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Frankfurt FinTech

Frankfurt FinTech Report #3

Die Frankfurter Ortsgruppe von Startup Grind veranstaltete am 13. Oktober 2016 ihr achtes Event am Finanzplatz. Startup Grind ist eine globale Community, deren lokale Gruppen monatliche Events in Zusammenarbeit mit erfolgreichen lokalen Gründern und Erfindern veranstalten, um auf diese Weise Lessons Learned auf dem Weg zur Gründung eines erfolgreichen Startups zu teilen. Im Oktober stand vor diesem Hintergrund ein Kamingespräch mit Ivonne Arlod, COO und Head of Funding von Peermatch, eines Frankfurter FinTech Startups und Frankfurt Main Finance Mitglieds auf der Agenda. 20 Jahre lang war Ivonne Arold als Managerin im Bereich Kapital- und Finanzmärkte für internationale Investmentbanken tätig. Trotz ihres Erfolgs im traditionellen Bankensektor entschied sie sich für einen Wechsel in die FinTech-Szene und wechselte 2015 zu Peermatch. Während des Kamingesprächs, das vom Frankfurter Startup Grind Direktor Dr. Osman Sacarcelik moderiert wurde, beschrieb sie die Unterschiede zwischen der FinTech-Szene einerseits und dem Arbeitsleben in den großen Banken andererseits. In diesem Zusammenhang berichtete Arnolds, dass sie die Formalität und den Glamour der großen Banken nicht vermisse, sondern die Balance genieße, die sie in der Startup-Szene gefunden habe.

Peertmatch ist eine App für Immobiliendarlehen. Über die Plattform investieren Anleger direkt in Darlehen und erhalten risikogerechte Renditen; dahinter steht immer der Wert einer Immobilie. Darlehensnehmer profitieren von niedrigen Kapitalmarktzinsen. Ursprünglich war die Plattform für institutionelle Investoren und kommerzielle Kreditnehmer konzipiert, doch im Oktober 2016 wurden ebenso Produkte für private Investoren und Kreditnehmer etabliert. Peermatch versucht mit seinem Geschäftsmodell den digital affinen Sektor des Kreditgeschäfts anzusprechen, deren Mitglieder eine Onlineabwicklung ihrer Geschäfte präferieren und/oder mit den konventionellen Institutionen unzufrieden sind. Arold führte aus, dass Peermatch darauf abziele, diese Kunden durch die Erleichterungen und wettbewerbsfähigen Zinssätzen der Plattform für sich zu gewinnen.

Das Startup-Unternehmen versucht so viele Prozesse wie möglich im Rahmen der App abzuwickeln. Die Peermatch eigene Cryptographic Chat Search Engine stellt Datenschutz und Privatsphäre der Nutzer sicher. Obwohl Kreditwürdigkeit traditionell ermittelt wird, besteht die erste Interaktion der Kunden mit einem Computerprogramm, bevor sie schnell an den zuständigen Peermatch-Mitarbeiter weitergeleitet werden.

Auf der kommerziellen Seite erklärt Arold, dass diese Kunden normalerweise eine Reihe an Partnern bräuchten, um ihr Finanzierungsmodell zu vervollständigen: eine Bank für den Kredit und andere Partner für Fremdkapital. Das System vom Peematch dagegen ist so entworfen, dass Kreditnehmer die verschiedenen Investoren aus einer Hand beziehen können. Arold erklärt, dass der Kreditnehmer nur die erforderlichen Kreditpapiere ausfüllen müsse und alles Weitere durch Peermatch organisiert werde. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen die Investoren aus deutschen Versicherungen, Unternehmen und Pensionsfunds, die sichere Investitionsmöglichkeiten mit guten Zinssätzen suchen. Family Offices und Investmentfunds aus dem Vereinigten Königreich dagegen haben riskantere Kreditteile finanziert. In diesem Zusammenhang machte Arold deutlich, dass Peermatch sich von Asset Backed Securities darin unterscheide, dass Investoren Risiken in Bezug auf individuelle Kredite eingehen, die nicht in Tranchen oder Pakete gebündelt sind.

