erwarten einen glimpflicheren Ausgang des Konflikts.

Während 51 % der Befragten denken, dass die Finanzinstitute in Deutschland nicht auf alle Szenarien, also auch nicht auf einen harten Brexit, vorbereitet sind, erachten immerhin 46% die deutsche Finanzindustrie als vorbereitet.

„Der Finanzsektor hat sich in Teilen zu sehr auf einen geordneten Brexit verlassen. Das könnte zu Marktverwerfungen führen, wenn es tatsächlich zu einem harten Brexit kommt“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Seit die Briten im Januar den EU-Vorschlag zum Austrittsabkommen ablehnten, haben die Bedenken bezüglich der Auswirkungen eines harten Brexits deutlich zugenommen. Angesichts der schwer vorhersehbaren Folgen des Brexits ist sich die deutsche Finanzbranche geschlossen einig (83%), dass der Finanzplatz Deutschland von einem harten Brexit weniger profitieren würde als von einem geordneten Brexit.

„Nicht nur der Finanzsektor braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Ein ungeordneter Brexit führt zu großen Unsicherheiten auf den Märkten, behindert Investitionsentscheidungen und wird etliche Arbeitsplätze kosten“, erläutert Brühl weiter.

London wird bei einem harten Brexit sehr wahrscheinlich seine Stellung als wichtigster europäischer Finanzplatz mittel- und langfristig nicht halten können. Davon sind 57% der Befragten überzeugt.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt hat durch den Brexit zugenommen. Die Aufgabenverteilung zwischen den Finanzplätzen in Europa wird sich neu ausrichten, der Wettbewerb wird hart, aber ohne London wird es auch in Zukunft nicht gehen.“

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.