Finanzplatz-Fokus: Frankfurt: Finanz- und Aufsichtsmetropole

Die Beschäftigungssituation im Bankensektor am Finanzplatz Frankfurt ist trotz Finanz- und Staatsschuldenkrise vergleichsweise stabil. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Helaba-Finanzplatz-Studie. 

Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist, dass die Europäische Zentralbank (EZB) zum Jahresende ihre neue Aufgabe als europäische Bankenaufsicht übernimmt. Dies ist ein starkes Signal für den Finanzplatz Frankfurt, der so sein Profil schärft und ein immer dichteres Netzwerk an Aufsehern herausbildet. Damit festigt die Aufwertung der Institution EZB auch die Position Frankfurts im internationalen Finanzwesen, denn die beiden europäischen Finanzplatz-Konkurrenten London und Paris weisen kein entsprechend bedeutendes „Institutionen-Cluster“ auf. Gleichzeitig federt der regulierungsbedingte Personalbedarf bei Aufsichtsbehörden und Finanzinstitutionen den restrukturierungsbedingten Beschäftigungsabbau im Finanzsektor ab. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Helaba-Finanzplatz-Fokus, der heute veröffentlicht wird.

Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, gibt allerdings zu Bedenken: „Frankfurt wird seine Position im internationalen Vergleich nur stärken können, wenn die Regulierung mit Augenmaß erfolgt. Würden die Finanzinstitute „zu Tode“ reguliert, könnten sie ihrer originären Aufgabe nicht mehr nachkommen. Die Aufsicht wäre dann nur eine leere Hülle.“ Bei der Weiterentwicklung des europäischen Aufsichtswesens sollte deshalb die bestehende Struktur von Institutionen auf den Prüfstand gestellt werden, um die Kontrolle möglichst effizient und im Dialog mit den Finanzinstituten auszugestalten. Durch eine stärkere Konzentration auf einige wenige Aufsichtsorgane an einem zentralen Standort könnten erhebliche Synergien gehoben werden. Frankfurt als international bedeutender Finanzplatz ist für diese Bündelung der Kräfte prädestiniert.

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