Unternehmensfinanzierung: KfW-ifo-Kredithürde steigt – Corona macht Banken vorsichtiger

Die Schwierigkeiten beim Kreditzugang nehmen für Unternehmen aller Größenklassen in der Coronakrise zu.

Die KfW-ifo-Kredithürde ist auf den höchsten Wert seit Umstellung der Befragungsmethodik im Jahr 2017 gestiegen. Mehr als ein Fünftel der Mittelständler gab an, dass die Banken sich in den Kreditverhandlungen im zweiten Quartal 2020 restriktiv gezeigt hätten. Aber auch Großunternehmen müssen deutlich wachsende Hindernisse bei der Kreditvergabe überwinden.

Gemessen an den erheblich gestiegenen Kreditausfallrisiken infolge der tiefen Rezession halten sich die Schwierigkeiten beim Kreditzugang bisher jedoch in Grenzen. Zum Vergleich: In der globalen Finanzkrise 2009 empfanden mehr als 40% der vom ifo-Institut befragten kleinen und mittleren Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes die Banken als restriktiv. Das ist zum einen auf die gestärkte Resilienz des Bankensektors und zum anderen auf die umfassenden wirtschaftspolitischen Maßnahmenpakete zurückzuführen.

Die KfW-ifo-Kredithürde für das zweite Quartal 2020 finden Sie unter: KfW-ifo-Kredithürde Juli 2020


Die KfW-ifo-Kredithürde wird im Rahmen der ifo Konjunktur­umfragen seit 2017 nach einer Überarbeitung der Methodik vierteljährlich erhoben. Die Kredithürde gibt den Prozentanteil der Unternehmen an, die das Bankverhalten in Kreditver­handlungen als „restriktiv“ einordnen. Um zu gewährleisten, dass die Einschätzung der Kreditvergabe­bereitschaft der Banken auf originären Erfahrungen der Firmen beruht, werden dazu nur diejenigen Unternehmen befragt, die zuvor angeben, in den vergangenen drei Monaten Kreditver­handlungen mit Banken geführt zu haben. Die Entwicklung dieses Anteils kann wiederum als Indikator für Veränderungen der Nachfrage nach Bankkrediten interpretiert werden.

Mehr Informationen zur KfW-ifo-Kredithürde finden Sie unter: KfW Newsroom