Helaba Finanzplatzstudie 2019

„Frankfurt ist der führende Finanzplatz Kontinentaleuropas und in Europa die Nr. 2 hinter London. Der Brexit-bedingte Umstrukturierungsprozess verbessert seine Positionierung in der Finanzwelt“, schreibt die Helaba über die heute erschienene Finanzplatzstudie 2019 Finanzplatz Frankfurt: Mehr als Brexit. Tatsächlich habe sich der Abstand zwischen dem britischem und dem deutschen Finanzzentrum in den letzten Jahren verringert. Während das Image Londons gelitten habe, konnte Frankfurt im internationalen Standortwettbewerb punkten und an Attraktivität sowie Auslandsbanken hinzugewinnen.

„Schon bald nach dem Referendum hatten wir die These aufgestellt, dass Frankfurt von dem Brexit bedingten Umstrukturierungsprozess im europäischen Bankensektor besonders profitieren könnte“, kommentiert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin und Bereichsleitung Research der Helaba, die Ergebnisse der Finanzplatzstudie 2019, „Dies scheint sich derzeit zu manifestieren: Unsere Brexit-Map der Geschäftsverlagerungen von Banken hat sich über die Jahre schwungvoll entwickelt und insbesondere für das deutsche Finanzzentrum verdichtet.“

Frankfurt hat beruflich wie privat viel zu bieten

Gibt es die Brexit-Banker in Frankfurt wirklich? Und wie ist ihre Sicht auf die Brexit- und Standortentwicklungen? Die Autoren der Helaba Finanzplatzstudie haben einige der Brexit-Banker erstmals persönlich interviewt und untermauern mit den Gesprächen die quantitativen Analysedaten des Reports. Unter anderem wurden die Banker zu den zentralen Gründen befragt, die zur Standortwahl Frankfurts geführt haben. Demnach seinen die Wirtschaftsstärke Deutschlands, die bestehende Bankeninfrastruktur, die vor Ort ansässigen wichtigen Akteure Europas wie zum Beispiel Aufsichtsbehörden und die Börse, der zentral gelegene Verkehrsknotenpunkt sowie die Finanzplatzbedeutung an sich für die Banken entscheidend gewesen. Aus persönlicher Sicht betonten die Befragten, die ausgeprägte Internationalität, die enorme Zeitersparnis, die Attraktivität für Familien, die hohe Lebensqualität sowie die vielfältige Stadtentwicklung.

Finanzplatzakteure sind aufgefordert, an der Attraktivität Frankfurts zu arbeiten

„Während wir für die vorliegende Studie nochmals den Fokus auf den Brexit richten, beobachten wir hinter den Kulissen weiterhin alle Finanzplatzkriterien“, sagt Dr. Gertrud Traud. So habe sich ein wichtiger Standortfaktor – die Stabilität der deutschen Volkswirtschaft – in der Vergangenheit verschlechtert. Frankreich wachse beispielsweise wieder stärker als Deutschland und sei auch weniger von der Abwärtsentwicklung der Industrie betroffen, betont Traud. Alle Akteure seien daher in der Verantwortung kontinuierlich an der Attraktivität des Finanzplatzes Frankfurt zu arbeiten. Die Stadt am Main ist, wie die zahlreichen Interviews mit Brexit-Bankern in Frankfurt gezeigt haben, mehr als eine Brexit-Stadt.

 

Die offizielle Pressemeldung sowie die Möglichkeit zum Download der Finanzplatzstudie 2019 finden Sie auf der Website der Helaba.

 

Titelbild: Helaba