Brexit Frankfurt Finance Summit

Brexit: Finanzzentren steht eine neue Realität bevor

Nur sechs Wochen vor dem Brexit Referendum beschrieb Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen, diese politische Entscheidung auf dem Frankfurt Finance Summit 2016 als die wahrscheinlich schwerwiegendste der vergangenen 30 Jahre. „Ich glaube, dass sowohl die EU, als auch das Vereinigte Königreich mit einem Verbleiben Großbritanniens in der EU besser bedient sind“, so Schäuble. „Großbritanniens Verhältnis zu Europa sollte nicht durch eine Splendid Isolation, sondern eine Splendid Integration gekennzeichnet sein.“ Die schlimmsten Befürchtungen des vergangenen Jahres wurden in diesem Jahr Realität. Artikel 50 wurde am 29. März 2017 ausgelöst, die offiziellen Verhandlungen stehen unmittelbar bevor und die Zeit läuft. Den produktiven Dialog darüber zu fördern, wie Europa nach dem Brexit vorankommen kann, ist Ziel des diesjährigen Summits am 26. April in Frankfurt unter dem Motto Europe Reloaded – Challenges for the Financial Sector.

Mit der formellen Austrittserklärung der britischen Regierung tritt der Brexit nun in eine neue und entscheidende Phase. „Der Beginn der Austrittsverhandlungen der Europäischen Union mit dem Vereinigten Königreich steht nun unmittelbar bevor. Damit betreten die Verhandlungspartner Neuland. Wir halten es für wichtig, die Maxime zu beherzigen: Stabilität des Finanzsystems kommt vor dem Einzelinteresse. Beide Seiten werden die Balance finden müssen, einen ungeordneten Bruch zu vermeiden und zugleich die Attraktivität der Mitgliedschaft in der EU erkennbar zu belassen“, so Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V.

Frankfurt Main Finance bedauert auch weiterhin den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und rechnet mit dem Wegfall der Rechte unter dem Passporting. „Der Finanzplatz Frankfurt ist hervorragend aufgestellt, um eine Brückenfunktion für London in die EU zu übernehmen. Als Standort der Europäischen Zentralbank, der europäischen Versicherungsaufsicht, der größten europäischen Börse und dem größten Internet-Knoten für Datentransfer bietet Frankfurt die beste Infrastruktur für europaweit tätige Kreditinstitute und Finanzdienstleister. Mit dem TechQuartier und dem dynamischen, wachsenden Fintech-Ökosystem ist Frankfurt von der Bundesregierung auch als Digital Hub für die Finanzindustrie ausgezeichnet worden. Deshalb rechnen wir weiterhin mit einer Verlagerung von rund 10.000 Arbeitsplätzen über die kommenden Jahre“, sagt Geschäftsführer Väth weiter.

Diese Zahlen sind nicht nur vage Schätzungen. Am 20. März berichtete Väth in der Financial Times, dass es starke Anzeichen dafür gibt, dass drei der fünf größten US Banken sowie auch Schweizer, japanische, koreanische und indische Banken bereits entschieden haben, ihre Geschäftstätigkeit nach Frankfurt zu verlagern oder sich im Entscheidungsprozess befinden. Frankfurt liegt unter den Profiteuren des Brexits eindeutig vorne, steht aber auch nicht alleine unter den europäischen Finanzzentren. Jedes Finanzzentrum zeichnen spezifische Merkmale für die Aufnahme der verschiedenen Funktionen und Geschäftsbereiche aus. Luxemburg und Dublin liegen beispielsweise im Asset Management vorne. Warschaus relativ kostengünstige und gut ausgebildete Talente könnten einen Zuzug der Backoffice-Funktionen begünstigen. Es scheint sicher, dass Geschäftsbereiche aus London verlagert, aber über Europas Finanzzentren verstreut werden.