Die Zukunft von FinTechs in Frankfurt

Peermatch trat kürzlich als erstes FinTech-Mitglied Frankfurt Main Finance bei. Diese neue Mitgliedschaft ist ein entscheidender Schritt in den Bemühungen des Vereins FinTechs bei der Entwicklung und Entfaltung in der Region zu unterstützen, die zurzeit knapp 60 FinTechs einen Sitz bietet. Auch Arold betonte deutlich die Bedeutung einer vielseitigen FinTech-Landschaft für den Finanzplatz Frankfurt. „Wir begrüßen jedes FinTech, das sich in Frankfurt ansiedelt. […] Es ist wichtig von anderen FinTechs umgeben zu sein mit denen Austausch stattfinden kann und Kooperationen eingegangen werden können. Jedes FinTech-Startup hat seinen eigenen Geschäftsbereich, aber in ein paar Jahren wird vielleicht die Zeit zur Kooperation kommen, da wir Teile entdecken, die zusammenpassen.“ Außerdem sind, gemäß Arold, Frankfurts Finanzcenter und Infrastruktur „prädestiniert der führende FinTech-Hub in Deutschland oder sogar Europa zu werden.“

Frankfurt FinTech Report #2

Bleiben Sie mithilfe des FinTech Report bei den neusten Entwicklungen der Frankfurter FinTech Szene auf dem Laufenden!

Beginn des FinTech-Bachelors von Frankfurt School und FinTech Group AG

Die ersten Studierenden haben den in Europa bislang einmaligen Studiengang „Digital Innovation and FinTech“ begonnen. Das Studienprogramm wurde von der Frankfurt School of Finance & Management und der FinTech Group AG ins Leben gerufen. Momentan absolvieren die Studierenden ein Modul bei der FinTech Group, welches der Orientierung dienen soll. Im Verlaufe dieses Studienabschnitts arbeiten die Studierenden mit einem Mentor, welcher ihnen bei den Einblicken in die verschiedenen Abteilungen und Projekte zur Seite steht. Auf diese Weise gewinnen die Studierenden verschiedene Perspektiven auf die vielseitige FinTech Landschaft und deren Anwendungen.

Neue Mitgliedschaft für FinTechs

Frankfurt Main Finance hat eine neue Mitgliedschaftskategorie für FinTechs eingeführt. Als Teil der andauernden Bestrebungen die FinTech-Szene am Finanzplatz Frankfurt zu fördern, verfolgt FMF die Absicht, durch die neue Mitgliedschaft vielversprechende Start-ups aus ganz Deutschland mit der etablierten Finanz-Community in Kontakt zu bringen. Das erste FinTech-Mitglied ist die Peermatch Management GmbH. Lesen Sie mehr zur neuen Mitgliedschaftskategorie hier.

Between the Towers

Am 4. Oktober 2016 fand die monatliche Veranstaltung von main incubator, Between the Towers, an der Goethe Universität statt. In diesem Monat lag der Fokus der Veranstaltung auf der Blockchain Technologie. Die Hauptrede des Abends, „Umgang mit disruptiven Technologien: Ein Blockchain Praxisbericht“, hielten Philipp Harrschar und Daniel Scheu von Zühlke Engineering, auf welche eine Panel-Diskussion zum selben Thema folgte, die von Sven Koschinowski von der KPMG, Sponsor der Veranstaltung, moderiert wurde und an der Frank Brigge von der Commerzbank, Burkhard Blechschmidt von Cognizant, Johann Horch von niiio, Dr. Matthias Terlau von Osborne Clarke und Philipp Harrscharr teilnahmen. Bevor Networking und Gespräche den Abend ausklingen ließen, durften dann Quantoz, Berries, Diversifaktor und Blockchain Helix pitchen. Between the Towers findet jeden ersten Dienstag im Monat statt und ist eine der beliebtesten und meist besuchten FinTech-Veranstaltungen in Frankfurt.

FinTechGermany Award

FinTech Matchmaking Veranstaltungen in Amsterdam und Frankfurt

Finanzdienstleistungen und Technologie-Unternehmen, bekannt als FinTech, machen von sich reden und sind zur Zeit der neueste Trend in der Finanzbranche. Auf der ganzen Welt verfolgen Start-ups das Ziel der Digitalisierung der Finanzindustrie, um diese effizienter und kundenorientiert zu machen.

