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Investmententscheidungen hängen immer stärker von Nachhaltigkeit ab

Die „Global Investor ESG Survey 2021“ von PwC zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der InvestorInnen weltweit ESG-Kriterien bei Anlageentscheidungen berücksichtigt . Zwei von drei InvestorInnen bemängeln die Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung, fast die Hälfte erwägt Desinvestitionen, wenn Unternehmen keine ausreichenden ESG-Maßnahmen ergreifen.

Umwelt-, soziale und Governance-Aspekte (engl. Environment, Social, Governance, kurz ESG) spielen bei Entscheidungen für oder gegen ein Investment eine immer wichtigere Rolle. Beinahe acht von zehn InvestorInnen weltweit achten darauf, wie ein Unternehmen mit ESG-Risiken und -Chancen umgeht. Das und mehr zeigt der aktuelle „Global Investor ESG Survey 2021“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Dafür hat PwC 325 InvestorInnen aus 42 Ländern befragt und mit weiteren 40 aus elf Ländern vertiefende Interviews geführt.

 

Zwei Drittel der InvestorInnen bemängeln Nachhaltigkeitsberichte

„Unternehmen müssen nichtfinanziellen Kennzahlen denselben Stellenwert einräumen wie Finanzkennzahlen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, InvestorInnen von sich zu überzeugen und langfristig an sich binden“, sagte Nadja Picard, PwC Europe Capital Markets Leader und Global Reporting Leader bei PwC Deutschland.

Davon indes sind viele Unternehmen derzeit offenbar noch weit entfernt: Nur ein Drittel der befragten InvestorInnen hält die durchschnittliche Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen für gut. Demgegenüber legen 83 Prozent der Befragten Wert darauf, dass die ESG-Berichterstattung detaillierte Informationen über Fortschritte bei Nachhaltigkeitszielen liefert. Und: 79 Prozent würden unabhängig geprüften Berichten mehr vertrauen.

InvestorInnen weltweit wünschen sich mehrheitlich größere Transparenz und klare, einheitliche Bewertungskriterien. Kennzahlen, um die ESG-Performance von Unternehmen zu vergleichen, befürworten mehr als sieben von zehn InvestorInnen, so ein weiteres Ergebnis. Und etwa drei von vier Befragten meinen, dass sie besser fundierte Investmententscheidungen treffen könnten, wenn Unternehmen einheitliche ESG-Berichtsstandards anwenden würden.

„Schon jetzt lässt eine Mehrheit der DAX-Unternehmen eine Prüfung der ESG-Dimension freiwillig vornehmen. Das ist ein erster Schritt hin zu einer integrierten Berichterstattung mit hinreichender Prüfungssicherheit für AnlegerInnen und Gesellschaft. Dies wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach mittelfristig als Best Practice etablieren, zumindest bei kapitalmarktorientierten Unternehmen“,

so Petra Justenhoven, Mitglied der Geschäftsführung und Leiterin des Geschäftsbereichs Assurance bei PwC Deutschland.


Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie

Ein weiteres Befragungsergebnis: 82 Prozent der InvestorInnen meinen, dass Unternehmen ESG-Aspekte in ihre Unternehmensstrategie einbinden sollten. Drei von vier Befragten halten es sogar für sinnvoll, dass Unternehmen kurzfristig auf Rentabilität verzichten, um ESG-Themen voranzubringen. Dabei fordern die InvestorInnen aber weiterhin eine Rendite und sind nur zu geringen Einbußen bereit. Bemerkenswert: Fast die Hälfte der befragten AnlegerInnen (49 Prozent) erwägt Desinvestitionen, wenn Unternehmen keine ausreichenden ESG-Maßnahmen ergreifen.

„InvestorInnen erwarten zunehmend, dass Unternehmen in puncto Klimaschutz und bei anderen Nachhaltigkeitsthemen erkennbar aktiv werden – und überzeugend darlegen, inwiefern sie diese Aspekte in ihre Geschäftsstrategie integrieren“,

so PwC Leader Nadja Picard.

Pressemitteilung finden Sie hier.
Photo: Anne Nygård

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