Europäische Kapitalmarktunion verspricht Zukunftsfähigkeit

Die geplante Kapitalmarktunion soll kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) neue Finanzierungswege bieten. Für mittelständische Unternehmen in Europa wird das Thema der Kapitalbeschaffung immer wichtiger. Auch hessische Unternehmen sollen in Zukunft von dem europäischen Projekt profitieren. Zu diesem Thema konnten sich heute im Haus des Handwerks in Frankfurt hessische Unternehmen informieren. Der EU-Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion, Lord Jonathan Hill, und der Hessische Minister der Finanzen, Dr. Thomas Schäfer, sprachen mit rund 30 Vertretern von hessischen KMU und Vertretern der Banken- und Finanzbranche über die Vorteile der geplanten Kapitalmarktunion. Die Unternehmen konnten darüber hinaus ihre Wünsche zur weiteren Ausgestaltung der Kapitalmarktunion zur Sprache bringen.

Der vom Hessischen Finanzministerium und Frankfurt Main Finance organisierte Workshop verdeutlicht den engen Austausch mit den KMUs und soll den Diskurs mit den Unternehmern weiter befördern.

Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance, unterstrich die Rolle der KMU in diesem Prozess: „Die Stimmen der hessischen Wirtschaftstreibenden sind von großer Bedeutung, um die Kapitalmarktunion in Hessen und ganz Europa zu einem Erfolg werden zu lassen. Der Zugang von Unternehmen zu alternativen Finanzierungsmöglichkeiten birgt europaweit ein großes Potential“, so Raettig.

Der Hessische Minister der Finanzen, Dr. Thomas Schäfer, wies auf die Entwicklungsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen im Rahmen einer Kapitalmarktunion hin: „Die Schaffung einer Kapitalmarktunion bietet uns, wenn wir sie klug umsetzen, eine gute Chance, die Finanzierungsmöglichkeiten unserer Unternehmen im Land zu verbessern und damit Wachstum und Beschäftigung langfristig zu steigern. An dieser Stelle können auch die Handwerkskammern mit ihrer Erfahrung und Sachkompetenz einen wertvollen Beitrag leisten. Neben der Erweiterung der Palette von Finanzierungsmöglichkeiten – die im Übrigen nicht an die Stelle, sondern neben die Kreditfinanzierung durch die Banken treten soll – müssen auch Regulierungskomplexität und unnötige regulatorische Auflagen baldmöglichst reduziert werden. Damit uns eine kluge Umsetzung jedoch am Ende gelingen kann, ist es für die Politik von zentraler Bedeutung, die konkreten Probleme und Bedürfnisse der Unternehmerinnen und Unternehmer zu kennen. Schließlich sind sie es, denen das Projekt letzten Endes dienen soll.“

Hessens Finanzminister machte deutlich: „Die Kapitalmarktunion ist gut für die Zukunft des hessischen Mittelstands. Das Land Hessen engagiert sich bereits stark für die kleinen und mittleren Unternehmen in der Region. Beispielsweise betreut die Innovationsförderung Hessen technologieorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte kleinerer und mittlerer Unternehmen und Hochschulen in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern aus Wirtschaft und Forschung.“

EU-Kommissar Hill erklärte: „Deutsche KMU bilden das Rückgrat der Wirtschaft und sind ein Hauptwachstumsmotor. Eins der Ziele der Kapitalmarktunion ist es, Unternehmen europaweit eine größere Auswahl an Finanzquellen zu eröffnen. Das soll ihnen helfen, zu investieren und zu wachsen. Ich will, dass europäische Start-Ups und Unternehmen die Finanzierung in Europa finden, die sie hier brauchen.“

Langfristiges Ziel der EU-Initiative ist es, einen Kapitalbinnenmarkt zu schaffen. Das Investitionsniveau und damit Wachstum und Beschäftigung in der EU sollen so langfristig gesteigert werden. Die Kapitalmarktunion ist ein Projekt, das in Europa mit großem Engagement verfolgt wird. Die Diskussion basiert auf dem am 30. September veröffentlichten Aktionsplan der Europäischen Kommission zum Thema Kapitalmarktunion. Es ist ein EU-Markt für hochwertige, einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen von Forderungen vorgesehen. Auch Verbesserungen beim Gang an die öffentlichen Märkte, ein europaweiter Rechtsrahmen für gedeckte Schuldverschreibungen, Investitionen durch Versicherungsunternehmen und Vermögensverwalter, Venture Capital und Crowdfunding werden genannt. Bis 2019 sollen die Grundsteine der Kapitalmarktunion etabliert sein.