FinTechs sind eine weltweite Angelegenheit, welche sich nicht an einem Platz allein abspielt. Die Digitalisierung ist ein globaler Prozess. Auch wenn Informationen mit Lichtgeschwindigkeit durch die Welt reisen, ist es die lokale Verbindung zu den Menschen, welche Werte schafft. Daher ist die Schaffung eines weltweiten Netzwerkes von FinTech-Zentren der einzige Weg, um wirklich das Wachstum von FinTechs zu beschleunigen und die Produkteinführungszeit für Start-ups und von großen Unternehmen zu reduzieren.

Die große Anzahl von FinTechs in den Niederlanden und in Deutschland bietet die perfekte Gelegenheit, die Zusammenarbeit zwischen den FinTech Communities beider Länder zu steigern. Daher organisieren Frankfurt Main Finance e.V. und Holland FinTech zwei Veranstaltungen, eine am 4. November 2016 in Amsterdam und eine am 25. November 2016 in Frankfurt. FinTechs aus beiden Ländern sind dazu aufgerufen, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen, ihre Firmen vorzustellen und zu pitchen sowie die Chance zu ergreifen, potenzielle Kooperationspartner, Investoren und Freunde zu entdecken.

„Unsere FinTechs und ihre Innovationskraft sind entscheidend dafür, dass Frankfurt seine Position als führendes internationales Finanzzentrum hält. Es ist uns ein zentrales Anliegen, diese bei ihrer weltweiten Expansion durch die Nutzung unseres globalen Netzwerkes von Partnern zu unterstützen. Zusammen mit Holland FinTech wollen wir Amsterdam und Frankfurt näher zusammen bringen“, sagte Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V..

Die Veranstaltung in Frankfurt wird von der ING DiBa gesponsert.

Wenn Sie Interesse haben eine der Veranstaltungen zu besuchen, kontaktieren Sie uns. Weitere Informationen finden Sie unter Amsterdam und Frankfurt .

Kontakte:

Francesca Aliverti, Holland FinTech, francesca@hollandfintech.com

Dr. Jochen Biedermann, Frankfurt Main Finance, jochen.biedermann@fmfinance.de

FinanzplatzFrühstück mit François Villeroy de Galhau – Nachhaltige Geldpolitik sorgt für wirtschaftliche Stabilität

Mit dem inzwischen siebten „FinanzplatzFrühstück“ haben der Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V. und Frankfurt Main Finance e.V. diese erfolgreiche Veranstaltungsreihe fortgesetzt. Um die Ausführungen des Gouverneurs der Banque de France, Herrn Villeroy de Galhau, zu verfolgen, waren über 80 Gäste aus den Bereichen mittelständische Wirtschaft, Presse, Wissenschaft und Forschung und der Finanzwirtschaft gekommen. In seinem Grußwort hob Dr. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland, die Bedeutung der Auslandsbanken als wesentlichen Wirtschaftsfaktor für Frankfurt hervor. „Auslandsbanken übernehmen Verantwortung für die hiesige Wirtschaft und bekennen sich klar zum deutschen Finanzplatz als dem Kernmarkt in Europa“, sagt Dr. Oliver Wagner,

Der Gouverneur der Banque de France, sprach zum Thema: „Europäisches Wachstum – Herausforderungen in unsicheren Zeiten“ und er verschwendete keine Zeit, um auf den Punkt zu kommen. Der Gast aus Frankreich sprach direkt über den aktuellen Stand der Geldpolitik innerhalb der Europäischen Union und wie nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten sei. Er legte einen Schwerpunkt, auf die Bedeutung von Investitionen für Wachstum, vor allem für kleine und mittelständische Betriebe zudem äußerte er sich zur Notwendigkeit einer Kapitalmarkt Union und zur Thematik von grenzüberschreitendem Kapital. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Kritik, verschiedener Banker, an der aktuellen Negativzins Strategie der Europäischen Zentralbank. Hierzu führte Herr Villeroy de Galhau den wichtigen Aspekt dieses Instruments im Kampf gegen die Deflation an, zeigte aber gleichzeitig auf, dass negative Zinsen nützlich sein können, aber nur ein Instrument sind und daher mit Grenzen versehen. Herr Villeroy de Galhau begründete in seinen Ausführungen die aktuelle Geldpolitik und deren Nachhaltigkeit. Als weiteren Punkt begründete er eine ablehnende Haltung gegenüber dem Einsatz von sogenanntem „Helikoptergeld“.

