Offenbach im Fokus – Teil I

Die Stadt Offenbach und seine Nachbarstadt, die Bankenmetropole Frankfurt, wachsen zusammen. Personen verbinden die Nachbarstädte auf einmalige Art und Weise. Sascha Ruehlow ist Frankfurter Stadtführer mit Offenbacher Wurzeln und kennt die Vorurteile, die seiner Heimatstadt oft entgegenstehen gut. In unserem Interview verrät der Stadtführer, wie sich die Beziehungen der Städte in den vergangenen Jahren gewandelt haben.

In unserer Beitragsreihe erfahren Sie weitere spannende Fakten über die Stadt am Main und ihre Persönlichkeiten. Oder wussten Sie, dass Mozart immer wieder Gast in Offenbach war?

Berühmte Persönlichkeiten der Stadt

Die Schultüte bunt bemalen, mit Süßigkeiten füllen und neue Freunde kennenlernen: Die Zahl der Grundschüler der kreisfreien Stadt Offenbach mit ihren 21 Stadtteilen steigt seit einigen Jahren kontinuierlich, wie die Zahlen des statistischen Landesamtes in Hessen zeigen. Für die Zukunft ergeben sich daraus zwei Folgen: Zum einen investiert die Stadt Offenbach in den Ausbau von Bildungseinrichtungen. Das Gesamtinvestitionsvolumen für Sanierungen und Erweiterungen an Schulen liegt bei rund 240 Millionen Euro, an Kitas bei knapp 21,8 Millionen Euro (Frankfurter Rundschau, 12. Juli 2019).

Zum anderen werden weitere berühmte Persönlichkeiten in der Stadt am Main aufwachsen, dort ihre Schultüten und -rucksäcke packen und die Vorurteile, die zum Teil gegen die Stadt gehegt werden, entkräften. Einer der bekanntesten Offenbacher ist wohl Smudo von den Fantastischen Vier, den es zu Beginn des Jahres wieder in die Frankfurter Festhalle gezogen hat. Den ausverkauften Saal verabschiedeten die Musiker mit den Worten: „Vergesst bitte nicht, Frankfurter: Nur Liebe, keinen Hass! Auch in Offenbach!“ Eine weitere berühmte Persönlichkeit der Stadt ist Jörg Bombach, Chef des Hessischen Rundfunks (HR). Er zählt heute zu den 100 berühmtesten Frankfurtern. Moment, Frankfurtern? Geboren wurde der HR-Chef genau genommen in Offenbach, wie er in einem Interview mit der Giessener Allgemeinen 2011 verriet. Auch Hessens Verkehrs- und Wirtschaftsminister, Tarek Al-Wazir, ist gebürtiger Offenbacher. Der Politiker lädt bei Interviews gerne zu einem Gespräch am sonnigen Mainufer ein.

Heldin im Hintergrund: Offenbacherin hilft Kindern in Kambodscha

Tarek Al-Wazir, Jörg Bombach und Smudo: Gibt man ihre Namen in eine Online-Suchmaschine ein, findet man aktuelle Informationen. Aber nicht nur berühmte Persönlichkeiten, die in Offenbach geboren oder eingeschult worden sind, prägen die Geschichte der Stadt. Hibba Kauser, frühere Offenbacher Stadtschulsprecherin und Trägerin des Integrationspreises, steht beispielsweise nicht so häufig im Rampenlicht – ihre Arbeit ist jedoch für viele unverzichtbar. In Battambang, Kambodscha kümmert sich die 19-jährige im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres um Kinder, die mit ihren Familien auf Mülldeponien leben müssen. Im Gegensatz zu Offenbacher Grundschulen, leben die Kinder dort zwischen verrotteten Nahrungsmitteln, Glas und Ungeziefer, wie Hibba Kauser der Frankfurter Rundschau im Juli diesen Jahres erzählte.

Frankfurt Main Finance befragt Offenbacher zum Leben in der Stadt am Main

Eine weitere nicht ganz so berühmte Persönlichkeit der Stadt ist Sascha Ruehlow. Der Offenbacher ist Stadtführer in Frankfurt und Offenbach und kennt die Nachbarstädte wie aus seiner Westentasche. In unserem Interview erzählt uns Sascha Ruehlow, wie er Offenbach-Neulingen und -Besuchern die Stadt und ihre versteckten Winkel näherbringt.

Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung in Offenbach

Im Juli hatten Interessierte die Möglichkeit, die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, im Rahmen einer Führung, zu besichtigen. Der traditionelle Rundgang ist Höhepunkt eines Studienjahres an der HfG Offenbach und findet jährlich mit Abschluss des Sommersemesters im Juli statt. Besucherinnen und Besucher können sich bei der Veranstaltung über die künstlerische und gestalterische Arbeit aus den Bereichen Kunst, Kommunikationsdesign, Medien, Bühnenbild und Produktgestaltung informieren und Einblicke in die Ausbildung der HfG und in künstlerische Prozesse erhalten, wie sie während des laufenden Lehrbetriebes nicht möglich sind. Impressionen aus den vergangenen Jahren sind auf der Homepage der Hochschule zu finden.

Weitere Veranstaltungen in Offenbach, deren Besuch lohnenswert ist:

  • März und September: Internationale Lederwarenmesse
  • März/April: Luminale (alle zwei Jahre)
  • Ende April/Anfang Mai: Kunstansichten (alle zwei Jahre)
  • Ende April/Anfang Mai: Lange Nacht der Museen
  • Mai: Offenbacher City-Lauf
  • Ende Mai/Anfang Juni: Offenbacher Woche
  • Juni: Drachenbootrennen
  • August: Lichterfest im Büsing-Park
  • September: Festival junger Talente (alle zwei Jahre, wechselt sich mit den Kunstansichten ab)
  • September: Jazz-Matinee im Büsing-Palais

Was unternehmen wir am Wochenende?

Insgesamt sind die Offenbacher in 100 Sportvereinen, Interessensgemeinschaften und Verbänden aktiv. Auf über 60 ha Sportanlagen spielen und trainieren Jung und Alt. Die Stadt ist dynamisch und zieht jährlich zahlreiche neugierige Touristen an: 2017 verzeichnete die Stadt mehr als eine halbe Millionen Übernachtungen. Einige der Übernachtungsgäste hat Stadtführer Sascha Ruehlow vermutlich auch durch die geheimen Winkel und über die Plätze der Stadt begleitet und ihnen die Vorzüge der Stadt nähergebracht. Wer seinen Ausflug durch die Stadt nach einer eindrucksvollen Stadtführung fortsetzen möchte, kann dies in zahlreichen Museen und Veranstaltungshäusern tun: Das Haus der Stadtgeschichte, das Klingspor Museum für internationale moderne Buch- und Schriftkunst, das Deutsche Ledermuseum, das Kickers-Fan Museum, die Stadtbibliothek mit Artothek und Kinder- und Jugendbibliothek, die Volkshochschule, die Stadthalle, die Musikschule Offenbach am Main e.V., die Jugendkunstschule, Kinos, das Capitol Theater-, Konzert und Veranstaltungshaus sowie über 100 kulturelle Vereine haben täglich geöffnete Türen für ihre Besucher.

Unser kurzer Einblick hat gezeigt: Offenbach und Frankfurt wachsen zusammen – städtebaulich wie nachbarschaftlich. Berühmte Persönlichkeiten und solche, die im Hintergrund agieren, tragen zum Lebensgefühl der Region bei und verbinden die Städte am Main.