CFS Index

CFS-Index gibt leicht nach

Finanzinstitute erwarten Umsatz- und Ertragsrückgang trotz positivem Quartalsergebnis

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt leicht um 0,9 Punkte auf 112,9 Punkte. Dabei weichen die Erwartungen stark von der aktuellen, positiven Lage der befragten Finanzinstitute und Dienstleister ab. Die Unternehmen können ihre Umsätze bzw. ihr Geschäftsvolumen deutlich ausbauen. Andererseits erwarten besonders die Finanzinstitute einen starken Rückgang für das laufende Quartal. Das Investitionsvolumen bleibt hingegen nahezu unverändert. Auch der Stellenabbau fällt bei den Finanzinstituten niedriger aus als erwartet und signalisiert nach erheblichen personellen Einschnitten in 2015 mit 100 Punkten nun eine neutrale Stimmungslage.

„Die wachsende Verunsicherung zur wirtschaftlichen und politischen Situation in Deutschland fordert ihren Tribut auch in der Finanzbranche: Obwohl sich die Wertschöpfung in der Finanzwirtschaft gut entwickelte, sind die Erwartungen für das kommende Quartal eingetrübt.“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies und wissenschaftlicher Leiter der Umfrage, die Ergebnisse.

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister können ihre Umsätze bzw. ihr Geschäftsvolumen entgegen der schwachen Zuwächse der vorangegangenen Quartale deutlich ausbauen. Der entsprechende Sub-Index steigt im vierten Quartal bei den Finanzinstituten um 5,1 Punkte auf 117,4 Punkte und liegt somit auf dem Vorjahresniveau. Die Dienstleister steigern ihre Umsätze um 3,6 Punkte auf 126,4 Punkte und liegen damit knapp über dem Vorjahresstand. Dennoch zeigen sich die Finanzinstitute für das laufende Quartal weniger optimistisch und rechnen mit deutlich rückläufigen Zuwächsen. Die Dienstleister hingegen erwarten einen nicht ganz so starken Rückgang.

Auch die Erträge der Finanzinstitute und Dienstleister entwickeln sich im vierten Quartal erstmalig wieder stärker positiv und übertreffen die Erwartungen aus dem Vorquartal. Bei den Finanzinstituten steigt der Sub-Index um 3,2 Punkte auf 108,2 Punkte, liegt damit jedoch noch 8,2 Punkte unter dem Vorjahresniveau. Auch die Dienstleister verzeichnen nach einem Rückgang im Vorquartal ein starkes, positives Ertragswachstum. Der Sub-Index steigt für diese Gruppe um 9,2 Punkte auf 121,3 Punkte. Trotz dieser positiven Entwicklung erwarten Finanzinstitute und Dienstleister gleichermaßen verstärkt rückläufige Zuwächse.

Der Sub-Index Investitionen in Produkt- und Prozessinnovationen bleibt nahezu unverändert. Bei den Finanzinstituten liegt der Zuwachs an Investitionen mit 108,6 Punkten nur 0,8 Punkte unter dem Niveau des Vorquartals und 1,8 Punkte unter dem Wert des Vorjahres. Die Dienstleister verzeichnen mit 115,2 Punkten ein um 1,5 Punkte höheres Investitionsvolumen als im Vorquartal und liegen somit auf dem Vorjahresniveau.

Neutrale Stimmungslage der Finanzinstitute bei der Anzahl der Mitarbeiter

Nach dem deutlichen Stellenabbau der Finanzinstitute in den ersten Quartalen 2015 und der darauf folgenden Wende hin zu einem deutlichen Stellenaufbau im dritten Quartal, sinkt der Mitarbeiter Sub-Index aktuell leicht um 1,3 Punkte und signalisiert mit 100 Punkten nun eine neutrale Stimmungslage bei den Finanzinstituten. Dabei liegt der Indexwert 4,3 Punkte unter dem Vorjahresstand. Auch die Dienstleister bewegen sich, entgegen eines erwarteten Stellenaufbaus, mit einem Wert von 115,2 Punkten auf nahezu unverändertem Niveau.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland entwickelte sich nach Einschätzung der Umfrageteilnehmer in 2015 leicht rückläufig. Der entsprechende Index-Wert liegt mit 119,9 Punkten 4,9 Punkte unter seinem bisherigen Höchststand von vor einem Jahr (124,8 Punkte).

Detailliertere Ergebnisse des aktuellen CFS-Finanzplatzindex erhalten Sie am Center for Financial Studies

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