Digitalizing Africa: The rise of FinTech Companies

Wie entwickelt sich das globale FinTech-Ökosystem? Vor welchen Herausforderungen und Chancen stehen vor allem afrikanische Länder? PWC und Casablanca Finance City haben in der Studie „Digitalizing Africa: The Rise of FinTech Companies“ diese und weitere Fragen genauer beleuchtet. Ziel der Studie ist es, das allgemeine Bewusstsein für die Entwicklungen der FinTechs weltweit, mit klarem Fokus auf Afrika, zu stärken.

Die Fintech-Branche ist dank drei wichtiger globaler Trends rapide gewachsen:

  1. ein sich schnell veränderndes technologisches Umfeld
  2. sich ändernde Kundenanforderungen
  3. und die strukturellen Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf die traditionellen Finanzunternehmen.

Das technologische Umfeld der Finanzbranche ist im Wandel

Fintech-Unternehmen haben traditionelle Modelle durchbrochen, indem sie innovative Technologien praxisbezogen anwenden. Beispiele hierfür sind Data Analytics, Artificial Intelligence und Blockchain. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass das globale BIP bis 2030 um 14 Prozent steigen wird – Grund dafür sei die vermehrte Verwendung intelligenter Systeme.

Kundenanforderungen und -verhalten stellen neue Herausforderungen

Vor allem im Zuge der Finanzkrise verloren einige Konsumenten das Vertrauen und zweifelten die Loyalität der Finanzunternehmen an. In dieser Zeit der Skepsis fielen FinTech-Unternehmen positiv auf. Heute gelten diese Unternehmen für viele End-Konsumenten als Alternative. Die Studie führt folgende „Pain Points“ an, die Kunden traditioneller Finanzunternehmen kritisieren: minderwertige Kundenbetreuung, keinen Ansprechpartner, hohe Kosten und eine langsame Anpassungsrate an Veränderungen und unpersönliche Lösungen. Fintech-Unternehmen finden in der Regel einen disruptiven Weg, um diese Probleme zu lösen, indem sie ein neues Modell entwickeln, um den Kunden anzusprechen.

Ein Zitat von Jamie Dlmon, JP Morgan Chase & Co. Chairman and Chief Executive Officer, verdeutlicht dies in der Studie: „Silicon Valley is coming. There are hundreds of startups with a lot of brains and money working on various alternatives to traditional banking. They are very good at reducing ‘the pain points’.“

Auf der Seite der individuellen Endkunden zeigt sich, dass eine wachsende Zahl von Menschen auf der ganzen Welt heute Zugang zu Medien hat, die es ihnen ermöglichen, neue digitale Dienste zu entdecken. Verbraucher kauften 2018 über ihre Mobiltelefone im Wert von 4 Milliarden Dollar ein. Die Autoren der Studie schätzen, dass dieser Wert in wenigen Jahren auf 34 Milliarden Dollar anwachsen wird.

Afrikanische FinTechs gewinnen an Dynamik

FinTech-Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent gewinnen an Bedeutung. Ihre Zahl ist bis Ende 2017 auf über 300 gestiegen. Sie sind einer der am aktivsten unterstützten Start-up-Sektoren des Kontinents.

Die Mehrheit der Fintech-Unternehmen in Afrika setzt auf innovative Lösungen für Geldtransfers und Zahlungen und richtet sich vor allem an die Bevölkerung ohne Bankverbindung. Geldtransfers und Zahlungslösungen von Mobilfunkbetreibern haben dazu beigetragen, viele Menschen aus Armut zu befreien und eine echte finanzielle Integration auf dem gesamten Kontinent zu schaffen.

Da immer mehr Menschen auf Mobilfunkabonnements angewiesen sind und das Internet in Afrika  nutzen, sinken die durchschnittlichen Verkaufspreise für Smartphones. Hier können FinTechs ansetzen und es vielen Menschen ermöglichen, Bankaktivitäten zu realisieren. In Südafrika nutzten in 2016 beispielsweise bereits 54 Prozent der Bevölkerung das Internet – 2005 waren es noch 7 Prozent.

Zusammenfassend zeigt die Studie aber auch, dass sich die meisten afrikanischen Fintech-Unternehmen weiterhin auf Retailbanking-Produkte (insbesondere Zahlungen und Transfer) konzentrieren und nur in geringerem Maße auf das Firmenkundengeschäft.

 

Die Studie finden Sie unter folgendem Link:

CFC Africa Insights: Digitalizing Africa. The Rise of FinTech-Companies