Wichtige Fragen bleiben noch offen. Wie wird die neue Verteilung der Finanzzentren aussehen? Wird das Euro-Clearing unter die Jurisdiktion der EZB fallen? Und wenn, wer wird diesen 500 Milliarden Euro-Markt gewinnen? Wird die neue European Banking Authority den anderen europäischen Regulierungsfunktionen in Frankfurt zugeordnet? Die Zukunft Europas und seiner Finanzzentren wird Thema der ersten Keynote und Panel Diskussion auf dem Frankfurt Finance Summit 2017.

Brexit Negotiations

Frankfurt Main Finance hofft auf konstruktive Brexit Verhandlungen

Mit der formellen Austrittserklärung der britischen Regierung tritt der Brexit nun in eine neue und entscheidende Phase. Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V, sagt: „Der Beginn der Austrittsverhandlungen der Europäischen Union mit dem Vereinigten Königreich steht nun unmittelbar bevor. Damit betreten die Verhandlungspartner Neuland. Wir halten es für wichtig, die Maxime zu beherzigen: Stabilität des Finanzsystems kommt vor dem Einzelinteresse. Beide Seiten werden die Balance finden müssen, einen ungeordneten Bruch zu vermeiden und zugleich die Attraktivität der Mitgliedschaft in der EU erkennbar zu belassen.“

Frankfurt Main Finance bedauert auch weiterhin den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und rechnet mit dem Wegfall der Rechte unter dem Passporting. „Der Finanzplatz Frankfurt ist hervorragend aufgestellt, um eine Brückenfunktion für London in die EU zu übernehmen. Als Standort der Europäischen Zentralbank, der europäischen Versicherungsaufsicht, der größten europäischen Börse und dem größten Internet-Knoten für Datentransfer bietet Frankfurt die beste Infrastruktur für europaweit tätige Kreditinstitute und Finanzdienstleister. Mit dem TechQuartier und dem dynamischen, wachsenden Fintech-Ökosystem ist Frankfurt von der Bundesregierung auch als Digital Hub für die Finanzindustrie ausgezeichnet worden. Deshalb rechnen wir weiterhin mit einer Verlagerung von rund 10.000 Arbeitsplätzen über die kommenden Jahre“, sagt Geschäftsführer Väth weiter.

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Dr. Ralf Witzler
Frankfurt Main Finance e.V.
Telefon 069 94 41 80 – 50
ralf.witzler[at]fmfinance.de

Brexit-Risiken minimieren und den europäischen Kapitalmarkt stärken

In seinem heute veröffentlichten Positionspapier „Austrittsverhandlungen der Europäischen Union mit dem Vereinigten Königreich: Brexit-Risiken minimieren und den europäischen Kapitalmarkt stärken“ unterbreitet das Deutsche Aktieninstitut Vorschläge an die Verhandlungsführer, wie im Rahmen der anstehenden Austrittsverhandlungen Nachteile für die europäisch-britischen Wirtschaftsbeziehungen abgewendet werden können.

„Es liegt an den Verhandlungsführern, die künftigen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich so zu gestalten, dass die negativen Auswirkungen des Brexits für beide Seiten minimiert werden“, betont Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. „Mit unserem Positionspapier und den darin enthaltenen Handlungsempfehlungen tragen wir unseren Teil dazu bei, dass die Austrittsverhandlungen auf einer soliden kapitalmarktrechtlichen Grundlage beginnen können und letztlich zu guten Ergebnissen führen werden.“

Luka Mucic, Finanzvorstand der SAP SE und Mitglied des Vorstands des Deutschen Aktieninstituts, hebt die Bedeutung des Positionspapiers für die anstehenden Verhandlungen hervor. „Die Sicht des Deutschen Aktieninstituts und seiner Mitgliedsunternehmen wird in diesem Positionspapier sehr deutlich“, unterstreicht er. „Die Verhandlungsführer müssen alles daransetzen, Wettbewerbsverzerrungen durch Steuerdumping und einen Deregulierungswettlauf zwischen den britischen und EU-Märkten abzuwenden“, so Mucic.

