Von links: Claus Döring, Chefredakteur Börsen-Zeitung, Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance, Horst Grüneis, Präsident Rotary Club Bad Homburg-Kurpark.

„Schauen wir auf die Chancen des Brexit für die Region“

Frankfurt Main Finance e.V. startet eine Initiative, um den Bürgerinnen und Bürgern der Rhein-Main-Region die Chancen aus dem Brexit für den Finanzplatz Frankfurt im persönlichen Dialog zu erläutern.

Auf Einladung des Rotary Clubs Bad Homburg-Kurpark warb FMF Geschäftsführer Hubertus Väth in einem Vortrag in der ehemaligen englischen Kirche zum Thema „Brexit – was hat Frankfurt davon“ dafür, sich mit Offenheit und Interesse aktiv für den Finanzplatz zu engagieren.

Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance

Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance

„Frankfurt am Main hat die historisch einmalige Chance, zum wichtigsten Finanzplatz innerhalb der Europäischen Union zu werden“, erklärte Hubertus Väth. Zahlreiche Finanzinstitute müssten sich wegen lange bestehender EU-Regeln – Stichworte Euro und europäischer Pass – einen neuen Standort suchen.

Im Wettbewerb insbesondere mit Paris, Amsterdam, Dublin, Luxemburg, verzeichne Frankfurt mit seinem zurückhaltenden, aber koordinierten Werben deutliche Erfolge: mehr als 30 Finanzinstitute hätten bereits angekündigt, nach dem Brexit ihre Europazentralen an den Main zu verlagern. „Der Brexit ermöglicht in Frankfurt eine Erneuerung, weitere Professionalisierung und Verjüngung der Finanzindustrie.“

„Die Stadt punktet nicht bloß mit quantitativen Faktoren, wie die starke Volkswirtschaft oder die stabile Rechtsordnung, sondern auch mit vielen qualitativen Faktoren außerhalb des Finanzbereichs“, so Väth. So stammten rund 80 Prozent der neuen Mitarbeiter aus Deutschland, weshalb keine nachhaltige Steigerung der Immobilienpreise für Wohnungen zu erwarten sei. Frankfurt verfüge über eine sehr hohe Lebensqualität: Die Luftreinheit, der Anteil an Grünflächen oder die Kinderfreundlichkeit seien wichtige Pluspunkte, denen Frankfurt auf Platz 7 in einem internationalen Städtevergleich verdanke.

Mit einem Zitat zur Zukunft der englischen Kirche aus dem Tanusboten vom 13. Januar 1920, das für Hubertus Väth auch aktuell für den Finanzplatz ist, endete der Vortrag „Hier Schwierigkeiten zu machen, läge auch kaum im Interesse des Bades Homburg, das ja gerne wieder Engländer in seinen Mauern sehen möchte“.

Bei der Veranstaltung des Sozialfonds Rotary Club Bad Homburg-Kurpark in Kooperation mit dem Magistrat der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe erklärte Rotary-Präsident Horst Grüneis bei seiner Begrüßung, es sei unverständlich, warum es den politisch Verantwortlichen in der EU nicht gelungen sei, das Vereinigte Königreich in der EU zu halten. Die lebhafte Diskussion nach dem Vortrag moderierte Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung.