CFS Index

CFS-Index beurteilt die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt sehr positiv

CFS-Index zeigt starke Stellenkürzungen bei den Finanzinstituten – starker Stellenaufbau bei den Dienstleistern

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima in der deutschen Finanzindustrie abbildet, steigt im dritten Quartal 2016 um 0,3 Punkte auf 110,6 Punkte. Der im Ergebnis zwar nahezu unveränderte Wert beruht auf einer stark gegensätzlichen Entwicklung der Mitarbeiterzahlen der Finanzinstitute und der Dienstleister. Während die Finanzinstitute aktuell einen – seit Beginn der Index-Befragungen im Jahr 2007 – historischen Tiefstand zu verzeichnen haben, stellen die Dienstleister verstärkt Personal ein. Darüber hinaus meldet die gesamte Finanzbranche wachsende Umsätze und Erträge. Besonders die Finanzinstitute verzeichnen nach erheblichen Ertragsrückgängen im ersten Halbjahr nun wieder einen deutlichen Anstieg, der noch höher ausfällt als zuvor erwartet wurde. Das Wachstum des Investitionsvolumens ist leicht rückläufig, befindet sich aber auf solidem Niveau.

„Die Zahlen reflektieren Strukturveränderungen in der Produktionsweise der Bankindustrie, insbesondere steigende Kapitalintensität und sinkende Mitarbeiterzahlen. Spiegelbildlich hierzu erhöhen sich die Mitarbeiterzahlen bei den externen Dienstleister, auch wegen des Trends zur Digitalisierung“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse des CFS-Index.

Finanzbranche beurteilt die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland sehr positiv

Die Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland hatte im Zuge des Brexit-Votums im zweiten Quartal einen historischen Höchststand von 136,8 Punkten erreicht gehabt. Auch im dritten Quartal bleibt der entsprechende Wert mit 128,3 Punkten auf überdurchschnittlich hohem Niveau, wenn auch abgeschwächt um – 8,5 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Finanzplatzes Frankfurt weiterhin groß ist. Unsere Funktion als Brücke zwischen London und der EU und das partnerschaftliche, konstruktive Vorgehen in der Diskussion der Brexit-Themen werden die internationale Bedeutung Frankfurts als wichtigstes Finanzzentrum im Euroraum weiter stärken.“

Stellenkürzungen treffen Finanzinstitute noch stärker als erwartet, und es wird mit weiteren Einsparungen im Personalbereich gerechnet

Der Stellenabbau fällt bei den befragten Finanzinstituten noch deutlicher aus als letztes Quartal bereits erwartet wurde. Zuvor wurde die Anzahl der Mitarbeiter auf neutralem Niveau stabil gehalten. Jetzt fällt der Sub-Index Mitarbeiter der Finanzinstitute im dritten Quartal um 13,7 Punkte auf ein – seit Beginn der Index-Befragungen im Jahr 2007 – historisches Tief von 86,0 Punkten, und die Finanzinstitute gehen für das laufende Quartal davon aus, dass sich die Situation weiter verschärft. Hingegen entwickelt sich der Mitarbeiterstab bei den Dienstleistern noch positiver als erwartet. Der entsprechende Sub-Index erhöht sich gegenüber dem Vorquartal deutlich um 11,8 Punkte auf 116,9 Punkte. Für das vierte Quartal sind die Dienstleister noch optimistischer.

Umsatzwachstum bei den Finanzinstituten

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der befragten Finanzinstitute fällt im dritten Quartal 2016 etwas höher aus als im Vorquartal erwartet wurde. Der entsprechende Sub-Index steigt um 2,5 Punkte auf 109,6 Punkte. Auch die Dienstleister halten ihre Umsätze erwartungsgemäß mit -1,0 Punkten auf hohem Niveau bei 119,7 Punkten stabil und rechnen für das laufende Quartal mit einem erhöhten Umsatzwachstum.

Finanzinstitute beenden Ertragsrückgang – Die Finanzbranche blickt positiv auf das laufende Quartal

Bei den Erträgen melden beide Gruppen im dritten Quartal einen Zuwachs. Besonders die Finanzinstitute verzeichnen nach erheblichen Ertragsrückgängen im ersten Halbjahr nun wieder einen deutlichen Anstieg, der noch höher ausfällt als zuvor erwartet wurde. Der entsprechende Sub-Index steigt bei den Finanzinstituten um 7,0 Punkte auf 103,9 Punkte, bei den Dienstleistern um 2,2 Punkte auf 115,3 Punkte. Bei beiden Gruppen ist der Ausblick auf das laufende Quartal positiv.

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen ist leicht rückläufig, befindet sich aber auf solidem Niveau. Bei den Finanzinstituten sinkt der Sub-Index, entgegen den Erwartungen, um 2,2 Punkte auf 110,1 Punkte, bei den Dienstleistern bleibt der Sub-Index mit -0,4 Punkten bei 112,2 Punkten stabil. Beide Gruppen befinden sich somit nach wie vor auf nahezu gleichem Stand und erwarten keine wesentlichen Änderungen für das laufende Quartal.