Oliver Wyman Analyse: Online-Wertpapier-Brokerage

Die Turbulenzen an den Aktienmärkten infolge der Corona-Krise trieben die Aktivitäten der Anleger nach oben und führten zu neuen Rekordzahlen. Sowohl die Zahl der Anleger als auch der Transaktionen nahm deutlich zu. Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung des Wertpapierhandels als attraktive provisionsbasierte Ertragssäule für die deutsche Bankenwelt. Oliver Wyman geht dabei von mehr als 1 Milliarde Euro pro Jahr „nur“ für Orderprovisionen und sonstige Gebühren der Brokerage-Anbieter aus und bemisst – neben einem erwarteten nachhaltigen Wachstum des zugrundeliegenden Marktes – eine Ertragskraft von jährlich rund 10 Milliarden Euro für den breiteren deutschen Wertpapiermarkt für Privathaushalte.

Diese Ertragssäule ist jedoch unter Beschuss und der Kampf um die nächste Milliarde an Erlösen ist eröffnet. 

Neue Anbieter (FinTechs) greifen mit Low-Cost-Angeboten und innovativer Bedienung via App an und graben somit den direkten Zugang zu der zukunftsträchtigen Kundenschicht der jungen Berufstätigen ab, gleichzeitig haben in den USA Ende 2019 mehrere Anbieter angeführt von Charles Schwab eine Gebührensenkung auf bis zu Null durchgeführt und könnten somit Vorbild für den deutschen Markt werden. Nicht zuletzt ist durch den zuerst geplanten Verkauf des Anbieters Flatex (FinTech Group) und der darauffolgenden angekündigten Übernahme des Wettbewerbers Degiro sowie dem Markteintritt von „Low-Cost-Anbietern“ wie Trade Republic, justTrade, Gratisbroker und weiteren auch hierzulande Bewegung im Markt.

Für das Management etablierter Anbieter besteht die Notwendigkeit, sich für eine von zwei klaren strategischen Stoßrichtungen zu entscheiden:

    • Eine defensive Konsolidierung mit dem Ziel, das Geschäft nicht weiter auszubauen, aber kostenschonend beizubehalten oder
    • Eine progressive Transformation mit dem Ziel, die Kundenbasis hin zur kritischen Masse weiter auszubauen und die Kundenschnittstelle breiter zu besetzen, etwa über eine Expansion in verwandte Kundengruppen und -angebote und/oder über eine intelligente Verzahnung mit dem restlichen Bankangebot

Die Analyse „Online-Wertpapier-Brokerage 2020“ von Oliver Wyman gibt einen Überblick über den deutschen Wertpapiermarkt, ordnet relevante Anbieter ein und zeigt Ertragshebel sowie strategische Optionen für Anbieter auf, um auch in Zukunft in diesem Markt bestehen zu können.

 

Die vollständige Analyse finden Sie hier als PDF-Datei: Online-Wertpapier-Brokerage.

Bild: mohamed Hassan/Pixabay

Aus der Kapitalmarktforschung: FIRM-Forschungspreis 2020 für Benjamin Clapham – Beitrag in der Börsen-Zeitung

Preisgeld von 30 000 Euro für den Preisträger und die betreuende Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung hat zum dritten Mal den FIRM-Forschungspreis verliehen. Gewinner in diesem Jahr ist Benjamin Clapham mit seiner Dissertation zum Thema Integrity and Efficiency of Electronic Securities Markets. Damit setzte er sich gegen 14 Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland durch.

Der FIRM-Forschungspreis unter der Schirmherrschaft des hessischen Staatsministers für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al Wazir, hat das Ziel, maßgebliche Forschung zum besseren Verständnis von Risikomanagement und Regulierung im Finanzdienstleistungssektor zu fördern. Eine hochkarätig besetzte Jury aus Vertretern von Wissenschaft und Wirtschaft hat unter allen mit summa oder magna cum laude promovierten eingereichten Arbeiten jene drei ausgewählt, die hochwertige theoretisch-konzeptionelle Grundlagenarbeit mit empirischer Forschung und innovativem Praxisbezug in bester Weise verbinden.

Die Teilnehmer der Endrunde, Jennifer Betz von der Universität Regensburg, Rebekka Buse vom Karlsruher Institut für Technologie und Benjamin Clapham von der Goethe-Universität Frankfurt, haben auf der FIRM-Forschungskonferenz am 14. Mai 2020 die wichtigsten Ergebnisse ihrer Arbeiten vorgestellt. Die digitale Konferenz stand unter der Leitung von Günter Franke, Universität Konstanz.

Erkennung von Manipulation

Durchsetzen konnte sich am Ende Benjamin Clapham mit seiner Arbeit über die Integrität und Effizienz elektronischer Wertpapiermärkte. Dazu heißt es in der Begründung der Jury: „Clapham hat durch seine sorgfältige Untersuchung von elektronischen Handelssystemen unser Wissen über deren Markt-Mikrostruktur erheblich erweitert. Insbesondere generiert er neue Erkenntnisse über die Wirkungen von Handelsunterbrechungen und Wirkungen des Hochfrequenzhandels.“

Betreut wurde Clapham von Peter Gomber, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. E-Finance, an der Goethe-Universität Frankfurt.

Leitende Fragestellung für Clapham war, wie technologische Entwicklungen und Marktdesign Integrität und Effizienz elektronischer Wertpapiermärkte beeinflussen. Mit der automatisierten Erkennung von Finanzmarktmanipulationen, der Ausgestaltung von Mechanismen zur Sicherung eines geordneten Handels und den Wirkungen des Hochfrequenzhandels beleuchtete er drei wesentliche Entwicklungen.

Die Vielzahl von Order-Updates algorithmischer Händler und die steigende Anzahl von Transaktionen erschweren die Erkennung von Marktmanipulationen. Um die Integrität von Wertpapiermärkten zu sichern, müssen Manipulationsarten anhand ihrer Charakteristika systematisiert und die Verfahren zu deren Erkennung automatisiert werden.

Klassifizierungsschema

Automatisierte Verfahren erlauben Finanzintermediären und Regulierungsbehörden, in den immensen Datenmengen Marktmanipulationen ressourcenschonend zu erkennen. Clapham entwickelt ein Klassifizierungsschema für alle Arten von Finanzmarktmanipulationen und liefert somit eine Grundlage für eine verbesserte Marktüberwachung. Eine weitere Herausforderung für die Marktintegrität liegt darin, eine kontinuierliche Preisentwicklung im fortlaufenden Handel sicherzustellen. Hochfrequenzhandel und andere algorithmische Handelsformen können bei überraschenden Marktentwicklungen zu Preisüberreaktionen oder sog. Flash Crashs führen, insbesondere wenn Handelsalgorithmen ungeeignet auf plötzlichen Marktdruck oder auf falsche Informationen reagieren. Daher wurden an den meisten Wertpapiermärkten Sicherungsmechanismen eingeführt, die Preiskontinuität und gleichzeitig Marktliquidität unter extremen Marktbedingungen gewährleisten sollen. Dazu dienen sogenannte Volatilitätsunterbrechungen, die bei starken Kursänderungen den kontinuierlichen Handel durch eine Auktionsphase für kurze Zeit stoppen. Clapham untersucht verschiedene Designs von Volatilitätsunterbrechungen und zeigt, wie verschiedene Designparameter die Effektivität von Sicherungsmechanismen beeinflussen. Seine Ergebnisse erlauben, Handlungsempfehlungen zur Ausgestaltung von Sicherungsmechanismen abzuleiten.

Eine viel diskutierte Frage betrifft den Magneteffekt von Sicherungsmechanismen. Veranlasst die Antizipation einer wahrscheinlich kurz bevorstehenden Unterbrechung des kontinuierlichen Handels die Händler, im Vorfeld rasch Ihre offenen Orders auszuführen und damit zusätzliche Volatilität und das ultimative Auslösen des Sicherungsmechanismus hervorzurufen? Während einige Untersuchungen stärkere Handelsaktivitäten und Preisänderungen im Vorfeld beobachten, kommt Clapham zu einem gegenteiligen Befund.

Hochfrequenzhandel?

Die Arbeit untersucht auch die Effekte des Hochfrequenzhandels auf Wertpapiermärkte. Clapham belegt, dass der Hochfrequenzhandel die Geld-Brief-Spanne verkleinert und die Wiederbefüllung des Orderbuchs nach einem Liquiditätsschock beschleunigt. Damit verbessert der Hochfrequenzhandel die Effizienz von Wertpapiermärkten.

Clapham konnte die Jury mit seiner Arbeit überzeugen. „Die Dissertation leistet einen wichtigen Beitrag zur Finanzmarktforschung, indem sie relevante Aspekte rund um die Integrität und Effizienz elektronischer Wertpapiermärkte beleuchtet“, so der Vorsitzende der Jury, Günter Franke. Die Erkenntnisse können von Börsen bei der Ausgestaltung von Handelsregeln und der operativen Marktüberwachung sowie von Aufsichtsbehörden für die Regulierung des Handels genutzt werden. Der nächste FIRM-Forschungspreis wird 2022 vergeben.