Als Garanten für zukünftige Chancen führte er Frankreich und Deutschland an, welche noch ungenutzte Möglichkeiten für nachhaltiges zukünftiges Wachstum bereithielten. Ganz konkret schlug er ein Erasmus Pro Programm vor, welches die Möglichkeiten eines beruflichen Austausches im Fokus hat. Insbesondere für Frankreich und Deutschland hätte ein solches Programm Vorteile, da Frankreich mit einer vergleichsweise hohen Geburtenrate und Deutschland mit einer guten Bildungsinfrastruktur und einem erstklassigen Ausbildungssystem punkten können. Eine Kombination der demographischen und der Vorteile eines erstklassigen Ausbildungswesens wären daher für beide Länder zielführend und würde dazu beitragen, nachhaltiges Wachstum über Jahre hinaus zu sichern.

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist von entscheidender Bedeutung für das zukünftige Wachstum und den Erfolg des Projekts Europa. Wie sieht dies jedoch in einem Europa ohne Großbritannien aus? Bei diesem Thema befindet man sich nach wie vor im Bereich der Spekulation. Auch wenn London ein dezidiertes Interesse daran hat, im Mittelpunkt der europäischen Finanzmärkte zu stehen, wird es “ keine freie Fahrt und keine Rosinenpickerei“ geben. Denn der Zugang zu den europäischen Märkten bedingt die Akzeptanz der EU-Regeln und Vorschriften.

„Herr Villeroy de Galhau ermutigte deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer zu Investitionen und Risikobereitschaft. Nur Frankreich und Deutschland gemeinsam können das europäische Wirtschaftswachstum auf eine ausreichend breite Basis stellen,“ fasste Hubertus Väth die Veranstaltung zusammen. „Geldpolitik kann nur erfolgreich sein, wenn die Wirtschaft die monetären Impulse in Form von Investitionen an- bzw. aufnimmt“, so Väth weiter, „Vertrauen spielt dabei eine zentrale Rolle. Zum Aufbau dieses Vertrauens hat Herr de Galhau heute einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet.“

Studenten des WHU Master in Finance über die Zukunft des Finanzwesens

Top Master Studenten von regionalen Business Schools waren zu Gast beim Frankfurt Finance Summit eingeladen. John Offermann und Xavier Hilderbrand, Studenten des Finance Masterstudiengangs an der WHU-Otto Beisheim School of Management, schildern hier ihre Eindrücke über das Event.

Die Welt der Finanzstudien ist voll von Theorien und Ideen. Rationale Wirtschaftsakteure, ökonometrische Methoden und verschiedene Preismodelle prägen dieses Universum. Eine Frage, die stetig in Business Schools widerhallt, ist, wie diese Ideen tatsächlich den Finanzsektor beeinflussen und dann wiederum die Realwirtschaft. Aufgrund dessen schätzen wir Studenten des Finance-Masterprogramms der WHU-Otto Beisheim School of Management die Möglichkeit, am Frankfurt Finance Summit 2016 teilzunehmen und zu sehen, wie sich die Finanztheorie in der Praxis auswirkt.

Während der vergangenen sechs Jahre hat der Frankfurt Finance Summit führende Stakeholder der europäischen Finanzindustrie zusammengebracht, um die gegenwärtigen Themen in den verschiedenen Bereichen der Branche zu diskutieren. Dieses Jahr lautete das Thema On the Move, wobei sich ein großer Teil um den Mega-Trend Digitalisierung drehte sowie um dessen zukünftige Rolle in der Umgestaltung des Finanzsektors. Der Summit wird jährlich von Frankfurt Main Finance organisiert, einer Initiative, die ins Leben gerufen wurde, um den Standort Frankfurt aktiv als einen der führenden Finanzplätze Europas zu fördern. Mitglieder der Organisation sind unter anderem das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und andere prominente Finanzinstitute in Europa. Lebhafte und fesselnde Reden sowie Dialoge mit außergewöhnlichen Referenten wie Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen, Carsten Kengeter, CEO der Deutschen Börse und Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, klärten das ausgewählte Publikum auf.

