Financial Centre Frankfurt

Die Zukunft können wir nur vernetzt denken

Hierfür ist Frankfurt gut gerüstet – Forum schafft Raum für Diskurse zu vielen Themen

Peter Feldmann. © Stadt Frankfurt am Main

Von Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt

Frankfurt Main Finance vereinigt zwei Traditionen, die für Frankfurt besonders bedeutsam sind. Das ist zum einen die bis in das 13. Jahrhundert zurückgehende Geschichte als Handels- und Finanzplatz, zum anderen die ebenso lange Historie bürgerschaftlichen Engagements. Es gehört bei uns zur Tradition der Händler und Gilden, die gemeinsamen Interessen durch Eigeninitiative zu unterstützen. Der Verein Frankfurt Main Finance führt dieses Prinzip in moderner Form weiter, weshalb ich als Oberbürgermeister der Stadt herzlich zum zehnjährigen Jubiläum gratuliere.

Eng am Puls der Stadt

Frankfurts Wohlstand ist untrennbar mit seiner Rolle als internationaler Finanzplatz verbunden. Mit seinem klaren Bekenntnis zur Region als zweitgrößtem Wirtschaftsraum der Republik ist Frankfurt Main Finance für uns zu einem unersetzlichen Partner im Standortmarketing geworden.

Dabei betont die Initiative nicht nur die harten Standortfaktoren Frankfurts wie verkehrsgünstige Lage, Standort von Unternehmen internationalen Ranges sowie die Rolle als europäisches Zentrum der Geldpolitik und -regulierung. Sie wirbt ebenso engagiert mit der Lebensqualität der Region. Das geschieht eng am Puls der Stadt: Wer News zum Gewinn des DFB-Pokals durch die Eintracht oder über die neue Altstadt sucht, wird auf den Seiten von Frankfurt Main Finance fündig. Wer als Neuankömmling Freizeittipps sucht, findet sie auch hier. „Finanzplatzinitiative“ mag spröde klingen, ist es aber nicht.

Frankfurt Main Finance schafft als Forum Raum für Diskurse zu vielenThemen, die sich mit dem Finanzplatz beschäftigen. Dabei bindet der Verein Akteure aus Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden ein. Er führt so mehrere Blickwinkel zusammen und überwindet die Grenzen der genannten Disziplinen. Impulse wie etwa zu Sustainable Finance, die wirtschaftliche und ökologische Komponenten vereinen, zeigen das beispielhaft auf.

Von diesem interdisziplinären Ansatz profitieren Finanzplatz und Stadt. Ebenso vielfältig ist die Herangehensweise: Tagungen, Get-togethers, Reisen zu internationalen Standorten, Fachpublikationen zum Download, Social-Media-Angebote – ein Kommunikationsmix, dessen Facettenreichtum beeindruckt. Hier ist die Stadt gerne Partner, wie zuletzt mit einer gemeinsamen Tour für Wirtschaftsjournalisten zum Thema Euro-Clearing.

Fintechs nehmen einen breiten Raum im Angebot der Initiative ein. Unternehmen, welche die Stadtbesonders im Fokus hat, – ebenso wie Frankfurt für diese als Alternative zu anderen Standorten wie Berlin immer wichtiger wird: Die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) befragte 2017 bundesweit 450 Unternehmen, deren Gründung nicht länger als zehn Jahre zurückliegt. Darunter waren 50 Start-ups im Großraum Frankfurt, auch aus den Branchen E-Commerce und Financial Services. 90 % davon rechnen mit einer steigenden Bedeutung Frankfurts als Start-up-Hub. Fast alle bewerten das Gründerklima als „gut“ oder „sehr gut“.

„Es gehört bei uns zur Tradition der Händler und Gilden, die gemeinsamen Interessen durch Eigeninitiative zu unterstützen. Der Verein Frankfurt Main Finance führt dieses Prinzip in moderner Form weiter.“

Die Statistik bestätigt diese Einordnung. Berlin hat 3,7 Millionen Einwohner, Hamburg 1,86 Millionen. Frankfurt, mit 730 000 Einwohnern die fünftgrößte deutsche Großstadt, liegt bei den Gründungen auf Platz 3. Um diese Entwicklung zu forcieren, habe ich die Initiative zur Gründung eines großen Institutes für künstliche Intelligenz ergriffen. Dieses soll Brücken bauen zwischen Wissenschaft und Theorie sowie Wirtschaft und Praxis. Wir werden so die Chancen der technologischen Zukunft einem breiten Publikum aus Wirtschaft und Gesellschaft zugänglich machen.

Vielversprechendes Ökosystem

Die positive Entwicklung in unserer Stadt bestätigen auch andere. In einer von der Goethe-Universität und weiteren Partnern in Auftrag gegebenen Studie heißt es: „Die Botschaft ist klar: Frankfurt ist ein vielversprechendes Ökosystem, aber es gibt immer noch Schlüsselbereiche, in denen die Zusammenarbeit dringend notwendig ist.“ Hier zeigt sich eine weitere wertvolle Funktion der Initiative: Die Stadt hat einen Partner an ihrer Seite, der mit kritischem Blickwinkel auf Verbesserungspotenziale hinweist. Denn wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Das funktioniert aber nur im Zusammenspiel vieler. Hierzu zählen nicht nur die mehr als 200 Kreditinstitute – davon rund 160 Auslandsbanken – und die Regulierer wie Europäische Zentralbank (EZB), Deutsche Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Über Grenzen hinaus schauen

Für den analytischen Blickwinkel sorgt das dichte Netzwerk der Finanzwissenschaft in der Region. Ebenso nötig ist es, über die eigenen Grenzen hinauszuschauen, etwa in das Versicherungswesen, in die Realwirtschaft oder zu anderen Finanzplätzen. Hierfür bietet der Verein Frankfurt Main Finance den passenden Rahmen, weshalb die Stadt zu seinen Mitgliedern zählt. Denn die Zukunft des Finanzplatzes können wir nur vernetzt denken. Hierfür ist die Stadt gut gerüstet!

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