Die zentralen Forderungen des Deutschen Aktieninstituts sind:

  • Die Nachteile für alle Beteiligten auf ein Minimum zu reduzieren und die Attraktivität der Märkte in Europa sicherzustellen;
  • Mit Übergangsregelungen Zeit zu gewinnen und den Fortbestand der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich zu sichern;
  • Mit Blick auf die Kapital- und Finanzmarktrechtssetzung die Drittstaatenregelungen zu erweitern, vereinheitlichen und effizienter auszugestalten;
  • Hinsichtlich der gesellschaftsrechtlichen Grundstrukturen die Funktionsfähigkeit bewährter und notwendiger Rechtsinstitute sicherzustellen.

Die vorliegenden Ergebnisse wurden im Rahmen des Brexit-Projekts des Deutschen Aktieninstituts erarbeitet, das mit Blick auf die umfassenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich die relevanten Themen identifizierte, die bei den Austrittsverhandlungen eine Rolle spielen.

Die interdisziplinär besetzte Projektgruppe, der Vertreter von Mitgliedsunternehmen des Deutschen Aktieninstituts angehören, wird die Austrittsverhandlungen inhaltlich begleiten und zum jeweiligen Verhandlungsstand gegebenenfalls Stellung nehmen.

Krümel oder Kuchen? Wie stark profitiert Frankfurts Immobilienmarkt vom Brexit?

Eine aktuelle Studie von Deutschen Bank Research analysiert potenzielle Auswirkungen des Brexits auf den Frankfurter Immobilienmarkt. Im Rahmen der Analyse werden der Büro- und Wohnimmobilienmarkt im Finanzzentrum Frankfurt im Hinblick auf aktuelle und zukünftige Preistrends ebenso wie Nachfrage- und Verfügbarkeitstrends untersucht. Außerdem vergleicht die Studie der Deutschen Bank verschiedene europäische Finanzplätze und zeigt auf, dass Frankfurt in mehrerlei Hinsicht eine naheliegende und finanziell tragbare Wahl für die Verlegung finanzieller Dienstleistungen aus Großbritannien darstellt.

Executive Summary

„Angesichts der hohen politischen Unsicherheit rund um das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union wird auch die Größe des Brexit- Kuchens, also der Abwanderung von Unternehmen und Arbeitnehmern, erst in einigen Jahren bestimmt werden können. Unabhängig von dem endgültigen Verhandlungsergebnis zwischen Großbritannien und der EU dürfte die Stadt Frankfurt einer der Profiteure sein.

Frankfurt ist bereits heute der Hauptfinanzplatz Kontinentaleuropas und kann dabei gegenüber anderen europäischen Städten auf eine Reihe weiterer Vorzüge verweisen: niedrige Mieten und Wohnungspreise, gute Infrastruktur, hohe wirtschaftliche Dynamik. Angesichts der Stärke der europäischen und auch außereuropäischen Wettbewerber wird Frankfurt aber wohl nur einen Teil des Brexit-Kuchens verbuchen.

Frankfurts Immobilienmarkt würde schon durch relativ wenige abwandernde britische Unternehmer und Arbeitnehmer deutlich an Dynamik gewinnen. Ein Beschäftigungsaufbau im Zuge des Brexits dürfte die Büronachfrage ankurbeln und zu einem Abbau des Leerstands und Mietsteigerungen im Büroimmobilienmarkt in erster Linie in innenstadtnahen Lagen beitragen. Nach dem Brexit-Referendum haben wir unsere erwarteten durchschnittlichen Mieterhöhungen im Spitzensegment auf über 2% pro Jahr bis zum Jahr 2020 angehoben (ein doppelt so starker Anstieg wie bisher in den Jahren 2018-2020).

