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Finanzplatz Frankfurt wächst und gedeiht

Frankfurt nimmt im deutschen Finanzwesen einen besonderen Platz ein. Am bedeutendsten Finanzplatz in Kontinentaleuropa bauen Banken unter dem Strich Stellen auf – anders als im Rest der Republik.

Frankfurt nimmt im deutschen Finanzwesen eine Sonderstellung ein. Die Zahl der Beschäftigten in Banken und Finanzdienstleistern wächst seit vielen Jahren gegen den Bundestrend. So arbeiteten in Finanzinstituten, Börsen, Leasingfirmen und Co. im vergangenen Jahr deutschlandweit laut Bundesanstalt für Arbeit gut 614.000 Menschen und damit ein Zehntel weniger als 2013. Zugleich stieg der entsprechende Wert in Frankfurt um 11% von 62.200 auf 69.200.

Im Großen und Ganzen eine sichere Bank: Anders als im Bundestrend werden in Frankfurts Finanzhäusern unterm Strich Stellen geschaffen.

Noch deutlicher wird die Diskrepanz mit dem engeren Blick auf die Banken. Gingen 2013 rund 607.000 Menschen in klassischen Finanzinstituten und Bundesbank ihrer Arbeit nach, so waren es zehn Jahre später nur noch 510.000, also fast 100.000 oder 16% weniger.

Dem bundesweiten Schrumpfkurs, der in den Banken zu beobachten ist, steht ein Stellenaufbau in Börsen und Clearinghäusern entgegen, bei Wagniskapitalgebern und Depotbanken, in Leasing- und Factoringgesellschaften sowie bei Spezialkreditinstituten, Hypothekenbanken oder Kartendienstleistern – wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau. In Frankfurt hingegen ging es in diesem Zeitraum selbst bei den Banken aufwärts, und zwar um 6% auf 53.800. Die Finanzplatz-Experten der Helaba führen das etwa darauf zurück, dass in den zahlreichen Konzernzentralen am wichtigsten kontinentaleuropäischen Finanzplatz Experten für Regulierung, Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung konzentriert werden.

Auch als Aufsichtshub entfaltet Frankfurt demnach Sogwirkung. So sind zusätzlich zu den Bundesbank-Mitarbeitern noch jene zu berücksichtigen, die in EZB und BaFin über das Finanzsystem wachen. Der grüne Standardsetzer International Sustainability Standards Board (ISSB) hat sich angesiedelt, und die Anti-Geldwäsche-Behörde AMLA wird folgen. Sie soll den Planungen zufolge bis 2028 über rund 400 Mitarbeiter verfügen.

Die Besonderheit der Beschäftigungsentwicklung in Frankfurt beschert dem Finanzplatz auch einen relativen Bedeutungszuwachs. Waren dort 2013 noch 9,1% der im deutschen Finanzwesen Beschäftigten tätig, so stieg der Anteil bis 2023 auf 11,3%.

Quelle: Börsen-Zeitung, Zweitveröffentlichungsrecht

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