Die Bedeutung eines integrierten europäischen Finanzmarktes hervorheben

Jacqueline Mills, Geschäftsführerin und Leiterin des AFME-Büros in Frankfurt

Jacqueline Mills, Geschäftsführerin und Leiterin des AFME-Büros in Frankfurt

Im Mai veranstaltet die Association for Financial Markets in Europe (AFME) ihre erste Konferenz zum Thema Aufsicht und Finanzintegration in Frankfurt – hier erklärt Jacqueline Mills, Geschäftsführerin und Leiterin des AFME-Büros in Frankfurt, warum AFME sich entschieden hat, die Präsenz in Frankfurt zu erweitern und welche Themen auf der Tagesordnung der Konferenz stehen werden.

Im Februar 2017 haben Sie ein Büro am Finanzplatz Frankfurt eröffnet, um die europäische Präsenz von AFME auszubauen. Warum haben Sie sich für Frankfurt entschieden?

AFME beschloss vor zwei Jahren, die europäische Präsenz auf Frankfurt auszudehnen, um die Beziehungen zu einigen der wichtigsten EU-Institutionen – darunter SSM, EZB und ESRB – zu vertiefen. Unser Schwerpunkt liegt auf der Bankenaufsicht der EZB. Viele unserer Mitglieder werden in erster Linie von der EZB beaufsichtigt. Außerdem hat die EZB eine direkte Aufsichtsfunktion für eine wachsende Zahl unserer Mitgliedsunternehmen, die ihren Sitz außerhalb der Eurozone haben. Als Herzstück der deutschen Finanzwirtschaft bietet uns Frankfurt zudem die Möglichkeit, mit lokalen Aufsichtsbehörden wie der BaFIN und der Bundesbank sowie anderen europäischen Organisationen wie EIOPA zusammenzuarbeiten.

Was sind die Ziele der AFME, insbesondere in Bezug auf Brexit?

Als paneuropäische Handelsorganisation engagieren wir uns für die Förderung liquider europäischer Kapitalmärkte. Wir haben gut etablierte Beziehungen in der EU27 und im Vereinigten Königreich. AFME möchte als Brücke zwischen den Marktteilnehmern und politischen Entscheidungsträgern in ganz Europa fungieren und dabei auf unsere starken und langjährigen Beziehungen, unser technisches Wissen und unsere faktenbasierte Arbeit zurückgreifen. Insbesondere unsere Brexit-Arbeit stützt sich auf diesen Ansatz. Vor allem haben wir uns darauf konzentriert, sicherzustellen, dass sich die Entscheidungsgemeinschaft des potenziellen Cliff-Edge-oder No-Deal-Szenarios bewusst ist. Unsere Arbeit hat dazu beigetragen, dass die EU27 und einzelne Mitgliedstaaten, einschließlich des Vereinigten Königreichs, viele, wenn nicht sogar alle dieser Themen angegangen sind. Natürlich bleibt die Unsicherheit bestehen und wir sind bestrebt, unseren Mitgliedern bei der Orientierung zu helfen. Wenn und sobald der Ausstieg des Vereinigten Königreichs besser definiert ist, werden wir – im Namen unserer Mitglieder – dazu beitragen, die zukünftigen Beziehungen für Finanzdienstleistungen zwischen der EU27 und dem Vereinigten Königreich zu gestalten.

Was werden die Hauptthemen der Konferenz am 23. Mai 2019 sein? Für welche Zielgruppe ist es geeignet?

Die Geschäfte der AFME-Mitglieder erstrecken sich über mehrere Regionen und verbinden so die Endverbraucher mit Kapital- und Liquiditätsquellen. Allerdings ist der globale Bankensektor zunehmend mit einer Fragmentierung nach nationalen und regionalen Gesichtspunkten konfrontiert, die unnötige Starrheit und Kosten verursacht. Auf europäischer Ebene sind die wirtschaftlichen Vorteile eines vollkommen integrierten Marktes für Finanzdienstleistungen gut verstanden, aber die Fortschritte entwickeln sich langsam.

Die Konferenz, die unsere erste in Frankfurt ist, wird sich daher mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Projekte der EU im Bereich Banken und Kapitalmarktunion befassen. Auf der Konferenz werden auch praktische Vorschläge zur Verwirklichung des europäischen Aufsichtsrahmens erarbeitet, der erforderlich ist, um diese sich gegenseitig verstärkenden Ziele zu unterstützen. Und es wird geprüft, wie eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Aufsicht ermöglicht werden kann. Wir hoffen, dass die Veranstaltung Anlass zum Nachdenken für die nächste Amtszeit der Kommission geben wird.

Zu den Höhepunkten der Tagesordnung gehören Grundsatzreden von Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen und von dem Vizepräsidenten der EZB, Luis de Guindos. Wir haben auch eine breite Palette von Rednern, darunter Vertreter von FSB, EBA, EZB, UK PRA und dem US Federal Reserve Board sowie Branchenführer aus einer Vielzahl von Kapitalmarktunternehmen in ganz Europa.

Über diesen Link können Sie sich für die Teilnahme an der Konferenz anmelden.