Das Publikum bestand aus einer inspirierenden Mischung von rund 200 Persönlichkeiten aus Politik, Regulierungsbehörden, führenden Finanzinstituten und FinTech Start-ups. Die Atmosphäre während der Veranstaltung war durchweg angenehm und es gab viele Möglichkeiten zu Vernetzung und Meinungsaustausch. Wir genossen die Möglichkeit, mit verschiedenen Vertretern von Banken, Versicherungen und ausländischen Botschaften zu sprechen und deren Meinungen zu aktuellen Problematiken zu hören, denen der Finanzmarkt zurzeit gegenübersteht.

Der Summit begann mit einer Einführung von Dr. Lutz Raettig, Vorsitzender von Frankfurt Main Finance, Wolfgang Marzin, Geschäftsführer der Messe Frankfurt und Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Aufbauend auf der Frankfurter Historie als Handelszentrum betonte jeder Sprecher die Qualitäten, die Frankfurt zu einem der einflussreichsten Finanzzentren machen. Institutionen, wie die europäische Zentralbank sowie strategische Investments des Landes Hessen in die Messe und in verschiedene FinTech-Inkubatoren wurden hervorgehoben.

Trotz der herzlichen Begrüßung sprach Tarek Al-Wazir eine deutliche Warnung an das Publikum aus: Der Finanzsektor versage derzeit bei der Unterstützung des Wachstums in der Realwirtschaft. Er forderte Finanzinstitute auf, ihren Service zu verbessern, um Unternehmen in ganz Europa zu unterstützen. Der Minister betonte auch, dass ein „Brexit“ nicht im strategischen Interesse von Frankfurt und Hessen ist, dass dieser trotzdem eine unvermeidliche Verschiebung der Finanzkraft von London nach Frankfurt bedeuten würde. Dies stellt eine immer wiederkehrende Ansicht von verschiedenen Rednern über den ganzen Tag verteilt dar.

Nach der Einführung kam Carsten Kengeter auf die Bühne. Am Vortag hat er als Vorsitzender seine erste Hauptversammlung absolviert und gab einen umfassenden Einblick in die laufende Fusion zwischen der Deutschen Börse und der London Stock Exchange. In einer Art Zugeständnis an seine Kritiker erreichte Kengeter die Emotionen des Publikums durch eine solide Business-Logik. Diese beruht auf den Vorteilen, die das Geschäft der Deutschen Börse, die deutsche Finanzwelt und die europäische Wirtschaft als Ganzes mit sich bringt. Für die Deutsche Börse beginnt damit ein neues Kapitel.

Für die Finanzmärkte erleichtert ein fusioniertes Börsenunternehmen den Kapitalfluss zwischen London und Frankfurt, das weltweit größte Finanzzentrum der Welt und der führende Business Gateway für Europas größte Volkswirtschaft, Deutschland. Letztendlich profitiert die Realwirtschaft in Europa von einer effizienteren Kapitalallokation bei konsolidierten und nicht fragmentierten Börsen; eine natürliche Entwicklung der europäischen Kapitalmarktunion.

Anschließend wurde der Summit mit der ersten Podiumsdiskussion fortgesetzt – eine Debatte über die Finanzregulierung und ihre Zukunft in Europa. Die Teilnehmer des Panels repräsentierten Staaten, Regulatoren und führende Finanzinstitutionen. Es bestand Einigkeit über die meisten übergeordneten Punkte. Die Panelteilnehmer waren sich weitgehend einig darüber, dass Überregulierung die Branche gefährden könnte und in dem Zuge auch die Vorbereitung der Branche als Ganzes für künftige Erschütterungen, wie beispielsweise im Jahr 2008. Der Konsens brach ein wenig zusammen, als die Details thematisiert wurden; eine beträchtliche Mischung von Ansichten über die weiteren Entwicklungen der Basel Regulationen und den Effekt neuer Regulationen auf wichtige Finanzprodukte des Privatkundengeschäfts, wie Hypotheken.