Im Wohnungsmarkt gibt es bereits seit einigen Jahren Engpässe. Ein großer Nachfrageüberhang, es fehlen mehrere 10.000 Wohnungen, und zu wenig Bauland sind die Hauptursachen für die Preissteigerungen von rund 25% seit dem Jahr 2009. Ein zusätzlicher Brexit-Effekt könnte die Preise kräftig erhöhen. Als Daumenregel gilt dabei: 1.000 fehlende Wohnungen erhöhen die Quadratmeterpreise um 25 Euro. Unterstellt man eine zusätzliche Nachfrage von 5.000 Wohnungen, steigen die Wohnungspreise um 125 Euro oder rund 4% relativ zu aktuellen Niveaus.“

Die komplette Studie von Deutsche Bank Research können Sie hier herunterladen.

 

Frankfurt Main Finance

Brexit Fieber – FMF bei FINANCE-TV

Großbritannien hat sich entschieden die Europäische Union zu verlassen. Wie wird sich diese Entscheidung auf den Finanzplatz Frankfurt auswirken? Der Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., Hubertus Väth, war zu Gast bei FINANCE-TV, um über die Folgen eines Brexit für die europäischen Finanzzentren und die Möglichkeiten für Frankfurt zu sprechen. Wie einige Experten vorhersagen, könnten tausende von Jobs aus Londons Finanzdistrikt abgezogen werden und für diesen Fall war Frankfurt schon direkt nach der Verkündung des Referendums vorbereitet. In Kooperation mit Partnern, der FrankfurtRheinMain GmbH, Frankfurt Main Finance e.V. und der Frankfurt Economic Development wurde die Website welcometofrm.com gestartet, eine Informations-Hotline eingerichtet und eine Social Media Kampagne auf LinkedIn und Twitter, welche direkt auf Entscheidungsträger im Londoner Finanzdistrikt abgestimmt war, gestartet. Das vollständige Interview mit Hubertus Väth finden Sie unten angeführt.

 

Source: www.finance-magazin.de/finance-tv

Brexit Frankfurt Finance Summit

Frankfurt Main Finance bedauert das Votum des UK

Frankfurt Main Finance bedauert das Votum der Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen. Diese Entscheidung betrifft ganz Europa und verlängert die Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit insbesondere für den Standort Großbritannien. Jetzt werden langwierige Verhandlungen klären müssen, wie das Verhältnis zur Europäischen Union (EU) sein wird. Mit dem Austritt gibt Großbritannien die Vorteile einer Mitgliedschaft in der EU auf. Die Konsequenzen sind noch schwer abzusehen.

Frankfurt ist als stabiler Finanzplatz gut gerüstet, Akteure, die eine stabile Basis in der Eurozone suchen, aufzunehmen. Mit einem leistungsfähigen Immobilienmarkt sowie hervorragenden Angeboten in Bereichen wie Wirtschaftsprüfung, Rechtsberatung, Kommunikation oder IT steht Frankfurt bereit. Beispielsweise befindet sich in Frankfurt ein gut ausgebauter Internetknotenpunkt, über den 40 % des europäischen Datenverkehrs geht. Auch ein vertrauenswürdiger Datenschutz sowie gut ausgebildete Fachkräfte sprechen für Frankfurt als Standort. Mit dem Sitz der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank ist Frankfurt zudem das geld- und währungspolitische Zentrum Europas. Gerade für internationale Banken ist diese Nähe zur Zentralbank ein entscheidendes Kriterium für eine Ansiedlung. Als Sitz der European Insurance and Occupational Pensions Authority, kurz EIOPA, ist Frankfurt darüber hinaus auch das Stabilitätszentrum für die europäische Versicherungswirtschaft. Der nun andauernden Phase der Instabilität in Großbritannien setzt Frankfurt Offenheit, Stabilität, eine leistungsfähige Infrastruktur und günstige Rahmenbedingungen entgegen.