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Welt-Dachverband der Finanzzentren veröffentlicht Corona-Bericht

Der Weltverband der internationalen Finanzzentren (WAIFC) betont die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie für Wirtschaft und Finanzindustrie. „Um die Chancen zu maximieren, diesen Krieg gegen das Virus zu gewinnen, müssen wir unsere Erfahrungen teilen und zusammenarbeiten“, erklärte Arnaud de Bresson, Vorsitzender des Vorstands der WAIFC und CEO von Paris Europlace, anlässlich der Veröffentlichung eines Berichts zur Rolle der Finanzzentren in der COVID-19-Krise.

Die WAIFC hat zusammen mit ihrem Mitglied Frankfurt Main Finance den Bericht mit dem Titel „Wie globale Finanzzentren bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie helfen können“ erarbeitet, in dem sowohl Lehren aus der Vergangenheit als auch die laufenden Aktivitäten ihrer Mitglieder anschaulich beschrieben werden.

Die weltweit aufgelegte Publikation enthält unter anderem ein Interview mit Christopher Hui, dem Exekutivdirektor des Hong Kong Financial Services Development Council, der erklärt, warum sich Hongkong schnell von der SARS-Krise 2003 erholen konnte und was Hongkong damals für die aktuelle Krise gelernt hat. Hiroshi Nakaso, der Chairman von FinCity.Tokyo, spricht über die Lehren aus dem Tohoku-Erdbeben im Jahr 2011: „Die Bank von Japan hat eine lange Tradition darin, schnell auf eine Krise zu reagieren, wenn sie sich anbahnt“.

Der vollständige Bericht steht zum kostenlosen Download unter https://frankfurt-main-finance.com/wp-content/uploads/2020/04/WAIFC_Publication-on-COVID-19.pdf zur Verfügung.

 

Hubertus Väth, Mitglied des Vorstands der WAIFC und Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, erklärt:
„Wir können viel voneinander und von der Geschichte lernen. Finanzplätze wie Hongkong oder Tokio haben in der Vergangenheit ähnliche Herausforderungen erfolgreich gemeistert. Wir sollten uns diese Erfahrungen zunutze machen. Das ist die Motivation unserer Publikation. Wir sprechen nicht nur über die heutigen Entwicklungen und erfolgversprechende Ansätze, sondern wir reflektieren auch historische Erfahrungen. Sie werden zeigen, dass unsere Finanzsysteme für die Lösung der Probleme von wesentlicher Bedeutung sind und dass die Welt mit solchen Herausforderungen fertig werden kann, wenn man den richtigen Weg wählt.“

Dr. Jochen Biedermann, Geschäftsführer der WAIFC, erklärt:
„Unsere Mitglieder, die führenden Finanzzentren der Welt, stehen zusammen und tragen ihren Teil dazu bei die momentane Krise abzumildern und eine schnelle wirtschaftliche Erholung vorzubereiten. Dies ist ein sehr gutes Zeichen und ermutigt uns, unsere Arbeit mit voller Kraft fortzusetzen.“

Die World Alliance of International Financial Centers (WAIFC) ist ein in Belgien registrierter gemeinnütziger Verein, der 16 führende internationale Finanzzentren auf vier Kontinenten vertritt. Die Mitglieder der WAIFC sind Stadtverwaltungen, Verbände und ähnliche Institutionen, die ihre Finanzzentren entwickeln und fördern.

 

In einer Zeit bahnbrechender neuer Technologien und eines raschen sozialen Wandels sind Finanzzentren für die Aufrechterhaltung des Wirtschaftswachstums von entscheidender Bedeutung. Ziel der WAIFC ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen, das die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch erleichtert, sowie das Verständnis der Bedeutung internationaler Finanzzentren für die nationale und globale Wirtschaft sowie die soziale Entwicklung fördert.

Deutschland nach dem Brexit: Jetzt braucht es Macher – Gastbeitrag von Hubertus Väth in der Zeitschrift „die bank“

Auf den Amtssitz des britischen Premierministers in 10 Downing Street wurde der Countdown projiziert, bis am 31. Januar 2020, Mitternacht Brüsseler Zeit, der Brexit vollzogen war. Die Verhandlungen zu den künftigen Beziehungen sind angelaufen. Weitgehend ungeklärt sind allerdings die Regelungen zum Finanzsektor. London wird – auch im wohlverstandenen Interesse der EU – noch lange der führende Finanzplatz Europas bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass der Austritt ohne Konsequenzen bliebe. Der Kuchen wird neu verteilt, und Deutschland sollte konsequent die Chancen nutzen, Frankfurt als führenden Finanzplatz der EU zu etablieren und gleichzeitig eine konstruktive Zusammenarbeit mit London und Paris anzustreben.

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