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Im Zuge des Brexit werden einige Banken ihren Standort verlagern. Da kommen viele Fragen auf – politische und auch ganz praktische.

Die Suche nach der Standortalternative zu London treibt derzeit die global agierenden Banken um. Einige haben sich schon für Frankfurt entschieden und siedeln derzeit um. Andere wägen die Vor- und Nachteile der Alternativen in der Europäischen Union (EU) noch ab. Frankfurt hat in diesen Vergleichen einige Pluspunkte.

Als internationales Finanzzentrum hat Frankfurt vieles zu bieten. Allein schon der Sitz der europäischen Zentralbank verleiht dem Standort eine Sonderstellung. Aber es gibt noch mehr handfeste Argumente. Deshalb wird – nicht erst seit der finalen Brexit-Entscheidung – von Stadt und Land, von Politikern und Interessensvertretungen mit größtem Engagement daran gearbeitet, die Entscheider in den Banken mit fundierten Informationen zu versorgen.

Knackpunkt Arbeitsrecht

Einer der Knackpunkte, der in Gesprächen immer wieder aufkommt, ist der Kündigungsschutz im deutschen Arbeitsrecht. Dieser fordert, dass Alternativbeschäftigungen ausgelotet werden müssen. Verliert ein Händler Geld für seinen Arbeitgeber, will der ihn nicht anderweitig beschäftigen müssen. Denn in den Handelsräumen läuft das Spiel anders. Dort finden die Händler zwar weniger Sicherheit, werden dafür aber weit besser bezahlt. Rund 80 Prozent der Einkommensmillionäre aus den Banken der EU sitzen in London. Die meisten davon sind im Handel beschäftigt. Dieser Deal geht für beide auf: Will ein Arbeitgeber sich von einem Mitarbeiter trennen, bekommt der eine einfach zu bestimmende Abfindung.

Wie wichtig dieser Aspekt ist, weiß auch die Politik. Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer hat sich dem Thema schon länger verschrieben: „An unserer Zielsetzung, den Kündigungsschutz bei Mitarbeitern von Kredit- und Finanzdienstleistungsunternehmen mit sehr hohem Einkommen zu lockern, hat sich nichts geändert“, betonte er dieser Tage erneut. Er weiß sich mit der Mehrzahl der Menschen einig, dass ein Händler mit hohem Gehalt weniger schutzbedürftig ist, als der normale Bankangestellte. Und damit trifft er bei den Standortentscheidern in den Großbanken auch ins Schwarze.

Pauschal am Einkommen könne eine Lösung aber nicht festgemacht werden, ist sich der Finanzminister sicher: „Es hat sich gezeigt, dass eine passgenau auf die Kredit- und Finanzierungsunternehmen zugeschnittene Lösung im Arbeitsrecht deutlich größere Unterstützung findet.“ Gemeint ist damit, einen eng definierten Personenkreis der Risikoträger vom rigiden Kündigungsschutz auszunehmen – und damit einem der Hauptkritikpunkte am Standort die Grundlage zu entziehen. Die hessische Landesregierung hält diese gesetzliche Änderung für realisierbar und rechnet nach der Bundestagswahl – im Herbst 2018 – mit einer Vorlage.

Dr. Thomas Schäfer, Finanzminister Hessen: „Wir wollen den Kündigungsschutz für den Personenkreis der Risikoträger in Kredit- und Finanzdienstleistungsunternehmen lockern.“

Go Frankfurt Tax

Fragen gibt es auf der Insel aber auch zum erklärungsbedürftigen deutschen Steuerrecht. Eine große Hürde ist dabei nicht nur die Auslegung des Gesetzes, sondern auch die deutsche Sprache. Um all jenen zu helfen, die als Brexit-Zuzügler nach Frankfurt kommen wollen, hat das hessische Finanzministerium deshalb eine englischsprachige Homepage und Hotline eingerichtet. Es ist ein Angebot für die ganz praktischen Fragen, die aufkommen, wenn Mitarbeiter und ihre Familien in ein anderes Land, eine neue Stadt mit einer fremden Sprache ziehen. Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland hat den Service Mitte Juni freigeschaltet: „Rufen Sie uns an, schreiben Sie eine Mail oder besuchen Sie uns online. Wir helfen gerne auf Englisch weiter.“

Dr. Bernadette Weyland, Hessens Finanzstaatssekretärin: „Bürgerservice hat bei uns eine lange Tradition. Diesen Service bieten wir nun auch auf Englisch an.“

Frankfurt findet Gehör

Von der großen politischen Entscheidung bis zur kleinen Hilfe in alltäglichen Fragen – es ist derzeit vieles in Bewegung, um Frankfurt zu einem attraktiven und auch sympathischen Standort für Mitarbeiter der Banken aus aller Welt zu machen. Das Richtige tun ist in einem solchen Standortwettbewerb die unabdingbare Voraussetzung. Darüber zu reden, die unverzichtbare Kür. Das ist auch das Motto von Hubertus Väth, der als Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance seit dem Brexit-Entscheid über 600 Gespräche mit Journalisten aus aller Welt geführt hat: „Wir haben erreicht, dass die Welt über Frankfurt spricht. Wir sind in der Poleposition für die Ansiedlung von Europazentralen von großen Banken nach dem Brexit und können schon zahlreiche Erfolge verbuchen.“ Deshalb trifft er sich nicht nur mit den Vertretern großer, renommierter Medien, sondern beispielsweise auch mit der japanischen Yomiuri Shimbun, mit dem neuseeländischen Sender Newstalk ZB und auch mit der russischen Online-Plattform Vestnik Kavkaza. So gelingt es, die Botschaften von Frankfurt Main Finance in die entlegensten Ecken der Welt zu transportieren. Dass er damit Gehör findet, zeigt die große Medienresonanz: Seit dem Brexit-Entscheid wurde von über 200 Medien aus 31 Ländern in 525 Artikeln berichtet, was einer Reichweite von über 2,6 Mrd. Lesern entspricht.

Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance: „Wir sind in der Poleposition für die Ansiedlung von Europazentralen von großen Banken nach dem Brexit.“

Bildnachweise: bilder-bibliothek.blogspot.de / Skyline – Frankfurt am Main, HMdF / Sabrina Feige

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