Das Newcomers Festival: Informationen und Orientierung für Neu-Frankfurter aus dem Ausland

Ein neuer Job, eine neue Stadt, ein neues Land, eine neue Sprache – wie David Hart aus den USA haben bereits viele diesen großen Schritt gewagt. Und viele haben dabei ähnliche Erfahrungen gemacht wie der ehemalige Journalist und heutige Kommunikations- und Veranstaltungsexperte: Es ist eine Herausforderung und ein Abenteuer, aber manchmal ist man von den vielen Veränderungen auch schlicht und einfach überfordert. Als Hart vor 30 Jahren erstmals nach Deutschland kam, hätte er nach neun Monaten fast das Handtuch geworfen, danach aber kam der Durchbruch und das Ankommen in Frankfurt. Es ist diese Verunsicherung der Expats, bei der die von Hart gegründete Agentur Communication Solutions ansetzt. Er und sein Team stellen Informationen zum Wohnen und Arbeiten, zu Schulen und Netzwerken sowie zu Wochenendplanung und Freizeitgestaltung zur Verfügung. Gleichzeitig bieten sie Orientierung, die dabei hilft, sich im allgemeinen Informations(über)angebot, in der fremden Sprache und trotz kultureller Unterschiede zurechtzufinden. Sie wollen die Region zugänglicher machen, Neuankömmlingen helfen, sich schneller einzuleben.

„Frankfurt ist eher eine Stadt für die Liebe auf den zweiten Blick“, fasst David Hart seine damaligen Erfahrungen zusammen, „am Anfang kennt man nur das Auffällige, so wie den Flughafen und die Messe“. In Frankfurt befänden sich nicht alle Highlights in zentraler Lage, wie beispielsweise in London, sondern die ganze Region trage zur Attraktivität des Standortes bei. Daher brauche man eine Weile, bis man die vielen Besonderheiten für sich entdeckt habe. „Ich habe so viele Informationen gesammelt über Frankfurt, über das kulturelle Angebot, über Clubs und Vereine in der Region, das wollte ich mit den vielen Expats, denen es ähnlich ergeht, teilen. Hierfür wollte ich eine Plattform zum Austausch schaffen und somit etwas zur Willkommenskultur beitragen“, so Hart im Interview mit Frankfurt Main Finance.

Das Newcomers Festival war geboren. Am 9. September findet die Veranstaltung bereits zum 18. mal statt. Gegenüber dem ersten Newcomers Festival 2001 beobachtet Hart deutliche Veränderungen in der internationalen Community Frankfurts. „Als ich nach Frankfurt kam, lebten hier vor allem Briten und US-Amerikaner. Heute ist die Community, unter anderem durch das Ende des Kalten Krieges sowie durch die Ost-Erweiterung der Europäischen Union, internationaler und bunter geworden. Wir sind mittlerweile wie ein Abbild der Vereinten Nationen, aus so vielen unterschiedlichen Ländern stammt die Expat-Community in Frankfurt heute“, beschreibt David Hart seine Beobachtungen. Seine Arbeit ist hierdurch deutlich vielfältiger geworden, es entstanden durch die vielen verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen kulturellen Hintergründe aber auch neue Herausforderungen für die Vernetzung der Community und die dementsprechenden Konzepte und Plattformen. Auch diese Entwicklung spiegelt das Newcomers Festival wider.

Das Newcomers Festival ist ein Event für die ganze Familie. Es bietet einen Überblick über das gesamte Rhein-Main-Gebiet: Regionen, Städte und Gemeinden stellen sich und ihr Freizeitangebot vor, Dienstleister machen die Besucher mit ihrem Angebot vertraut, Schulen und Hochschulen präsentieren sich und unterschiedliche Kirchen sind vertreten. Auch Clubs und Netzwerke werden vor Ort sein. Eine Veranstaltung zu den „weichen Standortfaktoren“, wie Hart zusammenfasst. Es gibt Ausstellungen, Seminare und Workshops, ergänzt durch praktische Informationen zum Leben und Arbeiten in Deutschland, Frankfurt und der Region. Außerdem erwartet die Besucher ein musikalisches Rahmenprogramm und das gastronomische Angebot spiegelt jenes der Region wider. Das Festival findet am Sonntag den 9. September von 13 bis 18 Uhr im Frankfurter Rathaus, dem Römer, statt, der Eintritt ist frei.

Veranstaltungen wie das Newcomers Festival werden auch aufgrund des stetigen Wachstums Frankfurts immer wichtiger: „Letztes Jahr hatten wir einen Netto-Zuzug von 13.000 Neu-Frankfurtern. Und man bemerkt auch schon eine erhöhte Nachfrage wegen des Brexits. Und das, obwohl der Brexit noch verhandelt wird und in dieser Hinsicht noch viel Unsicherheit besteht“ berichtet Hart. Wichtig sei nun vor allem, dass das Wachstum in Frankfurt angemessen gemanagt werde. Beim Verkehr, bei Schulen und Kindergärten sowie beim Wohnraum müsse entsprechend reagiert werden. Aber Hart ist sehr zuversichtlich, dass „im Rhein-Main-Gebiet hierfür gerade die richtigen Weichen gestellt werden“. Schließlich habe die Region in den letzten 30 Jahren bereits sehr viel an Lebensqualität hinzugewonnen und es sei vieles richtig gemacht worden.

 

Bildquelle: Newcomers Festival