 

Autor: Prof. Dr. Dr. h. c. Günter Franke (Co-Beiratsvorsitzender von FIRM)

Studie beziffert Jobwachstum in Frankfurt durch Brexit

Wie hoch ist das gesamte, durch den Brexit ausgelöste Jobwachstum in Frankfurt und Umgebung? Diese und weitere Fragen diskutierten Journalisten mit Vertretern der WHU, der Wirtschaftsförderung Frankfurt und Frankfurt Main Finance. Anlass war die Veröffentlichung der Studie „Winning Frankfurt: Brexit Bankers Bring More Welfare To Frankfurt Than Just Their Jobs“.

Insgesamt 13 Journalisten kamen in den Räumlichkeiten von Frankfurt Main Finance zusammen, wo Professor Lutz Johanning und Moritz C. Noll vom Lehrstuhl für Empirische Kapitalmarktforschung der WHU – Otto Beisheim School of Management, Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt sowie Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance am 24. August die aktuelle Studie „Winning Frankfurt: Brexit Bankers Bring More Welfare To Frankfurt Than Just Their Jobs“ vorstellten.

Bereits im Vorfeld war klar, dass der Brexit zu Verlagerungen von Arbeitsplätzen in der Finanzbranche von London nach Frankfurt führen würde. Gut begründete Schätzungen gingen von rund zehn Tausend Jobs innerhalb der nächsten vier Jahre aus. Doch das gesamte, durch den Brexit ausgelöste Jobwachstum ist viel höher, so das Ergebnis der Studie. Der Fokus der Untersuchung lag auf den Multiplikatoreffekten und damit auf der Frage, welches Wachstum für andere Branchen ein Plus an Bankarbeitsplätzen nach sich zieht. Das Ergebnis zeigt, dass dieser Effekt – je nach Betrachtungsraum – 2,1 bis 8,8 Mal so hoch liegt. Geht man von zehn Tausend neuen Bankstellen aus, können folglich in den folgenden vier Jahren in der Rhein-Main-Region im optimistischen Fall bis zu 88 Tausend neue Stellen entstehen.

Winning Frankfurt: Brexit Bankers’ Welfare Effect Beyond Bringing Their Jobs [Herunterladen]

Potential für weiteres Wachstum der Deutschen-Start-up-Szene

Die deutsche Start-up-Szene hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Allerdings bleibt im internationalen Vergleich mit Israel, dem Vereinigten Königreich und Kalifornien weiter Raum  zur Verbesserung von Gründergeist und Rahmenbedingungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine EY-Studie, die in Kooperation mit der Deutschen Börse zu der Attraktivität von Start-up Ökosystemen, erstellt wurde. Luft nach oben gibt es insbesondere bei den regulatorischen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig loben die Autoren das Potential für künftiges Wachstum und Fortschritte, sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingung in Deutschland. Deutschland und insbesondere die Region Frankfurt Rhein-Main punktet mit guter Infrastruktur und moderaten Immobilienpreisen.

Besonders positiv wird das Vorantreiben der Digitalisierung der Finanzbranche am Finanzplatzt Frankfurt am Main erwähnt. Insgesamt sieben Inkubatoren in der Region Rhein-Main (FinTech Hub der Deutschen Börse, Unibator der Goethe Universität, Accelerator Frankfurt, Main Incubator, FinTech Headquarter, Digitalfabrik der Deutschen Bank, Tech Quartier, FinTech Lab VABN) fördern die Entwicklung noch junger Fintechs und deren Geschäftsideen. Als einen Anreiz für die Verbesserung der Fintechszene in Deutschland schlägt die Studie den Ausbau von Co-Working-Büroräume vor. Auch hier geht der Finanzplatz Frankfurt bereits mit guten Beispiel voran: Der Inkubator Tech Quartier beispielsweise bietet Arbeitsraum für Fintechs jeglicher Größe. Business Angels FrankfurtRheinMain – mit rund 100 Business Angels Deutschlands größte Organisation – bringt Start-ups mit Business Angels zusammen.

Lobend erwähnt wird in der Studie außerdem die „Digital Hub Initiative“ der Bundesregierung. Im Rahmen dieser Initiative zur Stärkung Deutschlands als führende Industrienation zeichnete die Bundesregierung im November 2016 den Finanzplatz Frankfurt als Digital Hub für FinTechs und Finanzdienstleistung aus. Der Finanzplatz Frankfurt bietet also zahlreiche Möglichkeiten für aufstrebende Fintechs.

