Frankfurt Finance Summit zur digitalen Zukunft der Finanzbranche

Unter dem Motto „On the Move – The Future of Finance“ kommen Notenbankgouverneure, Regulierer, Vertreter der Aufsichtsbehörden, Finanzpolitiker, Wissenschaftler und Praktiker heute bereits zum sechsten Mal am Finanzplatz Frankfurt zusammen. Dabei stehen Fragen zur Digitalisierung, sowie der Finanzmarktregulierung und ihre Auswirkungen im Fokus.

Wie sich die Zusammenarbeit zwischen etablierten Finanzinstituten und FinTech-Unternehmen gestaltet, ist einer der Schwerpunkte der Konferenz. Die enge Verbindung zwischen innovativen Unternehmen und dem Finanzplatz erläutert Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance: „Die Region um den Finanzplatz konnte im vergangenen Jahr einen Anstieg der FinTech Unternehmen um 22 Prozent verzeichnen. 56 junge FinTech-Unternehmen haben ihre Heimat bisher in der Region gefunden. Wir erwarten weiteres Wachstum und befördern den Dialog zwischen Banken und jungen Start-ups. Gerade in Frankfurt finden FinTech Unternehmen ideale Standortbedingungen. Hier profitieren FinTechs von der Nähe zum Regulator und den besten Voraussetzung für die Internationalisierung ihres Geschäfts. Langjährige Expertise und Anwendererfahrung trifft hier auf Experimentierfreude und Innovationsstärke.“
Insbesondere das Land Hessen treibt den Ausbau eines FinTech-Zentrums am Finanzplatz stark voran. So erläutert Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, die FinTech-Initiative des Landes Hessen: „Ziel ist es, modernen Finanztechnologien in Frankfurt ein attraktives Umfeld zu bieten. FinTech-Neugründungen sollen begünstigt und etablierte FinTechs langfristig am Standort gehalten werden. Keine andere Region Deutschlands oder Europas bietet eine ähnliche geografische Verknüpfung von Informations- und Kommunikationstechnologie mit Finanzdienstleistungen. Die Region Rhein-Main bietet einzigartige Voraussetzungen, sie beheimatet renommierte und international anerkannte wirtschaftswissenschaftliche Fakultäten. Hinzu kommen herausragende Adressen für IT. Hervorzuheben sind unter anderen die Universität und die Hochschule Darmstadt sowie die Forschungszentren im Bereich IT-Sicherheit.“.
Die FinTech-Initiative Hessens wird auch maßgeblich von der Deutschen Börse unterstützt. Diese hat mit der Lancierung ihrer FinTech-Initiative bereits einen Erfolg verbuchen können. So sieht Carsten Kengeter, CEO der Deutschen Börse, großes Potential für das Projekt am Finanzplatz: „Mit unserem Fintech-Hub als Teil der hessischen Fintech-Initiative wollen wir jungen Unternehmen im Finanzsektor Starthilfe geben. Damit tragen wir zur Entstehung und Entwicklung einer Fintech-Szene am Finanzplatz Frankfurt bei. Frankfurt soll Deutschlands führendes Fintech-Zentrum werden.“
Wolfgang Hartmann, Vorstandsvorsitzender des Frankfurter Instituts für Risikomanagement und Regulierung (FIRM), verweist auf die wichtige Rolle der Regulierung: „Die Regulierung muss Bedingungen entwickeln, die Innovationsstärke und Wachstum von FinTech Unternehmen unterstützen. Gleichzeitig muss die Stabilität und Sicherheit der Finanzmärkte, sowie der Schutz des Kunden im Vordergrund stehen. Deshalb sollte eine umfassende Kooperation zwischen FinTech Unternehmen und Regulierer etabliert werden.“
Felix Hufeld, Präsident der BaFin, weist drauf hin, dass die Finanzbranche aus guten Gründen reguliert sei. Es existiere ein Netz an Vorgaben, das die Integrität und Stabilität des Finanzmarktes zum Wohl der Allgemeinheit schützen solle. Je nach Geschäftsmodell gälten diese Vorgaben auch für FinTechs: „Für die Aufsicht gilt der alte Grundsatz „gleiches Geschäft, gleiches Risiko, gleiche Regel“ unter Beachtung der Proportionalität – egal, welche Technologie eingesetzt wird, und egal, wie cool oder sexy ein Unternehmen ist.“ Die BaFin werde weder einen Schutzzaun um die etablierten Unternehmen ziehen, noch Start-ups privilegieren. „Was man von uns erwarten kann, ist eine adressatengerechte Kommunikation“, betont Hufeld.
Sylvie Matherat, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank, sagte mit Blick auf zukünftige Entwicklungen in der Finanzindustrie: “Die Digitalisierung hat fundamentale Auswirkungen auf die Finanzindustrie und die Geschäftsmodelle von Banken. Die Deutsche Bank arbeitet unter anderem durch ihre Innovation Labs erfolgreich mit FinTech-Unternehmen zusammen. Wir sehen technologische Innovationen als eine Chance, unseren Kunden zukünftigen Mehrwert zu bieten. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von FinTech-Unternehmen ist es jedoch wichtig, sie angemessen zu regulieren. Die Aufsichtsbehörden müssen dabei die richtige Balance finden zwischen der Förderung von Innovationen und der Sicherheit für Kunden und das Finanzsystem.“
Roland Boekhout, Mitglied des Präsidiums von Frankfurt Main Finance und Vorstandsvorsitzender der ING-DiBa betont das Potential, das aus der Kooperation mit FinTechs entsteht: „Unser Ziel ist es, die führende Digitalbank in Deutschland zu sein. Neben der Entwicklung von eigenen digitalen Services setzen wir auch auf die Kooperation mit FinTechs. Denn hier entstehen Technologien und Services, die auch für unsere Kunden interessant sein können.“
Der Frankfurt Finance Summit hat sich in seinem sechsten Jahr als Forum etabliert, das sich mit der Exklusivität und Expertise seiner Teilnehmer auszeichnet. Die Konferenz kann per Stream im Internet live verfolgt werden.
Die gestrige Rede von Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, anlässlich des Frankfurt Finance Summit Conference Dinners, finden Sie unter folgendem Link: https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Presse/Reden/reden.html
Konferenzprogramm
www.frankfurt-main-finance.com/program
Frankfurt Finance Summit 2016: On the Move – Frankfurt Main Finance
www.frankfurt-main-finance.com
Das Thema des diesjährigen Summits: Digitalisierung. Ebenso wie die gesamte Marktwirtschaft sehen sich Banken mit einer Neudefinierung ihrer Geschäftsmodelle konfrontiert. Dies nimmt Einfluss auf das Risikomanagment und die Regulierung und wird bekannte Verfahren signifikant verändern.