EY Studie zur Attraktivität des Europäischen Wirtschaftsraums. Quelle: EY

EY-Studie: Deutschland holt bei Direktinvestitionen auf

Ausländische Investitionen in den Finanzdienstleistungssektor Großbritanniens sinken um 26 Prozent

Die Investitionen in Europa erreichen trotz des bevorstehenden Brexit einen neuen Rekord. Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) zur Attraktivität des Wirtschaftsraums Europa und den tatsächlichen Investitionsprojekten ausländischer Unternehmen in Europa. Die Zahl ausländischer Direktinvestitionen (FDI – Foreign Direct Investment) in Deutschland stieg im vergangenen Jahr mit 1.124 Projekte auf sechs Prozent – damit liegt Deutschland im europäischen Standortranking auf dem zweiten Platz.

Großbritannien verzeichnete ebenfalls einen Anstieg von sechs Prozent im vergangenen Jahr. Die Zahl der ausländischen Investitionen liegt nun bei 1.205 Projekten.  Nach Angaben von EY ist dieser Zuwachs vor allem auf das gesteigerte Interesse US-amerikanischer Investoren zurückzuführen, die ihr Investitionsvolumen um 16 Prozent auf insgesamt 334 Projekte anhoben. Für Investoren aus anderen Teilen der Erde ist Deutschland jedoch der Top-Investitionsstandort.

Vor allem Finanzdienstleister sind auf den Zugang zu EU Märkten angewiesen, kommentiert Omar Ali, Managing Partner UK Financial Services bei EY, die Ergebnisse der Studie. Auf Grund der unsichereren Brexit-Verhandlungen zögerten ausländische Investoren jedoch bei Investitionen in diesen Wirtschaftszweig Großbritanniens. Diese Unsicherheit schlage sich in der Studie nieder: Die Zahl der ausländischen Investitionen in den Finanzdienstleistungssektor Großbritanniens fiel um 26 Prozent – von einem Rekord von 106 Projekten in 2016 auf 78 Projekte in 2017. Auf europäischer Ebene stiegen die Investitionen in den Finanzdienstleitungssektor im selben Zeitraum um 13 Prozent. Deutschland belegt bei ausländischen Investitionen in den Finanzdienstleistungssektor den zweiten Platz hinter Großbritannien.

„Ein Teil der steigenden FDI in der Finanzbranche auf dem Kontinent dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass internationale Finanzdienstleister, die bislang London als Tor zu Europa nutzten, durch Großbritanniens EU-Austritt gezwungen sind, Niederlassungen in der EU zu eröffnen“, kommentierte die Börsenzeitung (11. Juli 2018) die Studienergebnisse.

Deutschland hat Top-Image unter Managern internationaler Konzerne

Die steigende Beliebtheit Deutschlands unter ausländischen Investoren wird von einer Image-Befragung unter Managern internationaler Konzerne untermauert: „In einer weltweiten Befragung von 505 Unternehmen nannten 66 Prozent Deutschland als einen von drei Top-Investitionsstandorten in Europa. Dahinter folgen Frankreich mit 56 Prozent der Nennungen und Großbritannien mit 52 Prozent“, berichtet EY in der Pressemeldung vom 11. Juni 2018. Gründe dafür seien das hohe Qualifikationsniveau deutscher Arbeitskräfte, das stabile rechtliche und politische Umfeld, sowie die hervorragende Verkehrsinfrastruktur, so EY.

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