Fintech Studie

Rhein-Main-Neckar ist Deutschlands dynamischste FinTech-Region

  • 2015 wurden in Deutschland 1,2 Mrd. Euro in FinTech Unternehmen investiert
  • 250 FinTech-Unternehmen beschäftigen deutschlandweit etwa 13.000 Menschen
  • Deutschland ist zweitgrößter FinTech-Standort in Europa – hinter Großbritannien und viertgrößter der Welt
  • Berlin und die Region Rhein-Main-Neckar sind die führenden Standorte in Deutschland
  • Zahl der FinTechs im Raum Rhein-Main-Neckar stieg 2015 um 22 Prozent auf 56

Im deutschen FinTech-Sektor herrscht Gründerstimmung: Die Zahl der jungen Technologie-Unternehmen im Bereich Finanzdienstleistungen (FinTech) stieg im vergangenen Jahr um 32 auf 250. Das Volumen an Risikokapital, das in diese Jungunternehmen investiert wurde, hat sich sogar von ca. 200 Millionen Euro im Vorjahr auf 576 Millionen Euro fast verdreifacht. In Europa hat nur Großbritannien die Nase vorn: Dort wurden 707 Millionen Euro investiert. Die britischen FinTech-Unternehmen beschäftigen aktuell etwa 61.000 Menschen, in Deutschland liegt die Zahl der Beschäftigten bei 13.000. Berücksichtigt man den Kauf von 360T durch die Deutsche Börse, wurden 2015 sogar rund 1,2 Milliarden Euro in deutsche FinTech-Unternehmen investiert. 

Innerhalb Deutschlands haben sich vor allem zwei Regionen als FinTech Hotspots etabliert: Berlin mit aktuell 70 Unternehmen und die Rhein-Main-Neckar-Region, wo derzeit 56 Unternehmen aktiv sind. Dabei erweist sich die Region Rhein-Main-Neckar in jüngster Zeit als besonders dynamisch: Die Zahl der FinTech-Unternehmen stieg hier im vergangenen Jahr um 22 Prozent – im übrigen Bundesgebiet legte sie nur um 13 Prozent zu.
Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die im Auftrag von Frankfurt Main Finance die deutsche FinTech-Branche untersucht, und Möglichkeiten für eine weitere Förderung aufzeigt.

„Die Region ist sehr viel weiter und dynamischer als gemeinhin angenommen“, berichtet Jan-Erik Behrens, einer der Autoren der Studie und Executive Director bei EY. „Es gibt hier erstaunlich viele FinTech-Unternehmen, die still aber wirkungsvoll ihrer Arbeit nachgehen. Zwar kommen zwei Drittel der erfassten Unternehmen direkt aus Frankfurt, aber die Strahlkraft des Finanzplatzes reicht weit über die Stadtgrenzen von Frankfurt und Eschborn hinaus. Im deutschlandweiten Vergleich steht die Region auf Rang zwei und damit nicht mehr allzu weit hinter Berlin und deutlich vor München“, erläutert Behrens. „Vor allem aber hat die Region in der jüngsten Vergangenheit deutlich an Dynamik zugelegt.“
Im internationalen Vergleich habe Deutschland zuletzt stark aufgeholt, so Christopher Schmitz Mit-Autor und Partner bei EY: „Die deutsche FinTech-Branche ist eine der Herausforderer im Markt. Klar ist, dass Deutschland und insbesondere die Region um Frankfurt zukünftig eine noch größere Rolle spielen werden, wenn das geplante Frankfurter FinTech-Zentrum realisiert wird.“

Dialogforum FinTech Frankfurt Rhein-Main soll Branchen unterstützen

„Im Dialogforum FinTech Frankfurt Rhein-Main haben sich auf Initiative von Frankfurt Main Finance und unterstützt von EY nicht nur rund 50 öffentliche und privatwirtschaftliche Institutionen sondern auch zahlreiche FinTech-Unternehmen zusammengefunden. Sie eint das Ziel, ein attraktives und nachhaltig erfolgreiches FinTech-Ökosystem in der Region zu etablieren und zu sehen, wer was dazu beitragen kann“, erläutert Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance. „Es ist äußerst bemerkenswert, mit welchem Engagement so viele diese freiwillige Initiative unterstützt haben.“

