Beiträge

FinanzplatzFrühstück mit Chef-Risikoanalyst der Eximbank Dr. Changhui Zhao

Auf dem 12. FinanzplatzFrühstück, das erstmals in den Räumlichkeiten der Sozietät Dentons stattfand, trafen sich über 60 Gäste aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Medien, Wissenschaft und Forschung. Eingeladen hatten Frankfurt Main Finance und der Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V.. Als hochkalibrigen Referenten konnte Dr. Changhui Zhao, Chief Country Risk Analyst der Export-Import Bank of China (Exim), gewonnen werden. Er sprach über die zunehmende Öffnung des chinesischen Kapitalmarkts und die damit verbundenen Chancen für die Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Finanzinstitute. In diesem Kontext verwies Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, auf die gemeinsame Erklärung, welches nach dem zweiten Finanzdialog zwischen dem chinesischen Vizeministerpräsident Liu He und dem Bundesfinanzminister Olaf Scholz am 18. Januar 2019 in Peking vereinbart wurde. Demnach solle „die Vertiefung einer pragmatischen Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland bekräftigt und die bilateralen Finanzbeziehungen gestärkt werden“.

Dr. Zhao unterstrich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine vertiefte Zusammenarbeit gekommen sei. Die One Belt One Road Initiative umfasse auch die Unterstützung der chinesischen Regierung bei den Kooperationsbemühungen der Finanzzentren. Momentan sei die allgemeine europäische Sicht, dass China versuche, den Westen einzuholen. Dem stimmte Dr. Zhao zwar grundsätzlich zu, allerdings berge eine Zusammenarbeit auch neue Chancen. Beispielsweise wäre man im Bereich FinTech, in dem China sehr leistungsfähig sei, bereit gemeinsam neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Bei der anschließenden Diskussion ging es neben Fragen zum Stand des Handelskonfliktes mit den USA vor allem auch um die Notwendigkeit von Investitionen in Afrika – dem Kontinent, in dem Dr. Zhao ein besonders dynamisches Wachstum erwartet.

 

Foto: Margit Levay.

FinanzplatzFrühstück mit François Villeroy de Galhau – Nachhaltige Geldpolitik sorgt für wirtschaftliche Stabilität

Mit dem inzwischen siebten „FinanzplatzFrühstück“ haben der Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V. und Frankfurt Main Finance e.V. diese erfolgreiche Veranstaltungsreihe fortgesetzt. Um die Ausführungen des Gouverneurs der Banque de France, Herrn Villeroy de Galhau, zu verfolgen, waren über 80 Gäste aus den Bereichen mittelständische Wirtschaft, Presse, Wissenschaft und Forschung und der Finanzwirtschaft gekommen. In seinem Grußwort hob Dr. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland, die Bedeutung der Auslandsbanken als wesentlichen Wirtschaftsfaktor für Frankfurt hervor. „Auslandsbanken übernehmen Verantwortung für die hiesige Wirtschaft und bekennen sich klar zum deutschen Finanzplatz als dem Kernmarkt in Europa“, sagt Dr. Oliver Wagner,

Der Gouverneur der Banque de France, sprach zum Thema: „Europäisches Wachstum – Herausforderungen in unsicheren Zeiten“ und er verschwendete keine Zeit, um auf den Punkt zu kommen. Der Gast aus Frankreich sprach direkt über den aktuellen Stand der Geldpolitik innerhalb der Europäischen Union und wie nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten sei. Er legte einen Schwerpunkt, auf die Bedeutung von Investitionen für Wachstum, vor allem für kleine und mittelständische Betriebe zudem äußerte er sich zur Notwendigkeit einer Kapitalmarkt Union und zur Thematik von grenzüberschreitendem Kapital. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Kritik, verschiedener Banker, an der aktuellen Negativzins Strategie der Europäischen Zentralbank. Hierzu führte Herr Villeroy de Galhau den wichtigen Aspekt dieses Instruments im Kampf gegen die Deflation an, zeigte aber gleichzeitig auf, dass negative Zinsen nützlich sein können, aber nur ein Instrument sind und daher mit Grenzen versehen. Herr Villeroy de Galhau begründete in seinen Ausführungen die aktuelle Geldpolitik und deren Nachhaltigkeit. Als weiteren Punkt begründete er eine ablehnende Haltung gegenüber dem Einsatz von sogenanntem „Helikoptergeld“.

Als Garanten für zukünftige Chancen führte er Frankreich und Deutschland an, welche noch ungenutzte Möglichkeiten für nachhaltiges zukünftiges Wachstum bereithielten. Ganz konkret schlug er ein Erasmus Pro Programm vor, welches die Möglichkeiten eines beruflichen Austausches im Fokus hat. Insbesondere für Frankreich und Deutschland hätte ein solches Programm Vorteile, da Frankreich mit einer vergleichsweise hohen Geburtenrate und Deutschland mit einer guten Bildungsinfrastruktur und einem erstklassigen Ausbildungssystem punkten können. Eine Kombination der demographischen und der Vorteile eines erstklassigen Ausbildungswesens wären daher für beide Länder zielführend und würde dazu beitragen, nachhaltiges Wachstum über Jahre hinaus zu sichern.

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist von entscheidender Bedeutung für das zukünftige Wachstum und den Erfolg des Projekts Europa. Wie sieht dies jedoch in einem Europa ohne Großbritannien aus? Bei diesem Thema befindet man sich nach wie vor im Bereich der Spekulation. Auch wenn London ein dezidiertes Interesse daran hat, im Mittelpunkt der europäischen Finanzmärkte zu stehen, wird es “ keine freie Fahrt und keine Rosinenpickerei“ geben. Denn der Zugang zu den europäischen Märkten bedingt die Akzeptanz der EU-Regeln und Vorschriften.

„Herr Villeroy de Galhau ermutigte deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer zu Investitionen und Risikobereitschaft. Nur Frankreich und Deutschland gemeinsam können das europäische Wirtschaftswachstum auf eine ausreichend breite Basis stellen,“ fasste Hubertus Väth die Veranstaltung zusammen. „Geldpolitik kann nur erfolgreich sein, wenn die Wirtschaft die monetären Impulse in Form von Investitionen an- bzw. aufnimmt“, so Väth weiter, „Vertrauen spielt dabei eine zentrale Rolle. Zum Aufbau dieses Vertrauens hat Herr de Galhau heute einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet.“

Claudio Borio, Diana Rutzka-Hascher und Lutz Raettig

5. Finanzplatz­Frühstück: Challenges for the global economy

Eine Dekade nach der Finanzkrise: Wirtschaft ist unfähig zu ausgewogenem Wachstum

Das langfristige Produktivitätswachstum der Realwirtschaft leidet in erheblichem Maße an den Folgen der Finanzkrise, so die Ergebnisse jüngster Forschungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Deren Chefökonom, Claudio Borio hat gestern im Rahmen des FinanzplatzFrühstücks aufgezeigt, vor welchen Herausforderungen die Weltwirtschaft steht und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Weiterlesen