Die Teilnehmer des Panels stimmten zu, dass künftige Bemühungen von Aufsichtsorganen sich auf die Umsetzung ordnungsgemäßen Verhaltens von Finanzprofis anstatt auf vergangene Probleme konzentrieren sollten. Gegen Ende der Diskussion zeigte Herr Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die drei zentralen Punkte, denen sich die Industrie stellen muss auf: niedrige Zinsen, FinTech und Regulierung.

Der zweite Teil des Summit 2016 wurde wiederaufgenommen, nachdem die Teilnehmer die Chance hatten, während eines hervorragenden Mittagessens die ersten Reden und Debatten zu diskutieren. Die zweite Hälfte drehte sich um das Thema FinTech Chancen. Günther Oettinger war der erste Sprecher zu dieser Thematik. Er wies darauf hin, dass die Digitalisierung einen enormen Einfluss darauf hat, wie Menschen und Unternehmen heute kommunizieren. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Europäische Kommission versucht, „gemeinsame Standards in einem kohärenten Markt“ zu fördern, um Technologie-Unternehmen zu ermöglichen, sich nahtlos in Europa zu bedienen.

Das darauffolgende Interview mit Gottfried Leibbrandt, CEO von SWIFT, als auch die zweite Podiumsdiskussion wurden von Caroline Hyde, Korrespondentin bei Bloomberg Television für European Business, moderiert. Die Diskussion handelte von FinTechs und der Frage, wie Unternehmertum in der Finanztechnologie die etablierten Banken und Versicherungen berührt. Der allgemeine Konsensus war, dass FinTechs zunehmend mehr traditionelle Akteure zwingen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken, sie aber nicht obsolet machen. Die meisten sagten, dass FinTechs oft ihren größeren Kontrahenten helfen, Innovationen in ihren Unternehmen schneller zu integrieren.

Der nächste Hauptredner war der Finanzminister von Deutschland, Dr. Wolfgang Schäuble. In einer direkten und punktgenauen Rede konzentrierte sich der Minister auf die Folgen des „Brexit“-Referendums im Vereinigten Königreich. Ähnlich wie Herr Al-Wazir argumentierte Dr. Schäuble mit Nachdruck, dass jeder Gewinn für Frankfurt auf Kosten der breiteren europäischen Finanzbranche und Wirtschaft sein würde. Dr. Schäuble wies darauf hin, dass der Zugang zum europäischen Binnenmarkt seinen Preis hat und mit diesem Zugang auch Verantwortung verbunden sei. Weitere Themen in der Rede sowie in der Frage- und Antwort-Sitzung waren die aktuelle Politik der EZB, die relativen Erfolge der Finanzaufsicht seit der GFC und die Verdienste der Deutschen Börse.

Am Ende des Summit sprach Mr. Diwakar Gupta, Vorsitzender der Asian Development Bank, darüber, inwiefern FinTechs eine Hilfe für benachteiligte Menschen in Kenia und Indien aufgrund vorteilhafter Banking Services darstellen.

Durch die Verwendung von biometrischen Identifikationstechnologien und kostengünstigen Handys können mehr und mehr Menschen Zugang zum Finanzsystem bekommen. Es ist nun möglich, für Menschen in den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer Bankkonten zu eröffnen und Mobile-Banking-Zahlungen zu vernünftigen Preisen abzuwickeln.

Schließlich wollen wir Frankfurt Main Finance für die tolle Gelegenheit danken, ein Teil des Frankfurt Finance Summit 2016 gewesen zu sein. Die Diskussionen waren ungeheuer inspirierend und wir haben die Chance genossen zuzuhören und mit so vielen brillanten Referenten und Teilnehmern zu sprechen. Wir empfehlen den Frankfurt Main Finance Summit jedem, der die Möglichkeit hat, ein Teil davon zu sein. Sie werden nicht enttäuscht sein!