InsurTech gewinnt weiter an Bedeutung in Deutschland

Deutsche InsurTech Start-ups wachsen stetig und ziehen verstärkt Geldmittel an. Eine kürzlich veröffentlichte EY-Studie zeigt die InsurTech Branche als neuen Shooting-Star in der FinTech-Gemeinschaft. InsurTechs sind finanztechnologische Start-ups. Sie versuchen im Rahmen der Digitalisierung, die Versicherungsbranche und den Zugang der Kunden zu Versicherungsprodukten zu modernisieren. Während andere FinTech-Sektoren bereits seit mehreren Jahren wachsen, befindet sich die InsurTech-Branche vergleichsweise noch in einer frühen Entwicklungsphase.

Der EY-Studie zufolge konzentrieren sich derzeit lediglich vier sogenannte Unicorns, Start-ups mit einem Marktwert von mehr als einer Milliarde Dollar, auf die Versicherungsbranche. InsurTechs konnten zwischen 2008 und 2015 weltweit 4,36 Milliarden US-Dollar Wagniskapital einsammeln. In Deutschland erreichten die Investitionen zwischen 2012 und dem ersten Quartal 2016 einen Wert von 53,52 Millionen Euro. Die meisten Mittel wurden im Jahr 2015 investiert. EY wertet diese Finanzierungswelle im vorangegangenen Jahr als Indikator für die zunehmende Bedeutung von InsurTechs. Beachtenswerte Beispiele der deutschen InsurTech-Branche sind die Unternehmen Friendsurance, Finanzchef24, Clark, Knip und Schutzklick – alle erreichten bereits 2015 die Serie B Finanzierungsrunde. Diese fünf Unternehmen vereinigen 88 Prozent aller bekanntgegebenen Investitionen der deutschen InsurTech-Branche auf sich.

Einflussfaktoren, die die Entwicklung von InsurTechs beschleunigen, sind laut Studie die Vernetzung und Big Data, der in infolge der Finanzkrise erhöhte Druck auf Zinssätze sowie die Unzufriedenheit der Kunden mit den niedrigen Zinsen.

Mit Blick auf die Studie erklärte Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V.: „Das Wachstum der FinTech- und InsurTech-Investments ist eine Entwicklung, die Mut macht. Diese Unternehmer gestalten die Finanzindustrie neu und entwickeln dabei Technologien, die nicht nur für den Endkunden, sondern auch für etablierte Akteure Wertsteigerung und Erhöhung der Effizienz bedeuten. Finanzinstitutionen tun gut daran, die Bedeutung dieser Start-ups zu erkennen. Frankfurt Main Finance hat sich an der Entwicklung des FinTech Ökosystems aktiv beteiligt, die Entstehung von FinTech Hubs gefördert und trägt durch das Sponsoring des FinTechGermany Awards dazu bei, die Aufmerksamkeit auf junge und erfolgreiche Unternehmen zu lenken.“

Im Rahmen der Studie wird weiter ausgeführt, dass InsurTechs unter anderem auch wegen regulatorischer Gründe weder in Deutschland noch international bisher in der Lage sind, eigenständige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Allerdings befinde sich die InsurTech-Branche noch in einem relativ frühen Entwicklungsstadium, das volle Entwicklungspotential könne noch nicht benannt werden. Viele im Ausland bereits bestehende Geschäftsmodelle seien zudem in Deutschland noch nicht reproduziert worden. Vor diesem Hintergrund erwartet EY die Entwicklung neuer Modelle vor allem in drei Bereichen: Big Data und Analyse, datenfokussierte Produkte sowie in der Unterstützung von Backoffice-Funktionen.

Dazu sagt Christopher Schmitz, Partner bei EY und einer der Studienautoren: „Die Digitalisierung wird die Versicherungsbranche nachhaltig verändern und das Tempo dieser Veränderungen für die Unternehmen wird in Zukunft noch zunehmen. Sie müssen sich stärker auf digitale Geschäftsmodelle konzentrieren und eigene Kapazitäten in-house aufbauen. Mit eigenen Innovation Labs oder Acceleratoren-Programmen werden sie innovativ und flexibel neue Geschäftsmodelle testen.“

Konkrete Herausforderungen für etablierte Versicherer sind bereits jetzt beobachtbar und werden zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen. Die Studie verdeutlicht die Notwendigkeit für Versicherer, ihre Digitalisierungsbemühungen zu verstärken und selbst entsprechende Fähigkeiten aufzubauen. Vor allem jedoch warnt die Studie etablierte Versicherer vor einem Verlust der Kundenbeziehungen. Die Studie kommt zu dem Fazit: „Obwohl das ‚Monopol‘ versicherungstechnischer Garantien und dementsprechender Risiken vorläufig bei den Versicherern bleiben wird, wird ein anhaltender Mangel an kundenzentrierten Produkten und Dienstleitungen früher oder später Versicherern ihre ertragsreichsten Dienstleistungen entziehen.“

Die InsurTech Studie können Sie auf der EY-Website herunterladen.