Unter der Führung von Tarek Al-Wazir, dem Hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr, Energie und Landesentwicklung sowie Präsidiumsmitglied von Frankfurt Main Finance, hat das Land Hessen den Aufbau eines unabhängigen und unternehmensübergreifenden FinTech-Zentrums in Frankfurt initiiert. „Im Rahmen der Digitalen Initiative koordinieren wir uns eng mit der Stadt, der Region und der Industrie, um ein Zentrum für junge FinTech-Unternehmen zu schaffen. Die Region hat die besten Voraussetzungen dafür. Sie bietet die nötige Infrastruktur, die universitäre Landschaft, die Nähe zu den Regulierern, der EZB und Bundesbank sowie die Vernetzung mit der Industrie. Nicht zuletzt bietet Frankfurt die internationalen Verbindungen, die für eine global agierende FinTech-Branche unerlässlich sind. Damit werden wir Hessen als Wirtschaftsstandort dauerhaft stärken“, unterstreicht Al-Wazir.

Aktiv unterstützt wird das Vorhaben auch durch die Stadt Frankfurt. So betont deren Oberbürgermeister, Peter Feldmann: „Unsere Zielsetzung ist es, Frankfurt zum FinTech-Hub Nr.1 in Kontinentaleuropa zu machen. Junge Unternehmer finden die internationalste Stadt Europas mit bestem ökonomischem Potential vor. Hierzu arbeiten wir gemeinsam mit Hessen und der Finanzindustrie intensiv und beispielhaft zusammen. Unsere optimalen Ressourcen werden in zahlreichen Städterankings immer wieder bestätigt.“
Diese Unterstützung hat auch die WebID Solutions, der europaweit führende Anbieter für rechtskonforme Online-Legitimation und Vertragsabschluss unter Einhaltung des Geldwäschegesetzes, überzeugt. Geschäftsführer Thomas Fürst kündigte auf dem Finanzplatztag der Börsen-Zeitung an, den Sitz an den Finanzplatz und wenn möglich in das neue FinTech-Zentrum verlegen zu wollen. „Wir planen eine Versechsfachung unseres Umsatzes im Jahr 2016 und finden hier unsere Kunden. Zudem war das Engagement aller Akteure am Platz einzigartig. Der Finanzplatz bietet uns die jetzt notwendige internationale Vernetzung für unsere geplante Expansion. Davon konnten wir uns bei Delegationsreisen nach Indien und Korea aus erster Hand überzeugen. Von dort haben wir sehr konkrete Geschäftsansätze mitgebracht und sichern uns so enorme weitere Wachstumspotentiale.“

Die Deutsche Börse unterstreicht ihr vielfältiges Engagement im Bereich FinTech. Erst in der vergangenen Woche stellte sie ihre FinTech-Initiative am Standort Frankfurt vor. Darüber hinaus sieht Eric Leupold, Verantwortlicher für das Venture Network der Deutschen Börse, die Finanzierungssituation für wachstumsstarke junge Unternehmen deutlich verbessert. „Das neue Venture Network der Börse steht am Platz und darüber hinaus bereit, wachstumsstarke Unternehmen mit Investoren zusammen zu bringen. Wir bekennen uns in jeder Hinsicht zum Standort.“

EY im Überblick

EY* ist eine der großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist EY deutscher Marktführer. EY beschäftigt rund 8.900 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 212.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte folgender Internetseite: www.de.ey.com

* Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

Frankfurt Main Finance ist die Stimme des Finanzplatzes Frankfurt. Zu den mehr als 40 Mitgliedern zählen neben dem Land Hessen die Städte Frankfurt am Main und Eschborn, zahlreiche namhafte Finanzmarktakteure und ihre Dienstleister sowie private und öffentliche Hochschulen. Sie alle bringen mit ihrer Mitgliedschaft ihre enge Verbundenheit mit dem Finanzplatz sowie ihren Willen zum Ausdruck, Frankfurt am Main als nationales und internationales Finanzzentrum ersten Ranges zu positionieren. Mehr zur Finanzplatzinitiative sowie ihren Mitgliedern auf www.frankfurt-main-finance.com.

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