Innovations in Credit and Fraud 2019

Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel

Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel

Am 6. Juni hat CRIF DACH das Expertenforum „Innovations in Credit and Fraud 2019“ in Frankfurt veranstaltet. Im Mittelpunkt des Events standen vor allem die Digitalisierung und Automatisierung im Finanzsektor. Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel, gibt im Frankfurt Main Finance Interview einen Einblick in die Veranstaltung.

Herr Bock, welche Trends haben sich in Gesprächen und Diskussionen mit den Experten herauskristallisiert?

Unsere diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Innovation. Transformation.. Value creation“. In den Vorträgen und auch bei den Gesprächen untereinander fielen immer wieder die gleichen Wörter: Digitalisierung, PSD2, OCR, Digital Onboarding und vor allem Betrugsbekämpfung. Die Schwerpunkte der Präsentationen lagen auch auf diesen Trends. So zeigte Ludolf Ebner, der CEO von Bankenscore, die bonitätsbasierte Unternehmensfinanzierung im Zeitalter von PSD2. Ebner erläuterte, wie Bankenscore den Kreditprozess in einer offenen digitalen Bonitätsplattform umdreht: Dabei gilt die Eigenabfrage der Unternehmen als Startpunkt für verfügbare Kredite. Luca Agnesi von der BMW Bank und Simone Capecchi, Executive Director, CRIF SpA, zeigten die erfolgreiche Zusammenarbeit der BMW Bank und CRIF in Italien auf. Der CRIF-Ansatz reicht dabei vom Digital Advertising über eine OCR-Technologie bis hin zu einer OpenBanking-Plattform. Im vorletzten Vortrag zeigte Prof. Del Re, wie man Dokumente auf Echtheit prüft und sich somit vor Betrug schützt. Der Geschäftsführer von VeriTrust veranschaulichte die Prüfung dabei sehr praxisnah am Beispiel von Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Zudem hatten wir noch eine lebhafte Podiumsdiskussion mit dem Titel „Betrug macht klug – sind Betrüger klüger?“. Ob Betrüger tatsächlich klüger sind, konnte dabei allerdings nicht einstimmig geklärt werden.

Wieso hat CRIF DACH den Finanzplatz Frankfurt als Standort für das Expertenforum gewählt? Inwiefern hat das FinTech-Ökosystem im Rhein-Main-Gebiet die Standortwahl des Events beeinflusst?

Eine unserer Hauptzielgruppen ist die Banken- und Finanzbranche. Frankfurt hat sich durch die hohe Konzentration von Unternehmen der Finanzbranche als der führende Finanzplatz in Deutschland etabliert und zählt zu den wichtigsten Finanzzentren weltweit. Daher ist Frankfurt für unser Event auch in den kommenden Jahren gesetzt. Natürlich ist Frankfurt auch einer der größten FinTech-Standorte in Deutschland. CRIF wurde zum sechsten Mal in Folge in das prestigeträchtige IDC FinTech Ranking aufgenommen, wobei wir 2018 in der globalen Rangliste den 35.  Platz einnahmen. Die Nähe zum FinTech-Ökosystem ist damit fast schon Pflicht.

Unter anderem ging es in der Veranstaltung auch um die Digitalisierung von Compliance-Lösungen. Vor welchen Herausforderungen stehen RegTechs in Zukunft?

RegTechs haben das Ziel die regulatorische Compliance von Finanzdienstleistern zu unterstützen und zu optimieren und zudem für eine Reduzierung der Kosten zu sorgen. Sie benötigen ein gewisses Maß an Flexibilität und müssen schnell agieren. RegTechs mit der Spezialisierung auf Compliance-Lösungen sollten die Übersicht und Zusammenhänge bestehender und zu implementierender Anforderungen erkennen und überwachen.