Accenture Studie zu wachsenden Fintech-Investitionen

Jüngste Ergebnisse der Studie des Dienstleistungsunternehmens Accenture zeigen ein rasantes Wachstum des Investitionsvolumens in der FinTech-Branche. Venture Capitalists, Private Equity Gesellschaften, Corporates und zahlreiche andere Investoren haben enorme Summen in globale FinTech Start-ups investiert.
„Die Innovationsdynamik der Fintech-Szene reicht inzwischen weit über die traditionellen Finanzzentren der Welt hinaus“, offenbart Friederike Stradtmann, Senior Manager bei Accenture Strategy im Bereich Financial Services und Expertin für digitale Geschäftsmodelle. Aus der Studie geht hervor, dass Investitionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 75 Prozent auf 22,2 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Der Anteil der Investitionen in Europa und Asien hat sich hierbei mit 62 Prozent fast verdoppelt. Die Accenture Analyse belegt, die wesentlichen Treiber dieses Wachstums sind Amerika, Asien und Europa. Während die Investitionen 2015 in China um 445 Prozent und damit auf 1,97 Milliarden US-Dollar gestiegen sind, folgt Indien mit 1,65 Milliarden US-Dollar Wachstum. In Deutschland legte das Investitionsvolumen um 840 Prozent auf  770 Millionen US-Dollar zu.
Obwohl es aktuell mehr disruptive als kooperative Fintech Start-ups gibt, zeigt die Analyse einen steigenden Trend zu Kooperationen zwischen Finanzinstituten und Fintechs. Während sich disruptive FinTechs als Konkurrenz zu anderen bezeichnen, bieten kooperative FinTechs innovative Lösungen für existierende Unternehmen an. Der Anteil kooperativer Fintechtransaktionen stieg von 38 Prozent im Jahr 2010 auf 44 Prozent in 2015.
In die FinTech Branche fallen alle Unternehmen, die in dem Zeitraum 2010 bis zum ersten Quartal 2016 Technologien in den Bereichen Banking, Corporate Finance, Kapitalmärkte, Finanzdatenanalyse, Zahlungsverkehr und Personal Finance Management bereitstellen.

Die Studie steht auf der Website des Unternehmens zum Download zur Verfügung.

Fintech Studie

Rhein-Main-Neckar ist Deutschlands dynamischste FinTech-Region

Im deutschen FinTech-Sektor herrscht Gründerstimmung. Insbesondere die Region Rhein-Main-Neckar hat in jüngster Zeit deutlich an Dynamik zugelegt: So stieg die Zahl der FinTech-Unternehmen hier im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 56 Unternehmen. Im übrigen Bundesgebiet lag diese Rate bei 13 Prozent. Damit steht die Region Rhein-Main-Neckar im deutschlandweiten Vergleich auf Rang zwei und nicht mehr allzu weit hinter Berlin und deutlich vor München.

Diese Ergebnisse erzielte die Studie „German FinTech landscape: opportunity for Rhein-Main-Neckar“, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY im Auftrag von Frankfurt Main Finance im März 2016 vorlegte.

Deutschlandweit stieg die Zahl der jungen FinTechs 2015 um 32 auf 250 Unternehmen. Das Volumen an investiertem Risikokapital hat sich von rund 200 Mio. Euro 2014 auf 576 Mio. Euro fast verdreifacht. Rund 13.000 Beschäftigte sind in der jungen Branche tätig.

Auch im internationalen Vergleich hat Deutschland der Studie zufolge zuletzt stark aufgeholt. Es wird erwartet, dass Deutschland und insbesondere die Region um Frankfurt künftig eine noch größere Rolle spielen werden, wenn das geplante Frankfurter FinTech-Zentrum realisiert wird.

Download Studie

FinTech-Standort Frankfurt mit großem Wachstumspotenzial

In Kooperation mit Frankfurt Main Finance hat das Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) im Oktober 2015 die Analyse „Positioning of the Rhein-Main Region as an attractive FinTech Hub“ erstellt. Erstmalig wurde eine  Bestandsaufnahme erhoben, um den Status und die Entwicklungsmöglichkeiten deutscher FinTech-Zentren zu beschreiben. Dazu wurden Vertreter etablierter Institutionen, aus der Politik, Regulatoren sowie FinTechs befragt. Das ermutigende Fazit: Frankfurt besitze großes Potenzial, das jedoch noch nicht ausgeschöpft sei.